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Parsenn

Startplätze:3
Landungen:3
Koord.:46.8316°N, 9.8053°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

3 Startplatzätze, 3 Landeplatzätze

Parsenn Startplatz 1

Start
Höhe2639m ü. M.
Koord.46.8316, 9.8053
WindSO
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Parsenn Startplatz 2

Start
Höhe2804m ü. M.
Koord.46.8378, 9.7946
WindN, S
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Parsenn Startplatz 3

Start
Höhe2218m ü. M.
Koord.46.8209, 9.8265
WindO-S
Korrekt?

Jakobshorn Landeplatz 2

Landung
Höhe1534m ü. M.
Koord.46.7894, 9.8216
Korrekt?

Jakobshorn Landeplatz 3

Landung
Höhe1533m ü. M.
Koord.46.7956, 9.8279
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Jakobshorn Landeplatz 4

Landung
Höhe1532m ü. M.
Koord.46.7873, 9.8183
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggebiet Parsenn & Davos: Ein umfassendes Kompendium für den leistungsorientierten Gleitschirmpiloten

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Einführung und strategische Einordnung

Die Region Davos Klosters, gelegen im Herzen Graubündens, repräsentiert eines der vielseitigsten, aber auch meteorologisch anspruchsvollsten Fluggebiete der Schweizer Alpen. Während das Jakobshorn auf der westlichen Talseite oft als das zugängliche Zentrum für Freestyle und entspannte Nachmittagsthermik wahrgenommen wird, nimmt die Parsenn-Flanke – die klassische "Morgenflanke" auf der östlichen Talseite – eine gesonderte Stellung ein. Sie ist das taktische Sprungbrett für Streckenflüge (Cross Country - XC) in das Prättigau und das Engadin sowie ein Trainingsareal für Piloten, die komplexe aerologische Zusammenhänge verstehen und nutzen wollen.  

Dieser Report dient als exhaustiver Leitfaden, der über die Standardinformationen des DHV (Deutscher Hängegleiterverband) und lokaler Tourismusbroschüren hinausgeht. Er analysiert die mikro- und mesoklimatischen Bedingungen, die spezifischen Gefahrenpotenziale der Orographie und die logistischen Erfordernisse für eine erfolgreiche Flugplanung in den Jahren 2025/2026. Zielgruppe sind brevetierte Piloten und Streckenflieger, die eine fundierte Vorbereitung für Flüge in hochalpinem Gelände suchen.

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Orographische und Meteorologische Tiefenanalyse

Ein sicheres und effizientes Fliegen am Parsenn erfordert ein detailliertes Verständnis der topographischen Ausrichtung und der daraus resultierenden Windsysteme. Davos liegt in einem Hochtal, das sich primär von Südwesten nach Nordosten erstreckt. Diese geographische Achse kanalisiert überregionale Winde und interagiert komplex mit lokalen Talwindsystemen.

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Das komplexe Talwindsystem von Davos

Das Verständnis der Talwinde ist die Lebensversicherung des Piloten in Davos. Anders als in einfachen Tälern treffen hier mehrere Systeme aufeinander.

Der "Daver" und der Prättigauer Wind

Der lokale Talwind, im Pilotenjargon oft als "Daver" bezeichnet, strömt üblicherweise aus Nordosten das Landwassertal hinauf. Er wird gespeist durch den massiven Wind, der aus dem Rheintal via Landquart durch das Prättigau zieht.

Mechanik: Der "Prättigauer" drückt über den Wolfgangpass (die Passhöhe zwischen Klosters und Davos) in das Davoser Becken.

Implikation für Parsenn: Da die Parsenn-Flanke orographisch die Westflanke des Wolfgangpasses bildet, streicht der Talwind hier entlang. In niedrigen Höhen (z.B. am Startplatz Höhenweg oder im Landeanflug) ist dieser Wind oft dominant. Er kann am Nachmittag so stark werden, dass er über die Kreten "schwappt" und Lee-Effekte verursacht.  

Die Konvergenzzone

Interessant für XC-Piloten ist die Interaktion des nordöstlichen Talwindes mit dem oft thermisch induzierten Südwind aus dem Engadin oder den Seitentälern (Dischma, Sertig). Wo diese Systeme aufeinandertreffen, bilden sich oft Konvergenzlinien, die ein "Aufbocken" der Luftmassen und damit steigende Luftpakete erzeugen. Diese Linien sind oft der Schlüssel für den Sprung ins Engadin.

