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Sonnenbichlhang

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:47.7022°N, 11.7121°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Sonnenbichlhang Startplatz

Start
Höhe1010m ü. M.
Koord.47.7022, 11.7121
WindO
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Sonnenbichlhang Landeplatz

Landung
Höhe830m ü. M.
Koord.47.7029, 11.7142
Korrekt?

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Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggelände-Analyse Sonnenbichlhang: Ein technischer Leitfaden für anspruchsvolles Gleitschirmfliegen am Tegernsee

Das bayerische Voralpenland bietet eine Vielzahl an Fluggebieten, doch nur wenige Standorte vereinen technische Herausforderung, mikroklimatische Besonderheiten und eine derart enge Anbindung an die lokale Infrastruktur wie der Sonnenbichlhang in Bad Wiessee. Diese umfassende Analyse beleuchtet das Gelände aus der Perspektive eines erfahrenen Gleitschirmfliegers und Reisejournalisten, wobei über die Standarddaten des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV) hinausgehende Einblicke in die operative Praxis, die meteorologischen Feinheiten und die strategischen Geheimtipps lokaler Experten gegeben werden. Der Sonnenbichlhang ist kein klassischer "Consumer-Berg" mit Massenabfertigung, sondern ein Charaktergelände, das Präzision und Verständnis für die Natur erfordert.  

Strategische Zusammenfassung für die Flugvorbereitung

Für Piloten, die eine schnelle Entscheidungsgrundlage benötigen, ob der Sonnenbichlhang für ihre aktuelle Flugerfahrung und die vorherrschenden Bedingungen geeignet ist, dient diese Zusammenfassung als erste Orientierung. Das Gelände wird primär als anspruchsvolles Osthanggelände klassifiziert, dessen vertikale Differenz von 180 Metern über die Komplexität der Luftmassenbewegungen hinwegtäuscht. Während der Hang für die Grundausbildung und das Groundhandling bei laminaren Bedingungen hervorragend geeignet ist, stellt die Landesituation eine signifikante Hürde dar, die selbst für fortgeschrittene Piloten bei thermischen Bedingungen Konzentration erfordert.  

Die operative Nutzbarkeit ist eng an die Kooperation mit der lokalen Flugschule Adventure Sports geknüpft. Ein wesentlicher Aspekt des Geländes ist seine relative Abschirmung gegenüber Westwinden und leichtem Föhn, was es zu einer wertvollen Alternative macht, wenn die bekannteren Hotspots wie der Wallberg aufgrund von Turbulenzen bereits flugunfähig sind. Wer den Sonnenbichlhang besucht, sollte die Bereitschaft zum Aufstieg zu Fuß mitbringen und die administrativen Regeln der Start- und Landegebühren strikt befolgen, um den Fortbestand dieses sensiblen Geländes zu gewährleisten.  

Geografische und technische Spezifikationen des Fluggeländes

Der Sonnenbichlhang liegt am westlichen Ufer des Tegernsees, eingebettet in die sanften, aber bewaldeten Ausläufer der bayerischen Voralpen. Die technische Charakterisierung des Geländes folgt einer klaren Strukturierung zwischen dem Startbereich auf über 1.000 Metern Höhe und der Landezone im Talbereich von Bad Wiessee.

Parameter Startplatz Sonnenbichlhang Landeplatz Sonnenbichlhang Genaue GPS-Koordinaten N 47°42'07.95" E 11°42'43.45" N 47°42'10.40" E 11°42'51.02" Höhe über NN 1.010 m 830 m Höhendifferenz 180 m - Startrichtung Ost (O), Nord-Ost (NO) - Schwierigkeitsgrad Mittel / Anspruchsvoll (Schneise) Sehr schwierig Zulassung 1-sitzig / Schulung 1-sitzig / Schulung Erschließung Nur zu Fuß Per Auto und zu Fuß Export to Sheets

Datenquellen:.  

