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Hohenkarpfen

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:48.0429°N, 8.7180°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Hohenkarpfen Startplatz

Start
Höhe857m ü. M.
Koord.48.0429, 8.7180
WindN, S
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Hohenkarpfen Landeplatz

Landung
Höhe815m ü. M.
Koord.48.0452, 8.7168
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der Hohenkarpfen: Ein aeronautisches Porträt des Zeugenbergs der Baar – Der ultimative Guide für Piloten

Das Fliegen am Hohenkarpfen ist weit mehr als nur das Auslegen eines Schirms oder das Zusammenbauen eines Drachens; es ist eine Auseinandersetzung mit der Erdgeschichte der Schwäbischen Alb und der komplexen Thermodynamik der Baar-Hochebene. Als einer der markantesten Zeugenberge Deutschlands bietet der Hohenkarpfen eine topographische Besonderheit, die sowohl technische Präzision als auch ein tiefes Verständnis für lokale Windsysteme erfordert. In einer Region, die durch den markanten Albtrauf geprägt ist, steht dieser isolierte Kegelberg als solitäres Hindernis in der Strömung und fungiert als thermischer Motor für Streckenflüge in einer der fliegerisch reizvollsten Landschaften Baden-Württembergs. Dieser Guide analysiert detailliert die fliegerischen, logistischen und rechtlichen Aspekte dieses traditionsreichen Geländes und bietet Einsichten, die weit über standardisierte Datenbankeinträge hinausgehen.

Executive Summary: Der Hohenkarpfen auf einen Blick

Für Piloten, die eine schnelle Entscheidungshilfe benötigen, lässt sich der Hohenkarpfen als ein anspruchsvolles Kleinstgelände mit enormem Potenzial charakterisieren, sofern die meteorologischen Rahmenbedingungen exakt stimmen. Es ist kein klassisches Übungsgelände für Anfänger, sondern ein Spot für Genießer und Strategen, die die Kunst des Soarings an einer steilen Flanke und das punktgenaue Zentrieren von Ablösungen an einem isolierten Trigger beherrschen.

Kriterium Spezifikation und Bewertung Eignung

Primär Hängegleiter; Gleitschirme nur mit expliziter Einweisung und unter strengen Vereinsvorgaben.

Windrichtungen

Nord (N) und Süd (S) sind die primären Startrichtungen.

Höhendifferenz

Mit nur 42 Metern extrem gering; reines Soaring- oder Thermikgelände.

Schwierigkeit

Mittel bis Hoch, aufgrund der geringen Arbeitshöhe und der notwendigen Präzision beim Start.

Luftraum

Hochsensibel durch die Nähe zur RMZ Donaueschingen.

Highlight

Exponierte Lage mit 360-Grad-Panorama und direktem Anschluss an das Hofgut Hohenkarpfen.

 

Piloten sollten den Hohenkarpfen nicht als isoliertes Ziel betrachten, sondern als Teil des Flugökosystems Baar-Heuberg, zu dem auch der Fürstenberg, der Zundelberg und der Dreifaltigkeitsberg gehören. Wer hier fliegen möchte, muss sich auf eine enge Kooperation mit dem Drachenfliegerverein Spaichingen e.V. einstellen und ein hohes Maß an Luftraumdisziplin mitbringen.

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Topographie und Geologie: Das Fundament des Flugerlebnisses

Um die Flugbedingungen am Hohenkarpfen zu verstehen, muss man seine Entstehung betrachten. Der Berg ist ein klassischer Zeugenberg der Schwäbischen Alb. Während sich die Schichtstufe des Weißen Jura über Jahrmillionen durch Erosion nach Südosten zurückzog, blieben isolierte Berge wie der Hohenkarpfen als "Zeugen" der ehemaligen Ausdehnung stehen. Diese solitäre Lage inmitten der flacheren Baar-Hochebene ist der entscheidende Faktor für seine Aerodynamik.

