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Wallberg

Startplätze:4
Landungen:2
Koord.:47.6659°N, 11.7967°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

4 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

Wallberg Startplatz Hauptgipfel

Start
Höhe1720m ü. M.
Koord.47.6659, 11.7967
WindNW
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Wallberg Landeplatz an der Wallbergstraße

Landung
Höhe755m ü. M.
Koord.47.6759, 11.7710
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Wallberg Startplatz Westgipfel

Start
Höhe1715m ü. M.
Koord.47.6654, 11.7956
WindNW
Korrekt?

Wallberg Startplatz Hintermaurer Alm

Start
Höhe1646m ü. M.
Koord.47.6638, 11.7949
WindSW-N
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Wallberg Startplatz Kircherl

Start
Höhe1604m ü. M.
Koord.47.6610, 11.7906
WindN-NNO
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Wallberg Landeplatz Auf der Point

Landung
Höhe755m ü. M.
Koord.47.7002, 11.7588
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Wallberg: Das definitive Handbuch für den anspruchsvollen Gleitschirmpiloten

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Einleitung: Der Wächter des Tegernsees und sein fliegerisches Erbe

Der Wallberg (1.722 m ü. NHN) ist weit mehr als nur ein markanter Gipfel in den Bayerischen Voralpen oder ein beliebter Aussichtsberg für Touristen. In der Welt des Gleitschirmfliegens besitzt dieser Berg einen fast mythischen Status, der historisch gewachsen und meteorologisch wohlbegründet ist. Er gilt als die Wiege des deutschen Streckenflugs, ein Ort, an dem Pionierleistungen erbracht wurden, die das Verständnis dessen, was mit einem stoffbespannten Fluggerät möglich ist, nachhaltig geprägt haben. Wenn man am Wallberg startet, tritt man in die Fußstapfen von Legenden wie Sepp Gschwendtner, der hier bereits in den späten 1980er Jahren die ersten nennenswerten Streckenflüge, damals noch über bescheidene Distanzen wie die 14 Kilometer zur Wendelsteinbahn, absolvierte.  

Heute ist der Wallberg ein hochfrequentiertes, aber auch hochkomplexes Fluggebiet, das Piloten ein breites Spektrum an Möglichkeiten bietet – vom genussvollen Abendsoaring über dem Tegernsee bis hin zum ambitionierten FAI-Dreieck über den Alpenhauptkamm. Doch der Berg ist eine Diva. Seine solitäre Lage am Alpenrand macht ihn anfällig für komplexe Windsysteme, die für den unvorbereiteten Piloten zur Falle werden können. Während offizielle Datenbanken wie die des DHV die grundlegenden Parameter liefern, bleiben die feinen Nuancen, die über einen erfolgreichen Streckenflug oder eine sichere Landung entscheiden, oft im Verborgenen. Dieser Bericht hat den Anspruch, diese Lücken zu schließen. Er analysiert die Aerologie, die logistischen Besonderheiten und die taktischen Feinheiten des Wallbergs mit einer Tiefe, die dem Anspruch erfahrener Piloten und Streckenjäger gerecht wird.

Der Wallberg ist kein reines Anfängergebiet, auch wenn er oft so vermarktet wird. Die Kombination aus starkem Talwind, thermischen Turbulenzen und einer anspruchsvollen Landevolte erfordert ein solides fliegerisches Können und eine noch solidere theoretische Vorbereitung. Dieser Guide dient als umfassendes Briefing-Dokument, das nicht nur sagt, dass man bei Ostwind nicht starten soll, sondern warum die Topografie in diesem Fall zur tödlichen Falle wird und wie man die subtilen Warnzeichen in der Landschaft liest, bevor es zu spät ist.

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Geografie und Topografische Analyse

Um die fliegerischen Besonderheiten des Wallbergs zu verstehen, muss man zunächst seine geografische Lage analysieren. Der Wallberg erhebt sich am südlichen Ende des Tegernseer Tals, das sich wie ein Trichter nach Norden hin zum Alpenvorland öffnet. Diese Öffnung ist entscheidend für das Verständnis des lokalen Windsystems.

