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Dieberg

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:49.3287°N, 12.8674°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Dieberg Startplatz

Start
Höhe620m ü. M.
Koord.49.3287, 12.8674
WindW
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Dieberg Landeplatz

Landung
Höhe430m ü. M.
Koord.49.3259, 12.8602
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Dieberg: Eine aerologische und fliegerische Monographie des Grenzlandes

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Einleitung: Die Faszination der Further Senke

Der Gleitschirmsport in Deutschland wird oft dominiert von den spektakulären Kulissen der Alpen. Doch abseits des touristischen Mainstreams, in den technisch anspruchsvollen Mittelgebirgen, offenbart sich die wahre Schule des Fliegens. Der Dieberg, gelegen im Landkreis Cham in der Oberpfalz, ist ein solches Juwel. Er ist mehr als nur ein Startplatz; er ist ein meteorologischer Indikator, ein historisches Grenzsymbol und ein technisches Prüffeld für Piloten, die ihre Sinne schärfen wollen. Während der offizielle Eintrag des Deutschen Hängegleiterverbands (DHV) ihn auf nüchterne Parameter reduziert – 190 Meter Höhendifferenz, Westausrichtung, Waldschneise –, entfaltet sich bei genauerer Betrachtung ein komplexes fliegerisches Ökosystem, das eine tiefgreifende Analyse verdient.

Dieser Bericht zielt darauf ab, den Status Quo der verfügbaren Informationen nicht nur zu ergänzen, sondern radikal zu erweitern. Wir betrachten den Dieberg nicht als isolierten Hügel, sondern als integralen Bestandteil der "Further Senke", jenem geografischen Einschnitt zwischen dem Oberpfälzer Wald und dem Böhmerwald, der seit Jahrhunderten als Einfallstor für Winde, Wetter und Geschichte dient. Für den erfahrenen Piloten und Reisejournalisten stellt dieses Gelände eine besondere Herausforderung dar: Es verzeiht wenig, belohnt aber mit einer Intimität des Fliegens, die in den hochfrequentierten Fluggebieten der Alpen längst verloren gegangen ist. Hier fliegt man nicht konsumorientiert; hier erarbeitet man sich jeden Meter Höhe in direkter Auseinandersetzung mit der Topographie.

Die Relevanz dieses Guides ergibt sich aus der Diskrepanz zwischen den spärlichen offiziellen Daten und der komplexen Realität vor Ort. Ein Pilot, der sich nur auf die DHV-Datenbank verlässt, liest "Startrichtung West" und "Schneisenstart". Er liest jedoch nichts über die tückische Scherwinde an der nördlichen Baumreihe, nichts über die unsichtbare Gefahr des "Böhmischen Windes", der aus dem Osten über den Kamm schwappt, und nichts über die psychologische Komponente eines "Low-Save"-Geländes, bei dem der Grat zwischen Absaufen und Streckenflug oft nur wenige Meter breit ist. Dieser Bericht füllt diese Lücken mit mikrometeorologischen Analysen, geländetaktischen Strategien und einem kulturellen Kontext, der den Flug am "Eisernen Vorhang" erst verständlich macht.

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Geographie und Topographie: Das Terrain lesen

Um den Dieberg fliegerisch zu beherrschen, muss man seine geographische Anatomie verstehen. Er erhebt sich nordöstlich der Stadt Furth im Wald und markiert die unmittelbare Grenze zur Tschechischen Republik. Mit einer Startplatzhöhe von 620 Metern über dem Meeresspiegel (NN) und einer Höhendifferenz von knapp 190 Metern zum Landeplatz gehört er nominell zu den kleineren Flugbergen. Doch diese Zahlen täuschen über seine strategische Lage hinweg.

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Die Further Senke als Düse

Der Dieberg liegt am Rande der "Further Senke", einer markanten Erniedrigung im Gebirgskamm, die das bayerische Hinterland mit dem böhmischen Becken verbindet. Diese Senke fungiert aerologisch als Düse. Westwinde, die vom Flachland heranziehen, werden hier kanalisiert und beschleunigt, bevor sie auf die höheren Erhebungen wie den Hohenbogen oder den Osser treffen. Der Dieberg profitiert als erster Vorposten von dieser laminar anströmenden Luftmasse, ist aber gleichzeitig der erste Leidtragende, wenn die Strömung instabil ist.  

