StartseiteFluggebieteFrankreichHautes-AlpesLa Longeagne

La Longeagne

Startplätze:2
Landungen:2
Koord.:44.5408°N, 5.7129°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

La Longeagne Startplatz 1

Start
Höhe1517m ü. M.
Koord.44.5408, 5.7129
WindS-SW
Korrekt?

La Longeagne Startplatz 2

Start
Höhe1529m ü. M.
Koord.44.5505, 5.7019
WindSW-W
Korrekt?

La Longeagne Landeplatz 1

Landung
Höhe827m ü. M.
Koord.44.5244, 5.7069
Korrekt?

La Longeagne Landeplatz 2

Landung
Höhe817m ü. M.
Koord.44.5204, 5.7386
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Umfassendes Handbuch zum Fluggebiet La Longeagne: Aspres-sur-Buëch Kapitel 1: Einleitung und Bedeutung des Fluggebiets

Korrekt?

Der Mythos La Longeagne

Das Fluggebiet La Longeagne, thronend über dem malerischen Dorf Aspres-sur-Buëch im französischen Département Hautes-Alpes, nimmt eine Sonderstellung in der europäischen Fliegerszene ein. Es ist weit mehr als nur ein lokaler Startplatz; es ist eine geografische und meteorologische Schlüsselfunktion im System der Südalpen. Gelegen an der Schnittstelle zwischen den sanften, lavendelduftenden Hügeln der Provence und den schroffen, kalkweißen Felswänden des Dévoluy-Massivs, bietet La Longeagne Piloten eine einzigartige Mischung aus mediterranem Flair und hochalpinem Anspruch.

Für Gleitschirm- und Drachenflieger repräsentiert dieser Bergrücken oft den nächsten logischen Schritt in ihrer Pilotenlaufbahn nach den schulungstauglichen Gebieten weiter nördlich oder südlich. Es ist ein Ort des Übergangs: vom einfachen Abgleiter zum komplexen Thermikflug, vom lokalen Soaring zur ambitionierten Streckenflug-Planung (Cross Country - XC). Die Reputation des Gebiets ist geprägt von seiner Zuverlässigkeit. Wenn in den Nordalpen die Föhnstürme toben oder stabile Inversionswetterlagen den Flugspaß dämpfen, bietet das Buëch-Tal oft fliegbare Bedingungen, begünstigt durch sein eigenes Mikroklima. Doch diese Zuverlässigkeit hat ihren Preis: Sie fordert vom Piloten ein tiefes Verständnis für aerologische Zusammenhänge, Talwindsysteme und die Koexistenz verschiedener Luftsportarten.

Korrekt?

Zielgruppe und Anspruch

Dieser Bericht richtet sich an Piloten, die über das Stadium der Grundschulung hinausgewachsen sind. Während La Longeagne an ruhigen Vormittagen oder späten Abenden durchaus anfängertauglich sein kann, zeigt das Gelände tagsüber, insbesondere im Hochsommer, sein wahres Gesicht als thermischer Hotspot. Die Analyse wird zeigen, dass der Anspruch des Gebiets nicht primär in der technischen Schwierigkeit des Startens oder Landens liegt – beide sind verhältnismäßig großzügig dimensioniert –, sondern in der taktischen Entscheidungsfindung. Wann ist der Wind zu stark? Wie interpretiere ich die Zeichen des herannahenden Mistrals? Wie füge ich mich in die Platzrunde eines aktiven Segelflugplatzes ein?

Diese Fragen zu beantworten, ist das Ziel dieses Guides. Er basiert auf einer detaillierten Auswertung aktueller Daten, Geländebeschreibungen und meteorologischer Beobachtungen. Wir werden die topografischen Gegebenheiten Schicht für Schicht abtragen, um die darunterliegenden Mechanismen des Fluggebiets freizulegen.  

Kapitel 2: Geografische und Orografische Analyse

Korrekt?

