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Seceda

Startplätze:2
Landungen:2
Koord.:46.5969°N, 11.7245°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

Seceda Startplatz 1

Start
Höhe2441m ü. M.
Koord.46.5969, 11.7245
WindS
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Seceda Startplatz 2

Start
Höhe2364m ü. M.
Koord.46.5938, 11.7225
WindSW-W
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Seceda Landeplatz 1

Landung
Höhe1281m ü. M.
Koord.46.5770, 11.6779
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Seceda Landeplatz 2

Landung
Höhe1245m ü. M.
Koord.46.5685, 11.6821
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Seceda: Der umfassende Piloten-Guide für das alpine Fliegen in den Dolomiten

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Einleitung: Jenseits des DHV-Standardeintrags

Die Seceda (2519 m) nimmt in der Welt des Gleitschirmsports eine Sonderstellung ein. Während sie in Datenbanken wie der des DHV oft nüchtern als "Startplatz in den Dolomiten" mit Basisdaten zu Höhe und Exposition geführt wird, offenbart sich dem Piloten vor Ort eine Realität, die weit komplexer, fordernder und faszinierender ist. Gelegen am Rande des Naturparks Puez-Geisler, dient dieser Berg nicht nur als Startrampe, sondern als Tor zu einem der aerodynamisch anspruchsvollsten Fluggebiete der Alpen.  

Dieser Bericht zielt darauf ab, die Informationslücke zwischen den rudimentären Datenbankeinträgen und der hochkomplexen Realität vor Ort zu schließen. Er richtet sich an Piloten, die verstehen wollen, warum die Seceda an manchen Tagen ein 200-Kilometer-Dreieck ermöglicht und an anderen – trotz scheinbar gutem Wetter – zur lebensgefährlichen Falle wird. Wir analysieren die mikro-meteorologischen Besonderheiten des Grödner Tals, die psychologischen Herausforderungen des Klippenstarts und die taktischen Notwendigkeiten für den Einstieg in die Sella-Ronda.

Die Faszination der Seceda liegt in ihrer Dualität: Einerseits bietet sie durch die steil abfallenden Nordwände der Geisler-Gruppe eine visuelle Dramatik, die weltweit ihresgleichen sucht; andererseits schafft genau diese Topographie eine aerologische Situation, die keine Fehler verzeiht. Der DHV vermerkt lapidar "Windsysteme und Leesituationen". Dieser Guide wird aufschlüsseln, was das konkret für die Flugplanung bedeutet, wie man die unsichtbaren Gefahren des "Geisler-Lees" erkennt und warum der unscheinbare Monte Pic der eigentliche Schlüssel zum Himmel über den Dolomiten ist.

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Geografie und Topographie: Das Verständnis der Arena

Um die Seceda fliegerisch zu meistern, muss man ihre geologische Struktur verstehen. Die Seceda ist nicht nur ein Gipfel, sondern der westliche Ausläufer der Geisler-Gruppe (Odle). Der Bergrücken verläuft grob von Ost nach West und fällt nach Norden hin senkrecht in das Villnößtal ab, während er nach Süden sanfter (aber immer noch steil) in Richtung Gröden (Val Gardena) geneigt ist.  

Diese Asymmetrie ist entscheidend: Die steilen Nordwände wirken als massive Barriere für überregionale Nordströmungen, was bei Nordföhn zu fatalen Rotoren auf der Südseite (Startplatzseite) führt. Gleichzeitig bilden die Südhänge der Seceda und der vorgelagerten Almen (Raschötz, Col Raiser) ideale Prallflächen für die Sonne, was eine zuverlässige Thermikentwicklung ab dem späten Vormittag begünstigt.

Der Talkessel von St. Ulrich (Ortisei) liegt auf ca. 1200 m, während der Startplatz auf 2500 m thront. Diese Höhendifferenz von 1300 Metern ist ein zweischneidiges Schwert: Sie bietet genug "Arbeitshöhe" für das Suchen von Thermik, bedeutet aber auch, dass Pilot und Schirm verschiedene meteorologische Schichten durchfliegen können – von der laminaren Höhenströmung am Gipfel bis zum turbulenten Talwindsystem am Boden.

