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Niedere - Andelsbuch

Startplätze:1
Landungen:2
Koord.:47.4035°N, 9.9385°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 2 Landeplatzätze

Niedere - Andelsbuch Startplatz

Start
Höhe1552m ü. M.
Koord.47.4035, 9.9385
WindW-NW
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Niedere - Andelsbuch Landeplatz

Landung
Höhe653m ü. M.
Koord.47.4123, 9.9093
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Niedere - Andelsbuch Landeplatz HG

Landung
Höhe611m ü. M.
Koord.47.4160, 9.8947
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggebiet Niedere – Andelsbuch: Eine aerologische und logistische Monografie

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Präambel: Der Paradigmenwechsel eines europäischen Hotspots

In der Geschichte des europäischen Gleitschirmsports nimmt die Niedere bei Andelsbuch eine Sonderstellung ein. Über Jahrzehnte hinweg galt dieser langgezogene Bergrücken im Bregenzerwald als das unangefochtene "Mekka" für Genussflieger, Soaring-Enthusiasten und Flugschulen. Die Kombination aus einer außergewöhnlich zuverlässigen Aerologie – bedingt durch die geografische Proximität zum Bodensee – und einer fast luxuriösen Infrastruktur in Form des Doppelsessellifts direkt vom Landeplatz zum Startplatz, schuf ein Ökosystem, das weltweit seinesgleichen suchte. Doch dieses Ökosystem erfuhr im August 2023 eine fundamentale Zäsur: Die Stilllegung der historischen Bergbahnen Andelsbuch.  

Dieser Bericht analysiert den Status quo des Fluggebietes im Jahr 2026. Er ist nicht nur ein einfacher Guide, sondern eine tiefgreifende Untersuchung der meteorologischen Mikrostrukturen, der neu geordneten logistischen Prozessketten und der fliegerischen Potenziale, die auch in der "Post-Sessellift-Ära" unverändert bestehen. Für den Piloten bedeutet dies eine Verschiebung der Perspektive: Vom "Drive-In"-Flugberg hin zu einem logistisch anspruchsvolleren, aber fliegerisch ebenso lohnenden Ziel. Die Analyse basiert auf aktuellen meteorologischen Daten, Infrastruktur-Updates und Expertenmeinungen aus der lokalen Szene.

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Die orografische Struktur des Bregenzerwaldes

Geologisch betrachtet liegt Andelsbuch an der Schnittstelle zwischen der Flyschzone und den nördlichen Kalkalpen. Diese geologische Beschaffenheit ist für die Thermikgüte von entscheidender Bedeutung. Während reine Felsmassive (wie der benachbarte Widderstein oder die Kanisfluh) viel Sonnenenergie speichern und oft erst spät, dann aber explosiv, Thermik freisetzen, zeichnet sich die Niedere durch ihre sanften, grasbewachsenen Flanken aus.

Der Bergrücken der Niederen erstreckt sich über mehrere Kilometer in Ost-West-Richtung. Diese Orientierung ist der Schlüssel zur aerodynamischen Funktionalität des Gebietes. Die Nordflanke bildet eine riesige, konkave Auffanglinie für den aus dem Alpenvorland einströmenden Wind. Anders als bei isolierten Kegelbergen, die vom Wind umströmt werden, zwingt der massive Riegel der Niederen die Luftmassen zum Aufsteigen. Dies erzeugt ein dynamisches Aufwindband, das in seiner Laminarität und Ausdehnung in den Nordalpen selten ist.

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Höhenprofile und Gleitwinkel-Geometrie

Der Startplatz an der Niederen befindet sich auf einer Höhe von ca. 1.550 bis 1.580 Metern über dem Meeresspiegel (MSL). Der primäre Landeplatz in Andelsbuch liegt auf ca. 640 Metern MSL. Die daraus resultierende Höhendifferenz von rund 940 Metern bietet Piloten ein signifikantes Potenzial für taktische Entscheidungen.  

