StartseiteFluggebieteSchweizBerner OberlandGrimer

Grimer

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:46.5537°N, 7.6824°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Grimer Startplatz

Start
Höhe1617m ü. M.
Koord.46.5537, 7.6824
WindSW-W
Korrekt?

Mäggisseren Landeplatz

Landung
Höhe777m ü. M.
Koord.46.5864, 7.6532
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das aerologische Kompendium der Frutiger Flugarena: Eine Tiefenanalyse des Startplatzes Grimer

Korrekt?

Einleitung: Die strategische Bedeutung im Berner Oberland

In der Topografie der Schweizer Alpen nimmt das Kandertal eine Sonderstellung ein. Es fungiert als massive Ventilationsschneise zwischen dem Thunersee im Norden und den hochalpinen Barrieren der Blüemlisalp-Gruppe im Süden. Genau an der Schnittstelle, wo sich das Engstligental von Adelboden und das Haupttal von Kandersteg vereinigen, liegt Frutigen. Während der Niesen als pyramidenförmiges Wahrzeichen die Blicke auf sich zieht und in den klassischen Datenbanken als primäres Ziel gelistet wird, wissen erfahrene Alpinpiloten, dass der Startplatz Grimer (oft im lokalen Dialekt auch als "Grimmi" referenziert) der eigentliche Schlüssel für die thermisch anspruchsvollen Stunden des Tages ist.  

Dieser Bericht versteht sich als Gegenentwurf zu den statischen Datenbankeinträgen von DHV oder SHV. Wo Standardverzeichnisse lediglich Koordinaten und eine grobe Windrichtung listen, erfordert die komplexe Aerologie des Grimers eine dynamische Betrachtung. Wir analysieren hier nicht nur den geografischen Punkt, sondern das gesamte hydraulische System der Luftmassen, in das dieser Startplatz eingebettet ist. Der Grimer ist kein Anfängergelände für den schnellen Gleitflug; er ist eine taktische Plattform für Streckenflüge, die ein tiefes Verständnis von Talwindsystemen, Lee-Situationen und thermischen Zyklen voraussetzt. Die Faszination dieses Ortes liegt in seiner Ambivalenz: Er bietet zuverlässigen Einstieg in die "Magic Hour" am Abend, bestraft aber Unkenntnis der lokalen Windsysteme – insbesondere bei Bisenlagen – mit rigoroser Härte.

Korrekt?

Geografische und Topografische Verortung

Um die aerologischen Besonderheiten zu verstehen, muss man die physische Lage des Grimers im Kontext des "Gehrihorn-Massivs" betrachten. Der Startplatz ist nicht isoliert zu sehen, sondern als Teil einer westexponierten Flanke, die das Kandertal auf seiner östlichen Seite begrenzt (Blickrichtung Talboden nach Norden: rechtsseitig).

Korrekt?

Die physischen Parameter

Der Startplatz liegt in einer markanten Waldschneise, die sich am Fuß des Gehrihorns befindet. Diese Schneise wirkt bei thermischer Aktivität wie ein Kamin, der die Luftmassen aus dem Talboden ansaugt und beschleunigt.

Parameter Spezifikation Aerologische Relevanz Referenz Startplatzname Grimer Lokale Bezeichnung, oft in Kombination mit Mäggisseren genannt. Koordinaten (WGS84) 46° 33' 13.23" N, 7° 40' 56.61" E Präzise Position für GPS-Navigation und Luftraumplanung. Höhe (AMSL) ca. 1.750 m Liegt oft knapp oberhalb der Inversion, aber im Einflussbereich starker Talwinde. Höhendifferenz 960 m (zum LP Frutigen) Ausreichend Puffer für thermische Suche, aber kritisch bei Gegenwind. Exposition West / Südwest (W-SW) Ideal für die thermische Aktivität ab dem frühen Nachmittag bis Sonnenuntergang. Geländestruktur Steile Waldschneise Kanalisiert den Aufwind; Startabbrüche sind aufgrund der Steilheit schwierig.

Korrekt?

Die Infrastruktur der Arena

Das Fluggebiet Frutigen ist ein Paradebeispiel für die Koexistenz von ziviler Luftfahrt (ehemaliges Militärflugfeld Reichenbach) und freiem Flugsport. Der Landeplatz "Volère" beim Hangar ist das organisatorische Herzstück. Die geografische Distanz zwischen dem Startplatz Grimer und dem Landeplatz ist trügerisch: Zwar beträgt der Höhenunterschied fast 1000 Meter, doch die horizontale Distanz führt über den Talboden, in dem tagsüber ein kräftiges Windsystem herrscht. Dies unterscheidet den Grimer von klassischen "Beach-Sites" – der Rückweg muss taktisch erflogen werden.