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Meteorologie und Aerologie: Das unsichtbare Labyrinth

Die größte Herausforderung in den Dolomiten ist nicht das Fliegen selbst, sondern die korrekte Einschätzung der Aerologie. Das Mikroklima im Grödner Tal weicht oft signifikant von den überregionalen Modellen ab.

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Das Talwindsystem "Ora" und seine Tücken

Das Grödner Tal wird maßgeblich durch die "Ora" beeinflusst, den berühmten Südwind vom Gardasee.

Mechanismus: Die Ora strömt vom Gardasee durch das Etschtal nach Norden und zweigt bei Bozen/Waidbruck in die Seitentäler ab. Im Grödner Tal kommt sie als westliche Strömung (talaufwärts) an.

Zeitverzögerung: Während am Gardasee die Ora bereits mittags voll steht, erreicht sie den Talkessel von St. Ulrich und die Startplätze der Seceda oft erst am frühen Nachmittag (ca. 13:00 - 14:00 Uhr).

Die "Südstart-Falle": Viele Piloten lassen sich am Vormittag von einer leichten Südbrise am Startplatz täuschen. Sobald jedoch die Ora im Tal durchgreift und über die Kanten schwappt, verwandelt sich der Südstartplatz (der geometrisch nach Süden ausgerichtet ist) in ein lee-seitiges Risikogebiet, da der Wind nun dominanter aus West/Nordwest über den Grat strömen kann oder die thermische Ablösung so stark wird, dass sie den Startplatz "leer saugt".

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Die Föhn-Diagnose

Föhn ist in den Dolomiten der Endgegner. Aufgrund der steilen Felswände sind die Rotoren hier besonders heftig.

Nordföhn: Er ist der absolute "Showstopper" für die Seceda. Da die Geisler-Gruppe eine fast senkrechte Barriere nach Norden bildet, stürzt die Luftmasse bei Nordüberdruck (oft schon ab 4 hPa Druckdifferenz Nord-Süd) wie ein Wasserfall über die Kante.

Indikatoren: Glasklare Fernsicht, linsenförmige Wolken (Lenticularis) über dem Alpenhauptkamm und scheinbare Windstille im Tal (trügerisch!).

Südföhn: Auch bei Südföhn ist Vorsicht geboten. Zwar ist der Startplatz nach Süden offen, aber die Luftmassen werden durch das enge Eisacktal kanalisiert und können in Gröden zu extrem böigen Verhältnissen führen. Ein Südföhn-Durchbruch bis zum Boden macht eine Landung in St. Ulrich oft unkontrollierbar.

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Saisonale Besonderheiten

Die Flugbedingungen variieren drastisch je nach Jahreszeit. Obwohl keine grafische Darstellung vorliegt, lassen sich aus den meteorologischen Daten klare saisonale Profile ableiten:

Frühjahr (Mai/Juni): Die Luftmasse ist oft labil geschichtet, und die Temperaturgradienten sind hoch. Dies führt zu extrem starker Thermik ("8-Meter-Blasen"). Die Basis ist oft hoch, aber die Turbulenzen sind beträchtlich. Schneefelder im Hochgebirge können den thermischen Kontrast verstärken.  

Sommer (Juli/August): Stabilere Hochdrucklagen dominieren, aber die Gewitterneigung steigt am Nachmittag rapide an. Der Talwind ist am stärksten. Starts sollten früh erfolgen, um vor den Überentwicklungen Strecke zu machen.

Herbst (September/Oktober): Die "Golden Season". Die Sonne steht tiefer und heizt die vertikalen Felswände (Südseite) der Dolomiten optimal an, während die Talböden schon im Schatten liegen. Dies erzeugt sanfte, großflächige Thermik ("Magic Air"). Die Talwinde sind schwächer, was entspannte Landungen ermöglicht. Dies ist die Zeit für Genussflüge und Hike & Fly.  

Winter: Oft stabile Schichtung (Inversion). Flüge sind meist reine Gleitflüge ins Tal. Achtung: Die Skipistenbetrieb schränkt Start- und Landemöglichkeiten massiv ein.