Die Nähe zur tschechischen Grenze – oft nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt – fügt eine navigatorische Komponente hinzu. Früher war hier das Ende der Welt, markiert durch Stacheldraht und Wachtürme. Heute ist die Grenze offen, doch der Luftraum respektiert weiterhin nationale Hoheiten. Piloten müssen sich bewusst sein, dass ein "Verblasen" nach Osten nicht nur meteorologisch ungünstig (Lee), sondern auch luftrechtlich relevant sein kann, wenngleich wir uns heute im Schengen-Raum bewegen.

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Die Schneise als künstliches Artefakt

Der Startplatz selbst ist kein natürlicher Berggipfel, sondern eine künstlich geschaffene Waldschneise, die als "Wildäsungsfläche" dient. Diese Genese ist entscheidend für das Verständnis der lokalen Aerodynamik. Anders als an einem freien Bergrücken, wo der Wind umströmen kann, wird die Luftmasse am Dieberg in die Schneise gezwungen. Dies erzeugt bei exaktem Vorwind (West) einen Venturi-Effekt, der die Anströmgeschwindigkeit im Startbereich erhöht und somit das Starten auch bei schwachem überregionalem Wind erleichtert. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch, dass die Ränder der Schneise aerodynamische "Todeszonen" sind. Sobald der Wind nicht exakt (± 15-20 Grad) auf die Schneise steht, entstehen an den luvseitigen Baumreihen massive Ablösungen und Leewirbel, die in den Startbereich hineinrotieren. Dies erklärt die drastische Warnung im DHV-Eintrag: "Nur starten, wenn der Wind auch wirklich von vorne kommt". Es ist keine Empfehlung, sondern ein physikalisches Gesetz dieses Ortes.

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Mikroklimatologie und Aerologie: Das Spiel mit dem Wind

Die meteorologische Beurteilung des Diebergs erfordert eine Differenzierung, die weit über die Standardaussage "Startrichtung West" hinausgeht. Das Gelände unterliegt spezifischen Gesetzmäßigkeiten, die durch die Interaktion von Großwetterlage und lokaler Orographie diktiert werden.

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Das Phänomen des "Böhmischen Windes"

Der wohl kritischste Faktor für die Flugsicherheit im gesamten Bayerischen Wald, und am Dieberg im Speziellen, ist der "Böhmische Wind" (lokal oft nur "der Böhmische" genannt). Dabei handelt es sich um kalte, kontinentale Luftmassen, die aus dem tschechischen Becken nach Westen fließen. Da kalte Luft schwerer ist, verhält sie sich wie Wasser und fließt über die Pässe und Senken.

Am Dieberg manifestiert sich dieses Phänomen als stetiger Ost- oder Nordostwind. Die Gefahr liegt in der Täuschung: Im Tal, am Landeplatz bei Furth im Wald, kann es windstill sein oder sich durch thermische Aufheizung ein leichter Talwind aus West entwickeln, der "fliegbare" Bedingungen suggeriert. Doch nur 200 Meter höher, am Startplatz, oder noch schlimmer, kurz nach dem Start über den Baumwipfeln, trifft der Pilot auf die Scherungsschicht des Böhmischen Windes.

Die Analyse der Holfuy-Wetterstationen bestätigt dieses Muster eindrücklich. Die Station "Dieberg" zeigt in ihren Rohdaten häufig Windrichtungen aus dem Sektor Nord-Ost (NNE bis NE). Einträge wie "NNE 28°" oder "NE 44°" mit Böen bis zu 21 km/h sind keine Seltenheit und signalisieren absolute "No-Go"-Bedingungen. Ein Start in eine West-Schneise bei Ostwind bedeutet einen Start ins absolute Lee. Die Rotoren, die sich hinter der Bergkuppe bilden, schlagen genau in die Schneise ein. Ein erfahrener Pilot verlässt sich daher nie allein auf den Windsack am Landeplatz. Der Blick auf die Daten der umliegenden Stationen, insbesondere Hohenbogen und Osser, ist obligatorisch. Wenn der Hohenbogen, der höher und freier angeströmt wird, Ostwind meldet, bleibt der Schirm am Dieberg im Sack, selbst wenn am Startplatz trügerische Ruhe herrscht.

