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Saint-Geniez

Startplätze:3
Landungen:1
Koord.:44.2456°N, 6.0688°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

3 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Saint-Geniez Startplatz 1

Start
Höhe1259m ü. M.
Koord.44.2456, 6.0688
WindSW
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Saint-Geniez Startplatz 2

Start
Höhe1346m ü. M.
Koord.44.2492, 6.0665
WindS-SW
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Saint-Geniez Startplatz 3

Start
Höhe1631m ü. M.
Koord.44.2531, 6.0701
WindSW
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Saint-Geniez Landeplatz

Landung
Höhe1146m ü. M.
Koord.44.2432, 6.0658
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Verborgene Juwel der Haute-Provence: Ein Master-Guide für Saint-Geniez Einleitung: Jenseits der Standard-Datenbank

Wer den Namen Saint-Geniez in einschlägigen Fluggebietsdatenbanken wie der des DHV oder der FFVL eingibt, erhält oft nur eine nüchterne Auflistung von Fakten: Startrichtung Süd, Höhendifferenz ca. 200 Meter, Koordinaten in den Alpes-de-Haute-Provence. Doch diese technischen Daten erzählen nicht einmal die halbe Geschichte dieses mythischen Ortes. Saint-Geniez ist mehr als nur ein weiterer Startplatz auf der Karte Frankreichs; es ist ein aerologisches Phänomen, ein Zufluchtsort für Kenner und oft der Retter des Flugtages, wenn das benachbarte, weltberühmte Saint-André-les-Alpes unter dem Einfluss des Nordwinds leidet oder schlichtweg überlaufen ist.  

Dieser Bericht richtet sich an den anspruchsvollen Piloten, den Streckenflug-Aspiranten und den reisenden Ästheten, der nicht nur Luft unter dem Flügel, sondern auch die Seele einer Region sucht. Wir bewegen uns hier abseits der ausgetretenen Pfade des Massentourismus. Saint-Geniez, oft als die „kleine Schwester“ von Saint-André bezeichnet, bietet eine Komplexität und Schönheit, die eine tiefergehende Betrachtung erfordert. Basierend auf einer umfassenden Analyse der lokalen Topographie, historischen Wetterdaten, Unfallberichten und den oft nur mündlich weitergegebenen Geheimnissen des lokalen Clubs „Altitude Sisteron“, zielt dieser Guide darauf ab, das definitive Kompendium für diesen Spot zu sein – weit detaillierter und nuancierter als jeder Standard-Eintrag.

Wir werden die geologischen Besonderheiten der „Cluse de la Durance“ und ihre Auswirkungen auf die Talwinde analysieren, die „magische Restitution“ physikalisch dekonstruieren und Ihnen eine detaillierte Roadmap für Streckenflüge an die Hand geben, die weit über das bloße Abgleiten hinausgehen. Machen Sie sich bereit für eine Reise in das Herz der Haute-Provence, wo der Duft von wildem Thymian und Lavendel die Thermik ankündigt und wo Legenden besagen, dass einst Murmeltiere das Dorf vor einer Katastrophe bewahrten.  

Teil 1: Geographie, Geologie und der Geist des Ortes

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Die Lage im Herzen des UNESCO Géoparc

Saint-Geniez (PLZ 04200) liegt strategisch günstig etwa 15 Kilometer nordöstlich von Sisteron, der „Porte de la Provence“. Geographisch markiert dieser Ort eine dramatische Übergangszone. Wir befinden uns hier genau an der Nahtstelle zwischen den sanfteren, mediterran geprägten Hügeln der Provence und den schroffen, alpinen Kalksteinmassiven der Vorlpen. Diese Lage ist kein Zufall, sondern der Schlüssel zum mikroklimatischen Verständnis des Fluggebietes.  

Das Dorf selbst klammert sich auf etwa 1000 bis 1100 Metern Höhe an die Flanken des Massif des Monges und des markanten Bergrückens Le Trainon (1654 m). Es ist Teil des UNESCO Géoparc de Haute-Provence, was bereits auf die spektakuläre Geologie hinweist. Die Felsformationen hier sind nicht nur optisch beeindruckend – oft sieht man die berühmten „Ecritures“ (Schriftzüge) der geologischen Schichten offenliegen –, sie fungieren auch als gigantische Wärmespeicher. Der dunkle Kalkstein und die Mergelböden heizen sich tagsüber intensiv auf und geben diese Energie am späten Nachmittag kontrolliert wieder ab. Dies ist der physikalische Motor für die legendäre Abendthermik, für die Saint-Geniez in Fliegerkreisen fast religiös verehrt wird.