Das Buëch-Tal als aerologischer Korridor

Um La Longeagne zu verstehen, muss man zunächst das Tal verstehen, das es dominiert. Das Buëch-Tal verläuft grob in Nord-Süd-Richtung und fungiert als massive Ventilationsröhre zwischen den Alpen und dem Mittelmeerraum. Diese Ausrichtung macht es anfällig für den Mistral, den dominierenden Nordwind der Region, bietet aber gleichzeitig einen idealen Kanal für die südlichen Talwinde, die "Brise de vallée", die an thermisch aktiven Tagen vom Meer in die Berge gesaugt werden.

Der Bergrücken der La Longeagne selbst ist ein geologisches Lehrbuchbeispiel für einen perfekten Soaring-Hang. Er erstreckt sich bogenförmig von Osten nach Norden, mit einer markanten Krümmung, die sich nach Südwesten öffnet. Diese Hufeisenform ist ein entscheidender Vorteil, da sie den Berg für ein breites Spektrum an Windrichtungen öffnet. Ein reiner Südwind trifft ebenso frontal auf den Hang wie eine Südwest-Komponente, die oft am späten Nachmittag dominiert.

Korrekt?

Topografische Eckdaten

Die Höhendaten sind für die Flugplanung essenziell. Der Hauptstartplatz liegt auf einer Höhe von ca. 1.517 bis 1.560 Metern über dem Meeresspiegel (NN). Der offizielle Landeplatz am Aérodrome du Chevalet befindet sich auf einem Plateau in etwa 830 Metern Höhe. Dies ergibt einen nutzbaren Höhenunterschied von rund 730 Metern.  

Dieser Höhenunterschied ist signifikant. Er ist groß genug, um auch an Tagen mit schwacher Thermik genügend Zeit zu haben, um "den Bart zu suchen", aber nicht so gewaltig, dass der Talwind im unteren Bereich die Verhältnisse am Startplatz komplett verschleiern würde. Dennoch ist Vorsicht geboten: Die Höhendifferenz kann dazu führen, dass am Startplatz noch schwacher Wind herrscht, während im Tal die Brise bereits mit 20-30 km/h weht.

Die Orografie weist zudem eine Besonderheit auf: Der Startplatz liegt nicht auf einer isolierten Spitze, sondern auf einem langgezogenen Grat. Dies ermöglicht es Piloten, bei der Suche nach Aufwinden große horizontale Strecken abzufliegen, ohne viel Höhe zu verlieren ("Ridge Soaring").

Kapitel 3: Zugang und Logistik – Der Weg zum Start

Der Zugang zum Startplatz von La Longeagne ist ein Abenteuer für sich und stellt oft die erste Hürde für Piloten dar, die das Gebiet nicht kennen. Im Gegensatz zu vielen hocherschlossenen Fluggebieten in den Nordalpen gibt es hier keine Seilbahn und keinen sesselliftartigen Komfort. Der Transport erfolgt fast ausschließlich über Fahrzeuge auf Forstwegen.

Korrekt?

Die Anfahrt über La Faurie

Der Standardweg zum Startplatz führt nicht direkt von Aspres hinauf, sondern macht einen weiten Bogen über das nördlich gelegene Dorf La Faurie. Vom Landeplatz in Aspres folgt man der Hauptstraße D1075 in Richtung Grenoble/Nord. Nach einigen Kilometern erreicht man La Faurie. Hier zweigt man ab in Richtung des Weilers Seille. Bis zu diesem Punkt ist die Straße asphaltiert und für alle Fahrzeuge problemlos befahrbar.  

Ab Seille ändert sich der Charakter der Anreise dramatisch. Hier beginnt eine Piste forestière (Waldweg), die sich über ca. 7 bis 8 Kilometer den Bergrücken hinaufschraubt.

