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Stoderzinken

Startplätze:4
Landungen:2
Koord.:47.4588°N, 13.8277°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

4 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

Stoderzinken Startplatz 1

Start
Höhe2028m ü. M.
Koord.47.4588, 13.8277
WindSO
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Stoderzinken Startplatz 2

Start
Höhe2028m ü. M.
Koord.47.4594, 13.8282
WindN
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Stoderzinken Startplatz 3

Start
Höhe1881m ü. M.
Koord.47.4575, 13.8190
WindS
Korrekt?

Stoderzinken Startplatz 4

Start
Höhe1966m ü. M.
Koord.47.4587, 13.8239
WindW
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Michaelerberg Landeplatz 1

Landung
Höhe688m ü. M.
Koord.47.4247, 13.8967
Korrekt?

Michaelerberg Landeplatz 2

Landung
Höhe676m ü. M.
Koord.47.4288, 13.8894
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Stoderzinken: Das definitive Handbuch für Piloten Eine Monografie über das Fliegen im Herzen des Ennstals Vorwort und Executive Summary

In der Welt des Gleitschirmfliegens gibt es Berge, die man einmal besucht, um sie im Flugbuch abgehakt zu haben, und es gibt Berge, die einen Piloten ein Leben lang begleiten, fordern und belohnen. Der Stoderzinken (2.048 m) im steirischen Ennstal gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Er ist weit mehr als nur ein Startplatz; er ist eine komplexe aerologische Arena, ein Tor zu den prestigeträchtigsten Streckenflügen der Ostalpen und zugleich ein Ort, an dem die abendliche „Magic Lift“-Thermik selbst erfahrenen Piloten immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Dieser Bericht, verfasst aus der Perspektive eines spezialisierten Flugjournalisten und langjährigen Piloten, geht weit über die statischen Informationen hinaus, die in Datenbanken wie dem DHV-Geländeatlas zu finden sind. Er basiert auf einer tiefgehenden Analyse meteorologischer Daten, den Flugspuren von Rekordpiloten wie Alexander Robé und den gesammelten Erfahrungen der lokalen Szene rund um den Sky Club Austria. Ziel dieses Dokuments ist es, eine Ressource zu schaffen, die sowohl dem sicherheitsbewussten Genussflieger als auch dem ambitionierten Streckenjäger als unverzichtbare Planungsgrundlage dient.

Executive Summary: Die Entscheidungsmatrix

Für Piloten, die eine schnelle Einschätzung suchen, ob der Stoderzinken das richtige Ziel für den nächsten Flugtag ist, lassen sich die Kerneigenschaften wie folgt zusammenfassen:

Der Stoderzinken ist ein thermisch hochaktiver Südberg, der durch seine isolierte Lage südlich des Dachstein-Massivs eine Sonderstellung einnimmt. Er ist kein reines Anfängergebiet für Piloten, die ohne Flugauftrag und Aufsicht unterwegs sind, da die thermischen Zyklen und das Talwindsystem des Ennstals Respekt erfordern. Gleichzeitig ist er durch die hervorragende Infrastruktur (Mautstraße bis fast zum Gipfel) und die professionelle Betreuung durch die ansässige Flugschule einer der zugänglichsten Hochgebirgsstartplätze der Alpen.

Der ideale Pilot: Beherrscht den Rückwärtsstart (zumindest am Gipfel), versteht Talwindsysteme und sucht entweder den thermischen Einstieg in weite Strecken (XC) oder den entspannten Abendflug.

Die beste Zeit: Für XC-Piloten sind die Monate April bis Juni essenziell. Für Genussflieger bieten der Spätsommer und der frühe Herbst (September/Oktober) die stabilsten und genussvollsten Bedingungen.

Die größte Gefahr: Der Nordwind. Wenn am Gipfelplateau Nordwind herrscht, liegt der populäre untere Startplatz „Peter Rosegger“ in einem gefährlichen Lee-Rotor, der oft fälschlicherweise als Aufwind interpretiert wird.

