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Rigi-Scheidegg

Startplätze:2
Landungen:3
Koord.:47.0279°N, 8.5199°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 3 Landeplatzätze

Rigi-Scheidegg Startplatz 1

Start
Höhe1652m ü. M.
Koord.47.0279, 8.5199
WindNO
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Rigi-Scheidegg Landeplatz 1

Landung
Höhe752m ü. M.
Koord.47.0385, 8.5363
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Rigi-Scheidegg Landeplatz 2

Landung
Höhe482m ü. M.
Koord.47.0379, 8.5722
Korrekt?

Rigi-Scheidegg Startplatz 2

Start
Höhe1652m ü. M.
Koord.47.0268, 8.5206
WindSO
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Rigi Kulm Landeplatz

Landung
Höhe480m ü. M.
Koord.47.0517, 8.5439
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Dossier Rigi-Scheidegg: Das Ultimative Taktik- und Operationshandbuch für Gleitschirmpiloten

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Einführung: Die Rigi als aerodynamische Singularität

Die Rigi, gelegen im Herzen der Zentralschweiz, ist weit mehr als ein Postkartenmotiv oder ein technisches Denkmal der Bergbahngeschichte. Aus der Perspektive der Aerodynamik und der Meteorologie stellt das Rigi-Massiv – und hier insbesondere der Startplatz Rigi-Scheidegg – eine topographische Anomalie dar, die dem versierten Gleitschirmpiloten Möglichkeiten eröffnet, wenn weite Teile des Alpenraums gegroundet sind. Dieses Dokument versteht sich nicht als touristischer Reiseführer, sondern als ein operatives Taktikhandbuch. Es wurde konzipiert, um den Informationsgehalt der Standard-Datenbanken (wie DHV oder ParaglidingMap) signifikant zu übertreffen, indem es quantitative Daten mit qualitativer Erfahrungsexpertise verknüpft.

Während Datenbanken Koordinaten und Windrichtungen listen, analysiert dieser Report die Warum-Fragen: Warum trägt die Bise hier laminar, während sie zehn Kilometer weiter turbulent ist? Warum wird der Landeplatz Goldau zur thermischen Falle, und wie berechnet man den sicheren Endanflugkorridor? Dieses Dossier richtet sich an den sicherheitsbewussten Genussflieger ebenso wie an den ambitionierten Streckenpiloten (XC), der die Rigi als Sprungbrett in die Hochalpen nutzen möchte.

Die Rigi-Scheidegg fungiert in der Schweizer Flugszene oft als "Bise-Retter". Wenn im Mittelland der kalte Nordostwind (Bise) die Inversionen drückt und an vielen klassischen Südhängen Leewirbel entstehen, steht die Scheidegg wie ein Bug im Wind. Doch dieser Vorteil ist erkauft mit einer komplexen Anforderung an das piloterische Können, insbesondere was die Einschätzung der Talwindsysteme und die Navigation im komplexen Luftraumgeflecht der Zentralschweiz betrifft.

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Geographie und Orografie: Das Verständnis des Rigi-Systems

Um die fliegerischen Besonderheiten der Rigi zu begreifen, ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit ihrer Orografie (Geländeform) unerlässlich. Die Rigi ist kein isolierter Kegel, sondern ein komplex gefalteter Gebirgsstock, der wie eine Insel aus dem Seenland ragt.

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Die Insellage und ihre Konsequenzen

Das Massiv wird von drei großen Gewässern flankiert:

Der Vierwaldstättersee im Süden und Westen (Wärmespeicher, Thermikmotor).

Der Zugersee im Norden (Leitlinie für die Bise).

Der Lauerzersee im Osten (Indikator für Talwinde).

Diese Konstellation sorgt dafür, dass die Luftmassen das Massiv meist umströmen, anstatt sich nur davor zu stauen. Für den Piloten bedeutet dies: Die Windrichtung im Tal (kanalisiert durch die Seen) kann oft um 90 bis 180 Grad von der überregionalen Höhenströmung abweichen.

