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Kleukheim

Startplätze:1
Koord.:50.0319°N, 10.9819°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Kleukheim

Start
Höhe330m ü. M.
Koord.50.0319, 10.9819
WindW, O
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Overview

Analyse und Leitfaden für das Gleitschirm-Fluggelände Kleukheimer Fall Executive Summary für ambitionierte Piloten

Das Fluggelände Kleukheim, in Fachkreisen oft als der „Kleukheimer Fall“ bezeichnet, stellt eine der markantesten und fliegerisch wertvollsten Erhebungen am Rande der Fränkischen Alb dar. Gelegen im bayerischen Obermainland, bietet dieser Startplatz eine seltene Kombination aus geomorphologischer Steilheit und strategischer Lage für den Einstieg in die thermischen Systeme des Main-Regnitz-Beckens. Mit einer offiziellen Registrierung für die Startrichtungen West und Ost ist das Gelände ein flexibler Anlaufpunkt für Piloten aus dem Raum Bamberg, Lichtenfels und Coburg, wobei die westliche Ausrichtung aufgrund der vorherrschenden Windlagen und der dynamischen Hangkomponente die primäre Rolle spielt.  

Die fliegerische Relevanz des Kleukheimer Falls ergibt sich aus seiner Funktion als thermische Abreißkante am Übergang vom flachen Maintal zur hochebeneartigen Alblandschaft. Für Piloten bedeutet dies ein hohes Potenzial für den frühen Thermikeinstieg, erfordert jedoch eine präzise Beherrschung des Schirms während der Startphase, da die Topografie unmittelbar nach dem Abheben steil abfällt und keine Fehler verzeiht. Der Zugang zum Gelände ist durch den 1. Bamberger Gleitschirm Club e.V. reglementiert, wobei Gastpiloten unter Einhaltung strenger Auflagen willkommen sind. Dieser Bericht analysiert die technischen, meteorologischen und logistischen Aspekte des Geländes in einer Detailtiefe, die über herkömmliche Datenbankeinträge weit hinausgeht, um eine fundierte Entscheidungshilfe für Streckenflieger und Genusspiloten gleichermaßen zu bieten.  

Geologische und topografische Standortanalyse Die Formation der Fränkischen Alb am Obermain

Die landschaftliche Beschaffenheit des Kleukheimer Falls ist das Resultat Jahrmillionen währender Erosionsprozesse im Weißen Jura. Die harten Kalksteinformationen des Malm bilden hier eine markante Schichtstufe, die das Maintal überragt. Diese geologische Besonderheit ist für Gleitschirmflieger von fundamentaler Bedeutung: Die Kalkfelsen und die darüber liegenden Magerwiesen fungieren als exzellente Wärmespeicher. Im Gegensatz zu den sandigen Böden des tiefer gelegenen Beckens heizen sich diese Kalksteinränder bereits bei geringer Sonneneinstrahlung signifikant auf, was die Bildung lokaler Aufwinde begünstigt.

Der Begriff „Fall“ im Namen des Geländes deutet auf die morphologische Beschaffenheit hin. Die Hangkante fällt hier fast senkrecht ab, bevor sie in eine steile Geröll- und Waldzone übergeht. Diese Struktur ermöglicht bei Westwind ein nahezu laminares Anströmen der Kante, was exzellente Bedingungen für das Soaring schafft. Gleichzeitig bedeutet diese Steilheit, dass der Pilot nach dem Start unmittelbar in die freie Luftmasse eintritt, was die psychologischen Anforderungen an den Startprozess im Vergleich zu flacheren Almwiesen in den Alpen erhöht.  

Technische Daten und Georeferenzierung

Eine präzise Kenntnis der Standortdaten ist die Voraussetzung für eine korrekte Flugvorbereitung und die Programmierung von Fluginstrumenten. Die nachfolgende Tabelle fasst die wesentlichen Parameter des Geländes zusammen, basierend auf den offiziellen Erhebungen und ergänzt durch navigatorische Details.  