Anders als am geschlossenen Albtrauf, wo sich der Wind an einer kilometerlangen Kante staut, wird der Hohenkarpfen von der Luftmasse umströmt. Dies führt zu einer Beschleunigung des Windes an den Flanken (Bernoulli-Effekt) und zur Bildung von Wirbeln im Lee. Für den Piloten bedeutet dies, dass die nutzbaren Aufwindzonen sehr eng am Hang liegen und eine präzise Schirmbeherrschung erfordern, um nicht aus dem tragenden Bereich herauszufallen. Die thermische Ablösung am Gipfel wird durch das dunkle Gestein und die Bewaldung begünstigt, die sich schneller erwärmen als die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen der Baar.  

Technische Daten des Geländes

Die folgende Tabelle bietet die präzisen technischen Parameter, die für die Flugplanung und die Programmierung von Fluginstrumenten wie Variometern oder GPS-Loggern unerlässlich sind.

Parameter Startplatz Nord/Süd Landeplatz Geografische Breite

N 48°02'34.37"

N 48°02'42.68"

Geografische Länge

E 8°43'04.78"

E 8°43'00.58"

Höhe über NN

857 m

815 m

Geländeart Steiler Wiesenhang / Kante

Ebene Wiese unterhalb des Gutshofs

Höhendifferenz

42 m

Bezugsebene: 815 m Zulassung

Hängegleiter (Schulung möglich), Gleitschirme (Einschränkungen)

Gemeinsame Nutzung  

Die geringe Höhendifferenz von nur 42 Metern verdeutlicht, dass der Hohenkarpfen kein Berg für klassische Abgleiter ist. Ein Pilot, der hier startet, muss entweder sofortigen Anschluss an den Hangaufwind oder eine thermische Ablösung finden, da der Flug andernfalls nach weniger als einer Minute auf dem Landeplatz endet.

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Zugang und Logistik: Die Reise zum Gipfel

Die Logistik am Hohenkarpfen ist geprägt von der Exklusivität des Standortes. Es gibt keine Seilbahn und keinen öffentlichen Shuttle-Dienst. Dies selektiert das Pilotenspektrum und sorgt dafür, dass das Gelände selten überlaufen ist, was wiederum die Sicherheit im Luftraum erhöht.  

Anfahrt und Parken

Die Anreise erfolgt über die B27 oder die A81, Ausfahrt Villingen-Schwenningen oder Rottweil, in Richtung Hausen ob Verena. Das Ziel ist das weithin sichtbare Hofgut Hohenkarpfen. Die Zufahrt zum Gutshof ist schmal und führt durch eine landschaftlich reizvolle Allee.

Parkplatz am Hofgut: Piloten werden gebeten, die offiziellen Parkflächen des Hotels und Restaurants nur bei beabsichtigter Einkehr zu nutzen. Für den reinen Flugbetrieb sollten die ausgewiesenen Wanderparkplätze unterhalb des Gutes genutzt werden.  

GPS Parkplatz: 48.038403, 8.717812. Dies ist der ideale Ausgangspunkt für den Aufstieg.  

Wichtiger Hinweis: Das Parken am Modellfliegerhang oder direkt an den Zufahrtswegen ist strikt untersagt, um den landwirtschaftlichen Verkehr und die Rettungswege nicht zu behindern.  

Der Aufstieg (Hike & Fly)

Vom Parkplatz aus führt ein gut ausgebauter, aber steiler Wanderweg in Serpentinen zum Gipfelplateau.

Dauer: Mit normaler Gleitschirmausrüstung (ca. 15-20 kg) benötigt ein durchschnittlich fitter Pilot etwa 10 bis 15 Minuten bis zum Startplatz.  

Schwierigkeit: Leicht bis mittel. Der Weg ist schattig, was den Aufstieg im Sommer angenehm macht.

Ausrüstungsempfehlung: Aufgrund des Charakters des Geländes ist leichte Ausrüstung ("Hike & Fly"-Equipment) von großem Vorteil. Wendegurtzeuge und Leichtschirme reduzieren nicht nur die Last beim Aufstieg, sondern erhöhen auch die Agilität beim Start an der engen Kante.

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Meteorologie und Flugbedingungen: Die Kunst des Timings

Der Hohenkarpfen ist ein "Windberg". Während an größeren Bergen oft die thermische Komponente überwiegt, ist man hier auf eine Kombination aus dynamischem Aufwind und thermischer Unterstützung angewiesen.