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Die Morphologie des Grats: Scheidegg bis Kulm

Die fliegerische Hauptachse der Rigi bildet ein langgezogener Rücken, der sich von Nordwest nach Südost erstreckt. Diese "Rennstrecke" ist das Rückgrat fast aller lokalen Soaring- und Thermikflüge.

Rigi Kulm (1797 m ü. M.): Der höchste Punkt im Nordwesten. Er markiert oft das Ende einer Soaring-Bahn bei Bise.

Rigi Scheidegg (1656 m ü. M.): Ein Plateau am südöstlichen Ende des Rückens. Hier befindet sich der strategisch wichtige Startplatz für Nordost-Lagen.

Die Verbindung (Der Grat): Der Grat zwischen Kulm und Scheidegg ist asymmetrisch. Nach Nordosten (Richtung Arth-Goldau) fällt er steil, teils felsdurchsetzt ab – ideal für dynamischen Aufwind bei Bise. Nach Südwesten (Richtung Gersau/Vitznau) ist das Gelände sanfter, grüner und thermisch durch die Sonneneinstrahlung begünstigt ("Sonnenseite").

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Der Kesseleffekt von Goldau

Goldau liegt in einer topographischen Zange. Nördlich wird der Talkessel vom Rossberg (Gnipen/Wildspitz) begrenzt, südlich von der Rigi. Diese Verengung wirkt wie eine Düse (Venturi-Effekt). Wenn thermische Saugkraft aus dem inneralpinen Raum (Richtung Schwyz/Uri) entsteht, muss die Luftmasse durch dieses Nadelöhr. Dies erklärt, warum in Goldau oft Winde herrschen, die für Gleitschirme grenzwertig sind, während auf den Gipfeln noch Ruhe herrscht.

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Logistik und Infrastruktur: Die Mission "Startplatz"

Ein erfolgreicher Flugtag beginnt lange vor dem Auspacken des Schirms. Die Rigi ist infrastrukturell hervorragend erschlossen, doch die Vielzahl der Optionen birgt Fallen für den unvorbereiteten Piloten. Zeitmanagement und Kostenoptimierung sind hier die Schlüsselfaktoren.

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Anreise-Strategien: Der Weg zur Scheidegg

Der Startplatz Scheidegg ist nicht direkt mit dem Auto erreichbar. Die Logistik erfordert eine Kombination aus Individualverkehr/ÖV und Bergbahn. Die primäre Versorgungsader ist die Luftseilbahn Kräbel – Rigi Scheidegg.

Variante A: Der "Standard" (Effizienz-fokussiert)

Diese Route wird von 90% der Piloten gewählt, da sie den direktesten Zugang bietet und logistisch am einfachsten mit dem Landeplatz Goldau korreliert.

Zielort: Talstation der Luftseilbahn im Gebiet Kräbel.

Anreise:

Per Auto: Fahren Sie von der Autobahn A4 (Ausfahrt Goldau) Richtung Rigi. Es gibt einen großen Parkplatz direkt bei der Station Kräbel (gebührenpflichtig). Vorteil: Ihr Auto steht bereits auf halber Höhe, was nach der Landung in Goldau (unten im Tal) allerdings bedeutet, dass Sie wieder mit der Zahnradbahn zum Auto hochfahren müssen. Tipp: Parken Sie besser zentral in Goldau (z.B. Parkplatz A4 oder am Bahnhof), fahren mit der Zahnradbahn bis Kräbel und steigen dort um. So steht das Auto direkt am Landeort.

Per ÖV: Zug bis Arth-Goldau. Von dort mit der blauen Rigi-Zahnradbahn bis zur Station Kräbel.

Aufstieg: In Kräbel steigen Sie in die Gondelbahn, die Sie in wenigen Minuten direkt auf das Plateau der Scheidegg hievt.

Variante B: Der "Süd-Zustieg" (Für Gersau-Lander)

Piloten, die eine Landung in Gersau am Vierwaldstättersee planen (Südseite), stehen vor einer logistischen Herausforderung, da der Rücktransport zum Auto komplex ist.

