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Piz Ault

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:46.7270°N, 8.7829°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Piz Ault Startplatz

Start
Höhe2902m ü. M.
Koord.46.7270, 8.7829
WindSO
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Lai Alv Landeplatz

Landung
Höhe1230m ü. M.
Koord.46.6978, 8.8420
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Ultimative Piloten-Almanach für Disentis & Péz Ault: Ein Meisterführer zum Kronjuwel der Surselva

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Einführung: Der Hochalpine Traum von Disentis

In der Ruhmeshalle der Schweizer Gleitschirmdestinationen nimmt Disentis – oder Mustér im lokalen rätoromanischen Dialekt – eine einzigartige und oft missverstandene Position ein. Während Fiesch den Ruhm für rekordbrechende FAI-Dreiecke beansprucht und Interlaken die kommerziellen Tandemmassen anzieht, bleibt Disentis die Wahl der Kenner – eine hochalpine Arena, die Respekt verlangt, unvergleichliche Belohnungen bietet und als Tor zur massiven "Rennstrecke" des Vorderrheintals in Richtung Chur dient.

Dieser Bericht konzentriert sich auf den Péz Ault, den hoch aufragenden Wächter, der die Skyline über dem Skigebiet Disentis 3000 definiert. In Datenbanken oft nur mit spärlichen Koordinaten und minimaler Beschreibung aufgeführt, ist der Péz Ault nicht bloß ein "Startplatz"; er ist ein komplexer Hochgebirgs-Startsektor, der seinen Charakter zwischen Winter- und Sommersaison vollständig wandelt.  

Dieser Guide wurde entworfen, um die Standard-Datenbankeinträge, wie man sie beim DHV (Deutscher Hängegleiterverband) oder SHV (Schweizerischer Hängegleiter-Verband) findet, weit zu übertreffen. Wo jene Quellen Daten liefern, bietet dieser Bericht Kontext, taktische Doktrin und tiefe aerologische Einblicke. Wir werden den Péz Ault nicht nur als eine Ansammlung von GPS-Koordinaten erforschen, sondern als dynamische Komponente des Wettersystems der Surselva. Wir werden die Talwindsysteme analysieren, die hier Flüge ermöglichen oder beenden, das Phänomen des "Alpinen Pumpens" sezieren, das die legendäre Thermik der Region antreibt, und eine granulare Aufschlüsselung des Streckenflugpotenzials (XC) bieten.  

Ob Sie ein Speed-Flying-Alpinist sind, der nach einem Winterabstieg aus fast 3.000 Metern sucht, oder ein XC-Pilot, der im August ein 100-km-FAI-Dreieck plant – dieses Dokument dient als Ihr definitives operatives Handbuch.

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Das Versprechen "Besser als offiziell"

Offizielle Verzeichnisse sind durch Haftungsfragen und Kürze eingeschränkt. Sie sagen Ihnen, wo der Startplatz ist. Sie sagen Ihnen selten, wann der Schatten des Oberalpstocks die Thermik abschaltet oder warum der Talwind in Trun tödlich sein kann, während er in Disentis ruhig ist. Dieser Bericht füllt diese Lücken. Er ist für den Piloten geschrieben, der "Was wäre wenn?" und "Warum?" fragt.

Wir werden behandeln:

Die Péz-Ault-Anomalie: Warum dieser Startplatz primär eine Winteranlage ist und wie man sie nutzt.

Die Windmaschine Surselva: Ein tiefer Einblick in die Talwindsysteme, die hier stärker und komplexer sind als in vielen anderen Alpentälern.

Logistische Überlegenheit: Wie man die Infrastruktur von Disentis 3000, die Matterhorn Gotthard Bahn und lokale Unterkünfte wie die Catrina Lodge in eine nahtlose Flugkampagne integriert.

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Geografischer und Aerologischer Kontext

Disentis zu fliegen bedeutet, die Quelle des Rheins zu fliegen. Die Geografie hier ist nicht nur Kulisse; sie ist der Motor der Luftmasse. Disentis/Mustér liegt auf etwa 1.130 Metern über dem Meeresspiegel auf einer Terrasse an der Nordseite des Vorderrheintals. Das Tal verläuft grob West-Ost, eine kritische Ausrichtung, die es mit den primären thermischen Heizzyklen der Sonne synchronisiert.

