StartseiteFluggebieteÖsterreichVorarlbergHochjoch

Hochjoch

Startplätze:4
Landungen:1
Koord.:47.0679°N, 9.9730°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoWebcamsAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

4 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Hochjoch Startplatz 1

Start
Höhe2249m ü. M.
Koord.47.0679, 9.9730
WindSW-W
Korrekt?

Hochjoch Startplatz 2

Start
Höhe2292m ü. M.
Koord.47.0640, 9.9742
WindSW-NW
Korrekt?

Hochjoch Startplatz 3

Start
Höhe2241m ü. M.
Koord.47.0690, 9.9733
WindNW
Korrekt?

Hochjoch Startplatz 4

Start
Höhe1935m ü. M.
Koord.47.0731, 9.9664
WindNW
Korrekt?

Hochjoch Landeplatz

Landung
Höhe674m ü. M.
Koord.47.0729, 9.9179
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Aerologische Monografie und Pilotenhandbuch: Fluggebiet Hochjoch-Montafon

Korrekt?

Topografische und Meteorologische Einordnung

Das Montafon, ein südlicher Talschluss des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg, repräsentiert eine der komplexesten aerologischen Arenen der Nordalpen. Das Hochjoch (2.520 m), als dominantes Massiv zwischen dem Silbertal im Norden und dem Haupttal des Montafons im Süden, fungiert dabei nicht nur als geographische Trennlinie, sondern als meteorologische Barriere erster Ordnung. Für den Gleitschirmpiloten stellt dieses Gebiet eine dualistische Herausforderung dar: Es ist einerseits ein thermisch hochaktiver "Hotspot", der durch seine südexponierten Flanken frühzeitig im Jahr und früh am Tag nutzbare Aufwinde generiert. Andererseits ist es ein tief eingeschnittenes V-Tal, das durch seine Orientierung anfällig für komplexe Talwindsysteme und überregionale Föhneinflüsse ist.

Die geologische Struktur des Hochjochs, geprägt durch das kristalline Grundgebirge der Silvretta-Decke, sorgt für dunkle, wärmespeichernde Felsflächen, die in direktem Kontrast zu den meist noch schneebedeckten Gipfeln der Rätikon-Gruppe im Westen stehen. Diese Temperaturdifferenzen sind der Motor für das lokale Mikroklima. Anders als in den offenen Tälern des Pinzgaus oder den sanften Voralpenhügeln, verlangt das Montafon vom Piloten ein tiefgreifendes Verständnis der Interaktion zwischen Sonnenstand, Talwindsystem und überregionalem Gradientenwind. Ein Flug am Hochjoch ist selten ein rein statisches Abgleiten; es ist ein dynamischer Prozess des Entscheidens in einer sich ständig wandelnden Luftmasse.

Die Ausrichtung des Haupttals von Nordwest nach Südost begünstigt bei thermischer Aktivität ein massives Ansaugen von Luftmassen aus dem Rheintal und Walgau. Dieser "Talwind-Motor" ist legendär und berüchtigt. Während am Vormittag oft idyllische Bedingungen herrschen, verwandelt sich der Talboden ab dem frühen Nachmittag in eine Zone starker Turbulenzen und hoher Windgeschwindigkeiten, die bis weit in die Abendstunden anhalten können. Das Verständnis dieser Zyklen ist die Basis für jeden sicheren Flug in dieser Region.

Korrekt?

Infrastruktur und Logistik: Der Zugang zum Himmel

Der Zugang zum Startgelände erfolgt fast ausschließlich über die Infrastruktur der Silvretta Montafon Bergbahnen. Die logistische Kette ist effizient, birgt aber saisonale Besonderheiten, die Piloten kennen müssen, um nicht an der Talstation zu stranden.

Korrekt?

Die Aufstiegshilfen

Der Aufstieg gliedert sich in zwei Sektionen, die unterschiedliche Anforderungen an das Equipment und die Logistik stellen.

Sektion 1: Die Hochjochbahn (Gondelbahn)

Startpunkt: Talstation in Schruns (ca. 700 m MSL).

Ziel: Bergstation Kapell (1.850 m MSL).