Korrekt?

Aerologie und Mikrometeorologie: Das unsichtbare Labyrinth

Der entscheidende Faktor für Sicherheit und Leistung am Grimer ist nicht das Schirmhandling, sondern das Verständnis der unsichtbaren Luftströmungen. Das Frutigtal fungiert als Düse, und der Grimer liegt an einer ihrer Flanken.

Korrekt?

Das Frutiger Talwindsystem

Das dominante Merkmal der lokalen Aerologie ist der Talwind. Er entsteht durch das Aufheizen der großen Gesteinsmassen im hinteren Kandertal und im Wallis, was Luftmassen aus dem Alpenvorland ansaugt.

Richtung und Stärke: Der Wind strömt von Norden (Thunersee) nach Süden ins Tal. Während er am Thunersee oft noch moderat ist, wird er durch die orografische Verengung bei Mülenen beschleunigt. In Frutigen erreicht er an thermischen Tagen standardmäßig Geschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h.  

Vertikale Ausdehnung: Die Mächtigkeit dieses Windflusses variiert. An stabilen Tagen kann er nur bis 1000 Meter reichen ("Kniehöhe"), an labilen Tagen oder bei Bisenunterstützung kann er bis auf 1800 Meter anschwellen und somit den Startplatz Grimer direkt beeinflussen.

Interaktion mit dem Startplatz: Da der Grimer nach Westen ausgerichtet ist, streicht der nördliche Talwind ("von rechts" aus Sicht des Startenden) an der Flanke entlang.

Das Lee-Risiko: Vorgelagerte Rippen nördlich des Startplatzes können bei starkem Talwind Turbulenzen erzeugen.

Die Windscherung: Piloten müssen beim Start oft eine Scherungsschicht durchfliegen. Oben herrscht thermischer Aufwind oder ein schwacher überregionaler Westwind, unten drückt der kalte, laminare Nordwind talaufwärts. Diese Scherungsschicht ("Shear Layer") ist oft turbulent und erfordert aktives Fliegen.

Korrekt?

Das Bisen-Phänomen: Die stille Gefahr

Eine besondere meteorologische Konstellation, vor der lokale Experten wie die Flugschule Cloud-7 warnen, ist die Bise. Die Bise ist ein kalter, trockener Wind aus Nordost, der im Schweizer Mittelland weht.

Der Verstärker-Effekt: Wenn im Mittelland Bise herrscht, drückt diese Luftmasse zusätzlich in die Alpentäler. In Frutigen addiert sich die Bise zum thermischen Talwind. Das Resultat ist ein extrem starker Wind im Talboden (oft > 30-40 km/h).  

Gefahr am Grimer: Da die Bise aus Nordost kommt, weht sie über den Grat des Gehrihorns. Der Startplatz Grimer (Westflanke) liegt dann im Lee des Bergrückens.

Symptome: Am Startplatz kann es windstill sein oder es kommen unregelmäßige Böen aus wechselnden Richtungen ("Rotoren").

Indikatoren: Ein Blick auf den Thunersee (Webcams Niesen) ist obligatorisch. Sind dort Schaumkronen ("Whitecaps") sichtbar, ist ein Start am Grimer meist lebensgefährlich oder zumindest sportlich grenzwertig.

Korrekt?

Thermische Zyklen und "Grobkörnigkeit"

Der Begriff "grobkörnig" taucht in Berichten lokaler Piloten immer wieder auf. Er beschreibt die Luftbeschaffenheit im Frühjahr und Frühsommer, speziell in den Stunden vor dem Abend (14:00 – 17:00 Uhr). Die steile Westflanke wird von der Sonne maximal aufgeheizt. Da der Talwind kühle Luft nachschiebt, lösen sich die Thermikblasen impulsiv und mit hoher Energie ab.  

Für Genussflieger: Die Zeit vor 17:00 Uhr ist in den starken Monaten (Mai-Juli) oft zu anspruchsvoll. Die Thermik ist eng, zerrissen und stark.