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Die exponierte Lage

Im Gegensatz zu vielen inneralpinen Flugbergen, die durch vorgelagerte Ketten geschützt sind, steht der Wallberg als erster hoher Pfeiler am Alpenrand. Er markiert den Übergang von den sanfteren Flyschbergen im Norden zu den schrofferen Kalkmassiven des Mangfallgebirges im Süden. Diese Position macht ihn zu einem idealen thermischen Auslöser. Die Luftmassen, die aus dem flachen Vorland herangeführt werden, prallen hier erstmals auf ein signifikantes Hindernis und werden zum Aufsteigen gezwungen. Dies erklärt die oft zuverlässige Thermik, die den Wallberg zu einem so beliebten Startplatz macht.

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Das Talwind-System Tegernsee

Das Tegernseer Tal fungiert als klassisches Einflusstal für das alpine Pumpen. An thermisch aktiven Tagen saugen die Zentralalpen Luftmassen aus dem Vorland an. Diese Luft strömt durch das Tegernseer Tal nach Süden.

Der "See-Effekt": Der große Wasserkörper des Tegernsees stabilisiert die Luftschichten am Talboden zunächst. Während die Hänge sich bereits aufheizen, bleibt die Luft über dem See kühl.

Die Düsenwirkung: Im Bereich von Rottach-Egern und weiter südlich Richtung Kreuth verengt sich das Tal. Dies führt zu einer Beschleunigung des Talwindes, der am Landeplatz oft Stärken von 20 bis 25 km/h erreichen kann. Piloten müssen verstehen, dass der Wind am Boden (Landeplatz) und der Wind am Gipfel (Startplatz) oft entkoppelt sind, aber in einer dynamischen Wechselwirkung stehen.

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Die umliegenden Referenzpunkte

Für die Orientierung im Flug und die Einschätzung der Wetterentwicklung sind folgende Landmarken essenziell:

Der Setzberg (1.706 m): Südwestlich des Wallbergs gelegen, oft der erste Anlaufpunkt für Thermik, wenn der Hausbart schwächelt.

Der Hirschberg (1.668 m): Gegenüberliegend auf der Westseite des Tals. Seine Befliegbarkeit zeigt oft an, wie hoch die Basis ist und ob Querungen möglich sind.

Die Blauberge: Im Süden, die Grenze zu Tirol. Sie bilden oft die erste hohe Hürde auf dem Weg zum Achensee.

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Logistik und Zugang: Der Weg zur Basis

Eine effiziente Logistik ist der Grundstein für einen entspannten Flugtag. Der Wallberg ist touristisch extrem erschlossen, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Die Infrastruktur ist exzellent, aber der Andrang an guten Tagen kann enorm sein.

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Anreise und Parkraum-Management

Das Fluggebiet befindet sich in der Gemeinde Rottach-Egern, etwa 50 Kilometer südlich von München. Die Anreise erfolgt in der Regel über die Autobahn A8 München-Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen, und weiter über die Bundesstraße 318 zum Tegernsee.

Das Parkplatz-System an der Wallbergbahn

Der Großparkplatz an der Talstation der Wallbergbahn (Wallbergstraße 26, 83700 Rottach-Egern) ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt.

Gebührenstruktur: Der Parkplatz ist grundsätzlich gebührenpflichtig für Wanderer und Ausflügler.

Der Piloten-Vorteil: Für Nutzer der Bergbahn ist das Parken kostenfrei. Dies ist ein wichtiges Detail, das viele Gastpiloten übersehen.  

Prozess: Bei der Einfahrt zieht man ein Ticket. Beim Kauf des Bergbahntickets an der Kasse erhält man einen QR-Code auf der Karte. Dieser QR-Code dient bei der Ausfahrt am Kassenautomaten oder der Schranke zur Entwertung des Parktickets.

Wichtig: Bewahren Sie das Bergbahnticket bis zum Schluss auf! Wer nach einem langen Streckenflug erschöpft am Auto ankommt und sein Ticket verloren hat, zahlt die volle Tagesgebühr nach.

Alternativen: An Wochenenden ist der Parkplatz oft schon um 10:00 Uhr voll. Ausweichparkplätze gibt es entlang der Wallbergstraße (gebührenpflichtig) oder weiter entfernt im Ort (langer Fußweg).

Öffentliche Verkehrsmittel: Die XC-Option

Für Streckenflieger, die planen, nicht am Wallberg zu landen (z.B. Ziel Kössen oder Bayrischzell), ist die Anreise mit dem ÖPNV oft die strategisch klügere Wahl.

Zug: Die Bayerische Regiobahn (BRB) verkehrt stündlich vom Münchner Hauptbahnhof nach Tegernsee Bahnhof.

