
1 Startplatz, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Das Gasselhöhe-Dossier: Eine erschöpfende Monographie über das Gleitschirmfliegen an der Reiteralm
In der dicht besiedelten Topographie der alpinen Fluggebiete, wo Bergbahnen oft als bloße Förderbänder für den Massentourismus fungieren und Startplätze zu überfüllten Wartezonen verkommen, nimmt die Reiteralm – und im Speziellen der Startplatz an der Gasselhöhe – eine Sonderstellung ein. Während die benachbarten Flugberge Planai und Hochwurzen durch ihre unmittelbare Erreichbarkeit und die Nähe zum urbanen Zentrum Schladmings eine hohe Frequenz an Piloten, Tandemunternehmen und Flugschülern aufweisen, präsentiert sich die Reiteralm als ein Refugium für den diskreten Connaisseur des Flugsports.
Dieses Dokument dient nicht als bloße Ergänzung zum offiziellen Geländeeintrag des Deutschen Hängegleiterverbands (DHV) oder des Österreichischen Aero-Clubs. Es versteht sich vielmehr als eine umfassende operative Studie, ein "Dossier", das den Anspruch erhebt, jede meteorologische Nuance, jede logistische Hürde und jede aerodynamische Besonderheit dieses Terrains zu beleuchten. Die Reiteralm ist kein "Drive-In"-Flugberg. Sie fordert vom Piloten eine Investition – sei es physisch durch den unumgänglichen Aufstieg oder mental durch die Auseinandersetzung mit den komplexen Windsystemen des Ennstals.
Der vorliegende Bericht richtet sich an den erfahrenen Piloten, der versteht, dass Sicherheit nicht durch das bloße Vorhandensein einer Start- und Landeplatzlizenz garantiert wird, sondern durch tiefgreifendes Wissen über die unsichtbaren Strömungen der Luft. Wir werden die thermischen Triggerpunkte analysieren, die nicht in den Karten verzeichnet sind, die "Fallen" des Talwindsystems bei Pichl dekonstruieren und die strategischen Optionen für Streckenflüge (XC) bewerten, die diesen Startplatz zu einem der unterschätzten Juwele der Steiermark machen.
Um die Reiteralm fliegerisch zu beherrschen, muss man zunächst das Gefäß verstehen, in dem man sich bewegt: das Ennstal. Es ist eines der großen Längstäler der Ostalpen, das sich in west-östlicher Richtung erstreckt und eine massive Barriere zwischen den Niederen Tauern im Süden (wo sich die Reiteralm befindet) und dem Dachsteingebirge im Norden bildet.
Die Reiteralm liegt an der Nordflanke der Schladminger Tauern. Dies bedeutet, dass der Pilot beim Start nach Norden oder Nordwesten blickt, direkt auf die Südwände des Dachsteins. Diese geografische Konstellation ist für die Aerologie von entscheidender Bedeutung.
Der Kontrast: Wir haben es mit einem extremen Kontrast der Oberflächenbeschaffenheit zu tun. Die Reiteralm und ihre Nachbarn (Hochwurzen, Planai) sind vergleichsweise sanfte, grasbewachsene Berge (Schiefergestein, Grauwackenzone). Gegenüber steht der Dachstein, ein gigantischer Kalkstock, der sich wie eine weiße Wand erhebt.
Die Thermische Asymmetrie: Der Dachstein fungiert als gewaltige Heizplatte. Seine nackten Felswände heizen sich schneller und stärker auf als die grasbewachsenen Hänge der Tauernseite. Dies erzeugt eine permanente Saugwirkung – die "Dachstein-Pumpe". Luftmassen werden aus dem Talboden angesaugt und steigen an den Südwänden des Dachsteins auf. Für den Piloten auf der Reiteralm bedeutet dies, dass die Talquerung nach Norden oft durch sinkende Luftmassen über der Talmitte erschwert wird, bevor man den Anschluss an die starke Thermik der Nordseite findet.
Der Startplatz befindet sich nicht, wie oft irrtümlich angenommen, direkt an der Bergstation des Preunegg Jets oder der Reiteralmhütte. Er liegt höher, am Grat der Gasselhöhe auf ca. 2001 Metern Seehöhe.
