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Steinbruch Achenbach (Hahn)

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:50.8684°N, 8.4105°E
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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Steinbruch Achenbach Startplatz

Start
Höhe540m ü. M.
Koord.50.8684, 8.4105
WindSW
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Steinbruch Achenbach Landeplatz

Landung
Höhe380m ü. M.
Koord.50.8623, 8.4021
Korrekt?

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Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggebietsanalyse Steinbruch Achenbach (Hahn): Ein technisches Dossier für den anspruchsvollen Relief-Flug im Hessischen Hinterland

Dieses Dossier befasst sich eingehend mit einem der technisch anspruchsvollsten und atmosphärisch markantesten Fluggebiete in der Mitte Deutschlands. Der Steinbruch Achenbach, unter Piloten landläufig als „Hahn“ bekannt, ist weit mehr als nur ein lokaler Hangstartplatz. Es ist ein Ort, an dem industrielle Relikte, moderne Energieerzeugung und die elementare Kraft thermischer Ablösungen in einer Weise aufeinandertreffen, die höchste Konzentration und exzellentes fliegerisches Handwerk erfordert. Als erfahrener Gleitschirmflieger und Reisejournalist wird hier ein Leitfaden vorgelegt, der über die rudimentären Daten herkömmlicher Verzeichnisse hinausgeht und die tiefere Seele dieses Geländes sowie seine verborgenen Herausforderungen beleuchtet.

Executive Summary: Eignung und Charakteristik

Der Steinbruch Achenbach (Hahn) ist ein Fluggelände, das keinen Raum für Nachlässigkeiten lässt. Es richtet sich explizit an erfahrene Pilotinnen und Piloten, die den Rückwärtsstart in Perfektion beherrschen und über ein hohes Maß an situativem Bewusstsein verfügen. Mit einer senkrecht abfallenden Klippe von 50 Metern direkt am Ende der kurzen Startwiese und drei unmittelbar angrenzenden Windkraftanlagen stellt das Gelände Anforderungen, die deutlich über den Durchschnitt der deutschen Mittelgebirge hinausgehen.  

Die befliegbare Windrichtung ist streng auf Südwest (SW) limitiert, wobei die Kesselform des Steinbruchs bereits bei leichten Abweichungen komplexe aerodynamische Effekte erzeugt. Für Einsteiger oder Piloten mit geringer Praxis ist das Gelände ohne intensive Aufsicht ungeeignet; eine Einweisung durch den Geländehalter, die Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe e.V., ist zwingend vorgeschrieben und überlebenswichtig. Wer diese Herausforderung annimmt, wird mit einem erstklassigen Soaring-Erlebnis und einem strategisch wertvollen Einstieg in die XC-Routen des Lahn-Dill-Berglands belohnt.  

Geografische Einordnung und topografische Besonderheiten

Das Fluggebiet liegt im Westen Hessens, im sogenannten Hessischen Hinterland, das Teil des Lahn-Dill-Berglands ist. Die Gemeinde Breidenbach, zu der der Ortsteil Achenbach gehört, bildet den administrativen Rahmen. Topografisch gesehen markiert der „Hahn“ eine markante Erhebung, die durch den jahrzehntelangen Gesteinsabbau eine künstliche, aber für Flieger hochinteressante Form erhalten hat.  

Technische Basisdaten

In der folgenden Tabelle sind die präzisen technischen Parameter zusammengefasst, die für die Flugplanung und die Programmierung von Fluginstrumenten unerlässlich sind.

Parameter Spezifikation Quelle Koordinaten Startplatz N 50°52'06.22" E 8°24'37.76" Koordinaten Landeplatz N 50°51'44.22" E 8°24'07.69" Höhe Startplatz 540 m ü. NN Höhe Landeplatz 380 m ü. NN Vertikale Differenz ca. 160 m Hauptstartrichtung SW (180° - 225°) Schwierigkeitsgrad Schwer / Anspruchsvoll Zulassung Gleitschirme (1- und 2-sitzig) Hängegleiter (Drachen) Nicht zugelassen  

Die Geometrie des Steinbruchs fungiert wie ein natürlicher Verstärker für Windströmungen aus Südwest. Die Kantenwirkung ist hierbei so effizient, dass bereits bei mäßigen Windstärken ein stabiles Aufwindband entsteht, das jedoch aufgrund der geringen Breite nur eine begrenzte Anzahl an Piloten gleichzeitig aufnehmen kann.  

