
3 Startplatzätze, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Der Flugplatz Tegelberg: Eine Monografie für Piloten Executive Summary: Profil eines alpinen Klassikers
Der Tegelberg, gelegen im südlichen Ostallgäu unmittelbar über den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau, repräsentiert eines der ikonischsten und zugleich anspruchsvollsten Fluggelände der bayerischen Alpen. Mit einer Startplatzhöhe von rund 1.730 Metern über dem Meeresspiegel und einer Höhendifferenz von knapp 900 Metern bietet er eine Kulisse, die weltweit ihresgleichen sucht. Doch der Schein der touristischen Idylle trügt: Der Tegelberg ist kein trivialer "Feierabendhügel" für Gelegenheitsflieger, sondern ein hochfrequentiertes, aerologisch komplexes und regulatorisch streng überwachtes Gelände.
Für den ambitionierten Piloten bietet der Berg exzellente Einstiegsmöglichkeiten in das Ammergebirge für weite Streckenflüge (XC) Richtung Garmisch-Partenkirchen oder, bei entsprechenden Lagen, weite Ausflüge in das bayerische Flachland. Genussflieger schätzen die zuverlässigen Soaring-Bedingungen am späten Nachmittag, wenn die Westflanken thermisch aktiv werden und der Talwind das System stützt. Die Logistik ist durch die Tegelbergbahn komfortabel, wenngleich an guten Tagen mit Wartezeiten zu rechnen ist.
Gleichzeitig fordert der Berg Respekt. Die exponierte Lage am Alpenrand macht ihn anfällig für komplexe Windsysteme, insbesondere den sogenannten "Bayerischen Wind", eine aus dem Vorland einströmende Kaltluftmasse, die Landungen zur taktischen Herausforderung macht. Hinzu kommt eine strikte Flugbetriebsordnung (FBO), die unter anderem den Besitz einer "Grünen Karte" (Einweisung) und klare Abstandsregeln zu den touristischen Hotspots verlangt. Wer hier fliegt, bewegt sich in einem Spannungsfeld aus Naturschutz, hoheitlichen Interessen (Schlösserverwaltung) und intensivem Mischflugbetrieb zwischen Drachen und Gleitschirmen.
Dieser Bericht analysiert das Fluggebiet in einer Tiefe, die weit über standardisierte Datenbankeinträge hinausgeht. Er beleuchtet die mikrometeorologischen Besonderheiten, detaillierte Streckenflugoptionen, sicherheitsrelevante Unfallanalysen und die logistischen Geheimtipps der lokalen Szene.
Der Tegelberg (1.881 m ü. NHN) markiert als steil aufragendes Massiv den abrupten Übergang vom flachen Alpenvorland in die Ammergauer Alpen. Diese Position ist aerodynamisch von entscheidender Bedeutung. Anders als inneralpine Berge, die von vorgelagerten Ketten abgeschirmt werden, steht der Tegelberg als erste Barriere im Wind. Die nordwestlich ausgerichteten Flanken wirken wie ein riesiges Segel, das überregionale Strömungen auffängt und in dynamischen Auftrieb umwandelt. Dies sorgt für:
Zuverlässiges Soaring bei Nordstau-Lagen, oft noch fliegbar, wenn inneralpine Täler bereits abgeschattet sind.
Harte Kontraste zwischen thermischer Aktivität und überregionalem Wind.
Klare Wettergrenzen: Oft staut sich die Bewölkung am Berg ("Schnürlregen"), während das Flachland Richtung Füssen und Forggensee noch sonnig ist.
Ein Phänomen, das jeder Pilot am Tegelberg verinnerlichen muss, ist der sogenannte "Bayerische Wind". Während in vielen Alpentälern der Talwind tagsüber klassisch talaufwärts weht, erlebt man im Ostallgäu aufgrund der Kessellage um Füssen eine Besonderheit: Aus dem nordöstlichen Flachland drückt kalte, schwere Luft gegen die Alpen.
Dieser Wind weht am Landeplatz oft aus Nordost bis Ost, also quer oder sogar entgegengesetzt zum eigentlichen Talverlauf und zur thermischen Hauptwindrichtung am Gipfel (meist Nordwest).