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Die Geländefalle: Warum Disentis funktioniert

Der Talboden ist relativ schmal, flankiert von massiven Gipfeln: der Medel-Gruppe im Süden und den Glarner Alpen (einschließlich Tödi und Oberalpstock) im Norden. Der Péz Ault (3.027 m) ist ein Nebengipfel des massiven Oberalpstocks (3.328 m).  

Diese V-Form, kombiniert mit den hohen Felswänden der Nordseite (die nach Süden ausgerichtet sind), schafft einen perfekten thermischen Kollektor. Die Sonne trifft früh auf die Hänge über Disentis, heizt den Fels und das Gestrüpp auf. Wenn die Luft aufsteigt, zieht sie Luft vom Talboden nach, was anabatische Strömungen erzeugt, die selbst im Winter überraschend stark sein können.

Vom Winterstartplatz am Péz Ault auf ca. 2.772 Metern Höhe stürzt das Gelände über 1.500 Meter bis zum Talboden in Sax (1.227 m) hinab. Diese vertikale Trennung schafft ausgeprägte aerologische Zonen: die hochalpine Zone, die oft über Inversionen liegt und laminare Winde aufweist, und die Talzone, die von komplexen Talwindsystemen dominiert wird. Piloten müssen mental umschalten, wenn sie von der ruhigen, dünnen Luft des Gipfels in die dichtere, turbulente Luft des Tals abgleiten.

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Das "Alpine Pumpen"

Eines der kritischsten Konzepte für den Disentis-Piloten ist das "Alpine Pumpen". Dies ist eine großräumige Talwindzirkulation, die das Flugwetter in der Region maßgeblich bestimmt.  

Der Mechanismus im Detail: An einem thermisch aktiven Tag heizt sich die massive Luftmasse im Inneren der Alpen schneller auf als die Luft über dem Flachland (Schweizer Mittelland/Deutschland). Dies erzeugt ein Tiefdruckgebiet über den hohen Bergen (ein "Hitzetief"). In der Surselva manifestiert sich dies als ein Talwind, der von Chur (Osten) in Richtung Oberalppass (Westen) weht.

Das Phänomen lässt sich wie folgt visualisieren:

Solares Aufheizen: Die Sonne erwärmt die massiven Felsflanken des Oberalpstocks und der Medelser Gruppe.

Sogwirkung: Die aufsteigende Warmluft erzeugt einen Unterdruck, der kühle Luft aus dem Rheintal (von Chur und dem Bodensee kommend) ansaugt.

Die Strömung: Dies resultiert in einem beständigen Ostwind im Tal (Talwind), der jedoch aufgrund der Topografie (das Tal steigt Richtung Oberalp an) auch als Hangaufwind wirkt.

Konvergenz: Oft trifft dieser Wind auf Westwinde, die über den Oberalppass schwappen, oder interagiert mit den thermischen Ablösungen an den Südhängen.

Implikation für Piloten: Der Wind am Landeplatz in Sax kommt im Sommer normalerweise aus Osten. Da das Tal jedoch zum Oberalppass hin ansteigt, weht dieser Wind auch bergauf. Es ist ein klassischer Talwind. Am späten Vormittag und Nachmittag kann dieser Wind 30-40 km/h erreichen und hoch die Hänge hinaufdringen. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, der Wind auf 2.000 m sei der Meteowind, wenn es sich tatsächlich um die obere Schicht eines kräftigen Talwindsystems handelt.

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Der Föhn-Faktor

Disentis ist notorisch anfällig für Föhnwinde, da es sehr nah an der Wetterscheide liegt (Lukmanierpass und Oberalppass).

Südföhn: Dies ist der klassische Föhn. Luft schwappt vom Süden über den Alpenhauptkamm. Wenn der Druckunterschied (Lugano vs. Zürich) 4 hPa übersteigt, ist der Péz Ault höchstwahrscheinlich unfilegbar und gefährlich aufgrund von Turbulenzen und starker Scherung. Der Wind fällt kaskadenartig durch das Val Medel in das Rheintal.  