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Das nutzbare Windfenster

Der Dieberg funktioniert am besten bei einer klassischen Westwetterlage nach Durchzug einer Front, wenn die Luftmasse labil geschichtet ist und der Wind mit 10-15 km/h aus West bis West-Südwest (260°-280°) weht.

Südwest-Einschlag: Dreht der Wind zu stark auf Südwest (>240°), wird die linke (nördliche) Flanke der Schneise zum Hindernis. Die Luft muss über die hohen Fichten strömen und verwirbelt dahinter. Starts sollten dann extrem weit rechts (südlich) in der Schneise erfolgen, was jedoch den Platz für den Startlauf verkürzt.

Nordwest-Einschlag: Bei Nordwest (>300°) kehrt sich die Situation um. Die südliche Baumreihe wirft Turbulenzen. Zudem drückt Nordwestwind oft "über das Eck" des Berges und kann die Thermik zerreissen.

Die Wetterstation "Eschlkam", gelegen im Talbereich, liefert oft ergänzende Daten zur Talwindströmung , die im Zusammenspiel mit dem überregionalen Wind (Gradientenwind) das lokale Windsystem am Dieberg moduliert.

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Infrastruktur, Zugang und die "Hike & Fly"-Philosophie

Der Dieberg verkörpert eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Flugsports. Während andere Gebiete mit Sesselliften und Shuttles locken, gilt hier das ungeschriebene Gesetz des "Hike & Fly". Zwar vermerkt der DHV die Erschließung "per Auto", fügt aber das entscheidende Prädikat "Am Besten zu Fuß!" hinzu.

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Logistik der Anreise

Die Anreise erfolgt über die Gemeinde Furth im Wald (PLZ 93437). Piloten sollten den offiziellen Landeplatz als Navigationsziel nutzen (N 49°19'33.42" E 12°51'36.83"). Ein kritischer Punkt ist die Parkplatzsituation. Es gibt keinen asphaltierten Großparkplatz mit Besucherleitsystem. Das Parken erfolgt dezentral und mit gesundem Menschenverstand. Landwirtschaftliche Zufahrten, Rettungswege und Holzlagerplätze sind tabu. Konflikte mit der lokalen Bevölkerung oder der Forstwirtschaft können schnell zur Schließung eines solchen Geländes führen. Der 1. GVB appelliert hier an die Eigenverantwortung. Wer in Gruppen anreist, sollte Fahrgemeinschaften bilden, um den "Blechabdruck" in der Natur zu minimieren.

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Der Aufstieg: Mentale und Physische Vorbereitung

Der Aufstieg zum Startplatz ist mehr als nur Mittel zum Zweck; er ist die erste Phase des Fluges. Der Weg führt über Forststraßen und Waldpfade.  

Dauer & Anspruch: Man sollte mit ca. 20-30 Minuten Gehzeit rechnen, je nach Kondition und Packgewicht. Der Weg ist technisch einfach ("easy", Asphalt/Waldweg) , erfordert aber mit einer vollen 15-20kg Ausrüstung eine gewisse Grundfitness.  

Sensorische Beobachtung: Während des Aufstiegs durch den Mischwald bietet sich die Gelegenheit, den Wind in verschiedenen Höhenschichten zu analysieren.

Das Rauschen der Wipfel: Ist es konstant oder böig?

Die Richtung: Ändert sich die Windrichtung mit der Höhe? (Windscherung).

Temperatur: Spürt man beim Aufstieg Warmluftblasen? (Indikator für Thermik). Diese Beobachtungen sind oft wertvoller als jeder Blick auf eine App, da sie die unmittelbare Realität vor Ort abbilden. Wer oben ankommt und feststellt, dass der Wind von hinten kommt, hat die Zeichen im Wald übersehen.

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Der Startplatz: Anatomie einer Waldschneise

Oben angekommen, tritt der Pilot aus dem dichten Wald auf die Lichtung der "Wildäsungsfläche". Der Startplatz (N 49°19'43.28" E 12°52'02.77") liegt auf 620 m NN.

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Bodenbeschaffenheit und Layout

Der Begriff "Wildwiese" ist wörtlich zu nehmen. Dies ist kein englischer Rasen. Der Untergrund ist durchsetzt mit Grasbüscheln, Moos, Wurzelwerk und vereinzelt Steinen. Für den Piloten bedeutet dies: Stolpergefahr beim Vorwärtsstart. Die Schneise ist von hohem Baumbestand flankiert. Dies schafft einen Tunnelblick Richtung Westen. Der Startbereich ist ausreichend breit für einen Schirm, bietet aber wenig Spielraum für seitliche Ausweichmanöver während der Startlaufphase.