Die aerodynamische Falle: Piloten, die eine Standard-Landeinteilung gegen einen vermeintlichen Nordwind planen, werden im Endanflug plötzlich von der Seite oder gar von hinten geschoben. Die Windscherung zwischen der oberen thermischen Schicht (Westwind) und der unteren Kaltluftschicht (Ostwind) kann in etwa 100 bis 200 Metern Höhe über dem Landeplatz zu signifikanten Turbulenzen führen.
Die Konsequenz: Die Landevolte am Tegelberg ist strikt geregelt, um Konflikte bei diesem Windsystem zu vermeiden. Es existieren spezifische Voltenregelungen für Drachen (Linksvolte bei Standardbedingungen) und Gleitschirme, die flexibel auf den gezeigten Wind am Windsack reagieren müssen.
Der Tegelberg ist thermisch zweigeteilt. Die Ostflanken, die morgens von der Sonne beschienen werden, liefern oft schon früh erste Aufwinde, die jedoch meist zerrissen sind und gegen den oft vorherrschenden Westwind ankämpfen müssen. Die "Hausbärte" entwickeln sich klassischerweise ab dem späten Vormittag.
Der Hausbart "Rinne": Östlich des Hauptstartplatzes befindet sich eine markante Felsrinne. Hier sammelt sich die Warmluft, die aus dem Kessel unterhalb der Bahn aufsteigt. Dieser Bart ist zuverlässig, aber oft turbulent, da er Abrisskanten an den Felsen passiert.
Der "Neuschwanstein-Grat": Westlich des Starts zieht ein Grat Richtung Schlösser. Bei Westwindkomponente bietet dieser eine Mischung aus dynamischem Hangaufwind und eingelagerter Thermik. Er ist oft ruhiger zu fliegen als die Rinne, erfordert aber Wachsamkeit bezüglich des Lees, sollte der Wind zu stark auf Süd drehen.
Am Tegelberg existiert ein Ensemble aus Startmöglichkeiten, die je nach Jahreszeit und Können genutzt werden. Die Sanierung im Jahr 2018 hat die Charakteristik des Hauptstartplatzes maßgeblich verändert und modernisiert.
Dies ist der zentrale Startpunkt und das Aushängeschild des Fluggebiets.
Geodaten: 47° 33' 34" N, 10° 46' 43" O.
Höhe: Ca. 1.730 m MSL.
Exposition: Nordwest (NW), West (W), bedingt Nord (N).
Technische Beschaffenheit: Im Jahr 2018 wurde eine umfassende Sanierung durchgeführt, um die Sicherheit zu erhöhen. Das Gelände wurde im oberen Bereich durch Aufschüttungen abgeflacht und verlängert, um Piloten mehr Raum für die Startvorbereitungen (Sortieren, Einhängen) zu geben, bevor sie in den steilen Hang treten.
Bodenbelag: Eine Besonderheit ist der Einsatz von Securatek-Waben im geneigten Startbereich. In diese Wabenstruktur wurde Rollrasen eingedrückt. Diese Konstruktion bietet eine extrem hohe Rutschfestigkeit, selbst bei feuchtem Gras oder morgendlichem Tau, und verhindert die Erosion des Hanges durch tausende Startläufe pro Saison.
Starttechnik: Trotz der Abflachung bleibt der Übergang in das steile Gelände abrupt. Piloten wird dringend geraten, die Kappe im flachen Teil ruhig aufzuziehen ("Impuls geben, steigen lassen") und erst nach visueller Kontrolle über Kopf ("Scheitelpunkt") mit großen, beschleunigenden Schritten in den steilen Hang überzugehen. Ein hektisches "Hineinspringen" führt oft zu Entlastung und Strömungsabriss direkt nach dem Abheben.
Oft als "Oststart" bezeichnet, ist dies die Option für Frühaufsteher oder Tage mit ausgeprägter Ostwindlage (Bise).
Lage: Östlich der Bergstation, erreichbar über einen kurzen Fußweg hinter dem Restaurant vorbei.
