
1 Startplatz, 3 Landeplatzätze
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Ultimativer Fluggebietsführer: Der Gaisberg (Salzburg) – Ein umfassendes Kompendium für Gleitschirmpiloten
Der Gaisberg, mit seiner markanten Höhe von 1.287 Metern über der Adria (m ü. A.), stellt weit mehr dar als nur die topografische Begrenzung des Salzburger Beckens. In der Gemeinschaft der Gleitschirm- und Drachenflieger gilt dieser Berg als eines der komplexesten, aber auch lohnendsten Fluggelände im gesamten Alpenraum. Geografisch betrachtet fungiert der Gaisberg als vorgeschobener Monolith der Osterhorngruppe, der sich isoliert am nördlichen Alpenrand erhebt. Diese exponierte Lage führt dazu, dass der Berg von den vorherrschenden Windsystemen ungehindert angeströmt wird, was ihn zu einem präzisen Indikator für die großräumigen aerologischen Verhältnisse im Salzburger Land macht.
Historisch gesehen ist der Gaisberg eine Wiege des österreichischen Flugsports. Bereits lange vor der Ära der Gleitschirme nutzten Pioniere der Luftfahrt die zuverlässigen Aufwinde dieses Berges. Heute wird das Gelände primär durch den 1. Drachenflieger- und Paragleiterclub Salzburg (FlyForFun) betreut, der auf eine fast hundertjährige Tradition zurückblickt und mit über 650 Mitgliedern zu den aktivsten Vereinen Europas zählt. Diese historische Tiefe spiegelt sich in der perfektionierten Infrastruktur wider, die den Gaisberg von vielen anderen alpinen Startplätzen unterscheidet. Die Nähe zur UNESCO-Weltkulturerbestadt Salzburg verleiht jedem Flug eine visuelle Dramatik, die weltweit ihresgleichen sucht: Der Blick reicht von den sanften Hügeln des Alpenvorlandes über die barocke Altstadt mit der Festung Hohensalzburg bis hin zu den vergletscherten Gipfeln des Dachsteinmassivs im Süden.
Es ist von entscheidender Bedeutung, gleich zu Beginn eine häufige terminologische Verwirrung aufzulösen, die insbesondere bei der Planung von Flugreisen zu Missverständnissen führt. In der Anfrage wurde nach dem Startplatz "Gais" in Deutschland oder Österreich gefragt.
Gaisberg (Salzburg, Österreich): Dies ist das hier behandelte Fluggebiet. Es entspricht den Kriterien "Österreich" und ist das in den Recherchedaten dominierende Thema.
Gais (Südtirol, Italien): Es existiert ein bekanntes Fluggebiet in der Gemeinde Gais im Tauferer Ahrntal (Italien), nahe dem Kronplatz. Dieses liegt jedoch nicht in Deutschland oder Österreich.
Gais (Schweiz): Ein Ort im Appenzellerland, der fliegerisch jedoch kaum Relevanz besitzt im Vergleich zu den genannten Namensvettern.
Dieser Bericht konzentriert sich exklusiv und in maximaler Detailtiefe auf den Gaisberg bei Salzburg, da er die einzige logische Entsprechung zur geografischen Einschränkung der Anfrage darstellt.
Für Piloten, die unter Zeitdruck stehen oder eine schnelle Entscheidungsgrundlage für ihren Flugtag suchen, bietet diese Zusammenfassung die essenziellen Parameter des Fluggebietes.
Eignungsprofil:
Anfänger (A-Schein frisch): Bedingt geeignet. Die Startplätze sind oft eng (Schneisenstarts), und die Luftraumstruktur (CTR/TRA) erfordert strikte Disziplin. Ohne Einweisung durch Locals oder Flugschulen wird abgeraten.
Fortgeschrittene (B-Schein / XC): Hervorragend. Der Gaisberg dient als ideales Sprungbrett für Streckenflüge in die Osterhorngruppe.
Hike & Fly Enthusiasten: Weltklasse. Durch die Geschichte als Red Bull X-Alps Turnpoint existiert eine ausgeprägte Hike & Fly Kultur mit diversen Routen.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
Parameter Wert / Detail Relevanz Gipfelhöhe 1.287 m MSL
Startplätze befinden sich ca. auf 1.260–1.280 m.