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Infrastruktur und Logistik: Der Weg zum Start

Ein stressfreier Flugtag beginnt mit der richtigen Logistik. Fehler bei der Anreise oder Parkplatzwahl können teuer werden und wertvolle Zeit kosten.

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Anreise und Parkstrategien in St. Ulrich

St. Ulrich (Ortisei) ist der logistische Knotenpunkt. Die Talstation der Seceda-Bahn liegt etwas versteckt und erhöht im Ortskern.

Die Kostenfalle: Der Parkplatz direkt an der Talstation ist extrem teuer und kapazitätsmäßig begrenzt. In der Hochsaison ist er oft schon um 09:00 Uhr voll.

Der Insider-Tipp: Nutzen Sie die Garage Central im Ortszentrum. Sie ist oft kostengünstiger und bietet eine direkte Verbindung über einen Fußgängertunnel und das Rolltreppensystem "La Curta" zur Talstation. Dies vermeidet das mühsame Navigieren durch die verkehrsberuhigten Zonen.  

Öffentlicher Verkehr: Südtirol verfügt über ein exzellentes Bussystem. Der Busbahnhof am Antoniusplatz ist nur wenige Gehminuten (via Rolltreppe) von der Bahn entfernt. Mit der Gardena Card oder Gästekarten der Hotels ist die Nutzung oft inkludiert.

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Seilbahn-Logistik und Tickets

Der Aufstieg zur Seceda ist zweigeteilt und ein Erlebnis für sich.

Sektion 1 (Ortisei – Furnes): Eine moderne Umlaufbahn mit kleinen Kabinen. Hier wird das Gepäck einfach mitgenommen.

Sektion 2 (Furnes – Seceda): Eine mächtige Pendelbahn, die die steile Felswand überwindet.

Ticket-Strategie: Ein Berg-und-Tal-Ticket kostet ca. 45 € (Stand 2025/26). Für Piloten, die planen, nicht wieder am Startplatz zu landen (was die Norm ist), reicht die einfache Bergfahrt. Achtung: Gleitschirme werden teils als Sportgepäck extra berechnet (ca. 5 €), ähnlich wie Mountainbikes. Prüfen Sie die aktuellen Tarife an der Kasse, da sich diese Regeln saisonal ändern können.  

Supersummer Pass: Wer mehrere Tage fliegt und auch andere Gebiete (Col Rodella, Seiser Alm) nutzen will, sollte den Dolomiti Supersummer Pass erwägen. Er spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit am Ticketschalter – ein entscheidender Faktor an "Hammertagen".

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Hike & Fly Optionen

Für sportliche Piloten bietet die Seceda auch exzellente Hike & Fly Optionen, die den logistischen Aufwand der Bahn umgehen oder ergänzen.

Von der Mittelstation Furnes: Man kann bis zur Mittelstation fahren und dann den restlichen Aufstieg zu Fuß bewältigen. Dies spart Kosten und dient als gutes Warm-up.

Von St. Christina via Col Raiser: Eine alternative Route führt über die Col Raiser Bahn (St. Christina) und einen anschließenden Fußmarsch (ca. 45 Min) quer über die Alm zur Seceda. Dies ist landschaftlich reizvoll und bietet alternative Startplätze am Col Raiser, falls die Seceda in Wolken hüllt.

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Die Startplätze: Technische Analyse und Risikobewertung

Die Wahl des richtigen Startplatzes auf der Seceda ist keine Frage der Vorliebe, sondern der Sicherheit. Die Bedingungen ändern sich im Tagesverlauf dramatisch.

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Der "West-Start" (Klippenstart) – Die Rampe der Profis

Dieser Startplatz (ca. 2350 m) ist der Schlüssel für Streckenflüge, aber er verzeiht keine Unsicherheit.

Topographie: Es handelt sich um einen klassischen "Cliff Launch". Der Anlaufbereich ist kurz und endet abrupt an einer vertikalen Abbruchkante.