Charakter: Dieser Startplatz ist deutlich kleiner und technisch anspruchsvoller als der NW-Start. Er besteht teilweise aus einer Holzrampe, die ins "Nichts" führt.
Die Lee-Falle: Dieser Startplatz birgt eine signifikante Gefahr. Bei überregionalem Westwind liegt er im Lee des Gipfelgrats. Es kommt vor, dass am Startplatz Windstille oder leichter thermischer Aufwind herrscht, während wenige Meter höher der Westwind über den Grat fegt (Rotor!). Ein Start unter diesen Bedingungen ist lebensgefährlich. Ein Blick auf die Fahnen an der Bergstation ist obligatorisch.
Diese Startplätze sind historisch gewachsen, unterliegen jedoch saisonalen Einschränkungen, da sie oft auf Skipisten liegen.
Rohrkopfsattel (1.308 m): Startschneise in der Skipiste. Starts sind hier oft nur außerhalb des Skibetriebs gestattet. Es ist eine taktische Option, wenn die Wolkenbasis tief liegt oder der Wind am Gipfel zu stark ist (Föhn-Tendenz), in mittleren Lagen aber noch passabel ansteht.
Grüble (1.507 m): Ebenfalls eine Schneise. Die Nutzung sollte vorab an der Talstation oder bei der Flugschule erfragt werden, da Mäh-Arbeiten oder Weidebetrieb Einschränkungen bedingen können.
Der Tegelberg liegt am südlichen Ende der Gemeinde Schwangau. Die Anreise erfolgt meist über Füssen.
Adresse: Tegelbergstraße 33, 87645 Schwangau.
Parkplatzsituation: An der Talstation befindet sich ein großer, asphaltierter Parkplatz.
Kostenstruktur: Das Parken ist gebührenpflichtig (ca. 5,00 € Tagesticket). Ein wichtiger finanzieller Hinweis für Piloten: Beim Kauf eines Bergbahntickets wird an der Kasse gegen Vorlage des Parkscheinabschnitts oft eine Rückerstattung (z.B. 2,00 €) gewährt. Für Vielflieger und Locals existiert ein Jahresparkausweis (40,00 €), der sich schnell amortisiert.
Die Bahn ist eine klassische Kabinenbahn, die den Transport von Gleitschirmen (im Packsack) problemlos ermöglicht. Drachenflieger müssen spezielle Transportzeiten oder Vorrichtungen beachten (oft Transport auf dem Kabinendach oder in speziellen Gondeln).
Betriebszeiten: Standardmäßig 09:00 - 16:30 Uhr. Im Hochsommer teils verlängert, im Winter bei Revisionsarbeiten geschlossen. Aktuelle PDFs sind online abrufbar.
Kosten (Stand 2025/2026):
Bergfahrt Erwachsener: ca. 20,50 €.
Landegebühr (Tageskarte): 4,00 €. Diese ist obligatorisch und dient dem Erhalt der Pachtflächen.
Jahres-Landegebühr: 40,00 € (plus Chipkartenpfand).
Kontrollmechanismen: Die Tegelbergbahn führt strikte Kontrollen durch. Ohne Vorlage einer gültigen Lizenz (B-Schein oder A-Schein mit Flugauftrag), eines Versicherungsnachweises und der "Grünen Karte" (siehe Kapitel Sicherheit) wird die Beförderung verweigert. Das Drehkreuzsystem ist oft mit den Personaldaten verknüpft.
Der Tegelberg ist ein populäres Ziel für Hike & Fly, bietet jedoch alpine Herausforderungen.
Kulturpfad Schutzengelweg:
Dauer: Ca. 2 bis 2,5 Stunden.
Höhenmeter: Ca. 900 hm.
Route: Startet an der Talstation, führt über breite Schotterwege und Waldpfade vorbei an der Rohrkopfhütte zur Bergstation.
Eignung: Technisch einfach (T2), aber konditionell fordernd. Im Sommer südseitig exponiert und heiß. Früher Aufbruch empfohlen.
Gelbe Wand Steig (Klettersteig A):
Dauer: Ca. 1,5 bis 2 Stunden für sportliche Geher.