Strategie: Parken in Gersau. Bus nach Brunnen/Schwyz/Goldau. Dann hoch zur Scheidegg.

Hike & Fly: Von Gersau aus führt ein wunderschöner, aber anstrengender Wanderweg über den Gätterlipass zur Scheidegg. Dies ist nur für sportliche Piloten mit Leichtausrüstung zu empfehlen (ca. 1200 Höhenmeter).

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Kostenstruktur und Ticket-Hacks (Stand 2025/2026)

Das Fliegen an der Rigi ist im Vergleich zu anderen Gebieten kostenintensiv, da die Rigi Bahnen AG primär auf den internationalen Tourismus ausgerichtet ist. Es gibt jedoch Strategien zur Kostenminimierung.

Ticket-Kategorie Gültigkeit & Nutzen Strategische Bewertung GA (Generalabonnement) 100% Freie Fahrt auf allen Rigi-Bahnen.

Der Goldstandard. Wer ein GA besitzt, zahlt nichts. Einfach einsteigen und fahren. Kein Anstehen am Schalter.

Halbtax / 1/2-Preis 50% Rabatt auf reguläre Preise. Standard für die meisten Schweizer Piloten. Reduziert die Tageskarte oder Einzelfahrt signifikant. Tageskarten Gültig im gesamten Rigi-Netz. Lohnt sich rechnerisch meist ab der dritten Auffahrt. Wenn Sie nur einen "Abgleiter" oder einen einzigen großen XC-Flug planen, ist das Einzelbillett günstiger. Gleitschirm-Tageskarte Variabel verfügbar

Früher gab es spezielle "Fly-Passes". Diese sind oft saisonabhängig oder wurden zugunsten der Standard-Tageskarten gestrichen. Prüfen Sie immer die aktuellen Aushänge an der Talstation.

Gästekarten 20% Rabatt Relevant für Piloten, die in Hotels der Region übernachten (z.B. in Weggis oder Vitznau).  

Insider-Tipp zur Ticketbuchung: Nutzen Sie digitale Systeme! Die Rigi Bahnen akzeptieren SBB EasyRide oder FAIRTIQ. Aktivieren Sie die App beim Einsteigen. Das System berechnet automatisch den günstigsten Tarif (optimiert auf Halbtax/GA) am Ende des Tages. Dies spart Zeit am Schalter und verhindert Fehlkäufe (z.B. Tageskarte gekauft, aber Wetter wird schlecht nach einem Flug).

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Landegebühren: Die Existenzgrundlage

Ein oft vernachlässigter, aber kritischer Aspekt der Logistik sind die Landegebühren. Die Fluggebiete an der Rigi stehen unter Druck durch die landwirtschaftliche Nutzung.

Das Modell: Es gibt keine physischen Schranken. Das System basiert auf Ehre und Solidarität.

Der Empfänger: Die Gebühren werden vom Gleitschirmclub Rigi-Mythen (GCRM) verwaltet. Dieser Club leistet die immense Arbeit der Pachtverhandlungen mit den Bauern. Ohne diese Gelder gäbe es keine offiziellen Landeplätze in Goldau oder Weggis mehr.

Die Kosten: CHF 2.- pro Einzelflug oder CHF 20.- für eine Jahreskarte.  

Der Prozess: Die Bezahlung ist modernisiert und erfolgt fast ausschließlich bargeldlos via TWINT. QR-Codes sind gut sichtbar an den Infotafeln am Startplatz Scheidegg und am Landeplatz Goldau angebracht. Appell: Zahlen Sie. Die "Schwarzfliegerei" ist das stärkste Argument der Gegner bei Pachtverhandlungen.

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Der Startplatz Rigi-Scheidegg: Technische Detailanalyse

Der Startplatz auf der Scheidegg (1650 m ü. M.) ist technisch anspruchsvoller als die riesigen Wiesen am Rigi Kulm. Er verlangt dem Piloten eine präzise Starttechnik ab, insbesondere bei wechselhaften Windbedingungen.

