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Choralpe

Startplätze:4
Landungen:1
Koord.:47.4188°N, 12.2440°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

4 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Choralpe Startplatz 1

Start
Höhe1797m ü. M.
Koord.47.4188, 12.2440
WindSW-W
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Choralpe Startplatz 2

Start
Höhe1742m ü. M.
Koord.47.4209, 12.2454
WindNO-SO
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Choralpe Startplatz 3

Start
Höhe1734m ü. M.
Koord.47.4214, 12.2453
WindN-NO
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Choralpe Landeplatz

Landung
Höhe782m ü. M.
Koord.47.4285, 12.2125
Korrekt?

Choralpe Startplatz Westendorf 300er

Start
Höhe1036m ü. M.
Koord.47.4219, 12.2204
WindNW
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Ultimative Pilotenguide: Choralpe Westendorf – Eine umfassende Analyse für Gleitschirmflieger

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Executive Summary: Strategische Bewertung des Fluggebiets

Die Choralpe in Westendorf, strategisch positioniert im Herzen der Kitzbüheler Alpen, repräsentiert eines der vielseitigsten, aber auch meteorologisch komplexesten Fluggebiete im Tiroler Unterland. Für den unbedarften Betrachter mag sich der Berg als sanfter Grasriese präsentieren, der primär dem Skitourismus dient. Eine tiefgehende flugtechnische Analyse offenbart jedoch ein differenziertes Bild: Die Choralpe fungiert als aerodynamische "Schanze" für Streckenflüge in den hochalpinen Pinzgau und das Zillertal, unterliegt jedoch gleichzeitig den reglementierenden Einflüssen der Kontrollzone Innsbruck und den komplexen Talwindsystemen des Brixentals.

Für Piloten, die eine fundierte Entscheidung über einen Besuch treffen wollen, lässt sich das Gebiet wie folgt charakterisieren: Es ist ein exzellentes Terrain für Thermikeinsteiger und Genussflieger, bietet aber ambitionierten Cross-Country-Piloten (XC) eine technisch anspruchsvolle Startbasis. Der "Sweet Spot" für dieses Fluggebiet liegt in thermisch aktiven Perioden des Frühjahrs und Frühsommers, idealerweise bei einer leichten überregionalen Westwindkomponente, die das lokale Windsystem unterstützt.  

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber benachbarten Bergen wie der Hohen Salve liegt in der Topografie der Startplätze. Die weitläufigen Almwiesen erlauben stressfreie Starts auch bei hohem Pilotenaufkommen, eine Seltenheit in den oft engen Startplätzen Tirols. Dem steht als primärer Risikofaktor die Luftraumstruktur der TMA Innsbruck gegenüber, die vertikale Beschränkungen auferlegt, sowie die Gefahr von Leesituationen bei Südwindlagen, die durch die Querstellung des Brixentals begünstigt werden. Die logistische Anbindung durch die Alpenrosenbahn ist hocheffizient, wenngleich der Fußmarsch zur Startfläche im Sommer eine gewisse körperliche Grundfitness voraussetzt.  

Zusammenfassend ist die Choralpe kein "No-Brainer"-Berg, sondern ein Gebiet, das meteorologisches Verständnis belohnt und taktische Disziplin bei der Luftraumbeobachtung erfordert. Dieser Bericht dient dazu, das notwendige Expertenwissen bereitzustellen, um das Potenzial dieses Berges sicher und effizient auszuschöpfen.

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Verortung und Orografie

Die Choralpe (oft auch als Guggenkögele bezeichnet in älteren Karten, wobei der Startplatz meist am Nachtsöllberg verortet wird) erhebt sich südlich der Ortschaft Westendorf im Brixental. Geologisch betrachtet gehört sie zur Grauwackenzone, was ihr die charakteristische, sanfte Form mit gerundeten Kuppen und weiten Grasflächen verleiht – im Gegensatz zu den schroffen Kalkalpen des Wilden Kaisers im Norden. Diese Beschaffenheit ist für den Gleitschirmsport von fundamentaler Bedeutung: Die dunklen Wiesenböden und Nadelwälder heizen sich effizient auf und produzieren eine zuverlässige, oft großflächige Thermik.  