Nordföhn: Weniger häufig, aber ebenso problematisch für den Péz Ault. Er erzeugt eine Lee-Situation an den südseitigen Starthängen und macht einen Start oft unmöglich oder extrem riskant.

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Die Startplätze: Péz Ault & Das System Disentis 3000

Während die Benutzeranfrage spezifisch nach "Piz Ault" fragte, muss ein nuancierter Guide klarstellen, dass "Piz Ault" oft als Kurzform für den gesamten oberen Sektor des Skigebiets Disentis 3000 verwendet wird. Der eigentliche Gipfel des Péz Ault (3.027 m) ist schroff und felsig. Der offizielle Startplatz, der als "Péz Ault" bezeichnet wird, liegt etwas tiefer, nahe der Spitze der Ski-Infrastruktur und ist primär ein Winterstartplatz.  

Um die Unterschiede zwischen den Startmöglichkeiten auf einen Blick zu erfassen, bietet die folgende Matrix einen technischen Vergleich.

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Startplatz 3: Péz Ault (Nur Winter)

Der Péz Ault ist der König der Startplätze in dieser Region, aber er ist eine Diva.

Koordinaten: ca. 46.7243° N, 8.7839° E.  

Höhe: ~2.772 m ü. M.

Ausrichtung: Ost (O) bis Süd-Ost (SO).

Schwierigkeit: Mittel bis Schwierig (Alpiner Start).

Zugang: Nur im Winter über das Skiliftsystem (Sesselbahnen bis Lai Alv, dann Schlepplifte) erreichbar.

Der Start: Der Startplatz befindet sich auf einem Schneefeld östlich des Skilifts. Er beginnt relativ flach – was einen entschlossenen Lauf erfordert – und wird dann deutlich steiler.  

Flugweg: Der Standardflugweg von hier ist visuell spektakulär. Sie starten in Richtung Val Gronda. Das Gelände fällt scharf ab. Man fliegt in der Regel links am Crap Baselgia vorbei.

Piloten-Notiz: Dies ist ein Hochgebirgsstart. Die Luftdichte ist geringer (ca. 70-75% im Vergleich zum Meeresspiegel), was bedeutet, dass Ihre Abhebegeschwindigkeit höher sein muss. In tiefem Schnee oder bei Rückenwind wird dieser Start tückisch. Er ist strikt für kompetente Piloten mit guten Groundhandling- und Skifahrkenntnissen (da Sie wahrscheinlich auf Skiern ankommen) geeignet.

Taktischer Vorteil: Im Winter bringt Sie diese Höhe über die stabile Inversionsschicht, die oft den Talboden plagt. Dies ermöglicht "Gleitflüge" (Sled Rides) von immenser vertikaler Differenz (über 1.500 m), die Ihnen auch ohne Thermik 20-30 Minuten Flugzeit bescheren.

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Startplatz 2: Lai Alv (Der Allrounder)

Dieser Platz ist das Arbeitspferd des Fluggebiets.

Höhe: 2.506 m ü. M..  

Ausrichtung: Süd (S), Süd-West (SW), Süd-Ost (SO).

Saison: Sommer & Winter.

Zugang: Sessellift "Gendusas" dann Sessellift "Lai Alv".

Der Start: Gelegen zwischen der Bergstation des Sessellifts Lai Alv und dem Restaurant.

Winter: Das Resort präpariert diesen Hang mit Pistenraupen. Er ist glatt, vorhersehbar und breit. Kritische Warnung: Sie starten auf eine aktive Skipiste oder unmittelbar daneben. Sie müssen auf Skifahrer achten. Normalerweise werden Netze bereitgestellt (prüfen Sie unter der Restaurantterrasse), um den Startbereich abzusperren.  

Sommer: Eine alpine Wiese. Felsige Stellen existieren, also prüfen Sie Ihre Leinen ausgelegt genau.

Gefahren: Kein Start bei Rückenwind. Aufgrund der Geländeform kann sich Rotor von Nordwinden bilden, die über den Grat hinter Ihnen strömen. Wenn der Wind aus Nord kommt, bleiben Sie am Boden.