Aerodynamik: Durch die Kante entsteht ein Düseneffekt (Venturi). Selbst bei moderatem überregionalem Wind kann die Windgeschwindigkeit an der Kante lokal um 10-15 km/h höher sein.

Starttechnik: Ein sicherer Rückwärtsstart (Reverse Launch) ist obligatorisch. Der Pilot muss den Schirm kontrollieren, bevor er sich der Kante nähert. Ein Startabbruch kurz vor der Kante ist extrem gefährlich, da man ins Stolpern geraten und abstürzen kann.

Gefahren: Bei starkem Westwind (>20 km/h) bildet sich hinter der Kante (im Lee der kleinen Aufbauten) oft ein Rotor. Zudem ist der Startplatz bei Seitenwind (Nordkomponente) extrem turbulent.

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Der "Süd-Start" – Nur für den frühen Vogel

Direkt unterhalb der Bergstation auf 2450 m gelegen, wirkt dieser Wiesenstartplatz auf den ersten Blick einladend einfach.

Das trügerische Fenster: Dieser Platz ist ideal für den Vormittag (bis ca. 11:30/12:00 Uhr), wenn die Thermik noch schwach ist und der Wind leicht von Süden ansteht.

Die Lee-Falle: Sobald der Talwind aus West einsetzt oder die Thermik stark wird, liegt dieser Bereich im Lee des Grates oder der Station selbst. Die Windfahne an der Station mag noch "guten" Wind anzeigen, aber am Boden können sich bereits Leewalzen bilden. Ein Start hier am Nachmittag ist einer der häufigsten Unfallgründe an der Seceda.

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Der "Südwest-Start" (Curona Hütte) – Die sichere Bank

Etwas tiefer gelegen auf ca. 2250 m, bietet dieser Naturstartplatz eine sicherere Alternative bei einsetzendem Westwind.

Vorteil: Er liegt oft laminarer im Wind, wenn es oben an der Kante schon zu "ballern" beginnt.

Nachteil: Man muss mit dem Gleitschirmgepäck ein Stück absteigen, und man startet tiefer, was den Anschluss an die erste Thermik (am Pic) etwas erschwert. Zudem ist hier oft Weidevieh anzutreffen – Vorsicht vor Kuhfladen und Weidezäunen!.

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Flugtaktik und Thermikquellen: Der Monte Pic ist der Schlüssel

Wer an der Seceda startet und einfach "irgendwohin" fliegt, landet meist nach 15 Minuten im Tal. Um oben zu bleiben und Strecke zu machen, muss man die unsichtbaren Pfade kennen.

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Die "Pic-Strategie"

Der wichtigste taktische Hinweis für die Seceda, der in kaum einem offiziellen Guide steht, ist die Rolle des Monte Pic.

Das Problem: Die Südhänge direkt unter der Seceda sind oft thermisch unzuverlässig oder zerrissen durch den Talwind.

Die Lösung: Nach dem Start am Weststart quert man das Tal (Cuca-Sattel) direkt nach Süden zum pyramidenförmigen, freistehenden Monte Pic (2363 m).

Der Mechanismus: Der Pic wirkt wie ein thermischer Sammler. Er steht isoliert im Luftstrom und wird von allen Seiten (außer Norden) besonnt. Die Thermik löst sich hier zuverlässig und zentriert ab.

Das Ziel: Am Pic muss man Höhe tanken ("Basis machen"). Oft schraubt man sich hier auf 3000 m bis 4000 m. Erst mit dieser "Pic-Höhe" hat man die nötige Arbeitshöhe, um sicher zu den Geisler-Spitzen zurückzuqueren oder den Sprung über das Grödner Tal zum Langkofel oder zur Sella zu wagen. Der Pic ist das "Katapult" für jeden großen Flug in diesem Gebiet.

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Soaring an den Geisler-Spitzen

Sobald man Höhe hat, ist das Fliegen entlang der Geisler-Nordwände (die man von der Südseite überhöht) ein Traum.

Abstand halten: Die Thermik an den vertikalen Felswänden kann brachial sein. Halten Sie immer genügend Abstand zum Fels, besonders wenn Sie unterhalb der Gratlinie fliegen. Der "Düseneffekt" zwischen den einzelnen Felstürmen (Fermeda-Türme) kann zu extremen Turbulenzen führen.

