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Rotenfluh

Startplätze:4
Landungen:2
Koord.:47.0176°N, 8.7007°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

4 Startplatzätze, 2 Landeplatzätze

Rotenfluh Startplatz 1

Start
Höhe1519m ü. M.
Koord.47.0176, 8.7007
WindSO-SW
Korrekt?

Rotenfluh Startplatz 2

Start
Höhe1557m ü. M.
Koord.47.0189, 8.7017
WindW
Korrekt?

Rotenfluh Landeplatz 1

Landung
Höhe582m ü. M.
Koord.47.0121, 8.6701
Korrekt?

Rotenfluh Startplatz 3

Start
Höhe1551m ü. M.
Koord.47.0182, 8.7017
WindSO-SW
Korrekt?

Rotenfluh Startplatz 4

Start
Höhe1550m ü. M.
Koord.47.0216, 8.7044
WindNW-N
Korrekt?

Rotenfluh Landeplatz 2

Landung
Höhe450m ü. M.
Koord.47.0392, 8.6060
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Rotenfluh-Report: Ein Meisterkurs für alpine Thermik, technisches Soaring und Streckenflugstrategie Vorwort: Jenseits der Datenbanken

Wer in den gängigen Geländedatenbanken nach "Rotenfluh" sucht, findet oft nur Koordinaten, eine kurze Beschreibung der Startrichtung und die üblichen Warnhinweise. Für den Gelegenheitsflieger mag das genügen. Für den Piloten jedoch, der das volle Potenzial eines Fluggebietes ausschöpfen will, der die unsichtbaren Linien der Talwinde verstehen und die komplexen Interaktionen zwischen Felsaufheizung und überregionalem Wettergeschehen meistern möchte, sind diese Einträge nur der Prolog.

Dieser Bericht wurde verfasst, um diese Lücke zu schließen. Er ist kein einfacher Reiseführer, sondern eine operative Analyse des Fluggebietes Rotenfluh in der Mythenregion. Zunächst muss ein weit verbreitetes Missverständnis ausgeräumt werden: Viele Piloten suchen instinktiv nach einem "Startplatz Rotenfluh" in den deutschen Mittelgebirgen oder den österreichischen Alpen, irregeführt durch ähnliche Toponyme oder vage Forenbeiträge. Die Recherche bestätigt jedoch eindeutig: Die eine, wahre Rotenfluh, die in der Fliegerszene Legendenstatus genießt, liegt in der Zentralschweiz, im Kanton Schwyz (DHV-Gelände-ID 1413). Sie ist das Tor zu den Mythen, jenen markanten Kalksteinpyramiden, die wie Wächter über dem Vierwaldstättersee thronen.

Dieser Guide ersetzt nicht den gesunden Menschenverstand, aber er schärft ihn. Er ist für den Piloten geschrieben, der nicht nur konsumieren, sondern verstehen will. Wir werden die Aerologie des Schwyzer Talkessels sezieren, die thermischen Triggerpunkte mikroskopisch genau betrachten und die strengen, aber notwendigen Wildschutzzonen kartografieren, die das Überleben dieses Fluggebietes sichern.

Teil I: Die Topographische Arena – Geologie und Geländeform

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Der Schwyzer Talkessel: Ein thermischer Brutkasten

Um die Rotenfluh fliegerisch zu beherrschen, muss man zuerst die Bühne verstehen, auf der man sich bewegt. Der Startplatz liegt auf ca. 1.571 Metern über Meer (AMSL) auf einem Bergrücken, der als natürliche Barriere fungiert. Er trennt den chaotischen, thermisch hochaktiven Schwyzer Talkessel im Westen von den kühleren, waldreichen Tälern des Alpthals im Osten.

Die Topographie ist hier nicht zufällig. Der Talkessel wirkt wie ein Parabolspiegel. Die Sonne heizt den Talboden, auf dem die Ortschaft Schwyz liegt, ab dem späten Vormittag massiv auf. Da der Kessel nach Süden hin durch den Vierwaldstättersee und nach Norden durch die Barriere der Mythen und des Fronalpstocks begrenzt wird, entsteht ein mikroklimatisches System, das seine eigenen Regeln schreibt. Die Rotenfluh ist dabei der Logenplatz: Ein Gratausläufer, der sich direkt an die Südwestflanke der Mythen schmiegt und Piloten den direkten Einstieg in dieses Energiesystem ermöglicht.