Charakteristik: Diese Großkabinenbahn überwindet den ersten großen Höhenunterschied schnell und komfortabel. Hier können Drachenflieger (Hängegleiter) allerdings nicht transportiert werden , was das Hochjoch faktisch zu einem reinen Gleitschirmgebiet macht, sofern man nicht den mühsamen Landtransport wählt.  

Betriebszeiten: Die Bahn startet im Sommer meist ab 08:30 Uhr. Für Piloten, die die ruhige Morgenluft nutzen wollen oder große Strecken planen, ist die erste Bahn oft obligatorisch.

Sektion 2: Der Sennigrat-Sessellift (Sesselbahn)

Startpunkt: Direkt neben der Bergstation Kapell.

Ziel: Bergstation Sennigrat (2.300 m MSL).

Logistik: Dies ist ein offener Sessellift. Im Sommer ist der Transport des Gleitschirmsäcks problemlos möglich. Im Winter gelten jedoch drastische Einschränkungen.

Die "Figl-Pflicht" (Winter): Im Winterbetrieb transportiert die Silvretta Montafon Bergbahn Piloten nur dann zum Sennigrat, wenn sie Skier oder sogenannte Kurzski ("Figl") tragen. Fußgänger werden oft abgewiesen. Der Grund liegt in der Sicherheit: Im Falle eines technischen Defekts und einer Evakuierung des Lifts ist ein Abfahren oder Absteigen im tiefen Schnee ohne Gleitgerät sicherheitstechnisch problematisch. Piloten ohne eigene Skier können sich an der Talstation des Sessellifts oft Kurzski ausleihen , müssen diese aber während des Flugs verstauen, was entsprechende Gurtzeuge oder Befestigungsmöglichkeiten erfordert.

Korrekt?

Parkraummanagement und Anreise

Die Anreise erfolgt in der Regel über die Rheintalautobahn (A14) und die Abfahrt Bludenz-Montafon. Von dort führt die B188 direkt nach Schruns.

Hochjochbahn Talstation: Hier befindet sich ein großer, asphaltierter Parkplatz. Er ist kostenpflichtig und im Winter sowie an Wochenenden im Sommer oft ab 09:30 Uhr voll belegt. Frühes Eintreffen ist ratsam.

Zamangbahn Parkplatz: Eine strategisch oft klügere Alternative, insbesondere im Winter. Die Zamangbahn liegt etwas talauswärts. Da der Winterlandeplatz direkt neben diesem Parkplatz liegt , spart man sich nach der Landung den Rücktransport. Ein Skibus verbindet die Zamangbahn mit der Hochjochbahn in wenigen Minuten.

Korrekt?

Tarifstruktur und Pilotenkosten

Die Preispolitik der Silvretta Montafon ist modern und nutzt teilweise "Dynamic Pricing", was bedeutet, dass Ticketpreise je nach Buchungszeitpunkt und Auslastung variieren können.

Tageskarten: Stand 2025 liegen die Preise für Tageskarten im Sommer bei ca. 32,00 € bis 40,00 € für Erwachsene. Es lohnt sich, vorab online zu buchen.  

Teilzeitkarten: Für Piloten, die die thermisch aktiven Nachmittagsstunden nutzen wollen, bieten sich "Nachmittagskarten" an (z.B. ab 11:30 Uhr oder 12:30 Uhr), die preislich attraktiver sind.  

Start- und Landegebühr: Unabhängig vom Bahnticket erhebt der Gleitschirmclub Montafon (GSCM) als Pächter der Start- und Landeflächen eine Gebühr. Diese ist essenziell für den Erhalt des Fluggebiets.

Tageskarte: 5,00 €

Jahreskarte: 40,00 €

Zahlungsmethode: Die Gebühr kann bar an den Kassen der Bergbahnen entrichtet werden. Modern und unkompliziert ist die Zahlung per QR-Code via E-Banking, der am Landeplatzschuppen und an den Infotafeln ausgehängt ist. Das "Schwarzfliegen" gefährdet direkt die Pachtverträge mit den Landwirten und damit die Existenz des Fluggebiets.

Korrekt?

Analyse der Startplätze: Taktik und Exposition

Das Hochjoch bietet eine vertikale Staffelung von Startplätzen, die je nach Jahreszeit und meteorologischer Situation unterschiedliche Vor- und Nachteile bieten.