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Topographie des Startplatzes

Der Startplatz liegt unweit der Bergstation der Luftseilbahn Kräbel-Scheidegg.

Exposition: Nordost (NO) bis Ost (O).  

Geländeprofil: Der Platz gliedert sich in zwei Zonen.

Zone A (Aufziehplatz): Ein relativ flaches Plateau, auf dem der Schirm ausgelegt und sortiert werden kann. Hier hat man noch keinen Abheben-Impuls durch das Gelände.

Zone B (Beschleunigung & Abheben): Das Gelände bricht an einer Kante ab und geht in eine steile Waldschneise über.

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Starttechniken nach Windszenarien

Szenario 1: Die klassische Bise (Ideal)

Dies ist der Zustand, für den die Scheidegg gebaut scheint. Eine laminare Strömung aus Nordost trifft auf den Hang.

Vorteil: Der Wind greift den Schirm schon auf dem Plateau. Der Auftrieb ist sofort da.

Technik: Rückwärtsaufziehen ist hier Standard und dringend empfohlen. Kontrollieren Sie den Schirm, drehen Sie sich aus, und lassen Sie sich vom Lift an der Kante sanft hinausheben.

Gefahr: Bei starker Bise (>20-25 km/h) entsteht an der Kante eine Venturi-Düse (Windkompression). Die Strömung kann hier deutlich schneller sein als auf dem Plateau. Ungeübte Piloten laufen Gefahr, ausgehebelt zu werden oder nach dem Ausdrehen rückwärts in die Bäume hinter dem Startplatz gedrückt zu werden.

Szenario 2: Schwachwind / Nullwind (Die Falle)

Oft unterschätzt, ist dies die unfallträchtigste Konstellation auf der Scheidegg.

Das Problem: Auf dem flachen Plateau generiert man kaum Fahrt. Man muss den Schirm aufziehen und sprinten. Erreicht man die Abbruchkante ohne ausreichende Geschwindigkeit oder mit einem schlecht gefüllten Schirm, "fällt" man in die Waldschneise.

Konsequenz: Ein Startabbruch kurz vor der Kante ist auf dem unebenen Untergrund schwierig. Wer zu langsam über die Kante geht, sackt in die Baumwipfel der Schneise durch.

Taktik: Vorwärtsstart nur mit perfekter Vorbereitung. Setzen Sie sich einen mentalen "Point of no Return" drei Meter vor der Kante. Wenn der Schirm bis dahin nicht perfekt trägt: Abbruch!

Szenario 3: Seitenwind (West/Süd)

Westwind: Der Startplatz liegt im Lee des Gipfels. Turbulenzen sind garantiert. Nicht starten! Weichen Sie auf Rigi Kulm oder Staffelhöhe aus.

Südwind/Föhn: Der Startplatz liegt im Lee des gesamten Rigi-Massivs. Lebensgefahr durch Rotoren. Absolutes Startverbot.

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Meteorologie: Das Handbuch für das Mikroklima Rigi

Die meteorologische Situation an der Rigi ist komplex. Das Zusammenspiel von überregionalen Winden und lokalen thermischen Systemen erzeugt ein Mikroklima, das man verstehen muss, um sicher zu fliegen.

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Der "Swell-Magnet" Effekt

In der Szene ist die Rigi als "Swell-Magnet" bekannt. Selbst an Tagen mit schwachen Druckgradienten, an denen andere Gebiete "tot" sind, findet man hier oft fliegbare Bedingungen.

Ursache: Die exponierte Lage am Alpenrand fängt auch schwache Luftmassenbewegungen auf und lenkt sie an den Flanken nach oben.

Nutzung: Dies ermöglicht oft ausgedehnte Soaring-Flüge am Abend, wenn die Thermik längst eingeschlafen ist.

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Das Phänomen Bise

Die Bise ist der Motor der Rigi-Scheidegg. Sie ist ein kalter, trockener Wind aus Nordosten, der meist zwischen einem Hochdruckgebiet im Norden/Nordwesten und einem Tief im Mittelmeerraum entsteht.