Die topografische Lage sorgt dafür, dass der Hang bereits in den frühen Morgenstunden die erste direkte Sonneneinstrahlung erhält. Dies initiiert thermische Ablösungen, die oft schon aktiv sind, bevor die großen Bergbahnen der Umgebung ihren Betrieb aufnehmen. Die Startrichtung Ost ist ideal für die Nutzung des morgendlichen Bergwindes oder des einsetzenden Talwindes vom See.  

Logistik und Infrastruktur: Der Weg zum Startplatz

Im Gegensatz zu den großen Massenstartplätzen der Alpen verfügt der Sonnenbichlhang über keine eigene Bergbahn, die Piloten unmittelbar zur Rampe befördert. Diese logistische Einschränkung wird von der lokalen Gemeinschaft jedoch als Filter geschätzt, der die Frequenz reguliert und die Qualität des Flugbetriebs schützt.  

Parkraummanagement und digitale Innovation

Bad Wiessee hat in den letzten Jahren signifikant in die Modernisierung seiner Infrastruktur investiert. Der zentrale Wanderparkplatz Sonnenbichl ist der primäre Ausgangspunkt für Piloten. Er ist kostenpflichtig, wurde jedoch auf ein digitales System umgestellt, das ohne Schranken und Papiertickets funktioniert. Die Erfassung erfolgt elektronisch, und die Bezahlung kann über mobile Applikationen wie EasyPark abgewickelt werden. Dies erfordert von Gastpiloten eine gewisse Vorbereitung, um unvorhergesehene Bußgelder zu vermeiden. Der Parkplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hotel Sonnenbichl und bietet ausreichend Kapazität, sofern man nicht an absoluten Spitzentagen der Wandersaison eintrifft.  

Der physische Aufstieg: "Walk and Fly" als Philosophie

Der Zugang zum Startplatz erfolgt ausschließlich zu Fuß. Für den Übungshang im unteren Bereich sind lediglich wenige Minuten Einzuplanen, was diesen Bereich ideal für das Groundhandling-Training macht. Der Hauptstartplatz auf 1.010 Metern erfordert eine Wanderung von etwa 20 bis 30 Minuten, abhängig von der mitgeführten Ausrüstung und der körperlichen Konstitution. Dieser Aufstieg führt über bewaldete Pfade und offene Wiesenstücke. Es wird empfohlen, leichtes Equipment zu verwenden, da der Weg zwar technisch unkompliziert, aber stetig ansteigend ist.  

Shuttle-Möglichkeiten und Alternativen

Ein offizieller Shuttle-Dienst existiert für dieses Gelände nicht. In Absprache mit der Flugschule Adventure Sports können jedoch im Rahmen von Kursen oder organisierten Flugtagen gemeinsame Transporte für das Material koordiniert werden. Für Piloten, die eine Seilbahnunterstützung bevorzugen, bleibt nur der Ausweich auf den nahegelegenen Wallberg (Rottach-Egern) oder das Brauneck (Lenggries), wobei hier die Windrichtungen beachtet werden müssen, die oft komplementär zum Sonnenbichlhang funktionieren.  

Meteorologische Analyse: Das mikroklimatische System des Tegernsee-Beckens

Der Sonnenbichlhang ist kein isoliertes Fluggelände, sondern Teil eines komplexen meteorologischen Kreislaufs, der maßgeblich durch die Wasserfläche des Tegernsees und die umgebenden Gebirgszüge bestimmt wird. Ein Verständnis dieser Mechanismen ist für einen sicheren und erfolgreichen Flug am Sonnenbichl unerlässlich.  

Der "Tegernsee-Motor": Talwind und Seewind-Effekte

Der See fungiert als thermischer Puffer. In den Vormittagsstunden erwärmen sich die Hänge rund um Bad Wiessee schneller als die Wassermassen. Dies erzeugt einen Druckunterschied, der kühle Luft vom See in Richtung der Hänge saugt. Dieser Talwind trifft am Sonnenbichlhang oft sehr laminar auf das Gelände, da er über die ebene Wasserfläche anströmt.  

Vormittagsbedingungen: Zwischen 10:00 und 12:30 Uhr stabilisiert sich dieses System meist. Die laminare Anströmung ist ideal für Soaring-Versuche im unteren Hangbereich.