Korrekt?

Der Sennigrat (2.300 m MSL) – Das alpine Herzstück

Der Sennigrat ist der primäre Startplatz für thermische Flüge und Streckenflüge. Es handelt sich nicht um eine sanfte Wiese, sondern um einen hochalpinen Grat, der Konzentration erfordert.

Topographie: Der Startplatz liegt direkt auf dem Grat, der das Silbertal vom Montafon trennt. Das Gelände fällt nach Süden steil ab. Der Untergrund ist steinig, durchsetzt mit alpinen Matten.  

Exposition: Der Start ist in die Richtungen Süd (S), Südwest (SW) und West (W) möglich. Ein kleinerer Bereich ("Sennigrat NW") erlaubt auch Starts Richtung Nordwest in das Silbertal, was jedoch meist nur bei spezifischen überregionalen Windlagen oder für den Einstieg in die Nordthermik relevant ist.  

Starttechnik: Aufgrund der Exponiertheit und der oft vorherrschenden Thermikablösungen direkt an der Kante ist eine souveräne Rückwärtsstarttechnik obligatorisch. Der "Point of no Return" ist kurz; ein Startabbruch muss frühzeitig erfolgen, bevor das Gelände steil abbricht.

Winter-Exklusivität: Im Winter ist der Sennigrat der einzige erlaubte Startplatz am Berg. Starts von den präparierten Pisten unterhalb sind strikt verboten, um Konflikte mit dem Skibetrieb zu vermeiden.

Korrekt?

Die Wormser Hütte (2.320 m MSL) – Die entspannte Alternative

Nur wenige Gehminuten östlich der Sennigrat-Bergstation gelegen, bietet die Umgebung der Wormser Hütte eine Alternative, wenn am Sennigrat "High Traffic" herrscht.

Charakter: Startplatz ist eine steile Wiese direkt unterhalb des Wanderwegs vor der Hütte.  

Logistik: Der Vorteil liegt in der direkten Anbindung an die Hütte (WC, Verpflegung, Windschutz beim Warten).

Wildschutz-Einschränkung: Piloten müssen zwingend beachten, dass das Gelände unmittelbar südlich der Wormser Hütte jagdliches Sperrgebiet ist. Ein Überfliegen oder Starten in diese Richtung ist zu unterlassen, um das Wild nicht in die Flucht zu treiben.

Korrekt?

Kapell (1.850 m MSL) – Der Sommer-Startplatz

Der Startplatz Kapell liegt auf dem Plateau der Bergstation der Gondelbahn.

Verfügbarkeit: Nur im Sommer! Im Winter ist dies eine stark frequentierte Skipiste.  

Taktik: Dieser Startplatz ist ideal für Piloten, die sich die Fahrt mit dem Sessellift sparen wollen oder für späte Abendflüge ("Sunset Soaring"), wenn die Basis bereits abgesunken ist.

Nachteil: Man startet ca. 450 Höhenmeter tiefer als am Sennigrat. Dies kann an Tagen mit hoher Inversion entscheidend sein, da man eventuell unterhalb der Inversionsgrenze startet und den "Deckel" nicht durchstoßen kann.

Rücksichtnahme: Der Startplatz befindet sich oft inmitten von Weidevieh und Wanderern. Starts dürfen nur erfolgen, wenn keine Gefährdung Dritter besteht. Weidezäune sind zu respektieren; sollte ein Zaun beschädigt werden, ist dies sofort zu melden und provisorisch zu reparieren.

Korrekt?

Flugbedingungen: Aerologie und Gefahrenpotential

Das Montafon ist kein Anfängergebiet für Alleingänge. Die aerologischen Bedingungen können sich rapid ändern.

Korrekt?

Thermikquellen und "Hausbärte"

Wer am Hochjoch oben bleiben will, muss wissen, wo der thermische Motor steht. Die Thermik ist hier oft kräftig und eng, bedingt durch das steile Gelände.

Der "Sennigrat-Bart": Direkt östlich des Sessellifts, über den markanten Lawinenverbauungen, löst sich oft der erste und zuverlässigste Bart ab. Dies ist der "Hausbart", der meist direkt nach dem Start angeflogen wird.  