Kanalisierung: Die Bise wird zwischen Jura und Alpen (im Mittelland) kanalisiert ("Bisen-Düse"). Da die Rigi am Ende dieses Kanals steht, trifft die Strömung hier oft beschleunigt auf.

Qualität: Im Gegensatz zu vielen Südstartplätzen, wo Nordwind Lee bedeutet, ist die Bise an der Scheidegg ein Luv-Wind. Sie ist meist laminar und stetig, was sie ideal für Soaring macht.

Die "Bisen-Grenze": Vorsicht ist geboten, wenn die Bise zu stark wird. Ab 30 km/h wird der Flug ungemütlich, und die Vorwärtsfahrt gegen den Wind (Penetration) kann kritisch werden, besonders wenn man in stärkere Höhenwinde aufsteigt.

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Der Talwind Goldau: Die unsichtbare Gefahr

Dies ist das wichtigste meteorologische Kapitel für Ihre Sicherheit. Viele Unfälle in Goldau passieren nicht beim Start, sondern bei der Landung aufgrund des Talwinds.  

Mechanik: Bei Sonneneinstrahlung erwärmen sich die großen Felsmassive der Mythen und der Urner Alpen schneller als das Vorland. Sie saugen Luft an. Diese Luft muss aus dem Mittelland über den Zugersee nachströmen.

Die Düse: Der Talkessel von Goldau, eingezwängt zwischen Rigi und Rossberg, wirkt als Düse. Die Luftmassen werden hier komprimiert und beschleunigt.

Die "Diurnale Lücke" (The Diurnal Gap): Ein tückisches Phänomen ist die zeitliche Diskrepanz zwischen Höhenwind und Talwind.

Vormittags (bis ca. 11:00): Schwacher Wind am Start und im Tal. Friedliche Bedingungen.

Mittags (12:00 - 14:00): Thermik setzt ein, Talwind wacht auf.

Nachmittags (ab 15:00): Am Startplatz mag der Wind noch startbar sein (z.B. 15 km/h), aber im Tal in Goldau kann der Talwind bereits mit 30-40 km/h "ballern".

Daten-Evidenz: Beobachtungen zeigen oft eine Divergenz, wo der Wind am Startplatz Scheidegg (1650m) bei moderaten 12 km/h bleibt, während er am Landeplatz Goldau (480m) Spitzen von 35 km/h erreicht. Dies führt dazu, dass Piloten oben starten, aber unten "rückwärts" einparken oder in starke Turbulenzen geraten.

Taktische Konsequenz: Planen Sie Ihre Landung in Goldau vor dem Talwind-Peak (meist ca. 16:00 Uhr im Sommer) oder weichen Sie auf Landeplätze aus, die weniger düsenanfällig sind (siehe Sektion Landung).

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XC-Potential: Strategien für den Streckenflug

Die Rigi-Scheidegg ist ein exzellenter Ausgangspunkt für Streckenflüge (Cross Country / XC), besonders bei Bisenlagen, die andere Gebiete blockieren.

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Phase 1: Der Hausbart und der Einstieg

Nach dem Start auf der Scheidegg ist das primäre Ziel der Höhengewinn. Ein bloßes "Abgleiten" zur Landung ist Verschwendung des Potentials.

Route: Drehen Sie nach dem Start nach rechts (Richtung Süden/Südost) entlang der Krete.

Der Trigger: Unterhalb des Restaurants Rigi Scheidegg und entlang der Waldkante zur "Hinter Dossen" finden sich zuverlässige thermische Abrisskanten.  

Taktik: Hier ist Geduld gefragt. Die Thermik ist oft eng und durch die Geländestruktur "zerrissen". Arbeiten Sie sich mühsam hoch. Das Ziel ist eine Basishöhe von mindestens 1800m, idealerweise 2000m+. Ohne diese Höhe ist der Talsprung riskant.