Parameter Startplatz Kleukheim (W/O) Landeplatz (Referenz) GPS-Koordinaten N 50° 01' 55.00" E 10° 58' 55.00" N 50° 02' 05.00" E 10° 57' 40.00" (ca.) Höhe über NN ca. 450 m bis 480 m ca. 255 m Höhendifferenz ca. 200 m bis 225 m - Startrichtungen West (W), Ost (O) - Geländehalter 1. Bamberger Gleitschirm Club e.V. 1. Bamberger Gleitschirm Club e.V. Zulassung Gleitschirm (1- und 2-sitzig) - Export to Sheets

Die Höhendifferenz von etwa 200 Metern mag im Vergleich zu alpinen Revieren moderat erscheinen, ist aber für Mittelgebirgsstandorte in Franken typisch und absolut ausreichend, um den Anschluss an die regionale Thermik zu finden. Die Ausrichtung nach Westen macht den Platz besonders wertvoll, da dies die Hauptwindrichtung in Mitteleuropa ist und somit die höchste Anzahl an fliegbaren Tagen im Jahr verspricht.  

Logistik, Zugang und regionale Integration Anreiseszenarien und Parkraummanagement

Die logistische Erreichbarkeit des Kleukheimer Falls ist durch die Anbindung an die Bundesautobahn A73 sowie die Bundesstraße B173 hervorragend gewährleistet. Piloten, die aus südlicher Richtung (Nürnberg/Bamberg) anreisen, nutzen die Ausfahrt Zapfendorf oder Ebensfeld. Die Navigation führt durch das beschauliche Kleukheim, wobei die Sensibilität der Anwohner gegenüber dem Flugtourismus eine wesentliche Rolle für den langfristigen Erhalt des Geländes spielt.

Es wird dringend empfohlen, Fahrzeuge ausschließlich auf den offiziell ausgewiesenen Parkflächen im Ort oder an den Wanderparkplätzen am Fuße der Alb zu platzieren. Das Befahren von forstwirtschaftlichen Wegen ist strengstens untersagt und wird von den lokalen Behörden sowie dem Forstamt regelmäßig kontrolliert. Die Missachtung dieser Regeln gefährdet die Aufstiegserlaubnis des Vereins und damit die Existenz des gesamten Fluggeländes.  

Der Aufstieg: Physische Anforderungen und Wegführung

Da keine Bergbahn oder eine andere mechanische Aufstiegshilfe existiert, folgt der Kleukheimer Fall dem klassischen „Hike & Fly“-Prinzip. Der Aufstieg vom Tal zum Startplatz nimmt etwa 20 bis 35 Minuten in Anspruch, abhängig von der körperlichen Konstitution des Piloten und dem Gewicht der Ausrüstung. Der Weg führt über gut ausgebaute Wanderpfade, die jedoch im letzten Drittel eine signifikante Steigung aufweisen.

Die Zeit des Aufstiegs sollte nicht nur als körperliche Belastung, sondern als Teil der meteorologischen Beobachtung verstanden werden. Während des Gehens lassen sich Windgeräusche in den Baumwipfeln und die Bildung von Wolkenfetzen an der Kante beobachten, was wertvolle Rückschlüsse auf die Stabilität der Luftschichten zulässt. Für Piloten mit schweren XC-Ausrüstungen empfiehlt sich ein moderates Tempo, um eine Überhitzung zu vermeiden, da am Startplatz oft konzentriertes Handeln gefordert ist, bevor eine Abkühlung durch den Fahrtwind erfolgt.

Flugmeteorologie und aerodynamische Besonderheiten Thermikdynamik im Maintal-Becken

Der Kleukheimer Fall profitiert von einem komplexen thermischen System, das weit über die lokale Hangneigung hinausgeht. Das Maintal westlich des Startplatzes fungiert als riesiger Wärmekollektor. Insbesondere die weiten Agrarflächen und die angrenzenden Kiesseen bei Zapfendorf und Ebensfeld erzeugen bei Sonneneinstrahlung großflächige Warmluftblasen. Diese wandern mit dem überregionalen Westwind auf die Albkante zu.