Kapell-Kante: Über der Bergstation Kapell und der Geländekante zum Tal hin steht oft eine Sekundärthermik. Sie dient als "Auffangbecken", wenn man am Grat nicht fündig wurde.

Kropfen / Silbertal-Eingang: Für Piloten, die tief kommen ("Low Save"), bietet die Felsnase zwischen der Mittelstation Kropfen und dem Eingang ins Silbertal oft die letzte Chance, wieder Anschluss zu finden. Vorsicht: Hier fliegt man bereits tief im Talwindsystem!

Korrekt?

Das Talwindsystem und die "Kaltluftsee"-Falle

Das Talwindsystem im Montafon ist legendär. An guten Tagen setzt der Talwind (aus Nordwest) pünktlich gegen Mittag ein und erreicht Geschwindigkeiten von 20–30 km/h, in Böen auch mehr.  

Die Gefahr: Der Talwind kanalisiert sich im engen Talboden. Das Landen wird zur Herausforderung (siehe Kapitel Landung).

Das Phänomen "Kaltluftsee": Eine tückische Besonderheit in Schruns ist die Entkopplung der Luftmassen. Während in 100 bis 500 Meter über Grund ein starker Talwind weht, kann sich direkt am Talboden, im Schatten der Berge und Häuser, ein Kaltluftsee oder eine "Totwasserzone" bilden.  

Die Folge: Der Pilot plant seinen Endanflug gegen den vermeintlich starken Wind, sinkt dann aber in die windstille Bodenschicht. Plötzlich erhöht sich die Grundgeschwindigkeit massiv, da der Gegenwind wegfällt. Ein Über-den-Platz-Hinausschießen ist die häufige Konsequenz.

Gegenmaßnahme: Defensive Landeeinteilung, "Abbauen" von Höhe nicht zu weit im Luv und ständige Beobachtung der Windsäcke am Boden vs. der Drift in der Höhe.

Korrekt?

Föhn: Die unsichtbare Bedrohung

Das Montafon ist als Nord-Süd-Tal extrem föhnanfällig. Der Südföhn drückt über die Silvretta-Pässe und das Rätikon herein.

Das Trugbild: Da das Hochjoch auf der Nordseite des Tals liegt, wiegen sich Piloten oft in falscher Sicherheit ("Ich bin ja im Luv des Berges"). Das ist ein fataler Irrtum. Bei Föhnlage überströmt die Luft den Sennigrat von Süden her mit hoher Geschwindigkeit. Der Startplatz selbst mag noch laminar angeströmt sein, aber kurz nach dem Abheben oder beim Einfliegen in tiefere Schichten gerät man in massive Leewirbel und Rotoren.

Warnzeichen: Linsenförmige Wolken (Lenticularis) über den südlichen Kämmen. Ungewöhnlich warme Luft ("Föhnmauer"). Druckdifferenz Bozen-Innsbruck > 4 hPa ist ein klares "No-Go" für Normalpiloten.

Korrekt?

Die "Montafon-Welle"

Für Experten bietet das Gebiet ein seltenes Phänomen: Die Welle. Bei starker Südwest-Strömung kann sich über dem Talkessel von Schruns/Tschagguns eine stehende Welle bilden.

Einstieg: Der "Geheimtipp" für den Einstieg liegt über den Stauseen von Tschagguns (Latschau).  

Mechanik: Die Luftmassen stürzen über das Rätikon (Schesaplana, Drusenfluh) herab und prallen im Tal auf ein Luftpolster, was einen hydraulischen Sprung ("Rotor") auslöst.

Der Ritt: In einer Höhe von ca. 2.300 – 2.400 m muss oft ein turbulenter Rotor durchflogen werden (Steigen von 5–7 m/s möglich), bevor man in das laminare, butterweiche Steigen der Welle gelangt, das Höhenflüge weit über 3.000 m ermöglicht. Dies ist nur für sehr erfahrene Piloten mit entsprechender Sauerstoff-Ausrüstung und Luftraumfreigabe (Höhenbeschränkungen beachten!) empfehlenswert.

Korrekt?

Landung: Die kritische Phase

Aufgrund der Talenge und der komplexen Windsysteme ist die Landung in Schruns der unfallträchtigste Teil des Fluges.

Korrekt?

