StartseiteFluggebieteÖsterreichTirolWildkogel

Wildkogel

Startplätze:4
Landungen:1
Koord.:47.2793°N, 12.2809°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoWebcamsAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

4 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Wildkogel Startplatz 1

Start
Höhe2049m ü. M.
Koord.47.2793, 12.2809
WindS-SW
Korrekt?

Wildkogel Startplatz 2

Start
Höhe2049m ü. M.
Koord.47.2802, 12.2798
WindW
Korrekt?

Wildkogel Landeplatz

Landung
Höhe835m ü. M.
Koord.47.2501, 12.2827
Korrekt?

Wildkogel Startplatz 3

Start
Höhe2117m ü. M.
Koord.47.2812, 12.2871
WindS
Korrekt?

Wildkogel Startplatz 4

Start
Höhe2091m ü. M.
Koord.47.2821, 12.2922
WindSO-S
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Aerologische und Logistische Monografie des Fluggebietes Wildkogel: Eine umfassende Analyse für Piloten, Meteorologen und Landschaftsplaner

Korrekt?

Einführung und geographische Einordnung

Das Fluggebiet Wildkogel, gelegen in der Wildkogel-Arena Neukirchen und Bramberg im Oberpinzgau des Salzburger Landes, stellt eine der markantesten und aerologisch komplexesten Flugzonen der österreichischen Alpen dar. Mit einer geographischen Lage, die den Übergang zwischen den sanften, schiefergesteinsbasierten Pinzgauer Grasbergen im Norden und dem massiven, vergletscherten Hauptkamm der Hohen Tauern im Süden markiert, bietet der Wildkogel (2.224 m ü. A.) eine einzigartige Topographie für den gleitschirmgebundenen Flugsport. Diese Analyse dient nicht nur als operativer Leitfaden für Piloten, sondern als tiefgreifende Untersuchung der meteorologischen Singularitäten, der infrastrukturellen Gegebenheiten sowie der regulatorischen Rahmenbedingungen, die durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Nationalpark Hohe Tauern definiert werden.

Die Relevanz dieses Berichtes ergibt sich aus der Dualität des Gebietes: Einerseits gilt der Wildkogel aufgrund seiner weitläufigen, hindernisfreien Wiesenstartplätze und der zuverlässigen Thermik als ideales Schulungs- und Genussfluggelände. Andererseits birgt die Exposition gegenüber überregionalen Windsystemen, insbesondere dem berüchtigten „Bayerischen Wind“, sowie die komplexe Talwindzirkulation des Salzachtals signifikante Gefahrenpotenziale, die eine detaillierte Auseinandersetzung erfordern. Der Bericht integriert Daten der Saison 2025/2026 und analysiert die strategische Bedeutung des Berges als Einstiegsportal in die „Pinzgauer Rennstrecke“, eine der renommiertesten Streckenflugrouten (Cross-Country/XC) der Ostalpen.

Korrekt?

Orographische Charakteristik und Exposition

Der Wildkogel ist Teil der Kitzbüheler Alpen, deren geologische Beschaffenheit aus Grauwacke und Schiefer weiche, rundliche Formen hervorgebracht hat. Im Gegensatz zu den schroffen Kalkalpen (wie etwa dem Kaisergebirge oder den Leoganger Steinbergen) bieten diese „Grasberge“ den Vorteil, dass sie thermisch sehr homogen arbeiten. Die dunklere Vegetation (Gras, Wald) und der Boden speichern Sonnenenergie effizienter als nackter Fels, was zu einer frühen und stetigen Thermikentwicklung führt. Die Hauptstartrichtungen sind Süd, Südost und Südwest, was einer klassischen Thermikexposition entspricht.  

Das Salzachtal selbst, welches den Wildkogel vom Nationalpark Hohe Tauern trennt, fungiert als mächtiger Windkanal. Die Ausrichtung des Tales (West-Ost) begünstigt ein ausgeprägtes Talwindsystem, das für die Landephase und die Streckenplanung von entscheidender Bedeutung ist. Die Höhendifferenz von knapp 1.300 Metern zwischen dem Gipfelbereich und dem Talboden (ca. 820 m ü. A. in Bramberg) ermöglicht auch bei rein dynamischen Bedingungen oder stabilen Luftschichtungen ausgedehnte Abgleiter, die für die Flugschulung essenziell sind.