Gleitwinkel-Arithmetik: Bei einem konservativen Gleitwinkel von 1:8 benötigt ein Gleitschirm theoretisch 7,5 Kilometer horizontale Distanz, um diese Höhe abzubauen. In der Praxis, unter Berücksichtigung von Sinken und Gegenwindkomponenten (besonders beim Talwind), reduziert sich dieser Radius. Dennoch erlaubt die Höhendifferenz ausgedehnte Suchflüge nach Thermik, ohne sofort unter "Landestress" zu geraten.

Topografische Fallen: Ein wesentliches Merkmal der Nordflanke ist die vorgelagerte Geländestufe im Bereich der ehemaligen Mittelstation. Piloten, die hier zu tief kommen (unter 900m MSL), riskieren, in den Leewirkungsbereich der Waldschneisen zu geraten, insbesondere wenn der überregionale Wind eine westliche Komponente aufweist.

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Meteorologische Komplexität: Das "Bodensee-System"

Das Verständnis der lokalen Meteorologie unterscheidet den Gastpiloten vom Lokalmatador. Andelsbuch ist kein isoliertes System, sondern Teil einer komplexen thermo-hydraulischen Maschine, die vom Bodensee angetrieben wird.

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Die Thermodynamik der "Bodensee-Pumpe"

Der Bodensee, etwa 15 bis 20 Kilometer nordwestlich gelegen, fungiert als massiver thermischer Puffer.

Stabilisierung: Die große Wassermasse dämpft die Labilität der Luftmassen. Gewitterfronten, die aus dem Westen (Schweiz/Deutschland) heranziehen, schwächen sich oft über dem See ab oder werden südlich in das Rheintal bzw. nördlich in das Allgäu abgelenkt. Dies beschert Andelsbuch statistisch gesehen signifikant mehr fliegbare Tage als vergleichbaren Gebieten tiefer in den Alpen.

Laminarisierung: Wenn an thermischen Tagen die Luftmassen in die Alpen gesaugt werden (Talwind-Effekt), strömen diese über die glatte Wasserfläche des Sees. Turbulenzen, die durch Bodenreibung über Land entstehen, werden "ausgebügelt". Der Wind trifft somit laminar auf die Nordflanke der Niederen. Dies erklärt, warum selbst bei Windgeschwindigkeiten von 20-25 km/h das Soaring in Andelsbuch oft noch als "ruhig" empfunden wird, während es andernorts bereits unfliegbar wäre.

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Talwindsysteme der Bregenzer Ache

Die Bregenzer Ache fließt am Fuße der Niederen durch das Tal. Das Talwindsystem ist hier klassisch ausgeprägt:

Tagsüber: Der Wind fließt talaufwärts, also von West/Nordwest nach Ost/Südost (von Egg Richtung Schoppernau).

Einfluss auf die Landung: Am Landeplatz Andelsbuch manifestiert sich dieser Talwind oft als stetiger Nord- bis Nordwestwind. Da der Landeplatz leicht geneigt ist, addieren sich Hangabtrieb und Gegenwindkomponente oft zu einer komplexen Anflugsituation, bei der die Bodengeschwindigkeit (Ground Speed) drastisch variieren kann.  

Die "Bayerische" Gefahr: Ein kritisches Phänomen ist der sogenannte "Bayerische Wind". Wenn sich östlich des Bregenzerwaldes (im Allgäu/Lechtal) ein Kaltluftsee bildet oder der Druck dort höher ist, fließt diese Luftmasse über die Pässe (z.B. bei Hittisau) in den Bregenzerwald. Dies führt zu einem oft ruppigen Ostwind, der an der Niederen (die nach Norden ausgerichtet ist) zu Scherungen und Rotoren führen kann. Ein Blick auf die Windmesswerte am Hochgrat oder in Hittisau ist daher obligatorisch.