Bus-Shuttle: Vom Bahnhof Tegernsee fährt der RVO-Bus (Linie 356) direkt bis zur Talstation der Wallbergbahn. Diese Verbindung ist zuverlässig und erspart das lästige Zurückholen des Autos nach einer Außenlandung.

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Die Wallbergbahn: Das Nadelöhr

Die Auffahrt erfolgt mit einer Umlaufkabinenbahn, die in den letzten Jahren modernisiert wurde, aber immer noch Einschränkungen hat.

Betriebszeiten: Die Bahn fährt täglich von 08:45 bis 17:00 Uhr (letzte Talfahrt). Im Sommer können die Zeiten variieren, ein Blick auf die Webseite vor der Anreise ist ratsam.  

Kosten: Gleitschirmpiloten müssen tief in die Tasche greifen. Eine Bergfahrt kostet (Stand 2024/2025) signifikant, wobei es für Mitglieder des lokalen Clubs oder Vielflieger (Punktekarte, Saisonkarte) Ermäßigungen gibt.  

Tagesmitgliedschaft: Nicht-Mitglieder des DGCTT (Drachen- und Gleitschirmflieger Club Tegernseer Tal) müssen an der Kasse eine Tagesmitgliedschaft für 5,00 € (Stand 2025) lösen. Dies ist keine Abzocke, sondern ein notwendiger Beitrag zur Pacht der Start- und Landeflächen und zum Unterhalt der Infrastruktur (Windsäcke, Webcams). Die Quittung sollte am Startplatz bereitgehalten werden, da Kontrollen durch Startleiter stattfinden.  

Drachenflieger-Logistik: Die Gondeln sind klein (Vierergondeln). Drachenflieger mit einem Packmaß von über 4,50 m müssen ihren Transport telefonisch unter +49 8022 7053-70 anmelden, da hierfür spezielle Vorkehrungen getroffen werden müssen oder der Transport zu Stoßzeiten eingeschränkt sein kann.

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Der "Final Ascent": Fußwege zu den Startplätzen

Die Bergstation auf 1.620 m ist nicht der Startplatz. Je nach Windrichtung und Saison ist ein kurzer Fußmarsch erforderlich.

Zum Startplatz "Alm" (Hintermaueralm): Dieser liegt unmittelbar unterhalb der Bergstation. Man verlässt die Station, geht ein paar Stufen hinab und steht auf der großen Wiese. Gehzeit: < 2 Minuten.

Zum Startplatz "Kircherl": Dies ist der Hauptstartplatz. Man folgt dem breiten Panoramaweg von der Bergstation Richtung Westen, vorbei am Panoramarestaurant. Der Weg führt leicht bergab in einen Sattel und dann eben zum Wallbergkircherl. Gehzeit: ca. 5 bis 10 Minuten. Der Weg ist im Winter geräumt, kann aber eisig sein (Grödel empfohlen).

Zum Gipfel: Ein steiler Steig führt von der Bergstation in ca. 20-30 Minuten zum Gipfelkreuz auf 1.722 m. Dieser Weg ist für Gleitschirmpiloten mit schwerem Gepäck mühsam und lohnt sich nur bei sehr spezifischen Bedingungen (siehe Abschnitt Startplätze).

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Die Startplätze: Technische Analyse und Risikobewertung

Die Wahl des richtigen Startplatzes ist am Wallberg die erste und wichtigste Entscheidung des Flugtages. Die Topografie sorgt dafür, dass Startplätze, die nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt liegen, völlig unterschiedliche Windbedingungen aufweisen können.

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Startplatz "Kircherl" (Der Klassiker)

Dieser Startplatz ist das Herzstück des Fluggebiets und wird am häufigsten frequentiert.

Geografische Daten: 1.600 m MSL, Ausrichtung Nord-Nordwest (NNW) bis Nord-Ost (NO).

Charakteristik: Es handelt sich um eine relativ steile Wiese, die in eine Waldschneise mündet.

Starttechnik & Gefahren:

Die Schneise: Der Startlauf führt in eine baumbestandene Schneise. Optisch wirken die Bäume am Ende der Schneise oft bedrohlich nah, besonders bei Nullwind. Es ist essenziell, den Schirm sauber aufzuziehen und beschleunigt abzuheben. Ein "Heraushungern" des Schirms kann dazu führen, dass man in den Wipfeln am Ende der Schneise hängen bleibt.