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Starttechnik und Sicherheit

Aufgrund der begrenzten Abbruchmöglichkeiten und der Kanalisierung des Windes ist die Beherrschung des Rückwärtsaufziehens hier nicht nur "Good Practice", sondern faktisch obligatorisch.

Auslegephase: Der Schirm muss penibel in Windrichtung ausgelegt werden. Asymmetrisches Auslegen führt in der Schneise fast zwangsläufig dazu, dass der Schirm Richtung Baumreihe zieht.

Aufziehphase: Der Pilot muss den Schirm zwingend am Boden kontrollieren und stabilisieren, bevor er sich ausdreht. Ein blinder "Vorwärtsstart" birgt das Risiko, dass eine asymmetrische Kappe erst in der Beschleunigungsphase bemerkt wird – zu einem Zeitpunkt, an dem der Korrekturraum durch die Bäume bereits aufgebraucht ist.

Abhebephase: Die Schneise fällt steil ab. Dies begünstigt ein schnelles Abheben, erfordert aber eine saubere Lauftechnik. Wer zu früh in das Gurtzeug springt ("Reinsetzen"), riskiert einen Strömungsabriss oder ein "Sacken" in die untere Baumreihe.

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Die "Einweisungspflicht"

Der 1. GVB schreibt eine Einweisung vor. Viele Piloten empfinden dies als Gängelung, doch am Dieberg ist es eine Lebensversicherung. Die Einweiser kennen die tückischen Tage, an denen der Wind zwar von vorne kommt, aber "falsch" riecht (z.B. durch überlagerte Höhenwinde). Die Einweisung beinhaltet auch die Sensibilisierung für die Belange der Jagd. Da es sich um eine Wildäsungsfläche handelt, ist der Startplatz in der Dämmerung und Nacht tabu.

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Flugdynamik: Vom "Abgleiter" zum Streckenflug

Mit nur 190 Metern Höhendifferenz ist der Dieberg ein "One-Shot"-Gelände. Man hat genau eine Chance, den Aufwind zu finden. Verpasst man den Einstieg, landet man 3 Minuten später.

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Der "Hausbart" und Soaring-Taktik

Es gibt keinen garantierten "Hausbart" direkt vor der Nase wie in Bassano. Die Thermik am Dieberg ist diffizil.

Die Abrisskante: Oft löst die Thermik direkt an der Waldkante der Schneise oder am Übergang vom steilen Waldstück zum flacheren Vorland aus.

Soaring: Bei ausreichendem Westwind lässt sich der Bergrücken soaren. Hierbei ist strikte Disziplin gefordert. Da das Höhenband eng ist, begegnen sich Piloten oft auf gleicher Höhe. Die Hangflugregeln (Ausweichpflicht nach rechts, Hangnaher hat Vorfahrt) sind essenziell.  

Thermisches Suchen: Erfolgreiche Piloten fliegen nach dem Start oft nicht direkt raus, sondern tasten die Waldkanten ab. Die dunklen Fichtenwälder speichern Wärme. Wenn eine Blase sich löst, muss sie aggressiv und eng zentriert werden. Weites Kreisen führt meist zum Verlust des Aufwindes und damit zur Landung.

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Streckenflug (XC) im Grenzgebiet

Trotz seiner Kleinheit ist der Dieberg Ausgangspunkt für beachtliche Streckenflüge, wie die Logs im DHV-XC und Wettbewerbe wie der "Bayerwald Cup" beweisen.  

Die Route Richtung Voithenberg: Eine klassische Linie führt bei Westwind entlang der Hügelkette Richtung Süden zum Voithenberg (ca. 4,4 km entfernt). Diese Route erfordert ständiges "Basteln" an den kleinen Rippen und Waldnasen.  

Anschluss an den Osser: Wer es schafft, signifikant Höhe zu gewinnen (Basis oft bei 1500-2000m), kann den Sprung zum "großen Bruder", dem Osser, wagen. Dies ist jedoch fliegerisch anspruchsvoll, da man über weite Waldgebiete ohne Landemöglichkeiten gleiten muss.