Logistik, Zugang und infrastrukturelle Anbindung

Die Erreichbarkeit des Geländes ist geprägt von der ländlichen Struktur des Hinterlandes. Es gibt keine Bergbahnen oder Shuttlesysteme; der Steinbruch Achenbach ist ein klassisches „Walk & Fly“-Gelände, auch wenn die Wanderung moderat ausfällt.

Anreise und Parkplatzmanagement

Piloten, die mit dem Auto anreisen, sollten die Bundesstraßen in Richtung Breidenbach/Oberdieten nutzen. Es ist von fundamentaler Bedeutung, die Fahrzeuge ausschließlich auf den ausgewiesenen Parkplätzen am Waldrand oder am Wanderparkplatz unterhalb des Steinbruchs abzustellen. Das Befahren der Wege, die direkt zu den Windkraftanlagen oder zum Startplatz führen, ist für Privatfahrzeuge streng untersagt. Die Gemeinde Breidenbach und der Verein achten penibel auf die Einhaltung dieser Regeln, da die Pachtverträge und die Akzeptanz in der Bevölkerung direkt daran gekoppelt sind. In einigen Fällen ist eine sogenannte Fahrzeug-Freigabe (FF) sichtbar im Auto zu hinterlegen, um die Berechtigung zum Parken in Waldnähe nachzuweisen.  

Der Aufstieg zum Startplatz

Vom Parkplatz aus führt ein gut befestigter Forstweg in Richtung der weithin sichtbaren Windkraftanlagen. Der Fußweg dauert etwa 15 bis 20 Minuten und weist eine stetige, aber nicht übermäßig steile Steigung auf. Der Weg ist Teil eines regionalen Wandernetzes, weshalb Piloten angehalten sind, freundlich gegenüber Wanderern aufzutreten und ihre Ausrüstung kompakt zu transportieren. Der Startplatz selbst liegt unmittelbar vor einer der Windkraftanlagen auf einer Hochfläche, die einen weiten Blick über das Achenbachtal bietet.  

Meteorologische Analyse und Flugbedingungen

Das Fliegen am „Hahn“ erfordert ein tiefes Verständnis für die lokale Aerodynamik. Die Kombination aus einem tiefen Steinbruchkessel und einer exponierten Hochfläche schafft Bedingungen, die sich signifikant von einem gewöhnlichen Grashang unterscheiden.

Dynamischer Aufwind und Kesseleffekt

Die Hauptwindrichtung für den Steinbruch Achenbach ist Südwest. Aufgrund der Kesselform trägt die Kante besonders gut, wenn der Wind in einem Korridor zwischen 180° (Süd) und 225° (Südwest) weht. Bei Windrichtungen aus West (270°) oder darüber hinaus bricht das laminare Band zusammen, und es bilden sich gefährliche Leewalzen im Bereich der Steinbruchwände. Der Bernoulli-Effekt sorgt an der scharfen Oberkante des Steinbruchs für eine Beschleunigung der Luftmasse, was das Soaring sehr effektiv macht, aber auch die Gefahr erhöht, dass Piloten bei auffrischendem Wind über die Kante nach hinten versetzt werden.  

Das befliegbare Aufwindband ist schmal. Lokale Regeln besagen, dass sich maximal 4 bis 5 Schirme gleichzeitig im Soaring-Bereich aufhalten sollten, um das Kollisionsrisiko zu minimieren. In dieser Situation ist die strikte Einhaltung der Hangvorflugregeln – insbesondere das Ausweichen nach rechts und das Vorfahrt gewähren für den Piloten, der den Hang auf der rechten Seite hat – absolut unumgänglich.  

