
4 Startplatzätze, 3 Landeplatzätze
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Fluggebiet-Kompendium: Wirzweli & Gummen (Zentralschweiz) – Eine aerodynamische und logistische Tiefenanalyse Executive Summary
Standort: Dallenwil, Kanton Nidwalden, Zentralschweiz (Engelbergertal) Höhenlage: Startplätze 1.200 m – 1.600 m MSL | Landeplatz 500 m MSL Primäre Windausrichtung: N, NO (Bise), NW | S/SO (nur Gummen Gipfel) Charakter: Thermisch hochaktives Voralpen-Gelände mit komplexer Talwind-Aerodynamik Zielgruppe: Genussflieger (bei ruhigen Bedingungen), XC-Piloten (Streckenflug) und Hike & Fly-Enthusiasten Kritischer Status-Update 2024/2026: Der traditionelle Landeplatz an der Talstation Dallenwil ist dauerhaft geschlossen. Die Missachtung dieses Verbots gefährdet den Fortbestand des Fluggebiets. Neuer offizieller Landeplatz ist Wolfenschiessen (Schützenhaus).
Das Fluggebiet Wirzweli-Gummen im Herzen der Zentralschweiz repräsentiert einen mikrokosmischen Ausschnitt der alpinen Fliegerei: Es bietet auf engstem Raum sanftes Soaring, thermischen Hochleistungssport und anspruchsvolle Talquerungen. Lange Zeit als bloße Ausweichoption zur benachbarten, oft überlaufenen Büelen gehandelt, hat sich der Wirzweli-Komplex als eigenständiges, taktisch wertvolles Startportal für Flüge ins Berner Oberland oder ins Schweizer Flachland etabliert. Doch die Schönheit des Panoramas – mit Blick auf Titlis, Stanserhorn und den Vierwaldstättersee – darf nicht über die technischen Anforderungen hinwegtäuschen. Die Nähe zur Kontrollzone (CTR) des Flugplatzes Buochs, die strikten Wildschutzzonen und die jüngsten Änderungen in der Landeplatzlogistik erfordern einen informierten, disziplinierten Piloten. Dieser Bericht bietet eine erschöpfende Analyse aller flugrelevanten Parameter, von der Mikro-Meteorologie der Startplätze bis zu den rechtlichen Fallstricken der Luftraumstruktur, und ersetzt alle bisherigen, teils veralteten Führer.
Das Engelbergertal, ein markanter Einschnitt in die Zentralschweizer Voralpen, verläuft grob von Süden (Titlis-Massiv) nach Norden (Vierwaldstättersee). Diese Orientierung ist für das Verständnis der Aerodynamik essenziell. Der Wirzweli-Gummen-Rücken flankiert die westliche Talseite auf Höhe der Ortschaft Dallenwil.
Topografisch handelt es sich um eine stufenförmige Formation:
Talboden (ca. 500 m MSL): Eng, flankiert von steilen Wänden, thermisch oft erst spät aktiv, aber windkanalartig für den Talwind.
Terrasse Wirzweli (ca. 1.200 m MSL): Ein Hochplateau, das landwirtschaftlich genutzt wird und eine erste thermische Abrisskante bildet.
Gipfelaufbau Gummen (ca. 1.600 m MSL): Der eigentliche Grat, der nach Süden in den Arvigrat übergeht und die thermische Hauptquelle darstellt.
Die Westseite des Engelbergertals, an der Wirzweli liegt, profitiert von der Morgensonne (Ostexposition). Dennoch sind die Hauptstartplätze nach Nord/Nordost ausgerichtet. Dies scheint auf den ersten Blick widersprüchlich, ist aber der Schlüssel zur "Bisen-Tauglichkeit" des Gebiets. Der Bergrücken wirkt wie ein Prallhang für nordöstliche Strömungen, was das Gebiet auch dann fliegbar macht, wenn rein thermische Südseiten noch im Lee liegen oder von überregionalen Winden zerzaust werden.
Der Arvigrat, der sich südlich an den Gummen anschließt, ist eine messerscharfe Linie, die das Engelbergertal vom Sarnersee-Becken trennt. Diese Barrierefunktion ist entscheidend für Streckenflieger: Wer hier "absäuft", landet in unwegsamem Gelände oder muss weite Wege zurück ins zivilisierte Tal in Kauf nehmen.
Ein erfolgreicher Flugtag am Wirzweli beginnt nicht am Startplatz, sondern beim Studium der Wetterkarten. Die lokale Meteorologie wird von drei Hauptfaktoren bestimmt: dem Talwindsystem, der Bise und der Föhn-Diagnose.
