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Veitsberg

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:50.0633°N, 11.0005°E
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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Veitsberg Startplatz

Start
Höhe458m ü. M.
Koord.50.0633, 11.0005
WindSW
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Veitsberg Landeplatz

Landung
Höhe374m ü. M.
Koord.50.0606, 10.9987
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Ultimative Gleitschirm-Alpin-Guide: Veitsberg (Tirol) – Jenseits des Standard-Briefings

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Einführung: Die Entschlüsselung eines alpinen Mysteriums

In der facettenreichen Topografie der mitteleuropäischen Alpen, speziell im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol, existieren geografische Anomalien, die selbst erfahrene Piloten in die Irre führen können. Eine der markantesten ist der Veitsberg. Wer diesen Namen in die gängigen Fluggebietsdatenbanken des Deutschen Hängegleiterverbands (DHV) oder einschlägige Online-Portale eingibt, stößt unweigerlich auf einen Eintrag, der von einem "wunderschönen Südhang" mit einer Höhendifferenz von lediglich 108 Metern spricht, gelegen bei einem Talort namens Dietersbrunn. Die Datenbanken warnen vor strengen Auflagen: maximal fünf Schirme gleichzeitig, strikte Parkregeln und Brutgebiete des Neuntöters. Für den ambitionierten Alpinisten, der von endlosen Thermikflügen und stundenlangen Hike-and-Fly-Abenteuern träumt, wirkt diese Beschreibung ernüchternd, ja fast abschreckend.  

Doch hier liegt ein fundamentaler Irrtum vor, eine nomenklatorische Doppelung, die schon manchen Piloten mit der falschen Ausrüstung an den falschen Ort geführt hat. Es existieren zwei fliegerisch relevante Veitsberge. Der eine, detailliert im DHV-Eintrag beschrieben, ist eine kleine, reglementierte Kuppe im fränkischen Jura bei Ebensfeld. Der andere – und der alleinige Gegenstand dieses umfassenden Exkurses – ist der 1.787 Meter hohe Gipfel in den Brandenberger Alpen (Tirol), der majestätisch über dem Thierseetal thront und eine völlig andere fliegerische Realität bietet.  

Dieser Report dient als das fehlende Handbuch für den alpinen Veitsberg. Er füllt die Lücke, die Standard-Datenbanken hinterlassen, und richtet sich an den Piloten, der nicht nach betreutem Fliegen sucht, sondern die ursprüngliche Auseinandersetzung mit Berg und Luft schätzt. Wir verlassen hier den Bereich der reglementierten Startplätze mit Windsack und Teppichboden und betreten das Terrain des alpinen Freifliegens. Hier gelten andere Gesetze – meteorologisch, logistisch und fliegerisch. Der Veitsberg in Tirol ist kein Ort für den unbedarften Gelegenheitspiloten, der eine schnelle Abgleiter-Option sucht. Er ist eine strategische Bastion für Streckenflieger und Hike-and-Fly-Athleten, die bereit sind, physische Anstrengung in kinetische und potentielle Energie umzuwandeln.

Die Faszination dieses Berges liegt in seiner Ambivalenz. Er ist einerseits gut erreichbar, liegt er doch in direkter Schlagdistanz zur Inntalautobahn und dem bayerischen Voralpenland, andererseits bewahrt er sich durch den fehlenden Seilbahnanschluss eine Exklusivität, die an den überlaufenen Modebergen wie Kössen oder der Hohen Salve längst verloren gegangen ist. Wer hier oben steht, hat sich den Ausblick auf den Wilden Kaiser und den Alpenhauptkamm ehrlich verdienst. Doch dieser Lohn ist an Bedingungen geknüpft. Die Aerologie des Thierseetals ist komplex, geprägt vom Kampf zwischen dem überregionalen Wettergeschehen und den mächtigen lokalen Talwindsystemen des Inntals. Ein tiefgreifendes Verständnis dieser Mechanismen ist nicht nur vorteilhaft, sondern überlebenswichtig.