Logistik-Highlight: Die Auffahrt ist fast bis zum Start möglich, was ihn auch für Piloten mit schwerer Ausrüstung oder physischen Einschränkungen attraktiv macht, sofern die Maut-Logistik beachtet wird.

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Geografie und Aerologie: Das Flugstadion Ennstal

Um den Stoderzinken fliegerisch zu beherrschen, muss man zunächst die Bühne verstehen, auf der man sich bewegt. Das Ennstal ist nicht nur ein Tal; es ist eine geologische Furche, die zwei gigantische Gebirgsgruppen trennt: die Niederen Tauern (Zentralalpen, Urgestein) im Süden und die Nördlichen Kalkalpen (Dachstein, Grimming) im Norden.

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Die topografische Sonderstellung

Der Stoderzinken selbst ist geologisch Teil des Dachsteingebirges, steht diesem aber südlich vorgelagert. Diese Exponiertheit ist sein größtes Kapital. Während andere Startplätze oft tief in Seitentälern versteckt sind oder direkt an einer ununterbrochenen Felswand kleben, ragt der Stoderzinken wie ein Riegel in das Ennstal hinein. Dies erlaubt der Sonne, die Südflanken von früh morgens bis spät abends fast im 90-Grad-Winkel zu bestrahlen.  

Die Topografie formt hier ein fast perfektes „Flugstadion“. Im Westen wird der Horizont vom Dachstein-Massiv dominiert, im Osten steht der monumentale Grimming als Wächter des Tals. Dazwischen liegt eine Rennstrecke, die durch die Talbreite definiert wird: Breit genug, um ein laminares Talwindsystem auszubilden, aber schmal genug, um thermische Abrisskanten an den Talflanken klar zu definieren.

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Das Windregime im Ennstal

Das Verständnis des Windsystems ist der Schlüssel zur Sicherheit am Stoderzinken. Im Gegensatz zu vielen alpinen Tälern, in denen der Talwind klassisch „taleinwärts“ (also bergauf) weht, ist die Situation im Ennstal komplexer.

Der Ennstalwind (Ostwind): An thermischen Tagen entwickelt sich im Ennstal oft ein kräftiger Ostwind. Dies ist für Piloten aus anderen Regionen oft kontraintuitiv, da das Tal nach Osten hin abfällt. Dieser Wind fließt von Osten nach Westen und versorgt die Startplätze am Stoderzinken oft mit einer zusätzlichen dynamischen Komponente, kann aber am Landeplatz in Moosheim für anspruchsvolle Bedingungen sorgen.

Der Niederer Tauern Wind: Aus den südlichen Seitentälern (wie dem Sölktal) fließt kühle Luft in das Ennstal. Wo diese Luftmassen auf die aufgeheizte Luft der Stoderzinken-Südseite treffen, entstehen oft Konvergenzlinien, die wie ein Fahrstuhl in den Himmel wirken. Diese Konvergenzen sind der Grund, warum der Stoderzinken auch an Tagen mit mäßiger Labilität oft erstaunliche Steigwerte liefert.  

Der Bayerische Wind (Nordüberströmung): Dies ist der wichtigste meteorologische Faktor für die Gefahrenanalyse. Wenn überregionaler Nordwind herrscht, staut sich die Luft am Dachsteinmassiv und fließt dann über den Stoderzinken. Da der Berg nach Süden hin steil abfällt, entsteht auf der Südseite ein massives Lee.

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Startplätze: Detailanalyse und Gefahrenmanagement

Die Datenbanken listen Startplätze oft nur als Koordinaten auf. Für den Piloten vor Ort entscheiden jedoch Neigung, Bewuchs, Windangriffsfläche und mikrometeorologische Fallen über Startabbruch oder Airtime. Wir analysieren die drei relevanten Startoptionen im Detail.

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Der „Peter Rosegger“ Startplatz (Südstart unten)

Dieser Startplatz ist das Herzstück des Fluggebietes für den Durchschnittspiloten, aber er ist auch der Ort, an dem die meisten Fehleinschätzungen passieren.