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Saisonale Phänomenologie

Frühjahr (März–Mai): Die Temperaturgradienten sind maximal. Die noch schneebedeckten Gipfel kontrastieren mit den bereits ausgeaperten Südhängen. Die Thermik ist eng, stark und zerrissen. Dies ist die Zeit für Streckenjäger, die hohe Basishöhen benötigen.  

Sommer (Juni–August): Der Talwind setzt früher ein und wird stärker. Die Mittagszeit ist oft von starker Thermik durchsetzt. Ab ca. 16:00 Uhr beginnt die "Magic Hour": Die Thermik weitet sich aus, der Talwind stützt die Aufwinde großflächig, und es entstehen Bedingungen für stundenlanges, stressfreies Soaring bis zum Sonnenuntergang ("Sunset-Flying").

Herbst (September–Oktober): Die stabilste Zeit. Inversionswetterlagen sind häufig. Oft liegt im Rheintal und im unteren Bregenzerwald Hochnebel, während die Niedere darüber in der Sonne liegt. Starts sind möglich, wenn die Obergrenze des Nebels unterhalb des Startplatzes liegt (Vorsicht: keine Sicht zum Landeplatz bedeutet Flugverbot gemäß VFR, es sei denn, man landet top oder weicht auf einen nebelfreien Platz aus).

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Logistik 2.0: Infrastruktur und Mobilität nach der Lift-Schließung

Die Stilllegung der Sesselbahn in Andelsbuch hat die Logistik des Fluggebietes komplett neu definiert. War es früher möglich, direkt am Landeplatz zu parken und in den Lift zu steigen, erfordert der Flugtag heute eine strategische Planung. Die zentrale Achse hat sich von Andelsbuch nach Bezau verschoben, wobei Andelsbuch als Landeort seine Dominanz behält.

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Der neue "Circular Flow"

Das effizienteste Muster für einen Flugtag sieht wie folgt aus:

Ankunft & Parken: Das Fahrzeug wird am Landeplatz Andelsbuch (ehemalige Talstation) geparkt. Dies ist taktisch klug, da man nach der Landung sofort am Auto ist und kein Rückhol-Stress entsteht.  

Transfer: Von hier aus muss der Pilot zur Talstation der Seilbahn Bezau gelangen.

Auffahrt: Mit der Pendelbahn Bezau zur Bergstation Baumgarten.

Fußweg: Ein ca. 15-20 minütiger Panoramaweg führt von der Bergstation Baumgarten hinüber zum klassischen Startplatz Niedere.

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Detaillierte Transfer-Optionen

Die Lücke zwischen Landeplatz Andelsbuch und Seilbahn Bezau (ca. 5 km) kann auf zwei Arten geschlossen werden:

A. Der Flugschul-Shuttle

Die Flugschule Bregenzerwald hat auf die neue Situation reagiert und bietet einen Shuttle-Dienst an.  

Betriebszeiten: In der Regel stündlich, angepasst an die Flugbetriebszeiten (z.B. 09:50 bis 15:50 Uhr).

Konditionen: Für Flugschüler und Tandemgäste oft inkludiert. Gastpiloten sollten sich vorab erkundigen; oft wird ein Unkostenbeitrag erwartet oder die Mitnahme erfolgt auf Kulanzbasis, wenn Platz verfügbar ist.

Vorteil: Direkter Transport ohne Zwischenstopps, "Community-Feeling".

B. Der öffentliche Landbus (Linie 840 & 850)

Der öffentliche Nahverkehr im Bregenzerwald ist extrem gut ausgebaut und für Piloten eine valide Option.  

Haltestelle: Man läuft vom Landeplatz ca. 5-7 Minuten zur Haltestelle "Andelsbuch Gemeindeamt".

Linien:

Linie 850: Verkehrt regelmäßig zwischen Dornbirn und Schoppernau.

Linie 840: Schnellbuslinie.

Verbindung: Fahrt bis "Bezau Busbahnhof". Von dort ist es entweder ein kurzer Fußweg oder ein Umstieg in den Ortsbus zur Seilbahn (je nach Saison und Uhrzeit).