Exposition: Der Grat verläuft grob in Nord-Süd-Richtung und fällt nach Westen hin ab. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber vielen reinen Nord-Startplätzen. Während reine Nordhänge oft erst spät thermisch aktiv werden oder vom überregionalen Wind "totgeblasen" werden können, fängt die Westflanke der Gasselhöhe die Nachmittagssonne optimal ein.
Die Kessel-Struktur: Östlich und südlich des Startplatzes formen die Gipfel von Gasselhöhe, Rippeteck und Schober einen Kessel, in dessen Zentrum der Spiegelsee liegt. Dieser Kessel ist aerodynamisch faszinierend: Er sammelt Warmluftpakete, die dann pulsierend an den Graten (den "Abrisskanten") freigesetzt werden.
Ein Blick auf die Karte offenbart eine Verengung des Ennstals genau auf der Höhe von Pichl, dem Landeort. Westlich von Schladming weitet sich das Tal leicht, bevor es sich bei Mandling wieder verengt. Pichl liegt in einem Übergangsbereich.
Venturi-Effekt: Wenn der Talwind, das dominierende Windsystem im Ennstal, einsetzt, wird er durch diese orografischen Verengungen beschleunigt. Piloten müssen verstehen, dass die Windgeschwindigkeit am Gipfel (2000m) oft nur 10 km/h betragen kann, während im Tal (770m) bereits ein strammer Wind mit 25 km/h bläst. Dies ist keine "bögige" Störung, sondern ein laminares, aber kräftiges Phänomen, das präzise Landeinteilungen erfordert.
Die Reiteralm selektiert ihre Besucher. Anders als auf der Planai, wo man mit Halbschuhen und Schirm im Packsack aus der Gondel stolpert, verlangt die Gasselhöhe eine physische Investition. Diese Hürde – der Aufstieg – ist der Grund, warum der Startplatz selbst an Wochenenden oft menschenleer ist, während sich an anderen Bergen die Schirme stapeln.
In der Sommersaison (ca. Ende Mai bis Mitte Oktober) erfolgt der Zugang primär über den Preunegg Jet.
Anfahrt: Von Pichl aus folgt man der Beschilderung zur Talstation des Preunegg Jet. Parkplätze sind reichlich vorhanden und kostenfrei.
Die Gondelfahrt: Die moderne 8er-Gondelbahn überwindet in wenigen Minuten die Höhendifferenz von 1030m auf 1740m.
Betriebszeiten-Check: Ein alter Mythos besagt, die Bahn fahre im Sommer nur donnerstags. Dies ist veraltet, aber nicht gänzlich falsch in Bezug auf die Nebensaison. In der Hauptsaison (Juli/August) ist meist täglicher Betrieb. In der Vor- und Nachsaison kann der Betrieb auf Wochenenden (Fr-Mo) eingeschränkt sein. Ein Blick auf ski-reiteralm.at vor der Abfahrt ist obligatorisch.
Die Mautstraßen-Option: Für Puristen oder Sparfüchse (oder wenn die Bahn stillsteht) gibt es die Reiteralmstraße. Es ist eine mautpflichtige Privatstraße, die von Pichl bis zur Eiskarhütte bzw. Reiteralmhütte führt. Die Mautgebühr ist moderat, aber bedenken Sie: Sie müssen nach dem Flug wieder irgendwie hinauf zu Ihrem Auto kommen. Diese Option eignet sich also primär für "Top-Lander" oder Gruppen mit einem Fahrer, der das Auto ins Tal bringt.
Der "Hike": Ab der Bergstation Preunegg Jet (1740m) beginnt der eigentliche Teil. Der Weg Nr. 66 führt vorbei an der Gasselhöh-Hütte hinauf zum Gipfelkreuz der Gasselhöhe (2001m).
Zeitbudget: Der DHV gibt optimistische 20-30 Minuten an. Mit einer 15-20 kg schweren Gleitschirmausrüstung, bei sommerlicher Hitze und in steilem Gelände, sollten Sie realistisch 40 bis 50 Minuten einplanen.
Wegbeschaffenheit: Es handelt sich um einen gut ausgebauten Wanderweg, der jedoch im oberen Teil schottrig und steil wird. Gutes Schuhwerk (mindestens knöchelhohe Wanderschuhe, keine reinen Turnschuhe) ist für den Startlauf und den Aufstieg essenziell.