Das Engelbergertal fungiert als klassische "Winddüse".
Vormittags: Oft windstill oder leichter Bergwind (Katabatisch) aus Richtung Engelberg talauswärts. Dies ist die Zeit für ruhige Abgleiter und Schulungsflüge.
Mittags: Der Talwind setzt ein. Er saugt Luft vom Vorland (Vierwaldstättersee) in Richtung der alpinen Erhitzungszentren (Titlis).
Nachmittags (Kritische Phase): Im Sommer kann der Talwind in Dallenwil und Wolfenschiessen Geschwindigkeiten von 25 bis 35 km/h erreichen. Da das Tal bei Wolfenschiessen relativ eng ist, tritt hier ein Düseneffekt auf.
Gefahrenhinweis: Für die Landung in Wolfenschiessen bedeutet starker Talwind, dass die Bodenschicht extrem turbulent sein kann (mechanische Turbulenz durch Gebäude und Bäume). Zudem verschiebt sich der Vorhaltewinkel in der Volte drastisch. Am Startplatz Gummen spürt man davon oft wenig, da man über der Inversion oder der Talwindschicht fliegt. Der "Hammer" kommt erst beim Abstieg in das Windsystem des Tals.
Wirzweli ist das Referenzfluggebiet der Zentralschweiz bei Bise (Nordostwind).
Mechanik: Die Bise strömt aus dem Mittelland gegen die Voralpen. Da die Startplätze am Wirzweli und Gummen (Nord) genau in diese Richtung exponiert sind, entsteht ein laminarer Aufwind.
Grenzwert: Bis ca. 20-25 km/h Wind auf 1.500m (Druckdifferenz Zürich-Genf ca. 2-4 hPa) ist das Gebiet gut fliegbar ("Soaring-Paradies").
Überentwicklung: Bei stärkerer Bise wird der Venturi-Effekt an den Geländekanten gefährlich. Ein Indikator ist das "Weißwasser" auf dem Vierwaldstättersee: Sehen Sie Schaumkronen in der Bucht von Buochs, ist am Wirzweli Vorsicht geboten – auch wenn es am Startplatz noch ruhig wirkt.
Das Engelbergertal ist eine klassische Föhnschneise.
Südföhn: Bei Föhnlage bricht der Wind von Engelberg herab oft bis in den Talboden durch.
Täuschung: Am Startplatz Wirzweli (Nordseite) kann man im Lee des Föhns sitzen. Es ist windstill oder es weht ein leichtes Lüftchen von Norden (Ansaugeffekt der Föhnmauer).
Alarmzeichen: Linsenwolken (Lenticularis) über dem Titlis, rapider Temperaturanstieg im Tal, extrem klare Fernsicht.
Regel: Bei Föhnprognose (Druckdifferenz Lugano-Zürich > 4 hPa) hat am Wirzweli niemand etwas in der Luft verloren. Die Turbulenzen beim Zusammenbruch der Kaltluftseen sind unberechenbar und lebensgefährlich.
Die Thermikgüte hängt stark von der Jahreszeit ab.
Frühjahr (März-Mai): Hochlabile Luftmassen treffen auf schneefreie Südhänge am Arvigrat. Hier entstehen "Hammerbärte" mit Steigwerten von 6-8 m/s. Der Talwind ist noch schwach. Beste XC-Zeit.
Sommer: Die Inversionen liegen oft höher, aber die Thermik wird zerrissener ("Blauthermik"). Der starke Talwind macht das Landen anspruchsvoll.
Herbst: Ruhige, genussvolle Thermik. Die Inversionen sinken ab, oft fliegt man "oben blau, unten grau" über dem Nebelmeer.
Die Erreichbarkeit ist exzellent, aber die Logistik am Boden erfordert durch die Verschiebung des Landeplatzes Planung.
Per Bahn: Die Zentralbahn (Luzern-Engelberg Express) fährt im Halbstundentakt bis zum Bahnhof Dallenwil. Von dort verkehrt ein kostenloser Rufbus (oder ca. 10 Min. Fußweg) zur Talstation der Luftseilbahn. Für Gleitschirmpiloten, die XC fliegen wollen, ist die Bahn die beste Option, da man nicht zum Auto zurückkehren muss.
Per Auto:
Parkplatz Talstation Dallenwil: Großer, gebührenpflichtiger Parkplatz direkt an der Seilbahn. Kosten: ca. CHF 5.00 pro Tag.