In den folgenden Kapiteln werden wir den Berg Schicht für Schicht analysieren. Wir beginnen mit der Geologie und Topografie, die die thermischen Charakteristika vorbestimmt, tauchen tief in die Meteorologie ein, um die "unsichtbaren Fallen" des Inntalwinds sichtbar zu machen, und erarbeiten eine logistische Blaupause für den Aufstieg und den Flug. Wir werden auch das Thema der Landung behandeln – ein Aspekt, der am Tiroler Veitsberg mangels offizieller Infrastruktur ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Diplomatie gegenüber den Landwirten erfordert. Dies ist kein Guide für Konsumenten. Dies ist ein Dossier für Piloten, die den Berg verstehen wollen.

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Geografische und Topografische Analyse: Die Bühne

Um die fliegerischen Eigenheiten des Veitsbergs zu begreifen, muss man zunächst seine physische Gestalt und seine Lage im Raum verstehen. Der Veitsberg ist Teil der Mangfallgebirgs-Randzone, oft auch den Brandenberger Alpen zugerechnet. Er markiert eine topografische Grenzlinie. Nördlich fällt das Gelände sanfter Richtung Bayern ab, während es südlich abrupt in das mächtige Inntal abbricht. Diese Position macht ihn zu einem meteorologischen Wächter.

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Orografische Struktur und Gestein

Der Berg selbst besteht primär aus Kalkstein. Für den Thermikflieger ist dies eine entscheidende Information. Kalkgestein hat spezifische thermische Eigenschaften: Es speichert Wärme anders als Urgestein oder grasbewachsene Schieferberge. Die hellen Felsflächen, die besonders im Gipfelbereich aus den Latschenfeldern ragen , fungieren als effiziente Kollektoren solarer Einstrahlung. Sie heizen sich schnell auf, geben die Energie aber auch "aggressiver" ab. Das bedeutet, dass die Thermik am Veitsberg oft punktuell, eng und stark ist, im Gegensatz zu den großflächigen, weichen Bartstrukturen der Grasberge im Pinzgau.  

Die Südflanke des Veitsbergs ist das fliegerische Herzstück. Sie ist breit, steil und zieht sich wie eine gigantische Rampe vom Talboden bei Landl/Riedenberg bis zum Gipfelgrat. Diese Exposition ist nahezu ideal für die Sonneneinstrahlung von den späten Vormittagsstunden bis in den Abend. Im Gegensatz zu reinen Ost- oder Westhängen, die nur zeitlich begrenzte Fenster bieten, "arbeitet" die Südflanke des Veitsbergs den ganzen Tag. Doch die Struktur ist nicht homogen. Sie ist durchzogen von Rippen und Rinnen. Erfahrene Piloten wissen, dass die Thermik an den Rippen abreißt, während in den Rinnen oft Kaltluft abfließt oder Leewirbel entstehen, wenn der Wind nicht frontal ansteht.

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Die Nachbarschaft: Pendling und Thalerjoch

Der Veitsberg steht nicht isoliert. Im Osten wird er vom Pendling flankiert, der mit ca. 1.563 Metern etwas niedriger ist, aber durch seine exponierte Lage direkt am Inntalabbruch eine wichtige Rolle als Windindikator spielt. Im Westen schließen sich das Frechjoch und das Thalerjoch an , die eine natürliche Fortsetzung des Grates bilden und für Streckenflüge als erste Wegpunkte dienen. Diese Gratstruktur ermöglicht es dem Piloten, sich bei entsprechenden Bedingungen im "Delphin-Stil" fortzubewegen, ohne viel Höhe zu verlieren. Man kann die tragende Linie des Grates nutzen, um Strecke zu machen, muss aber stets wachsam gegenüber den Einschnitten (Sätteln) sein, durch die Talwinde oder überregionale Strömungen als Düsenffekte hindurchpfeifen können.

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Das Hochtal von Riedenberg

Der Talort, oder besser der Ausgangspunkt für die Unternehmung Veitsberg, ist Riedenberg. Dieses Hochtal liegt auf etwa 1.000 Metern Meereshöhe. Das ist ein signifikanter strategischer Vorteil. Da man bereits auf 1.000 Metern startet, muss man für den Gipfelsturm "nur" noch knapp 800 Höhenmeter überwinden. Für Hike-and-Fly-Verhältnisse ist das ein äußerst lukratives Verhältnis von Aufwand zu Ertrag. Man erhält einen fast 1.800 Meter hohen Gipfelstartplatz für den Preis einer Mittelgebirgswanderung. Zudem liegt das Tal selbst oft über der Inversionsschicht, die im Herbst das tiefere Inntal (ca. 500m) bedecken kann. Während Kufstein im Nebel liegt, kann man in Riedenberg oft schon in der Sonne starten.