Thermische Charakteristik und Ablöser

Die Thermik am Steinbruch Achenbach ist oft eng und kräftig. Die massiven Felswände des Steinbruchs fungieren als Wärmespeicher, die bereits bei geringer Sonneneinstrahlung thermische Ablösungen triggern können. Diese Bärte steigen oft direkt an der Kante auf oder werden vom Wind aus dem Tal gegen die Steinbruchwand gedrückt. Der Einstieg in die Thermik wird als schwierig beschrieben, da man oft in geringer Höhe über der Klippe kreisen muss, um den Kern zu finden.  

Ein bekannter thermischer Triggerpunkt ist der Bereich der Felsvorsprünge unterhalb des Startplatzes. Hier lösen sich oft „Hausbärte“ ab, die den Piloten über die Höhe der Windkraftanlagen heben. Es ist jedoch Vorsicht geboten: Wer zu tief in den Kessel absinkt, um Thermik zu suchen, findet sich schnell in einer Sackgasse wieder, da der offizielle Landeplatz etwa 800 Meter entfernt liegt und eine ausreichende Gleitzahl erfordert.  

Die fliegerische Herausforderung: Start und Landung

Die technischen Anforderungen an den Piloten am Steinbruch Achenbach sind überdurchschnittlich hoch. Dies liegt primär an der Topografie des Startplatzes und den künstlichen Hindernissen.

Der Klippenstart: Technik und Psychologie

Der Startplatz am „Hahn“ ist kein sanfter Grashang, sondern eine kurze, abfallende Wiese, die unmittelbar an einem 50 Meter tiefen, senkrechten Abgrund endet. Diese Konfiguration macht den Rückwärtsstart zur einzig sicheren Startmethode. Ein Pilot muss in der Lage sein, den Schirm kontrolliert über sich zu bringen, die Leinen zu kontrollieren und den Winddruck zu spüren, bevor er sich zur Kante bewegt.  

Es gilt die eiserne Regel der Sicherheitszone: Die letzten 10 Meter vor der Felswand dürfen nicht als Startstrecke genutzt werden; sie dienen ausschließlich als Puffer für einen eventuellen Startabbruch. Ein häufiger Fehler von Neulingen ist es, den Schirm zu spät aufzuziehen oder bei zu wenig Winddruck zur Kante zu laufen. Wer nicht deutlich vor der Kante abhebt, muss den Start sofort abbrechen. Die psychische Belastung durch den unmittelbar bevorstehenden Abgrund führt oft dazu, dass Piloten hektisch reagieren, was am „Hahn“ fatale Folgen haben kann.  

Aerodynamik der Windkraftanlagen

Eine Besonderheit des Standorts ist die unmittelbare Nähe zu drei großen Windkraftanlagen. Eine dieser Anlagen steht direkt hinter dem Startbereich. Diese Rotoren erzeugen bei Betrieb erhebliche Wirbelschleppen (Turbulenzen), die besonders bei starkem Wind weit nach Lee ausgreifen können. Piloten müssen einen strikten Sicherheitsabstand zu den Rotorblättern einhalten.  

Es ist untersagt, den Schirm so auszulegen, dass er bei einer unvorhergesehenen Böe in den Bereich der Anlage geweht werden kann. Auch beim Soaren oder beim Kreisen in der Thermik muss die Position der Windräder ständig im Auge behalten werden. Die Turbulenzen können den Schirm schlagartig entlasten und zu Klappern führen, was in Bodennähe über der Steilwand extrem gefährlich ist.  

Landeprotokoll und Notlandeflächen

Der offizielle Landeplatz liegt auf einer Höhe von 380 m ü. NN in den Wiesen vor dem Waldrand. Er ist als „leicht“ eingestuft, bietet aber aufgrund seiner thermischen Umgebung und des Talwinds eigene Herausforderungen. Piloten sollten den Landeplatz rechtzeitig anfliegen, insbesondere wenn das Aufwindband an der Kante schwächelt.  