Korrekt?

Meteorologische Tiefenanalyse: Dynamik und Gefahren

Die meteorologische Beurteilung des Wildkogels erfordert eine differenzierte Betrachtung der Interaktion zwischen großräumigen synoptischen Lagen und mikroklimatischen Effekten. Für den Piloten ist das Verständnis dieser Mechanismen überlebenswichtig, da die topographische Gutmütigkeit des Berges oft über die aerologische Bösartigkeit bestimmter Wetterlagen hinwegtäuscht.

Korrekt?

Das Phänomen des „Bayerischen Windes“

Eine der kritischsten meteorologischen Besonderheiten im Oberpinzgau ist der sogenannte „Bayerische Wind“. Hierbei handelt es sich um einen überregionalen Nordwind, der über die Kitzbüheler Alpen in das Salzachtal einfällt. Da der Wildkogel auf der Südseite dieses Gebirgszuges liegt, befindet sich das gesamte Fluggebiet bei einer Nordströmung im aerodynamischen Lee.

Der Mechanismus lässt sich wie folgt beschreiben: Baut sich nördlich der Alpen ein Hochdruckkeil auf oder zieht eine Kaltfront durch, entsteht eine Druckdifferenz zwischen dem bayerischen Voralpenland (höherer Druck) und der Alpensüdseite (tieferer Druck). Die Luftmassen werden gegen die Nordalpen gedrückt, stauen sich auf und fließen schließlich über die Pässe (wie den Pass Thurn) und die niedrigeren Joche der Kitzbüheler Alpen ins Pinzgau ab. Während am Startplatz – insbesondere an den tiefer gelegenen Startplätzen nahe der Bergstation – oft noch thermisches Aufwindsystem (Ansaugen aus dem Tal) vorzutäuschen vermag, herrschen in der Höhe oder wenige hundert Meter vor dem Hang bereits massive Leeturbulenzen und Rotoren.  

Die Gefahr wird dadurch verschärft, dass der „Bayerische Wind“ oft erst im Tagesverlauf, häufig ab den Mittagsstunden, bis zum Boden durchgreift. Ein Pilot, der am Vormittag bei scheinbar idealen Bedingungen startet, kann sich plötzlich in einer Situation wiederfinden, in der der Vorwärtsflug gegen den Wind unmöglich wird oder massive Kappenstörungen durch Turbulenz auftreten.

Korrekt?

Visuelle und sensorische Indikatoren

Erfahrene Piloten und Meteorologen achten auf subtile Vorzeichen, um das Einsetzen dieses Phänomens zu prognostizieren, bevor es zur Gefahr wird. Zu den primären Indikatoren zählen:

Wolkenbild: Das „Überlaufen“ der Wolken am Hauptkamm nördlich des Pinzgaus. Die Wolkenbasis sinkt nördlich ab und scheint wie ein Wasserfall über die Grate zu schwappen, löst sich jedoch beim Absinken im Lee (Föhneffekt) oft auf. Dies ist ein visuelles Warnsignal für starke Höhenwinde aus Nord.  

Staubteufel (Dust Devils): Das Auftreten von rotierenden Staubsäulen am Startplatz oder auf den Wiesen, obwohl der vorherrschende Wind schwach erscheint, deutet auf starke Scherwinde und thermische Zerrissenheit hin, die oft Vorboten des durchbrechenden Nordwindes sind.  

Windscherung: Eine signifikante Diskrepanz zwischen der Windrichtung im Tal (z.B. starker Ostwind) und am Berg (z.B. Nordwind) schafft gefährliche Scherschichten.

Korrekt?

Das Pinzgauer Talwindsystem

Das Salzachtal ist klassisch durch ein Talwindsystem geprägt, das bei thermischer Aktivität Luftmassen aus dem Alpenvorland in die inneralpinen Bereiche saugt. Im Oberpinzgau manifestiert sich dies meist als Ostwind („Pinzgauer Talwind“), der von Zell am See heraufzieht. Dieser Wind ist die Lebensader für die thermische Versorgung des Tales, kann jedoch am Nachmittag Windgeschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h erreichen, was die Landung anspruchsvoll macht.