Charakter: Alpiner Steig mit Drahtseilversicherungen (Klettersteigset empfohlen, für Geübte oft ohne machbar). Landschaftlich spektakulär.
Logistik: Mit einem schweren Standard-Gleitschirmrucksack (15-20 kg) nicht zu empfehlen, da eng und steil. Ideal für moderne Leichtausrüstungen.
Fingersteig (Klettersteig D):
Warnung: Dies ist ein Sportklettersteig. Ein Aufstieg mit Gleitschirmgepäck ist hier extrem schwierig und gefährlich. Nur für Klettersteig-Profis mit ultraleichtem Gear.
Vormittag (bis 11:00 Uhr): Die Ostflanken heizen auf. Starts am NO-Startplatz sind möglich. Oft herrschen ruhige Bedingungen für Abgleiter oder schwaches Soaring, unterstützt durch den "Bayerischen Wind", wenn er bis in Gipfelhöhe reicht.
Mittag (12:00 - 14:00 Uhr): Der NW-Startplatz wird aktiv. Da die Sonne noch im Zenit oder leicht südlich steht, werden die NW-Flanken noch nicht frontal angestrahlt. Die Thermik löst oft pulsierend ab. Dies ist die Zeit der "Zitterpartie": Man kämpft um jeden Meter im Hausbart, um nicht abzusaufen, bevor die Basis steigt.
Nachmittag (ab 15:00 Uhr): Die "Prime Time". Die Sonne wandert nach Westen und bestrahlt die riesigen Felswände frontal. Der Talwind hat sein Maximum erreicht und stützt die Thermik. Jetzt sind stundenlange Soaring-Flüge im laminaren Aufwind möglich. XC-Piloten starten oft früher, aber für Genussflieger ist dies die beste Zeit.
Frühling (März-Mai): Die Zeit der Rekorde. Der hohe Temperaturgradient zwischen den noch schneebedeckten Gipfeln und dem sich erwärmenden Vorland sorgt für brachiale Steigwerte. Allerdings sind die Talwinde oft stark und die Turbulenzen heftig. Nur für erfahrene Piloten.
Sommer (Juni-August): Oft stabile Hochdrucklagen mit Inversionen, die den Aufstieg begrenzen ("Deckel"). Der Bayerische Wind ist ausgeprägt. Gewitterneigung am Nachmittag beachten!
Herbst (September-November): Die Zeit der Genussflieger. Die Inversionen sinken ab, oft fliegt man über einem Nebelmeer im Tal. Die Farbenpracht um die Königsschlösser ist legendär. Vorsicht: Der Nebel muss am Landeplatz "offen" sein.
Winter: Startplätze sind oft schneebedeckt und rutschig. Thermik ist selten, aber ruhige Abgleiter über der verschneiten Winterlandschaft ("Wintermärchen") sind möglich. Wichtig: Nicht in Skipisten landen!.
Diese Informationen basieren auf der Erfahrung lokaler Piloten und sind in keinem offiziellen Handbuch zu finden.
Viele Gastpiloten begehen den Fehler, direkt nach dem Start am NW-Platz geradeaus ins Tal zu fliegen, in der Hoffnung, "irgendwo" Thermik zu finden. Das Resultat ist meist ein schneller Abgleiter.
Die Rinne: Direkt nach dem Start rechts halten (östlich). Dort befindet sich unterhalb der Felswände die bereits erwähnte Rinne. Hier steht oft der erste Bart.
Der West-Grat: Westlich des Startplatzes zieht sich ein Grat Richtung Schloss Neuschwanstein. Wenn der Wind leicht westlich ist, trägt dieser Grat dynamisch und thermisch oft besser als die Ostrinne.
Taktischer Hinweis: Beobachten Sie die Drachenflieger. Aufgrund ihrer höheren Sinkgeschwindigkeit im Kurvenflug suchen sie zwingend die stärksten Kerne nah am Hang. Wo ein Drachen steigt, ist es für den Gleitschirm meist auch gut – solange der Sicherheitsabstand gewahrt bleibt.