Lage: Ca. 1.881 m MSL, unterhalb der Baumgrenze, in einer breiten Waldschneise.  

Zugang: Vom Parkplatz „Steinerhaus“ (dem oberen Parkplatz am Ende der Mautstraße) führt ein gut befestigter Wanderweg in ca. 6 bis 10 Minuten fast eben zum Startplatz. Dies macht ihn extrem verlockend für Piloten, die nicht weit gehen wollen.

Charakteristik: Es handelt sich um eine steile Wiese, die durch eine Schneise im Wald begrenzt wird. Oberhalb des Startplatzes verläuft der Wanderweg und steht das Peter-Rosegger-Denkmal.

Die „Nordwind-Falle“ (Insider-Wissen): Die größte Gefahr dieses Startplatzes ist seine aerodynamische Täuschung. Der Startplatz liegt rund 160 Höhenmeter unterhalb des Gipfelplateaus. Wenn am Gipfel Nordwind herrscht (was häufig vorkommt, da wir uns am Alpenrand befinden), liegt der Peter-Rosegger-Startplatz im Lee des Berges. Der Pilot steht am Startplatz und spürt einen leichten Wind von vorne (Süd). Dies ist jedoch oft kein thermischer Aufwind, sondern der Rückstrom eines Rotors. Die Nordströmung schießt über den Gipfel, bricht ab, und wirbelt im Lee zurück den Hang hinauf.

Das Szenario: Der Pilot startet im vermeintlich perfekten Vorwind. Sobald er jedoch 50 Meter vom Hang wegfliegt, verlässt er den Rotor und trifft auf die fallende Luftmasse der Nordströmung oder massive Turbulenzen.

Die Regel: Es ist essenziell, vor dem Weg zum Rosegger-Start die Windwerte der Station am Gipfel (via Holfuy oder Funk LPD Kanal 3) zu prüfen. Zeigt der Gipfel Nord (auch nur schwach mit 10–15 km/h), ist der Rosegger-Startplatz absolut tabu.  

Das Drachenrampen-Tabu: Oberhalb der Wiese befindet sich eine hölzerne Rampe für Drachenflieger. Es ist eine eiserne Regel des lokalen Clubs und der Flugschule, dass Gleitschirme nicht direkt neben oder unter der Rampe starten dürfen. Die Rampe selbst erzeugt mechanische Turbulenzen, und die Verletzungsgefahr an der Holzkonstruktion bei einem missglückten Startlauf ist enorm. Gleitschirmpiloten nutzen ausschließlich die Wiesenfläche unterhalb des Wanderweges.

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Der Gipfel-Südstart (Summit Launch)

Für Piloten, die bereit sind, etwas Schweiß zu investieren, ist dies oft die sicherere und thermisch ergiebigere Option.

Lage: Ca. 2.028 m MSL, direkt unterhalb des Gipfelplateaus.  

Zugang: Ein steilerer Aufstieg von ca. 30–40 Minuten vom Parkplatz Steinerhaus. Der Weg führt am Friedenskircherl vorbei und bietet spektakuläre Tiefblicke.

Charakteristik: Alpines Gelände. Der Untergrund ist durchsetzt mit Steinen und Grasbüscheln, was das Auslegen der Leinen etwas mühsam machen kann (Leinen verhaken sich gerne).

Vorteil: Man startet hier oben frei von den Lee-Effekten, die den Rosegger-Start plagen können. Man spürt den wahren Wind. Zudem befindet man sich direkt an der Abrisskante der Thermik und muss sich nicht erst mühsam aus dem „Kessel“ hocharbeiten. Für Streckenflieger, die keine Zeit verlieren wollen, ist dies der Startplatz der Wahl.

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Der Gipfel-Nordstart

Ein Startplatz für Spezialisten und Tage mit spezifischen Wetterlagen.

Lage: Direkt bei der Windmessstation am Gipfelplateau.