Beim Auftreffen auf das Hindernis des Kleukheimer Falls wird die Warmluft gezwungen, aufzusteigen. Dies führt zu einer mechanischen Verstärkung der thermischen Ablösung. In der Praxis bedeutet dies, dass am Kleukheimer Fall oft Thermik gefunden werden kann, auch wenn es im flachen Gelände noch keine aktiven Ablösungen gibt. Die typischen Thermikzeiten beginnen im Frühjahr (März bis Mai) oft bereits gegen 11:00 Uhr UTC, wobei die intensivsten Phasen zwischen 13:00 Uhr und 16:00 Uhr zu erwarten sind.  

Windbedingungen und Gefahrenpotenziale

Die Entscheidung für oder gegen einen Start in Kleukheim muss auf einer präzisen Analyse der Windgeschwindigkeit und -richtung basieren. Das Gelände reagiert empfindlich auf Abweichungen von der idealen Anströmung.

Ideale Bedingungen: Westwind mit 10 bis 18 km/h. Hier entsteht ein stabiles Band aus dynamischem Aufwind, das es ermöglicht, lange an der Kante zu soaren, bis ein thermischer Bart den Einstieg in die Höhe ermöglicht.

Starkwindwarnung: Ab einer Windgeschwindigkeit von 25 km/h in der Grundströmung besteht an der Kante des Kleukheimer Falls die Gefahr von Rotorbildungen im Nahbereich der Bäume. Da der Startplatz teilweise von Waldschneisen begrenzt ist, können Leeeffekte unmittelbar nach dem Abheben zu gefährlichen Einklappern führen.  

Die Ostlage: Starts nach Osten sind möglich, aber weitaus komplexer. Da das Gelände hier sanfter in die Albhochfläche übergeht, ist die thermische Ausbeute oft geringer und das Risiko, in absinkende Luftmassen zu geraten, höher, wenn man den Anschluss an die erste Ablösung verpasst.  

Turbulenzzonen und Lee-Problematik

Ein kritischer Punkt am Kleukheimer Fall ist das „Lee hinter der Kante“. Bei zu starkem Westwind bildet sich über der bewaldeten Albhochfläche ein ausgeprägter Rotor. Piloten, die versuchen, über dem Plateau zu soaren, ohne ausreichende Höhe gewonnen zu haben, geraten schnell in turbulente Luftmassen. Es gilt die goldene Regel lokaler Experten: „Halte dich vor der Kante auf, bis du mindestens 100 Meter über Startplatzhöhe gewonnen hast.“

Ein weiteres potenzielles Lee-Gebiet befindet sich nördlich des Startplatzes, wo kleine Taleinschnitte die Luftströmung verwirbeln können. Bei Nordwest-Einschlag des Windes wird der Startplatz Kleukheim zunehmend leeseitig von den nördlich gelegenen Ausläufern der Alb beeinflusst. In solchen Fällen ist höchste Wachsamkeit geboten, da die Windfahnen am Startplatz aufgrund von thermischen Wirbeln eine vermeintliche Sicherheit vortäuschen können, während die Luftmasse im Abflugbereich bereits turbulent ist.  

Streckenflugpotenzial (XC) und Luftraumstruktur Strategische Routenplanung ab Kleukheim

Der Kleukheimer Fall ist ein exzellenter Ausgangspunkt für Streckenflüge in verschiedene Himmelsrichtungen. Das XC-Potenzial wird jedoch maßgeblich von der Luftraumstruktur und den tagesaktuellen Windverhältnissen bestimmt.  

Die Alb-Traverse (Ost-Route): Dies ist die klassische Route für Streckenjäger. Nach dem Aufdrehen am Kleukheimer Fall fliegen Piloten mit dem Westwind über die Hochfläche der Fränkischen Schweiz. Zielgebiete sind hier oft Bayreuth oder das Fichtelgebirge. Die Herausforderung besteht darin, die Distanzen zwischen den thermischen Hotspots auf der Alb zu überbrücken, da die bewaldeten Gebiete oft großflächiges Sinken aufweisen.

Die Main-Linie (Nord-Route): Bei südwestlicher Windkomponente bietet sich ein Flug entlang des Maintals Richtung Coburg und weiter zum Thüringer Wald an. Diese Route ist fliegerisch anspruchsvoll, da man sich permanent zwischen dem kontrollierten Luftraum und den topografischen Hindernissen bewegen muss.