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Startplatz 1: Gendusas (Der Thermik-Motor)

Höhe: 2.176 m ü. M..  

Ausrichtung: Süd (S), Süd-Ost (SO).

Saison: Sommer (Hauptsächlich) & Winter.

Zugang: Bergstation des Sessellifts Gendusas.

Der Start:

Gendusas Unten: Unterhalb der Station. Im Sommer oft mit Matten ausgelegt.

Gendusas Oben (2.220 m): Ein kurzer Aufstieg oberhalb der Station. Besserer thermischer Anschluss.

Warum hier fliegen: Dies ist der bevorzugte Start für XC-Piloten im Sommer. Er ist niedriger als Péz Ault, liegt aber genau in der "Trigger-Zone". Die Hausthermik löst oft direkt vor dem Gendusas-Grat ab.

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Startplatz 4: Plaun Tir (Das Sommer-Geheimnis)

Höhe: 2.085 m ü. M..  

Saison: NUR SOMMER (Winter = Wildschutzgebiet!).

Zugang: Wanderung von Caischavedra (ca. 20-30 Min.) oder S. Catrina.

Charakteristik: Dieser Platz liegt am unteren Ende der Lawinenverbauungen/Schneezäune. Er ist ein exzellenter Thermik-Auslöser.  

Regulatorische Warnung: Versuchen Sie nicht, diesen Platz im Winter zu nutzen. Er ist eine ausgewiesene Wildruhezone. Ein Verstoß gefährdet die Lizenz für das gesamte Fluggebiet.

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Operative Logistik: Transport & Infrastruktur

Ein nahtloser Gleitschirmtrip erfordert die Beherrschung der Logistik. Disentis ist gut angebunden, erfordert aber Planung.

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Das Bergbahnsystem (Bergbahnen Disentis 3000)

Das Resort betreibt ein zweistufiges System, das für Piloten relevant ist :  

Luftseilbahn Caischavedra (Pendelbahn): Talstation Disentis (1.227 m) bis Caischavedra (1.863 m). Große Kabinen, einfach mit Gleitschirmpacksäcken.

Sessellift Gendusas: Caischavedra bis Gendusas (2.176 m). Offener Sessellift. Sie müssen sich wohlfühlen, mit Ihrem Sack auf dem Schoß zu fahren.

Sessellift Lai Alv: Gendusas bis Lai Alv (2.506 m).

Skilifte Péz Ault: Schlepplifte, die höher führen. Hinweis: Gleitschirmflieger nutzen in der Regel keine Schlepplifte mit Ausrüstung, es sei denn, sie sind extrem geübt im Schleppen auf Skiern mit schwerem Rucksack. Der Zugang zum Péz-Ault-Start im Winter erfolgt oft über die Bergstation Lai Alv und kurzes Abfahren/Queren.

Betriebszeiten:

Sommer: Der Sessellift Gendusas hat oft eine Mittagspause oder stellt den Betrieb am späten Nachmittag ein. Prüfen Sie täglich die "Disentis 3000" App oder Website.  

Early Bird: Im Hochsommer (Juli/Aug) gibt es manchmal frühmorgendliche Fahrten (08:00 oder 09:15) für Wanderer/Piloten. Dies ist entscheidend für XC-Piloten, die in der Luft sein wollen, bevor der Talwind zu stark wird.

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Der "Gästekarte"-Hack

Die Region bietet die Andermatt+Sedrun+Disentis Gästekarte.  

Wenn Sie in ausgewiesenen Unterkünften (wie dem Catrina Resort) übernachten, erhalten Sie diese Karte oft.

Vorteil: Sie beinhaltet häufig kostenlosen oder stark rabattierten Zugang zu den Bergbahnen (Disentis - Caischavedra).

Matterhorn Gotthard Bahn: Die Karte deckt oft auch die Zugfahrt zwischen Disentis und Oberalp ab. Dies ist das ultimative "Rückholfahrzeug". Wenn Sie in Sedrun oder Oberalp außenlanden, hüpfen Sie einfach in den Zug zurück nach Disentis.

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Der Landeplatz: Sax (Landeplatz)

Die Landung ist oft der stressigste Teil eines Fluges in Disentis aufgrund des Talwinds.