Der Berg trennt das Brixental im Norden vom Windautal im Westen und Süden. Diese Trennlinie ist strategisch wichtig, da das Windautal als "Zubringer" für Streckenflüge Richtung Hauptalpenkamm dient. Die Startplätze befinden sich auf einem Plateau-artigen Grat, der sich vom Talkaser (Bergstation) hinüber zum Choralpe-Gipfelrestaurant zieht. Die Höhendifferenz zum Landeplatz in Westendorf beträgt beachtliche 1.015 Meter, was selbst bei reinem Abgleiten eine Flugzeit von 15 bis 20 Minuten garantiert.

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Die Startplätze: Eine detaillierte Sektorenanalyse

Die Choralpe verfügt über drei primäre Startsektoren, die je nach Windrichtung und Tageszeit unterschiedliche taktische Vor- und Nachteile bieten. Die genaue Kenntnis dieser Sektoren ist entscheidend für einen sicheren Startablauf.

Sektor A: Der Hauptstartplatz West / Süd-West

Dies ist das Herzstück des Flugbetriebs auf der Choralpe. Gelegen direkt vor und unterhalb des Panoramarestaurants Choralpe auf ca. 1.797 m MSL, bietet dieser Platz eine enorme Fläche. Die Topografie ist hier ideal: Der obere Bereich ist flach genug für ein entspanntes Einhängen und Sortieren der Leinen. Nach wenigen Schritten geht das Gelände in eine progressive Neigung über, die ein zügiges Abheben ermöglicht, ohne abrupt in eine Steilwand abzufallen. Die Grasnarbe ist robust, aber durch Weidevieh im Sommer oft uneben ("wellig"), was beim Anlauf Konzentration erfordert. Aerologisch gesehen wird dieser Startplatz oft von einer leichten Westkomponente angeströmt, die durch thermische Ablösungen verstärkt wird. Bei stärkerem Westwind bietet der Grat links und rechts des Startplatzes Möglichkeiten zum dynamischen Soaring. Es ist jedoch Vorsicht geboten: Bei einer südlichen Windkomponente liegt dieser Startplatz schnell im Lee des Restaurants und des vorgelagerten Grates. Piloten sollten hier penibel auf die Windfahnen am Gebäude achten.  

Sektor B: Der Nord-Startplatz

Nördlich der Bergstation Alpenrosenbahn, am Ende des Grates, befindet sich der Startplatz für Nord- bis Nordost-Lagen (1.734 m MSL). Im Gegensatz zum weitläufigen Weststart ist dieser Sektor deutlich technischer. Die Startfläche ist schmaler, steiler und kürzer. Dieser Platz ist eine taktische Option, wenn der überregionale Wind auf Nord gedreht hat ("Bayerischer Wind") und ein Start am Westplatz aufgrund von Rotoren oder Rückenwind unmöglich wäre. Aufgrund der begrenzten Fläche können hier maximal zwei Schirme gleichzeitig ausgelegt werden. Dies erfordert Disziplin und eine zügige Startvorbereitung. Piloten, die den Rückwärtsstart bei steilem Gelände nicht sicher beherrschen, sollten diesen Startplatz meiden.  

Sektor C: Der Ost / Süd-Ost Startplatz

Der dritte Sektor liegt hinter dem Bergrestaurant auf ca. 1.742 m MSL, orientiert in Richtung Brixental/Kirchberg. Dieser Startplatz wird primär am Vormittag genutzt, wenn die Sonne die Ostflanken aufheizt. Er birgt jedoch eine signifikante taktische Falle für ortsunkundige Piloten: Wer hier startet, fliegt geografisch in das Brixental Richtung Osten ab. Der offizielle Landeplatz und die Infrastruktur befinden sich jedoch in Westendorf, westlich des Bergrückens. Um zurückzukommen, muss der Pilot entweder genügend Höhe gewinnen, um den Grat wieder zu überfliegen, oder den langen Weg um die nördliche Nase des Berges nehmen. Bei starkem Talwind aus West kann dieser Rückweg versperrt sein, was eine Außenlandung im Bereich Brixen oder Kirchberg erzwingt. Anfänger sollten diesen Startplatz nur nach gründlicher Einweisung und mit einer klaren Flugstrategie nutzen.