Richtung Steigerwald (Südwest-Route): Diese Route wird seltener geflogen, da sie oft gegen die Hauptwindrichtung führt. Sie bietet jedoch spektakuläre Ausblicke auf das Weltkulturerbe Bamberg und die angrenzenden Flusslandschaften.

Luftraumrestriktionen und Sicherheitszonen

Die Navigation im Raum Oberfranken erfordert eine genaue Kenntnis der Luftraumstruktur, da sich hier mehrere zivile und militärische Interessen überschneiden.

CTR Nürnberg: Südlich von Kleukheim beginnt in einiger Entfernung der kontrollierte Luftraum des Flughafens Nürnberg (EDDN). Ein unkontrollierter Einflug in die Kontrollzone ist unter allen Umständen zu vermeiden, da dies nicht nur lebensgefährlich ist, sondern auch schwere rechtliche Konsequenzen für den gesamten Flugsport in der Region hat.  

Militärische Gebiete: Zeitweise können Gebiete nördlich von Kleukheim durch militärische Tiefflüge betroffen sein. Piloten müssen sich vor dem Flug über aktuelle NOTAMs (Notice to Airmen) informieren.  

Höhenbeschränkungen: In weiten Teilen der Region liegt die Obergrenze für den unkontrollierten Sichtflug (Luftraum E) bei 2.500 Fuß (ca. 760 m) über Grund oder höher, je nach Sektor. Ein präzises Altimeter-Management ist für XC-Piloten essenziell.

Luftraum-Sektor Beschränkung Handlungsanweisung Main-Regnitz-Becken Luftraum E Frei bis FL 100 (meist), auf ICAO-Karte prüfen Nürnberg Nahbereich Luftraum C/D Einflugverbot ohne Funkfreigabe FFH-Gebiet Albkante Naturschutz

Überflugverbot unter 300 m Grund wird empfohlen

  Geheimtipps und Insider-Wissen Was lokale Piloten raten

Ein Gespräch mit den Piloten des 1. Bamberger Gleitschirm Clubs am Startplatz ist durch nichts zu ersetzen. Viele „Locals“ fliegen seit Jahrzehnten am Kleukheimer Fall und kennen jede kleinste thermische Ablösung. Ein oft genannter Tipp ist die Beobachtung des „Staffelbergs“. Wenn dort die ersten Schirme aufdrehen, ist es meist ein Zeichen, dass auch in Kleukheim die Thermik aktiv wird, da die Systeme oft zeitversetzt reagieren.

Ein weiterer Ratschlag betrifft das „Versenken“ am Hang. Wenn die Thermik schwächelt, neigen viele Piloten dazu, zu nah an die Bäume heranzufliegen, um das letzte bisschen dynamischen Aufwind zu nutzen. Die lokalen Piloten warnen jedoch vor den „Eichen-Rotoren“ im unteren Bereich des Hanges, die bei thermischen Ablösungen sehr tückisch sein können.

Häufige Fehler von Neulingen

Der häufigste Fehler am Kleukheimer Fall ist eine falsche Einschätzung der Startphase. Aufgrund der Steilheit des Geländes tendieren viele Piloten dazu, zu früh in das Gurtzeug zu rutschen. Dies verschlechtert die Aerodynamik des Schirms und erhöht das Risiko eines Strömungsabrisses in der kritischen Phase unmittelbar über den Bäumen. Lokale Experten betonen: „Laufe den Schirm so lange raus, bis du wirklich freien Boden unter den Füßen hast und der Schirm dich stabil trägt.“

Ein weiterer Fehler ist die Unterschätzung des Talwindes. Während am Startplatz oft ein angenehmer Westwind weht, kann im Tal bereits ein kräftigerer Wind aus einer anderen Richtung (z.B. Nord von der Autobahn her) herrschen. Dies führt zu einer Windscherung in der mittleren Flughöhe, die den Gleitpfad zum Landeplatz massiv verkürzen kann.

Strategische Thermikquellen

Abseits der direkten Hangkante gibt es am Kleukheimer Fall einige „geheime“ Thermikauslöser, die in offiziellen Guides oft nicht erwähnt werden:

Der Steinbruch-Effekt: Ein kleiner, teilweise verdeckter Bereich mit hellem Gestein südlich des Hauptstartplatzes fungiert als „Solar-Ofen“. Hier bilden sich oft die ersten stabilen Kerne des Tages.