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Der Kalkstein-Faktor: Die Physik der Mythen

Dominierend für das Fluggebiet sind die "Mythen-Zwillinge": der Große Mythen (1.898 m) und der Kleine Mythen (1.811 m). Geologisch betrachtet handelt es sich um klippenartige Penninikum-Deckenreste, die auf dem weicheren Flysch-Untergrund schwimmen. Für den Gleitschirmflieger ist diese Geologie entscheidend. Anders als Granit (wie im Grimsel- oder Furkagebiet), der Wärme tief speichert und nur langsam abgibt, verhält sich der nackte Kalkstein der Mythenwände wie ein "Flash-Heater".

Diese vertikalen Felswände reagieren extrem schnell auf Sonneneinstrahlung.

Die Morgen-Reaktion: Sobald die Sonne den Zenit überschreitet und die Westflanken trifft, zünden die Thermiken fast explosionsartig. Es gibt kaum eine "Aufwärmphase" wie in waldreichen Mittelgebirgen.

Der Restitutions-Effekt: Am späten Nachmittag verwandeln sich die Mythen in riesige Heizkörper. Sie strahlen die gespeicherte Energie in die abkühlende Luft des Talkessels ab. Dies erzeugt das berühmte "Mythen-Soaring", bei dem man oft bis Sonnenuntergang in ruhiger, öliger Luft (Magic Lift) steigen kann, während das Tal unten bereits im Schatten liegt.

Teil II: Meteorologie – Die unsichtbare Mechanik

Das Verständnis der Windsysteme ist an der Rotenfluh überlebenswichtig. Wer hier nur auf die überregionale Prognose schaut, wird überrascht – im besten Fall durch einen kurzen Flug, im schlimmsten Fall durch Turbulenzen.

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Die Talwind-Pumpe: Der Atem des Sees

Das aerodynamische Herzstück der Region ist das Zusammenspiel zwischen dem Vierwaldstättersee und dem Talkessel.

Das Reservoir: Der See fungiert als riesiges Kältereservoir.

Der Saug-Effekt: Wenn sich der Schwyzer Talkessel und das Muotathal aufheizen, steigt die Luft dort auf (Thermik). Dies erzeugt einen Unterdruck, der kühle Luft vom See her nachsaugt.

Das Resultat: Ein zuverlässiger Talwind aus West bis Südwest, der meist gegen 11:00 oder 12:00 Uhr einsetzt und bis zum Abend anhält.

Dieser Talwind trifft frontal auf das Massiv der Rotenfluh und der Mythen. Das Resultat ist ein klassischer orographischer Aufwind (Hangaufwind), der sich mit der thermischen Ablösung vermischt. An Tagen mit schwacher überregionaler Luftströmung ist dieser "Seewind" der Motor, der das Fliegen an der Rotenfluh so zuverlässig macht.

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Die Föhn-Diagnose: Rote Alarmstufe

Die Rotenfluh liegt im unmittelbaren Einzugsbereich des Föhns. Dies ist kein theoretisches Risiko, sondern eine der häufigsten Unfallursachen in der Zentralschweiz. Das Muotathal, das südöstlich in den Schwyzer Talkessel mündet, ist eine klassische Föhngasse.

Der Mechanismus: Wenn sich südlich der Alpen (Tessin/Italien) ein Hochdruckgebiet aufbaut und nördlich ein Tiefdruckgebiet liegt, strömt die Luft über den Gotthard. Beim Abstieg ins Reusstal und Muotathal erwärmt sie sich adiabatisch (trocken-warm).

Die Täuschung: Oft herrscht am Startplatz Rotenfluh trügerische Ruhe oder leichter Gegenwind, während der Föhn in der Höhe bereits mit 50 km/h bläst. Die Rotenfluh ist nicht geschützt. Wenn der Föhn "durchbricht", geschieht dies oft schlagartig und mit brutaler Gewalt.

Indikatoren für den Piloten:

Druckdifferenz: Eine Druckdifferenz (Lugano minus Zürich) von mehr als 4 hPa ist ein klares Warnsignal. Ab 6 hPa ist Fliegen lebensgefährlich.