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Die Legende der „Marmots“ und der Charakter des Dorfes

Um den Ort zu verstehen, muss man kurz in seine Geschichte eintauchen. Die Einwohner von Saint-Geniez werden liebevoll „Les Marmots“ (die Murmeltiere) genannt. Eine Legende aus dem späten 15. Jahrhundert besagt, dass zwei Kinder eines Fischers einem gefangenen Murmeltier hinterherliefen, das während eines Sturms floh. Als sie zurückkehrten, war ihr Haus und Teile des Dorfes von einer Sturzflut weggeschwemmt worden. Das fliehende Tier hatte ihnen das Leben gerettet.  

Diese Geschichte spiegelt die Wildheit und Unberechenbarkeit der Natur in diesem Tal wider. Für uns Gleitschirmflieger ist sie eine Mahnung: Die Elemente hier – sei es Wasser oder Wind – können schnell und heftig agieren. Saint-Geniez ist kein Ort für Leichtsinn. Es ist ein Ort, der Respekt einfordert. Abseits der Fliegerei ist das Dorf heute vor allem durch eine ganz andere Klientel bekannt: Die Rallye Monte Carlo. Die Straße D3, die sich durch das Tal windet, ist oft Schauplatz der berühmtesten Wertungsprüfungen. Wenn Sie also im Winter hierherkommen (was fliegerisch durchaus interessant sein kann), wundern Sie sich nicht über Reifenspuren und Zuschauer am Straßenrand.  

Teil 2: Aerologie – Das unsichtbare Labyrinth

Das Verständnis der unsichtbaren Luftströmungen ist in Saint-Geniez überlebenswichtig. Die Interaktion zwischen überregionalem Wind, Talwindsystemen und thermischen Ablösungen ist hier besonders komplex.

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Das janusköpfige Fluggebiet: Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Piloten, die Saint-Geniez besuchen, berichten oft von zwei völlig unterschiedlichen Fluggebieten am selben Tag.

Phase 1: Der thermische Mittag (12:00 – 16:00 Uhr) In dieser Phase zeigt sich Saint-Geniez von seiner wilden Seite. Die Süd- und Südwest-Hänge des Trainon und der vorgelagerten Hügelkette Les Rayes werden direkt von der Sonne angestrahlt. Die Thermik löst sich hier oft aggressiv und kleinräumig ab. Steigwerte von 4 bis 6 m/s sind im Frühjahr und Frühsommer keine Seltenheit. Hinzu kommt der Talwind aus dem Durance-Tal, der durch die „Cluse de Sisteron“ (den Felsdurchbruch bei Sisteron) kanalisiert und beschleunigt wird. Wenn dieser Wind auf die thermischen Ablösungen trifft, entsteht eine turbulente Mischung, die aktives Piloting auf hohem Niveau erfordert. Anfänger sollten in dieser Zeit am Boden bleiben. Es ist die Zeit für Streckenjäger, die Höhe machen und das Tal verlassen wollen.

Phase 2: Die magische Restitution (17:30 – 21:00 Uhr) Dies ist das Phänomen, für das Piloten hunderte Kilometer Anreise in Kauf nehmen. Wenn die Sonneneinstrahlung nachlässt, geschieht etwas Wunderbares: Die thermische Turbulenz stirbt fast schlagartig ab. Doch der Talwind aus dem Durance-Tal weht weiter, nun aber laminar und stetig. Gleichzeitig beginnen die riesigen Kalksteinflanken des Trainon und der Gache, ihre gespeicherte Wärme abzugeben (Infrarotstrahlung). Diese warme Luftschicht „klebt“ förmlich am Hang und gleitet sanft nach oben. Das Ergebnis ist ein butterweiches, großflächiges Steigen, das oft das gesamte Tal ausfüllt. Man spricht von „Öl-Thermik“. In dieser Zeit können selbst Piloten mit wenig Erfahrung stundenlang soaren, oft bis zum Sonnenuntergang. Die Luft ist so ruhig, dass man die Hände freigeben und fotografieren kann – ein Zustand, der mittags undenkbar wäre.

