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Hochwurzen

Startplätze:3
Landungen:1
Koord.:47.3600°N, 13.6390°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

3 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Hochwurzen Startplatz 1

Start
Höhe1812m ü. M.
Koord.47.3600, 13.6390
WindNW-N
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Hochwurzen Startplatz 2

Start
Höhe1812m ü. M.
Koord.47.3588, 13.6395
WindW
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Hochwurzen Startplatz 3

Start
Höhe1808m ü. M.
Koord.47.3603, 13.6402
WindO
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Hochwurzen Landeplatz

Landung
Höhe772m ü. M.
Koord.47.3870, 13.6218
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Kompendium Hochwurzen: Aerologische Analyse, Logistik und taktisches Flugbuch für das Ennstal

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Einleitung: Die strategische Bedeutung der Hochwurzen im Ennstal-System

Die Hochwurzen, gelegen auf 1.850 Metern über dem Meeresspiegel in den Schladminger Tauern, nimmt im Portfolio der ostalpinen Fluggebiete eine faszinierende Hybridstellung ein. In den Datenbanken der großen Verbände oft lapidar als „ganzjähriges Schulungsgelände“ klassifiziert , offenbart der Berg bei näherer aerologischer Betrachtung eine Komplexität, die weit über einen reinen Anfängerberg hinausgeht. Für den versierten Piloten stellt die Hochwurzen nicht nur einen Startplatz dar, sondern fungiert als das taktische Scharnier zwischen den sanfteren Grasbergen der Niederen Tauern im Süden und den massiven, thermisch aggressiven Kalkwänden des Dachsteinmassivs im Norden.  

Dieses Kompendium dient als umfassende operative Referenz für Gleitschirmpiloten, die den Anspruch haben, das Fluggebiet Hochwurzen nicht nur zu befliegen, sondern in seiner meteorologischen und logistischen Gesamtheit zu verstehen. Im Gegensatz zu standardisierten Geländebeschreibungen, die sich auf Koordinaten und Höhendifferenzen beschränken, analysiert dieser Bericht die synergetischen Effekte von Talwindsystemen, lokaler Orografie und saisonaler Infrastruktur. Ziel ist es, dem Piloten ein Werkzeug an die Hand zu geben, das eine präzise Risikobewertung ermöglicht und das Potenzial für Streckenflüge (Cross-Country/XC) im Ennstal maximiert.

Die geografische Lage der Hochwurzen am Ausgang des Preuneggtals schafft eine einzigartige Mikrometeorologie. Während die benachbarte Planai oft im Fokus des Massentourismus und großer Wettbewerbe steht, bietet die Hochwurzen durch ihre spezifische Ausrichtung und die Interaktion mit dem Preuneggbach-Talwind („Struppwind“) ein Lehrstück für alpine Aerologie. Wer die Hochwurzen sicher beherrscht, hat das Rüstzeug für die komplexen Windsysteme der gesamten Alpenregion erworben. Dieser Bericht gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Infrastruktur, die oft unterschätzte Logistik, die meteorologischen Besonderheiten sowie taktische Anweisungen für Start, Flug und die kritische Landephase in Pichl.

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Infrastruktur und Logistik: Die „Pichl-Rohrmoos-Diskrepanz“

Eine der signifikantesten Herausforderungen für Piloten, die die Hochwurzen zum ersten Mal besuchen, ist nicht fliegerischer, sondern rein logistischer Natur. Das Fluggebiet ist durch eine infrastrukturelle Zweiteilung gekennzeichnet, die ohne präzise Vorplanung zu erheblichen Zeitverlusten und Frustration führen kann. Man spricht hierbei von der „Pichl-Rohrmoos-Diskrepanz“, die sich aus der geografischen Trennung von Talsiedlung und Bergbahnzugang ergibt.