Lenticularis: Die klassischen linsenförmigen Wolken ("Föhnfische") über den Hochalpen.

Temperatursprung: Ein plötzlicher Anstieg der Temperatur an den Messstationen in Altdorf oder Schwyz mitten in der Nacht oder am frühen Morgen.

Sicht: Extrem klare Fernsicht, bei der die Berge "zum Greifen nah" wirken, ist oft ein Vorbote.

Die eiserne Regel des GCRM (Gleitschirm Club Rigi-Mythen) lautet: Fliege NIE bei Föhn! Die Lee-Rotoren hinter dem Ibergeregg und um die Mythen können selbst erfahrene Piloten in kritische Flugzustände bringen.

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Das Bise-Problem

Die Bise ist der kalte Nordostwind des Schweizer Mittellandes. Für die Rotenfluh ist sie Gift.

Die Lee-Falle: Da die Bise aus Nordosten kommt, bläst sie von "hinten" über die Mythen und die Rotenfluh. Der Startplatz liegt zwar im Windschatten und wirkt startbar, aber wenige Meter nach dem Abheben fliegt man in ein massives Lee. Die Luft ist zerrissen, das Sinken stark.

Fazit: Bei prognostizierter Bise ist die Rotenfluh zu meiden. Ausweichgebiete wie der Urmiberg oder die Rigi-Scheidegg sind dann oft besser geeignet oder ebenfalls kritisch – hier ist genaues Studium der Windkarten nötig.

Teil III: Die Startplätze – Eine taktische Analyse

Im Gegensatz zum knappen DHV-Eintrag, der Startplätze oft nur auflistet, analysieren wir hier deren taktische Bedeutung und Tücken.

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Startplatz 2: Der "Standard" (Süd-West)

Koordinaten: N 47°01'08.07" E 8°42'06.27"

Ausrichtung: SO bis SW.

Schwierigkeit: Einfach (Schulungstauglich).

Charakteristik: Dies ist der "Brot-und-Butter"-Startplatz. Er liegt ca. 5-10 Gehminuten von der Bergstation entfernt auf einer mittelsteilen Wiese.

Taktik: Hier startet man in den Talwind. Der Platz ist großzügig und verzeiht Fehler beim Aufziehen. Die Abbruchlinie ist klar definiert: Wer bis zum Weg oder der Hangkante nicht fliegt, hat genug Platz zum Bremsen.

Winter: Im Winter wird dieser Platz oft präpariert (gewalzt), was ihn zu einem der wenigen zuverlässigen Winterfluggebiete der Region macht. Starts mit Skiern sind hier üblich und geduldet.

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Startplatz 1: Die "Bergstation" (Nord-West)

Lage: Unmittelbar bei der Bergstation.

Ausrichtung: NW bis N.

Schwierigkeit: Schwierig (Nur für Experten).

Die Falle: Dieser Startplatz verleitet durch seine Nähe zur Bahn. Doch er zeigt in die "falsche" Richtung für die Hauptthermik. Wer hier startet, fliegt oft in den Schatten oder in das Lee der Thermik, die an der Südwestflanke hochzieht.

Anwendung: Dieser Platz ist fast ausschließlich für späte Abendflüge ("Sunset Soaring") relevant, wenn die gesamte Luftmasse ruhig steigt (Restitution) und kein überregionaler Wind stört. Gastpiloten sollten diesen Platz ignorieren, solange sie das Gebiet nicht perfekt kennen.

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Startplatz 3: Die Delta-Rampe

Ausrichtung: West.

Charakteristik: Eine Holzrampe, primär für Drachenflieger gebaut.

Gefahrenhinweis: Snippet warnt explizit vor seitlichen Rotoren bei Westwind. Die Geländeform bildet hier eine Düse. Während Drachen durch ihre höhere Geschwindigkeit und Masse hier stabil starten können, riskieren Gleitschirme, unmittelbar nach dem Abheben in einen seitlichen Rotor zu geraten ("Klapper in Bodennähe"). Gleitschirmpiloten sollten die Wiesenstarts bevorzugen.  

Teil IV: Flugstrategie und der "Hausbart"

Der Start ist einfach, aber der Anschluss an die Mythen-Thermik ist die erste Hürde, an der viele Gastpiloten scheitern ("absaufen").