Windrichtungen und Grenzwerte

Die optimale Windgeschwindigkeit für den Hohenkarpfen liegt für Gleitschirme zwischen 12 und 22 km/h. Bei weniger Wind reicht der Hangaufwind nicht aus, um die geringe Höhe zu halten; bei mehr Wind wird der Start aufgrund der Lee-Rotoren und der Schirmdeformation an der Kante gefährlich.  

Windrichtung Charakteristik am Hohenkarpfen Nord (N)

Ideale Anströmung über die freie Baar-Ebene. Laminarer Wind sorgt für exzellente Soaring-Bedingungen an der Nordflanke.

Nordost (NO)

Möglich, aber zunehmend turbulent durch die Verwirbelungen am nahen Zundelberg.

Süd (S)

Gut fliegbar, oft thermisch aktiver, da die Südflanke stärker von der Sonne aufgeheizt wird.

Südwest (SW)

Anspruchsvoll; Gefahr von Seitenwind-Komponenten und Turbulenzen im Startbereich.

West / Ost

Absolute Lee-Lagen. Ein Start ist lebensgefährlich, da der Berg komplett umströmt wird und sich starke Rotoren bilden.

  Thermische Zyklen

Die Thermik am Hohenkarpfen beginnt aufgrund seiner exponierten Lage oft früher als im Flachland, da der Berg wie ein dunkler Solitär aus der Ebene ragt.

Frühjahr (März bis Mai): Beste XC-Bedingungen. Die Labilität der Luftmassen ermöglicht hohe Steigwerte direkt über dem Gipfel.  

Sommer: Thermikbeginn meist ab 10:30 Uhr. Die stärksten Ablösungen sind zwischen 13:00 und 16:00 Uhr zu erwarten. Danach stellt sich oft ein sanftes Abend-Soaring ein.  

Herbst: Oft stabile Inversionswetterlagen, bei denen nur Soaring im dynamischen Wind möglich ist. Die Aussicht ist dann besonders klar, oft bis zu den Schweizer Alpen.

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Luftraum und Sicherheit: Fliegen in einer RMZ

Einer der kritischsten Aspekte beim Fliegen am Hohenkarpfen ist die unmittelbare Nähe zum Flugplatz Donaueschingen (EDTD). Der Berg befindet sich in der sogenannten Satellitenzone der Radio Mandatory Zone (RMZ).  

Die RMZ Donaueschingen verstehen

Eine RMZ ist ein kontrollierter Luftraum, in dem eine Funk- und Transponderpflicht besteht. Für Luftsportgeräte ohne Motor (Gleitschirme/Drachen) gibt es jedoch Sonderregelungen, die durch den lokalen Verein hart erkämpft wurden.

Anmeldepflicht: Bevor der erste Pilot startet, muss der Flugbetrieb telefonisch oder per Funk bei der Flugleitung in Donaueschingen angemeldet werden. Dies übernimmt im Regelfall ein Vereinsmitglied vor Ort.  

Frequenz: Die aktuelle Frequenz von Donaueschingen Info ist 126,690 MHz (8,33 kHz Raster).  

Höhenbeschränkungen: In der RMZ-Satellitenzone darf eine bestimmte Höhe über Grund (AGL) ohne explizite Freigabe nicht überschritten werden. Meist liegt diese Grenze bei 1000 Fuß (ca. 300 m) AGL. Wer höher steigen möchte, muss dies über Funk koordinieren oder die RMZ-Grenzen verlassen.  

Transponder: Während Streckenflieger in großen Höhen oft Transponder nutzen, ist dies im lokalen Bereich des Hohenkarpfens nicht vorgeschrieben, sofern man unter der Deckelung bleibt.  

Gefahrenstellen und Lee-Gebiete

Aufgrund der Kegelform des Berges ist das Lee-Risiko allgegenwärtig. Sobald die Windrichtung um mehr als 30 Grad von der optimalen Startrichtung abweicht, entstehen an den Bergflanken gefährliche Turbulenzen.

Der "Düseneffekt": Zwischen dem Hohenkarpfen und der Hauptkante der Alb kann der Windkanal-Effekt die Windgeschwindigkeit massiv erhöhen. Piloten, die zu weit ins Tal abdriften, könnten Schwierigkeiten haben, gegen den Wind zum Landeplatz zurückzukehren.  