Beschaffenheit der Piste: Die Qualität des Weges variiert von Jahr zu Jahr und hängt stark von den Wetterbedingungen des vorangegangenen Winters ab. In den meisten Berichten wird sie als "carrossable" (befahrbar) beschrieben, aber mit Einschränkungen. Ein Fahrzeug mit erhöhter Bodenfreiheit (SUV, Crossover) ist dringend empfohlen. Mit einem normalen PKW ist die Auffahrt oft möglich, erfordert aber eine sehr vorausschauende Fahrweise, um Aufsetzer zu vermeiden. Tiefergelegte Fahrzeuge oder Wohnmobile sollten diese Strecke definitiv meiden.  

Dauer: Für die 8 Kilometer Piste sollte man mindestens 20 bis 30 Minuten einplanen. Die Geschwindigkeit ist gering, und Gegenverkehr kann auf den schmalen Passagen zu komplizierten Ausweichmanövern zwingen.

Korrekt?

Shuttle-Optionen und Organisation

Aufgrund der logistischen Herausforderung – der Landeplatz liegt weit entfernt vom Startpunkt der Auffahrt in La Faurie – ist das Organisieren eines Rücktransports (Retrieval) ohne zweites Fahrzeug schwierig. Ein Fußmarsch zurück zum Auto würde Stunden dauern.

Daher hat sich vor Ort eine Kultur der organisierten Shuttles etabliert.

Kommerzielle Shuttles: Die Flugschule "Parapente Max" und lokale Anbieter wie David Richier bieten in der Saison regelmäßige Auffahrten vom Aérodrome in Aspres an. Dies ist die bei weitem stressfreiste Option. Man parkt das Auto am Landeplatz, nutzt den Shuttle und landet wieder direkt am Auto. Die Kontaktnummern (z.B. 06 75 86 01 42) sind oft am Infoboard des Flugplatzes ausgehängt.  

Hitchhiking (Trampen): In der französischen Fliegerszene ist das Trampen ("le stop") weit verbreitet und akzeptiert. Piloten berichten, dass es relativ einfach ist, vom Landeplatz in Aspres zurück zur Kreuzung "La Mairie" oder nach La Faurie mitgenommen zu werden. Dennoch bleibt ein Restrisiko, besonders am späten Abend.

Korrekt?

Zugang im Winter

Während der Sommermonate ist die Auffahrt meist staubig und heiß, im Winter und Frühjahr kann sie unpassierbar sein. Schneeverwehungen halten sich auf der Nordseite der Zufahrt oft hartnäckig bis in den April hinein. Es gibt keinen Winterdienst für diese Forststraße. Piloten, die im Winter fliegen wollen, müssen oft den letzten Teil des Weges zu Fuß zurücklegen oder auf Tourenski umsteigen.  

Kapitel 4: Die Startplätze im Detail

La Longeagne bietet nicht nur einen einzigen Startpunkt, sondern eine ganze Reihe von Optionen entlang des Grats. Die Wahl des richtigen Platzes ist die erste wichtige fliegerische Entscheidung des Tages.

Korrekt?

La Longeagne Sud – Der Hauptstartplatz

Dies ist der "Klassiker" und der Ort, an dem sich 90% der Piloten einfinden.

Koordinaten & Höhe: Ca. 1517 m - 1526 m NN.  

Ausrichtung: Süd (S) bis Süd-West (SW).

Geländebeschaffenheit: Es handelt sich um eine weite, mäßig steile Wiese, die frei von Hindernissen wie Bäumen oder Felsen ist. Der Platz bietet genügend Raum, um mehrere Gleitschirme gleichzeitig auszulegen. Auch Drachenflieger finden hier ideale Bedingungen für den Aufbau und Start, sowohl für Starrflügler als auch für Flex-Drachen.  

Aerologische Besonderheit: Die Form des Bergrückens wirkt wie eine riesige Auffangschale für den Wind. Dies führt oft zu einem Venturi-Effekt (Düseneffekt), der den Wind am Startplatz künstlich beschleunigt. Selbst wenn im Tal nur ein laues Lüftchen weht, können am Startplatz bereits 20-25 km/h anstehen. Dies macht eine perfekte Beherrschung der Rückwärtsstarttechnik (Reverse Launch) unabdingbar. Vorwärtsstarts sind hier tagsüber kaum möglich und oft gefährlich.  