Interessanterweise kann bei überregionalen Westwindlagen der Talwind auch aus Westen durchbrechen (vom Gerlospass kommend). Die Konvergenz dieser beiden Systeme (Westwind vom Gerlos vs. Ostwind von Zell am See) findet oft im Bereich zwischen Mittersill und dem Pass Thurn statt. Diese Konvergenzzone ist für Streckenflieger ein Hotspot für starke, aber oft turbulente Steigwerte.

Korrekt?

Infrastrukturelle Analyse: Zugang und Logistik

Die Erschließung des Wildkogels durch mechanische Aufstiegshilfen ist als exzellent zu bewerten, birgt jedoch logistische Nuancen, die für eine effiziente Flugplanung essenziell sind. Die Region hat sich stark auf den Flugsporttourismus eingestellt, was sich in speziellen Tarifstrukturen und Transportregelungen widerspiegelt.

Korrekt?

Bergbahnen und Beförderungskapazitäten

Zwei primäre Seilbahnsysteme erschließen das Fluggebiet, wobei die Wahl der Bahn oft den Landeort und die Flugstrategie diktiert:

Wildkogelbahn (Neukirchen): Diese 6er-Kabinenbahn startet am östlichen Ortsrand von Neukirchen am Großvenediger. Sie ist der Hauptzubringer für Piloten, die den klassischen Landeplatz in Neukirchen ansteuern. Die Talstation bietet umfangreiche Parkmöglichkeiten und ist der logistische Knotenpunkt für Tagesgäste.  

Smaragdbahn (Bramberg): Diese Bahn startet im Nachbarort Bramberg. Sie ist strategisch wichtig für Piloten, die die Infrastruktur der dort ansässigen Flugschulen (z.B. Flugschule Pinzgau) nutzen oder den Landeplatz beim Gasthof Fliegerbichl präferieren.  

Betriebszeiten und Saisonale Verfügbarkeit (Saison 2025/2026): Die Bahnen operieren sowohl im Sommer- als auch im Winterbetrieb. Der Betriebsbeginn ist täglich auf 08:30 Uhr terminiert, wobei ab Februar teilweise ein vorgezogener Start um 08:15 Uhr erfolgt. Ein kritischer Faktor für die Flugplanung ist die letzte Talfahrt um 16:30 Uhr. Piloten, die nach einer Außenlandung oder einem späten Abgleiter noch Equipment vom Berg bergen müssen, stehen hier vor einem harten Zeitlimit. In der Nebensaison ist zudem mit einer Mittagspause zwischen 12:00 und 13:00 Uhr zu rechnen , was taktisch ungünstig ist, da dieses Zeitfenster oft mit dem Beginn der nutzbaren Thermik zusammenfällt.

Korrekt?

Tarifstruktur und Drachenlogistik

Die Bergbahnen Wildkogel haben die wirtschaftliche Relevanz der Gleitschirmflieger erkannt und spezifische Produkte entwickelt. Eine Tageskarte für Paragleiter kostet in der Saison 2025 ca. € 44,00 bis € 45,00. Im Vergleich zu einer Einzelfahrt (ca. € 24,00 - € 32,50) amortisiert sich dieses Ticket bereits ab der zweiten Auffahrt, was für Piloten, die Toplandungen beherrschen oder mehrere Abgleiter planen, attraktiv ist.  

Für Drachenflieger existieren signifikante logistische Restriktionen. Während im Sommer Drachen bis zu einer Länge von 6 Metern transportiert werden können, ist der Transport im Winter aufgrund der Skiköcher an den Gondeln strikt auf 4 Meter Packmaß begrenzt. Drachenpiloten müssen daher im Winter zwingend auf kurzpackbare Geräte („Kurzpack“) zurückgreifen, um den Transport zu gewährleisten. Der Tarif für die Drachen-Bergfahrt liegt bei € 32,50.

Korrekt?