Ausrichtung: N, NO, NW.  

Das Problem: Nach dem Start befindet man sich auf der Nordseite des Massivs, über dem unwirtlichen Kemetgebirge. Hier gibt es keine Landeplätze, nur Fels, Karst und Latschenkiefern.

Die Taktik: Dieser Startplatz wird fast ausschließlich genutzt, um bei leichtem Nordwind zu starten und dann sofort seitlich (meist Richtung Westen oder Osten) um die Kante auf die Südseite zu soaren. Wer hier absäuft, hat ein ernsthaftes logistisches und sicherheitstechnisches Problem. Er wird von Gastpiloten kaum frequentiert.

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Logistik und Zugang: Der Weg zum Start

Die Erreichbarkeit des Stoderzinkens ist legendär, aber sie ist mit Kosten und logistischen Überlegungen verbunden. Im Gegensatz zu Flugbergen mit Gondelbahn ist man hier auf die Straße angewiesen.

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Die Stoderzinken Alpenstraße

Diese Panoramastraße ist ein ingenieurtechnisches Meisterwerk und der Schlüssel zum Fluggebiet. Sie führt von Gröbming über 12 Kilometer und zahlreiche Kehren bis auf ca. 1.800 Meter Höhe.

Die Maut-Situation (Detailanalyse): Die Straße ist mautpflichtig, und das Preissystem ist für Außenstehende oft verwirrend. Es gibt signifikante Unterschiede je nach Saison und Besitz der „Schladming-Dachstein Sommercard“.

Saison / Status PKW-Maut Shuttle-Bus Anmerkung Vor-/Nachsaison (Mai–Juli, Sept–Okt) Gratis mit Sommercard Eingeschränkt Ideal für Selbstfahrer mit Sommercard. Hauptsaison (Juli–Sept) Kostenpflichtig (ca. 20€) Gratis mit Sommercard In der Hochsaison soll der Individualverkehr reduziert werden. Ohne Sommercard ca. 20,00 € pro PKW Kostenpflichtig Teuerste Option für Einzelfahrer. SCA-Mitglieder - Reduziert Sonderkonditionen über den Club. Export to Sheets

Daten basierend auf Prognosen und 2025/26 Informationen.  

Für Piloten bedeutet dies: In der Hauptsaison (Sommerferien) ist das eigene Auto oft die teure Variante, es sei denn, man bildet Fahrgemeinschaften. Der Mautautomat befindet sich bei der Abfahrt; die Schranke öffnet bei der Auffahrt automatisch.

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Das „Fliegertaxi“ (SCA Shuttle)

Die Flugschule Sky Club Austria betreibt einen Shuttle-Dienst, der für viele Piloten die bevorzugte Option ist.

Treffpunkt: Flugschule in Moosheim (direkt am Landeplatz).

Frequenz: An fliegbaren Tagen, oft nach Bedarf oder Anmeldung. In der Hochsaison gibt es fixierte Zeiten.

Vorteil: Man spart sich den Verschleiß am eigenen Auto und die Parkplatzsuche oben. Zudem landet man direkt am geparkten Auto in Moosheim und muss nicht (wie bei der Eigenauffahrt) per Anhalter wieder hoch zum Auto am Berg, was nach einem langen Streckenflug oft mühsam ist.

Anmeldung: Die Organisation läuft oft modern und pragmatisch über eine WhatsApp-Gruppe oder SMS-Anmeldung am Vortag.

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Parkplatz-Strategie: Steinerhaus vs. Rosemialm

Wer selbst fährt, hat zwei Parkoptionen:

Parkplatz Rosemialm: Liegt etwas tiefer. Von hier wandert man ca. 15–20 Minuten zum Peter-Rosegger-Start. Vorteil: Hier ist oft noch Platz, wenn oben alles voll ist. Die Rosemialm bietet zudem ein exzellentes Frühstück.

Parkplatz Steinerhaus: Der „Premium-Parkplatz“ am Ende der Straße. Von hier sind es nur 6 Minuten zum Start.