Die "Magic Hour": Ab 17:30 Uhr beruhigt sich das System oft. Der Temperaturgradient sinkt, die Thermik wird flächiger ("Öl-Thermik"), und das soaren im dynamischen Aufwind wird zum reinen Genuss bis Sonnenuntergang.

Korrekt?

Logistik und Zugang: Ein exklusiver Club?

Der Zugang zum Grimer ist restriktiv geregelt. Dies ist kein Gelände, bei dem man spontan mit dem eigenen PKW vorfährt. Die Koexistenz mit der Berglandwirtschaft und den Anwohnern ist fragil und wird durch strikte Logistikkonzepte geschützt.

Korrekt?

Das Shuttle-Monopol (FFF & Cloud-7)

Die Auffahrt erfolgt fast ausschließlich über organisierte Transporte. Es gibt zwei Hauptanbieter, die den Transport sicherstellen:

Freie Flieger Frutigland (FFF): Der lokale Club.

Flugschule Cloud-7: Kommerzieller Anbieter und Flugschule vor Ort.

Das digitale Fahrplansystem: Anders als in vielen DHV-Geländen gibt es keinen statischen Aushang, der für die ganze Saison gilt. Die Logistik ist modern und dynamisch organisiert:

WhatsApp als Leitmedium: Die Koordination der Fahrten ("Bössligruppe") läuft primär über WhatsApp-Gruppen. Hier werden Abfahrtszeiten spontan an das Wetter angepasst. Für Gastpiloten bedeutet das: Ohne Anschluss an diese Informationsquelle strandet man oft am Landeplatz.  

Typische Zeiten:

Werktags: Meist eine Abendfahrt ca. 17:45 Uhr für den Feierabendflug ("Abendflug").

Wochenende: Shuttlebetrieb oft ab 11:00 Uhr bis ca. 14:40 Uhr, je nach Bedarf.  

Treffpunkt: Der Sammelpunkt ist der Hangar am Landeplatz Frutigen (südliches Ende des Flugplatzes). Hier wird verladen.

Korrekt?

Die Problematik der privaten Auffahrt

Technisch gesehen führt eine Straße in die Nähe des Startplatzes. Doch die Nutzung durch Privat-PKW wird stark entmutigt und ist mit Hürden versehen:

Mautpflicht: Die Straße ist bewilligungspflichtig. Tickets müssen an einem Automaten gelöst werden.

Parkplatzmangel: Die Parkkapazität am Ende der Teerstraße (ca. 200m unterhalb des Startplatzes) ist minimal.

Sozialer Druck: Der Club (FFF) appelliert explizit: "Selber hochfahren ist geduldet, aber nicht erwünscht". Wer als Gastpilot Konflikte vermeiden will, nutzt den Bus. Das hohe Verkehrsaufkommen auf den schmalen Bergstraßen führt sonst zu Spannungen mit den lokalen Bauern, die ihre Milchtransporte durchführen müssen.

Korrekt?

Hike & Fly: Die sportliche Alternative

Für Piloten, die Unabhängigkeit suchen, bietet der Grimer eine hervorragende Hike & Fly Option, besonders in der Nebensaison (Herbst/Winter), wenn kein Shuttle fährt.  

Startpunkt: Frutigen (ca. 780 m).

Route: Über Wanderwege Richtung Gehrihorn/Grimer. Der Weg ist teilweise steil und führt durch Waldgebiete.

Höhenmeter: ca. 950 - 1000 hm.

Zeitbedarf: Ein durchschnittlich fitter Pilot benötigt ca. 2 bis 3 Stunden.

Belohnung: Im Winter bietet der Aufstieg oft den Ausbruch aus dem Hochnebel im Talboden.

Korrekt?

Der Startplatz: Physische Analyse und Starttechnik

Der Startplatz Grimer ist kein flacher Wiesenhang. Er ist eine alpine Schneise, die spezifische Starttechniken erfordert.

Korrekt?

Topografie und Untergrund

Die Startfläche ist eine steile Waldschneise.

Steilheit: Das Gelände fällt sofort steil ab. Dies erleichtert das Abheben bei schwachem Wind, macht aber Startabbrüche riskant. Sobald der Pilot ins Laufen kommt, ist ein Stoppen oft nicht mehr möglich ohne Sturz.

Bewuchs: Der Untergrund ist Wiese. Ein kritischer Punkt ist der Respekt vor dem hohen Gras. In den Wachstumsmonaten (Mai/Juni) gilt ein striktes Betretungsverbot für die hohen Wiesenflächen. Gestartet werden darf nur auf den gemähten Bereichen oder direkt unterhalb des Weidezauns. Missachtung führt zu direktem Konflikt mit den Landwirten.