Thermische Verstärkung: Sobald die Ablösungen am Sonnenbichl an Kraft gewinnen, verstärkt sich der lokale Ansaugstrom. Piloten berichten von "Thermikblasen", die sich periodisch vom Waldrand lösen und den Einstieg in den Aufstieg zum Ringberg ermöglichen.  

Abendliche Umkehr: Am späten Nachmittag und frühen Abend schläft der Talwind ein und es setzt der Bergwind ein. Dies kann die Gleitzahl beim Anflug auf den Landeplatz massiv verschlechtern, da der Wind nun von hinten (vom Berg) drückt.  

Die Abschirmung gegen Westlagen und Föhn

Ein herausragendes Merkmal des Sonnenbichlhangs ist seine topografische Lage, die ihn gegen Winde aus westlichen Richtungen sowie gegen leichten Föhn schützt. Während der Wallberg auf der gegenüberliegenden Seeseite bei Westwind oft im Lee liegt und turbulent wird, bleibt der Sonnenbichlhang oft befliegbar. Diese "Schutzfunktion" macht ihn zu einem der wichtigsten Ausweichgelände in der Region Oberbayern. Dennoch ist Vorsicht geboten: Bei starkem überregionalem Wind können Rotoren über die Gipfelkämme in das Tal greifen, was sich in plötzlichen, unvorhersehbaren Böen am Startplatz äußert.  

Flugtechnik: Die operative Praxis am Startplatz

Der Start am Sonnenbichlhang erfordert eine präzise Beherrschung des Fluggeräts, da die Startplätze oft in Waldschneisen liegen. Dies ist kein Gelände für nachlässige Vorbereitungen.  

Der "Schneisenstart": Präzision vor Geschwindigkeit

Da der Startbereich seitlich durch Baumbestand begrenzt ist, muss der Schirm exakt in der Falllinie aufgezogen werden. Pendelbewegungen nach dem Aufziehen können hier unmittelbar zu Baumlandungen führen.

Startabbruchlinie: Piloten sollten sich mental eine klare Linie setzen, an der der Start abgebrochen wird, falls der Schirm nicht stabil über dem Piloten steht oder die Windrichtung innerhalb der Schneise dreht.  

Windrichtungsanzeiger: Es ist wichtig, mehrere Windfahnen (Windsäcke) im Auge zu behalten. Oft zeigt der Windsack direkt am Startplatz die thermische Ablösung an, während eine Fahne weiter unten bereits den einsetzenden Talwind signalisiert.  

Doppelsitzer: Tandemstarts sind vom Nordwest-Startplatz unter Auflagen möglich, erfordern jedoch mindestens 10 km/h Vorwind und eine Rückwärts-Aufziehtechnik, um die Kontrolle in der Schneise zu maximieren.  

Soaring am Hang

Bei optimalen Windbedingungen – vorzugsweise einem stetigen Ostwind vom See – bietet der Hang exzellente Soaring-Möglichkeiten. Piloten sollten darauf achten, nicht zu nah an die einzelstehenden Bäume oder die Waldränder zu fliegen, da dort kleinräumige Turbulenzen entstehen können. Die geringe Höhe des Hangs bedeutet, dass man ständig "auf Zug" bleiben muss; ein zu weites Abfliegen vom Hang führt meist unmittelbar zur Landung.  

Die Landesituation: Das technische Nadelöhr

Der DHV-Eintrag warnt zurecht vor der "sehr schwierigen" Landesituation. Dies ist der Punkt, an dem die meisten Fehler begangen werden, insbesondere von Piloten, die an großzügige Alpen-Landeplätze gewöhnt sind.  

Topografie und Hindernisse

Der Landeplatz liegt auf 830 Metern Höhe und ist durch mehrere Faktoren limitiert:

Die Hügel-Problematik: In der Umgebung des Landeplatzes befinden sich kleine Erhebungen. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, in diesen Hügeln zu landen, da dort die Luftmassen verwirbelt werden.  