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Logistik und Infrastruktur: Der Weg zum Start

Die Zugänglichkeit eines Fluggebiets ist oft genauso entscheidend wie die Flugbedingungen selbst. Westendorf punktet hier mit einer hochmodernen Infrastruktur, die jedoch ihre Eigenheiten hat.

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Anreise und Parkraummanagement

Westendorf ist über die Inntalautobahn A12 (Ausfahrt Wörgl Ost) und anschließend über die B170 durch das Brixental gut erreichbar. Das Ziel für das Navigationsgerät ist die "Bergliftstraße 18, 6363 Westendorf". An der Talstation der Alpenrosenbahn stehen umfangreiche Parkflächen zur Verfügung. Für Nutzer der Bergbahn ist das Parken in der Regel inkludiert, jedoch sollte man an Spitzentagen im Winter oder bei Events wie dem Alpenrosen-Cup frühzeitig anreisen, da sich Piloten den Parkraum mit Wanderern, Mountainbikern und Skifahrern teilen. Es existiert keine exklusive Zone für Flieger, was an Wochenenden zu längeren Wegen vom Auto zur Kasse führen kann.

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Auffahrt mit der Alpenrosenbahn

Der Transport zum Gipfel erfolgt mittels der Alpenrosenbahn, einer Einseilumlaufbahn, in zwei Sektionen.

Sektion I: Führt vom Dorf zur Mittelstation. Hier muss in der Regel sitzengeblieben werden (Durchfahrbetrieb), außer man plant, die Thermik im unteren Bereich zu testen, was jedoch unüblich ist.

Sektion II: Führt von der Mittelstation zur Bergstation "Talkaser". Die Gesamtfahrzeit beträgt etwa 20 Minuten. Dies bietet ausreichend Zeit für ein letztes Wetterbriefing via Smartphone. Die Bahn transportiert Gleitschirme problemlos; in der Regel werden sie als normales Gepäckstück mit in die Kabine genommen. Preislich bewegen sich die Tickets im Rahmen der üblichen Tarife der SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental. Eine Einzelfahrt ("Single Ride") für Paragleiter kostet ca. 28,80 € (Stand Saison 2025/26), wobei Landegebühren oft implizit durch den Ticketkauf oder durch lokale Clubvereinbarungen abgedeckt sind. Saisonkarteninhaber der "Kitzbüheler Alpen Sommer Card" oder der "SkiWelt"-Winterkarten können die Bahn ohne Aufpreis nutzen.

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Die letzte Meile: Der Fußmarsch ("The Walk")

Ein oft unterschätzter Faktor ist der Weg von der Bergstation zum eigentlichen Startplatz.

Im Winter: Die Situation ist komfortabel. Piloten können mit Skiern von der Bergstation Talkaser direkt zum Startplatz Choralpe abfahren. Der Start erfolgt oft auf präpariertem Schnee.  

Im Sommer: Hier ist körperliche Arbeit gefragt. Von der Bergstation Talkaser führt ein geschotterter Wanderweg hinüber zur Choralpe. Der Weg verläuft zunächst leicht bergab in eine Senke und dann wieder ansteigend zum Restaurant. Die Gehzeit beträgt je nach Fitness und Gepäcklast zwischen 10 und 15 Minuten. An heißen Sommertagen kann dieser Marsch in voller Montur schweißtreibend sein. Es empfiehlt sich, den Packsack ergonomisch gut einzustellen. Es gibt keine Shuttle-Möglichkeit für diesen letzten Abschnitt.

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Meteorologie und Aerologie: Das unsichtbare System verstehen

Das Verständnis der meteorologischen Besonderheiten des Brixentals ist der Schlüssel für sichere und leistungsstarke Flüge an der Choralpe. Das Talwindsystem ist hier komplexer als in klassischen Nord-Süd-Tälern wie dem Zillertal.

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Das Brixentaler Windregime

Das Brixental verläuft in Ost-West-Richtung und verbindet das Inntal bei Wörgl mit dem Raum Kitzbühel. Diese Orientierung sorgt für spezifische Strömungsmuster.