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Thermische Charakteristik und Expositionsanalyse

Die Parsenn-Flanke ist überwiegend nach Südosten und Osten exponiert. Dies definiert ihre Rolle als klassischer "Vormittagsberg".

Thermischer Beginn: Aufgrund der Ausrichtung wird der Parsenn von der morgendlichen Sonne zuerst beschienen. Thermische Aktivität ist hier oft bereits ab 09:30 Uhr oder 10:00 Uhr messbar, deutlich früher als am gegenüberliegenden Jakobshorn.  

Struktur: Die Geologie des Parsenn-Gebiets ist geprägt von dunklem Fels, Schuttkegeln und rippenartigen Strukturen (z.B. am Gotschnagrat). Diese dunklen Flächen heizen sich schnell auf und produzieren zuverlässige, oft "harte" Thermikblasen.

Winterthermik: Davos profitiert von seiner inneralpinen Lage und der trockenen Luftmasse. Bereits im Januar sind thermische Flüge möglich. Die Schneegrenze spielt hier eine wichtige Rolle als Kontrastgeber zu den aperen Felsrippen, die als Abrisskanten fungieren. Inversionen sind im Winter häufig; Startplätze wie der Weissfluhgipfel (2.820 m) liegen oft oberhalb der Inversionsschicht, was Starts in kristallklarer Luft und Flüge über dem Nebelmeer des Tals ermöglicht.

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Föhn-Diagnostik

Wie die meisten Nordsüd-Täler ist Davos anfällig für Föhn. Ein Südföhn bricht oft über die Pässe (z.B. Scaletta) durch.

Warnzeichen: Eine Druckdifferenz zwischen Bozen und Zürich von mehr als 4 hPa gilt als klassisches Warnsignal für den nordalpinen Raum.

Lokale Indikatoren: Lenticularis-Wolken (Föhnfische) über den Kämmen oder ein unerklärlich warmer, böiger Wind am Boden.

Gefahr am Parsenn: Bei Südföhn kann der Startplatz Parsenn (da SO-exponiert) trügerisch "gut" angeströmt sein. Sobald der Pilot jedoch die schützende Geländekontur verlässt, gerät er in massive Scherungen und Turbulenzen der Föhnströmung. Die Grundregel lautet: Bei Föhntendenz ist am Parsenn absolutes Grounding angesagt.

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Startplätze: Detaillierte Charakterisierung und Taktik

Das Fluggebiet Parsenn bietet eine vertikale Staffelung von Startplätzen über 1.200 Höhenmeter. Die Wahl des richtigen Startplatzes hängt von der Tageszeit, der Jahreszeit und dem Können des Piloten ab.

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Weissfluhgipfel (2.820 m) – Das hochalpine Tor

Der Weissfluhgipfel ist der höchstgelegene Startplatz der Region und bietet direkten Zugang zur hochalpinen Luftmasse. Er ist mit der Gipfelbahn von der Station Weissfluhjoch aus erreichbar.

Sektor Nord (N / NO / NW)

Dies ist der offizielle und frequentiell am stärksten genutzte Startplatz am Gipfel.

Zugang: Von der Bergstation führt ein kurzer Fußmarsch (ca. 5 Minuten) am Restaurant vorbei, rechts entlang der Skipiste bis zum Windsack. Alternativ ist ein Aufstieg zu Fuß vom Weissfluhjoch in ca. 45-60 Minuten möglich.

Topographie: Das Gelände fällt mittelsteil ab und bietet wenig Hindernisse.

Aerologie: Dieser Startplatz funktioniert hervorragend bei überregionalen Nordlagen oder thermischem Aufwind aus dem Prättigau. Bei ausreichendem Nordwind entsteht hier ein dynamisches Aufwindband, das Soaring direkt am Gipfel ermöglicht. Es ist der perfekte Ausgangspunkt für Flüge Richtung Klosters und ins Prättigau, da man bereits mit maximaler Arbeitshöhe startet.  

Schwierigkeit: Mittel. Der Start auf fast 3.000 Metern Höhe bedeutet dünnere Luft; Piloten müssen schneller laufen (höhere Abhebegeschwindigkeit).

Sektor Süd (S / SO) – "Experts Only"

Es existiert eine inoffizielle Startmöglichkeit direkt am Gipfel Richtung Süden.