Verlassen Sie sich nicht blind auf Wetter-Apps. Die Holfuy-Station (ID 905) an der Bergstation ist das wichtigste Werkzeug.
Böen-Faktor: Schauen Sie nicht nur auf den Windmittelwert, sondern auf die Böen (Gusts). Ein Mittelwind von 15 km/h klingt fliegbares, aber wenn Böen von 40 km/h angezeigt werden, ist die Thermik extrem "zerrissen" und bockig.
Windrichtung:
270° - 320° (W-NW): Ideal.
220° - 250° (SW): Kritisch! Der mächtige Säuling und die südlichen Grate werfen Turbulenzen auf den Startplatz.
0° - 90° (N-O): Start am NW unmöglich (Rotor!). Ausweichen auf NO-Start (nur bei schwachem Wind) oder Buchenberg.
Während viele Piloten lokal um den Berg kreisen, gilt der Flug nach Garmisch-Partenkirchen und zurück als die "Königsdisziplin" für fortgeschrittene XC-Piloten.
Wegführung: Tegelberg -> Branderschrofen -> Gabelschrofen -> Kenzenhütte -> Kramer -> Garmisch.
Schlüsselstelle: Die Querung vom Branderschrofen zum Gabelschrofen. Hier muss man genug Höhe tanken (mindestens 2.000m, besser 2.200m), da man tiefes, unlandbares Gelände im Ammergebirge überfliegt. Ein "Absaufen" hier bedeutet einen extrem langen Fußmarsch ohne Handynetz.
Die FBO am Tegelberg ist aufgrund der hohen Pilotendichte und der touristischen Bedeutung des Ortes strikter als an anderen Bergen.
Es hält sich das Gerücht, man könne die Einweisung umgehen. Das ist falsch.
Pflicht: Jeder Pilot, der am Tegelberg (und Buchenberg) fliegen will, benötigt die Grüne Karte. Diese erhält man nach einer theoretischen Einweisung in die Geländebesonderheiten bei einer der lokalen Flugschulen (z.B. Flugschule Tegelberg an der Talstation, Fly Royal).
Inhalt: Unterschrift, dass die FBO verstanden wurde, insbesondere Landevolten und Abstände.
Kontrolle: Das Bahnpersonal und "Startleiter" kontrollieren regelmäßig. Ohne den Aufkleber am Helm oder die Karte im Gurtzeug droht Beförderungsverbot.
Schloss Neuschwanstein: Es gilt ein striktes Gebot (oft als "Gentlemen's Agreement" kommuniziert, aber in der FBO verankert), nicht tief über das Schloss zu fliegen. Mindestabstand horizontal und vertikal (oft 300m) sollte eingehalten werden. Lärmbeschwerden der Schlösserverwaltung können zur Schließung des Fluggebiets führen.
Seilbahn: Mindestens 150 Meter Abstand (vertikal und horizontal) zu allen Seilen und Stützen der Bahn.
Die Landung ist der kritischste Teil des Fluges am Tegelberg.
Getrennte Landeplätze: Es gibt separate Bereiche für Drachen (näher an der Straße/Parkplatz) und Gleitschirme (näher an der Talstation/Lift).
Volten:
Standard (Nordwind): Linksvolte für Gleitschirme.
Bayerischer Wind (Ostwind): Anpassung notwendig (oft Rechtsvolte, um nicht ins Lee der Bäume gedrückt zu werden).
Vorfahrt: Im Landeanflug hat der Drachen immer Vorrang vor dem Gleitschirm, da er weniger manövrierfähig ist und eine höhere Anfluggeschwindigkeit benötigt.
Der Tegelberg dient als Tor zum Ammergebirge und für Flüge ins Flachland.
Route 1: Das "Kleine Dreieck" (Feierabend-XC)
Route: Tegelberg -> Säuling -> Branderschrofen -> Landeplatz.
Distanz: Ca. 15-20 km.
Herausforderung: Der Sprung über das Tal zum Säuling. Hier muss die Basis stimmen, da der Talwind im Kessel zwischen Tegelberg und Säuling oft düsenartig verstärkt wird. Man braucht genügend Arbeitshöhe, um nicht im Lee des Säulings anzukommen.