Talwindsysteme: Die Baar entwickelt im Sommer ein eigenes Talwindsystem, das oft aus Südwest weht. Dies kann am Landeplatz zu Turbulenzen führen, während am Startplatz noch perfekte Bedingungen herrschen.

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Streckenflug-Potenzial (XC): Der Weg in die Ferne

Trotz seiner geringen Höhe ist der Hohenkarpfen ein hervorragendes Sprungbrett für Streckenflüge entlang der Schwäbischen Alb.

XC-Strategie für Einsteiger

Vom Hohenkarpfen aus gibt es zwei klassische Routen:

Route Beschreibung Herausforderungen Die Alb-Kante (Nordost)

Flug entlang des Albtraufs Richtung Burg Hohenzollern. Dies ist die Standardroute für große FAI-Dreiecke.

Querung von Tälern mit starkem Talwind; Beachtung der Naturschutzgebiete.

Der Schwarzwald-Sprung (West)

Querung der Baar-Ebene Richtung Feldberg. Nur bei sehr hoher Basis und Rückenwind sinnvoll.

Große Distanz zwischen Thermikquellen; begrenzte Landemöglichkeiten in Waldgebieten.

  Thermikquellen der Umgebung

Wer am Hohenkarpfen startet und keine Höhe gewinnt, sollte versuchen, die folgenden "Trigger" in der Nähe anzufliegen:

Der Steinbruch Spaichingen: Ein massiver Wärmespeicher unterhalb des Zundelbergs, der fast immer zuverlässig liefert.  

Die dunklen Waldkanten des Lupfens: Ein benachbarter Berg, der oft stärkere Ablösungen produziert als der Hohenkarpfen selbst.

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Geheimtipps von lokalen Piloten: Der wahre Mehrwert

Was steht nicht im DHV-Eintrag? Es sind die feinen Nuancen, die über einen gelungenen Flugtag entscheiden.

Das "Timing" der Ablösungen

Lokale Experten beobachten nicht nur den Windsack, sondern die Vegetation im Tal. Wenn sich die Pappeln am Landeplatz kräuseln, dauert es etwa 90 bis 120 Sekunden, bis die Thermikblase den Startplatz am Hohenkarpfen erreicht. Ein Start genau in diesem Moment garantiert den Anschluss.  

Die "Gleitschirm-Lücke"

Offiziell ist der Hohenkarpfen ein Drachengelände. Doch es gibt eine gelebte Praxis: Erfahrene Gleitschirmpiloten mit B-Schein, die sich beim Verein vorstellen und eine Einweisung erhalten, werden oft toleriert, sofern sie die Hängegleiter nicht behindern.  

Fehler vermeiden: Erscheine niemals an einem thermisch starken Wochenende als unbekannter Gleitschirm-Pilot und lege einfach aus. Der Kontakt zum Geländehalter (Drachenfliegerverein Spaichingen) ist zwingend.  

Der "Groundhandling-Test": Wenn die Locals sehen, dass du deinen Schirm auch bei Windböen perfekt am Boden beherrschst, öffnet das viele Türen. Groundhandling ist auf der Baar die Eintrittskarte in die Fliegergemeinschaft.  

Webcams und Wetterstationen

Lokale Piloten nutzen eine Kombination aus mehreren Quellen, um die Bedingungen am Hohenkarpfen einzuschätzen:

Holfuy Station Fürstenberg: Bietet die präzisesten Windwerte für die Baar-Region.  

Webcam Dreifaltigkeitsberg: Zeigt die Wolkenentwicklung direkt am Albtrauf.  

Wetterstation Klippeneck: Wichtig für die Einschätzung des Windes in der Höhe (Gradient).

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Der Drachenfliegerverein Spaichingen e.V.: Der Hüter des Berges

Der Erfolg und die Sicherheit am Hohenkarpfen hängen direkt mit der Arbeit des Vereins zusammen. Gegründet in einer Zeit, als Drachenfliegen noch ein Abenteuer für Pioniere war, hat sich der Verein zu einer modernen Institution entwickelt.  