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Standort & Spezifikationen

Name: Sax (Catrina Resort).  

Koordinaten: 46.6977° N, 8.8423° E (Sommer).

Höhe: 1.227 m ü. M.

Lage: Direkt angrenzend an die Talstation der Bergbahn und den Catrina Resort Komplex.

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Saisonale Variationen

Sommer: Sie landen auf der Grasfläche vor der Terrasse der Sax Lodge.

Protokoll: Strikte Landevolte (Lande-Volte). Normalerweise eine Linksvolte (beachten Sie die Infotafel an der Station).  

Gefahr: Talwind. Am Nachmittag beschleunigt der Wind von Chur. Er kann 40 km/h erreichen. Er strömt von Ost nach West. Das bedeutet, Sie landen in Richtung Chur. Das Landefeld ist jedoch leicht abfallend, was die Landeeinteilung anspruchsvoll macht.

Lee-Falle: Es gibt Gebäude und Bäume. Wenn der Wind stark ist, kann die Leeseite der Catrina-Resort-Gebäude turbulent sein. Landen Sie mit deutlichem Abstand zu den Strukturen.

Winter: Der Landeplatz verschiebt sich leicht.

Zone: Sie landen auf der "Wiese Sax" oberhalb der Kinderlifte.  

Kritische Gefahr: Kabel. Die Kinderlifte (Schlepplifte/Zauberteppiche) haben Kabel, die vor dem Schnee schwer zu sehen sind. Sie müssen oberhalb oder deutlich seitlich davon landen.

Verkehr: Schlittenfahrer und Kinder sind überall. Fliegen Sie nicht tief über die Zauberteppiche.

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Der Talwind-Gradient

Der Surselva-Talwind hat einen ausgeprägten Gradienten. Auf 500 m über dem Talboden kann er laminar sein. Die letzten 50 Meter können aufgrund thermischer Ablösungen von den Dorfdächern und der Reibung am Talboden turbulent sein.

Tipp: Halten Sie im Endanflug immer extra Fahrt. Aktives Fliegen ist erforderlich, bis Sie stehen.

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Meteorologie-Deep-Dive: Die Luft der Surselva meistern

Um den Péz Ault sicher zu fliegen, müssen Sie die unsichtbaren Flüsse im Tal verstehen.

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Der "Rhein-Talwind"

Dies ist das dominante Merkmal.  

Morgen (10:00 - 12:00): Luft ist oft ruhig oder leichter Bergwind (abfließend) von der Nacht.

Mittag (12:00 - 14:00): Der Wechsel findet statt. Der "Talwind" beginnt von Ilanz/Chur hinauf nach Disentis zu drücken.

Nachmittag (14:00 - 17:00): Maximale Stärke. Er kann 25-35 km/h am Landeplatz erreichen.

Die Konvergenz: Oft trifft der Talwind vom Rhein auf den Wind, der vom Oberalppass oder Lukmanierpass herunterkommt. Diese Konvergenzzone kann magisches Steigen erzeugen – seidenweiche Luft, die über riesige Gebiete mit 1-2 m/s steigt. Sie kann jedoch auch Scherturbulenzen erzeugen, wenn das Zusammentreffen heftig ist.

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Thermische Charakteristik

Die Thermik in Disentis ist "kräftig" (punchy). Die Gesteinsstruktur ist Granit und Gneis. Sie heizt sich schnell auf und löst scharf ab.

Trigger-Punkte: Die Felsvorsprünge unterhalb von Gendusas, die Grate des Péz Ault und die Schneezäune von "Plaun Tir" sind klassische Auslöser.  

Wolkenbasis: Oft sehr hoch. 3.000 m bis 3.500 m sind im Sommer keine Seltenheit.  

Inversion: Im Winter sitzt oft eine starke Inversion auf 1.500 m - 1.800 m. Ein Start am Péz Ault (2.700 m) bringt Sie über diese Schicht, in den Sonnenschein, während das Tal kalt ist. Der Flug ist ein Gleiten durch die warme Luft in die kalte Suppe der Landung.