Insider-Tipp: An guten Flugtagen im Sommer ist der obere Parkplatz oft schon um 10:00 Uhr überfüllt mit Wanderern. Wer Stress vermeiden will, sollte früh dran sein oder gleich den Shuttle nutzen.

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Flugbedingungen: Die Meteorologie des Erfolgs

Das Ennstal hat seine eigenen Gesetze. Wer diese versteht, kann hier Flüge erleben, die in anderen Regionen unmöglich wären.

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Die thermischen Zyklen des Tages

Der Stoderzinken durchläuft an einem typischen Sommertag drei Phasen:

Die Frühphase (10:00 – 12:30 Uhr): Die Sonne heizt die steilen Fels- und Wiesenflanken unterhalb des Rosegger-Starts auf. Hier lösen sich die ersten Bärte ab. Es ist die Zeit für den „Hausthermik-Bart“. Man startet, sucht die Abrisskante am Waldrand und dreht auf. Die Thermik ist oft eng, aber definiert.

Die Hammer-Phase (12:30 – 16:00 Uhr): Jetzt ist das gesamte Tal thermisch aktiv. Die Thermik wird stärker, großflächiger, aber auch ruppiger. Der Talwind (Ostwind) setzt ein und kann sich mit der Thermik vermischen, was zu Windscherungen führen kann. Dies ist die Zeit, in der die Streckenflieger längst „on tour“ sind (Richtung Dachstein oder Grimming). Anfänger sollten jetzt vorsichtig sein, besonders beim Landen in Moosheim, wo der Talwind stark sein kann.

Die „Magic Lift“ Phase (ab 16:30 Uhr): Das Phänomen, für das der Stoderzinken berühmt ist. Wenn die Sonne im Westen steht, strahlt sie direkt in das Tal hinein und beleuchtet die Südflanken des Stoderzinkens frontal. Der Talwind beruhigt sich oft etwas, und es entsteht eine großflächige Umkehrthermik oder ein thermodynamisches Soaring. Die Luftmassen werden „ölig“ und laminar. Man kann oft stundenlang im sanften Steigen vor dem Massiv hin- und hergleiten, während die Sonne langsam rot wird. Für viele Piloten ist dies der schönste Teil des Flugtages.

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Saisonale Unterschiede

Frühjahr (März–Mai): Die Zeit der Rekorde. Die Luft ist kalt (hoher Temperaturgradient), die Sonne hat schon Kraft. Die Thermik ist brutal stark („Sportklasse“). An solchen Tagen wurden die 300-km-Flüge gemacht. Wer hier fliegt, muss seinen Schirm aktiv beherrschen.

Sommer (Juni–August): Die Basis ist oft hoch (3.000m+), aber die Gewittergefahr im Ennstal ist nicht zu unterschätzen. Die Niederen Tauern im Süden sind oft Gewitterherde, die ins Tal ausgreifen können.

Herbst (September–Oktober): Die Zeit der Genussflieger. Die Thermik ist sanfter, die Inversionen sorgen für ruhige Luft, und die Fernsicht ist grandios.

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Luftraumstruktur: Navigieren im Regelwald

Das Ennstal ist luftraumtechnisch anspruchsvoll.

Militärflugplatz Aigen (LOXA): Im Talboden bei Aigen liegt ein aktiver Militärflugplatz. Die MCTR Aigen reicht vom Boden bis 5.000 ft (ca. 1.500m).

Regel: Wer tief fliegt (z.B. beim Absaufen auf Strecke Richtung Osten), muss die MCTR meiden. An Wochenenden ist sie oft inaktiv, aber der Status muss zwingend geprüft werden.

CTR Salzburg & TRA Gaisberg: Wer auf große Strecke Richtung Westen geht (Richtung Salzburg), nähert sich der Kontrollzone Salzburg. Hier gibt es die „TRA Gaisberg“ und „TRA Schwarzenberg“, temporär reservierte Lufträume, die Segel- und Gleitschirmfliegern den Einflug erlauben, wenn sie aktiv sind. Ohne Aktivierung ist der Einflug in die CTR Salzburg eine schwere Luftraumverletzung.  