Höhendifferenz ca. 650 m (Guggenthal) Ausreichend für Thermikeinstieg und Manövertraining. Luftraum CTR Salzburg (LOWS)
Fliegen ist nur bei aktiver TRA (Temporary Reserved Area) erlaubt.
Beste Windrichtung Nordwest (NW) bis Nord (N)
Hauptwindrichtung für Soaring und Thermik.
Ticketpflicht Ja (Tages-/Wochenkarte)
Erhältlich online oder bei Gastwirten. Dient der Pachtfinanzierung.
Logistik Gaisbergbus Linie 151
Fährt bis zum Gipfel. Kein Auto notwendig.
Um am Gaisberg sicher und erfolgreich zu fliegen, muss man die Interaktion zwischen der topografischen Form des Berges und den meteorologischen Kräften verstehen. Der Gaisberg ist kein einfacher Prallhang, sondern ein aerodynamisches Hindernis, das komplexe Strömungsmuster erzeugt.
Der Gaisberg steht als solitärer Kegel am Alpenrand. Dies bedeutet, dass Luftmassen aus dem Flachland (Nord/Nordwest) auf ihn treffen und zum Aufsteigen gezwungen werden.
Der Luv-Effekt: Bei Nordwestwind (postfrontale Lagen) bildet sich an der breiten Nordflanke und der Westflanke ein großflächiges, laminares Aufwindband. Dies ermöglicht das berühmte "Soaring", bei dem Piloten stundenlang ohne thermische Aktivität Höhe halten können.
Der Düseneffekt (Venturi): Zwischen dem Gaisberg und dem östlich gelegenen Nockstein sowie dem südlichen Schwarzenberg entstehen bei bestimmten Windrichtungen Düseneffekte, die die Windgeschwindigkeit lokal drastisch erhöhen können.
Ein oft unterschätzter Faktor ist das Talwindsystem des Salzachtals.
Mechanismus: An thermischen Tagen saugt das innere Gebirge (Hohe Tauern) Luftmassen aus dem Alpenvorland an. Dieser Ausgleichswind strömt durch das Salzachtal von Nord nach Süd.
Auswirkung auf den Landeplatz Guggenthal: Während am Gipfel (1.280 m) vielleicht nur schwacher Wind herrscht, kann der Talwind am Landeplatz Guggenthal (618 m) bereits mit 20-25 km/h aus Nord wehen. Dies führt zu einem steilen Windgradienten im Landeanflug. Piloten müssen darauf gefasst sein, dass die Vorwärtsfahrt im Endanflug drastisch abnimmt.
Auswirkung auf den Landeplatz Aigen: Hier kann der Talwind, der am Gaisberg-Massiv vorbei strömt, Leewirkungen und Rotoren erzeugen, insbesondere wenn der überregionale Wind eine Ostkomponente hat.
Die Thermik am Gaisberg ist nicht zufällig verteilt, sondern folgt topografischen Triggern.
Der Nockstein-Bart: Östlich des Gipfels, wo der Wald in die felsige Struktur des Nocksteins übergeht, löst sich oft die zuverlässigste Thermik ab. Diese ist meist weniger turbulent als direkt über dem Gipfelplateau.
Der Sender-Bart: Direkt über der Sendeanlage (Antenne) und den Parkplätzen heizt sich der Asphalt auf. Diese Thermik ist stark, aber durch die Antennenstruktur und die Kante oft "zerrissen" und bockig.
Die Zistelalm: Auf halber Höhe (ca. 1.000 m) an der Südseite bildet sich oft ein Zwischenbart, der Piloten retten kann, die am Gipfel "abgesoffen" (tief gekommen) sind.
Der Gaisberg verfügt über vier offizielle Startplätze, die fast alle Windrichtungen abdecken. Es handelt sich jedoch nicht um weitläufige Almwiesen, sondern um technisch anspruchsvolle Schneisen. Eine präzise Starttechnik ist hier überlebenswichtig.
Koordinaten: N 47°48'15.6", E 13°06'38.1"
Höhe: 1.275 m MSL
Ausrichtung: Nordwest (NW) bis Nord (N) (270° - 10°)
Charakteristik: Dies ist der am stärksten frequentierte Startplatz. Es handelt sich um eine breite Waldschneise direkt unterhalb der Parkplätze. Der obere Bereich ist flach und eignet sich zum Auslegen, geht dann aber in steileres Gelände über.