Taktung: Meist stündlich (:06 ab Andelsbuch Gemeindeamt), sehr zuverlässig.  

Kosten-Tipp: Die Gäste-Card Bregenzerwald & Großes Walsertal gilt als Fahrschein für den Bus. Wer diese Karte besitzt, fährt kostenlos.

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Seilbahn Bezau: Tarife und Konditionen

Die Seilbahn Bezau ist nun das Nadelöhr und der Zubringer zugleich.

Preise: Einzelfahrten für Gleitschirmflieger sind erhältlich. Die Preise variieren saisonal, lagen aber zuletzt bei ca. 17,00 € für Berg- und Talfahrt, wobei Einzelfahrten günstiger sind (ca. 8,50 € - 10,00 € je nach Tarifblatt 2025).  

Gäste-Card Vorteil: Ein entscheidender Faktor für die Urlaubsplanung: Inhaber der Gäste-Card (ab 3 Übernachtungen) haben in der Regel eine Berg- und Talfahrt pro Tag inkludiert. Dies gilt auch für Paragleiter, was die Urlaubskosten drastisch senkt.  

Betriebszeiten: Üblicherweise 09:00 bis 17:00 Uhr, im Hochsommer teils länger. Mittagspause beachten (bei Pendelbahnen oft durchgehender Betrieb bei hohem Andrang, aber in der Nebensaison möglich).

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Parken und Camping

Andelsbuch: Der Parkplatz an der ehemaligen Talstation ist großzügig dimensioniert.

Gebühren: Tagsüber wird oft eine Parkgebühr erhoben (ca. 6 €).

Overnight: Das Übernachten im Camper/Bus wird toleriert, ist aber gebührenpflichtig. Ein Kontrolleur ("freundlicher Herr") kassiert morgens ca. 10 € pro Nacht inkl. Kurtaxe.  

Sanitär: Saubere Toiletten an der Station sind vorhanden und oft auch nachts zugänglich – ein großer Pluspunkt für die "Vanlife"-Community.  

E-Mobilität: Ladestationen sind im Ortszentrum von Andelsbuch vorhanden.

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Startplätze: Charakteristika und Aerodynamik

Die Wahl des Startplatzes hängt von Windrichtung, Tageszeit und persönlicher Vorliebe (Lauffaulheit vs. Idealismus) ab.

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Startplatz Niedere (Der "Hauptstartplatz")

Dies ist der Ort, der Andelsbuch berühmt gemacht hat.

Lage: Ca. 15-20 Gehminuten westlich der Bergstation Bezau.  

Ausrichtung: Nord (N), Nordwest (NW), Nordost (NO).

Beschaffenheit: Eine riesige, mäßig geneigte Wiese, die in eine steilere Flanke übergeht. Der Untergrund ist Gras, frei von Steinen oder Geröll, was materialschonend ist.

Aerodynamik: Aufgrund der konkaven Form des Hanges wird der Wind hier zentriert. Selbst bei leichtem überregionalem Wind steht hier oft ein satter Aufwind an.

Drachenrampe: Es existiert eine Holzrampe für Drachenflieger. Da der Sessellift (der den Drachen-Transport ermöglichte) weg ist, wird diese Rampe seltener genutzt, ist aber für Piloten, die per Auto-Shuttle (mit Sondergenehmigung zur Alpe) hochkommen, noch relevant.  

Starttechnik: Bei starkem Nordwind (20 km/h+) ist ein kontrollierter Rückwärtsstart obligatorisch. Die laminare Strömung erlaubt ein langes "Kiting" und Kontrollieren des Schirms vor dem Abheben.

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Startplatz Bezau / Baumgarten

Direkt an der Bergstation der Seilbahn Bezau.

Lage: Unmittelbar neben dem Panorama-Restaurant.

Ausrichtung: Süd (S), Südost (SO), Südwest (SW). Auch ein Nordstart ist möglich, aber topografisch anspruchsvoller als an der Niederen.