Die Wald-Wiesen-Kante: Dort, wo der dichte Mischwald in die offenen Magerwiesen der Albhochfläche übergeht, entstehen Temperaturgradienten, die als Trigger für Warmluftablösungen dienen.

Das Industriegebiet Zapfendorf: In der Ferne sichtbar, bieten die dunklen Dächer der Hallen exzellente Thermikquellen. Wer es schafft, mit ausreichender Höhe dorthin zu gleiten, findet oft den „Fahrstuhl“ zur Cloudbase.

Webcams und Wetterquellen der Locals

Anstatt sich nur auf allgemeine Wetterportale zu verlassen, nutzen lokale Piloten spezifische Stationen in der Umgebung:

Windwerte der Windräder: Die Windräder auf der Albhochfläche (z.B. bei Wattendorf) sind ein exzellenter Indikator für die Windstärke in der Höhe. Wenn diese stillstehen oder sich in die falsche Richtung drehen, ist der Kleukheimer Fall meist nicht fliegbar.

Wetterstation Bamberg-Wolfsberg: Diese liefert repräsentative Daten für das regionale Windfeld im Regnitzbecken.

Hobby-Meteorologen-Blogs: In der fränkischen Fliegerszene kursieren oft private Wetterlinks und Telegram-Gruppen, in denen tagesaktuelle Einschätzungen geteilt werden. Ein Zugang zu diesen Gruppen lässt sich meist durch einen freundlichen Plausch am Landeplatz gewinnen.  

Infrastruktur und soziales Umfeld Gastronomie: Die fränkische Bierkultur nach dem Flug

Franken ist bekannt für seine Brauereidichte, und die Umgebung von Kleukheim macht hier keine Ausnahme. Eine Einkehr nach dem Flug gehört für viele Piloten zum rituellen Abschluss eines gelungenen Tages.

Gasthof im Ort Kleukheim: Hier wird oft hausgemachte fränkische Küche serviert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend, und die Atmosphäre ist geprägt von lokaler Herzlichkeit.

Die Brauereien von Bad Staffelstein: In der nahen Kurstadt finden sich traditionsreiche Braugasthöfe wie die Brauerei Reblitz (Nedensdorf) oder die Brauerei Trunk (Vierzehnheiligen), die für ihr „Nothelfer-Bier“ berühmt ist.

Staffelberg-Klause: Für Wanderer und Piloten, die den Tag oben ausklingen lassen wollen, bietet die Hütte auf dem Staffelberg eine spektakuläre Aussicht, ist aber nur zu Fuß erreichbar.

Übernachtung und Camping

Für Piloten, die ein ganzes Wochenende in der Region verbringen möchten, gibt es vielfältige Optionen:

Campingplatz Ebensfeld: Direkt am Main gelegen, bietet dieser Platz eine ideale Basis für Flieger. Die Atmosphäre ist entspannt, und viele Sportler (Radfahrer, Kanuten) nutzen diesen Standort.

Wellness in Bad Staffelstein: Das Kurhotel an der Obermain-Therme bietet Luxus nach anstrengenden XC-Flügen. Ein Besuch in der Therme ist nach einem Tag mit hoher UV-Belastung und physischer Anstrengung sehr empfehlenswert.

Pensionen in Kleukheim: Es gibt mehrere private Zimmervermieter, die Flieger freundlich aufnehmen. Eine frühzeitige Reservierung während der Hauptsaison (Mai bis September) wird empfohlen.

Flugschulen und Trainingsmöglichkeiten

Direkt in Kleukheim gibt es keine permanente Flugschule, da das Gelände für die Grundschulung zu anspruchsvoll ist. Dennoch finden hier gelegentlich Fortgeschrittenen-Trainings statt.

Regionale Anbieter: Flugschulen aus dem Raum Rhön oder der Fränkischen Schweiz nutzen den Kleukheimer Fall punktuell für Einweisungsflüge oder Thermiktrainings.  

Vereinsinterne Fortbildung: Der 1. Bamberger Gleitschirm Club organisiert für seine Mitglieder regelmäßig Sicherheitstrainings und XC-Workshops, oft in Kooperation mit erfahrenen Trainern.