Korrekt?

Starttechnik bei verschiedenen Bedingungen

Bei Thermik (Normalfall): Der thermische Aufwind zieht die Schneise hoch. Der Wind kommt oft direkt von vorne (West). Rückwärtsaufziehen ist Pflicht. Der Schirm muss kontrolliert steigen, da die Thermik böig sein kann. Ein "Aushebeln" ist möglich.  

Bei Seitenwind (Nord-Einfluss): Wenn der Talwind stark ist, kann er als Seitenwind in die Schneise greifen. Hier ist eine asymmetrische Aufziehtechnik gefragt.

Bei Rückenwind: Vormittags, wenn die Ostseite (Niesen) beschienen wird, liegt der Grimer oft im Schatten oder im leichten Katabatischen Wind. Starts sind dann nicht zu empfehlen; man wartet, bis die Sonne um den Grat kommt (meist ab 13:00 Uhr).

Korrekt?

Flugtaktik und XC-Strategien

Sobald man in der Luft ist, beginnt das taktische Spiel. Der Grimer bietet den Einstieg in drei fundamentale Flugmuster.

Korrekt?

Phase 1: Der "Fahrstuhl" – Überleben nach dem Start

Der kritischste Moment ist direkt nach dem Start. Man befindet sich in der Schneise.

Die Hausbart-Zone: Die Thermik löst sich meist direkt an der Waldkante oder leicht versetzt Richtung Gehrihorn. Die Taktik lautet: Eng am Hang bleiben. Wer zu weit rausfliegt, gerät in das Sinken der abfließenden Luftmassen und wird in den Talwind gespült.

Geduld: Oft muss man im "Nullschieber" (weder Steigen noch Sinken) ausharren, bis die nächste thermische Blase durchzieht. Hektisches Suchen führt zum Höhenverlust.

Korrekt?

Route A: Die Niesen-Querung ("Der Klassiker")

Viele Piloten nutzen den Grimer als Sprungbrett zum Niesen, da die Niesenbahn oft überlaufen ist oder der Wind dort noch nicht passt.

Höhenbedarf: Um das Kandertal sicher zu queren, sind mindestens 2000 m, besser 2200 m nötig.

Der Sprung: Man fliegt mit dem (West-)Wind im Rücken über das Tal. Ziel ist die Flanke des Niesen oder des Mäggisserenhorns.

Die Falle: Wer zu tief quert, gerät in den "Waschgang" des Talwinds in der Talmitte. Dort herrscht starkes Sinken und Turbulenz.

Korrekt?

Route B: Das Kandertal-Dreieck ("Gegen den Strom")

Eine anspruchsvolle Aufgabe ist der Flug Richtung Süden nach Adelboden.  

Herausforderung: Man fliegt gegen den Talwind.

Taktik: Man darf die Krete des Gehrihorns/Elsighorns nicht verlassen. Man muss "Ridge Racing" betreiben – von Bart zu Bart springen, ohne zu viel Vorwärtsfahrt gegen den Wind zu verlieren.

Wendepunkt Adelboden: Erreicht man den Talkessel von Adelboden, ändert sich oft das Windregime. Der Rückflug ist dann ein Hochgeschwindigkeits-Gleitflug mit 20-30 km/h Rückenwind zurück nach Frutigen.

Korrekt?

Route C: Sunset Soaring ("Magic Moves")

Dies ist die Spezialität des Grimers. Wenn die Thermik nachlässt, bleibt oft ein großflächiges, sanftes Steigen stehen. Man kann entlang der Waldkanten soaren, oft begleitet von Steinadlern, die hier heimisch sind. Es ist die Zeit für entspannte "Wingovers" und Fotografie.

Korrekt?

Luftraumstruktur und Regularien: Die "Reichenbach-Doktrin"

Die größte existenzielle Bedrohung für das Fluggebiet ist die Verletzung der Lufträume. Frutigen operiert unter einer Ausnahmegenehmigung, die extrem fragil ist.

Korrekt?

Die Reichenbach-Vereinbarung (Sonderregelung)

Der Flugplatz Reichenbach (ICAO: LSGR) liegt im Talboden, nur wenige Kilometer nördlich des Landeplatzes.

Die 5km-Zone: Normalerweise wäre Gleitschirmfliegen in einem Radius von 5 km um einen Flugplatz verboten. Der Landeplatz Frutigen liegt innerhalb dieser Zone.

