
1 Startplatz, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Der Ultimative Gleitschirm-Kompendium: Mont Colombis (Hautes-Alpes) – Analyse, Taktik und Aerologie
Der Mont Colombis ist weit mehr als nur ein Flugberg in den französischen Südalpen; er ist eine geologische und aerologische Singularität, die strategisch perfekt zwischen dem alpinen Hochgebirge der Ecrins und den sanfteren Ausläufern der Provence platziert ist. Für Gleitschirmpiloten, die den Schritt vom reinen Genussfliegen hin zum ambitionierten Streckenflug (Cross Country, XC) wagen wollen, oder für jene, die eine anspruchsvolle Alternative zu den überlaufenen Mode-Fluggebieten wie St. André-les-Alpes oder Annecy suchen, stellt der Mont Colombis ein Juwel dar. Mit einer Gipfelhöhe von 1.734 Metern und einer Höhendifferenz von über 1.000 Metern zum Landeplatz im Durance-Tal bietet er ein Potenzial, das in Mitteleuropa seinesgleichen sucht.
Dieses Dokument dient als umfassende, fachlich tiefgehende Ressource, die weit über die spärlichen Informationen der Standard-Datenbanken wie DHV oder ParaglidingEarth hinausgeht. Es richtet sich an den autonomen Piloten (IPPI Level 4/5), der die Komplexität lokaler Windsysteme verstehen und sicher nutzen möchte. Wir analysieren nicht nur das Wo und Wann, sondern vor allem das Warum der Flugbedingungen am Mont Colombis, basierend auf meteorologischen Prinzipien und jahrzehntelanger lokaler Erfahrung.
Der Mont Colombis erhebt sich als isoliertes Massiv ("Inselberg") am südlichen Ufer des Lac de Serre-Ponçon. Diese Isolation ist entscheidend für sein aerologisches Verhalten. Anders als bei langen, geschlossenen Gebirgsketten, die klare Luv- und Lee-Seiten bei überregionalem Wind definieren, wird der Mont Colombis von den Talwindsystemen der Durance umströmt. Er fungiert als Hindernis im Strömungskanal des Tals, was zu komplexen Venturi-Effekten und Konvergenzen führt.
Geologisch betrachtet ist der Berg Teil der "Terres Noires" (Schwarzer Mergel) und Kalksteinformationen, die für die Region typisch sind. Besonders an den südlichen Ausläufern, oberhalb des Dorfes Théus, hat die Erosion die spektakulären "Demoiselles Coiffées" (die frisierten Damen) geformt – Erdpyramiden, die nicht nur touristisch, sondern auch thermisch interessant sind, da der nackte Fels und der dunkle Mergel ideale thermische Kollektoren darstellen.
Die Position des Berges bietet ein 360-Grad-Panorama, das strategisch für die Flugplanung genutzt werden muss:
Im Norden: Der Lac de Serre-Ponçon und das Massiv des Pic de Morgon. Der See dient als riesiger Indikator für Windstärke und -richtung.
Im Osten: Das Tal der Ubaye und die hohen Gipfel der Parpaillon-Gruppe.
Im Süden: Die Öffnung hin zur Provence und zum Bergmassiv der Montagne de Lure.
Im Westen: Das Tal der Durance in Richtung Tallard und das Massiv von Céüze.
Diese zentrale Lage macht den Colombis zu einem Drehkreuz ("Hub") für Streckenflüge. Man kann von hier aus in fast alle Himmelsrichtungen starten – theoretisch. Praktisch diktiert die Aerologie strenge Regeln, die wir im Folgenden sezieren werden.
Der Startplatz und das Fluggelände sind offiziell von der FFVL (Fédération Française de Vol Libre) anerkannt. Dies bedeutet, dass es offizielle Vereinbarungen mit den Landbesitzern gibt, eine gewisse Pflege der Infrastruktur (Windsäcke, Tafeln) stattfindet und Versicherungsschutz im Rahmen der Verbandsregeln besteht. Dennoch ist der Mont Colombis kein kommerzialisiertes Fluggebiet mit Bergbahn oder permanent besetztem Startleiter-Häuschen. Es ist "Wildnis-Fliegen" mit einem Netz aus Sicherheit.