Der Westwind (Talwind): Bei thermischer Aktivität saugt das Tal Luft aus dem Inntal an. Dieser Talwind strömt von West nach Ost. Er trifft auf den Landeplatz in Westendorf oft als laminarer Wind, kann aber am Nachmittag Stärken erreichen, die das Landen anspruchsvoll machen (20-25 km/h).  

Der "Bayerische Wind": Dies ist das kritischste Phänomen. Bei überregionalen Nordlagen drückt Luftmasse bei Kufstein in das Inntal, prallt auf die Nordkette und wird teilweise in das Brixental abgeleitet. Dieser Wind erreicht Westendorf aus Nord-Ost. Er kann mit dem thermischen Talwind aus West kollidieren. Diese Konvergenzzone (Zusammentreffen zweier Luftmassen) liegt oft genau im Bereich Westendorf/Brixen.  

Indikator: Piloten sollten den Windsack am Landeplatz und die Fahnen an der Mittelstation genau vergleichen. Zeigen diese in entgegengesetzte Richtungen (z.B. Landeplatz Ostwind, Mittelstation Westwind), herrscht eine gefährliche Scherungsschicht im Tal. Ein Abstieg durch diese Zone kann extrem turbulent sein.

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Thermikcharakteristik

Die Choralpe ist bekannt für ihre zuverlässige, aber oft erst spät einsetzende Thermik auf der Westseite.

Timing: Da der Hauptstartplatz nach West/Süd-West ausgerichtet ist, benötigt die Sonne Zeit, um den Hang zu erwärmen. Relevante thermische Ablösungen sind meist erst ab dem späten Vormittag (11:30 Uhr bis 12:00 Uhr) zu erwarten. Frühstarter finden oft nur ruhige Abgleitbedingungen vor.  

Qualität: Einmal aktiv, produziert die Choralpe großflächige, eher weiche Bärte, die auch für weniger geübte Piloten gut zentrierbar sind. Dies steht im Kontrast zur oft ruppigen und engen Thermik an der gegenüberliegenden Hohen Salve.

Jahreszeiten:

Frühjahr (März-Mai): Die thermisch potenteste Zeit. Die Schneefelder in den Flanken und die bereits starke Sonne sorgen für hohe Temperaturkontraste. Basishöhen von über 3.000 m sind möglich, aber die Luft ist oft kabbelig.

Sommer (Juni-August): Die Basis liegt oft tiefer, und die Gewitterneigung steigt. Dafür sind Flüge bis spät in den Abend (Sunset-Soaring) möglich, da die Westflanken die Abendsonne optimal speichern.

Herbst (September-Oktober): Die Zeit der ruhigen Genussflüge. Thermik ist schwächer, aber die Luft ist oft kristallklar und laminar.

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Föhn-Gefahr

Bei Südüberdruck (Föhn) ist die Choralpe mit äußerster Vorsicht zu genießen. Das Brixental liegt quer zur Föhnströmung. Der Föhn kann über die Kämme des Windautals (Gampenkogel, Brechhorn) schwappen und als Fallwind in das Becken von Westendorf stürzen. Oft ist es am Startplatz im Windschatten der Hütte trügerisch ruhig, während wenige hundert Meter weiter draußen oder tiefer im Tal der Sturm tobt. Bei Föhnprognose (Patscherkofel > 40 km/h) sollte auf Flüge verzichtet werden.

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Luftraumstruktur: Die unsichtbare Decke über Westendorf

Ein Aspekt, der in vielen Kurzbeschreibungen vernachlässigt wird, aber rechtlich und sicherheitstechnisch von höchster Relevanz ist, ist die Luftraumsituation. Westendorf liegt im Einzugsbereich des Flughafens Innsbruck (LOWI).

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TMA Innsbruck Sektoren

Der Anflugsektor für Instrumentenflüge (IFR) nach Innsbruck erstreckt sich weit nach Osten. Das Fluggebiet Choralpe liegt unterhalb der TMA LOWI.

Vertikale Grenzen: Die Untergrenze der TMA variiert je nach Sektor. Im Bereich Westendorf/Brixental liegt die Untergrenze oft bei 7.500 ft (ca. 2.286 m MSL) oder 9.000 ft (ca. 2.743 m MSL), abhängig von der genauen Position im Sektorenplan (TMA LOWI 2 vs. TMA LOWI 3).  