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Meteorologie: Das unsichtbare Labyrinth

Das Verständnis der Luftmassen rund um den Veitsberg ist der Schlüssel für Sicherheit und Leistung. Wir befinden uns hier in einem komplexen Übergangsbereich zwischen dem Inntal-System, dem bayerischen Wind und den lokalen Hangwindsystemen. Wer hier fliegt, ohne die Wetterkarte genau studiert zu haben, begibt sich in Gefahr.

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Der Einfluss des Inntalwinds

Das Inntal, die "Luftautobahn" der Ostalpen, liegt nur wenige Kilometer südöstlich. Es ist der dominierende aerologische Faktor der Region.

Der Mechanismus: An thermisch aktiven Tagen saugt das Inntal massive Luftmassen aus dem bayerischen Vorland an. Dieser "Bayerische Wind" strömt bei Kufstein in das Inntal ein und beschleunigt sich auf seinem Weg Richtung Innsbruck.

Die Gefahr für den Veitsberg: Wenn dieser Talwind zu stark wird – was typischerweise ab dem frühen Nachmittag (14:00 - 15:00 Uhr) der Fall ist –, kann er über den niedrigeren Pendling-Rücken schwappen oder durch das Thierseetal kanalisiert werden. Für den Piloten am Veitsberg bedeutet das: Der Wind am Landeplatz kann plötzlich und heftig zunehmen. Schlimmer noch: Am Gipfel kann man bei Südwind starten und dann in einer Höhe von 1.200 bis 1.400 Metern in eine Scherung geraten, wo der Talwind das System dominiert.

Indikator: Beobachten Sie die Windwerte am Pendling (Webcam oder Wetterstation). Wenn der Wind am Pendling auf Nord/Nordost dreht und stark zunimmt (über 20-25 km/h), ist höchste Vorsicht geboten. Am Veitsberg-Startplatz (Südseite) kann man dann im Lee sitzen, während im Tal bereits eine starke Düse herrscht.

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Die trügerische "Pseudothermik" bei Nordlagen

Eine klassische Falle am Veitsberg ist die Nordlage. Da der Startplatz nach Süden ausgerichtet ist, liegt er bei überregionalem Nordwind im Lee. Doch die starke Sonneneinstrahlung auf die steile Südflanke kann eine thermische Anströmung erzeugen, die den Nordwind am Startplatz überlagert.  

Das Szenario: Der Pilot steht am Startplatz, der Wind kommt perfekt von vorne (thermischer Aufwind). Er startet. Sobald er jedoch die schützende Grenzschicht der Thermik verlässt oder versucht, ins Tal hinauszufliegen ("Versetzen"), trifft ihn der sinkende Nordwind brachial.

Die Konsequenz: Massives Sinken, turbulente Luftmassen und die Gefahr, nicht mehr bis zum geplanten Landeplatz zu kommen, sondern in den unlandbaren Waldgebieten notlanden zu müssen.

Erkennung: Achten Sie auf stationäre Lenticularis-Wolken über dem Kaisergebirge oder "zerrissene" Thermikfetzen. Wenn die Wolken schnell ziehen, aber am Startplatz Windstille herrscht, ist dies ein Alarmzeichen für eine Lee-Situation.

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Saisonale Besonderheiten

Die fliegerische Nutzbarkeit des Veitsbergs unterliegt einem starken saisonalen Wandel:

Frühjahr (März-Mai): Dies ist die Zeit der "Hammer-Thermik". Der Temperaturgradient zwischen dem noch kalten Talboden und der bereits kräftigen Sonne ist maximal. Die Schneefelder im Gipfelbereich reflektieren zusätzlich Energie. Dies ist die beste Zeit für Streckenflüge (XC), erfordert aber aktives Pilotieren.