Kritische Zeitfenster: Eine wiederkehrende Warnung in allen lokalen Guides ist das Zeitfenster zwischen 14:00 und 16:00 Uhr im Sommer. In dieser Zeit erreicht die thermische Aktivität ihren Höhepunkt, und der überlagerte Talwind macht den Startplatz oft "unstartbar" ("indécollable"). Böen können dann Geschwindigkeiten erreichen, die das Handling des Schirms am Boden extrem riskant machen.

Korrekt?

Le Relais (Antennen) / Saint-Apôtre

Weiter östlich entlang des Grats, markiert durch Antennenanlagen, liegt der Startplatz "Le Relais" oder "Saint-Apôtre".

Höhe: Ca. 1482 m.  

Ausrichtung: Süd-Ost (SE).

Zugang: Bei der Auffahrt zweigt man am Col de Marjariés links ab, anstatt weiter zum Hauptstartplatz zu fahren.

Taktische Nutzung: Dieser Startplatz ist der "Frühaufsteher". Da er mehr nach Osten ausgerichtet ist, wird er von der Morgensonne früher beschienen. Piloten, die früh am Tag (ab 10:00 oder 11:00 Uhr) in die Thermik einsteigen wollen, wählen oft diesen Platz, bevor die Sonne weit genug herumgewandert ist, um den Südstart zu aktivieren.

Korrekt?

La Longeagne Ouest – "Derrière la bosse"

Hinter einer kleinen Kuppe ("la bosse") westlich des Hauptstartplatzes befindet sich ein weiterer Startbereich.

Ausrichtung: Süd-West bis West (SW-W).  

Nutzung: Dieser Platz wird interessant, wenn der überregionale Wind eine deutliche Westkomponente hat oder wenn am späten Nachmittag der Talwind aus dem Oule-Tal (Westen) dominiert. Er erlaubt einen Start, ohne im Lee der Kuppe zu stehen, was am Hauptstartplatz bei Westwind der Fall sein könnte.

Korrekt?

La Longeagne Nord – Das Risiko

Es existiert theoretisch eine Startmöglichkeit nach Norden.

Warnung: Dieser Startplatz wird in den Quellen als extrem heikel beschrieben. Er ist nur bei sehr schwachem Nordwind (< 15 km/h) nutzbar. Da das gesamte Gebiet bei Nordlage (Mistral) turbulent ist, wird von der Nutzung generell abgeraten, es sei denn, man ist ein lokaler Experte und die Bedingungen sind absolut stabil.  

Landeplatz-Problem: Wer hier startet, kann nicht nach Aspres fliegen (Lee!). Die Landung muss zwingend in La Faurie erfolgen (Campingplatz oder Stadion), was logistisch ungünstig ist.

Kapitel 5: Meteorologie und Aerologie – Das Unsichtbare lesen

Das Verständnis der Luftmassenbewegungen ist in La Longeagne überlebenswichtig. Wir befinden uns in einer Zone, in der zwei mächtige Windsysteme aufeinandertreffen können.

Korrekt?

Der Mistral (Nordwind)

Der Mistral ist der große Feind des Fliegers in der Provence. Er ist ein kalter, trockener Fallwind aus Norden, der durch das Rhonetal beschleunigt wird.

Auswirkung auf La Longeagne: Das Fluggebiet ist nach Norden hin topografisch offen, bietet aber keinen Schutz (Lee) gegen den Wind, wenn man auf der Südseite fliegt. Bei reiner Nordlage strömt die Luft über den Grat und erzeugt auf der Südseite (Start- und Flugbereich) massive Rotoren und Turbulenzen.

Indikatoren: Linsenförmige Wolken (Lenticularis) am Himmel, sehr klare Sicht (Fernsicht), und oft hohe Windgeschwindigkeiten in der Höhe.