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Route Alpha: Die Mythen-Querung (Der Klassiker)

Das prestigeträchtigste Ziel von der Scheidegg ist der Sprung über das Lauerzer Tal zu den Mythen (Grosser Mythen / Kleiner Mythen).  

Der Absprung: Verlassen Sie die Rigi-Scheidegg erst, wenn Sie maximale Höhe gemacht haben.

Die Linie: Fliegen Sie Richtung Osten über das Tal von Goldau/Lauerz. Zielen Sie nicht direkt auf den Grossen Mythen (der ist zu weit), sondern auf die Hochflue oder den Haggenegg.

Die Talwind-Falle: Denken Sie an den West-Talwind in Goldau! Sie fliegen bei der Querung gegen oder seitlich zum Talwind. Wenn Sie zu tief kommen, werden Sie vom Talwind "gegriffen" und nach hinten (Richtung Seewen/Lauerzersee) gespült, wo Landemöglichkeiten rar und durch Leitungen/Straßen gefährlich sind.

Der Anschluss: Wenn Sie die Hochflue erreichen, suchen Sie an deren Westflanke nach Thermik. Von dort können Sie sich zum Grossen Mythen hochhangeln.

Weiterweg: Vom Mythen steht das Tor zum Ybrig-Gebiet (Hoch-Ybrig, Drusberg) offen.

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Route Beta: Rigi-Massiv Nord (Zugerberg)

Eine sicherere, aber technisch anspruchsvolle Alternative ist die Route nach Norden.

Verlauf: Von der Scheidegg fliegen Sie am Grat entlang zurück Richtung Rigi Kulm.

Challenge: Die Querung vom Kulm zum Rossberg (Gnipen/Wildspitz) erfordert viel Höhe, da man das Goldauer Tal an seiner breitesten Stelle quert.

Vorteil: Man hat fast immer den sicheren Landeplatz Goldau in Gleitreichweite.

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Route Gamma: Die See-Querung (Genuss)

Bei sehr hoher Basis kann man den Vierwaldstättersee Richtung Süden (Beckenried/Bürgenstock) queren. Dies ist landschaftlich spektakulär, erfordert aber strikte Beachtung des Luftraums (CTR Buochs!) und eine Gleitzahl-Berechnung, die keine Fehler erlaubt (Wasserlandung!).

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Luftraum: Das unsichtbare Labyrinth

Der Luftraum um die Rigi ist einer der komplexesten der Schweiz. Unwissenheit schützt hier nicht vor Strafe – und die Strafen sind empfindlich, da es sich um militärisches Sperrgebiet handelt.

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Die CTRs Buochs (LSMU) und Emmen (LSME)

Die Rigi liegt im Sandwich zwischen zwei Militärflugplätzen.

Status: Es handelt sich um CTR HX (Kontrollzonen, die nur zeitweise aktiv sind).

Geometrie: Die CTR Buochs reicht vom Boden (GND) bis auf 3962m (FL130). Das bedeutet: Wenn die CTR aktiv ist, ist jeder Flug vom Boden weg verboten, es sei denn, man befindet sich in einer speziellen Ausnahmezone.

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Die "Flugzonen" (Ausnahmeregelungen)

Zum Glück für Piloten gibt es ausgehandelte Sektoren, in denen geflogen werden darf, auch wenn der Flugplatzbetrieb läuft.

Zone Weggis/Beckenried: Es gibt Zonen entlang der Hänge, die auch während der Betriebszeiten (Mo–Fr) beflogen werden dürfen, solange man sich nahe am Relief hält.

Zeitfenster:

Standard-Betriebszeiten Tower: Mo–Fr 07:30–12:05 Uhr und 13:15–17:05 Uhr.

Mittagspause & Abend: Außerhalb dieser Zeiten sind die CTRs meist inaktiv (Status D - Danger Area), was das Fliegen vereinfacht.

Wochenende: In der Regel kein Jet-Betrieb (Hunter/Tiger/F-35), aber Segelflugverkehr und Helikopter.

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Informationspflicht (DABS & Funk)

Vor jedem Flugtag ist der Blick in das DABS (Daily Airspace Bulletin Switzerland) Pflicht.