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Der Feind aus dem Norden: Mistral

Eine eiserne Regel in der Provence lautet: Bei Mistral bleibt der Schirm im Sack. Der Mistral ist ein starker, kalter Nordwind, der das Rhonetal hinunterfegt und auch die Seitentäler der Durance beeinflusst. Das Tückische in Saint-Geniez: Der Startplatz ist nach Süden ausgerichtet und liegt im Lee des Trainon-Massivs und der höheren Alpenketten. Es kann vorkommen, dass am Startplatz ein schwacher Südwind (ein sogenannter Lee-Rotor oder Ansaugeffekt) spürbar ist, während 200 Meter höher ein 50 km/h Nordwind tobt. Warnzeichen:

Lenticularis-Wolken (Föhnfische) am Himmel.

Ungewöhnlich klare Sicht und tiefblauer Himmel (typisch für Mistral).

Balisendaten von exponierten Gipfeln wie dem Montagne de Chabre oder dem Mont Ventoux. Wenn diese Nordwind anzeigen, ist Saint-Geniez lebensgefährlich. In diesem Fall ist das einzige fliegbare Gebiet in der Region oft Saint-Vincent-les-Forts, das durch seine Topographie besser gegen Nordwind geschützt ist.

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Die Durance-Düse und der Venturi

Die Nähe zum Durance-Tal ist Segen und Fluch zugleich. Der Talwind, die "Brise de Vallée", ist der Motor für die Soaring-Bedingungen, kann aber auch gefährlich stark werden. Besonders an der Engstelle bei Sisteron (Cluse) wird der Wind beschleunigt. Zwischen dem Trainon und der vorgelagerten Hügelkette Les Rayes können lokale Venturi-Effekte entstehen. Wenn der Wind eine westliche Komponente hat, wird er durch den Einschnitt zwischen diesen beiden Erhebungen gepresst. Piloten, die hier zu tief und zu nah am Gelände fliegen, riskieren, „eingeparkt“ zu werden (Rückwärtsfliegen gegen Grund) oder in starke Turbulenzen zu geraten. Die Empfehlung lautet: Bei Westeinschlag immer genügend Abstand zum Relief halten und die Kante nicht unterschreiten.  

Teil 3: Infrastruktur und Flugbetrieb

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Der Startplatz: Les Rayes

Der Hauptstartplatz, oft einfach als „Les Rayes“ bezeichnet, ist das Herzstück des Gebiets. Er liegt auf einer Höhe von ca. 1346 m bis 1363 m.  

Topographie: Es handelt sich um eine weitläufige, gepflegte Naturwiese, die sanft beginnt und dann in eine steilere Abbruchkante übergeht. Diese Konfiguration ist ideal: Man hat viel Platz zum Auslegen (selbst für 10-15 Schirme gleichzeitig) und kann den Startlauf kontrolliert beginnen, bevor das Gelände steiler wird.

Ausrichtung: Der Startplatz ist perfekt nach Süd (S) bis Süd-West (SW) ausgerichtet. Dies fängt sowohl die thermischen Ablösungen als auch den anströmenden Talwind ideal ein.

Infrastruktur: Am Startplatz finden sich oft eine Windfahne und manchmal ein Info-Tafel des Clubs. Es gibt einen kleinen Parkplatz und eine Wendemöglichkeit. Besonders angenehm: Tische und Bänke laden zum Picknick ein, und es gibt eine Quelle (Source), deren Wasserqualität jedoch variieren kann (Filter empfohlen).  

Zugang: Die Anfahrt ist ein kleines Abenteuer für sich. Von Saint-Geniez aus folgt man der D3, biegt dann ca. 500 Meter nach dem Ortsschild links auf eine Piste ab (Beschilderung „Gîte des Rayes“ beachten). Diese Piste ist unbefestigt, aber in der Regel gut instand gehalten und für normale PKWs befahrbar. Tiefergelegte Sportwagen könnten jedoch Probleme bekommen. Bitte fahren Sie Schrittgeschwindigkeit (max. 30 km/h), um Staubentwicklung für die Anwohner des Gîte und das Weidevieh zu vermeiden.  

Expertentipp zum Start: Beobachten Sie vor dem Start genau die Windsäcke. Oft kommt der Wind zyklisch. In den thermisch aktiven Phasen kann der Wind am Startplatz kurzzeitig auf Nord drehen, wenn eine große Thermikblase vor dem Startplatz abreißt und Luft nachzieht. Warten Sie diese Phasen ab! Starten Sie nur, wenn der Wind stabil von vorne ansteht. Bei starkem Wind (über 20 km/h) sollten Sie nicht direkt an der Kante aufziehen, da dort der Venturi-Effekt Sie aushebeln könnte. Gehen Sie 5-10 Meter zurück ins flachere Gelände.