Visuelle Referenz: Nutzen Sie die Fermeda-Türme als Höhenreferenz. Wenn Sie deutlich über den Spitzen sind, können Sie die Talsprünge wagen.

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Cross Country (XC) Masterclass: Routen und Wegpunkte

Die zentrale Lage der Seceda macht sie zu einem perfekten Ausgangspunkt für große FAI-Dreiecke oder klassische Ziel-Rückkehr-Flüge.

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Die "Sella Ronda Aerial" (Klassiker)

Diese Route folgt grob der berühmten Skirunde, aber aus der Vogelperspektive.

Start & Aufbau: Start Seceda West -> Querung zum Monte Pic -> Aufdrehen auf min. 2800 m.

Sektor Ost: Vom Pic sprung zur Stevia-Wand und weiter entlang der Puez-Gruppe bis zum Grödner Joch. Hier ist Vorsicht geboten: Das Joch ist eine Düse für Talwinde. Überfliegen Sie es mit maximaler Höhe.

Das Sella-Plateau: Am Sella-Stock finden Sie oft die stärkste Thermik (Hausbärte am Piz Boè). Hier können Sie Höhen von über 3500 m erreichen. Der Blick auf die Marmolada im Süden ist gigantisch.

Der Rückweg: Via Langkofel (Sassolungo) zurück nach St. Ulrich. Achten Sie am Langkofel auf die Lee-Seite bei Nordwind!.

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Das "Große Dreieck" (Expert Route)

Wie im Research angedeutet, ist die Seceda oft Wende- oder Eckpunkt für 200km+ Flüge, die bis ins Pustertal und zum Alpenhauptkamm reichen.  

Herausforderung: Der Sprung über das Eisacktal (Brenner-Autobahn) Richtung Westen oder Norden ist psychologisch und taktisch schwer, da hier der Talwind oft sehr stark ist und die Landemöglichkeiten begrenzt sind.

Timing: Für solche Flüge muss man früh starten (sobald die Thermik einsetzt, ca. 11:00 Uhr) und darf an den Schlüsselstellen (Pic, Sella) keine Zeit durch ineffizientes Zentrieren verlieren.

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Landung: Die letzte Hürde

Das Landen in St. Ulrich ist der Teil des Fluges, der am häufigsten unterschätzt wird. Das enge Tal und die thermische Aktivität sorgen für anspruchsvolle Bedingungen.

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Der Hauptlandeplatz "Minert"

Der einzig vernünftige Landeplatz für Gastpiloten liegt am Ortsausgang von St. Ulrich (Richtung St. Christina).

Identifikation: Große Wiese vor dem Sporthotel/Minigolfplatz. Achten Sie auf den Windsack.

Anflugregeln:

Windrichtung: Der Talwind bläst fast immer talaufwärts (von West nach Ost). Das bedeutet: Landeanflug Richtung Westen (Talauwärts). Ein Landen mit Rückenwind ist hier extrem gefährlich, da der Talwind 20-30 km/h erreichen kann.  

Positionseinteilung: Bauen Sie Höhe nicht direkt über dem Landepunkt ab (Gefahr durch andere Piloten), sondern seitlich versetzt über den Hängen.

Hindernisse: Achten Sie auf Weidezäune, Kühe und im Sommer auf Touristen, die die Wiese queren.

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Die "Talstation-Falle"

Direkt an der Talstation der Seceda-Bahn gibt es eine schmale Waldschneise, die verlockend nahe am Auto liegt.

Warnung: Dieser Platz ist eine Todesfalle bei thermischen Bedingungen oder Talwind. Er ist extrem eng, von hohen Bäumen umgeben und liegt oft in Lee-Rotoren der Gebäude oder Bäume. Nutzen Sie diesen Platz niemals, es sei denn, es ist ein ruhiger Abgleiter am frühen Morgen oder späten Abend und Sie kennen die Bedingungen genau.

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Toplandung?