Scherwind-Gefahr: Der Übergang von der thermisch aktiven Luft am Hang zur oft kühleren, stabileren Luftschicht direkt über dem See (oder dem Talwind) kann zu plötzlichem Höhenverlust führen.

Einmündung des Söllbachtals: In der Nähe des Sonnenbichls mündet das Söllbachtal. Hier können kühle Bergwinde aus dem Talinneren in das Haupttal fließen und die Windrichtung am Landeplatz innerhalb von Sekunden um 180 Grad drehen.

Strategie für eine sichere Landung

Erfolgreiche Piloten am Sonnenbichl nutzen eine modifizierte Landevolte. Der Gegenanflug sollte so gewählt werden, dass man die Hindernisse (Bäume, Gebäude des Skizentrums) stets im Blick hat. Im Queranflug muss die Höhe bereits präzise abgebaut sein. Eine Peilmethode ist hier unerlässlich: Wenn der gewünschte Landepunkt unter dem Horizont wandert, ist man zu hoch; wandert er nach oben, ist man zu tief. Besonders am frühen Abend, wenn der Talwind durch den Bergwind ersetzt wird, muss man mit einer deutlich verschlechterten Gleitzahl rechnen und entsprechend höher anfliegen.  

XC-Potenzial: Der Sonnenbichlhang als Sprungbrett

Obwohl der Sonnenbichlhang primär als Schulungs- und Übungsgelände bekannt ist, bietet er für Streckenflieger interessante Perspektiven. Die geringe Höhendifferenz zwingt den Piloten dazu, extrem effizient in der Thermik zu arbeiten.

Die Route zum Ringberg

Der "Klassiker" vom Sonnenbichlhang ist der Flug zum Ringberg. Hierfür muss eine thermische Ablösung direkt nach dem Start genutzt werden, um über die Grathöhe zu kommen.

Thermische Auslöser: Oft lösen sich Blasen an den Übergängen zwischen Wiese und Wald oder über den dunklen Asphaltflächen der nahen Siedlungsränder ab.  

Ziel Ringberg: Schloss Ringberg bietet oft verlässliche Thermik an seinen sonnenexponierten Mauern und Hängen. Wer hier ankommt, hat gute Chancen, den Flug in Richtung Wallberg oder weiter nach Süden in die Blauberge fortzusetzen.  

Verbindung zum Wallberg und weiter

Der Wallberg ist der dominierende XC-Berg im Tal. Piloten, die am Sonnenbichl starten und genug Höhe gewinnen, können den See queren. Dies erfordert jedoch eine solide Basishöhe, da der See ein massives Sinkgebiet darstellt. Historische Flüge von Peter Rummel, der vom Wallberg aus 175 km FAI-Dreiecke flog, zeigen das immense Potenzial der Region. Der Sonnenbichlhang dient hierbei oft als technisches Training, um das Zentrieren in engen, bodennahen Bärten zu perfektionieren.  

XC-Ziel Schwierigkeit Besonderheit Ringberg Mittel

Kurzer Sprung, erfordert effizientes Steigen am Hang.

Wallberg-Querung Hoch

Seeüberquerung mit hohem Risiko von Absaufen; Basishöhe kritisch.

Blauberge Sehr Hoch

Viel Waldgebiet, erfordert hohe Basis und gute Planung.

Greiling / Bad Tölz Mittel

Flug ins Flachland entlang der Randberge; gute Thermikquellen bei Greiling.

  Geheimtipps und lokale Expertise: Der wahre Mehrwert

Der Unterschied zwischen einem frustrierenden Tag und einem exzellenten Flug am Sonnenbichl liegt oft im Wissen, das nicht in offiziellen Datenbanken steht.

Die Weisheit der lokalen Piloten

Lokale Größen wie Peter Rummel kennen den Hang seit Jahrzehnten. Ein oft geteilter Tipp betrifft die Beobachtung der Wasseroberfläche des Tegernsees. Kräuselt sich das Wasser in einem bestimmten Muster, kündigt dies den Talwind oft Minuten vorher an, bevor er den Hang erreicht. Piloten, die dieses Signal nutzen, können sich rechtzeitig in Position bringen, um den einsetzenden dynamischen Aufwind zu nutzen.  