Kenndaten Details Gipfelhöhe 1.734 m AMSL Startplatzhöhe ca. 1.710 m AMSL (direkt unterhalb des Gipfels) Landeplatzhöhe 660 m AMSL (bei Remollon/Espinasses) Effektiver Höhenunterschied 1.050 m Exposition West (Hauptstart), Süd-West, Süd GPS Start
44.4719° N, 6.1691° E (Gipfelbereich)
Status FFVL Site n° 05006 (oder ähnlich, Kennung variiert in DBs) Funkfrequenz 143.9875 MHz (FFVL Sicherheitsfrequenz - "Frequence Montagne")
Das Verständnis der Luftmassenbewegungen ist am Mont Colombis überlebenswichtig. Die Region liegt im Übergangsbereich zwischen dem Nordalpen-Klima und dem mediterranen Klima, was zu einer einzigartigen, oft explosiven Mischung führt.
Das dominierende Element in den unteren Schichten (bis ca. 1.500m, an starken Tagen bis 2.000m) ist der Talwind der Durance.
Entstehung: Die Durance ist eines der großen Alpentäler, das sich zur Provence hin öffnet. Im Laufe des Tages saugen die aufgeheizten Gebirgsmassive der Inneralpen (Briançonnais, Ecrins) gigantische Luftmassen aus der Provence an.
Verlauf am Colombis: Der Talwind weht am Colombis primär aus Süd bis Süd-West. Da das Tal bei Tallard und Gap relativ breit ist, strömt die Luft noch moderat. Verengt sich das Tal jedoch Richtung Espinasses und Serre-Ponçon (genau dort, wo der Colombis steht), entsteht ein Düseneffekt (Venturi).
Die Gefahr: Am Landeplatz im Tal kann dieser Wind am Nachmittag (ab 14:00/15:00 Uhr im Sommer) Stärken von 30-40 km/h erreichen. Für Gleitschirme ist das oft am Limit oder darüber. Am Startplatz oben kann gleichzeitig noch moderate Thermik herrschen, während unten "die Hölle los ist".
Merksatz für Piloten: Der Talwind am Colombis ist nicht Ihr Freund für die Landung am Nachmittag, aber er ist der Motor für die Thermik an den Flanken.
Die größte meteorologische Gefahr am Mont Colombis ist der Nordwind, lokal oft als Mistral oder einfach "Le Nord" bezeichnet.
Topografische Falle: Der Startplatz ist nach Westen/Südwesten ausgerichtet. Hinter dem Startplatz (im Osten/Nordosten) fällt das Gelände steil ab. Kommt der Wind überregional aus Nord oder Nordost, liegt der Startplatz im massiven Lee des Gipfelgrates.
Das trügerische Idyll: Ein klassisches Unfallszenario am Colombis ist folgendes: Überregionaler Wind weht mit 20-30 km/h aus Nordost. Am Startplatz auf der Westseite bildet sich ein stabiler Rotor. Der Wind scheint von vorne (West) den Hang heraufzukommen – perfekt zum Starten. Sobald der Pilot abhebt und die schützende bodennahe Schicht verlässt oder ein Stück rausfliegt, trifft ihn die turbulente Scherung oder der massive Abwind des Lees. Klapper in Bodennähe sind die Folge.
Indikatoren:
Der See: Schauen Sie auf den Lac de Serre-Ponçon. Wenn sich Schaumkronen ("Moutons") bilden, die von Norden nach Süden wandern (also vom Embrunais Richtung Staumauer), herrscht Nordwind.
Wolken: Lenticularis-Wolken über den Ecrins oder dem Dévoluy-Massiv.