Gefahrenpotential "Schneisen-Falle": Die Begrenzung durch hohen Nadelwald links und rechts schafft einen Kanaleffekt.
Kritisch bei Westwind: Wenn der Wind zu stark auf West dreht, liegt der Startbereich im Lee der linken Baumreihe. Piloten bemerken dies oft erst beim Aufziehen, wenn der Schirm asymmetrisch entlastet oder einklappt ("Achtung vor Rotoren" ).
Startabbruch: Aufgrund der Länge der Schneise ist ein Startabbruch möglich, muss aber entschlossen erfolgen, bevor das Gelände steil abfällt.
Infrastruktur: Eine große Aufbauzone am Zugangsweg ermöglicht entspanntes Vorbereiten ohne den Startbetrieb zu blockieren.
Koordinaten: N 47°48'17.4", E 13°06'49.9"
Höhe: 1.280 m MSL
Ausrichtung: Nordost (NO) (10° - 110°)
Charakteristik: Dieser Startplatz wird primär in der Vormittagsthermik (April bis Juli) genutzt. Er liegt in einer deutlich engeren Waldschneise als der Nordstart.
Technische Anforderung: Die Startstrecke ist extrem kurz (ca. 15 Meter). Danach fällt das Gelände über eine Geländekante steil ab. Ein "Laufenlassen" des Schirms ist hier kaum möglich; der Schirm muss sofort tragen.
Verbot: Toplanden ist am Oststartplatz strikt verboten. Die Gefahr, durch Leewirkung hinter die Kante gedrückt zu werden, ist zu groß.
Koordinaten: N 47°48'11.6", E 13°06'34.3"
Höhe: 1.275 m MSL
Ausrichtung: West (W) bis Nordnordwest (NNW) (180° - 300°)
Charakteristik: Bietet den spektakulärsten Blick auf die Stadt Salzburg. Der Untergrund ist felsdurchsetzt und uneben, was Stolperfallen birgt.
Naturschutz: Unterhalb des Startplatzes beginnt eine Wildschutzzone. Flüge tief über den Wald sind hier besonders in der Dämmerung zu vermeiden.
Aerologie: Bei starkem Nordwind entsteht hier ein massives Lee durch das Gipfelplateau selbst.
Koordinaten: N 47°48'07.6", E 13°06'41.9"
Höhe: 1.255 m MSL
Ausrichtung: Südost (SO)
Charakteristik: Ein sehr kleiner Naturstartplatz in einem Waldschlag.
Warnung: Dieser Startplatz verzeiht keine Fehler. Nach dem Abheben gibt es keinen freien Raum, man muss sofort Thermik finden oder sehr eng am Hang soaren. Ein "Absaufen" führt unweigerlich zu einer Baumlandung in unwegsamem Gelände. Nur für sehr routinierte Piloten bei optimalen Bedingungen.
Die logistische Anbindung des Gaisbergs ist ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn von vielen reinen Sportfluggebieten unterscheidet. Die Integration in den öffentlichen Nahverkehr ist vorbildlich.
Der "Lift" der Gaisbergflieger ist ein gelber Linienbus. Es gibt keine Seilbahn, was die Naturbelassenheit des Berges bewahrt, aber durch den Busverkehr kompensiert wird.
Fahrplan und Taktung: Der Bus verkehrt täglich. Ab dem 08. September 2025 gilt ein neuer Fahrplan mit einem 60-Minuten-Takt unter der Woche (Montag bis Freitag) und einem verdichteten 30-Minuten-Takt an Wochenenden (Samstag und Sonntag).
Route: Die Linie 151 startet zentral am Mirabellplatz in Salzburg, fährt über den Verkehrsknotenpunkt Gnigl und hält strategisch wichtig am Landeplatz Guggenthal (Haltestelle "Guggenthal"), bevor sie die Gaisbergspitze erreicht.
Paragleiter-Transport: Die Mitnahme von Gleitschirmrucksäcken ist gestattet und üblich. An guten Flugtagen kann der Bus jedoch sehr voll werden; es empfiehlt sich, an der Startstation (Mirabellplatz oder spätestens Guggenthal) zuzusteigen.