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Saisonale Zugangsstrategien und Seilbahn-Ökonomie

Die Erschließung der Hochwurzen erfolgt durch ein zweigeteiltes Seilbahnsystem: Die Sektion Hochwurzen I (Preunegg Jet) führt von Pichl bis zur Mittelstation, während die Sektion Hochwurzen II (Gipfelbahn) von Rohrmoos zum Gipfel verläuft. Die Betriebszeiten und die Verfügbarkeit dieser Bahnen variieren saisonal stark, was unterschiedliche logistische Ansätze erfordert.

Das Sommer-Szenario (Mai bis Oktober)

In der Sommersaison ist in der Regel primär die Gipfelbahn ab Rohrmoos für den Publikumsverkehr und damit für Gleitschirmpiloten in Betrieb. Der offizielle, windsackmarkierte Landeplatz befindet sich jedoch in Pichl, im Talboden des Ennstals. Geografisch bedeutet dies, dass der Pilot in Pichl landet, sein Fahrzeug oder der Zugang zur Bahn sich jedoch im höhergelegenen Ortsteil Rohrmoos befindet – eine Distanz von mehreren Kilometern und hunderten Höhenmetern.  

Diese Konstellation erfordert zwingend eine vorausschauende Planung. Piloten, die ihr Fahrzeug am Landeplatz in Pichl parken (beim Café Gerharter), stehen vor der Herausforderung, zur Talstation der Gipfelbahn in Rohrmoos zu gelangen. Die Nutzung des eigenen PKWs zur Auffahrt nach Rohrmoos ist möglich, führt jedoch nach der Landung zu dem Problem, dass das Fahrzeug am Berg oder in Rohrmoos steht, während man selbst im Tal ist.

Die Lösung liegt in der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder organisierter Shuttles. Die Planai-Hochwurzen-Bahnen betreiben Wanderbusse, die den Bahnhof Schladming bzw. Pichl mit der Talstation in Rohrmoos verbinden. Es ist essenziell, den aktuellen Fahrplan vor dem Flug zu konsultieren, da die Taktung in der Nebensaison ausgedünnt sein kann. Eine bewährte Praxis in der lokalen Community ist das „Car-Sharing“: Da fast alle Piloten am Landeplatz Pichl vor demselben logistischen Problem stehen, bilden sich am Treffpunkt Café Gerharter oft spontane Fahrgemeinschaften, bei denen ein Fahrzeug in Pichl verbleibt, während mit einem anderen nach Rohrmoos gefahren wird.  

Das Winter-Szenario (Dezember bis April)

Im Winter wandelt sich die logistische Situation zugunsten des Piloten dramatisch. Durch den Skibetrieb sind oft beide Sektionen (Pichl bis Gipfel) durchgehend in Betrieb. Dies ermöglicht den direkten Einstieg in das Skigebiet ab Pichl, ohne den Umweg über Rohrmoos nehmen zu müssen. Der Pilot kann am Landeplatz in Pichl parken, mit der Bahn direkt zum Gipfel fahren und nach dem Flug wieder direkt am Auto landen.  

Zusätzlich eröffnet der Winterbetrieb die Option der Landung auf dem Schneefeld direkt vor der Talstation in Rohrmoos, sofern dies nicht durch den Skibetrieb oder Sicherheitsnetze unterbunden ist. Dies ermöglicht schnelle Rotationen („Touch-and-Go“) für Trainingszwecke, ohne jedes Mal bis ins tiefe Ennstal abgleiten zu müssen. Piloten müssen jedoch beachten, dass im Winter spezielle Tarife gelten und die Beförderung von Fluggeräten mit Skitickets abgestimmt sein muss. Die Mitnahme von Skiern ist für Tandempassagiere oft obligatorisch, während Solopiloten Fußgänger-Tickets nutzen.

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Parkraum-Management und Basislager

Das Parken am Landeplatz Pichl unterliegt strengen Regeln, die dem Erhalt des Fluggeländes dienen. Das ungeschriebene, aber strikt zu befolgende Gesetz lautet: Niemals auf die Landewiese fahren. Die Wiesen sind landwirtschaftliche Nutzflächen; das Befahren beschädigt die Grasnarbe und gefährdet die Pachtverträge des DFC Stoderzinken und der Flugschule Aufwind.