Höhenbeschränkungen: Generell gilt im österreichischen Luftraum oberhalb von FL 125 (ca. 3.800m) oft eine Freigabepflicht, wobei in Alpenregionen spezielle Segelflugsektoren Ausnahmen bieten können. Piloten sollten aktuelle ICAO-Karten (z.B. via Austro Control oder Apps wie Burnair) nutzen.

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Streckenflug (XC): Auf den Spuren der Champions

Der Stoderzinken ist der Ausgangspunkt für einige der spektakulärsten FAI-Dreiecke der Alpen. Die Analyse der Flugspuren von Lokalmatador Lex Robé offenbart die taktischen Geheimnisse dieses Gebiets.

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Die Einsteiger-Route: „Der Obere Ennstaler“ (ca. 60 km)

Dies ist die perfekte Route, um erste XC-Luft zu schnuppern.

Start & Basis: Am Stoderzinken Höhe machen (mind. 2.500m).

Schenkel 1 (Westen): Man fliegt entlang der Bergkette nach Westen. Die Schlüsselstelle ist der Talsprung zum Dachstein-Massiv. Man muss das Tal der „Kalten Mandling“ überqueren. Hierfür braucht man genügend Abflugshöhe, um sicher am Dachstein-Südwand-Sockel (z.B. beim Hunerkogel) anzukommen und dort wieder thermischen Anschluss zu finden.

Wende 1: Am Dachstein.

Schenkel 2 (Osten): Mit Rückenwind (Westwind in der Höhe) geht es zurück am Stoderzinken vorbei Richtung Grimming. Der Grimming ist ein gigantischer Thermikofen.

Wende 2: Grimming oder Kammspitze.

Heimweg: Gleitflug zurück nach Moosheim.

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Die Königsdisziplin: Das 300 km FAI-Dreieck

Wie fliegt man 300 Kilometer von diesem Berg? Die Analyse der Flüge von Lex Robé zeigt wiederkehrende Muster :  

Der frühe Vogel: Start oft schon vor 10:00 Uhr. Jede Minute Tageslicht zählt.

Die Route: Vom Stoderzinken weit nach Westen, tief in den Pinzgau (Richtung Gerlos/Zillertal). Dann eine tiefe Wende im Süden (Alpenhauptkamm/Südtiroler Grenze) und ein langer Schenkel zurück nach Osten, oft bis ins Gesäuse oder weit hinter den Grimming.

Taktische Finessen:

Die Rossbrand-Querung: Auf dem Weg nach Westen ist der Rossbrand (ein niedrigerer Bergrücken bei Radstadt) oft eine Falle. Robé empfiehlt, den vorgelagerten Berg vor dem Rossbrand unbedingt voll auszukurbeln. Wer hier zu tief ankommt, landet in einer stabilen Luftmasse („Baustelle“) und verliert wertvolle Zeit.  

Südseiten-Nutzung: Trotz der Tageszeit nutzt Robé oft die Südseiten der Tauern, wechselt aber flexibel auf die Nordseiten, wenn die Sonneneinstrahlung dort günstiger steht (z.B. Abendthermik an Nordflanken im Hochsommer).

Der Endkampf: Der letzte Schenkel zurück nach Moosheim gegen den Ostwind ist oft der härteste Teil. Hier hilft die „Magic Lift“ Umkehrthermik an den Nordflanken des Ennstals, um auch spät am Abend noch Höhe zu halten.

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Geheimtipps und Insider-Wissen (Der Mehrwert)

Hier finden Sie die Informationen, die man normalerweise erst nach dem dritten Landebier von den Locals erfährt.

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Der „Acro-Circle“ an der Kammspitze

Warum sieht man am Stoderzinken selten Piloten, die Infinity Tumbling trainieren? Weil unter der „Box“ (dem Luftraum für Manöver) am Stoderzinken dichter Wald ist. Eine Rettungsauslösung bedeutet hier fast immer eine Baumlandung mit komplizierter Bergung.