Die Startplätze: Technische Spezifikationen und Risikomanagement

Der Wildkogel verfügt über eine diverse Topologie an Startplätzen, deren Nutzung jedoch strengen Reglementierungen unterliegt. Diese Regeln resultieren oft aus historischen Unfällen und der Notwendigkeit, den Luftverkehr vom Seilbahnbetrieb zu separieren.

Korrekt?

Startplatz 1 & 2 (West/Nordwest - Bergstation)

Dieser Startplatz, oft als „Wildkogel 1“ referenziert, befindet sich in unmittelbarer Nähe der Bergstation auf ca. 2.050 bis 2.100 m ü. A..  

Ausrichtung: West bis Nord-West (W-NW).

Charakteristik: Es handelt sich um einen weitläufigen Wiesenstartplatz.  

Einsatzbereich: Dieser Startplatz wird primär genutzt, wenn ein leichter Westwind vorherrscht oder am späten Vormittag, bevor die Thermik voll einsetzt. Aufgrund seiner Nähe zur Bahn ist er logistisch bequem, aber meteorologisch anfällig.

Gefahren: Bei starkem Nordwind liegt dieser Startbereich im Lee des Gipfelgrates. Rotoren können hier unberechenbar auftreten, selbst wenn der Wind am Gipfel laminar erscheint.

Korrekt?

Startplatz Gipfel / Süd (Der Königsstartplatz)

Um diesen Startplatz zu erreichen, ist ein Fußmarsch von ca. 15 bis 30 Minuten von der Bergstation in Richtung Gipfel erforderlich.  

Lage: Vor dem Gipfelrestaurant auf ca. 2.225 m.  

Ausrichtung: Süd (S), Süd-West (SW), Süd-Ost (SO).  

Charakteristik: Dies ist der strategisch wertvollste Startplatz. Er ermöglicht den direkten Einstieg in die Hausbärte und liegt oberhalb der Inversionsschicht, die sich oft im Tal hält.

Taktischer Vorteil: Wenn an der Bergstation (Startplatz 1) Rückenwind durch thermisches Ansaugen aus Osten herrscht („Der Wind kommt von hinten den Berg hoch“), ist der Marsch zum Gipfel oft die einzige Möglichkeit, sicher zu starten, da dort der überregionale Wind oder die Thermik besser greifen.

Korrekt?

Das Hochrisiko-Gebiet: Der gesperrte Ost-Startplatz

Historisch existierte ein Startplatz mit Ausrichtung Ost. Dieser Sektor ist jedoch seit dem Sommer 2018 permanent und strikt gesperrt.  

Ursache der Sperrung: Es ereigneten sich in der Vergangenheit mehrere schwere Unfälle, bei denen Piloten kurz nach dem Start durch Turbulenzen oder Steuerfehler in die Tragseile der benachbarten Seilbahn gedrückt wurden. Die Geometrie des Geländes führt bei Ostwind dazu, dass Piloten in Richtung der Seilbahntrasse versetzt werden.

Konsequenz: Bei reinen Ostwindlagen ist der Start am Wildkogel problematisch. Piloten müssen auf die Süd-Startplätze ausweichen und sicherstellen, dass die Ostkomponente nicht so stark ist, dass sie nach dem Start in den Lee-Bereich westlich des Gipfels gedrückt werden.

Korrekt?

Landeplätze: Aerologische Besonderheiten und Anflugverfahren

Die Landung im Pinzgau erscheint auf den ersten Blick trivial, da das Tal breit und wiesenreich ist. Dennoch erfordern die spezifischen Talwindsysteme und anthropogenen Hindernisse (Stromleitungen, Bahntrassen) präzise Anflugverfahren.

Korrekt?

Landeplatz Neukirchen (Tennisplätze)

Dieser Landeplatz dient primär den Nutzern der Wildkogelbahn.

Geodaten: 47° 15' 1.7'' N, 12° 17' 1.3'' O, Höhe 837 m üNN.  

Lage: Der Landeplatz befindet sich am östlichen Ortsrand von Neukirchen, unmittelbar südlich der Bahngleise der Pinzgauer Lokalbahn und neben den Sport- bzw. Tennisplätzen.  

Anflugtaktik: Es wird eine Standard-Linksvolte geflogen. Besondere Vorsicht ist bei starkem Talwind (Ostwind) geboten, da die Gebäude und Baumreihen am Sportplatz mechanische Turbulenzen (Leewirbel) im Endanflug erzeugen können.