Im Winter verwandelt sich die Logistik grundlegend. Die Reiteralm ist Teil der 4-Berge-Skischaukel und extrem gut erschlossen.
Silver Jet: Die Hauptzubringerbahn startet in Gleiming (ganz im Westen des Skigebiets, noch vor Pichl).
Gasselhöhe-Sesselbahn: Im Winter läuft der 6er-Sessel "Gasselhöhe II" bis fast ganz hinauf (Bergstation auf ca. 1860m). Von hier ist der Aufstieg zum Gipfelkreuz deutlich kürzer (ca. 10-15 Minuten durch den Schnee).
Schneeschuhe/Tourenski: Ohne Auftriebshilfen kann der kurze Marsch im Tiefschnee zur Qual werden. Oft ist jedoch ein Winterwanderweg präpariert.
Liftpersonal: Ein großes Lob muss hier dem Personal der Reiteralm ausgesprochen werden. Sie sind an Gleitschirmflieger gewöhnt und äußerst hilfsbereit. Es ist üblich, dass Sessellifte verlangsamt oder Piloten sogar vorgelassen werden – eine Seltenheit in hochfrequentierten Skigebieten.
Der DHV-Bericht klassifiziert das Gelände als "einfach". Aerologisch gesehen ist diese Simplifizierung jedoch gefährlich. Das Ennstal ist ein mächtiges Windsystem, und die Reiteralm sitzt an einer exponierten Stelle.
Die Reiteralm liegt nördlich des Alpenhauptkamms (Niedere Tauern). Bei einer klassischen Föhnwetterlage (Wind aus Süd strömt über die Alpen) liegt die Reiteralm im Lee der Tauern.
Das Tückische: Am Startplatz Gasselhöhe kann es bei leichtem Föhn windstill sein oder sogar thermisch leicht von Norden anströmen (durch Rotoren). Doch die Luftmasse darüber ist turbulent und extrem gefährlich.
Indikatoren: Beobachten Sie die Wolken über dem Tauernhauptkamm (südlich von Ihnen). Sehen Sie Föhnmauern oder Linsenwolken (Lenticularis)? Wenn ja, packen Sie nicht einmal aus. Ein Start bei Südlage ist auf der Reiteralm ein absolutes Tabu. Die Rotoren, die von den südlichen Gipfeln (Rippeteck, Schober) in den Kessel des Spiegelsee fallen, sind unsichtbar und brachial.
Der Talwind ist der Motor des Ennstals. Er weht tagsüber von Ost nach West (talaufwärts).
Tagesgang:
Vormittags (bis 11:00): Oft noch Bergwind (Talabwind) aus West. Startbedingungen am Gasselhöhe-Weststart ideal, aber Landung in Pichl kann Rückenwind bedeuten.
Mittags (11:00 - 14:00): Umkehrphase. Der Talwind setzt ein und dreht auf Ost.
Nachmittags (ab 14:00): Der "Bayerische Wind" (überregionales Einfließen aus dem Alpenvorland) kann den Talwind verstärken. In Pichl sind dann Windgeschwindigkeiten von 20-30 km/h keine Seltenheit.
Höhenschichtung: Es ist wichtig zu verstehen, dass der Talwind eine "Fluss"-Höhe hat. Er reicht oft bis 1500m oder 1800m hinauf. Darüber herrscht der überregionale Meteowind. Am Startplatz (2000m) können Sie perfekten Westwind haben, während im Tal ein strammer Ostwind herrscht. Diese Scherung müssen Sie beim Abstieg einkalkulieren.
Dies ist der wichtigste "Insider-Tipp" für Ihre Sicherheit. Das Preuneggtal mündet bei Pichl von Süden her in das Ennstal.
Das Phänomen: Aus dem Preuneggtal fließt oft eine kühlere Luftmasse (Katabatik) oder ein abgelenkter Talwind aus. Dieser trifft im rechten Winkel auf den Ennstalwind.
Die Zone: Genau dort, wo die Preuneggstraße den Hang hinaufführt, entsteht eine Scherungszone. Wer hier zu tief und zu langsam fliegt, um "noch schnell über die Straße zu kommen", riskiert massive Kappenstörungen in Bodennähe.