Der Insider-Tipp: Acro-Piloten fliegen zur Kammspitze (dem markanten Berg östlich des Stoderzinkens). Dort befinden sich unter der Box große Almen und Wiesenflächen. Das macht das Training psychologisch entspannter und im Notfall sicherer.

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Die „Rosemialm-Frühstücks-Taktik“

Viele Piloten fahren direkt bis zum Steinerhaus hoch, stellen fest, dass der Wind nicht passt, und stehen frustriert herum.

Besser: Parken Sie an der Rosemialm (dem unteren Parkplatz). Genießen Sie ein Frühstück auf der Terrasse. Von dort haben Sie den perfekten Blick auf die Windfahnen am Gipfel und die Wolkenentwicklung am Dachstein. Sie sind flexibel, sparen sich die letzten Höhenmeter Fahrt (falls Sie wandern wollen) und sind näher an der entspannten Hüttenatmosphäre.

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Die Landebier-Alternative in Winkl

Offiziell landen alle in Moosheim. Aber Club-Insider kennen eine geduldete Alternative für den „Notfall“ oder den schnellen Durst.

Ort: Gasthof in Gröbming Winkl (Jausenstation Stodermaut).

Status: Dies ist offiziell oft als Notlandeplatz deklariert. Man sollte hier nicht im Schulungsbetrieb landen. Aber wer auf Strecke hier tief kommt („absäuft“), kann auf den Wiesen nahe dem Gasthof landen (bitte unbedingt hohes Gras meiden und sofort zusammenpacken!). Der Wirt ist Fliegern gegenüber meist wohlgesinnt, besonders wenn sie einkehren.

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Fehler, die Neulinge immer wieder machen

Die Wald-Falle am Start: Direkt vor dem Peter-Rosegger-Startplatz fällt das Gelände steil ab, ist aber bewaldet. Manche Piloten versuchen, bei schwachen Bedingungen zu nah über den Wipfeln zu „kratzen“. Wenn die Thermik hier abreißt, saugt es den Schirm förmlich in die Bäume. Regel: Immer mit deutlicher Geschwindigkeitsreserve und Abstand über den Wald fliegen.

Unterschätzung des Talwinds beim Rückflug: Wer am späten Nachmittag von einem Ausflug Richtung Dachstein zurückkommt und dabei zu tief gerät (unter Gratöhe), wird vom Ostwind im Tal „eingeparkt“. Man kommt gegen den Wind kaum noch vorwärts zum Landeplatz Moosheim. In diesem Fall muss man rechtzeitig eine Außenlandung weiter westlich (z.B. bei Aich oder Weißenbach) planen, anstatt krampfhaft zu versuchen, Moosheim zu erreichen.

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Hauptlandeplatz Moosheim (Sky Club Austria)

Dies ist das Zentrum der Szene.

Koordinaten: N 47°25'44", O 013°53'58" (ca. 670m MSL).  

Ausstattung: Große Wiese, Windsack, Faltplatz. Direkt angrenzend befindet sich die Flugschule mit Shop, Toiletten und oft gekühlten Getränken.

Anflug: Standard-Volte. Achtung auf den Talwind! Bei starkem Ostwind kann der Endanflug sehr kurz werden oder man muss „vorhalten“. Hindernisse wie Maisfelder oder Zäune beachten.

Parken: Bitte nicht auf der Landewiese parken. Es gibt öffentliche Parkplätze am Bahnhof Gröbming/Moosheim (ca. 10 Min Fußweg) und begrenzte Plätze an der Flugschule.

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Landeplatz Gröbming (Stodermaut)

Lage: Näher am Einstieg zur Mautstraße, südlich des Abenteuerparks.

Nutzung: Oft genutzt, wenn man das Shuttle verpasst hat und per Anhalter die Mautstraße hoch will, da man hier direkt an der Auffahrt ist. Große, hindernisfreie Wiesen.