Der Deal: Eine Sondervereinbarung mit dem Flugplatzchef erlaubt den Betrieb unter strikten Auflagen :  

Laterale Distanz: Entlang der Piste muss nur ein seitlicher Abstand von 1,5 km eingehalten werden (statt 5 km).

Rote Zone: Der Bereich direkt über der Piste und den Anflugschneisen (auf Infotafeln rot markiert) ist eine absolute No-Fly-Zone. Ein Überflug – auch in großer Höhe – wird nicht toleriert.

Funk-Disziplin: Es sind keine "Blindmeldungen" auf der Flugplatzfrequenz erwünscht, um Durchflüge zu erbitten. Die Trennung erfolgt geografisch, nicht prozedural.

Konsequenz: Verstöße werden gemeldet und können zur sofortigen Schließung des Fluggebiets für Hängegleiter führen.

Korrekt?

Weitere Luftraumfallen

LS-R Axalp: Nördlich des Thunersees beginnen militärische Übungszonen (Axalp). Wer vom Grimer große Strecken Richtung Brienz plant, muss den Status dieser Zonen (HX - aktiv/inaktiv) prüfen.  

Heli-Verkehr: Das Tal ist eine Hauptroute für Rettungshelikopter (Rega Basis Wilderswil) und Versorgungsflüge. Erhöhte Wachsamkeit ist geboten.

Korrekt?

Anatomie des Landeplatzes: Die "Volère"

Der Landeplatz in Frutigen ist weit mehr als eine Wiese. Er ist ein organisierter Verkehrsraum mit strikten Regeln zum Schutz der Nachbarschaft.

Korrekt?

Anflug und Windfallen

Der offizielle Landeplatz liegt beim Hangar am südlichen Ende des Flugfeldes.

Windrichtung: Im Normalfall landet man gegen den Nordwind (Talwind). Das bedeutet, der Endanflug erfolgt Richtung Norden.

Position: Man baut die Höhe westlich oder südlich des Landeplatzes ab ("Volte").

Gefahr: Der Talwind kann im Endanflug sehr stark sein. Piloten dürfen sich nicht zu weit nach Süden abtreiben lassen ("Lee-Falle"), da sie sonst gegen den Wind nicht mehr zum Landepunkt vordringen können. Ein Außenlanden in den landwirtschaftlichen Kulturen rundherum wird extrem ungern gesehen.

Korrekt?

Die "Orange Punkt" Regel

Eine Besonderheit in Frutigen ist das dynamische Weidemanagement.

Das Problem: Tausende Piloten, die immer an derselben Stelle ihre Schirme falten, zerstören das Gras.

Die Lösung: Der Club legt einen orangen Punkt (Markierung) aus. Gefaltet wird ausschließlich in der Nähe dieses Punktes oder am Rand der Teerstraße.

Rotation: Der Punkt wird regelmäßig versetzt, um die Belastung zu verteilen. Das Ignorieren dieses Punktes gilt als grobe Unhöflichkeit gegenüber dem Gastrecht.

Korrekt?

Gebühren und Infrastruktur

Landegebühr: Es wird eine Gebühr von 2 CHF erhoben. Diese ist in ein "weißes Kässeli" (Sammelbox) rechts am Hangar-Eingang zu werfen. Es gibt keinen Kontrolleur, das System basiert auf Ehre und Respekt.  

Holfuy Wetterstation: Um die aktuellen Bedingungen zu prüfen, nutzen Piloten oft die Wetterstationen der Region. Während es direkt am Grimer eine Station gibt ("Grimer"), sind auch die Stationen "Lehn" (Talboden) und "Niesen" (Gipfelwind) essenziell für das Gesamtbild.

Korrekt?

Unterkunft, Community und "Vibe"

Frutigen hat sich über die Jahre zu einem Hotspot der Szene entwickelt, der weniger touristisch überlaufen ist als Interlaken, aber fliegerisch ebenbürtig.

Korrekt?

Der Hangar als soziales Zentrum

Der Hangar der "Freien Flieger Frutigland" und der Flugschule Cloud-7 ist der Treffpunkt ("The Place to Be").

Das Landebier: Nach dem Flug trifft man sich hier. Der Kühlschrank ist meist gefüllt (Kasse des Vertrauens). Hier findet der Wissenstransfer statt: Erfahrene Piloten analysieren den Tag, Anfänger bekommen Tipps.