Fehlervermeidung für Neulinge

Ein häufiger Fehler von Piloten, die zum ersten Mal am Sonnenbichl sind, ist das Unterschätzen der thermischen Dynamik in Bodennähe. Da der Hang steil ist, können Ablösungen sehr plötzlich und kraftvoll eintreten. Ein zu passives Fliegen in der Startphase kann dazu führen, dass man von einer Blase in die Bäume versetzt wird, bevor der Schirm volle Fahrt aufgenommen hat. Aktives Fliegen ab der ersten Sekunde ist hier Überlebenswichtig.

Geheime Landeplätze und Notoptionen

Sollte der Hauptlandeplatz am Sonnenbichl durch unvorhergesehene Winde oder Überfüllung nicht sicher erreichbar sein, bietet die "Point" (eine Halbinsel im See) bei Sonderveranstaltungen eine offizielle Landemöglichkeit. Im Normalbetrieb ist dies jedoch untersagt. In echten Notsituationen bieten die weiten Wiesen südlich von Bad Wiessee Optionen, wobei hier dringend auf Stromleitungen und landwirtschaftliche Nutzungsregeln zu achten ist.  

Die Rolle der Webcams

Lokale Piloten nutzen eine spezifische Kombination von Webcams, um das "Tegernsee-Wetter" zu interpretieren:

Sonnenbichllift II (Bergstation, 1.026 m): Zeigt die Bedingungen direkt am Startplatz und den Blick über den See.  

Wallberg-Panoramakamera: Gibt Aufschluss über die großräumige Windrichtung und Wolkenbasis im Tal.  

Schloss Ringberg Webcam: Ideal, um zu sehen, ob dort bereits Thermikwolken (Cumuli) entstehen.  

Yacht-Club Bad Wiessee: Wichtig für die Analyse der Windverhältnisse direkt auf der Wasseroberfläche.  

"Drumherum": Kulinarik, Unterkunft und Flugschulen

Ein Besuch am Sonnenbichlhang ist immer auch eine Reise in eine der exklusivsten Ferienregionen Deutschlands. Die Verzahnung von Sport und Genuss ist hier tief verwurzelt.

Gastronomie nach dem Flug

Die Einkehr gehört am Tegernsee zum guten Ton. Das Berghotel Sonnenbichl bietet eine gehobene Küche mit regionalen Bioprodukten und einer Terrasse, die einen perfekten Blick auf das Fluggeschehen erlaubt. Für eine zünftigere Atmosphäre empfiehlt sich die Sonnenbichl Alm, die besonders bei Events eine einzigartige Stimmung bietet. Wer es etwas lockerer mag, findet in Bad Wiessee zahlreiche Bistros wie die Fischerei, die in wenigen Minuten erreichbar sind.  

Übernachtung und Aufenthalt

Für Piloten, die mehrere Tage bleiben wollen, bietet das Berghotel Sonnenbichl direkt am Hang modernen Komfort. Alternativ hat sich das Hotel Bussi Baby als beliebter Treffpunkt für ein jüngeres, sportaffines Publikum etabliert, da es auch Paragliding-Pakete und Tandemflüge vermittelt. Für Camping-Freunde gibt es in der näheren Umgebung Plätze (z. B. am Wallberg oder Richtung Kreuth), die jedoch in der Hauptsaison frühzeitig reserviert werden müssen.  

Flugschulen und Ausbildung vor Ort

Der Sonnenbichlhang ist das Herzstück der Ausbildung in der Region.

Adventure Sports: Als Geländehalter organisieren sie den Flugbetrieb und bieten eine umfassende Palette von Grundkursen bis zur B-Lizenz-Ausbildung an.  

Gleitschirmschule Tegernsee: Nutzen den Hang intensiv für ihre Grundausbildung. Das Team um Quirin und Thomas wird in Pilotenberichten für seine entspannte und kompetente Art gelobt.  