Notlandungen im Steinbruchgelände selbst sind aufgrund der harten Oberflächen, der steilen Wände und der dort verkehrenden schweren Baumaschinen lebensgefährlich und werden ausdrücklich nicht empfohlen. Die Flugstrategie muss daher immer so ausgelegt sein, dass der Gleitweg zum offiziellen Landeplatz unter allen Umständen gewahrt bleibt.  

Streckenflug-Potenzial (XC) und Luftraumstruktur

Trotz seiner Charakteristik als Soaring-Berg bietet der Steinbruch Achenbach ein beachtliches Potenzial für Streckenflüge. Die Lage im Lahn-Dill-Bergland ermöglicht Flüge in verschiedene Richtungen, wobei die Windrichtung Südwest den Weg nach Nordosten vorgibt.

XC-Routen und Strategien

Ein klassischer XC-Flug vom „Hahn“ führt in Richtung Biedenkopf und weiter ins Lahntal nach Marburg oder Frankenberg. Die Thermikquellen entlang der bewaldeten Bergrücken sind zuverlässig, erfordern aber ein gutes Gespür für Ablösungen über Waldflächen. Erfahrene Piloten nutzen die Steinbruchwand, um die nötige Ausgangshöhe zu gewinnen, und springen dann zum nächsten thermisch aktiven Bergrücken.  

Die Region ist durch eine relativ entspannte Luftraumstruktur gekennzeichnet. Es gibt keine großen kontrollierten Lufträume in unmittelbarer Nähe, die den Streckenflug in niedrigen Höhen massiv einschränken. Dennoch ist auf den Flugplatz Bottenhorn und dessen Platzrunde zu achten, um Konflikte mit dem dortigen Segelflug- und Motorflugbetrieb zu vermeiden. Die Nutzung moderner Fluginstrumente mit aktueller Luftraumdarstellung ist für jeden XC-Aspiranten obligatorisch.  

Die Bedeutung der "Hausbärte"

Lokale Piloten wissen genau, wo die Thermik am zuverlässigsten auslöst. Neben der Steinbruchwand selbst gilt der Waldrand südlich des Startplatzes als hervorragende Thermikquelle. Hier bilden sich oft stabile Bärte, die durch die Sonneneinstrahlung auf die dunklen Nadelwaldflächen genährt werden. Wer diesen Einstieg findet, kann oft die erste Hürde über das Plateau der Windkraftanlagen hinweg meistern.  

Sicherheit, Regeln und lokale Vereinsstruktur

Der Erhalt des Fluggebiets Steinbruch Achenbach hängt maßgeblich von der Einhaltung der strengen Regeln ab. Der Geländehalter, der Verein Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe e.V., hat ein detailliertes Regelwerk erstellt, um den Flugbetrieb sicher und umweltverträglich zu gestalten.  

Die obligatorische Einweisung

Es gibt am Steinbruch Achenbach kein „Ankommen und Losfliegen“ für Gastpiloten. Jede Person, die hier starten möchte, muss zwingend eine geländespezifische Einweisung durch ein autorisiertes Vereinsmitglied erhalten. In dieser Einweisung werden nicht nur die technischen Gefahren (Kante, Windräder) erläutert, sondern auch die sensiblen Absprachen mit der Gemeinde und den Grundstückseigentümern. Ansprechpartner wie Walter Lauber oder Peter Wiedemann sind hier die zentralen Figuren, deren langjährige Erfahrung für jeden Gastflieger Gold wert ist.  

Flugbuch und Dokumentation

Jeder Flug muss in das am Startplatz ausliegende Flugbuch eingetragen werden. Diese Dokumentation dient nicht nur der statistischen Erfassung, sondern ist auch ein wichtiges Instrument für den Nachweis der Geländenutzung gegenüber Behörden. Zudem ist die Führung eines persönlichen Flugbuchs ohnehin gesetzlich vorgeschrieben und wird hier besonders ernst genommen.  