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Die Rolle des Sky Club Austria (SCA)

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Stoderzinken kein rein öffentliches Gelände ist, wie man es vielleicht von DHV-Geländen in Deutschland kennt. Der Sky Club Austria ist Pächter und Halter des Geländes.

Gastpiloten-Regelung: Gastpiloten sind willkommen, müssen sich aber registrieren (Tagesmitgliedschaft). Dies kostet ca. 5–8 € und kann im Büro in Moosheim oder online erledigt werden. Diese Gebühr fließt direkt in die Pacht, die Pflege der Startplätze und die Erhaltung der Windstationen. Schwarzfliegen gefährdet die Existenz des Fluggebiets!.

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Wildschutz und Winterruhe

Der Naturschutz wird im Ennstal großgeschrieben.

Zone: Der Bereich unterhalb der Drachenrampe Richtung Westen ist ein ausgewiesenes Wildschutzgebiet (Gams-Einstand).

Zeitraum: 31. Oktober bis 31. März (oft verlängert bis 15. Mai, je nach Schneelage).

Verbot: In dieser Zeit sind Überflüge unter 150m GND in dieser Zone streng verboten. Wer hier im Winter soart, riskiert empfindliche Strafen und Flugverbote.

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Beste Einkehr

Nach dem Flug ist vor dem Essen.

Steinerhaus (am Gipfel): Ideal, wenn man oben eingeparkt hat oder topgelandet ist (nur für Könner!). Die Terrasse bietet ein spektakuläres Panorama über das Ennstal bis zu den Tauern.

Rosemialm: Urig, gemütlich, und berühmt für gute steirische Hausmannskost (Kasnockn!). Perfekt für den Zwischenstopp bei der Abfahrt.

Kirchenwirt in Gröbming: Der Klassiker im Tal für ein solides Abendessen in größerer Runde.

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Unterkunft

Camping:

Pürcherhof (Mitterberg): Ein Geheimtipp für Piloten, die es familiär mögen. Camping auf dem Bauernhof, ca. 10 Min Fahrt vom Landeplatz. Sehr entspannt.  

Camping Zirngast (Schladming): Weiter westlich, aber ein 5-Sterne-Platz mit allem Komfort, falls die Familie dabei ist.

Flieger-Unterkünfte: Die Flugschule vermittelt oft Zimmer im Gästehaus in Moosheim – näher am Geschehen geht es nicht.

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Alternativprogramm (Non-Flying)

Wenn der Nordwind den Start verhindert oder die Familie Unterhaltung sucht:

Zipline Stoderzinken: Dies ist nicht irgendeine Seilrutsche, sondern die größte ihrer Art in den Alpen. Der Start ist fast neben dem Gleitschirm-Startplatz. Man rast mit bis zu 115 km/h ins Tal. Ein Adrenalinkick, der dem Fliegen nahekommt.  

Friedenskircherl: Diese kleine Kapelle ist direkt in die Felswand gebaut und eines der meistfotografierten Motive der Steiermark. Vom Parkplatz Steinerhaus ist es nur eine 20-minütige, spektakuläre Wanderung. Ein absolutes Muss, auch in Fliegerstiefeln machbar.

Fazit

Der Stoderzinken ist eine alpine Reifeprüfung, die jeden Piloten besser macht. Er lehrt Respekt vor dem Lee, Verständnis für Talwinde und belohnt mit Ausblicken auf den Dachstein, die ihresgleichen suchen. Ob man nun versucht, Lex Robés 300 Kilometer zu knacken, oder einfach nur im goldenen Abendlicht des „Magic Lift“ die Seele baumeln lässt – dieser Berg liefert.

Wichtig ist nur eines: Schau auf die Windfahne am Gipfel, nicht nur auf die am Startplatz. Wer diese Regel beherzigt, wird am Stoderzinken unvergessliche Flugstunden sammeln.

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Webcam-Links

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skyclub-austria.at
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