Offizielle Parkflächen stehen beim Café Gerharter sowie am Freizeitsee Pichl zur Verfügung. Diese Orte fungieren als inoffizielles „Basislager“ der Szene. Hier findet der soziale Austausch statt, hier werden Wetterinformationen geteilt und Fahrgemeinschaften gebildet. Das Café Gerharter dient zudem oft als Treffpunkt für Flugschulen und Tandemunternehmen. Für Piloten, die eine Unterkunft suchen, die maximalen Komfort bietet, ist der Heisshof ein Geheimtipp: Das dortige Blockhaus befindet sich quasi direkt am Rand des Landeplatzes, was einen „Ski-in/Ski-out“-ähnlichen Komfort für Flieger bietet.

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Meteorologische Tiefenanalyse: Das System Ennstal

Das Ennstal ist meteorologisch eines der interessantesten, aber auch anspruchsvollsten Längstäler der Ostalpen. Es fungiert als mächtige Leitlinie für Winde, die zwischen dem Dachsteinmassiv im Norden und den Niederen Tauern im Süden kanalisiert werden. Ein Verständnis dieser Mechanismen ist für die Sicherheit an der Hochwurzen unabdingbar.

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Die Dominanz des Ennstalwindes

Ein Phänomen, das Piloten aus anderen Regionen oft überrascht, ist die Vorherrschaft des Ostwindes im Ennstal. Während in der Höhe oft die in Mitteleuropa typische Westströmung vorherrscht, bildet sich im Talboden an thermischen Tagen zuverlässig ein kräftiger Talwind aus Osten aus.  

Diese Windsysteme entstehen durch den Sog der großen inneralpinen Becken und die Aufheizung der Hänge.

Vormittagsphase: In den frühen Morgenstunden ist der Talwind meist noch schwach ausgeprägt oder es herrscht sogar ein leichter Bergwind (Abfluss kalter Luft). Dies ist die ideale Zeit für Schulungsflüge und Anfänger, da die Bedingungen laminar und berechenbar sind.

Nachmittagsphase: Mit zunehmender Sonneneinstrahlung und thermischer Aktivität frischt der Talwind signifikant auf. Im Bereich des Landeplatzes Pichl können Bodengeschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h erreicht werden.

Die Scherungs-Problematik: Wenn eine überregionale Westwindlage (meteo) herrscht, kämpft diese in der Höhe gegen den thermischen Ost-Talwind am Boden. Dies führt zu einer klassischen Windscherung. Piloten müssen damit rechnen, dass sie beim Sinken von der Westströmung am Gipfel in eine turbulente Mischzone und schließlich in den Ostwind am Boden eintauchen. Diese Konvergenzzone kann sehr turbulent sein und erfordert aktives Fliegen.

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Die „Struppwind“-Singularität

Eine lokale Besonderheit, die den Landeplatz Pichl berüchtigt macht, ist der sogenannte „Struppwind“. Hierbei handelt es sich um ein lokales Windsystem aus dem Preuneggtal, das südlich des Landeplatzes in das Ennstal mündet.

Der Mechanismus: Das Preuneggtal fungiert als Abflusskanal für Kaltluft aus den höheren Regionen der Schladminger Tauern (Ursprungalm, Preunegg). Diese kühle, schwerere Luft fließt talauswärts nach Norden.

Die Kollision: Am Talausgang bei Pichl trifft diese Südströmung im rechten Winkel auf den vorherrschenden Ennstalwind (Ost-West-Achse).

Die Konsequenz: Im Kreuzungsbereich dieser beiden Luftmassen entstehen starke Turbulenzen, Rotoren und unberechenbare Böen. Der Wind kann am Landeplatz schlagartig die Richtung ändern oder extrem böig einfallen.

Indikatoren: Die Beobachtung des Windsacks am Heustadel ist obligatorisch. Ein unruhiger, wild rotierender Windsack oder ein Windsack, der „steht“, während die Bäume in der Umgebung sich bewegen, sind klare Warnzeichen für den Struppwind-Effekt.