Sicherheitskritischer Hinweis: Die Nähe zur Bahnlinie erfordert absolute Disziplin. Ein Unterschreiten der Sicherheitsmindesthöhe über den Gleisen ist streng verboten und aufgrund der Oberleitung lebensgefährlich. Piloten sollten den Endanflug so planen, dass die Gleisanlagen mit deutlicher Überhöhung gequert werden.

Korrekt?

Landeplatz Bramberg (Flugschule Pinzgau)

Dieser Landeplatz ist das Zentrum der lokalen Flugschulaktivitäten und durch seine direkte Anbindung an die Gastronomie („Fliegerbichl“) auch sozialer Treffpunkt.

Geodaten: 47° 16' 11.2″ N, 12° 20' 43.8″ E, Höhe 820 m üNN.  

Voltenregelung: Um Kollisionen bei hohem Verkehrsaufkommen zu vermeiden, gilt eine strikte, windabhängige Voltenregelung :  

Bei Westwind: Linkslandevolte (Position südlich des Landeplatzes).

Bei Ostwind: Rechtslandevolte (Position südlich des Landeplatzes).

Infrastruktur: Der Landeplatz liegt nur eine Gehminute von der Flugschule Pinzgau und der Talstation der Smaragdbahn entfernt, was eine hohe Frequenz an Übungsflügen ermöglicht.

Korrekt?

Finanzierung und Erhaltung (Landegebühr)

Die Instandhaltung der Infrastruktur (Windsäcke, Pachtverträge für Wiesen, Mäharbeiten) wird durch den lokalen Verein, den DFC Wildkogelfalken, organisiert. Gastpiloten werden gebeten, einen Unkostenbeitrag von € 5,00 pro Tag zu entrichten. Diese Tagesmitgliedschaft ist eine essenzielle finanzielle Säule, um die Akzeptanz bei den Landwirten zu sichern und das Fluggebiet langfristig zu erhalten.

Korrekt?

Flugtaktik und Streckenflug (XC): Der Pinzgauer Spaziergang

Der Wildkogel ist der klassische Einstiegspunkt für den „Pinzgauer Spaziergang“, eine der berühmtesten Streckenflugrouten der Alpen. Die Route verläuft entlang der Pinzgauer Grasberge und bietet aufgrund ihrer durchgehenden Südexposition und der moderaten Geländestruktur ideale Bedingungen für erste große Streckenflüge (50km+).

Korrekt?

Die Route und ihre Wegpunkte

Die Standardroute führt vom Wildkogel nach Osten bis zur Schmittenhöhe (Zell am See) und zurück.

Der Einstieg: Nach dem Start am Wildkogel gilt es, den ersten „Hausbart“ zu finden. Dieser steht meist zuverlässig westlich der Bergstation oder direkt über dem Gipfelrestaurant. Eine Basishöhe von 2.500 m ist oft ausreichend für den Abflug.  

Der Weg nach Osten: Der Pilot fliegt hangnah entlang der Grate Richtung Osten. Die Wegpunkte sind Bramberg, Hollersbach, Mittersill, Uttendorf und Piesendorf. Die thermisch aktiven Hänge erlauben ein schnelles Vorankommen, oft unterstützt durch den Westwind in der Höhe oder den anströmenden Talwind.  

Das Ziel: Der Wendepunkt ist oft die Schmittenhöhe bei Zell am See (ca. 50 km Luftlinie).

Der Rückflug: Der Rückweg zum Wildkogel ist oft die größere Herausforderung. Am Nachmittag verstärkt sich der Ostwind im Tal, was den Rückflug gegen den Wind (Headwind) mühsam macht. Piloten müssen oft höher fliegen oder taktisch klug die Rippen nutzen, um nicht im Talwind „geparkt“ zu werden.

Korrekt?

Die Schlüsselstelle Pass Thurn und die Resterhöhe

Möchte ein Pilot vom Wildkogel nach Westen fliegen (Richtung Zillertal/Gerlos), muss er den Pass Thurn queren. Dies gilt als die aerologische Schlüsselstelle des Oberpinzgau.  