Messwerte: Checken Sie die Balisen (Wetterstationen) am Piolit oder am Pic de Morgon. Wenn diese Nordkomponente zeigen, packen Sie nicht aus.
Der Mont Colombis ist eine verlässliche Thermikquelle, aber er hat seinen eigenen Rhythmus.
Der Vormittag (bis 11:00 Uhr): Die Ostflanken werden besonnt. Hier zu fliegen ist extrem schwierig, da es keine offiziellen Startplätze nach Osten gibt und die Hochspannungsleitungen dort verlaufen. Zudem fliegt man dann gegen den sich aufbauenden Talwind.
Der Mittag (ab 11:30 Uhr): Dies ist der "Magic Moment" im Sommer. Die Sonne ist weit genug herumgewandert, um die steilen Westflanken und die Felsbänder unterhalb des Gipfels zu heizen. Der Talwind beginnt, die Thermik am Hang zu unterstützen ("Anlehnung").
Der Auslöser ("Trigger"): Der berühmteste Triggerpunkt befindet sich ca. 200 Meter links (südlich) vom Startplatz. Dort gibt es eine markante Einschartung ("Notch" oder "Entaille") im Grat, über der fast immer der "Bart" (Kern der Thermik) steht. Piloten sollten nach dem Start nicht planlos geradeaus fliegen, sondern gezielt diese Kerbe ansteuern und eng eindrehen.
Der Nachmittag: Die Thermik wird großflächiger, aber oft auch zerrissener durch den stärkeren Talwind.
Der Abend (Restitution): Wenn das Tal der Durance in den Schatten fällt (ab ca. 18:00/19:00 Uhr im Hochsommer), gibt der Mont Colombis seine gespeicherte Wärme ab. Da er als einzelner Berg in der kühleren Talluft steht, fließt die warme Luft sanft und großflächig an den Flanken nach oben. Dies ermöglicht butterweiche Flüge bis zum Sonnenuntergang ("Sunset Soaring").
Im Gegensatz zu Fluggebieten wie Chamonix oder St. Hilaire gibt es am Colombis keine Bergbahn. Die Logistik erfordert Planung.
Der strategische Sammelpunkt ist der Bereich um Remollon und Espinasses.
Von Norden (Grenoble/Gap): Nehmen Sie die D900B. Ca. 15 km nach Gap erreichen Sie Remollon.
Der offizielle Landeplatz liegt nach Remollon und vor Espinasses. Achten Sie auf der langen Geraden der D900B auf die Abzweigung rechts (von Gap kommend) kurz vor der Kläranlage.
Parken am Landeplatz: Bitte parken Sie so, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht behindert werden. Oft treffen sich Piloten hier, um Autos abzustellen und mit einem Fahrzeug hochzufahren.
Die Auffahrt ist lang, aber landschaftlich reizvoll und vollständig asphaltiert (wenn auch schmal).
Vom Landeplatz zurück nach Remollon.
Im Ort Remollon abbiegen auf die D53 Richtung Théus.
Durch das Dorf Théus fahren (Vorsicht: Engstellen!).
Ab Théus windet sich die Straße in Serpentinen den Berg hinauf. Sie passieren die "Salle de Bal des Demoiselles Coiffées".
Weiter bis zum Gipfel ("Sommet"). Die Straße endet am Gittertor der Sendeanlage (Relais TV/Telecom).
Zeitbedarf: Rechnen Sie mit 30 bis 35 Minuten reiner Fahrzeit vom Landeplatz bis zum Gipfel.
Parken am Gipfel: Rechts vom Tor der Sendeanlage führt ein kurzer Schotterweg zu einer kleinen Parkfläche. Platzsparend parken ist Pflicht!
Tipp für Tramper: Da die Straße eine Sackgasse ist, fahren alle Autos, die hochfahren, auch zum Gipfel (Touristen, Wanderer). Hitchhiking (Autostopp) von Théus aus funktioniert oft gut, wenn man als Pilot erkennbar ist (Gleitschirmrucksack).