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Phase 1: Der "Känzeli"-Trigger

Nach dem Start am Südwest-Platz darf man nicht ziellos ins Tal fliegen. Die Strategie lautet: Rechts halten.

Das Ziel: Der bewaldete Grat, der vom Startplatz Richtung Großer Mythen zieht (Bereich "Känzeli").

Die Technik: Man fliegt nah an den Waldwipfeln entlang. Hier löst sich die Thermik, die den bewaldeten Hang hinaufkriecht.

Vorsicht: Bei starkem Talwind werden die Bärte hier oft "verblasen" und driften stark in den Hang hinein. Man muss "achtförmig" soaren oder den Kreisversatz aktiv gegen den Wind korrigieren, um nicht hinter den Grat gedrückt zu werden.

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Phase 2: Der Sprung zum Mythen

Hat man am Känzeli Höhe gemacht (idealerweise 1700m+), wagt man den Sprung über den Sattel zum Großen Mythen.

Der Fahrstuhl: Die Südwestwand des Großen Mythen ist der stärkste Bart der Region. Trifft man ihn richtig, geht es mit 4-6 m/s integriert nach oben.

Die Gefahrenzone: Man darf nicht zu nah an die Felswand fliegen, besonders nicht in die Einkerbungen. Turbulenzen sind hier heftig.

Das Gipfelkreuz: Das Überhöhen des Gipfelkreuzes ist der Traum vieler Piloten. Doch Vorsicht: Am Gipfel stehen oft Dutzende Wanderer. Ein zu tiefer Überflug ist nicht nur gefährlich, sondern schadet dem Ruf der Flieger massiv. Ein Sicherheitsabstand von mindestens 50-100m vertikal und horizontal sollte Ehrensache sein.

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Phase 3: Die "Haggenegg"-Entscheidung

Ist man über dem Mythen, steht man vor der Wahl:

Genussflug: Oben bleiben, die Aussicht auf den See genießen, zum Kleinen Mythen rüberwechseln.

Streckenflug: Der Weiterflug Richtung Hoch-Ybrig. Dazu muss man den Sattel der "Haggenegg" überqueren. Dies erfordert eine Basishöhe von mindestens 2000m, um gegen den oft düsenartigen Wind im Sattel anzukommen.

Teil V: Wildschutz – Die rote Linie

Ein Thema, das in offiziellen Guides oft nur als Randnotiz erscheint, ist an der Rotenfluh existenzbedrohend für den Sport: Der Wildschutz. Die Mythen sind ein Eidgenössisches Jagdbanngebiet.

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Die Rote Zone (1. April bis 15. Juni)

In dieser Zeit ist Brut- und Setzzeit für Gämsen und das Birkhuhn. Die Behörden verstehen hier keinen Spaß.

Das Verbot: In der rot markierten Zone auf den Karten (siehe Visualisierung) ist hang- und bodennahes Fliegen streng verboten.

Die Definition: "Bodennahe" bedeutet in der Praxis oft weniger als 300m Abstand zum Gelände.

Die Konsequenz: Wer in dieser Zeit zu nah an den Felswänden der Mythen "kratzt", um Höhe zu machen, riskiert nicht nur eine saftige Buße (mehrere hundert Franken), sondern auch Flugverbote für alle.

Die Alternative: In dieser Zeit muss man die Thermik weiter draußen im Tal suchen oder sich auf die Rotenfluh selbst beschränken, ohne die Mythenflanken anzufliegen.

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Respekt vor der Natur

Auch außerhalb der Schutzzeit gilt: Sieht man Tiere (Gämsenrudel im Schnee, Adler), dreht man ab. Ein Gleitschirm wirkt auf Wildtiere wie ein riesiger Greifvogel. Stress kann im Winter für geschwächte Tiere tödlich sein.

Teil VI: Logistik, Infrastruktur und der "Landeplatz-Knigge"

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Die Rotenfluebahn

Seit dem Neubau 2014 ist die Rotenfluebahn eine moderne Gondelbahn.

Anreise: Mit dem Auto zur Talstation in Rickenbach (Parkplätze vorhanden, aber an Wochenenden oft voll). Alternativ mit dem Bus der AAGS (Auto AG Schwyz) direkt zur Haltestelle "Rickenbach, Rotenfluebahn".