Nachteil: Nach der Landung in Wolfenschiessen muss man zurück zum Auto (Zug: 1 Station, oder Trampen).
Parkplatz Wolfenschiessen (Landeplatz): Es gibt Parkmöglichkeiten beim Schützenhaus oder am Bahnhof Wolfenschiessen.
Vorteil: Das Auto steht am Landebier. Man fährt vor dem Flug mit dem Zug nach Dallenwil. Dies ist die stressfreiere Variante.
Das Fluggebiet wird durch eine Zwei-Sektionen-Fahrt erschlossen.
Sektion 1: Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli (LDW)
Typ: Großkabine (Pendelbahn).
Fahrplan: Ganzjährig, meist 06:00 – 18:00 Uhr (am Wochenende länger). Takt: Alle 20-30 Minuten.
Pilotentransport: Drachen werden oft auf dem Dach oder unter der Kabine transportiert (Voranmeldung für Gruppen ratsam). Gleitschirmsäcke kommen einfach in die Kabine.
Kosten (Stand 2026): Einzelfahrt ca. CHF 14.00 (Erwachsene). Halbtax-Abo der SBB wird meist akzeptiert (ca. 50% Rabatt). Es gibt keine spezielle "Tageskarte Flieger" nur für diese Sektion, aber Kombi-Angebote sind saisonal verfügbar.
Sektion 2: Eggwald-Gummenalp
Verbindung: Von der Bergstation Wirzweli läuft man ca. 10-15 Minuten flach über das Plateau zur Talstation "Eggwald". Ein guter Warm-up.
Bahn: 6er-Gondelbahn oder Sesselbahn (je nach Saison/Umbau).
Fahrzeit: ca. 10 Minuten.
Ziel: Direkt zum Restaurant Gummenalp und den oberen Startplätzen.
Betriebszeiten: Saisonabhängig! Im November/Dezember oft Revision. Prüfen Sie zwingend die Webseite gummenalp.ch vor der Anreise. Ist diese Bahn zu, droht ein 45-minütiger, steiler Fußmarsch.
Das Gebiet bietet eine Kaskade von vier Startplätzen. Die Wahl des richtigen Platzes entscheidet über "Absaufen" oder "Aufdrehen".
Koordinaten: 46.938° N, 8.392° O (ca.)
Höhe: 1.220 m MSL
Ausrichtung: N - NO
Charakteristik: Eine sanft geneigte Wiese direkt neben der Bergstation der LDW.
Drachenrampe: Vorhanden (Holz/Metallkonstruktion), ideal für HG-Piloten.
Besonderheit: Dies ist der tiefste Startplatz.
Pro: Bei starker Bise (die oben am Gummen zu stark ist) oft noch fliegbar. Man kann hier direkt in den dynamischen Aufwind einsteigen.
Contra: Bei rein thermischen Lagen ohne Wind ist die Höhe oft zu gering, um Anschluss zu finden. Man landet dann frustriert nach 5 Minuten im Tal.
Tipp: Beobachten Sie die Vögel oder lokale Piloten. Wenn niemand auf Höhe der Bergstation soart, fahren Sie lieber weiter hoch zum Gummen.
Höhe: 1.580 m MSL
Ausrichtung: N - NW
Zugang: Von der Bergstation Gummenalp ca. 50m nach Norden/Westen absteigen.
Charakteristik: Mittelsteile Wiese, im Winter oft planiert (Skipiste).
Aerodynamik: Ideal bei leichtem Nordwind oder thermischer Ablösung. Hier startet man direkt in den "Hausbart" an der Waldkante.
Starttechnik: Bei Nullwind muss man gut laufen, da die Wiese nach einem flachen Stück steiler wird. Abbruchlinie beachten!
Höhe: 1.595 m MSL (Direkt am Gipfelkreuz)
Ausrichtung: S - SO
Zugang: Vom Restaurant Gummenalp ca. 5 Min. Aufstieg zum Gipfelkreuz.
WICHTIGSTE REGEL: Dieser Startplatz darf NUR bei Südwind oder absoluter Windstille genutzt werden.
Die Lee-Falle: Bei Nordwind (Bise) liegt dieser Startplatz im Lee des Gipfels. Es kann windstill wirken, aber wenige Meter nach dem Abheben gerät man in den Rotor. Lebensgefahr!