Besonderheit: Dies ist einer der wenigen Startplätze im Bregenzerwald, der bei Südwind funktioniert.  

Gefahrenhinweis: Bei klassischem Nordwind liegt der Süd-Startplatz im Lee! Piloten müssen zwingend die Windfahnen und den Rauch im Tal beobachten. Ein Start Richtung Süden bei überregionalem Nordwind führt sofort in die Turbulenz hinter der Hangkante.

Thermikanschluss: Die Südflanke heizt sich früher auf. Wer früh am Tag (vor 11:00 Uhr) auf Strecke gehen will, startet hier Richtung Süden und dreht in den ersten Bart über dem Baumgarten auf.

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Landeplätze: Präzision und Disziplin

Die Landung in Andelsbuch erscheint auf den ersten Blick trivial – eine riesige Wiese. Doch der Schein trügt. Die Unfallstatistik zeigt, dass hier viele Piloten von den spezifischen Bedingungen überrascht werden.

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Landeplatz Andelsbuch (Die "Schiefe Ebene")

Topografie: Der Landeplatz fällt Richtung Tal ab. Dies führt zu zwei Effekten:

Optische Täuschung: Piloten schätzen ihre Höhe oft falsch ein.

Verlängerter Gleitweg: Wer parallel zum Hang (also "bergab") landet, gleitet endlos weiter und schießt über das Ende der Wiese hinaus.

Das "Abachtern" (Figure-8) Gebot: Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der Hangneigung sind Vollkreise im Landeanflug strikt verboten.  

Verfahren: Der Höhenabbau erfolgt in einer Position seitlich der Landewiese. Man fliegt "Achter", also Kurven von max. 180 Grad, immer mit Blick zum Hang und zum Verkehr.

Finale: Der Endanflug muss zwingend gegen den Wind und idealerweise leicht hangaufwärts erfolgen, um die Energie effizient abzubauen.

Gefahrenzonen:

Parkplatz: Der Überflug des Parkplatzes (auf dem oft Camper stehen) im niedrigen Endanflug ist verboten.  

Thermik: Da der Landeplatz von dunklem Wald und Asphaltflächen umgeben ist, lösen sich hier oft aggressive, kleine Thermikblasen ("House Thermals") direkt im Endanflug ab. Piloten müssen auf "Active Piloting" bis zum Bodenkontakt vorbereitet sein.

Abbau: Es gibt eine dedizierte Abbauzone am Rand (beim Kiosk). Das Zusammenlegen mitten auf der Landewiese ("Blockieren der Piste") wird von den Locals nicht gerne gesehen.

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Landeplatz Bezau

Charakter: Flach, groß, aber thermisch oft aktiver als Andelsbuch.

Talwind: In Bezau ist der Talwind (von West nach Ost) oft stärker spürbar, da das Tal hier enger ist.

Strategie: Dieser Landeplatz ist die primäre Option für Piloten, die in Bezau geparkt haben oder den Shuttle nach Andelsbuch verpasst haben.

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Toplanden auf der Niederen

Das Toplanden ist eine der großen Attraktionen des Gebietes.

Restriktionen: Kuh-Management! Die Bauern haben das Hausrecht. Wenn Kühe auf der Start-/Lande-Wiese sind, gilt oft ein Toplandeverbot oder eine zeitliche Einschränkung (z.B. 10:00 - 19:00 Uhr). Dies dient dem Schutz der Tiere und des Geländes.  

Technik: Topgelandet wird meist auf der flachen Kuppe hinter der Hangkante. Vorsicht vor dem Rotor, wenn man zu weit nach hinten (Lee) gerät. Der Ansatz sollte immer aus dem laminaren Aufwindband heraus erfolgen, indem man sich langsam rückwärts versetzen lässt oder "krabbt".