Gegenmaßnahme: Halten Sie im Landeanflug deutlichen Abstand zum Hangfuß und zur Preuneggstraße. Fliegen Sie lieber etwas weiter in die Talmitte hinaus, auch wenn dort der Talwind stärker ist, als in der turbulenten Mischzone am Hang zu "kratzen".
Der Flug von der Reiteralm ist weit mehr als ein "Abgleiter". Durch die westliche Ausrichtung beginnt der thermische Tag hier später, dauert aber oft länger.
Der Startplatz ist eine weite, mäßig steile Almwiese.
Auslegen: Es gibt genug Platz für mehrere Schirme. Achten Sie auf Kuhfladen und Weidezäune.
Startlauf: Aufgrund der Höhe (2000m) ist die Luftdichte geringer. Sie müssen schneller laufen als im Flachland, um abzuheben. Seien Sie darauf vorbereitet. Der Start bricht nicht abrupt ab, aber das Gelände wird steiler. Ein entschlossener Lauf ist notwendig.
Windcheck: Blick auf den Windsack und auf die Wasseroberfläche des Spiegelsee unten. Kräuselt sich das Wasser stark? Aus welcher Richtung? Wenn Schaumkronen auf dem kleinen See sichtbar sind, ist der Wind in der Höhe zu stark für einen sicheren Flug.
Wo steigt es?
Der Rippeteck: Fliegen Sie nach dem Start nach links (Süden) Richtung Rippeteck. Die dunklen Felsformationen heizen sich auf. Hier steht oft der "Hausbart".
Die Schober-Flanken: Weiter südlich bietet der Schober massive Flanken. Aber Vorsicht: Fliegen Sie nicht in das Lee des Schobers bei Nordwind!
Spiegelsee-Umrundung: Meiden Sie die Mitte des Sees. Fliegen Sie die Grate ab, die den See umrahmen. Hier trifft die Thermik auf den Gratwind – eine Konvergenzlinie, die sanftes, aber beständiges Steigen ermöglicht.
Von der Reiteralm aus bieten sich kleine, aber feine XC-Routen an.
Das kleine Dreieck: Gasselhöhe -> rüber zum Rittisberg (Westen) -> Querung zur Hochwurzen -> zurück zur Landung in Pichl.
Die Dachstein-Querung: Wer hoch genug basisnahe kommt (2500m+), kann den Sprung über das Ennstal zur Dachstein-Südwand wagen. Dies ist ein atemberaubendes Erlebnis.
Warnung: Die Talmitte sinkt oft stark ("Dachstein-Pumpe"). Starten Sie die Querung nie unter 2200m, sonst "saufen" Sie in der Talmitte ab und müssen auf einer der vielen Wiesen im Talaußenlanden (was im Ennstal meist unproblematisch ist, aber organisatorisch lästig).
Der Landeplatz ist offiziell als "einfach" gelistet, aber er hat seine Tücken, besonders am Nachmittag.
Lage: Östlich des Badesees Pichl und östlich des Café Gerharter. Koordinaten: N 47°23'10.71" E 13°37'12.82".
Windsack: Es steht meist ein Windsack auf dem Heustadel in der Wiese oder in der Nähe des Cafés. Suchen Sie ihn frühzeitig!
Hindernisse:
Stromleitungen: Eine Hochspannungsleitung verläuft durch das Ennstal. Lokalisieren Sie diese vor dem Start auf Google Earth oder der Karte. Sie ist das tödlichste Hindernis im Tal.
Die Bahnlinie: Die Eisenbahn verläuft parallel zum Fluss Enns. Nicht über den Gleisen "parken".
Da der Talwind meist aus Ost kommt, landen Sie Richtung Osten.
Position: Bauen Sie Ihre Höhe südlich des Landeplatzes ab (über dem Hangfuß, aber mit Abstand zur Preunegg-Turbulenz).
Gegenanflug: Fliegen Sie mit Rückenwind (West nach Ost). Sie werden sehr schnell sein! Unterschätzen Sie Ihre Geschwindigkeit über Grund nicht.
Quer- und Endanflug: Drehen Sie rechtzeitig ein. Im Endanflug gegen den Ostwind kann Ihre Vorwärtsfahrt auf wenige km/h sinken. Wenn der Wind sehr stark ist, müssen Sie vorhalten (nicht den Schirm totdrehen, sondern "achteln").