Lage: Links zwischen der Seilbahnstation und dem Restaurant Weissfluhgipfel.

Charakteristik: Dieser Startplatz wird in Fachkreisen als schwer bis sehr gefährlich eingestuft. Das Gelände ist im oberen Bereich flach, bricht dann jedoch steil ab. Der Untergrund ist durchsetzt mit Felsbrocken und Steinen.

Toleranz: Die Fehlertoleranz ist minimal. Ein Startabbruch ist aufgrund der Kürze der Anlaufstrecke und des felsigen Abbruchs kaum möglich. Zudem ist der Sektor seitlich begrenzt ("eng").

Nutzung: Dieser Startplatz sollte ausschließlich von sehr routinierten Piloten mit perfekter Schirmbeherrschung (Rückwärtsstart) genutzt werden. Er ermöglicht bei ruhigen Bedingungen den direkten Gleitflug zum 5,5 km entfernten Landeplatz in Davos.

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Weissfluhjoch (2.660 m) – Der Sommer-Startplatz

Dieser Startplatz befindet sich etwas unterhalb der Bergstation der Standseilbahn (2. Sektion) und neben dem Sessellift Parsenn Rapid.

Saisonale Einschränkung: Dieser Startplatz ist nur im Sommer nutzbar. Im Winter verläuft hier eine stark frequentierte Skipiste, was Starts unmöglich macht.  

Ausrichtung: Ideal für Südost (SO) Winde.

Gefahrenpotenzial Lee: Der Talkessel, der sich vom Weissfluhjoch Richtung Davos erstreckt, ist bei starkem Wind (insbesondere Nord oder starkem Talwind, der über die Kämme drückt) anfällig für Lee-Turbulenzen. Piloten sollten diesen Kessel nur bei schwachwindigen Verhältnissen durchfliegen oder mit ausreichender Höhe überqueren. Ein tiefes Einfliegen in den Kessel bei starkem Wind kann zur Falle werden.

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Höhenweg (2.220 m) – Die Mittelstation

Der Startplatz Höhenweg liegt an der Mittelstation der Parsennbahn und dient als "Brot-und-Butter"-Startplatz für Schulungen und erste Thermikflüge.

Lage: Ca. 150 Meter nördlich (rechts) der Station Parsennbahn.

Sommer-Betrieb: Eine mäßig steile Wiese, hindernisfrei und einfach zu starten. Ideal für Südost- bis Nordost-Lagen.

Winter-Problematik: Im Winter wird dieser Startplatz oft nicht präpariert. Dies führt dazu, dass Piloten ohne Ski im tiefen Neuschnee bis zur Hüfte einsinken können. Ein Start zu Fuß wird dann zur physischen Tortur ("Startbremse"). Es wird dringend empfohlen, im Winter nur mit Ski zu starten. Mit Ski ist der Startplatz hingegen ideal und einfach.  

Das "Nachmittags-Paradoxon": Obwohl der überregionale Wind vielleicht passt, ist der Höhenweg berüchtigt für abendliche Rückenwind-Phänomene. Der Talwind aus Klosters kann am Nachmittag so stark werden, dass er über den Wolfgangpass drückt und am Startplatz Höhenweg als leichter Abwind (Lee) ankommt. Starts sind dann oft erschwert oder unmöglich, obwohl das Wetter optisch gut aussieht. Die beste Zeit für diesen Startplatz ist daher der Vormittag bis zum frühen Mittag.

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Gotschnagrat (2.280 m) – Die Alternative

Obwohl technisch zum Gotschna-Gebiet gehörend, ist dieser Startplatz oft Teil der Parsenn-Strategie.

Lage: Erreichbar über die Gotschnabahn von Klosters.

Nord-Start: Weniger als 3 Minuten von der Bergstation entfernt. Ideal bei NW-NO.

Süd-Start: Ca. 7 Minuten Fußmarsch hinter dem Sessellift Schwarzeseealp.

Strategische Bedeutung: Der Gotschnagrat dient oft als Zwischenstation oder "Save" bei Flügen vom Weissfluhgipfel Richtung Klosters. Die Felsrippen hier sind verlässliche Thermikspender.  