Der Querweg: Unmittelbar unterhalb des Aufziehbereichs quert ein Wanderweg die Startbahn. Regel: Ein Start darf nur erfolgen, wenn der Weg frei von Fußgängern ist. Ein Startabbruch muss zwingend vor diesem Weg eingeleitet werden. Wer den Weg überläuft und den Schirm nicht unter Kontrolle hat, stürzt in das steile, unwegsame Waldgelände unterhalb.  

Windbedingungen: Ideal bei leichtem Nordwind. Bei reinem Ostwind liegt auch das Kircherl im Lee des Gipfelmassivs, wenngleich weniger ausgeprägt als die Alm.

Startart: Aufgrund der Steilheit ist der Rückwärtsstart die sicherste Methode. Bei Nullwind (häufig am Vormittag) ist jedoch ein dynamischer Vorwärtsstart nötig.

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Startplatz "Hintermaueralm" (Die Alm) – Vorsicht Falle!

Dieser Startplatz wirkt auf den ersten Blick am einladendsten: Eine riesige, flache Wiese direkt an der Bergbahnstation mit perfekter Infrastruktur. Doch der Schein trügt.

Geografische Daten: 1.660 m MSL, Ausrichtung West (W) bis Nord-West (NW).

Die "Alm-Sperre": Aufgrund schwerer Unfälle in der Vergangenheit gilt eine strikte Regelung: Vom 15. Mai bis 15. September ist der Startplatz Alm täglich ab 13:00 Uhr gesperrt.  

Meteorologischer Hintergrund: Sobald am Nachmittag die Thermik durchzieht und der überregionale Westwind oder der Talwind auf den Grat trifft, bilden sich am westlich gelegenen Grat (Richtung Setzberg) und am Gipfelaufbau massive Turbulenzen. Diese Leewirbel ("Rotoren") ziehen direkt über den Startplatz Alm.

Das trügerische Idyll: Oft spürt man am Boden der Almwiese nur ein leichtes Lüftchen oder sogar vermeintlich passenden Vorwind, während 50 Meter höher die Luft kocht. Piloten, die hier starten, werden unmittelbar nach dem Abheben in den Rotor geschlagen, was zu Klappern in Bodennähe führt.

Nutzbarkeit: Außerhalb der Sperrzeiten (Winter, Frühjahr, Spätherbst) und bei stabilen Bedingungen ist die Alm ein hervorragender Startplatz, besonders für weniger routinierte Piloten, da er viel Platz bietet.

Hängegleiter-Verbot: Aufgrund der Geländezulassung und der Gefahr durch den angrenzenden Wanderweg dürfen Drachen hier nicht starten.

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Startplatz "Gipfel" (Die Experten-Rampe)

Direkt unterhalb des Gipfelkreuzes auf 1.722 m befindet sich eine sehr steile, kurze Startfläche.

Ausrichtung: Nord (N).

Zielgruppe: Vorwiegend Drachenflieger (Rampe) und sehr erfahrene Gleitschirmpiloten.

Risiko: Ein Startabbruch ist hier quasi unmöglich. Der Pilot muss beim ersten Versuch sicher in die Luft kommen ("Commitment"). Der Vorteil ist, dass man hier bei leichtem Nordwind oft schon über der Inversion oder den Baumwipfeln startet und sofort Anschluss findet.

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Startplatz Jägerkamp / Nagelspitz (Hike & Fly Alternative)

Für Piloten, die dem Trubel an der Bahn entgehen wollen oder eine bessere Ausgangsposition für Streckenflüge Richtung Osten suchen.

Zugang: Entweder per Hike & Fly von Neuhaus/Schliersee (ca. 750 Höhenmeter) oder durch eine Querung vom Wallberg.

Besonderheit: Es handelt sich um ein Gelände des Drachenfliegerclub Bayrischzell. Eine Startgebühr (Tageskarte ca. 5 €) ist oft per PayPal (QR-Code vor Ort) zu entrichten.  

Vorteil: Die "Nagelspitz" ist thermisch oft aktiver als der Wallberg selbst und dient als "Tankstelle" für den Sprung über das Tal.

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Aerologie und Meteorologie: Das unsichtbare Gelände lesen

Erfolgreiches Fliegen am Wallberg erfordert mehr als nur das Beherrschen des Schirms; es verlangt ein tiefes Verständnis der unsichtbaren Luftströmungen.