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Vorhersage

Verlassen Sie sich nicht auf generische Apps. Nutzen Sie:

Meteo Schweiz: Prüfen Sie die Druckdifferenz (Lugano - Zürich). Wenn >4 hPa Nord-Süd, Vorsicht vor Föhn.

Soaring Meteo / Burnair: Schauen Sie spezifisch auf die Windprognose für 2.000 m.

Webcams: Nutzen Sie die Disentis 3000 Webcams (Gendusas, Lai Alv), um nach "Föhnmauern" (Wandwolken) im Süden über dem Lukmanier zu suchen.

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Streckenflug (XC) Strategie: Die "Rennstrecke"

Disentis ist der Startblock für eine der berühmtesten XC-Routen der Schweiz: den Flims-Oberalp-Run (oft in Abschnitten oder umgekehrt geflogen).

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Die Klassische Route: Disentis nach Ilanz/Flims (Richtung Osten)

Der Plan: Start Gendusas oder Lai Alv. Aufdrehen auf 2.800 m+.

Die Linie: Folgen Sie dem nördlichen Grat des Tals nach Osten.  

Wegpunkte:

Trun: Ein klassischer Wegpunkt. Beachten Sie, dass eine Landung in Trun aufgrund von Stromleitungen und starkem Talwind heikel ist. Bleiben Sie hoch!.  

Brigels: Das Plateau von Brigels bietet eine gute Thermikquelle und eine sicherere Zwischenlandeoption, wenn Sie absaufen.

Ilanz: Die "Stadt am Rhein". Das Tal öffnet sich hier.

Die Herausforderung: Der Talwind wird stärker, je weiter Sie nach Osten kommen. Eine Landung in Ilanz am Nachmittag kann einem Rodeo gleichen. Es ist oft besser, am Grat zu bleiben und zurückzufliegen.

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Das Dreieck: Disentis - Oberalp - Lumnezia

Schenkel 1: Fliegen Sie nach Westen Richtung Oberalppass. Dies ist gegen den Talwind, erfordert also Geduld und die Nutzung der Thermik tief in den Seitentälern (Eingang Val Medel).

Schenkel 2: Querung des Tals zur Südseite (Lukmanier-Gebiet / Val Medel). Dies ist wildes Gelände. Hohes Engagement erforderlich.

Schenkel 3: Fliegen Sie die südlichen Grate (Piz Mundaun) oder queren Sie zurück nach Disentis.

Notiz: Dies ist eine fortgeschrittene Route. Die Talquerung beinhaltet oft das Sinken in die stabile Talluft und die Hoffnung, auf der anderen Seite eine Thermik zu erwischen.

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Luftraumbeschränkungen

Disentis liegt unter einer komplexen Luftraumstruktur.  

LSMD (Militär): Während es in Disentis keinen dedizierten Jet-Flugplatz gibt, sind die gesamten Alpen Trainingsgebiet.

Die "Luftstrasse": Es gibt eine ausgewiesene Luftstrasse (oft als A9 oder ähnliche Transitkorridore bezeichnet) über Disentis.

Obergrenze: Normalerweise 3.950 m ü. M. (Mil ON - Wochentage) oder 4.570 m ü. M. (Mil OFF - Wochenenden). Prüfen Sie das tägliche DABS (Daily Airspace Bulletin Switzerland) ohne Ausnahme.

Heliports: Achten Sie auf den Heliport Tavanasa im Osten und den Spital-Landeplatz in Disentis.

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Sicherheitsprotokolle & Vorschriften

Dies ist kein deregulierter Spielplatz. Verstöße führen hier zu Bußgeldern und Geländeschließungen.

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Wildschutz (Wildschutz)

Dies ist das wohl kritischste regulatorische Thema in Disentis.

Winter: Das Gebiet um Plaun Tir und die Waldgürtel sind strikte Wildruhezonen. Tiere (Gämsen, Rehe) sind im Energiesparmodus. Ein Gleitschirm, der über ihre Köpfe huscht, kann sie durch Stress töten.

Regel: Fliegen Sie nicht tief über bewaldete Gebiete oder ausgewiesene Zonen. Karten sind an der Bergbahnstation erhältlich.  

Startplatz 4 (Plaun Tir): GESCHLOSSEN IM WINTER. Nicht benutzen.