Das Problem: Der Pass Thurn wirkt wie eine Düse. Die Luftmassen werden hier beschleunigt. Ist die thermische Basis nicht hoch genug, wird der Pilot vom Passwind „ausgespült“ oder schafft es nicht, gegen den Wind ins Luv zu queren.

Die Lösung (Resterhöhe): Der Berg „Resterhöhe“ westlich des Wildkogels fungiert als Sprungbrett. Piloten müssen hier maximale Höhe aufbauen (Ideal: > 3.000 m, besser 3.500 m), um den Pass sicher mit genügend Reserve zu überfliegen und den Anschluss an die Kitzbüheler Alpen oder den Gerlosstein zu finden. Ein zu tiefer Anflug am Pass Thurn endet fast zwangsläufig mit einer Außenlandung in Mittersill oder Jochberg.

Korrekt?

Regulatorik, Naturschutz und Luftraum

Das Fluggebiet grenzt unmittelbar an den Nationalpark Hohe Tauern, eines der bedeutendsten Schutzgebiete Europas. Dies bringt eine spezielle Verantwortung für Piloten mit sich.

Korrekt?

Flugverbotszonen (Schutzzonen)

Um die sensitive Hochgebirgsfauna – insbesondere den Bartgeier und den Steinadler – zu schützen, wurden präzise Flugverbotszonen definiert. Diese sind nicht nur Empfehlungen, sondern oft Teil vertraglicher Vereinbarungen zwischen dem Nationalpark, den Grundbesitzern und den Flugsportvereinen.  

Horstschutzzonen: Um bekannte Horste gilt ein absoluter Tabu-Radius von 1.000 Metern (1 km). Ein Einflug in diese Zonen stört die Brut und kann zur Aufgabe des Horstes durch die Elterntiere führen.  

Zeitliche Beschränkungen: Im Kernbereich des Nationalparks (südlich des Salzachtals, also im Bereich der Venedigergruppe) ist das Überfliegen oft saisonal eingeschränkt (z.B. erlaubt erst ab Juli oder nur zu bestimmten Tageszeiten, meist ab 9:00 Uhr bis Sonnenuntergang).  

Kartenmaterial: Es ist für jeden Piloten obligatorisch, sich vor dem Flug über die aktuellen „Flugtabuzonen“ zu informieren. Entsprechende KML/GPX-Dateien werden von der Nationalparkverwaltung und den Vereinen bereitgestellt.

Korrekt?

Winterflug und Speedflying

Im Winter ändert sich die regulatorische Landschaft. Da der Wildkogel ein aktives Skigebiet ist, greifen die Pistenregeln.

Speedflying: Rechtlich wird Speedflying in Österreich dem Paragleiten gleichgestellt. Dies bedeutet, dass für Speedflyer dieselben Lizenz- und Versicherungsplichten gelten.  

Pistenverbot: Starts und Landungen auf geöffneten Skipisten sind generell untersagt, um Kollisionen mit Skifahrern zu vermeiden. Speedrider (mit Skiern) müssen sich abseits der markierten Pisten bewegen (Freeride-Gelände), wobei hier wiederum auf Wildschutzzonen im Waldgürtel zu achten ist.

Korrekt?

Fazit

Der Wildkogel repräsentiert eine faszinierende Synthese aus touristischer Erschließung und alpiner Urgewalt. Er bietet eine der besten Infrastrukturen für Gleitschirmflieger in den Ostalpen, fordert aber im Gegenzug ein hohes Maß an meteorologischem Verständnis und Disziplin. Wer den „Bayerischen Wind“ respektiert, die Ostwind-Falle meidet und die Grenzen des Nationalparks achtet, findet hier ein Fluggebiet von Weltklasse-Format, das vom ersten Höhenflug bis zum 100-km-FAI-Dreieck alle Facetten des Sports abdeckt.

Korrekt?

Webcam-Links

Live-Kameras in der Nähe

wildkogelbahnen.at
Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Entscharn
Tirol
Choralpe
Tirol
Hollersbach
Tirol
Hahnenkamm Kitzbühel
Tirol
Hohe Salve
Tirol
Mehr in Tirol
Bergrettung
112