Sommer (Juni-August): Die Gewitterneigung ist in den Nordalpen hoch. Der Veitsberg heizt sich schnell auf und kann Überentwicklungen (Congestus, Cb) triggern. Starts sollten früh erfolgen. Der "Hitzestau" im Latschenfeld beim Aufstieg ist ein physischer Faktor, den man nicht unterschätzen sollte.

Herbst (September-Oktober): Die "Golden Season". Die Inversionsgefahr im Inntal steigt, aber der Veitsberg ragt oft heraus. Die Thermik ist sanfter, die Luft klarer. Dies ist die Zeit für entspannte Hike-and-Fly-Touren und Genussflüge in den Sonnenuntergang.  

Winter (November-Februar): Der Veitsberg ist auch im Winter begehbar (Schneeschuhe/Tourenski), aber fliegerisch oft eingeschränkt durch stabile Schichtungen und kurze Tage.

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Logistik: Der strategische Aufstieg

Da der Veitsberg über keine mechanischen Aufstiegshilfen verfügt, ist die Logistik des "Hike" untrennbar mit dem "Fly" verbunden. Der Aufstieg ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern Teil der Flugvorbereitung, bei dem man Wind, Wolkenentwicklung und Bodenbeschaffenheit analysiert.

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Anfahrt und Parkraummanagement

Die Anreise erfolgt typischerweise über Kufstein oder Bayrischzell. Von dort aus steuert man die Ortschaft Landl an und zweigt in das Tal Richtung Riedenberg ab.

Wanderparkplatz "Fürschlacht" (ca. 1.000m): Dies ist der Dreh- und Angelpunkt. Der Parkplatz ist kostenpflichtig, und in Tirol werden Parkverstöße rigoros geahndet. Es ist essentiell, Kleingeld (Münzen) mitzuführen, da die Automaten in abgelegenen Tälern oft keine Kartenfunktion haben oder der Mobilfunkempfang für App-Zahlungen zu schwach ist.  

Das "No-Go" der Forstwege: Ein Kardinalfehler, den Gastpiloten oft begehen, ist der Versuch, "noch ein Stück weiter" zu fahren. Die Forststraßen rund um die Veitsbergalm sind für den öffentlichen Verkehr absolut tabu. Die lokale Jägerschaft und Forstverwaltung verstehen hier keinen Spaß. Ein einziger unberechtigter PKW kann zu massiven Konflikten führen, die die Duldung des Gleitschirmsports in diesem sensiblen Gebiet gefährden.

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Die Route: Physis und Taktik

Der Aufstieg wird oft unterschätzt. Obwohl "nur" 800 Höhenmeter zu bewältigen sind, hat es die Südflanke in sich.

Phase 1: Der Zubringer. Vom Parkplatz folgt man der Forststraße in moderater Steigung zur Veitsbergalm. Dieser Abschnitt eignet sich hervorragend zum "Warmlaufen". Hier ist man noch im Waldschatten geschützt.

Phase 2: Der Steig. Hinter der Alm ändert sich der Charakter abrupt. Der Weg verlässt die breite Straße und wird zum Bergpfad, der steil in die unbewaldete Südflanke sticht. Ab hier ist man der Sonne gnadenlos ausgesetzt.  

Wasser-Management: Es gibt nach der Veitsbergalm kaum zuverlässige Wasserquellen. Piloten sollten, besonders im Sommer, eine Strategie für die Hydratation haben. Ein Trinksystem (Camelbak) ist empfehlenswert, um kontinuierlich zu trinken, ohne den Rhythmus zu brechen. Rechnen Sie mit einem Bedarf von mindestens 1,5 bis 2 Litern.

Schatten-Taktik: Im Hochsommer kann die Temperatur in den Latschengassen unerträglich werden. Ein Start um 11:00 Uhr am Parkplatz ist oft schon zu spät. Der erfahrene "Hike & Fly"-Pilot startet um 08:00 oder 09:00 Uhr, um die Mittagshitze am Gipfel zu vermeiden und entspannt auf die Entwicklung der Thermik zu warten.