Konsequenz: Da der Startplatz bereits auf ca. 1.800 m liegt, bleibt an thermisch starken Tagen oft nur ein Arbeitsfenster von ca. 500 bis 900 Höhenmetern, bevor der kontrollierte Luftraum (Klasse D oder E mit Transponderpflicht) beginnt. Ein Einflug in die TMA ohne Freigabe ist eine schwere Luftraumverletzung.

Trax-Analyse: Moderne Fluginstrumente (Vario/GPS mit Luftraumdaten) sind hier Pflicht. Piloten müssen die aktuellen Luftraumdateien geladen haben. Die visuelle Orientierung an Gipfeln ist unzureichend, da die TMA-Grenzen als imaginäre Linien durch den Raum verlaufen.

TRA (Temporary Reserved Areas): Es gibt Segelflugsektoren (TRA), die bei Aktivierung zusätzliche Höhenfreigaben ermöglichen können. Der Status dieser Gebiete muss vor dem Flug über den Innsbrucker Gleitschirmfliegerverein oder Austro Control (Flugwetter/Status) abgefragt werden. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass diese "offen" sind.

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Flugpraxis und Geheimtipps: Wie die Locals fliegen

Dieser Abschnitt widmet sich den taktischen Feinheiten, die den Unterschied zwischen einem kurzen Abgleiter und einem Stundenflug ausmachen.

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Der "Hausbart" – Einstieg in die Thermik

Fast jeder Berg besitzt einen zuverlässigen thermischen Auslöser, den sogenannten "Hausbart". Auf der Choralpe ist dieser besonders markant, aber für Fremde nicht immer intuitiv.

Lokalisierung: Nach dem Start am Westplatz fliegen Sie nicht geradeaus in das Tal hinaus. Stattdessen halten Sie sich rechts (nördlich) und fliegen entlang der Hangkante, die sich Richtung Talkaser zieht.  

Der Trigger: Dort, wo der Waldsaum an die Almwiesen grenzt oder leichte Felsformationen sichtbar werden, reißt die warme Luft ab.

Taktik: Fliegen Sie nah am Relief (unter Wahrung der Sicherheitsabstände). Sobald das Vario konstantes Steigen signalisiert, beginnen Sie mit flachen Achtern oder Kreisen. Lassen Sie sich nicht zu weit vom Hang wegtreiben, bevor Sie nicht über Gratneveau sind. Ein häufiger Anfängerfehler ist das zu frühe Verlassen dieser "Thermikbank" Richtung Talmitte, wo oft starkes Sinken wartet.

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Landeanflug und die Bewässerungs-Falle

Der offizielle Landeplatz in Westendorf (Koordinaten: N 47°25'42.71", E 12°12'44.85") liegt auf ca. 782 m MSL direkt gegenüber der Talstation der Alpenrosenbahn, getrennt durch die Straße und den Parkplatz.  

Charakteristik: Es handelt sich um eine große Wiese, die leicht nach Nordwesten abfällt.

Volte: In der Regel wird eine Linksvolte geflogen, sofern der Wind oder der Flugbetrieb nichts anderes diktieren. Ein großer Windsack ist gut sichtbar aufgestellt.

GEFAHRENWARNUNG BEWÄSSERUNG: Dies ist ein kritischer Sicherheitshinweis, der in kaum einem offiziellen Führer steht. Die landwirtschaftlichen Flächen rund um Westendorf werden oft intensiv bewirtschaftet. Dazu nutzen die Bauern teilweise fest installierte Bewässerungsrohre oder mobile Sprinkleranlagen ("Kanonen").

Diese Metallrohre ragen oft 50-100 cm aus dem Boden oder liegen versteckt im hohen Gras. Aus 100 Metern Höhe sind sie kaum als Hindernis zu erkennen (grau auf grün).

Eine Landung auf einem solchen Rohr kann schwerwiegende Verletzungen und Materialschäden verursachen.

Prävention: Landen Sie strikt in den Bereichen, die offensichtlich als Landewiese gemäht und markiert sind (nahe dem Windsack). Meiden Sie Randbereiche mit hohem Gras, auch wenn diese "verlockend frei" aussehen.  