Preise (Stand 2025/26):

Einzelfahrt: ca. CHF 29.00.

Tageskarte: ca. CHF 46.00.

GA/Halbtax: Es gibt Ermäßigungen (oft 50% oder Saisonaktionen).

Landegebühr: Oft ist im Ticketpreis eine kleine Landegebühr enthalten, die an den Club/Bauern geht. Bitte die Infotafeln an der Kasse beachten.

Betriebszeiten: Ganzjährig, aber mit Revisionspausen im April/Mai und November. In der Zwischensaison unbedingt den Online-Fahrplan prüfen!

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Der Landeplatz Rickenbach (Landeplatz A)

Der offizielle Landeplatz liegt direkt neben der Talstation.

Koordinaten: ca. N 47°01'03" E 8°42'02".

Höhe: 590m AMSL.

Die Volte: Standard ist eine Linksvolte.

Der Abbauraum liegt über den freien Feldern westlich des Landeplatzes.

Gegenanflug parallel zur Straße/Bahn.

Queranflug Richtung Hang.

Endanflug gegen den Wind (meist Richtung See/Westen).

Gefahren:

Die Seile: Die Bahnseile sind das offensichtlichste Hindernis. Niemals unter den Seilen hindurch den Endanflug machen!

Die Perfidenstrasse: Eine Straße begrenzt den Landeplatz. Autos sind Hindernisse.

Thermik im Endanflug: Der Landeplatz heizt sich auf. Es ist nicht ungewöhnlich, im Endanflug plötzlich 2-3 Meter zu steigen ("Ballooning"). Aktives Fliegen bis zum Boden ist Pflicht.

Faltplatz: Bitte ausschließlich am ausgewiesenen Faltplatz (meist beim Windsack) packen. Das hohe Gras gehört dem Bauern – wer darin landet oder packt, gefährdet das Pachtverhältnis des Clubs.

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Kulinarik und Unterkunft

Ein Flugtag endet traditionell im Berggasthaus Rotenfluh direkt an der Bergstation. Hier trifft man die Locals. Das "Landeplatzbier" wird oft schon oben getrunken, wenn man toplandet (im Winter) oder vor der Talfahrt. Im Tal gibt es in Schwyz diverse Hotels. Camping direkt am Startplatz ist nicht möglich (Wildcamping-Verbot). Der nächste Campingplatz ist in Brunnen am See.

Teil VII: Streckenflug (XC) – Routen für Ambitionierte

Rotenfluh ist der Ausgangspunkt für einige der schönsten Streckenflüge der Zentralschweiz. Hier sind drei klassische Optionen, detailliert aufgeschlüsselt.

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Route A: Das "Feierabend-Dreieck" (Local Triangle)

Distanz: 15-20 km.

Schwierigkeit: Mittel.

Route: Start Rotenfluh -> Aufdrehen am Känzeli -> Sprung zum Großen Mythen -> Weiter zum Kleinen Mythen -> Querung zur "Haggenegg" -> Rückflug entlang des Grates zur Rotenfluh -> Landung Rickenbach.

Schlüsselstelle: Der Rückflug vom Kleinen Mythen gegen den Talwind kann mühsam sein. Man braucht genug Höhe, um nicht im Lee der Haggenegg hängen zu bleiben.

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Route B: Die Hoch-Ybrig-Querung

Ziel: Flug ins Skigebiet Hoch-Ybrig und zurück.

Route: Mythen -> Haggenegg -> Drusberg -> Forstberg -> Hoch-Ybrig.

Herausforderung: Das Gebiet um den Drusberg ist hochalpin und felsig. Hier sind die Bärte stark und zerrissen. Der Rückweg erfordert Geduld, da man oft gegen den Talwind ankämpfen muss, der aus dem Ybrig-Tal herausdrückt.

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Route C: Der "Große Sprung" nach Engelberg

Kategorie: Expert / High-End XC.

Strategie: Man verlässt die Mythenregion Richtung Süden, quert den Talkessel von Schwyz (gigantische Talquerung!) hinüber zum Fronalpstock/Stoos. Von dort hangelt man sich via Rophaien ins Urner Reusstal und weiter nach Engelberg.