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Föhn-Diagnose und Lee-Gefahren

Die Hochwurzen liegt an der Nordseite des Alpenhauptkamms (Niedere Tauern). Bei Südföhnlagen staut sich die Luftmasse südlich des Hauptkamms und kann als turbulenter Fallwind über die Pässe in das Ennstal durchbrechen.  

Warnzeichen: Klassische Indikatoren sind Lenticularis-Wolken (Föhnfische) über dem Dachsteinmassiv oder eine extrem klare Fernsicht gepaart mit ungewöhnlich warmen Temperaturen auf 1.800 Metern Höhe.

Die Lee-Falle am Start: Der Nordstartplatz liegt bei Südwind im Lee des Bergrückens. Da die Startwiese in einer Schneise liegt, kann der Wind dort fälschlicherweise als schwach oder umlaufend wahrgenommen werden, während nur wenige Meter darüber oder seitlich davon starke Turbulenzen herrschen. Ein Start in diese Bedingungen kann lebensgefährlich sein, da der Schirm unmittelbar nach dem Abheben in den Rotor geraten kann. Piloten sollten bei Südwindprognosen extrem vorsichtig sein und gegebenenfalls auf den Stoderzinken oder andere geschütztere Gebiete ausweichen.

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Startplatz-Analyse: Aerodynamik und Psychologie

Die Wahl des korrekten Startplatzes an der Hochwurzen ist die erste und oft wichtigste taktische Entscheidung des Flugtages. Es stehen drei Hauptoptionen zur Verfügung, deren Nutzung stark von der Windrichtung und dem fliegerischen Können abhängt. Die psychologische Komponente – sich nicht von anderen zum Start an einem ungeeigneten Platz verleiten zu lassen – spielt hier eine große Rolle.

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Der Nordstartplatz (Der Standard)

Der Nordstartplatz ist der am stärksten frequentierte Startbereich.

Lage: Er befindet sich direkt unterhalb der Bergstation der Sesselbahn, auf der präparierten Skipiste.  

Charakteristik: Es handelt sich um eine weite, mäßig geneigte Wiese. Im Winter ist der Schnee oft planiert, was das Auslegen und Anlaufen erleichtert. Hindernisse sind kaum vorhanden, was ihn ideal für Schulung, Tandems und weniger routinierte Piloten macht.

Windfenster: Ideal bei Nord (N) und Nord-Ost (NO).

Die tödliche Falle: Bei Westwind liegt dieser Startplatz im aerodynamischen Schatten (Lee) der Bergstation und des westlichen Bergrückens. Selbst bei leichtem Westwind können sich hier Rotoren („Lee-Wirbel“) bilden. Es ist eine absolute „No-Go-Area“ bei Westwind, auch wenn es am Boden startbar aussieht. Viele Unfälle passieren hier, weil Piloten den Weststart scheuen und stattdessen den „ruhigen“ Nordstart wählen, ohne die Lee-Situation zu realisieren.

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Der Weststartplatz („Die Schneise“)

Der Weststartplatz ist die aerodynamisch saubere, aber technisch anspruchsvolle Alternative bei Westlagen.

Lage: Etwa 50 Meter südlich der Bergstation, erreichbar über einen kurzen Fußweg vorbei an der kleinen Wurzenhütte.  

Charakteristik: Eine künstlich in den Wald geschlagene Schneise. Sie ist deutlich steiler als der Nordstart und seitlich durch hohen Baumbestand begrenzt.

Windfenster: West (W) und Süd-West (SW).

Aerodynamik: Durch die Schneisenform entsteht ein leichter Düseneffekt (Venturi), der den Wind kanalisiert.

Starttechnik:

Impulsivität: Der Start erfordert einen entschlossenen, impulsiven Lauf. Durch die Steilheit hebt der Schirm sehr schnell ab.

Aktives Steuern: Unmittelbar nach dem Abheben muss der Pilot bereit sein, aktiv zu steuern, um nicht in die seitlichen Baumwipfel gedrückt zu werden, falls der Wind nicht perfekt laminar ansteht.