Stromleitungen: Beachten Sie die Stromleitungen und die Seilbahnkabel in der Peripherie des Landeplatzes. Halten Sie stets ausreichenden Abstand.

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Webcams für die Flugplanung

Verlassen Sie sich nicht blind auf Wettermodelle. Nutzen Sie lokale Webcams für den Realitätscheck ("Nowcasting"):

Choralpe Bergstation: Diese Kamera zeigt direkt den Startplatz und die Bewölkungssituation am Gipfel. Ist der Startplatz in Nebel gehüllt? Liegt Schnee?

Hohe Salve (Panoramakamera): Der Blick von der gegenüberliegenden Talseite (Norden) nach Süden auf die Choralpe ist Gold wert. Er zeigt, ob sich Gewitterzellen hinter dem Alpenhauptkamm aufbauen (Sichtbarkeitscheck der Tauern) oder ob Föhnlinsen am Himmel stehen.  

Hahnenkamm: Bietet einen weiteren Blickwinkel aus Richtung Kitzbühel auf das Brixental.

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Streckenflug (XC) im Detail: Routen und Taktik

Für XC-Piloten ist die Choralpe oft der "Startblock" für Flüge in den Pinzgau. Diese Transition ist der klassische "Move" in diesem Gebiet, aber sie ist nicht trivial.

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Die Route in den Pinzgau ("Pinzgau-Transition")

Das Ziel vieler Piloten ist der Pinzgau (Salzachtal), da dort die "Rennstrecke" der Alpen verläuft (langes, gerades Tal, Südausrichtung).

Schritt 1: Basishöhe machen. Starten Sie nicht zu früh los. Sie benötigen eine komfortable Ausgangshöhe von mindestens 2.200 m bis 2.400 m, um sicher über das Hinterland zu gleiten. Nutzen Sie den Hausbart an der Choralpe maximal aus.

Schritt 2: Das Windautal queren. Vom Choralpe-Gipfel fliegen Sie nach Süden Richtung Brechhorn (2.032 m). Das Windautal ist ein langes, tief eingeschnittenes Tal mit wenigen Außenlandemöglichkeiten. Ein "Absaufen" hier bedeutet einen extrem langen Fußmarsch ("Walk of Shame").

Schritt 3: Der Sprung über den Kamm. Vom Brechhorn oder Gampenkogel aus müssen Sie den Gebirgskamm überqueren, der das Brixental vom Pinzgau trennt (Bereich Gerstinger Joch / Tanzkogel).

Schritt 4: Ankunft im Pinzgau. Seien Sie auf einen drastischen Wechsel der Windbedingungen gefasst. Im Pinzgau herrscht oft ein kräftiger Ost-Talwind, während Sie im Brixental vielleicht noch Westwind hatten. Dies kann Ihre Groundspeed massiv beeinflussen.

Rückweg: Der Rückflug gegen den Wind ist oft mühsam. Viele Piloten planen "One-Way"-Flüge und nutzen die Pinzgauer Lokalbahn für den Rücktransport nach Zell am See oder Mittersill und von dort zurück nach Westendorf (Bus/Bahn-Kombination).

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Das "Salven-Dreieck"

Eine kleinere, aber feine Aufgabe ist das Dreieck zwischen Choralpe, Hoher Salve und einem Wendepunkt Richtung Kirchberg.

Start Choralpe -> Querung zur Hohen Salve (Vorsicht vor dem Talwind in der Talmitte!) -> Thermik an der Salve Südseite nutzen -> Weiterflug Richtung Osten (Kirchberg/Gaisberg) -> Rückflug zur Choralpe.

Diese Route bleibt meist in "Gleitwinkel-Reichweite" der Zivilisation und ist daher stressfreier als der Flug ins Hochgebirge.

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Sicherheit und Risikomanagement

Neben den bereits erwähnten Gefahren (Föhn, Bewässerungsrohre, Luftraum) gibt es weitere Aspekte, die zur Sicherheit beitragen.

Jahreszeitliche Besonderheiten: Im Frühjahr (Schneeschmelze) können die thermischen Ablösungen extrem eng und turbulent ("bockig") sein. Dies ist keine Zeit für "Low-Airtime"-Piloten um die Mittagszeit.