Regel: Bei vorhergesagtem Mistral oder starkem Nordwind in der Höhe ist La Longeagne tabu. Ausweichmöglichkeiten sind der Montagne de Chabre (Südstart) oder Oule, die topografisch besser geschützt sein können, aber auch dort ist Vorsicht geboten.

Korrekt?

Die Brise (Talwind)

An thermischen Tagen entwickelt sich im Buëch-Tal ein kräftiges Talwindsystem.

Richtung: Der Wind fließt tagsüber talaufwärts, also grob von Süd nach Nord. Dies unterstützt den Start am Südstartplatz ideal.

Stärke: Die Brise kann im Hochsommer sehr stark werden (30-40 km/h im Tal). Dies führt dazu, dass der Wind am Landeplatz oft stärker ist als am Startplatz (Düseneffekt im Tal).

Konvergenz: Oft bildet sich über dem Grat der Longeagne eine Konvergenzlinie, wo der lokale Hangaufwind auf den überregionalen Wind oder Luftmassen aus dem Hinterland trifft. Dies erklärt die phänomenalen Steigwerte und die hohen Basishöhen, die hier erreicht werden können.

Korrekt?

Der Thermische Tagesgang

Vormittag (10:00 - 13:00): Die Thermik entwickelt sich, beginnend an den Ostflanken (Startplatz Relais). Die Bedingungen sind meist noch moderat und gut kontrollierbar.

Mittag (13:00 - 16:00): "Nuclear Conditions". Die Thermik ist extrem stark, eng und zerrissen. Der Wind am Startplatz frischt stark auf. Dies ist die Zeit für absolute Experten oder für die Pause am Boden. Viele Unfälle passieren in diesem Zeitfenster durch Klapper in Bodennähe.

Spätnachmittag/Abend (ab 17:00): Dies ist die "Magic Time". Die harte Thermik geht in eine sanfte, großflächige Hebung über, die als "Restitution" bekannt ist. Die in den Felsen und Wäldern gespeicherte Wärme wird langsam abgegeben. Es ist möglich, bis Sonnenuntergang im laminaren Aufwind zu soaren, oft begleitet von Dutzenden anderen Piloten in einer entspannten Atmosphäre.  

Kapitel 6: Der Flugplatz Aspres-sur-Buëch (LFNJ) und Luftraumregeln

Die Koexistenz von Hängegleitern und der Allgemeinen Luftfahrt ist eine der kritischsten Komponenten dieses Fluggebiets. Der Landeplatz ist kein isoliertes Feld, sondern Teil eines aktiven Flugplatzes.

Korrekt?

Status und Nutzung

Der Flugplatz Aspres-sur-Buëch (ICAO-Code: LFNJ) ist ein Flugplatz mit beschränktem Zugang ("Usage Restreint"). Das bedeutet, er ist nicht für den allgemeinen öffentlichen Reiseflugverkehr geöffnet, sondern primär für lokalen Verkehr, Segelflug und Luftsport.

Frequenz: Die Kommunikation erfolgt auf der Frequenz 123.500 MHz (Auto-Info). Es wird dringend empfohlen, ein Flugfunkgerät mitzuführen und hörbereit zu sein, um die Positionen der Segelflieger und Motorflugzeuge mitzubekommen.

Korrekt?

Die VAC-Karte (Visual Approach Chart)

Die Kenntnis der VAC-Karte ist obligatorisch. Auch wenn wir als Gleitschirmpiloten oft "auf Sicht" fliegen, gelten hier feste Regeln.

Pisten: Es gibt zwei Graspisten: 18/36 (Nord-Süd, 895m) und 10/28 (Ost-West, 650m).  

Landezone Gleitschirm: Die Landezone für Gleitschirme und Drachen befindet sich explizit nördlich der Pisteninfrastruktur. Sie ist oft durch einen weißen Kreis oder Markierungen am Boden gekennzeichnet.

Volte (Platzrunde): Die Platzrunde für Motorflugzeuge und Segler verläuft in der Regel südlich oder östlich, um den Hangabstand zu wahren. Gleitschirme fliegen ihre Volte (meist Linksvolte, PT8) nördlich der Pisten, um Konflikte zu vermeiden.  