Startabbruch: Ein Startabbruch ist hier kritisch. Aufgrund der Steilheit und des begrenzten Auslaufs, der im Wald oder unwegsamen Gelände endet, muss die Entscheidung zum Abbruch im Bruchteil einer Sekunde getroffen werden.

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Der Oststartplatz

Lage: Östlich unterhalb der Hochwurzenhütte.  

Bedeutung: Dieser Startplatz wird vergleichsweise selten genutzt. Der Ennstal-Talwind (Ost) greift in dieser Höhe oft noch nicht durch oder wird von thermischen Ablösungen überlagert. Er ist primär eine Option für sehr spezifische Morgenlagen oder wenn der überregionale Wind eine klare Ostkomponente hat.

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Flugtaktik und Thermik-Quellen: Den Motor finden

Die Hochwurzen ist thermisch aktiv, wenngleich sie nicht die brutale Energie der felsigen Dachstein-Südwände besitzt. Sie funktioniert als klassischer „Hausbart-Berg“ mit zuverlässigen Triggern, die es Piloten ermöglichen, Höhe für den Weiterflug zu gewinnen.

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Die Hausbärte (Triggerpoints)

Um effizient aufzudrehen, sollten Piloten folgende Bereiche im Auge behalten:

Die Waldlichtungen (Westrücken): Entlang des Bergrückens Richtung Westen (Rossfeld) finden sich oberhalb der Waldgrenze und in den Lichtungen zuverlässige Abrisskanten. Besonders ab Mittag, wenn die Sonne in den Südwesten wandert, heizen sich diese Flanken auf und produzieren nutzbare Thermikblasen.  

Die Seilbahn-Trasse: Anthropogene Strukturen wie Seilbahnstützen oder die Gebäude der Bergstation wirken oft als thermische Auslöser. Oft löst sich die Thermik direkt über den Stützen der Gipfelbahn ab.

Soaring-Kante: Bei einer etablierten Westwindlage kann der gesamte Bergrücken dynamisch im Hangaufwind (Soaring) beflogen werden. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten, um nicht in Konflikt mit dem Luftraum der Segelflieger zu geraten oder in die Leewirkung der höheren Hinterberge (z.B. Rossfeld) zu geraten.

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Tagesgang und Timing

Vormittag: Oft dominieren ruhige Abgleiter-Bedingungen. Ideal, um das Landegebiet kennenzulernen und die Anflugvolte zu üben.

Mittag: Die Thermik setzt ein, oft zuerst an den Ostflanken, später an den West- und Südwestflanken. Die Turbulenz nimmt zu, insbesondere im Tal durch den auffrischenden Ostwind.

Spätnachmittag (Magic Hour): Im Spätwinter (Februar/März) und im Herbst bietet die Hochwurzen oft fantastische Restthermik-Bedingungen. Wenn die Pisten leerer werden und die Sonne tief steht, beruhigt sich die Luftmasse, trägt aber noch. Der Blick auf den rot leuchtenden Dachstein ist in dieser Phase ein optisches Highlight.

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Cross-Country (XC) Masterclass: Routenplanung im Ennstal

Für ambitionierte Piloten ist die Hochwurzen der Startpunkt für beeindruckende Streckenflüge. Die Lage im Tal erlaubt Flüge in verschiedene Himmelsrichtungen, wobei jede Route ihre spezifischen Tücken hat.

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Route 1: Die Ennstal-Querung (Zum Dachstein)

Dies ist der „Königsweg“ für Hochwurzen-Piloten und das Ziel vieler XC-Aspiranten.

Die Strategie: Man nutzt die Thermik an der Hochwurzen, um maximale Höhe zu gewinnen. Eine Basishöhe von 2.200 bis 2.500 Metern ist ideal.

Die Transition: Mit dieser Höhe quert man das Ennstal nach Norden Richtung Ramsau/Dachstein. Der Flugweg führt über das Tal, wobei man den Talwind driftend einkalkulieren muss.