Flugverbote und Naturschutz (Uhu-Schutz)

Das Thema Naturschutz hat am Steinbruch Achenbach höchste Priorität. Der Uhu (Bubo bubo) ist ein streng geschützter Felsbrüter, der die Wände des Steinbruchs als Nistplatz nutzt. Daher gelten strikte saisonale Flugverbote, die ohne Ausnahme einzuhalten sind :  

Reguläres Flugverbot: Vom 15. Februar bis zum 31. März ruht der Flugbetrieb generell.  

Verlängerung bei Uhu-Nachweis: Wird eine Aktivität festgestellt, verlängert sich das Verbot bis zum 30. April.  

Verlängerung bei Brut: Im Falle einer tatsächlichen Brut gilt das Verbot bis zum 15. Juli.  

Piloten müssen sich zwingend vorab auf der Website des Vereins (entenberg.eu) über den aktuellen Stand informieren. Ein Verstoß gegen diese Zeiten gefährdet nicht nur die geschützte Fauna, sondern führt unweigerlich zum dauerhaften Verlust der Flugerlaubnis für das gesamte Gelände.  

Insider-Wissen und Geheimtipps

Was den Guide für den Steinbruch Achenbach wirklich wertvoll macht, sind die Erkenntnisse, die nicht in den offiziellen Handbüchern stehen. Lokale Piloten haben über Jahrzehnte ein Wissen angesammelt, das den Unterschied zwischen einem kurzen Abgleiter und einem epischen Flugtag ausmachen kann.

Die "Uhu-Broschüre" von Walter Lauber

Einer der wertvollsten Geheimtipps ist die existenzielle Broschüre von Walter Lauber über die Tücken des Fluggebiets am Steinbruch. Dieses Dokument enthält detaillierte Analysen von Windströmungen, Rotorzonen und Erfahrungswerte aus über zehn Jahren Flugbetrieb. Piloten, die eine Einweisung erhalten, sollten explizit nach dieser Broschüre fragen – sie ist das inoffizielle Standardwerk für den „Hahn“.  

Webcams und Wetter-Quellen der Locals

Da es direkt am Startplatz keine öffentliche Webcam gibt, nutzen lokale Piloten geschickt die Infrastruktur der Umgebung. Die Webcam am Entenberg (Bad Laasphe) gibt eine hervorragende Indikation für die Windstärke und Wolkenbasis im Hinterland. Auch die Wetterdaten von Stationen in Breidenbach oder Marburg werden herangezogen, um die Gradienten und die Windentwicklung einzuschätzen. Ein Blick auf die Windräder selbst ist natürlich vor Ort der beste Indikator: Drehen sie sich schnell und stehen sie stabil in Südwest, sind die Bedingungen oft ideal für Soaring.  

Der thermische Hotspot "Hinterland"

Ein oft übersehener Aspekt ist die thermische Aktivität der Region am späten Nachmittag. Wenn die Sonne tiefer steht und die Felswände des Steinbruchs im optimalen Winkel bestrahlt werden, entstehen oft großflächige, sanfte Ablösungen, die ein entspanntes Steigen ermöglichen, während es an anderen Bergen bereits ruhig wird. Dies ist die Zeit der „Genießer-Flüge“ am Hahn.

Fehlervermeidung für Neulinge

Ein klassischer Fehler ist das Unterschätzen des Talwinds. Da der Steinbruch etwas erhöht liegt, kann der Wind am Startplatz perfekt erscheinen, während im Tal bereits ein kräftiger, böiger Wind weht, der die Landung erschwert. Erfahrene Piloten beobachten daher immer auch die Vegetation im Tal oder die Rauchfahnen entfernter Schornsteine, um ein Gesamtbild der Luftbewegung zu erhalten.

Gastronomie, Unterkunft und Drumherum

Ein Flugtag ist erst dann komplett, wenn auch das soziale und kulinarische Programm stimmt. Das Hessische Hinterland bietet hierfür eine authentische Kulisse.