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Das Phänomen "Bayerischer Wind"

Dies ist die wohl gefährlichste Wetterlage am Wallberg. Bei stabilen Hochdrucklagen im Sommer bildet sich über dem Alpenvorland oft ein beständiger Ost- bis Nordostwind, der "Bayerische Wind".

Der Mechanismus: Die Luft fließt parallel zum Alpenrand. Am Wallberg trifft sie auf die Ostflanke des Berges.

Die Falle: Auf der Westseite (Startplatz Alm) entsteht ein ausgeprägtes Lee. Oft bilden sich dort Rotoren, die zeitweise den Hang hinaufwehen ("Anlaufwind"). Ein Pilot, der dies als guten Startwind interpretiert, startet direkt in die turbulente Leewalze.

Erkennung: Der Blick auf den Windsack am Gipfelkreuz ist lebenswichtig! Wenn die Fahne am Gipfel straff nach Westen (Richtung See/Alm) zeigt, herrscht Ostwind. Egal was der Windsack an der Alm anzeigt – Startverbot!.

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Thermik-Zyklen und der "Hausbart"

Die Thermik am Wallberg wandert mit dem Sonnenstand.

Vormittags (ab 10:30/11:00 Uhr): Die Ostflanken heizen sich zuerst auf. Thermik findet man oft rechts vom Startplatz Kircherl über den felsigen Bereichen unterhalb der Bergstation.

Mittags (12:00 - 14:00 Uhr): Der "Hausbart" steht oft direkt vor der Schneise des Kircherl-Starts oder etwas versetzt Richtung Gipfel. Dies ist die Zeit der stärksten Ablösungen.

Nachmittags (ab 14:00 Uhr): Die Sonne wandert in den Westen. Nun werden die Flanken des Setzbergs aktiv. Der Setzberg ist oft der Retter, wenn am Wallberg selbst nichts mehr geht. Vorsicht beim Flug zum Setzberg: Man quert eine Düse, in der der Talwind beschleunigt wird.

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Webcam-Forensik: Den See lesen

Lokale Piloten nutzen Webcams nicht nur, um zu sehen, ob die Sonne scheint. Sie lesen den See.

Schaumkronen: Weiße Schaumkronen ("Schaumköpfe") auf dem Tegernsee, die Richtung Süden wandern, signalisieren einen starken Talwind. Wenn die Schaumkronen bereits nördlich von Gmund sichtbar sind, ist am Landeplatz mit 25+ km/h Wind zu rechnen.

Dunkle Flecken im Süden: Wenn der See im Norden ruhig ist, aber im Süden (Rottacher Bucht) dunkle, gekräuselte Wasserflächen sichtbar sind, die sich nach Norden ausbreiten, kann dies ein Anzeichen für durchbrechenden Föhn sein. In diesem Fall: Flugverbot!.

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Der Streckenflug (XC): Die Königsdisziplin

Der Wallberg ist der Startpunkt für einige der klassischsten Streckenflüge der Nordalpen. Besonders die Route nach Osten (Richtung Kössen) ist legendär.

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Die Standard-Route: Wallberg – Kössen (ca. 50 km)

Diese Strecke wird oft als "Führerschein" für angehende Streckenpiloten bezeichnet, ist aber keineswegs trivial. Sie nutzt den vorherrschenden Westwinddrft.

Start & Basis: Geduld ist gefragt. Man sollte nicht abfliegen, bevor man eine komfortable Basishöhe (mindestens 2.000 m, besser 2.200 m) erreicht hat.

Sprung 1: Bodenschneid: Man quert das Tal Richtung Osten zur Bodenschneid. Tipp: Nicht zu tief ankommen, da man sonst im Lee der vorgelagerten Grate landet. Adler-Horst-Zonen beachten!

Sprung 2: Jägerkamp/Nagelspitz: Dies ist die wichtigste "Tankstelle" im ersten Drittel. Hier steht oft ein zuverlässiger Bart, der einen wieder an die Basis bringt.

Die Falle Seeberg: Der Weiterflug führt über den Seeberg Richtung Bayrischzell. Der Seeberg ist tückisch. Seine Südwestflanke bietet bei Westwind oft einen extremen, turbulenten "Hammerbart", den man nur mit viel Erfahrung auskurbeln sollte. Bei Nordostlagen ist der Seeberg oft unbefliegbar (Lee).