Für sportliche Piloten ist der Aufstieg zu Fuß die ästhetischste Art, den Berg zu bezwingen.
Start: Théus (Dorfplatz oder Parkplatz am Ortseingang).
Route: Folgen Sie den gelben Wanderwegmarkierungen zum "Mont Colombis". Der Weg führt spektakulär durch die Erosionslandschaften.
Daten: Ca. 900 Höhenmeter ab Théus. Dauer: 2 - 2,5 Stunden.
Vorteil: Man ist unabhängig von Fahrgemeinschaften und erlebt die Geologie hautnah.
Angekommen am Gipfel, müssen Sie den eigentlichen Startplatz finden und beurteilen.
Vom Parkplatz an der Antenne gehen Sie rechts am Zaun der Anlage vorbei. Ein kleiner Pfad führt ca. 70 Höhenmeter bergab Richtung Westen/Südwesten.
Achtung: Sie müssen oft einen elektrischen Weidezaun überqueren. Es gibt meist isolierte Griffe. Schließen Sie den Zaun unbedingt wieder! Weidetiere sind die Landschaftspfleger hier; entkommene Tiere sorgen für massiven Ärger mit den Bauern und gefährden das Fluggebiet.
Der Startplatz selbst ist eine geneigte Wiese, durchsetzt mit Steinen und niedrigem Büschwerk. Es ist kein englischer Rasen wie in Planfait (Annecy).
Auslegung: Platz für 2-3 Schirme nebeneinander.
Neigung: Das Gelände wird nach vorne hin steiler. Ein Startabbruch muss frühzeitig erfolgen, bevor man in das steilere, steinige Gelände gerät.
Bevor Sie auslegen, beobachten Sie die Zyklen.
Beobachtung: Kommt der Wind konstant von vorne? Gibt es "Löcher" (Nullwind)? Dreht er zwischendurch auf Nord?
Timing: Wie erwähnt, ist 11:30 bis 13:00 Uhr oft ideal für den ersten Start. Vorher kann es sein, dass kühle Luft aus der Nacht noch den Hang hinabfließt (Katabatik) oder der Ostwind über den Grat schwappt.
Technik: Aufgrund des oft thermischen Windes ist der Rückwärtsstart (Reverse Launch) die empfohlene Methode. Sie erlaubt die Kontrolle der Kappe und den Abbruch, falls eine starke Ablösung durchzieht. Vorwärtsstarts sind nur bei sehr schwachem Wind ratsam und bergen auf dem steinigen Untergrund Stolpergefahr.
Nach dem Abheben beginnt das Spiel mit der unsichtbaren Energie.
Drehen Sie nach dem Start sofort nach links (Süden). Fliegen Sie entlang des Grates bis zur erwähnten Einschartung ("Notch"). Hier steht oft der Bart.
Fehler: Viele Gastpiloten suchen zu weit draußen oder zu weit nördlich.
Gefahr: Lassen Sie sich beim Kreisen nicht hinter den Grat (nach Osten) versetzen. Dort warten Abwind und die Hochspannungsleitung.
Haben Sie Basishöhe erreicht (oft 2.500m - 3.000m im Sommer), öffnet sich das Spielfeld.
Option A: Die Transition zum Pic de Morgon (Der Klassiker)
Dies ist die prestigeträchtigste Route, aber sie erfordert Mut.
Ausgangshöhe: Minimum 2.200m am Colombis.
Weg: Gleiten Sie Richtung Osten über das Tal der Durance hinweg zum mächtigen Massiv des Pic de Morgon (erkennbar als riesiges Amphitheater über dem See).
Herausforderung: Sie überfliegen den See oder das breite Flusstal. Sinken Sie zu stark, müssen Sie den Landeplatz in St. Vincent les Forts oder am Seeufer erreichen.