Kulinarische Highlights nach dem Flug

In Breidenbach und Achenbach gibt es mehrere traditionelle Gasthäuser, die für ihre regionale Küche bekannt sind. Nach dem Flug treffen sich Piloten oft im „Hinterland“, um bei lokaler Kost über die Flüge zu fachsimpeln. Die Gastfreundschaft in dieser Region ist ehrlich und unprätentiös – man schätzt die Gleitschirmflieger als Teil der regionalen Sportlandschaft.  

Übernachtungsmöglichkeiten für Flieger-Wochenenden

Für Piloten, die von weiter her anreisen, bietet die Region verschiedene Optionen. Von gemütlichen Ferienwohnungen wie der „Fewo Am Holing“ in Breidenbach bis hin zu Hotels wie dem Lahn Hotel im benachbarten Biedenkopf ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer die Natur liebt, findet in der Umgebung auch Möglichkeiten zum Campen, wobei das „wilde“ Campen direkt am Startplatz aufgrund der Naturschutzauflagen und der Nähe zu den Windkraftanlagen absolut untersagt ist.  

Flugschulen und Ausbildung

Am Steinbruch Achenbach selbst findet kein Schulungsbetrieb statt; Ausbildungsflüge sind laut Geländeordnung untersagt. Dies unterstreicht erneut den Anspruch des Geländes. Wer jedoch das Fliegen in der Region lernen möchte, findet in den umliegenden Flugschulen (z.B. im Sauerland oder im Lahntal) kompetente Ansprechpartner. Der Verein arbeitet eng mit lokalen Experten zusammen, um die Sicherheit und Ausbildung der Piloten in der Region zu fördern.  

Alternative Fluggebiete bei falschen Bedingungen

Der erfahrene Pilot hat immer einen Plan B. Wenn der Wind am Steinbruch Achenbach zu stark ist oder aus der falschen Richtung weht, bieten die umliegenden Gelände hervorragende Ausweichmöglichkeiten.

Gelände Eignung Besonderheit Quelle Entenberg S / SW Großes, bekanntes Soaring-Gelände; einfacher als Achenbach Hirzenhain S / SW Traditionsreiches Gelände mit sehr guter Infrastruktur und Thermik Bohnstein Diverse Kleineres Gelände, ideal bei schwachem Wind oder speziellen Richtungen  

Der Entenberg in Niederlaasphe wird oft als der „große Bruder“ des Achenbachs betrachtet. Er ist weniger technisch anspruchsvoll beim Start, bietet aber ähnliche Soaring-Qualitäten und eine sehr aktive Fliegerszene.  

Fazit: Eine Symbiose aus Technik und Natur

Der Steinbruch Achenbach (Hahn) ist ein außergewöhnliches Fluggebiet, das in seiner Kombination aus technischer Schwierigkeit, industrieller Ästhetik und ökologischer Sensibilität einzigartig ist. Es ist ein Ort für Spezialisten, für Liebhaber des präzisen Relief-Fliegens und für Piloten, die die Herausforderung eines Klippenstarts zu schätzen wissen.

Die strikte Einhaltung der Regeln – insbesondere der Einweisungspflicht und des Uhu-Schutzes – ist das Fundament, auf dem dieser Flugplatz existiert. Jeder Gastpilot trägt die Verantwortung dafür, dass dieses Juwel des Hinterlandes erhalten bleibt. Wer mit Respekt vor der Natur und der Technik an den „Hahn“ kommt, wird mit Flugerlebnissen belohnt, die lange im Gedächtnis bleiben und die eigenen fliegerischen Fähigkeiten auf ein neues Niveau heben.

Der Steinbruch Achenbach ist kein Gelände für den schnellen „Hike & Fly“-Quickie zwischendurch, sondern ein Ort, der Zeit, Vorbereitung und ein tiefes Verständnis der lokalen Bedingungen erfordert. Wer sich darauf einlässt, wird Teil einer kleinen, passionierten Gemeinschaft, die eines der spannendsten Flugreviere Hessens ihr Eigen nennt.

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