Der Sommerlandeplatz (Neu)

Der GSCM hat den Landeplatz verlegt. Der neue Sommerlandeplatz befindet sich talauswärts, links vom Weg vor dem ehemaligen Platz.  

GPS: N 47° 4‘ 21.63“ E 9° 55‘ 08.66“

Höhe: 680 m MSL.

Gefahrenpotenzial: Der Platz liegt im Lee von Häusergruppen und Obstbäumen. Bei starkem Talwind entstehen hier mechanische Turbulenzen ("Leewalzen").

Sperrzeiten-Empfehlung: Der Club warnt explizit: In der Sommersaison sind Landungen zwischen 14:00 und 18:00 Uhr oft extrem turbulent und selbst für geübte Piloten nicht empfehlenswert. Es ist ratsam, entweder vorher zu landen oder (bei entsprechender Thermik) die Zeit in der Höhe abzuwarten, bis der Talwind am Abend einschläft ("Magic Air").

Korrekt?

Der Winterlandeplatz (Zamangbahn)

Im Winter, wenn die Wiesen schneebedeckt sind und der Talwind schwächer ist, wird direkt an der Talstation der Zamangbahn gelandet.  

Vorteil: Logistisch perfekt (Auto/Bus).

Gefahr: Hindernisse im Schnee (Zäune, Hydranten) sind oft unsichtbar. Zudem verlaufen Stromleitungen und die Seilbahnkabel in unmittelbarer Nähe. Ein Landevolte muss präzise geflogen werden, um nicht in die Infrastruktur zu driften.

Korrekt?

Streckenflug (XC): Routen und Taktik

Das Hochjoch ist ein exzellenter Ausgangspunkt für XC-Flüge, aber topographisch anspruchsvoll ("V-Tal-Fliegen").

Korrekt?

Route 1: Das "Kleine Montafon-Dreieck"

Diese Einsteiger-Strecke (ca. 15–25 km) führt vom Sennigrat über das Tal zum Golm und zurück.

Schlüsselstelle: Die Talquerung zum Golm muss mit ausreichender Arbeitshöhe erfolgen. Der Golm (Ost-Nordost-Ausrichtung) heizt vormittags gut auf. Ein "Absaufen" im Tal bedeutet eine schwierige Landung in Tschagguns/Schruns.

Korrekt?

Route 2: Richtung Arlberg (Der "Hexenkessel")

Der Flug nach Osten Richtung Arlberg/Tirol ist landschaftlich grandios, aber taktisch heikel.

Gefahrenzone: Das Klostertal Richtung Arlberg wird zunehmend enger und bietet kaum landbare Außenlandefelder. Piloten bezeichnen den Bereich zwischen Heiterwand und Partener Spitze oft als "Hexenkessel".  

No-Landing-Zone: Sobald man die Linie Bludenz passiert hat und tief ins Klostertal einfliegt, gibt es kaum ein Zurück.

Rettungsanker: Die letzten sicheren Landefelder befinden sich bei Bludenz. Wer hier nicht genug Höhe für den Weiterflug hat, sollte zwingend in Bludenz landen und nicht auf gut Glück weiter in das enge Tal fliegen.

Korrekt?

Route 3: Walgau & Schnifis

Der Flug talauswärts Richtung Norden/Westen nutzt den Talwind, der in den Walgau strömt.

Ziel: Fluggebiet Schnifis.  

Achtung: Im Bereich Bludenz treffen mehrere Talwindsysteme aufeinander (Montafon, Walgau, Brandnertal, Klostertal). Hier entstehen oft starke Scherungen und Konvergenzen, die den Schirm massiv fordern können.

Korrekt?

Luftraumstruktur und Tirol

Das Montafon liegt in Vorarlberg, aber bei Streckenflügen nach Osten (Arlberg) erreicht man schnell die Landesgrenze zu Tirol.

Luftraum Tirol: Seit 2015 gelten in Tirol spezifische Regelungen für Hänge- und Paragleiter. Insbesondere die TRAs (Temporary Reserved Areas) sind zu beachten.  

TRA Nordpark / LOWI: Flüge in Richtung Innsbruck tangieren die Kontrollzone des Flughafens Innsbruck (LOWI). Ohne Transponder und Funkfreigabe ist der Einflug in die CTR oder aktive TRAs verboten.