Toplanden auf der Seceda ist theoretisch möglich, aber den lokalen Profis (Tandempiloten) vorbehalten. Die Wiesen sind uneben, felsdurchsetzt und voller Wanderer. Zudem ist die Aerologie an der Kante (Abrisskante) für eine Landung extrem tricky (Sinken im Lee kurz hinter der Kante). Wir raten dringend davon ab.

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Sicherheit und Regeln: Überleben im Schwarm

Die Dolomiten sind an guten Tagen extrem voll. "See and Avoid" ist hier Überlebensstrategie.

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Funk und Kommunikation

In den Dolomiten hat sich ein Sicherheitsstandard etabliert, den jeder Pilot kennen muss.

Safety Channel: PMR Kanal 8, Subton 16 (CTCSS 114.8 Hz).

Zweck: Dieser Kanal wird von der Bergrettung (Aiut Alpin) genutzt, um Hubschraubereinsätze anzukündigen. Wenn Sie auf diesem Kanal eine Warnung hören ("Rescue helicopter approaching Seceda..."), müssen Sie den Luftraum sofort räumen und/oder landen.

Disziplin: Nutzen Sie diesen Kanal nur zum Mithören (Silent Watch). Private Plaudereien blockieren lebenswichtige Infos.

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Der "Club Gherdeina" und Gastflugregeln

Das Fluggebiet wird vom Parapendio Club Gherdeina gepflegt.

Fly Card: Es ist gute Praxis und oft gefordert, eine "Fly Card" oder Tagesmitgliedschaft zu erwerben, um die Instandhaltung der Start- und Landeplätze zu unterstützen. Infos dazu gibt es oft an der Talstation oder bei den Tandemunternehmen.

Versicherung: Italien verlangt eine gültige Haftpflichtversicherung. Führen Sie den Nachweis (blaue Karte/Bestätigung) immer mit sich.

Tandem-Vorrang: Kommerzielle Tandems haben zwar juristisch keinen Vorrang, aber faktisch diktieren sie den Rhythmus am Startplatz. Seien Sie kooperativ – die Tandempiloten sind oft Locals, die Ihnen im Zweifel wertvolle Tipps geben können.

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Alternativgebiete: Wenn die Seceda nicht geht

Manchmal ist die Seceda die falsche Wahl (z.B. bei starkem Nordwind oder im Winter).

Col Rodella (Fassatal): Der "Große Bruder". Funktioniert auch bei leichtem Nordwind besser als die Seceda, ist aber extrem überlaufen ("Partystartplatz").

Mont Sëura / Monte Pana: Die Winter-Alternative. Wenn auf der Seceda Skibetrieb herrscht, weichen Locals oft hierher aus. Der Startplatz liegt geschützter und ist weniger frequentiert.  

Spitzbühl (Seiser Alm): Perfekt zum Soaren am Nachmittag, wenn die Thermik anderswo zu stark ist. Ein einfacherer Startplatz, ideal für Genussflieger.

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Unterkunft, Après-Fly & Community

Nach dem Flug trifft sich die Szene.

Der Treffpunkt: Die Bar an der Talstation der Seceda-Bahn oder die Fly2 Basis sind die Informationsbörsen. Hier erfahren Sie, was das Wetter morgen macht – oft genauer als jede App.

Unterkunft: Pilotenfreundliche Unterkünfte finden sich in St. Ulrich und St. Christina. Achten Sie auf "Garni" Hotels, die oft flexibler sind. Pension Planlim wird in alten Berichten oft genannt, prüfen Sie aber die aktuelle Verfügbarkeit.  

Fazit

Die Seceda ist kein Berg für den "schnellen Abgleiter zwischendurch". Sie ist eine hochalpine Arena, die Respekt, Wissen und Demut verlangt. Wer die Regeln des Talwinds achtet, den Monte Pic als Freund gewinnt und die Gefahren des Lees meidet, wird hier Flüge erleben, die das Herz höher schlagen lassen. Fliegen Sie defensiv, kommunizieren Sie auf der Sicherheitsfrequenz und genießen Sie eines der spektakulärsten Panoramen der Welt.

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