Verhalten am Startplatz: An Wochenenden kann es voll werden. Die Flugschulen führen hier Höhenschulungen durch. Es gilt das ungeschriebene Gesetz: Rücksichtnahme. Blockieren Sie den Startplatz nicht für lange "Parawaiting"-Sessions. Packen Sie Ihren Schirm an der Seite aus und treten Sie erst an die Startlinie, wenn Sie startklar ("eingehängt und gecheckt") sind.

Notfallnummern: Speichern Sie diese vorab ein.

Alpin-Notruf: 140

Euro-Notruf: 112

Bergbahn Westendorf: +43 5334 2000  

Flugschule Westendorf (Otto Kahn): +43 676 847617100 (Hilfreich bei kleineren Problemen oder Fragen).

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Lokale Kultur und "Apres-Fly"

Gleitschirmfliegen ist in Westendorf tief verwurzelt. Der lokale Verein, der Gleitschirmfliegerclub Westendorf (GFC), ist sehr aktiv und organisiert Events wie den bekannten AlpenrosenCup. Dieses Wettbewerbsevent zieht internationale Piloten an und verwandelt Westendorf in ein Fliegerfest.

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Einkehr und Treffpunkte

Nach der Landung trifft sich die Szene im Tal.

Bruchstall: Direkt an der Talstation gelegen, ist dies der klassische Treffpunkt für das "Landebier". Hier herrscht oft eine ausgelassene Stimmung, und man trifft Piloten und Fluglehrer.

Gassnerwirt: Wer es gediegener und kulinarischer mag, findet hier solide Tiroler Küche.

Panorama Restaurant Choralpe: Noch am Berg gelegen. Ideal für eine Pause zwischen zwei Flügen. Die Aussicht von der Terrasse auf die Kitzbüheler Alpen ist spektakulär.

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Unterkunft für Flieger

Camping: Der Panorama Camping Westendorf in Mühltal ist eine Top-Adresse für Piloten mit Campervan. Er liegt ruhig, aber gut erreichbar.  

Hotels: Das Hotel Schermer liegt in unmittelbarer Nähe zur Bergbahn und bietet gehobenen Komfort (Wellness) nach einem langen Flugtag.  

Pensionen: Das Brixental ist touristisch voll erschlossen; es gibt zahlreiche Frühstückspensionen ("Zimmer frei"), die oft sehr pilotenfreundlich sind.

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Alternativen: Plan B und C

Ein guter Pilot hat immer einen Plan B, wenn der Wind an der Choralpe nicht passt.

Plan B: Hohe Salve (Hopfgarten/Söll): Der markante Kegelberg direkt gegenüber auf der Nordseite des Tals.

Vorteil: Startplätze in fast alle Richtungen (Süd, Nord, West).

Nachteil: Der Südstart ist bei Föhn extrem gefährlich (Lee!). Der Nordstart ist sehr flach und anspruchsvoll. Die Thermik ist hier oft ruppiger als an der Choralpe.

Plan C: Markbachjoch (Wildschönau): Ein Tal weiter westlich.

Vorteil: Einer der besten Berge für Nordwind. Wenn an der Choralpe (Weststart) der Nordwind "reinbläst" und Starts unmöglich macht, ist das Markbachjoch oft laminar angeströmt und bietet traumhaftes Soaring.

Infrastruktur: Flugschule Wildschönau vor Ort, Bahnauffahrt vorhanden.  

Fazit

Die Choralpe in Westendorf ist ein Juwel in den Kitzbüheler Alpen, das oft unterschätzt wird. Sie bietet eine seltene Kombination aus einfacher Logistik, riesigen Startflächen und gewaltigem Streckenflugpotenzial. Doch sie verlangt vom Piloten eine intensive Auseinandersetzung mit den lokalen Windsystemen und Lufträumen. Wer diese Hausaufgaben macht, wird mit Flügen belohnt, die von sanftem Abendsoaring bis hin zu hochalpinen Abenteuern im Pinzgau reichen. Dieser Guide soll Ihnen das Werkzeug an die Hand geben, diese Erlebnisse sicher und bewusst zu gestalten.

Glück ab, gut Land!

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