Luftraum Tschechien: Bei allen XC-Ambitionen ist die Staatsgrenze im Osten die "harte Linie". Zwar ist der Einflug in den tschechischen Luftraum (FIR Prag) grundsätzlich möglich (Schengen/EASA), erfordert aber Kenntnis der dortigen Luftraumstruktur und ggf. Flugplanpflichten oder Funkanmeldung, abhängig von den aktuellen NOTAMs und Luftraumklassen. Der 1. GVB weist in seinen Gastflugregeln explizit auf die Einhaltung der Gesetze hin.

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Landung und Gefahrenzonen

Die Landung beendet den Flug, aber nicht die Konzentration. Der Landeplatz (N 49°19'33.42" E 12°51'36.83") auf 430 m NN ist großzügig dimensioniert , birgt aber topographische Tücken.

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Hanglandung und Gradient

Das Landefeld ist nicht eben, sondern fällt leicht ab.  

Gleitschirme: Ein abfallendes Landefeld verlängert die Ausschwebphase (Flare) dramatisch. Der Pilot gleitet parallel zum Boden weiter, ohne Geschwindigkeit abzubauen. Die Gefahr ist, am Ende der Wiese mit hoher Restgeschwindigkeit in die Begrenzung (Zäune, Gebüsch) zu geraten. Die Landeeinteilung (Lande-Volte) muss so geplant werden, dass der Endanflug tief genug angesetzt wird, um noch auf der Wiese zum Stehen zu kommen.

Drachenflieger: Für Delta-Piloten ist dies noch kritischer. Die DHV-Datenbank warnt explizit: "Hängegleiterpiloten müssen die Hanglandung beherrschen". Eine Landung gegen den Hang (Bergauf) ist oft die sicherere Wahl, erfordert aber präzises Timing und darf nur bei passendem Wind erfolgen.

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Das Vogelschutzgebiet Drachensee

Südlich des Landeplatzes liegt der Drachensee, ein Hochwasserspeicher und wichtiges Biotop.

Die rote Linie: Es besteht ein striktes Überflugverbot für sensible Bereiche. Der See darf nur bis auf Höhe der Staumauer angeflogen werden.  

Konsequenz: Tiefe Überflüge über die Wasserfläche, um "Füße zu waschen" oder für Fotos, sind absolut tabu. Verstöße gefährden die Zulassung des gesamten Geländes. Piloten sollten den See als visuelle Grenze betrachten und sich nördlich davon halten.

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Sicherheitssynthese: Risikomanagement

Der Dieberg ist kein Anfängergelände für die ersten Alleinflüge ohne Aufsicht. Er erfordert Reife.

Risikofaktor Mechanismus Gegenmaßnahme Schneisen-Turbulenz Seitenwind (>20°) erzeugt Leewirbel an den Baumkanten. Startabbruch bei Seitenwind. Mittiges Starten. Aktives Schirmhandling. Böhmischer Wind Ostwind in der Höhe drückt über den Kamm -> Rotor im Lee. Windwerte (Holfuy Osser/Hohenbogen) prüfen. Nie bei Ostprognose starten. Geringe Arbeitshöhe 190m lassen wenig Zeit für Rettungsgeräte-Wurf oder Klapper-Korrektur. Sofort nach Start "Flugmodus" an. Keine Gurtzeug-Bastelarbeiten in Bodennähe. Abfallender Landeplatz Verlängerter Gleitweg, Gefahr des Überschießens. Weiträumige Einteilung. Endanflug tief ansetzen. Baumlandung Dichter Wald umgibt Start- und Flugweg. Immer "Fluchtwege" zum Landeplatz im Auge behalten. Nicht "auf gut Glück" nach hinten fliegen. Export to Sheets

Ein spezifisches Risiko, das in Foren diskutiert wird , ist die "Thermiksuche im Flachland/Mittelgebirge". Anders als in den Alpen, wo Thermik oft an klaren Felsstrukturen steht, sind die Auslöser hier diffuser (Waldkanten, Wiesen). Das Suchen erfordert oft enges Kreisen in Bodennähe, was die Kollisionsgefahr mit dem Gelände erhöht.

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Vereinsstruktur, Regeln und Administration

Der Flugbetrieb wird durch den 1. Gleitschirmverein Bayerwald e.V. (1. GVB) organisiert. Dieser Verein leistet die Arbeit (Pacht, Pflege, Zulassung), von der Gastpiloten profitieren.