No-Go Area: Fliegen Sie im Endanflug nicht hinter die Baumreihen oder Häuser beim Café Gerharter. Dort stehen massive Leewalzen (Rotoren), die Sie kurz vor dem Aufsetzen durchsacken lassen können.
Österreich nimmt seinen Luftraum ernst. Auch wenn wir uns hier im "freien" alpinen Raum fühlen, gibt es Regeln.
Militärflugplatz Aigen (LOXN): Östlich von uns, bei Aigen im Ennstal, liegt ein aktiver Militärhubschrauber-Stützpunkt.
Die Kontrollzone (CTR) und die militärischen Nahverkehrszonen (MCTR) sind zu beachten, wenn Sie auf Strecke gehen Richtung Grimming. Für den lokalen Flug an der Reiteralm sind Sie meist außerhalb, aber ein Blick auf die ICAO-Karte ist Pflicht.
Frequenz: Es schadet nicht, die Frequenz von Aigen Tower (wenn aktiv) zu kennen oder zumindest auf der offiziellen Segelflugfrequenz mitzuhören, um Verkehrsinformationen zu erhalten.
Wildschutz: Wir teilen uns den Luftraum mit Steinadlern und Gänsegeiern. Besonders im Bereich der Rippeteck-Wände brüten Vögel. Halten Sie Abstand. Ein aggressiver Adler ist kein Mythos, sondern ein reales Risiko für Ihr Tuch.
Nach dem Flug (oder vor dem Start) gehört die Einkehr dazu.
Eiskarhütte (1700m): Bekannt für ihre Sonnenterrasse. Perfekt, um bei einem Kaffee die Wolkenentwicklung über den Tauern zu studieren, bevor man den finalen Hike zur Gasselhöhe antritt.
Reiteralmhütte: Urig und direkt im Wandergebiet gelegen.
Café Hermann/Gerharter: Direkt am Landeplatz. Der Treffpunkt für das "Lande-Bier". Hier trifft man oft lokale Piloten, die wertvolle Tagesinfos haben.
Zwei große Player dominieren die Region und sind Ansprechpartner für Tandemflüge oder Guiding:
Flugschule Aufwind: Basis in Ramsau (am Dachstein). Sie kennen die Reiteralm wie ihre Westentasche und sind oft für Schulungen dort, wenn die Planai zu voll ist.
Sky Club Austria: Basis in Gröbming/Moosheim. Eine Institution im österreichischen Flugsport. Sie betreiben den Stoderzinken, nutzen aber auch die Reiteralm für fortgeschrittene Kurse.
Bei Nordwind: Gehen Sie zur Planai oder zum Hauser Kaibling. Diese Startplätze sind besser nach Norden ausgerichtet.
Bei Ostwind: Der Stoderzinken oder der Bischling (in Werfenweng, etwas weiter weg) sind dann oft die besseren Optionen.
Für "faule" Tage: Wenn Sie nicht laufen wollen, ist die Hochwurzen oder die Planai die Wahl. Dort fallen Sie quasi aus der Gondel an den Start.
Die Reiteralm ist ein Filter. Sie filtert die Bequemen, die Unvorbereiteten und die Lärmenden aus. Wer übrig bleibt, ist eine Gemeinschaft von Piloten, die den Sport als naturnahes Erlebnis begreifen. Der Startplatz Gasselhöhe bietet an guten Tagen eine thermische Qualität und eine Ruhe, die im kommerzialisierten Schladminger Raum ihresgleichen sucht.
Doch dieser Berg verzeiht weniger Fehler. Die Kombination aus hochalpinem Start (2000m), anspruchsvoller Meteorologie (Föhn-Lee) und komplexer Landung (Talwind + Preunegg-Turbulenz) verlangt Respekt. Wer sich vorbereitet, wer das "Gasselhöhe-Protokoll" verinnerlicht, wird hier Flüge erleben, die in Erinnerung bleiben – nicht wegen der Rekordkilometer, sondern wegen der Intensität des Erlebens über dem Spiegelsee.
Haftungsausschluss: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport. Dieser Bericht basiert auf Recherchen und Erfahrungen zum Zeitpunkt der Erstellung. Bedingungen können sich täglich ändern. Konsultieren Sie immer aktuelle Wetterberichte, lokale Piloten und die offiziellen Stellen vor jedem Flug.