Vereinsgeschichte und Pioniergeist

Die Spaichinger waren unter den ersten in Deutschland, die das Windenschlepp-Verfahren perfektionierten. Dieser technologische Vorsprung spiegelt sich heute in der professionellen Verwaltung des Geländes wider. Der Verein unterhält nicht nur den Hohenkarpfen, sondern auch anspruchsvolle Startplätze wie den Dreifaltigkeitsberg und den Zundelberg.  

Regeln für Gäste

Gastpiloten sind willkommen, müssen aber die "Gästeregelung" beachten:

Tagesgebühr: Meist 5,00 Euro, die direkt in die Instandhaltung der Start- und Landewiesen fließen.  

Startkladde: Ein Eintrag in die Kladde (oft im Kasten am Startplatz) ist aus versicherungstechnischen Gründen und zur Dokumentation gegenüber dem Regierungspräsidium zwingend erforderlich.  

Flypark-Verbund: Piloten aus Partnervereinen des "Flypark Südschwarzwald" genießen oft Sonderkonditionen.

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Drumherum: Kulinarik, Kultur und Komfort

Ein Flugtag am Hohenkarpfen ist erst komplett durch die Einkehr nach der Landung. Hier bietet die Region ein Niveau, das weit über die typische "Wurst vom Grill" hinausgeht.

Das Hofgut Hohenkarpfen: Gourmet-Himmel und Historie

Das Hotel und Restaurant Hofgut Hohenkarpfen ist eine Institution in der Region Rottweil/Tuttlingen. Es verbindet historische Architektur (denkmalgeschützt) mit moderner Gastronomie.  

Die Küche: Unter der Leitung von Küchenchef Stefan Schäfer bietet das Restaurant eine mehrfach ausgezeichnete Küche (Michelin, Falstaff, Gusto). Nach einem langen Flug ist ein 3- oder 4-Gänge-Menü auf der Sonnenterrasse mit Blick auf den gerade beflogenen Berg ein unvergleichliches Erlebnis.  

Übernachtung: Für Piloten, die ein ganzes Wochenende bleiben möchten, bietet das Hotel 21 stilvolle Zimmer. Die "Albcard", die Gäste erhalten, ermöglicht zudem die kostenlose Nutzung des ÖPNV für Rückholfahrten nach XC-Flügen.  

Stellplatz für Camper: Über das "LandYachting"-Konzept werden exklusive Gourmet-Stellplätze für Reisemobile angeboten. Dies ist eine ideale Lösung für fliegende Nomaden, die Luxus und Natur verbinden möchten.  

Alternative Einkehr und Aktivitäten

Wer es rustikaler mag, findet in Spaichingen oder Hausen ob Verena zahlreiche Gasthäuser.

Klippeneck: Das nahegelegene Segelfluggelände bietet ebenfalls eine gute Gastronomie und ist ein Zentrum für Luftsportler aller Art.  

Kultur: Das Hofgut Hohenkarpfen ist auch für seine Kunstausstellungen bekannt. Wer aufgrund von zu starkem Wind nicht fliegen kann, findet hier kulturelle Inspiration.

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Vergleich mit benachbarten Geländen

Um den Wert des Hohenkarpfens richtig einzuschätzen, lohnt ein Vergleich mit den Alternativen in der Region.

Gelände Windrichtung Höhendiff. Charakter Hohenkarpfen N, S 42 m

Exponierter Zeugenberg, technisch anspruchsvoll.

Fürstenberg N, S, SO, SW bis 160 m

Das "Mekka" der Baar, riesige Startwiesen, sehr beliebt.

Dreifaltigkeitsberg SW, W 225 m

Waldschneisenstart, super Thermikeinstieg, B-Schein Pflicht.

Zundelberg NO 235 m

Anspruchsvoller Schneisenstart, thermisch extrem stark.

 

Fazit des Vergleichs: Der Hohenkarpfen ist das "Skalpell" unter den Geländen. Er ist klein, präzise und erfordert Können, bietet aber bei den richtigen Bedingungen ein Fluggefühl von Freiheit und Exponiertheit, das die größeren, oft überlaufenen Berge nicht bieten können.

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Sicherheitsprotokoll und Notfall-Management

Sicherheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Vorbereitung. Am Hohenkarpfen gelten spezifische Notfallregeln.

Erste Hilfe und Rettung

Notruf: 112 (Europaweit gültig).  