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Hike & Fly: Der Gipfel des Trainon

Für Piloten, die sich ihren Flug verdienen wollen, ist der Aufstieg zum Gipfel des Trainon (1654 m) eine fantastische Option.  

Die Route: Starten Sie am Parkplatz im Dorf oder direkt beim Gîte des Rayes. Der Weg ist teilweise gelb markiert (PR). Er führt zunächst durch lichten Wald und Buschland (Ginster, Lavendel). Später passieren Sie den „Pas de l'Echelle“ und erreichen über einen grasigen Rücken den Gipfel.

Anforderung: Ca. 500-600 Höhenmeter, Gehzeit etwa 1 bis 1,5 Stunden. Technisch unschwierig, aber gutes Schuhwerk ist Pflicht.

Der Start oben: Der Gipfel bietet Startmöglichkeiten in Richtung Süd/Südost. Der Untergrund ist alpiner: Gras durchsetzt mit Kalksteinen. Achten Sie penibel auf Ihr Leinenmanagement, um Verhänger an Wurzeln oder Steinen zu vermeiden.

Warum hochlaufen? Der Start vom Gipfel gibt Ihnen zusätzliche 300 Höhenmeter Arbeitshöhe. An Tagen mit einer Inversion auf 1500 Metern können Sie so über der Sperrschicht starten, während die Piloten am unteren Startplatz „gefangen“ sind. Zudem ist der Ausblick auf die Ecrins im Norden und den Mont Ventoux im Westen atemberaubend.

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Der Landeplatz: Le Poulailler (Das Hühnerhaus)

Der offizielle Landeplatz liegt im Talbecken südwestlich des Dorfes auf ca. 1146 m Höhe.  

Lage: Direkt an der Straße D3, kurz nach dem Ortsausgang.

Charakteristik: Eine große, relativ flache Wiese. Ein Windsack ist meist vorhanden.

Gefahren (Kritisch!):

Hochspannungsleitung: Parallel zur Straße und direkt am Rand des Landeplatzes verläuft eine 20.000-Volt-Leitung. Diese ist aus der Luft vor dem Hintergrund der dunklen Vegetation extrem schwer zu erkennen. Prägen Sie sich die Position der Masten vor dem Start genau ein!  

Talwind-Gradient: Der Wind am Boden kann deutlich stärker sein als in 100 Meter Höhe. Durch die Kanalisierung im Talboden kann der Wind hier mit 20-30 km/h blasen.

Lande-Strategie: Bauen Sie Ihre Höhe immer auf der Luv-Seite der Stromleitung und der Straße ab ("Position"). Fliegen Sie niemals tief über die Leitung. Eine Landeeinteilung mit Gegenanflug, Queranflug und Endanflug ist obligatorisch, aber passen Sie diese flexibel an die Windstärke an. Bei starkem Talwind genügt oft ein "Achten" gegen den Wind. Vermeiden Sie es, hinter dem Landeplatz (Lee-Seite von Bäumen oder Gebäuden) zu tief zu geraten.

Alternativen: Viele lokale Piloten bevorzugen das Top-Landen am Startplatz Les Rayes, besonders am Abend. Die Wiese ist groß genug. Aber Vorsicht: Fliegen Sie nicht zu weit hinter die Kante ins Lee! Der Anflug sollte immer von vorne oder seitlich erfolgen, mit genügend Fahrtüberschuss.

Teil 4: Streckenflug (Cross Country) – Die Königsdisziplin

Saint-Geniez wird zu Unrecht oft nur als Soaring-Gebiet gesehen. Tatsächlich ist es ein exzellentes Sprungbrett für anspruchsvolle XC-Flüge. Die Lage erlaubt Einstiege in Routen, die von Saint-André aus oft mühsamer zu erreichen sind.

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Die "Dominique Hantz"-Route: Das 90km FAI-Dreieck

Ein lokaler Klassiker, benannt nach einem Pionierflug von Dominique Hantz. Diese Route ist der Beweis für das Potenzial des Ortes.  

Wegpunkte: Start Saint-Geniez -> Roc de l'Aigle (über Noyer/Jabron) -> Digne-les-Bains -> Rückkehr nach Saint-Geniez.

Strategie:

Der Start: Man benötigt frühzeitige Thermik am Trainon (ab 11:30/12:00 Uhr). Basishöhe von min. 2000m ist ratsam vor dem ersten Sprung.