Das Ziel: Anschluss finden an den Südwänden des Dachsteins, beispielsweise am Türlspitz oder Hunerkogel.

Das Risiko: Der Talwind im Ennstal wirkt wie ein „Staubsauger“. Wer zu tief quert oder zu lange zögert, gerät in die sinkende Luftmasse des Talwindes und wird Richtung Radstadt „ausgespült“, ohne die Nordseite zu erreichen. Eine Mindesthöhe von 2.000 Metern vor Beginn der Querung ist eine Faustregel, um sicher auf den Plateaus der Ramsau anzukommen.

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Route 2: Local Triangle (Planai – Reiteralm)

Diese Route eignet sich hervorragend für den Einstieg in das Streckenfliegen, da man sich stets in Gleitwinkelreichweite zu sicheren Landeplätzen befindet.

Verlauf: Von der Hochwurzen fliegt man Richtung Osten zur Planai. Vorsicht ist geboten bei den Seilbahnkabeln der Planai-Bahn und dem Flugverkehr über Schladming. Alternativ oder anschließend führt der Weg Richtung Westen zur Reiteralm.

Vorteil: Man bleibt auf der Südseite des Tals und vermeidet die riskantere Talquerung. Die Infrastruktur (Bahnen, Straßen) ist immer in der Nähe, was eine Rückholung bei einer Außenlandung erleichtert.

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Route 3: Ennstal-Rennstrecke (Richtung Osten)

Bei gutem Basishöhen-Niveau kann man vom Dachstein oder der Planai weiter Richtung Osten (Stoderzinken, Grimming) fliegen. Diese Route ist Teil der klassischen „Ennstal-Rennstrecke“, die oft für große FAI-Dreiecke genutzt wird. Die Hochwurzen dient hierbei oft als Einstiegspunkt oder Wende.

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Der Landeanflug Pichl: Die kritische Phase

Der Landeplatz in Pichl (Koordinaten: N 47°23'13.37" O 13°37'13.24") liegt auf 766 Metern MSL und verlangt volle Konzentration. Er ist durch den Badesee und das markante Gebäude des Café Gerharter gut aus der Luft zu identifizieren.

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Anflug-Muster und Volte

Der Standard-Landeanflug ist eine Linksvolte. Diese Wahl basiert auf der statistischen Häufigkeit des Ostwindes (Talwind).

Abbauhöhe: Die Höhe sollte idealerweise nicht über der stark befahrenen Preuneggstraße oder den Häusern abgebaut werden, sondern über der freien Wiese östlich davon.

Position: Als Referenzpunkt für die Position und den Endanflug dient der Heustadel mit dem Windsack.

Endanflug: Die Landung erfolgt gegen den Wind. Da der Talwind meist aus Ost kommt, landet man in der Regel Richtung Osten (also Richtung Schladming). Achtung: Bei einer durchgreifenden Westwindlage dreht sich die Landerichtung um 180 Grad! Piloten müssen flexibel bleiben und den Windsack permanent im Auge behalten.

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Management der „Struppwind“-Falle

Wie in Abschnitt 3.2 beschrieben, kann der Zusammenprall von Kaltluft aus dem Preuneggtal und dem Talwind zu gefährlichen Situationen führen.

Taktik: Meiden Sie den Bereich westlich des Landeplatzes (direkt an der Mündung des Preuneggtals und entlang der Straße). Hier sind die Turbulenzen durch die Windscherung am stärksten.  

Landepunkt: Versuchen Sie, möglichst nahe beim Windsack am Heustadel zu landen. Dieser Bereich ist tendenziell laminarer angeströmt als die Randbereiche.

Aktives Fliegen: Sollte der Wind am Boden chaotisch sein (der Windsack rotiert oder wechselt ständig die Richtung), ist eine Landung mit hoher Fahrt sicherer. Fliegen Sie mit „Händen oben“ (Trimmspeed) an, um Reserve gegen Strömungsabrisse zu haben, und bremsen Sie erst kurz vor dem Boden entschlossen durch. Ein „Reinstolpern“ mit angebremstem Schirm ist in turbulenter Luft extrem gefährlich.