Koordinaten-Durchsage: Geben Sie bei einem Notruf immer die GPS-Koordinaten des Startplatzes (N 48°02'34.37" E 8°43'04.78") durch, da der Berg für Rettungskräfte von verschiedenen Seiten anfahrbar ist.  

Baumlandung: Aufgrund der steilen Bewaldung ist eine Baumlandung das realistischste Unfallszenario. Führen Sie immer eine Rettungsschnur und ein Mobiltelefon am Körper (nicht im Gurtzeug-Staufach!) mit.  

Technisches Check-Up

Bevor Sie am Hohenkarpfen starten, sollten Sie folgende Punkte prüfen:

Gurtzeug-Einstellung: Da Sie hier oft sehr aktiv steuern müssen (aktives Fliegen), sollte Ihr Gurtzeug nicht zu locker eingestellt sein, um eine direkte Rückmeldung des Schirms zu erhalten.  

Rettungsschirm: Prüfen Sie das Ablaufdatum und den festen Sitz des Auslösegriffs. In geringer Höhe zählt jede Sekunde.  

Funkgerät: Stellen Sie sicher, dass Ihr Funkgerät auf der Frequenz von Donaueschingen oder der vereinsinternen Sicherheitsfrequenz empfangsbereit ist.

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Rechtliche Grundlagen und Umweltaspekte

Das Fliegen am Hohenkarpfen ist ein Privileg, das auf dem Vertrauen der Landeigentümer und Naturschutzbehörden basiert.

Naturschutzgebiete

Die Schwäbische Alb ist reich an schützenswerter Flora und Fauna.

Überflughöhen: Bestimmte Biotope am Albtrauf dürfen nur mit einer Mindesthöhe von 300 m über Grund überflogen werden, um brütende Greifvögel nicht zu stören.  

Außenlandungen: Vermeiden Sie Außenlandungen in hohen Wiesen vor der Mahd. Sollte es dennoch passieren, verlasst das Feld auf dem kürzesten Weg und kontaktiert den Landwirt, um eventuelle Schäden zu regulieren.  

Versicherung und Lizenzen

Ein gültiger Luftfahrerschein (A-Schein oder B-Schein) sowie eine Halterhaftpflichtversicherung sind zwingend erforderlich. Für viele Gelände in der Region Spaichingen ist der B-Schein (unbeschränkter Luftfahrerschein) aufgrund der Luftraumkomplexität und der Geländebeschaffenheit vorgeschrieben.

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Die Zukunft des Geländes: Erhalt durch Disziplin

Der Hohenkarpfen steht beispielhaft für die Herausforderungen moderner Fluggelände in Deutschland. Die Kombination aus sensiblen Lufträumen, anspruchsvoller Topographie und der Nähe zu exklusiver Gastronomie erfordert einen Piloten-Typus, der sich als Botschafter des Sports versteht.

Die Rolle des Reisejournalismus im Flugsport

Als erfahrener Pilot und Journalist ist es meine Aufgabe, nicht nur die technischen Fakten zu präsentieren, sondern auch den "Spirit" eines Ortes einzufangen. Der Hohenkarpfen ist ein Ort der Entschleunigung. Man kommt hierher, um die Aussicht zu genießen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und – wenn der Wind passt – ein paar elegante Kreise über dem Gutshof zu ziehen.  

Abschließende Empfehlung

Besuchen Sie den Hohenkarpfen an einem Tag mit schwachem Nordwind und hoher Basis. Nehmen Sie sich Zeit für den Aufstieg, unterhalten Sie sich mit den Spaichinger Drachenfliegern und genießen Sie die Einzigartigkeit dieses Zeugenbergs. Und vergessen Sie nicht: Die Qualität eines Fluges misst sich nicht immer in Kilometern, sondern oft in der Intensität des Erlebten und dem Lächeln nach der Landung.  

Der Hohenkarpfen ist bereit für Piloten, die ihn mit Respekt und Können befliegen. Er bietet eine aeronautische Erfahrung, die in ihrer Schlichtheit und gleichzeitig vorhandenen Komplexität ihresgleichen sucht. Wer die Kunst des Fliegens hier meistert, ist bereit für die großen Abenteuer entlang des gesamten Albtraufs.

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