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Flugtechnik und XC-Potential: Die Arena

Am Gipfel angekommen, offenbart sich das wahre Potential des Veitsbergs. Er ist kein einfacher "Abgleiterberg", sondern eine Arena für taktisches Fliegen.

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Startplatz-Management in Latschenfeldern

Der Startplatz am Veitsberg ist "naturbelassen". Das ist ein Euphemismus für: Es gibt keinen Teppich, dafür viele Latschenkiefern (Legföhren) und Wurzeln.  

Leinen-Disziplin: In diesem Gelände ist die "Cobra-Starttechnik" oder ein sehr kontrolliertes Aufziehen aus der Rosette Gold wert. Wer seinen Schirm großflächig auslegt, riskiert, dass sich die Galerieleinen in den zähen Ästen der Latschen verfangen. Ein unsanfter Ruck beim Startlauf kann Leinenrisse oder Beschädigungen am Tuch verursachen.

Startrichtung: Die optimale Startrichtung ist Süd bis Südwest. Durch die Kesselform unterhalb des Gipfels wird der Wind oft zentriert.

Abbruch-Kriterien: Das Gelände fällt steil ab. Ein Startabbruch muss sofort erfolgen. Wer stolpert und in die Latschen fällt, hat meist Glück im Unglück. Wer über die Latschen hinaus stolpert, landet im felsdurchsetzten Steilgelände.

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Thermikquellen: Die Anatomie des Aufwinds

Wo steht der Bart? Am Veitsberg gibt es zuverlässige "Hausbärte", die man kennen sollte:

Der Gipfelbart: Oft löst sich die Thermik direkt westlich des Gipfelkreuzes an der Kante ab. Nach dem Start dreht man also tendenziell nach rechts (Westen) und sucht die Abrisskante.

Die Rippen-Trigger: Die Südflanke ist von vertikalen Rippen durchzogen. Diese Fels-Gras-Strukturen wirken wie Heizrippen. Fliegen Sie aktiv über die Rippen, nicht in die Rinnen dazwischen. In den Rinnen fließt oft die Ausgleichsströmung (Sinken).

Die Alm-Thermik: Sollte man den Einstieg oben verpassen, bietet das Gelände oberhalb der Veitsbergalm oft eine "Zweite Chance". Hier sammelt sich die Warmluft aus dem unteren Waldgürtel.

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XC-Strategien: Kaiser oder Rofan?

Der Veitsberg ist ein exzellenter Ausgangspunkt für Streckenflüge, bietet aber zwei fundamental unterschiedliche Optionen:

Option A: Der Sprung zum Kaiser (Richtung Osten)

Diese Route führt über den Pendling zum Zahmen Kaiser.

Die Herausforderung: Der Pendling ist niedriger. Man muss also mit maximaler Höhe vom Veitsberg abfliegen (Basisnhöhe ist ideal), um am Pendling noch im luvseitigen Aufwindband anzukommen.

Die Crux: Die Querung des Inntals vom Pendling zum Kaiser ist der kritische Moment. Das Inntal ist breit, und der Talwind kann hier, wie in Kapitel 3 beschrieben, sehr stark sein. Diese Querung sollte nur bei einer Basis von über 2.500 Metern und moderatem Talwind gewagt werden.

Option B: Die Rofan-Safari (Richtung Westen)

Dies ist die organische Fortsetzung der Bergkette. Man fliegt über das Thalerjoch Richtung Ackernalm und Sonnwendjoch.  

Der Vorteil: Man bleibt auf der Nordseite des Haupttals und muss keine großen Talquerungen machen. Die Bergkette ist geschlossen und thermisch sehr zuverlässig.

Das Ziel: Das Rofangebirge mit seinen spektakulären Felswänden bietet dann den Einstieg in hochalpines Gelände und Weiterflugmöglichkeiten bis zum Achensee oder ins Karwendel.

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Landung: Die Kunst der Improvisation

Am Veitsberg gibt es, im Gegensatz zur DHV-Datenbank für den fränkischen Namensvetter, keine detaillierten Landeplatzkarten mit eingezeichneten Abbauzonen. Hier landet man "wild" (Außenlandung).

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Die inoffiziellen Landeoptionen

Wanderparkplatz Fürschlacht: Viele Piloten landen auf den Wiesen in der Nähe des Parkplatzes.