Tandem-Anbieter: Zahlreiche professionelle Anbieter wie "Sportmanagement Stefan Mast" oder "Fliegerherz" nutzen die Region für Passagierflüge, wobei diese meist vom Wallberg oder Brauneck starten, da dort die Höhendifferenz für den Passagier attraktiver ist.  

Sicherheit und regulatorische Rahmenbedingungen

Das Fliegen am Sonnenbichlhang ist ein Privileg, das durch striktes Einhalten von Regeln geschützt werden muss.

Besondere Flugregeln und Einweisungen

Jeder Pilot benötigt vor dem ersten Start eine Einweisung in das Gelände. Dies dient nicht der Schikane, sondern dem Schutz vor den oben beschriebenen Gefahren wie den Turbulenzen in den Hügeln oder den Schneisen-Effekten.  

Flugverbot bei Seefest: Während spezieller Veranstaltungen am See (z. B. Seefest Bad Wiessee) gelten oft gesonderte Regeln oder temporäre Flugverbote, um die Sicherheit der Massen am Ufer zu gewährleisten.  

Zahlung der Gebühr: Die 3 Euro für Start und Landung beim Bucherbauern (Kleinbuch) sind obligatorisch. Dies ist eine der wichtigsten sozialen Regeln am Hang.  

Naturschutz: Schutz der Wildtiere

Die Region Tegernsee ist Lebensraum für seltene Tierarten.

Auer- und Haselhühner: In bestimmten Waldgebieten (z. B. Stallauer Graben westlich vom Blomberg, aber auch in den Wäldern hinter Bad Wiessee) gelten Überflugverbote unter 400 m Grund, um diese Populationen zu schützen.  

Steinadler: Die Horstbereiche am Wallberg und in den Blaubergen werden streng überwacht. Während der Brutsaison sind bestimmte Gebiete für Gleitschirme gesperrt. Piloten sollten sich vorab beim lokalen Verein (DGCTT) oder bei den Flugschulen über den aktuellen Status informieren.  

Notfallmanagement

Im Falle eines Baumunfalls oder einer harten Landung ist die Bergrettung Tegernsee zuständig. Da der Hang gut einsehbar ist, ist eine schnelle Hilfe meist garantiert. Dennoch wird empfohlen, technische Hilfsmittel wie FLARM oder Transponder zu nutzen, wenn man in größere Höhen aufsteigt, da der Luftraum über dem Tegernsee auch von Segelfliegern und Motorflugzeugen aus Greiling und Warngau stark frequentiert wird.  

Zusammenfassende Analyse der Flugbedingungen

Um die meteorologischen und technischen Anforderungen präzise darzustellen, dient die folgende tabellarische Übersicht der optimalen Bedingungen.

Bedingung Optimal für Sonnenbichlhang Gefährlich / Ungeeignet Windrichtung

Ost (O), Nord-Ost (NO)

West (W), Süd-West (SW), Föhn

Windstärke

10 - 20 km/h (laminar vom See)

Über 25 km/h (Turbulenzgefahr) Tageszeit

Vormittag (09:00 - 13:00 Uhr)

Spätnachmittag (Bergwind-Gefahr)

Jahreszeit

März bis Oktober (beste Thermik)

Hochwinter (Startlauf oft unmöglich)

Bewölkung Heiter bis leicht bewölkt (Thermikbildung) Starke Überentwicklung (Gewittergefahr)  

Der Sonnenbichlhang bleibt ein Juwel für Piloten, die Qualität über Quantität stellen. Wer die feinen Nuancen des Talwindes versteht und die technische Präzision am Start und bei der Landung mitbringt, findet hier ein Fluggelände, das wie kaum ein zweites in den Alpen das handwerkliche Können schult und belohnt. Die Einbettung in die erstklassige Infrastruktur des Tegernseer Tals macht jeden Flugtag am Sonnenbichl zudem zu einem journalistisch und touristisch wertvollen Erlebnis. Die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Geländehaltern und das Respektieren der bäuerlichen Traditionen sind dabei der Schlüssel für den dauerhaften Erhalt dieses anspruchsvollen Standorts.

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