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Gastflugregelung 2.0

Der Verein hat die Bürokratie modernisiert.

Registrierung & Gebühr: Die Tagesgebühr beträgt 6 Euro. Sie wird via PayPal (paypal1GVB) entrichtet. Das Scannen eines QR-Codes am Startplatz ersetzt das umständliche Hantieren mit Bargeld. Der Verwendungszweck muss Name und Datum enthalten.  

Dokumente: Mitführen von Lizenz (A-Schein), Versicherungsnachweis und Eintrag ins Startbuch sind Pflicht.

Einschränkungen: Kommerzielle Tandemflüge und Schulung sind für Externe ohne Genehmigung verboten. Dies dient dem Schutz des begrenzten Luftraums und der Vermeidung von Überfüllung ("Overtourism").  

Tschechische Piloten: Für den benachbarten Osser gibt es spezielle Jahreskarten-Regelungen für tschechische Fliegerfreunde , was die grenzüberschreitende Freundschaft unterstreicht.

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Community und "Spirit"

Der 1. GVB ist bekannt für seine Gastfreundschaft, erwartet aber im Gegenzug Respekt vor den Regeln. Kontaktperson ist der 1. Vorsitzende Rupert Kellnhofer. Wer Fragen hat, sollte sie vor dem Start stellen. Die "Locals" sind die beste Quelle für tagesaktuelle Wetterinfos.

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Kultureller Kontext und "Après-Fly"

Ein Besuch am Dieberg ist unvollständig ohne das Eintauchen in die lokale Kultur. Furth im Wald ist als "Drachenstich-Stadt" bekannt, was thematisch wunderbar zum Drachenfliegen passt.

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Der Stammtisch

Nach dem Flug trifft man sich. Ein beliebter Ort für lokale Vereine und damit auch Anlaufpunkt für Piloten ist die Hammerschmiede in Schafberg/Voithenberg. Hier, in der historischen Stube, wo früher Eisen geschmiedet wurde, wird heute "Fliegerlatein" geschmiedet. Die Nähe zum Voithenberg (einem weiteren Fluggebiet des Vereins) macht diesen Ort zum strategischen Knotenpunkt. Auch wenn die Gastronomie direkt am Dieberg rar ist, bietet Furth im Wald selbst zahlreiche Optionen. Das "Miteinander" mit dem Trachtenverein "Pastritztaler" zeigt, wie tief der Flugsport in der lokalen Vereinslandschaft verwurzelt ist. Man ist hier kein anonymer Tourist, sondern Gast in einer gewachsenen Gemeinschaft.

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Fazit: Für wen ist der Dieberg?

Der Dieberg ist kein "Jeder-Mann"-Berg. Er ist nicht geeignet für Piloten, die:

Nur bei perfekten Bedingungen und mit 1000m Höhendifferenz glücklich sind.

Schwierigkeiten mit dem Rückwärtsstart haben.

Nicht bereit sind, 20 Minuten zu laufen.

Sich nicht mit Wetterdaten auseinandersetzen wollen.

Er ist das perfekte Revier für Piloten, die:

Hike & Fly als Einheit verstehen.

Ihre Starttechnik in anspruchsvollem Gelände (Schneise) perfektionieren wollen.

Ein Gefühl für Mittelgebirgsthermik und schwache Aufwinde entwickeln möchten.

Die Ruhe abseits der großen Hotspots suchen.

In einer Zeit, in der viele Fluggebiete unter Überfüllung leiden, bietet der Dieberg eine Rückkehr zum Wesentlichen: Ein Mann/Eine Frau, ein Schirm, ein Berg und der Wind. Wer den "Code" des Diebergs knackt – die richtige Windphase erwischt, die Thermik an der Waldkante zentriert und über den Drachensee hinwegsteigt – der erlebt einen Flug, der in seiner Intensität manchem Alpenflug in nichts nachsteht.

Haftungsausschluss: Dieser Bericht wurde mit journalistischer Sorgfalt auf Basis verfügbarer Daten (Stand Februar 2026) erstellt. Er ersetzt keine offizielle Flugvorbereitung gemäß Luftrecht. Wetterbedingungen und örtliche Regelungen können sich ändern. Die Konsultation des Geländehalters (1. GVB) vor dem Flug ist obligatorisch.

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