Risiko: Die Talquerung Schwyz ist weit. Wer absäuft, landet irgendwo bei Ibach oder Seewen. Zudem muss man den Luftraum (TMA Emmen/Zürich) im Auge behalten.

Teil VIII: Alternativen & Plan B

Nicht jeder Tag ist ein Rotenfluh-Tag. Ein guter Pilot hat Alternativen.

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Urmiberg / Rigi-Scheidegg

Wenn der Talwind an der Rotenfluh zu stark ist oder eine leichte Bise herrscht, ist die andere Talseite oft eine Option.

Urmiberg: Startplatz oberhalb von Brunnen. Erreichbar mit kleiner Seilbahn. Bietet oft Schutz vor der Bise, ist aber thermisch anspruchsvoll (steiles Gelände).

Rigi-Scheidegg: Startet oft früher thermisch, da ostseitig.

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Hoch-Ybrig

Wenn im Schwyzer Kessel der "Suppe" (Nebel/Dunst) hängt oder der Föhn leicht drückt (Vorsicht!), ist das Hoch-Ybrig (Startplatz Spirstock oder Sternen) oft eine Ausweichmöglichkeit für rein thermisches Fliegen in geschützteren Kesseln.

Teil IX: Sicherheit & Notfallmanagement

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Digitale Flugvorbereitung

Verlassen Sie sich nicht nur auf den Blick aus dem Fenster. Nutzen Sie die lokale Technologie:

Webcam Rotenfluh: Prüfen Sie die Fahnen an der Bergstation. Hängen sie schlaff? Wehen sie stramm aus West?

Holfuy/Burnair: Nutzen Sie die Live-Windmessstationen der Region (z.B. Urmiberg, Rigi, Rotenfluh). Ein Wind von >20 km/h am Startplatz ist für Gleitschirme meist grenzwertig.

Luftraum: Prüfen Sie vor dem Start via App (z.B. Xcontest, Burnair Map) die aktuelle Aktivierung der militärischen Flugzonen (LS-R) und der Zivillufträume (TMA).

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Notfall

Baumlandung: Ruhe bewahren. Nicht abschnallen! Funk oder Handy nutzen.

Nummern: Rega (1414) oder Polizei (117).

Spital: Das Spital Schwyz liegt in Sichtweite des Landeplatzes Rickenbach – ein beruhigender, wenn auch hoffentlich unnötiger Fakt.

Fazit: Respekt vor dem Mythos

Die Rotenfluh ist mehr als nur ein Startplatz; sie ist eine Institution in der Schweizer Gleitschirmszene. Sie bietet eine seltene Kombination aus einfacher Erreichbarkeit, spektakulärer Kulisse und technischer Herausforderung. Sie ist kein Berg für "Sled-Rides" (einfache Abgleiter) – sie fordert den Piloten. Das komplexe Talwindsystem, die Föhngefahr und die Wildschutzauflagen verlangen Respekt und Vorbereitung.

Wer diesen Guide verinnerlicht, die Zeichen der Natur liest und sich als Gast respektvoll gegenüber der lokalen Infrastruktur und Tierwelt verhält, wird hier Flüge erleben, die sich tief ins Gedächtnis einbrennen. Der Blick vom Gipfel des Großen Mythen hinunter auf den tiefblauen Vierwaldstättersee ist eine Belohnung, die man sich erarbeiten muss – und die jeden Meter Steigen wert ist.

Fliege sicher, lande sanft und genieße das Landeplatzbier im Wissen, alles richtig gemacht zu haben.

Daten-Referenztabelle: Rotenfluh auf einen Blick Merkmal Details Name Rotenfluh (Rotenflue) Region Schwyz, Zentralschweiz (Mythenregion) DHV ID 1413 Starthöhe ~1.571m AMSL Landeplatz Rickenbach (~590m AMSL) Höhendifferenz ~980m Hauptausrichtung SW (Süd-West) Gefahren Föhn (Strikes Verbot!), Bise (Lee), Westwind-Rotoren an der Rampe Einschränkungen Wildschutz (Jagdbanngebiet): Rote Zone tabu vom 1.4. - 15.6. Bahn Rotenfluebahn (Rickenbach - Rotenfluh) Club Gleitschirm Club Rigi-Mythen (GCRM) Flugschule Win Wings (Talstation Rickenbach) Export to Sheets

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