Absolutes Verbot: Das Überqueren der Pistenachsen in geringer Höhe (unter 300m AGL) ist streng verboten. Man darf niemals im Endanflug eines Segelflugzeugs kreuzen.

Korrekt?

Die "Juli/August-Regelung" – Fakt oder Fiktion?

Es kursieren hartnäckige Gerüchte über ein Flugverbot im Sommer. Die Faktenlage basierend auf den Quellen ist nuanciert:  

Historisch: In der Vergangenheit gab es strikte Zeitfenster, in denen Gleitschirme am Nachmittag (z.B. 14:00 - 18:00 Uhr) Flugverbot hatten, um den Segelflugverkehr nicht zu gefährden.

Aktuell: Neuere Quellen sprechen eher von einer Warnung vor extrem hoher Verkehrsdichte als von einem juristischen Verbot. Dennoch: In der Praxis wird das Fliegen in der "Hot Zone" direkt vor dem Flugplatz und am Hang im Juli und August nachmittags als extrem stressig und potenziell gefährlich angesehen. Dutzende Segelflugzeuge nutzen den Hangwind am Longeagne-Grat. Ein Gleitschirm ist für sie ein fast stationäres Hindernis.

Empfehlung: Vermeiden Sie im Hochsommer zwischen 13:00 und 17:00 Uhr den Luftraum direkt über dem Flugplatz und den unteren Hängen. Nutzen Sie diese Zeit für Strecke (weg vom Platz) oder Pause. Informieren Sie sich zwingend vor dem Start beim lokalen Club oder am Aushang über die tagesaktuellen Regeln (NOTAMs).

Kapitel 7: Streckenflug-Guide (XC)

Wenn Sie den "Bocal" (das lokale Aquarium) verlassen wollen, bietet La Longeagne Weltklasse-Optionen.

Korrekt?

Route 1: Der Pic de Bure – Zum Mond und zurück

Das ultimative Ziel für jeden Piloten in Aspres ist der Pic de Bure (2.709 m). Der Berg mit seinem riesigen, flachen Plateau und den futuristischen Radioteleskopen wirkt wie eine Mondlandschaft.

Strategie: Man startet in La Longeagne und arbeitet sich entlang des Grats nach Norden vor. Der kritische Punkt ist der Übergang ("Transition") vom Ende des Longeagne-Grats (ca. 1600 m) hinüber zu den Vorbergen des Dévoluy (Tête de la Clape oder direkt Richtung Bure).

Herausforderung: Man muss gegen den oft vorherrschenden Nordwind (Talwind vom Dévoluy) anfliegen. Eine Basishöhe von mindestens 2.000 m, besser 2.500 m, ist für die Querung ratsam.

Gefahr: Das Plateau des Pic de Bure ist riesig. Landen Sie dort oben nicht, es sei denn, es ist ein Notfall. Der Wind pfeift ungestört über die Kante, und ein Wiederstart kann extrem schwierig sein. Zudem stören Sie die wissenschaftlichen Messungen der IRAM.

Korrekt?

Route 2: Die Oule-Querung (Westen)

Wenn der Wind auf West dreht oder man eine Alternative sucht, ist der Montagne d'Oule das Ziel.

Strategie: Man quert das Buëch-Tal direkt vom Startplatz nach Westen.

Timing: Dies funktioniert oft am späteren Nachmittag gut, wenn die Westflanken des Oule von der Sonne optimal angestrahlt werden.

Rückflug: Der Rückflug nach Aspres ist oft einfach, da man mit dem Westwind im Rücken fliegt.

Korrekt?

Route 3: Richtung Gap und Tallard (Osten)

Man folgt dem Gratverlauf nach Osten über Veynes.

Landschaft: Man fliegt über wunderschöne Felsformationen und Wälder.

Airspace: Achtung vor der CTR/TMA von Gap-Tallard! Tallard ist das Mekka des Fallschirmspringens in Frankreich. Informieren Sie sich genau über die Sektoren und Höhenbeschränkungen, bevor Sie in diese Richtung fliegen.  