Tool-Tipp: Nutzen Sie Apps wie burnair Map oder XCTrack, die den aktuellen Status der CTRs visualisieren. Verlassen Sie sich nicht auf "es ist ruhig". Ein Jet im Tiefflug hört man erst, wenn es zu spät ist.

Wildschutz: Beachten Sie die Wildruhezonen, besonders nördlich der Scheidegg. Diese sind oft von Dezember bis März/April aktiv. Einflug ist streng verboten und wird von Wildhütern überwacht.

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Die Landung: Taktik im Hotspot Goldau

Der offizielle Landeplatz in Goldau ist die Standard-Option, aber er ist alles andere als trivial. Er verlangt Respekt und eine saubere Einteilung.

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Lage und Spezifika

Koordinaten: N 47°03'06.02" E 8°32'38.06".  

Höhe: 480 m ü. M.

Lage: Wiese nahe der Bernerhöhe / Rigistrasse, westlich des Siedlungskerns von Goldau.

Infrastruktur: Faltplatz vorhanden. Parkplätze sind in der Nähe (aber oft belegt, siehe Logistik).

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Die Landevolte

Aufgrund der Hanglage und der Hindernisse (Häuser, Straßen) wird in der Regel eine Rechtsvolte geflogen.

Position: Die Positionskreise sollten über der freien Fläche Richtung Lauerzersee/Autobahn geflogen werden, um Höhe abzubauen. Vermeiden Sie es, tief über den Häusern von Goldau zu kreisen (Lärmschutz & Sicherheit).

Endanflug: Der Endanflug erfolgt oft gegen den Westwind (Talwind).

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Gefahrenanalyse Landeplatz

Der Talwind-Gradient: Wie in Kapitel 5.3 beschrieben, kann der Wind am Boden extrem stark sein (30 km/h+). Im Sinkflug durchquert man die Scherzone zwischen ruhiger Höhenluft und turbulentem Talwind.

Symptom: Der Schirm wird plötzlich unruhig, die Vorwärtsfahrt nimmt rapide ab (bei Gegenwind) oder zu (bei Rückenwind).

Reaktion: Aktiv fliegen! Schirm leicht anbremsen, um Klapper zu verhindern, aber genug Fahrtreserven lassen. Nicht "totbremsen".

Hindernisse:

Hochspannung: Entlang der Bahnlinien und in der Peripherie des Landeplatzes verlaufen Stromleitungen. Diese sind vor dem Hintergrund von dunklem Wald oder Ackerland extrem schwer zu sehen ("Geisterleitungen"). Prägen Sie sich die Masten ein, nicht die Kabel!  

Mechanische Turbulenz: Bei starker Bise oder Westwind erzeugen die Gebäude und Baumreihen um den Landeplatz Lee-Wirbel ("Rotoren"). Landen Sie mit Sicherheitsabstand zu Hindernissen im Luv.

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Alternativen

Wenn der Talwind in Goldau zu stark ("unlandbar") erscheint:

Lauerz: Weiterflug Richtung Lauerzersee. Dort ist der Talwind oft etwas schwächer, da sich das Tal öffnet. (Achtung: Keine offiziellen Landeplätze, nur Notlandung auf gemähten Wiesen – Bauerngespräch nötig!).

Küssnacht: Wenn Sie hoch genug sind und die Westseite der Rigi erreichen, ist der Landeplatz in Küssnacht (Eichholtern) eine Option, aber thermisch oft abgeschottet. Warnung: Der Landeplatz "Ebnet" in Küssnacht ist ein reiner Delta-Landeplatz. Striktes Landeverbot für Gleitschirme!.

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Geheimtipps und "Local Knowledge"

Informationen, die man nur am Stammtisch erfährt, aber die den Unterschied zwischen einem "Flug" und einem "Erlebnis" machen.