Flugplan: Ein Start hier führt weg vom Engelbergertal in Richtung Ächerli/Arvigrat-Südseite. Man muss zwingend Thermik finden, um über den Grat zurückzukommen oder weiterzufliegen. "Saufende" Piloten landen in einem abgeschiedenen Kessel ohne einfache Rückholmöglichkeit.
Etwas unterhalb des Gipfels, Richtung Südosten, steht eine markante Antenne. Erfahrene Piloten nutzen kleine Schneisen in der Nähe für Groundhandling oder "Cobra-Starts" bei starkem Wind. Für Gäste nicht empfohlen, da das Gelände uneben und steinig ist.
Der Wirzweli-Start ist oft der Beginn großer Abenteuer. Hier sind die bewährten Routen und Taktiken der Locals.
Bevor man auf Strecke geht, muss man "Basishöhe" machen.
Die Antenne (Trigger 1): Die Antenne am Gummen-Gipfel ist der zuverlässigste Bart. Er zieht oft eng und ruppig, katapultiert einen aber schnell auf 1.800m.
Waldkante Wirzweli (Trigger 2): Fliegt man vom Gummen-Nord ab, lohnt es sich, die Waldkante rechts (westlich) abzufliegen. Hier stehen oft großflächige, ruhigere Aufwinde, die sich aus dem erwärmten Nadelwald lösen.
Vorderer Gummen (Trigger 3): Ein Felsvorsprung, an dem der Talwind aufprallt. Funktioniert fast immer, ist aber turbulenter (Lee-Effekte möglich).
Dies ist der Standard-XC für Einsteiger.
Phase 1: Start Gummen, Höhe machen auf mind. 1.800m.
Phase 2: Querung zum Arvigrat. Dies ist der landschaftliche Höhepunkt. Man fliegt entlang einer messerscharfen Felslinie.
Achtung: Achten Sie genau auf die Windrichtung! Kommt der Wind von Nord, soaren Sie auf der Engelberger Seite. Kommt er von Süd (leicht thermisch), fliegt die Südseite besser. Ein Wechsel der Seite am Grat erfordert immer genug Überhöhung ("Safety Margin").
Phase 3: Weiter zum Laucherenstock. Hier steht oft der "Bart des Tages".
Phase 4: Talsprung Richtung Brunni/Rigidalstock.
Rückweg: Der Rückweg gegen den Talwind von Engelberg nach Wolfenschiessen ist oft zäh. Viele Piloten nutzen die Höhe, um in der Mitte des Tales zu "surfen", oder landen in Engelberg und nehmen den Zug.
Für ambitionierte Piloten.
Vom Laucherenstock springt man zu den Walenstöcken. Diese Felswände sind thermisch extrem aktiv, aber auch sehr anspruchsvoll (zerklüftetes Gelände).
Weiter via Melchsee-Frutt zum Brünigpass.
Hier öffnet sich das Tor zum Berner Oberland (Brienzersee). Ein Flug bis Interlaken und zurück ist von hier aus möglich (100km+ FAI Dreiecke).
Bei starker Labilität und Nordwind-Drift fliegen Piloten vom Wirzweli nach Norden ab.
Route: Wirzweli -> Stanserhorn (Vorsicht CTR!) -> Pilatus -> Eigenthal -> Napf-Gebiet -> Richtung Willisau/Jura.
Dies erfordert komplexe Luftraum-Navigation (CTR Emmen, TMA Zürich), bietet aber unglaubliche Distanzen, wenn die Alpen "zu" sind.
Die Situation der Landeplätze hat sich fundamental geändert. Ignorieren Sie alte Karten!
Dieser Landeplatz ist GESCHLOSSEN.
Grund: Konflikte mit der Landwirtschaft (hohes Gras, Müll, Disziplinlosigkeit) führten zur Kündigung der Pacht.
Status: Absolutes Landeverbot. Auch keine "Notlandungen" simulieren, wenn es vermeidbar ist. Jeder Verstoß wird von den Locals und Bauern registriert und schadet dem Verein.
Dies ist nun der Hauptlandeplatz.
Koordinaten: 46.9204° N, 8.3979° O (498 m MSL)
Lage: Ca. 2,5 km südlich der Talstation Dallenwil. Erkennbar am großen Schießstand-Gebäude und Windsack.
Anflug-Schema:
Volte: Linksvolte ist Standard (bei Talwind von Nord nach Süd).
Abbauraum: Über der Scheune / dem Feldwegbereich.
Landefeld: Eine definierte Wiese südlich des Schießstandes. Nicht in das hohe Gras der Nachbarfelder stehen!