Richtung Westen: Der Sprung zum Roc de l'Aigle erfordert Mut, da man gegen den einsetzenden Westwind anfliegt. Man nutzt die Rippen der Montagne de Lure.

Die Wende bei Digne: Hier wird es landschaftlich spektakulär (Cousson, Blayeul). Die Thermik in den "Terres Noires" (schwarze Mergelböden) ist legendär stark und zuverlässig.

Der Rückweg: Mit dem Rückenwind (Talwindsystem) fliegt man zurück nach Saint-Geniez. Die Krux ist oft, den Anschluss am Massif des Monges nicht zu verpassen.

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Die Verbindung nach Saint-André-les-Alpes

Dies ist die "Rennstrecke". Viele Piloten nutzen Saint-Geniez als Startpunkt, um nach Saint-André zu fliegen, wenn dort die Bedingungen am Startplatz Chalvet zu stark sind.

Schlüsselstelle Massif des Monges: Nach dem Start am Trainon muss man nach Osten queren. Das Massif des Monges ist wild, zerklüftet und bietet kaum Außenlandemöglichkeiten. Es ist eine mentale Hürde ("No Man's Land"). Man muss hier hoch bleiben (min. 2200m).

Cheval Blanc: Der markante Gipfel des Cheval Blanc ist der Leuchtturm dieser Route. Er funktioniert fast immer thermisch. Hier trifft man oft auf Piloten, die von Saint-André kommen.

Weiterflug: Vom Cheval Blanc ist es ein Katzensprung (Gleitstrecke) zum Mont Chalvet über Saint-André.

Rückkehr: Ein Rückflug gegen den Westwind am Nachmittag ist sehr mühsam und oft unmöglich. Planen Sie ein One-Way-Ticket ein (Rückholung per Anhalter oder mit Freunden organisieren).

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Die Durance-Querung und Lufträume

Wer Richtung Westen zur Montagne de Chabre oder Laragne fliegen will, muss das breite Durance-Tal queren.

Herausforderung: Der Talwind im Durance-Tal ist stark und oft turbulent. Sinken von 3-4 m/s im Talmitte ist normal.

Luftraum R196: Nördlich und westlich liegt oft das militärische Übungsgebiet R196 (Very Low Altitude Training). Prüfen Sie unbedingt vor dem Flug den Status (AZBA-Karte oder Frequenz).

Segelflug-Sektoren: Sisteron ist ein Mekka des Segelflugs. Achten Sie auf die Wellenflugsektoren und die Platzrunden der Segelflieger. Ein FLARM-Gerät ist hier eine sehr sinnvolle Investition zur Kollisionsvermeidung.

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Analyse eines Rekordversuchs

Karlis Jaunpetrovics flog beeindruckende 224 km in dieser Region. Seine Analyse zeigt: Geduld ist der Schlüssel. Oft bildet sich am Vormittag eine Abschattung (Stratocumulus). Statt nervös zu werden, muss man warten. Die großen Flüge in dieser Region beginnen oft erst, wenn die Sonne die Inversion durchbricht und die hohen Gipfel wie der Estrop oder Tête de l'Estrop "ziehen". Saint-Geniez profitiert davon, dass es etwas niedriger liegt und oft schneller frei von Wolken ist als die hohen Kämme im Norden.  

Teil 5: Unterkunft und Logistik – Leben wie Gott in Frankreich

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Das Gîte des Rayes: Das soziale Zentrum

Es gibt Unterkünfte, und es gibt das Gîte des Rayes. Geführt von Bruno und Micheline , ist dies nicht nur eine Herberge, sondern das Herz des Fluggebiets.  

Lage: Es liegt isoliert an der Piste zum Startplatz. Man kann seinen Schirm quasi im Garten packen.

Atmosphäre: Hier trifft sich die Szene. Beim gemeinsamen Abendessen (Table d'hôtes) werden Flugpläne geschmiedet und Heldengeschichten ausgetauscht.

Buchung: Da es nur wenige Zimmer gibt, ist eine Reservierung Monate im Voraus (besonders für die Saison Mai-September) absolute Pflicht. Ohne Reservierung hat man kaum eine Chance.