Sicherheit, Regeln und Notfallmanagement Geländeordnung und gesetzliche Vorgaben

Der Flugbetrieb am Kleukheimer Fall ist an strikte Regeln gebunden, um den Naturschutz und die Flugsicherheit zu gewährleisten.  

Einweisungspflicht: Gastpiloten müssen sich zwingend einweisen lassen. Dies erfolgt entweder durch ein Vorstandsmitglied oder einen vom Verein autorisierten Piloten vor Ort.

Versicherungsschutz: Das Mitführen einer gültigen Haftpflichtversicherung und der Fluglizenz ist obligatorisch. Stichprobenartige Kontrollen durch den Geländehalter sind üblich.  

Startzeiten: In der Regel ist der Flugbetrieb von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gestattet, wobei lokale Lärmschutzregelungen (insbesondere in der Nähe von Wohngebieten im Tal) zu beachten sind.  

Notfallinformationen und Erste Hilfe

Trotz aller Vorsicht können Unfälle nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das bewaldete Gelände des Kleukheimer Falls erfordert ein spezielles Vorgehen bei Baumlandungen.

Rettungskette: Im Falle eines Unfalls ist sofort die 112 zu wählen. Es ist wichtig, den Standort „Kleukheimer Fall – Startplatz“ oder die entsprechenden Koordinaten anzugeben.

Bergwacht: Die Bergwachtbereitschaft Bamberg/Forchheim ist für dieses Gebiet zuständig und verfügt über die notwendige Ausrüstung für Seilrettungen aus Bäumen oder unwegsamem Gelände.

Erste-Hilfe-Ausrüstung: Es wird dringend empfohlen, ein kleines Erste-Hilfe-Set und ein Mobiltelefon mit ausreichend Akkukapazität am Körper (nicht nur im Gurtzeug) zu tragen, um im Falle einer Baumlandung handlungsfähig zu bleiben.  

Alternativ-Startplätze bei ungünstigem Wind

Sollte der Wind am Kleukheimer Fall nicht passen (z.B. zu viel Süd oder zu viel Nord), gibt es in der näheren Umgebung Ausweichmöglichkeiten, die ebenfalls vom Bamberger Club oder befreundeten Vereinen betreut werden :  

Veitsberg: Ideal bei Südwest-Lagen. Er bietet eine ähnliche Topografie und ist nur wenige Kilometer entfernt.  

Hohenpölz: Ein bekannter Startplatz für verschiedene Windrichtungen, der oft als Alternative für Thermikflieger dient.  

Roschlaub: Gut geeignet für Süd-Südwest-Lagen und bekannt für seine zuverlässige Thermik am Nachmittag.  

Schlussbetrachtung und fliegerische Würdigung

Der Kleukheimer Fall ist weit mehr als eine einfache Erhebung in Oberfranken; er ist ein Charakterberg, der von seinen Piloten Respekt und technisches Können verlangt. Die Symbiose aus steiler Jurakante, thermisch aktivem Maintal und der Einbettung in das kulturelle Herz Frankens macht ihn zu einem Unikat in der deutschen Mittelgebirgslandschaft.

Für den passionierten Gleitschirmflieger bietet das Gelände die Chance, die Kunst des dynamischen Soarings mit den strategischen Herausforderungen des Streckenflugs zu verbinden. Die detaillierte Analyse der meteorologischen Bedingungen zeigt, dass der „Kleukheimer Fall“ insbesondere in den Übergangsjahreszeiten sein volles Potenzial entfaltet. Wer die Regeln des 1. Bamberger Gleitschirm Clubs respektiert, die Natur schützt und sich mit der nötigen Demut den thermischen Kräften nähert, wird mit Flugerlebnissen belohnt, die an Intensität und Schönheit auch alpinem Gelände in nichts nachstehen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass der Erfolg am Kleukheimer Fall maßgeblich von der Vorbereitung und der Integration in die lokale Fliegergemeinschaft abhängt. Es ist ein Gelände für Kenner und solche, die es werden wollen – ein Ort, an dem sich die Freiheit des Fliegens mit der Bodenständigkeit der fränkischen Heimat auf einzigartige Weise verbindet.

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