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Thermik-Ökologie und XC-Strategien

Andelsbuch ist der ideale Ausgangspunkt für erste Streckenflüge (XC - Cross Country) im Bregenzerwald. Die orografische Struktur erlaubt klare Routenführungen.

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Thermik-Triggerpunkte (Hotspots)

Ein mentales Modell der Thermikquellen ist essenziell:

Gugernüll: Eine markante, bewaldete Kuppe westlich des Startplatzes Niedere. Dies ist oft der erste "Hausbart". Der Wald speichert Wärme und gibt sie zuverlässig ab.

Die "Schneise": Östlich des Startplatzes Richtung Bezau. Hier zieht oft starke Thermik durch, unterstützt durch den Düseneffekt an der Kante.

Hintere Niedere: Weiter westlich. Hier ist der Grat steiler, die Thermik oft enger.

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XC-Route 1: Der Klassiker (Bezau - Diedamskopf - retour)

Diese Route (ca. 20-30 km FAI Dreieck) ist der Standard für Einsteiger.  

Phase 1: Start Niedere/Bezau, Höhe machen am Hausbart (mind. 1.800m).

Phase 2: Querung entlang der Kante Richtung Osten über das Sonderdach bis zur Kanisfluh oder direkt zum Diedamskopf.

Phase 3 (Schlüsselstelle): Der Talsprung über die Bregenzer Ache bei Au/Schoppernau. Hier muss man gegen den Talwind anfliegen.

Phase 4: Anschluss finden am Diedamskopf. Dieser Berg ist ein thermisches Kraftwerk. Süd- und Westflanken ermöglichen Basishöhen von oft über 2.500m.

Phase 5: Rückflug mit Rückenwind (Talwind) zur Niederen. Achtung: Nicht zu tief ins Tal sinken, sonst "parkt" man im Talwind ein und kommt nicht mehr zum Landeplatz Andelsbuch.

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XC-Route 2: Die Nagelfluh-Querung (Andelsbuch - Hochgrat)

Eine Route für fortgeschrittene Piloten, da sie eine Talquerung ins Allgäu beinhaltet.  

Verlauf: Von der Niederen nach Westen zur Winterstaude. Dort Aufdrehen bis an die Basis.

Querung: Sprung nach Norden über das Tal (Scheidegg) zur Nagelfluhkette (Hochgrat/Rindalphorn).

Rückweg: Entlang der Nagelfluhkette und wieder zurück über Hittisau.

Risiko: Der "Bayerische Wind" kann im Bereich Hittisau/Hochgrat für starke Turbulenzen sorgen.

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Sicherheitsprotokolle und Gefahrenanalyse

Trotz des Rufes als "einfaches" Gebiet, ereignen sich in Andelsbuch regelmäßig Unfälle. Eine Analyse der Unfallberichte zeigt wiederkehrende Muster.

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Die Lee-Falle an der unteren Sektion

Ein klassisches Unfallszenario ereignet sich im Bereich der ehemaligen Lifttrasse der unteren Sektion (Höhe ca. 700-900m).

Mechanik: Bei westlichem Talwind oder überregionalem Westwind entstehen hinter den bewaldeten Rippen und Schneisen Rotoren (Lee-Wirbel).

Szenario: Ein Pilot fliegt zu nah am Hang, verliert im Sinken (Leeseite) drastisch an Höhe, versucht durch enges Kurven am Hang zu bleiben und erleidet einen Klapper in Bodennähe.

Prävention: Bei Talwind immer ausreichenden Abstand zum Relief halten. Im Zweifel lieber früher zum Landeplatz abgleiten und in der Talmitte fliegen, statt "um jeden Preis" am Hang zu kratzen.

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Kollisionsvermeidung

An Spitzentagen ("Hammertage") können sich über 100 Schirme gleichzeitig im Aufwindband befinden.

Hangflugregeln: Diese müssen intuitiv sitzen.

Hang rechts vor Hang links: Wer den Hang rechts hat, hat Vorfahrt.