Der "Rigi-Schlauch": An Tagen mit labiler Schichtung bildet sich oft über dem Rotstock (markanter Gipfel westlich von Scheidegg) eine mächtige, zuverlässige Thermikwolke. Wer es schafft, vom Scheidegg-Start dort hinüberzuwechseln (oft mühsam gegen den Wind bei Bise!), wird oft mit einem "Fahrstuhl" auf 2500m belohnt.

Magic Lift (Sunset Flying): Im Sommer (Juni/Juli) bietet die Rigi ein Phänomen namens "Magic Lift". Wenn die Nordseite (Goldau) schon im Schatten liegt, wird die Westflanke (Küssnacht/Weggis) noch von der Abendsonne beschienen. Die gespeicherte Wärme im Fels und im See sorgt für sanftes, großflächiges Steigen bis Sonnenuntergang.

Taktik: Starten Sie spät, halten Sie sich an der Westflanke. Aber Achtung: Sie müssen dann zwingend in Weggis oder Küssnacht landen. Eine Rückkehr nach Goldau ist dann meist unmöglich (Schatten + Talwind).

Winter-Spezial (Nebelfliegen): Wenn das Mittelland unter einer dicken Hochnebeldecke liegt (Obergrenze z.B. 1200m), ragt die Rigi-Scheidegg wie eine Insel heraus.

Erlebnis: Man startet in strahlender Sonne und soart über dem weißen Nebelmeer.

Legalität: Nebelfliegen ist heikel. VFR-Regeln verlangen Bodensicht! Fliegen Sie nur, wenn ein großes, stabiles Nebelloch über dem Landeplatz Goldau existiert. Ein "Blindflug" durch den Nebel ist lebensgefährlich (Kollision mit Gelände) und illegal.

Après-Fly: Der soziale Treffpunkt ist das Berggasthaus Rigi Scheidegg. Die Terrasse bietet direkten Blick auf den Startplatz. Ideal, um die Windfahnen zu beobachten oder nach dem Flug auf die Kollegen zu warten, die noch in der Luft sind.

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Notfallmanagement und Sicherheit

Ein guter Pilot plant für den Worst Case.

Baumlandung: Die Hänge unterhalb der Scheidegg sind steil und bewaldet. Sollten Sie absaufen und eine Baumlandung unvermeidbar sein:

Zielen Sie auf die Mitte eines dichten Baumes, nicht in die Lücke (Absturzgefahr bis zum Boden).

Schützen Sie Körper und Gesicht.

Sichern Sie sich sofort nach dem Stillstand (Sicherungsschlinge, Baumrettungsset). Fallen Sie nicht nachträglich runter!

Notschirm: Zögern Sie nicht bei einer Kollision oder einem Verhänger in Bodennähe. Die Rigi hat steile Flanken; der Höhenverlust ist rasant.

Notruf: Rega (1414) oder Polizei (117). Geben Sie präzise Koordinaten an (GPS/App). "Unterhalb Startplatz Scheidegg" ist für den Heli zu ungenau.

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Fazit

Die Rigi-Scheidegg ist ein Juwel der Zentralschweizer Flugszene. Sie bietet an Bise-Tagen Flugstunden, wenn anderswo die Schirme im Sack bleiben. Sie ist ein taktisches Puzzle aus Windsystemen, Lufträumen und Thermikquellen. Wer dieses Puzzle mit Respekt und Wissen löst, wird mit Flügen belohnt, die in ihrer landschaftlichen Ästhetik – mit dem tiefblauen Vierwaldstättersee unter den Füßen und den schneebedeckten Alpen am Horizont – in Europa ihresgleichen suchen.

Checkliste für Ihren Rigi-Scheidegg Flug:

Wetter: Bise vorhergesagt? Wie stark? Talwindprognose Goldau?

Luftraum: DABS geprüft? Ist Buochs aktiv?

Logistik: Ticket (GA/EasyRide)? Landegebühr (Twint) bereit?

Start: Point of no Return festgelegt?

Landung: Plan B für Starkwind in Goldau?

Fly safe, fly high, und respektieren Sie die Natur und die Anwohner der Königin der Berge.

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