Belohnung: Der Pic de Morgon ist thermisch extrem aktiv. Von dort liegt Ihnen das gesamte Ubaye-Tal zu Füßen.
Option B: Die "Petit Tour" (Piolit - Chabrières)
Weg: Vom Colombis nach Norden springen zum Piolit.
Vorteil: Man bleibt näher an der Zivilisation und den Straßen um Chorges.
Anschluss: Vom Piolit weiter zu den Aiguilles de Chabrières (die markanten Felsnadeln über der Skistation Réallon).
Option C: Richtung Sisteron (Süden)
Mit dem Nordwind im Rücken (wenn er schwach ist!) Richtung Süden zu fliegen, ist möglich, führt aber schnell in komplexes Gelände und Lufträume Richtung Tallard.
Die Region um Gap-Tallard ist ein Zentrum der allgemeinen Luftfahrt.
R196: Ein militärisches Übungsgebiet, das oft aktiv ist. Prüfen Sie die NOTAMs und die AZBA-Karten (Activités Zones Basse Altitude).
Segelflugzeuge: Tallard ist ein Mekka für Segelflieger. Rechnen Sie jederzeit mit schnellem Verkehr, besonders in der Thermik. Die Devise lautet: "Sehen und gesehen werden". Fliegen Sie defensiv.
Die Landung am Mont Colombis ist der Teil, der am häufigsten unterschätzt wird. Der Landeplatz bei Remollon/Espinasses hat seine Tücken.
Wie in den Recherchen hervorgehoben, wurde der offizielle Landeplatz durch den Bau eines Bike-Cross-Parcours (BMX/Mountainbike-Hügel) in der Mitte geteilt.
Konsequenz: Die effektiv nutzbare Länge des Platzes wurde halbiert. Was früher eine riesige Wiese war, ist nun ein begrenztes Feld mit Hindernissen am Rand.
Empfehlung: Peilen Sie den Landepunkt präzise an. Ein "Ausgleiten lassen" bis zum Ende des Feldes ist nicht mehr möglich, da Sie sonst in den Erdhügeln des Bike-Parks landen. Dies ist besonders bei wenig Wind gefährlich (hohe Grundgeschwindigkeit).
Am Nachmittag landen Sie fast immer gegen einen strammen Südwind (Talwind).
Position: Bauen Sie Höhe luvseitig (gegen den Wind versetzt) ab oder über einer Position, von der Sie sicher gegen den Wind zum Landepunkt vordringen können.
Fehler: Wer sich zu weit nach Lee (hinter den Landeplatz, Richtung Gap) treiben lässt, schafft es im Gegenwind (30 km/h) eventuell nicht mehr zurück zum Feld.
Turbulenz: Der Talwind ist meist laminar, aber in Bodennähe durch Baumreihen oder Gebäude (Kläranlage) mechanisch turbulent. Fliegen Sie mit Fahrtüberschuss an (Hände hoch!).
Sollten Sie den offiziellen Landeplatz nicht erreichen (z.B. weil Sie beim Thermikfliegen abgedriftet sind), bietet das Durance-Tal viele landwirtschaftliche Flächen.
Regel: Landen Sie niemals in hohem Gras oder stehenden Kulturen! Suchen Sie gemähte Wiesen oder Brachflächen.
Verhalten: Falten Sie Ihren Schirm am Rand des Feldes zusammen, nicht mitten drin. Seien Sie höflich zu Bauern – das Fluggebiet hängt von deren Wohlwollen ab.
Zusammenfassend lassen sich die Risiken am Mont Colombis in drei Kategorien einteilen:
Meteorologisch:
Nordwind: Tödliche Falle durch Lee-Rotoren am Start.
Gewitter: Im Sommer bilden sich über den Ecrins oft schnell Gewitter (Orages). Da der Colombis frei steht, sind Sie dem Blitzschlag exponiert. Beobachten Sie die Entwicklung über dem Hochgebirge im Norden genau. Wenn die "Congestus"-Wolken zu "Cumulonimbus" (Amboss) werden, müssen Sie längst am Boden sein.