Sicherheitskritisch: Der Schießbetrieb!
Der Landeplatz liegt direkt im Gefahrenbereich der 300m-Schiessanlage.
Indikator: Hängt am Schützenhaus (oder an der Stange im Feld) eine rot-weiße Fahne oder ist ein rotes Knallkörper-Signal zu sehen/hören, wird geschossen.
Verhalten: Bei Schießbetrieb ist der Luftraum über dem Landeplatz und das Landen selbst tödlich gefährlich und verboten.
Alternative: Weichen Sie zwingend auf den Landeplatz Brändlen (weiter südlich) oder den Delta-Landeplatz (falls freigegeben) aus. Informieren Sie sich vor dem Start am Anschlagbrett an der Talstation über die Schießzeiten (meist Mittwochabend, Samstagvormittag oder bei militärischen Übungen).
Visuelle Anflughilfen (Text-basierte Warnung): Im Endanflug auf Wolfenschiessen queren Starkstromleitungen das Tal. Diese sind bei diffusem Licht schwer zu sehen. Halten Sie im Endanflug ausreichend Höhe und sinken Sie erst über der Wiese final ab. Der Talwind kann hier am Boden sehr turbulent durch die Baumreihen brechen (Leewirbel im Endanflug).
Lage: Ganz am südlichen Ende von Wolfenschiessen.
Charakter: Große Wiese, einfacher anzufliegen.
Nachteil: Weiter weg vom Bahnhof und Parkplatz.
Logistik: Von hier führt ein Fußweg (ca. 15-20 Min) zurück zum Bahnhof Wolfenschiessen.
Für den Erhalt der Landeplätze erhebt der Gleitschirmclub Nidwalden bzw. der Grundeigentümer eine Gebühr.
Kosten: CHF 5.00 pro Tag (Stand 2026).
Bezahlung: Bargeldlos und unkompliziert via Twint (QR-Codes an den Infotafeln) oder Bar in ein "Kässeli".
Appell: Zahlen Sie diese 5 Franken. Es ist der Preis für den Frieden mit den Landwirten.
Das Fluggebiet grenzt im Norden direkt an einen kontrollierten Luftraum. Dies ist die häufigste Fehlerquelle für Gastpiloten.
Status: Militärischer und ziviler Flugplatz (Pilatus Flugzeugwerke).
Grenze: Die CTR-Grenze verläuft etwa auf der Linie Stanserhorn – Buochserhorn. Alles nördlich davon (Richtung See/Stans) ist CTR.
Vertikale Ausdehnung: Vom Boden (GND) bis 1.700 m (bzw. höher in den TMAs).
Regel: Einflug ohne Funkfreigabe ist verboten.
Ausnahme (Wochenende): An Wochenenden ist die CTR Buochs oft (aber nicht immer!) inaktiv (Status: HX).
Prüfung: Checken Sie vor dem Flug das DABS (Daily Airspace Bulletin Switzerland) oder den Status via Flugfunk/Skybriefing.
Segelflugzonen: Es gibt spezielle Segelflugzonen, die bei Aktivierung das Einfliegen erlauben. Diese müssen explizit per Infoband (Tel. 041 620 77 77 - Nummer prüfen!) oder Frequenz abgefragt werden.
Faustregel für Wirzweli-Piloten: Solange Sie südlich der Linie Stanserhorn-Gipfel bleiben (also im Bereich Wirzweli, Gummen, Arvigrat), sind Sie sicher. Ein Flug zum Stanserhorn selbst kratzt aber bereits an der CTR-Grenze. Ein Weiterflug nach Stans zur Landung ist meist tabu, wenn die CTR aktiv ist.
Besonders am Arvigrat und im Bereich Laucherenstock gelten Wildruhezonen.
Zeitraum: Besonders kritisch im Winter und während der Setzzeit im Frühjahr (Mai/Juni).
Verhalten: Mindestabstand 300m Grund über Grund einhalten. Wer Gämsen über Grate hetzt, riskiert eine Anzeige durch die Wildhut. Nutzen Sie digitale Karten (z.B. Burnair Map oder XContest Layer), um diese Zonen live im Cockpit zu sehen.
Was steht nicht im DHV-Guide? Hier ist das Insider-Wissen.
Im Herbst liegt oft ein zähes Nebelmeer im Tal (Obergrenze 1.000-1.200m). Dallenwil liegt im Grau. Viele Piloten drehen um.