Überholen: Immer rechts (talseitig) vorbei, nie zwischen Pilot und Hang.

Kopf-Drehung: Der Blick muss permanent scannen. Tunnelblick auf das Vario ist fatal.

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Wetterstationen und Live-Daten

Die "Blindflug"-Zeiten sind vorbei. Piloten sollten diese Quellen nutzen:

Holfuy: Es gab eine Station "Hintere Niedere". Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass diese Station offline sein könnte. Dies ist kritisch.  

Alternative: Windmesswerte von Bezau Baumgarten (oft verfügbar über burnair oder Windy) und Diedamskopf (Bergstation) nutzen.

Webcams: Die Webcams der Flugschule und von Foto-Webcam.eu (Andelsbuch) bieten hochauflösende Bilder zur Beurteilung der Wolkenbasis und der Nebelsituation.

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Hike & Fly: Die Renaissance des Aufstiegs

Der Wegfall des Lifts hat einen Boom im Segment "Hike & Fly" ausgelöst. Die Niedere bietet ideale Bedingungen für sportliche Piloten.

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Route "Sunset" (Ab Andelsbuch)

Start: Talstation Andelsbuch (650m).

Verlauf: Der Weg führt über Forststraßen und Wanderwege, teilweise unter der alten Lifttrasse, hinauf zur Alpe Vordere Niedere.  

Daten: Ca. 900 Höhenmeter, Dauer 1,5 bis 2 Stunden.

Attraktivität: Besonders abends beliebt, wenn die Thermik abklingt und man einen ruhigen Abgleiter in den Sonnenuntergang genießen will. Keine Abhängigkeit von Betriebszeiten.

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Route "Panorama" (Ab Bezau Mittelstation)

Variante: Man nimmt die Seilbahn bis zur Mittelstation Sonderdach.

Aufstieg: Von dort sind es noch ca. 400-500 Höhenmeter bis zur Niederen.

Zielgruppe: Genusswanderer, die Ausrüstung testen wollen, ohne den vollen Talaufstieg zu machen.

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Community & Après-Fly

Die soziale Komponente ist in Andelsbuch stark ausgeprägt.

Landeplatz-Kiosk: Der soziale Hub. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht.

Gastronomie:

Gasthof Löwen (Andelsbuch): Traditionell der Treffpunkt der Fliegerszene. Bietet gutbürgerliche Küche und Zimmer.  

Gasthof Taube (Bizau): Eine hochwertige Alternative für das Abendessen.

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Fazit: Ein Gebiet im Wandel

Andelsbuch hat sich von einem reinen Konsum-Flugberg zu einem Gebiet entwickelt, das etwas mehr Engagement vom Piloten fordert. Die logistische Hürde (Transfer nach Bezau) filtert das Publikum leicht, was an manchen Tagen zu entspannteren Bedingungen in der Luft führen kann. Die aerologische Qualität – das Zusammenspiel von Bodensee, Nordstau und Thermik – ist unberührt geblieben. Wer die neuen Spielregeln (Logistik, Landeeinteilung, Lee-Vermeidung) beherrscht, findet hier nach wie vor eines der besten und verlässlichsten Fluggebiete der Alpen.

Kritische Checkliste für Gastpiloten:

Gäste-Card organisieren: Ab 3 Nächten Pflicht für kostenlosen Transport.  

Shuttle-Nummer speichern: Flugschule Bregenzerwald (+43 5514 3177).

Holfuy-Status prüfen: Ist die Station online? Wenn nein, Alternativen (Diedamskopf) checken.

Landeeinteilung visualisieren: "Abachtern" ist kein Vorschlag, sondern Gesetz.

Bargeld: Für Shuttle oder Landebier.

Hinweis zur Haftung: Gleitschirmfliegen erfolgt auf eigenes Risiko. Wetterbedingungen können sich rapide ändern. Dieser Guide ersetzt keine fundierte Ausbildung und keine tagesaktuelle Wetterbriefing vor Ort.

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