Schlüsselstelle Inntalquerung ("Das Blaue Loch"): Zwischen dem Sudelfeld und dem Zahmen Kaiser liegt das Inntal. Hier reißt die Wolkenstraße oft ab ("Blaues Loch"). Man muss am Sudelfeld (Vogelsang) maximale Höhe machen (min. 2.200 m), um den Sprung über das breite Inntal zum Zahmen Kaiser zu schaffen.

Zahmer Kaiser & Finale: Hat man den Zahmen Kaiser erreicht, kann man oft im dynamischen Hangaufwind (Soaring) wieder Höhe gewinnen. Von dort ist es ein entspannter Gleitflug bis zum Landeplatz an der "Fliegerbar" in Kössen.

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Das Wallberg-Dreieck (FAI)

Für Piloten, die logistisch unabhängig bleiben wollen, bietet sich ein FAI-Dreieck an.

Route: Wallberg -> Achensee -> Benediktenwand -> Wallberg.

Herausforderung: Der erste Schenkel zum Achensee führt oft gegen den Nord-Talwind. Dies erfordert frühes Starten und ein taktisches Fliegen entlang der Blauberge. Der Rückweg von der Benediktenwand zum Wallberg am späten Nachmittag wird oft durch den "Bayerischen Wind" unterstützt, der einen regelrecht nach Hause schiebt.

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Insider-Tipp: Das "Blaue Loch" überwinden

Viele Piloten scheitern an der Inntalquerung. Der Fehler: Ungeduld. Man darf das Sudelfeld nicht verlassen, bevor man wirklich an der Basis ist. Wenn keine Wolken stehen, orientiert man sich an den Geländeabrisskanten des Großen Traithen. Oft steht die Thermik hier auch "blau" (ohne Wolke) sehr zuverlässig.

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Landung: Präzision und Disziplin

Der Landeplatz am Wallberg ist berüchtigt. Nicht wegen seiner Größe, sondern wegen seiner Lage und der strengen Regeln.

Koordinaten: 47° 40' 58" N, 11° 46' 22" O, Höhe ca. 735 m MSL.

Lage: An der Wallbergstraße, kurz vor der Talstation.

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Die "Linksvolte" und das Straßen-Problem

Am Landeplatz gilt strikt eine Linksvolte (Linkskurven zur Landung). Das größte Hindernis ist die Wallbergstraße, die den Endanflug schneidet.

Die 50-Meter-Regel: Die Straße muss mit einer Mindesthöhe von 50 Metern überflogen werden. Dies dient dem Schutz des Straßenverkehrs (Busse, PKW).  

Das Szenario: Bei starkem Nord-Talwind verschätzt man sich leicht. Man sinkt im Gegenanflug schneller als gedacht.

Die Notlandewiese ("Plan B"): Wenn man merkt, dass die Höhe für die Straßenüberquerung nicht reicht, darf man auf keinen Fall versuchen, es "noch irgendwie" zu schaffen. Südlich der Straße (auf der Bergseite) befindet sich eine Wiese. Es ist ausdrücklich erwünscht, in einer solchen Notsituation dort außen zu landen ("Außenlandewiese"), anstatt eine Kollision mit einem Bus zu riskieren. Lieber den Schirm 200 Meter tragen und sich entschuldigen, als einen Unfall zu verursachen.

Verhalten am Boden: Nach der Landung die Wiese sofort räumen! Zusammengelegt wird am Rand, nicht in der Mitte der Wiese.

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Sonderfall: Landung an der "Point"

Ein absolutes Highlight, aber selten erlaubt.

Ort: Die Halbinsel "Point" direkt im Tegernsee.

Regel: Landung nur bei offiziellen Anlässen (z.B. Seefesten des Clubs) und nur, wenn ein Rettungsboot der Wasserwacht auf dem See bereitsteht. Außerhalb dieser Zeiten ist das Landen dort strengstens verboten (Badebetrieb, Gefahr für Schwimmer).

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Sicherheit, Regeln & Naturschutz

Der Wallberg ist ein sensibles Ökosystem.

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Steinadler-Schutz

Der DGCTT engagiert sich stark im Artenschutz. Rund um den Wallberg, insbesondere im Bereich der Bodenschneid, brüten Steinadler.

Horst-Schutzzonen: Während der Brutzeit (Frühjahr/Frühsommer) werden temporäre Flugverbotszonen rund um die Horste eingerichtet. Diese sind an der Talstation und am Startplatz ausgehängt. Die Einhaltung ist Ehrensache und existentiell für den Erhalt des Fluggebiets!.