Der Trick: Checken Sie die Webcam Gummenalp. Oft scheint oben (1.600m) die pralle Sonne.
Action: Fahren Sie mit der Bahn durch die Nebelsuppe. Oben erwartet Sie ein traumhaftes Panorama "über den Wolken".
Gefahr: Sie brauchen ein "Loch" zum Landen oder müssen oben Toplanden (anspruchsvoll!). Wenn das Nebelmeer steigt und den Startplatz "frisst", sitzen Sie fest. Nur für Piloten, die Toplanden beherrschen oder sicher wissen, dass der Nebel sich auflöst.
Im Sommer, wenn die Thermik abends stirbt, setzt am Wirzweli-Startplatz (unten) oft ein sanfter "Restitutions-Wind" ein. Zwischen 17:00 und 19:00 Uhr kann man hier butterweich in den Sonnenuntergang soaren, während die Thermik-Cracks schon beim Bier sitzen.
Für Wirzweli empfiehlt sich ein Wenderucksack oder leichtes Equipment. Der Weg von der Bergstation Wirzweli zur Gummenbahn (15 Min) oder der Fußmarsch zum Landeplatz Brändlen nervt mit 20kg-Wettkampfausrüstung. Hike & Fly Ausrüstung erweitert die Möglichkeiten enorm (z.B. Aufstieg zum Arvigrat zu Fuß).
Verlassen Sie sich nicht auf eine einzige Kamera. Nutzen Sie das Triptychon:
Gummenalp Webcam: Zeigt Startplatz und Windfahne (oben).
Haldigrat Webcam: Zeigt die überregionale Wetterlage und Basis.
Roundshot Stanserhorn: 360-Grad-Blick für die Bewölkungsanalyse im gesamten Alpenraum.
Wirzweli vermarktet sich als "Hexenweg"-Kinderparadies. Das ist ideal für fliegende Eltern.
Während Papa/Mama fliegt, können Partner und Kinder:
Den "Wetterhexenweg" wandern (Themenweg).
Den großen Spielplatz direkt an der Bergstation Wirzweli nutzen.
Auf der Sommerrodelbahn fahren (direkt bei der Bergstation).
Im Eulen-Park Greifvögel bestaunen. Die Infrastruktur ist extrem familienfreundlich, was den "Family-Approval-Factor" für diesen Flugspot massiv erhöht.
Alpenrestaurant Wirzweli: Gut bürgerlich, direkt an der Bahn.
Berggasthaus Gummenalp: Der "Pilotentreff" am Gipfel. Legendäre Rösti und Käseschnitten. Von der Terrasse kann man die Starts beobachten. Perfekt für "Parawaiting".
Restaurant am Landeplatz Wolfenschiessen: Oft Treffpunkt nach dem Flug für das Debriefing.
Zu viel Wind? Wanderung auf das Stanserhorn (grandiose Aussicht).
Zu wenig Wind? Besuchen Sie die Glasi Hergiswil (Glasbläserei) im Tal.
Analysen von Unfällen (z.B. Tandemunfall 2018) zeigen zwei Muster:
Startabbruch zu spät: Die Wiese am Gummen-Nord wird nach unten steiler. Wer den Schirm nicht kontrolliert und "hinterherrennt", hebt ungewollt mit Klappern ab.
Kollisionen am Grat: Am Arvigrat wird es an guten Tagen eng. Beachten Sie die Ausweichregeln (Hang rechts vor links).
Rega (Rettungsflugwacht): Tel. 1414 (App installieren!)
Polizei: 117
Flugschule Emmetten & Titlis: Lokale Experten, betreiben oft den Shop und kennen die aktuellen Landeplatz-Regeln.
Seilbahn Dallenwil-Wirzweli: +41 41 628 23 94
Wirzweli-Gummen ist ein Juwel für Piloten, die über den Tellerrand des reinen "Abgleitens" hinausblicken wollen. Es bietet eine seltene Kombination aus einfacher Erreichbarkeit, spektakulärer Topografie und anspruchsvoller Aerodynamik. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der Vorbereitung: Wer die CTR-Grenzen kennt, den Schießplan in Wolfenschiessen checkt und die Talwind-Entwicklung antizipiert, wird mit Flügen belohnt, die zu den schönsten der Zentralschweiz gehören. Wer jedoch blindlings startet und in Dallenwil auf der gesperrten Wiese landet, riskiert nicht nur seine Lizenz, sondern die Zukunft dieses wunderbaren Fluggebiets.
Happy Landings & See you at Cloudbase!