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Alternativen für Ruhe und Luxus

Wer es etwas weniger rustikal und ruhiger mag, findet im Weiler Chardavon bei Gino und Marianne eine exzellente Alternative ("Chambres d'hôtes Chardavon"). Es ist eine renovierte Bergerie (Schafstall) mit Pool – ideal für nicht-fliegende Begleiter, die Entspannung suchen, während der Pilot in der Luft ist. Für Camper: Wildcampen am Startplatz wird toleriert (kein Feuer! Müll mitnehmen!), aber es gibt keine sanitären Anlagen außer der Quelle. Offizielle Campingplätze finden sich erst wieder Richtung Sisteron (z.B. Camping Les Prés Hauts) oder im Durance-Tal.

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Die "Lebensmittelwüste" (Food Desert)

Eine Warnung an alle Selbstversorger: Saint-Geniez hat keinen Supermarkt, keinen Bäcker und keinen Metzger. Das legendäre Dorfrestaurant "Le Dromon" ist laut aktuellen Berichten geschlossen und sucht einen Käufer.  

Strategie: Kaufen Sie alles, was Sie brauchen, in Sisteron ein, bevor Sie den Berg hochfahren. Dort gibt es große Supermärkte (Super U, Intermarché).

Wasser: Die Quelle am Startplatz und im Dorf liefert Wasser, aber es ist offiziell oft als "Eau non potable" (kein Trinkwasser) gekennzeichnet. Ein Wasserfilter oder das Abkochen ist ratsam, oder man bringt Mineralwasser aus dem Tal mit.

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Mobilität und Navette

Ein eigenes Auto ist in dieser abgelegenen Region fast unverzichtbar. Es gibt keinen regulären öffentlichen Busverkehr zum Startplatz.

Navette (Shuttle): Der Club Altitude Sisteron organisiert zu bestimmten Zeiten (Wettbewerbe, Hochsaison) Shuttles. Verlassen Sie sich aber nicht darauf.  

Hitchhiking: Trampen funktioniert unter Piloten gut. Wenn Sie am Landeplatz stehen und den Daumen mit einem Gleitschirmrucksack raushalten, werden Sie meist schnell von anderen Piloten mitgenommen.

Teil 6: Nicht-Fliegerische Aktivitäten & Kultur

Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen ("Parapente-Pause"), bietet die Region faszinierende Alternativen.

Rallye Monte Carlo: Die Straßen rund um Saint-Geniez (insb. der Col de Fontbelle) sind legendäres Terrain der Rallye Monte Carlo. Im Januar verwandelt sich die stille Landschaft in eine Motorsport-Arena. Die Spuren (Reifenabrieb) sieht man oft das ganze Jahr.  

Mountainbike (VTT): Die Region ist berühmt für ihre Trails. Besonders die "Terres Noires" bei Digne sind ein Weltklasse-MTB-Revier mit surrealen schwarzen Erdrücken.

Wandern: Der Aufstieg zum Rocher de Dromon oder die Erkundung der Grotte de Saint-Vincent sind lohnende Halbtagestouren.

Sisteron: Ein Besuch der Zitadelle von Sisteron ist Pflicht. Der Blick von oben auf die Durance und die engen Gassen der Altstadt bieten kulturelle Abwechslung.

Teil 7: Sicherheit und Wetter-Checkliste

Zum Abschluss das Wichtigste: Ihre Sicherheit.

Die Goldene Regel von Saint-Geniez: Ignorieren Sie niemals den überregionalen Wind.

Checken Sie morgens die Balisen (Wetterstationen).

Relevante Stationen: Montagne de Chabre, Montagne de Lure, Saint-Geniez Deco.

Wenn Chabre oder Lure Nordwind (N, NW, NE) mit mehr als 10-15 km/h anzeigen -> NICHT FLIEGEN in Saint-Geniez, auch wenn es am Startplatz ruhig wirkt. Fahren Sie nach Saint-Vincent-les-Forts.

Fazit

Saint-Geniez ist ein Ort für den "Connoisseur" unter den Gleitschirmfliegern. Es bietet nicht die Infrastruktur eines Massenfluggebiets wie Annecy oder die ständige Action von Saint-André. Dafür schenkt es Ihnen Flüge von einer Qualität und Ruhe, die selten geworden sind. Der Moment, wenn am Abend die Thermik zur Ruhe kommt, die Felsen rot glühen und man lautlos über dem Tal der Durance schwebt, gehört zu den schönsten Erfahrungen, die unser Sport zu bieten hat. Respektieren Sie die Bauern, grüßen Sie die "Marmots" im Dorf und halten Sie den Startplatz sauber. Dann wird Saint-Geniez Sie immer wieder willkommen heißen.

Bon Vol et à bientôt dans les airs!

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