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Jahreszeiten-Guide: Flugstrategien im Jahresverlauf

Die Hochwurzen ist ein Ganzjahresfluggebiet, doch jede Saison bringt völlig unterschiedliche fliegerische Bedingungen mit sich.

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Winter (Dezember – März)

Charakter: Oft stabile Schichtungen, klare Luft, laminare Bedingungen.

Highlight: Starten und Landen auf Schnee. Der Kontrast zwischen weißer Landschaft und blauem Himmel ist optisch unschlagbar.

Vorteil: Die Logistik ist durch den Skibetrieb am einfachsten (siehe Abschnitt 2.1).

Tipp: Achten Sie auf kalte Hände! Beheizbare Handschuhe sind im Schatten der Nordhänge Gold wert. Die Thermik ist meist schwach, aber an sonnigen Spätwintertagen durchaus nutzbar.

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Frühling (April – Mai)

Charakter: Die thermisch aggressivste Zeit. Der Talwind setzt früh ein und kann stark werden.

Gefahr: Hohe Temperaturgradienten führen zu „bockiger“ Thermik. Der Kontrast zwischen schneebedeckten Gipfeln und aufgeheizten Talböden sorgt für starke Ablösungen.

Empfehlung: Nur für erfahrene Piloten in der Mittagszeit. Anfänger sollten auf den Vormittag oder späten Abend ausweichen.

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Sommer (Juni – August)

Charakter: Hohe Basis, aber oft stabilere Luftmassen als im Frühling. Der Talwind ist sehr zuverlässig (Ost).

Nachteil: Die Gewitterneigung ist im Ennstal hoch. Überentwicklungen können am Dachstein schnell entstehen und das Tal abschatten oder Böenfronten aussenden.

Logistik: Beachten Sie den Shuttle-Bedarf (Pichl-Rohrmoos).

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Herbst (September – November)

Charakter: Die ruhigste Zeit des Jahres. Die Farben der Wälder (Lärchen) sind spektakulär.

Highlight: Oft stabile Hochdrucklagen mit Inversionen im Tal („Nebelmeer“), über denen man in der Sonne soaren kann.

Tipp: Dies ist die beste Zeit für Genussflüge und Hike & Fly Touren, da die Temperaturen angenehm zum Laufen sind.

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Sicherheit und Vorschriften

Ein harmonisches Miteinander von Fliegern, Bergbahnen und Naturschützern ist essenziell für den Erhalt des Fluggebiets.

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Reglementierung und Gebühren

Das Gelände wird von der Flugschule Aufwind und dem DFC Stoderzinken betreut.

Gastpiloten: Sind herzlich willkommen, müssen sich aber an die Regeln halten. Es existiert keine explizite „Tagesgebühr-Kasse“ am Startplatz, aber es wird erwartet, dass man sich über die aktuellen Regeln informiert (z.B. im Shop der Flugschule in Ramsau oder beim Club).

Tandem: Kommerzielle Tandemflüge sind exklusiv der Flugschule Aufwind vorbehalten. Private Tandemflüge sind gestattet, erfordern aber oft eine Rücksprache, um Konflikte zu vermeiden.

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Wildschutz

Ein striktes Flugverbot gilt ab 18:00 Uhr (bzw. Dämmerung) im Bereich der Startplätze und Waldränder. Dies dient dem Schutz des Wildes, das in der Dämmerung aktiv wird. Verstöße führen zu massiven Konflikten mit der Jägerschaft und können zur Sperrung des Geländes führen.

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Luftraum und Sichtflug

Das Ennstal ist ein stark frequentierter Korridor für Segelflieger (Flugplatz Niederöblarn) und Rettungshubschrauber (Stützpunkte C14 in Niederöblarn, C17 in St. Michael).

Ausweichregeln: Halten Sie strikt die Ausweichregeln ein. Segelflieger sind oft schnell und leise.

Hindernisse: Achten Sie bei Außenlandungen auf Materialseilbahnen und Weidezäune, die in den österreichischen Alpen weit verbreitet sind.