Die nachfolgende Tabelle fasst die Parameter der Startplätze zusammen:

Startplatz Höhe (m ü. M.) Ausrichtung Schwierigkeit Saison Kritische Hinweise Weissfluhgipfel N 2.820 N, NO, NW Mittel Ganzjahr Hohe Abhebegeschwindigkeit (dünne Luft). Top für XC. Weissfluhgipfel S 2.820 S, SO, SW Sehr Schwer Ganzjahr

Experten only! Felsig, eng, kein Startabbruch möglich.

Weissfluhjoch 2.650 SO Einfach Sommer Lee-Gefahr im Talkessel bei starkem Wind. Im Winter Skipiste. Höhenweg 2.220 NO - S Einfach Ganzjahr Nachmittags oft Abwind (Talwind-Lee). Winterstart ohne Ski schwierig.

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Lande-Logistik: Das "Seewiese"-Verbot und Alternativen

Die Landeplatzsituation in Davos hat sich in den letzten Jahren fundamental verändert. Veraltete Informationen können zu Konflikten mit Landeigentümern und Flugverboten führen.

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Die Causa "Seewiese"

Über Jahrzehnte war die "Seewiese" am Davoser See ein populärer Landeplatz, besonders für Abgleiter vom Parsenn. Dieser Landeplatz ist permanent geschlossen. Es konnte keine einvernehmliche Lösung mit den Eigentümern gefunden werden. Das Landen dort ist strikt untersagt.  

Konsequenz für die Flugplanung: Ein einfacher Abgleiter vom Höhenweg zum See ist keine Option mehr. Piloten müssen zwingend den Gleitwinkel bis zum zentralen Landeplatz in Davos Platz (Bolgen) schaffen oder Richtung Klosters abdrehen.

Warnung: Der Gleitweg vom Höhenweg bis zum Bolgen beträgt ca. 4-5 km Luftlinie bei geringer Höhendifferenz (Start 2.220m, Landung 1.535m). Ohne thermische Unterstützung oder bei starkem Gegenwind (Talwind) kann dieser Flug für Schüler oder Schirme mit geringer Gleitzahl kritisch werden ("Absaufer" über bebautem Gebiet). Einsteigern wird vom direkten Flug ohne Höhenreserve abgeraten.

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Sommer-Landeplatz: Bolgen (1.535 m)

Der Hauptlandeplatz im Sommer befindet sich in Davos Platz.

Lage: Die große Wiese direkt vor dem Restaurant Bolgen Plaza, südlich der Talstation der Jakobshornbahn.

Erkennungszeichen: Große Sonnenterrasse, Liegestühle, gut sichtbar aus der Luft.

Golfplatz-Interaktion: Der Landeplatz grenzt an einen Golfplatz bzw. ist Teil dessen Peripherie. Es herrscht strikte Etikette:

Sofortiges Verlassen der Landefläche nach der Landung.

Zusammenlegen ("Falten") nur am ausgewiesenen Faltplatz beim Windsack.

Keinesfalls auf den Greens oder Fairways landen oder Schirme ausbreiten.  

Aerologie: Der Landeplatz ist im Talwindsystem exponiert. Der Wind kommt meist laminar das Tal hinauf (Nordost), kann aber thermisch durchsetzt sein.

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Winter-Landeplatz: Carjöl (1.535 m)

Im Winter verwandelt sich der Bolgen in eine Skipiste und Après-Ski-Zone. Landen ist dort dann verboten.

Alternative: Der Winterlandeplatz Carjöl befindet sich etwas weiter südwestlich, hinter dem Sessellift Carjöl und neben der Langlaufloipe.

Präparation: Der Platz wird im Winter oft speziell für Gleitschirme gewalzt.

Hindernisse: Besondere Vorsicht gilt den Fahrleitungen der Rhätischen Bahn (RhB) im Endanflugbereich sowie diversen Leitungen am Ufer des Landwassers. Eine genaue Besichtigung vor dem Auffahren ist ratsam.

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Landeplatz Klosters (1.180 m)

Für Flüge vom Weissfluhgipfel nach Norden ist Klosters das Ziel.

Lage: Beim Sportzentrum / Freibad Klosters, in der Nähe des Doggilochsees.

Erkennung: Der See dient als exzellenter Orientierungspunkt.

Gefahren: Am Waldrand verläuft eine Starkstromleitung. Zudem ist Klosters bei starkem Prättigauer Talwind anfällig für Rotoren, die sich im Talkessel bilden können. Ein aufmerksamer Blick auf den Windsack und die Wasseroberfläche des Sees ist essenziell.