Frühling/Sommer: Nistzeit. Bleiben Sie an den Hauptthermikquellen und vermeiden Sie es, tief in den Seitentälern (Val Clavaniev) zu erkunden, wo Vögel nisten.

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Kabelgefahren (Hindernisse)

Die Schweiz ist das Land der Seilbahnen, aber auch der "Materialseilbahnen" für Bauern.

Die "Killer"-Kabel: Es gibt unmarkierte Kabel in einigen Seitentälern.  

Alp Nadels Kabel: Spezifisch in lokalen Briefings erwähnt. Seien Sie sich der Kabel bewusst, die Seitenschluchten überspannen.

Ausguck: Scannen Sie immer nach Masten. Wenn Sie eine Hütte an einem steilen Hang sehen, gehen Sie davon aus, dass ein Kabel dorthin führt.

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Notfallverfahren

Eine schnelle Übersicht über die wichtigsten Frequenzen und Kontakte ist lebenswichtig.

REGA: Die Schweizerische Rettungsflugwacht.

Telefon: 1414 (innerhalb der Schweiz) oder +41 333 333 333.

Funk: 161.300 MHz (E-Kanal). Dies ist die Notfallfrequenz.

Selbstrettung: Wenn Sie in Bäumen landen, sichern Sie sich sofort. Klinken Sie sich nicht aus, bis Sie am Baum gesichert sind.

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Unterkunft & "Aprés-Fly" Kultur

Das Erlebnis des Piloten endet nicht mit der Landung.

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Catrina Resort: Der Piloten-Hub

Gelegen direkt am Landeplatz (Sax).  

Catrina Lodge: Budgetfreundlicher, hostel-artig aber hochwertig. Perfekt für Gruppen.

Catrina Hotel: Gehobener.

Wellness: Es gibt ein Spa/Pool. Perfekt, um Milchsäure nach einem langen Hike & Fly abzubauen.

Lagerung: Man ist an Gleitschirmflieger gewöhnt. Sie werden keine schrägen Blicke ernten, wenn Sie einen 20-kg-Rucksack in die Lobby schleppen.

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Camping

TCS Camping Disentis: Gelegen unten am Fluss (Fontanivas). Er ist wunderschön, natürlich und hat einen Badesee ("Lag da Fontanivas").  

Logistik: Es ist ein kleiner Fußmarsch (15-20 Min.) oder eine kurze Busfahrt von der Talstation. Piloten landen oft in Sax, packen zusammen und laufen zum Campingplatz hinunter.

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Essen & Trinken

Stiva Ursus (im Catrina): Gutes lokales Essen (Capuns, Maluns).

Nangijala: Ein legendäres Hostel/Bar im Dorf. Der soziale Treffpunkt für Kletterer und jüngere Piloten.

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Fazit: Das Urteil über Péz Ault

Péz Ault und Disentis repräsentieren den "Hohen Dom" des Schweizer Gleitschirmfliegens. Es ist kein Ort für Anfänger, um ihre ersten unbeaufsichtigten Flüge zu machen – die Talwinde sind zu technisch und die Starthöhen zu unerbittlich.

Doch für den fortgeschrittenen bis erfahrenen Piloten bietet es einen Reichtum, den Orte wie Interlaken vermissen lassen. Die Kombination aus liftgestützter Höhe (bis zu 2.800 m im Winter), komplexer XC-Routenplanung und der schieren Majestät des gletscherbedeckten Oberalpstocks macht es zu einem Ziel, das eine dedizierte Reise wert ist.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

Respektieren Sie die Saison: Péz Ault ist für den Winter. Gendusas/Lai Alv ist für den Sommer.

Beobachten Sie den Talwind: Er ist der Dirigent des Orchesters. Ignorieren Sie ihn, und Sie werden rückwärts einparken.

Nutzen Sie die Infrastruktur: Die Gästekarte und das Zugsystem machen Rückholaktionen zum Vergnügen statt zur lästigen Pflicht.

Schützen Sie die Tierwelt: Ein Verstoß schadet der ganzen Gemeinschaft.

Fliegen Sie hoch, respektieren Sie die Berge und genießen Sie die Surselva.

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