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Luftraum München

Nördlich des Alpenrandes beginnt der kontrollierte Luftraum des Flughafens München.

Luftraum C: Wer vom Wallberg zu weit nach Norden ins Flachland hinausfliegt (z.B. Richtung Gmund/Holzkirchen), stößt schnell an die Untergrenze des Luftraums C. Ein Blick auf die aktuelle ICAO-Karte ist Pflicht. Die Höhenlimits sinken stufenweise ab.

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Winterflugbetrieb

Im Winter ist der Wallberg ein beliebtes Fluggebiet, aber es gibt Konfliktpotenzial.

Skipisten & Rodelbahn: Landungen auf der Skipiste oder der Rodelbahn sind verboten.

Lawinensprengungen: Im Bereich Jägerkamp verläuft eine Lawinensprengseilbahn. Hier ist im Winter extreme Vorsicht geboten bzw. das Gebiet zu meiden.

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Drumherum: Community, Unterkunft & Gastronomie

Ein Flugtag am Wallberg endet traditionell nicht mit dem Einpacken des Schirms.

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Der "Treffpunkt": Gasthof zur Post ("Hoppe")

Dies ist zwar nicht direkt an der Bahn, aber viele Piloten treffen sich nach dem Fliegen im Bräustüberl in Tegernsee oder in den umliegenden Wirtschaften. Direkt an der Talstation gibt es das Wallberg-Moos (etwas oberhalb) oder Kioske.

Insider: Der wahre Treffpunkt zum "Landebier" und Debriefing ist oft informell am Landeplatzkiosk oder bei der Flugschule, wo man auf das Shuttle wartet.

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Unterkunft & Verpflegung

Luxus: Das Bachmair Weissach ist eine Top-Adresse, bietet Wellness und arbeitet teils mit Flugschulen zusammen.

Camping: Echte Campingplätze sind im Tegernseer Tal rar und teuer. Viele Piloten weichen auf den Campingplatz in Arzbach (Isarwinkel) oder Richtung Achensee aus. Wildcampen wird im Tegernseer Tal rigoros verfolgt!

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Flugschulen

Für Guiding, Fortbildungen oder Performance-Trainings sind vor Ort exzellente Ansprechpartner:

Gleitschirmschule Tegernsee: Bietet oft Shuttle-Dienste und Reisen an.  

Flugschule Brandl: Bekannt für Streckenflug-Trainings und Theoriekurse.

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Alternativen: Wenn der Wallberg "zickt"

Wenn die Bedingungen am Wallberg nicht passen, gibt es in der Nähe gute Optionen:

Bei Föhn/Südwind: Der Wallberg ist unfliegbar. Ausweichen zum Brauneck (Lenggries). Dort ist ein Start nach Süden möglich, aber auch dort muss die Föhnstärke genau geprüft werden! Oft ist die bessere Wahl die Fahrt nach Süden über den Alpenhauptkamm (Südtirol/Greifenburg).

Bei starkem Westwind: Der Blomberg bei Bad Tölz liegt niedriger und bietet oft laminarere Soaring-Bedingungen, wenn es am Wallberg schon zu turbulent ist.  

Bei Ostwind: Fahrt zur Kampenwand oder Hochries im Chiemgau. Diese Berge sind für Ostlagen exponiert und bieten dann gute Soaring-Bedingungen.

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Fazit: Respekt vor der Diva

Der Wallberg ist ein Berg, der Respekt einfordert. Er schenkt einem an guten Tagen unvergessliche Flüge über einer der schönsten Landschaften Deutschlands. Er ermöglicht Streckenflüge bis weit nach Österreich hinein. Aber er verzeiht keine Nachlässigkeit. Die Kombination aus starkem Talwind, komplexen Leewirkungen und anspruchsvoller Landung macht ihn zu einem Prüfstein für jeden Piloten.

Wer diesen Guide verinnerlicht, die Zeichen der Natur liest und konservative Entscheidungen trifft, wird den Wallberg nicht als gefährliche Diva, sondern als großzügigen Gastgeber erleben. Hals- und Beinbruch!

Quellen & Referenzen: Die Informationen basieren auf einer Analyse offizieller DHV-Daten , den Betriebsordnungen des DGCTT , Berichten aus dem Gleitschirmdrachenforum und Streckenfluganalysen.

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