Gasthof Wastler: Eine weitere beliebte Option sind die Wiesen beim Gasthof Wastler.  

Die goldene Regel: Landen Sie niemals im hohen Gras (Futtergras). Landen Sie nur auf gemähten Wiesen oder am äußersten Rand. Ein Landebier beim Gasthof Wastler ist nicht nur Tradition, sondern dient auch dazu, die Stimmung bei den Einheimischen zu sondieren und Goodwill zu schaffen. Fragen Sie im Zweifel vor dem Flug oder beim Wirt nach, welche Wiese gerade unproblematisch ist.

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Anflugtaktik im Tal

Das Tal bei Riedenberg ist eng.

Windsystem: Rechnen Sie mit Talwinden, die dem Geländeverlauf folgen. Achten Sie auf Rauchfahnen an den Häusern oder die Bewegung der Baumwipfel.

Hindernisse: Weidezäune sind oft schlecht sichtbar (dünne Drähte). Fliegen Sie den Endanflug mit genügend Sicherheitsreserve und scannen Sie den Boden frühzeitig nach Zäunen ab. Stromleitungen zu den Einzelgehöften sind eine weitere Gefahr, die oft quer zum Tal verlaufen.

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Rechtliche Situation und Naturschutz

Obwohl der alpine Veitsberg oft als "freies Gelände" wahrgenommen wird, operiert man hier in einem sensiblen Rechtsraum.

Österreichisches Luftfahrtgesetz: Starts und Landungen außerhalb von Flugplätzen bedürfen der Zustimmung des Grundeigentümers. Die Duldung am Veitsberg ist ein fragiles Gut.

Naturschutz: Wie in den Snippets zum fränkischen Veitsberg erwähnt, sind Themen wie Brutschutz (Neuntöter, Birkhuhn) auch in den Alpen relevant. Besonders die Bereiche der Latschengrenze sind oft Rückzugsgebiete für Raufußhühner. Vermeiden Sie tiefes Überfliegen von Latschenfeldern und Waldrändern in den frühen Morgen- und späten Abendstunden.  

Weidevieh: Der Gipfelbereich ist Almgebiet. Starts inmitten einer Schafherde sind absolut tabu. Wenn Tiere am Startplatz sind, wartet man oder bricht ab. Ein aufgeschrecktes Schaf, das sich verletzt, kann zur sofortigen Sperrung des Geländes durch den Almbauern führen.

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Fazit

Der Veitsberg (Tirol) ist ein Juwel für den Piloten, der die Selbstständigkeit sucht. Er verlangt mehr als der Standard-Flugberg: mehr physischen Einsatz beim Aufstieg, mehr meteorologisches Verständnis bei der Planung und mehr Verantwortung bei Start und Landung. Doch er gibt auch mehr zurück. Die Flüge hier, im Angesicht des Wilden Kaisers, erkämpft durch eigene Muskelkraft und taktisches Geschick, besitzen eine Qualität, die kein Lift-Flug erreichen kann. Wer die Verwechslung mit dem fränkischen Hügel vermeidet und diesen Guide als Basis für seine eigene Urteilsbildung nutzt, wird am Veitsberg unvergessliche alpine Momente erleben.

Haftungsausschluss: Gleitschirmfliegen ist ein Risikosport. Dieser Guide basiert auf Recherchedaten und Expertenwissen, ersetzt aber keine eigene Gefahrenbeurteilung vor Ort. Wetterbedingungen im Gebirge können sich minütlich ändern. Handeln Sie eigenverantwortlich.

Zusammenfassung der wichtigsten Koordinaten Ort Funktion Koordinaten (ca.) Höhe (MSL) Bemerkung Wanderparkplatz Fürschlacht Parken & Start Hike 47.608° N, 12.029° E ~1.000m Gebührenpflichtig! Veitsberg Gipfel Startplatz 47.587° N, 12.035° E 1.787m Startrichtung S/SW Gasthof Wastler Einkehr / Info Nähe Riedenberg ~990m Guter Treffpunkt Pendlinghaus Wetterstation 47.570° N, 12.110° E 1.563m Referenz für Wind Export to Sheets

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