Events: Regelmäßige Club-Events wie das "Chlausenfliegen" oder Helferessen stärken den Zusammenhalt.

Korrekt?

Unterkünfte für Piloten

Frutigresort: Eine Top-Adresse direkt in der Nähe. Es bietet einen Campingplatz, Hotelzimmer und Ferienwohnungen. Die Anlage ist explizit auf Aktivurlauber eingestellt und sehr gleitschirmfreundlich.  

Gruppenhäuser: Für Flugschulen oder Vereine gibt es große Unterkünfte wie das "Frutighus" oder Sportzentren, die kostengünstige Bettenlager anbieten.

Korrekt?

Tandemflüge

Für nicht-fliegende Begleiter ist der Grimer ebenfalls attraktiv. Mehrere Anbieter führen hier gewerbliche Tandemflüge durch:

Cloud-7: Die lokale Platzhirsch-Schule mit Basis direkt am Landeplatz.  

Paragliding Kandertal / Birdwing: Bieten ebenfalls Flüge vom Grimer, Elsighorn und Niesen an.

Korrekt?

Sicherheitsszenarien: "What If?"

Zum Abschluss eine Analyse kritischer Szenarien, die jeder Pilot mental durchspielen sollte, bevor er am Grimer startet.

Szenario A: "Der Talwind-Durchbruch"

Situation: Du startest um 14:00 Uhr. Die Thermik ist zerrissen. Du sinkst ab. Plötzlich merkst du auf 1200 m, dass deine Vorwärtsfahrt gegen Grund fast Null ist.

Analyse: Du bist in die Schicht des starken Talwinds gesunken.

Lösung: Nicht krampfhaft versuchen, gegen den Wind zum Landeplatz zu "drücken". Drehe ab, nutze den Rückenwind, um sicher ein Außenlandefeld südlich zu erreichen (sofern frei von Hindernissen/Kulturen), oder versuche, am Hang im dynamischen Aufwind des Talwinds ("Soaring") Höhe zu machen, um wieder über die Schicht zu kommen.

Szenario B: "Die Bisen-Falle"

Situation: Am Startplatz ist es verdächtig ruhig, aber ab und zu raschelt der Wald hinter dir. Im Tal siehst du, wie Rauchfahnen flach nach Süden gedrückt werden.

Analyse: Klassische Bisenlage. Der Startplatz liegt im Lee des Gehrihorns. Die Ruhe ist trügerisch ("Lee-Ruhe").

Lösung: Packen. Ein Start in diese Rotoren hinein führt oft zu Kappenstörungen in Bodennähe. Geh lieber wandern oder genieße ein Bier im Frutigresort.

Korrekt?

Fazit: Ein Juwel für den denkenden Piloten

Der Grimer in Frutigen ist weit mehr als ein Ausweichberg, wenn der Niesen "zu voll" ist. Er ist ein hochkomplexes, leistungsfähiges Fluggelände, das den kompletten Piloten fordert. Wer hier fliegt, muss Meteorologe, Stratege und Pilot zugleich sein.

Die Belohnung für diese Mühe ist einer der spektakulärsten Abendflüge der Alpen: Wenn die Sonne hinter der Niesen-Kette steht, das Kandertal in goldenes Licht getaucht ist und man im sanften Aufwind über den Wäldern des Gehrihorns kreist, versteht man, warum die lokalen Piloten ihren "Grimmi" so sehr schützen.

Experten-Empfehlung: Nutzen Sie den ersten Tag vor Ort nicht zum Fliegen auf eigene Faust. Gehen Sie zum Hangar, zahlen Sie ihre Landegebühr, trinken Sie ein Bier mit den Locals und fragen Sie nach dem aktuellen "Whatsapp-Code" für den Shuttle. Diese kleine Investition in soziale Interaktion ist der beste Sicherheitsgurt, den Sie in Frutigen anlegen können.

Hinweis zur Datenlage: Alle Koordinaten, Frequenzen (127.705 MHz) und Gebühren (2 CHF) entsprechen dem Stand der Recherche im Februar 2026. Bitte prüfen Sie vor jedem Flug die aktuellen Infotafeln vor Ort.

Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Oeschinen
Berner Oberland
Allmenalp
Berner Oberland
Mäggisseren
Berner Oberland
Niesen
Berner Oberland
Schilthorn
Berner Oberland
Mehr in Berner Oberland
Bergrettung
112