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In-Flight Taktik und Cross-Country (XC) Strategien

Vom Parsenn aus eröffnen sich dem Streckenpiloten spektakuläre Routen. Die orographische Struktur erlaubt Flüge sowohl für Einsteiger als auch für Experten, die das Engadin erreichen wollen.

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Thermikquellen ("Hausbärte") und Trigger-Points

Das erfolgreiche Thermikfliegen am Parsenn basiert auf dem Wissen um verlässliche Abreißkanten.

Salezer Horn: Oft der erste verlässliche Bart nach dem Start am Höhenweg, wenn man Richtung Davos quert. Die Felsstrukturen heizen sich früh auf.

Gotschnagrat: Die Krete zieht sich vom Gotschnagipfel Richtung Parsenn. Bei Nordwindlagen oder thermischer Aktivität stehen hier verlässliche Ablösungen an den Rippen.

Schatzalp: Auf dem Weg Richtung Davos Platz ist der Bereich oberhalb der Schatzalp (und das sanatoriumartige Hotelgebäude selbst als Orientierung) eine wichtige "Tankstelle". Wer hier keine Höhe macht, riskiert, den Endanflug zum Bolgen zu tief anzusetzen.

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XC-Route 1: Die "Kleine Tour" (Weissfluh – Küblis)

Diese Route ist der Klassiker für Piloten, die erste Streckenflugerfahrungen sammeln wollen.

Start: Weissfluhgipfel Nord.

Verlauf: Nach dem Start und Höhengewinn fliegt man entlang des Grates über den Gotschnagrat Richtung Nordosten. Der Flugweg folgt der Krete Richtung Saas und Küblis.

Höhenmanagement: Die Basis liegt im Sommer oft weit über 3.000 m. Der Flug bietet eine immense Höhendifferenz von über 1.600 m bis ins Tal bei Küblis/Landquart.  

Rückweg: Der Rückflug von Küblis nach Davos ist anspruchsvoll, da man gegen den meist kräftigen Prättigauer Talwind anfliegen muss. Viele Piloten nutzen daher die Rhätische Bahn für den Rücktransport ("Fly & Rail").

Gefahrenzonen: Im Bereich Küblis/Saas verengt sich das Tal, was den Talwind beschleunigen kann (Düseneffekt). Landungen sollten vorausschauend geplant werden.

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XC-Route 2: Die "Engadin-Connection" (Experten)

Der Flug von Davos ins Engadin (z.B. Scuol oder Samedan) gehört zu den Königsdisziplinen.

Meteorologisches Fenster: Ideal sind Tage mit hoher Basis (>3.500m) und einer leichten Nordkomponente.

Schlüsselstelle: Der Übergang vom Prättigau/Davos über die Silvretta oder die Flüela-Gruppe.

Die "Magic Carpet" Konvergenz: Oft bildet sich über den Kämmen eine Konvergenzlinie zwischen dem Nordwind (Prättigau) und dem thermischen Südwind aus dem Engadin. Wer diese Linie findet, kann oft kilometerweit ohne nennenswerten Höhenverlust ("gratis") fliegen. Berichte zeigen, dass Piloten auf dieser Linie Höhen von 3.800m erreichen und fast bis Scuol gleiten können.  

Luftraum-Restriktionen:

LSZS (Samedan): Der Flugplatz Samedan im Engadin verfügt über eine HX (Transponder Mandatory Zone) und CTR. Unbedingt die aktuellen AIP/DABS beachten und Funkkontakt halten, falls erforderlich.

WEF (World Economic Forum): Im Januar gelten rund um Davos massive, temporäre Flugbeschränkungen (LSR). Der Luftraum ist dann oft in einem Radius von 25 NM für VFR-Flüge komplett gesperrt. Zuwiderhandlungen werden militärisch geahndet.

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Wildschutzgebiete und Flugverbote

Die Einhaltung von Wildruhezonen ist in Graubünden essenziell, um den Sport langfristig zu sichern.

Kartierung: Es existieren zahlreiche Wildruhezonen (eidgenössische Jagdbanngebiete) rund um Davos, z.B. in den Seitentälern (Flüela, Dischma) und an spezifischen Hängen. Diese sind auf wildruhezonen.ch und in Segelflugkarten verzeichnet.

Regeln: Überflugverbote und Mindesthöhen über Grund müssen strikt eingehalten werden. Ranger und Wildhüter kontrollieren aktiv, insbesondere im Winter und während der Setzzeit im Frühling.