Route 2: "Königswinkel Tour" (Ammergebirge)
Route: Tegelberg -> Ostwärts entlang der Kette (Gabelschrofen, Kenzen) -> Richtung Oberammergau -> Zurück.
Potential: 50 km+.
Charakteristik: Anspruchsvolles Fliegen über wildem Gelände. Wenige Außenlandemöglichkeiten. Taktik: Immer hoch bleiben und die Grate nutzen. Die Thermikquellen sind oft zuverlässig an den südwestlich ausgerichteten Felswänden.
Route 3: Flachland-Ausflug
Route: Tegelberg -> Forggensee -> Auerberg.
Charakter: Bei hoher Basis kann man ins Flachland hinausgleiten. Die Thermik ist dort oft sanfter, aber durch den Wind verblasen ("Blauthermik").
Rückkehr: Gegen den Bayerischen Wind oft mühsam. Viele Piloten landen am Auerberg und lassen sich abholen (Hitchhike/Shuttle).
Nach dem Flug trifft sich die Szene an fixen Punkten:
Fly Royal Landing Bar / Kiosk: Direkt am Landeplatz an der Sommerrodelbahn. Der beste Ort für das Landebier und den Austausch mit Locals.
Tegelberg Talstation Restaurant: Solide bayerische Küche, große Terrasse, touristisch geprägt.
Rohrkopfhütte: Auf halber Höhe am Berg. Ideal für Hike & Fly Piloten oder als Einkehr nach einem frühen "Absaufer", wenn man zu Fuß runtergeht.
Schlossbrauhaus Schwangau: Für den großen Hunger am Abend. Reservierung empfohlen.
Camping Bannwaldsee: Nur wenige Fahrminuten entfernt. Sehr beliebt bei Gleitschirmfliegern. Direkt am See gelegen, perfekt für ein Bad nach dem Flug.
Ferienwohnungen: Schwangau ist voll davon. Fragen Sie gezielt nach "Gleitschirmfreundlichkeit" (Trockenraum für Schirme etc.).
Wenn der Wind am Tegelberg nicht passt (z.B. starker Westwind oder reiner Nordwind), bieten sich Ausweichmöglichkeiten an:
Buchenberg (Buching): Nur 5 km nördlich.
Vorteil: Einfacher Sessellift, riesiger, flacher Wiesenstartplatz.
Wind: Geht oft bei reinem Westwind oder leichtem Nordost besser, da weniger alpin und niedriger (1.140 m). Ideal für Anfänger und Schulung.
Breitenberg (Pfronten): Ca. 15 km westlich.
Charakter: Hochalpin, Start am Kesselmoos.
Tipp: Geht oft gut bei Nordost bis Ost, wenn Tegelberg NW im Lee liegt oder verblasen ist.
Der Tegelberg ist zu Recht eines der berühmtesten Fluggebiete Deutschlands. Der Flug über Neuschwanstein ist ein Erlebnis, das sich tief in das Gedächtnis einbrennt. Doch der Berg verlangt Respekt. Er ist kein "Easy-Going"-Gelände. Die Kombination aus alpinem Start, komplexem Talwindsystem ("Bayerischer Wind") und hohem Verkehrsaufkommen erfordert einen wachen, gut vorbereiteten Piloten.
Die Nutzung der Holfuy-Wetterstation, die Beachtung der Grünen Karte und die defensive Flugweise im Landeanflug sind die Schlüssel zu einem sicheren Flugerlebnis. Wenn Sie unsicher sind (z.B. bei böigem Seitenwind am Start), zögern Sie nicht, auf den gutmütigeren Buchenberg auszuweichen oder die Wanderschuhe zu schnüren. Der Berg läuft nicht weg – und der Blick auf die Schlösser ist auch vom Boden aus majestätisch.
Hinweis: Alle Angaben zu Preisen, Öffnungszeiten und Regelungen entsprechen dem Recherchestand Februar 2026. Bitte prüfen Sie vor Anreise die aktuellen Tagesinfos der Tegelbergbahn und des DHV.
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