Kapitel 8: Sicherheit und Risikomanagement

Gleitschirmfliegen in den Südalpen ist kein Hallensport. Die Natur ist wild, und die Bedingungen können sich schnell ändern.

Dehydrierung & Hypoxie: Bei Flügen zum Pic de Bure auf fast 3.000 m und Temperaturen von oft über 30°C am Boden ist der Flüssigkeitsverlust enorm. Trinken Sie vor dem Start und führen Sie ein Camelbak mit.

Außenlandungen: Das Buëch-Tal bietet viele landbare Wiesen. Aber Vorsicht: Viele Felder sind landwirtschaftlich genutzt (Lavendel, Getreide). Landen Sie niemals in hohem Gras oder bestellten Feldern. Dies gefährdet den Ruf des Sports und die Gastfreundschaft der Bauern. Suchen Sie nach gemähten Wiesen oder Brachland.

Baustellen: Achten Sie auf temporäre Hindernisse wie Baukräne, die in NOTAMs angekündigt werden.  

Kollisionsgefahr: Das FLARM-System (Kollisionswarnsystem) ist für Segelflieger Standard, für Gleitschirme noch selten. Ein kleines, mobiles FLARM-Gerät oder zumindest eine Fanet+-Lösung erhöht Ihre Sicherheit in diesem Gebiet massiv, da Sie für die schnellen Segler auf deren Instrumenten sichtbar werden.

Kapitel 9: Infrastruktur und Tourismus

Aspres-sur-Buëch ist voll auf den Flugsport eingestellt.

Unterkunft

Camping du Chevalet: Liegt direkt am Flugplatz. Die Atmosphäre ist "100% Aero". Man zeltet quasi unter der Tragfläche. Perfekt für den Austausch mit anderen Piloten.  

Camping La Garrigue (La Faurie): Eine gute Alternative, etwas ruhiger gelegen, und strategisch günstig, falls man am Nordstartplatz landet.  

Verpflegung

Restaurant "Au Bonheur du Ventre": Direkt am Flugplatz. Hier trifft man sich nach dem Flug zum "Dekobier" und zum Austausch von Heldengeschichten. Die Küche ist lokal und bodenständig.  

Nicht-Flieger-Aktivitäten

Sollte es mal nicht fliegbar sein ("paraflipp"), bietet die Region:

Wandern: Unzählige Pfade im Dévoluy.

Baden: In den Gumpen des Buëch-Flusses oder im nahen Plan d'Eau bei Veynes.

Kultur: Die Altstadt von Sisteron mit ihrer Zitadelle ist nur 30 Autominuten entfernt.

Kapitel 10: Fazit

La Longeagne ist ein Fluggebiet mit Charakter. Es schenkt einem nichts, belohnt aber den aufmerksamen und respektvollen Piloten mit Flügen, die in Erinnerung bleiben. Die Kombination aus der technischen Herausforderung des Starts, der taktischen Finesse bei der Interaktion mit dem Segelflugverkehr und der grandiosen Kulisse des Pic de Bure macht es zu einem "Must-Fly" in den französischen Alpen. Wer hier sicher fliegt, hat seine Reifeprüfung für die hohen Alpen bestanden.

Technische Daten Zusammenfassung:

Startplatz Sud: 44°32'29"N 05°42'36"E, 1526m, S-SW.

Landeplatz Chevalet: 44°31'12"N 05°44'11"E (ca.), 830m.

Frequenz: 123.500 MHz (AM).

Notruf: 112.

Hinweis: Alle Angaben sind ohne Gewähr und müssen vor Ort durch aktuelle Karten und Wetterbriefings verifiziert werden.

Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Chabre
Hautes-Alpes
Mison
Hautes-Alpes
Bergies
Hautes-Alpes
Buc
Hautes-Alpes
Saint-Geniez
Hautes-Alpes
Mehr in Hautes-Alpes
Bergrettung
112