Informationspflicht: Vor dem Flug ist das Abrufen der aktuellen NOTAMs und des AIP Austria (Austro Control) obligatorisch.

Korrekt?

Naturschutz und Wildruhezonen

Das Montafon setzt stark auf nachhaltigen Tourismus und Naturschutz. Verstöße von Piloten führen zu massiven Konflikten mit der Jägerschaft und Grundbesitzern.

Verwall-Wiegensee: Dieses Europaschutzgebiet darf nur mit einer Mindesthöhe von 300 m über Grund (AGL) überflogen werden.  

Jagdgebiet Wormser Hütte: Südlich der Hütte herrscht Flugverbot aus jagdlichen Gründen (Wildschutz).

Korrekt?

Versicherungen

In Österreich herrscht strikte Versicherungspflicht. Gastpiloten sollten ihre Deckungssummen prüfen.

Haftpflicht: Die gesetzlichen Mindestdeckungen müssen erfüllt sein. Der GSCM stellt Vergleiche verschiedener Anbieter (AXA, Air&More) zur Verfügung, wobei Deckungssummen von 1,5 Mio. bis 3 Mio. Euro üblich sind.  

Bergungskosten: Eine Bergungskostenversicherung ist dringend empfohlen. Ein Hubschraubereinsatz (Notarzthubschrauber C8 ist in der Nähe stationiert) kann schnell 5.000 € bis 15.000 € kosten. Die normale Krankenversicherung deckt "Bergung aus unwegsamem Gelände" oft nicht ab!

Korrekt?

Die "Abendthermik" (Magic Air)

Während der Nachmittag oft "bockig" ist, bietet der Abend ein Highlight. Wenn die Talwindintensität nachlässt, geben die aufgeheizten Westflanken des Kapell und Sennigrats die gespeicherte Wärme ab. Dies erzeugt oft eine sanfte, großflächige Umkehrthermik. Einheimische nutzen oft die letzte Bahn für entspannte "Sunset-Flüge" in den Sonnenuntergang.

Korrekt?

Webcams und Live-Wetter

Verlassen Sie sich nicht auf Apps.

Webcam von Otto: Ein lokaler Klassiker, verlinkt auf der GSCM-Seite.  

Wetterstation Wormser Hütte: Liefert Winddaten auf 2.300 m. Ein Blick auf die Böenspitzen ("Gusts") ist Pflicht. Wenn hier Werte über 30–40 km/h angezeigt werden, ist ein Start am Grat meist unkontrollierbar.

Korrekt?

Unterkunft und Alternativen

Für "Non-Flyable Days" oder Begleitpersonen bietet das Montafon viel.

Hotels:

JUFA Hotel Montafon: Direkt in Schruns, familienfreundlich, oft Treffpunkt für Gruppen.  

Revier Mountain Lodge: Modern, unkompliziert, direkt an der Valisera Bahn (St. Gallenkirch), gutes Basislager.  

Camping:

Aktivcamping Montafon: In Schruns/Tschagguns. Beliebt bei Piloten mit Camper/Bus.  

Alternativ-Fluggebiete:

Golm: Gegenüberliegende Talseite, gut bei Ostlagen.

Schnifis: 20 km talauswärts, Soaring-Paradies, Sitz einer Flugschule.

Korrekt?

Fazit

Das Fluggebiet Hochjoch ist eine alpine Diva: Atemberaubend schön, leistungsstark, aber unbarmherzig gegenüber Fehlern. Wer hier fliegt, lernt den Respekt vor dem Talwind und der alpinen Aerologie. Es ist kein Gebiet für den ersten Alleingang nach dem A-Schein, sondern ein Revier für den besonnenen Piloten, der seine Grenzen kennt. Suchen Sie den Kontakt zum Gleitschirmclub Montafon – ein kurzes Gespräch am Landeplatz ist oft mehr wert als jede Wetter-App.

Always Happy Landings!

Korrekt?

Webcam-Links

Live-Kameras in der Nähe

silvretta-montafon.at
Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Golm
Vorarlberg
Kriegerhorn
Tirol
Adamsberg
Tirol
Gotschnagrat
Graubünden
Predigberg
Tirol
Mehr in Vorarlberg
Bergrettung
112