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Geheimtipps für Locals: Das "Insider"-Wissen

Abseits der offiziellen Handbücher gibt es Nuancen, die den Unterschied zwischen einem guten und einem perfekten Tag ausmachen:

Der „Winter-Sundowner“: Wenn im Spätwinter die Skifahrer ab 16:00 Uhr die Pisten verlassen, kehrt Ruhe ein. Ein Start in dieser Zeit bietet oft butterweiche Luft und ein Lichtspektakel am Dachstein, das seinesgleichen sucht.

Landebier bei Andi: Der soziale Mittelpunkt der Szene ist nicht irgendein Café, sondern oft Andi’s Schirmbar direkt am Landeplatz Pichl (im Winter) oder das Café Hermann. Der Wirt ist selbst Flieger und eine lebende Wetterstation. Hier erfährt man die wahren Bedingungen am Berg, oft besser als jede App.  

Die Alternative Stoderzinken: Wenn der Nordwind an der Hochwurzen zu stark ist oder die Startbedingungen am Nordplatz kritisch werden, lohnt ein Blick zum Stoderzinken. Durch die Betreuung des DFC Stoderzinken ist dieser Berg (mit Mautstraße erreichbar) oft eine hervorragende Alternative, besonders bei Ostlagen.  

Wohnen am Spot: Für Piloten, die absoluten Fokus suchen, bietet der Heisshof ein Blockhaus, das direkt am Landeplatz steht. Man kann morgens den Windsack checken, ohne das Haus zu verlassen – ein Traum für jeden Flugbegeisterten.

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Umfeld und Alternativen: Der Systemvergleich

Die Hochwurzen steht nicht isoliert. Im Vergleich zu den Nachbarbergen zeigt sich ihr spezifisches Profil:

Merkmal Hochwurzen Planai Hauser Kaibling Stoderzinken Charakter Technisch, Waldschneisen Thermisch, touristisch Hochalpin, steil Startplatz Rampe, Panorama Beste Windrichtung N, W N, NO N, NO S, SO, O Logistik Komplex (Sommer) Einfach (Gondel) Mittel (Seilbahn) Mautstraße (PKW) XC-Potenzial Mittel (Einstieg) Hoch (Rennstrecke) Hoch Sehr Hoch Besonderheit Struppwind, Ganzjährig Massentourismus Weniger frequentiert Drachenflieger-Hotspot Export to Sheets

Tabelle 1: Vergleich der Flugberge in der Region Schladming-Dachstein.

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Fazit

Die Hochwurzen ist weit mehr als der „kleine Bruder“ der Planai. Sie ist ein technisch interessanter Berg, der Piloten für saubere Starttechniken (insbesondere am Weststart) und aufmerksame Landeeinteilungen (Struppwind-Management) belohnt. Wer das komplexe Talwindsystem des Ennstals versteht und respektiert, findet hier einen idealen Ausgangspunkt für Genussflüge und erste Streckenflugabenteuer vor der massiven Kulisse des Dachsteins. Die Kombination aus guter Infrastruktur (besonders im Winter) und der aerologischen Herausforderung macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der österreichischen Fliegerszene.

Wichtige Kontakte & Frequenzen

Flugschule Aufwind: +43 664 5169050 (Wetterinfos, Tandem, Schulung, Shop in Ramsau).  

Planai-Hochwurzen-Bahnen: +43 3687 22042 (Betriebszeiten, Shuttle-Busse).  

Notruf Bergrettung: 140 (Euro-Notruf 112).

Haftungsausschluss: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport. Dieser Guide ersetzt keine fundierte Ausbildung und kein tagesaktuelles Wetterbriefing vor Ort. Die Einschätzung der Bedingungen und die Entscheidung zum Start obliegen allein dem verantwortlichen Piloten. Die Natur und die Aerologie sind dynamisch; Situationen können sich binnen Minuten ändern. Fliegen Sie konservativ und respektieren Sie die Grenzen Ihres Könnens.

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