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Logistik, Kosten und Infrastruktur (Saison 2025/2026)

Eine effiziente Flugplanung beinhaltet auch die Logistik am Boden.

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Bergbahnen und Tickets

Die Erschließung des Parsenn erfolgt primär über die Parsennbahn (Standseilbahn in zwei Sektionen: Davos Dorf -> Höhenweg -> Weissfluhjoch) und die Gipfelbahn (Pendelbahn).

Preise (Indikativ):

Eine Tageskarte für Gleitschirmpiloten ("Tageskarte Fliegen") kostet ca. CHF 50.- bis CHF 55.-. Dies lohnt sich meist ab der zweiten Auffahrt.

Einzelfahrten für Erwachsene liegen je nach Sektion bei ca. CHF 25.- bis CHF 34.-.

Die Mitnahme des Gleitschirms ist in der Regel im Preis inkludiert oder als Sportgerät deklariert.  

Transport-Tipp: Die Standseilbahn kann im Winter durch Skifahrer extrem voll sein. Ein kompaktes Packmaß (Schnellpacksack eng geschnürt) erleichtert den Einstieg und vermeidet Konflikte.

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Hike & Fly Optionen

Da einige klassische Startplätze durch Lawinenverbauungen unbrauchbar wurden, weichen viele Piloten auf Hike & Fly aus.

Route: Von der Schatzalp oder Davos Dorf Richtung Strelapass. Die Parsenn-Flanke bietet im unteren Bereich viele Wiesen, die jedoch nur außerhalb der Vegetationszeit (hohes Gras) genutzt werden sollten.

Achtung: Viele alte Startplätze, die in Karten vor 2015 verzeichnet waren, sind heute durch Verbauungen blockiert.

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Flugschulen und Tandem

Für ortsunkundige Piloten, die eine Einweisung wünschen, oder für Tandemgäste stehen mehrere Anbieter zur Verfügung:

Flugcenter Grischa: (Basis Klosters/Fanas) Spezialisiert auf Ausbildung und Streckenflug-Coaching.

Air-Davos Paragliding & Joyride Paragliding: Etablierte Anbieter für Tandemflüge, oft mit Start am Jakobshorn, aber auch Parsenn.

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Insider-Wissen und "Secret Tips"

Der "After-Work" Magic Light Flug: Im Hochsommer (Juni/Juli) bietet sich ein besonderes Fenster. Wenn der Talwind abends einschläft (oft nach 18:00 Uhr), kann man vom Weissfluhjoch (letzte Bahnfahrt beachten!) in absolut ruhiger Luft in den Sonnenuntergang gleiten. Die Lichtstimmung über den Bündner Alpen ist dann magisch, und die Thermik ist sanft ("restitutional").

Winter-Alternative Brämabüel: Wenn Parsenn durch Nordwind verblasen ist oder der Schnee am Höhenweg zu tief für einen Fußstart ist, lohnt sich der Wechsel auf die Talseite zum Jakobshorn. Der Startplatz Brämabüel (Jakobshorn-Seite) bietet oft perfektes Soaring im Talwind, der dort die Hänge hochgedrückt wird – eine ideale Alternative, um den Flugtag zu retten.  

Kulinarik & Après-Fly: Nach einem Winterflug landet man idealerweise am Carjöl, läuft die wenigen Meter zum Bolgen Plaza und befindet sich direkt im Zentrum des Davoser Après-Ski. Für Piloten, die Ruhe suchen, bietet das Restaurant auf dem Weissfluhgipfel vor dem Start eine hochalpine Kaffeepause mit Panorama.

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Fazit

Das Fluggebiet Parsenn ist weit mehr als nur der "Morgenberg" von Davos. Es ist ein komplexes, hochalpines Areal, das Piloten fordert und fördert. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der Disziplin: Der Respekt vor dem Talwindsystem ("Daver" und Lee-Gefahr am Höhenweg), die strikte Einhaltung der neuen Landeplatz-Regeln (Verzicht auf die Seewiese) und ein geschultes Auge für die Föhnprognose sind unabdingbar. Wer diese Faktoren beherrscht, wird mit Flügen belohnt, die von sanften Winter-Abgleitern über dem Nebelmeer bis zu anspruchsvollen 100km-Dreiecken im Sommer reichen.

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