Technisch:
Startabbruch: Zögern Sie nicht, einen Start abzubrechen, wenn die Kappe nicht sauber steigt. Das steinige Gelände verzeiht kein Stolpern.
Kollisionen: An guten Tagen kann es im "Hausbart" voll werden. Beachten Sie die Vorflugregeln (Hangflugregeln: Berg am rechten Flügel hat Vorfahrt; Kurvenflugregeln).
Infrastrukturell:
Stromleitungen (Ostseite).
Weidezäune am Start.
Bike-Park am Landeplatz.
Viele Piloten reisen mit nicht-fliegenden Partnern oder Familie. Der Mont Colombis bietet auch für sie viel.
Auf dem Weg zum Startplatz (oder als separate Wanderung) ist der Besuch des "Salle de Bal" (Ballsaal) der Demoiselles Coiffées Pflicht.
Was ist das? Eine Ansammlung von über 100 Erdpyramiden, gekrönt von Felsblöcken. Es ist eine der bedeutendsten Formationen dieser Art in Europa.
Zugang: Gut ausgebaute Wanderwege und Aussichtsplattformen machen das Gelände sicher begehbar.
Der größte künstliche Stausee Frankreichs (nach Volumen) liegt direkt am Fuß des Berges.
Aktivitäten: Baden (Strände bei Rousset oder Chorges), Stand-Up-Paddling, Segeln, Kitesurfen.
Muséoscope du Lac: Ein Museum, das die Geschichte des Tals und den Bau des gigantischen Staudamms (Barrage) erzählt – eine gute Option für Regentage.
Der Mont Colombis ist auch bei Rennradfahrern beliebt ("Ventoux der Hautes-Alpes" genannt wegen seiner Steilheit). Die Straße ist ruhig und anspruchsvoll.
Um sich in die lokale Szene zu integrieren und aktuelle Infos zu erhalten:
Activ'Serre-Ponçon: Die lokale Instanz in Chorges. Bietet Kurse, Guiding und Tandemflüge an. Sie kennen das Wetter am besten und sind oft am Berg anzutreffen.
Web: activserreponcon.fr
Tel: +33 6 61 77 63 64
Différen'ciel: Ein sehr aktiver Club aus Gap. Sie organisieren oft Events und pflegen die Startplätze der Region (z.B. auch La Croupe de Charance).
Kontakt: Facebook-Seite des Clubs für spontane Verabredungen.
Serre-Ponçon Vol Libre: Basis in Chorges.
Nach dem Flug trifft sich die Szene oft:
Bar des Sports in Remollon: Klassische französische Bar, wo man bei einem Pastis oder Panaché den Flugtag analysiert.
Campingplätze: Viele Piloten übernachten auf dem "Camping Le Petit Liou" oder "La Presqu'île". Dort findet oft ein reger Austausch statt.
An manchen Tagen ist der Colombis nicht die beste Wahl. Hier eine Entscheidungshilfe für die Region Serre-Ponçon.
Der Mont Colombis ist kein "Fast-Food-Fluggebiet". Er verlangt Auseinandersetzung mit der Natur, Geduld bei der Anreise und Respekt vor der Aerologie. Wer diese Investition tätigt, wird mit Flügen belohnt, die in Erinnerung bleiben: Das Kreisen über den bizarren Erdpyramiden, der Blick auf das türkisfarbene Wasser des Sees und das majestätische Gleiten im Sonnenuntergang über dem Durance-Tal.
Für den Piloten, der den Schritt vom Schüler zum "Airman" machen will, ist der Mont Colombis die perfekte Schule. Respektieren Sie den Nordwind, achten Sie auf den Talwind und genießen Sie eines der schönsten Panoramen der Alpen.
Bon Vol!