Ticketkauf: Eine Besonderheit der Linie 151 ist, dass der Ticketverkauf im Bus beim Fahrer weiterhin möglich ist, während dies auf anderen O-Bus-Linien in Salzburg eingestellt wurde. Die Preise richten sich nach den Tarifen des Salzburger Verkehrsverbundes (SVV).
Obwohl der Bus empfohlen wird, ist die Anreise mit dem Auto möglich.
Gipfelparkplatz: Auf der Gaisbergspitze gibt es Parkplätze. Diese sind jedoch an Wochenenden und Feiertagen oft schon am Vormittag restlos belegt. Es kommt häufig zu Staus und Sperrungen der Zufahrtsstraße durch die Polizei, wenn der Gipfel überlastet ist.
Landeplatz Guggenthal: Hier gibt es Parkmöglichkeiten in ausgewiesenen Bereichen. Es ist essenziell, nicht auf den Wiesen der Bauern oder in Einfahrten zu parken. Die lokalen Landwirte reagieren empfindlich auf Falschparker, was das Fluggebiet gefährden könnte.
Shuttle-Option: Viele Piloten parken ihr Auto am Landeplatz Guggenthal und nutzen für die Auffahrt den Bus ("Park & Ride" Prinzip), was logistisch die smarteste Lösung ist.
Der Gaisberg ist ein Ganzjahres-Fluggebiet, wobei jede Jahreszeit ihren eigenen Charakter hat.
Frühling (März bis Juni): Dies ist die Zeit der "Hammerthermik". Die Temperaturdifferenz zwischen der noch kalten Luft in der Höhe und dem bereits kräftigen Sonnenstand sorgt für starke Steigwerte. Dies ist die beste Zeit für Streckenflüge (XC), erfordert aber aktives Pilotieren.
Sommer (Juli bis August): Die Thermik wird oft durch stabile Hochdrucklagen gedämpft ("Blauthermik"). Die Gewittergefahr steigt am Nachmittag markant an. Ein Highlight sind die Abendflüge ("Sunset Soaring"), wenn die Restwärme (Restitution) aus dem Salzburger Becken abgegeben wird und sanftes Aufdrehen bis zum Sonnenuntergang ermöglicht.
Herbst (September bis November): Die Zeit der Inversionen. Oft liegt Salzburg unter einer dicken Nebeldecke (Hochnebel), während der Gaisberg-Gipfel in der Sonne liegt. Piloten starten über dem Nebelmeer. Vorsicht: Der Landeplatz muss nebelfrei sein! Ein "Loch" im Nebel reicht oft nicht für eine sichere Landung.
Winter (Dezember bis Februar): Ruhige Abgleiter in klarer Luft. Ideal für Hike & Fly Touren, da die Straßenverhältnisse für den Bus oft schwierig sein können.
Der Gaisberg reagiert extrem sensibel auf Südföhn.
Föhn-Gefahr: Da der Gaisberg am Nordrand der Alpen liegt, bricht der Föhn hier oft brachial durch. Ein Druckunterschied von mehr als 4 hPa (Bozen minus Salzburg) ist ein absolutes Warnsignal. Auch wenn es am Startplatz kurzzeitig windstill scheint, können turbulente Rotoren in der Luft stehen.
Leewirkung: Bei starkem Ostwind sind der Weststart und der Landeplatz Guggenthal gefährdet. Bei starkem Westwind ist der Oststart unfliegbar.
Das Fliegen am Gaisberg findet in einem der sensibelsten Lufträume Österreichs statt: Mitten in der Kontrollzone (CTR) des Flughafens Salzburg (LOWS). Ohne spezielle Regelung wäre jeglicher Flugsport hier illegal.
Der Club FlyForFun hat mit der Austro Control eine Sondervereinbarung ausgehandelt, die zwei temporäre Flugräume definiert :
TRA Gaisberg:
Zweck: Lokales Fliegen und Soaren am Berg.
Grenzen: Obergrenze 5.000 ft MSL (ca. 1.524 m). Horizontale Grenzen sind strikt einzuhalten (siehe Karte am Startplatz).
Bedingung: Bodensicht erforderlich.
TRA Schwarzenberg:
Zweck: Streckenflüge Richtung Süden und Osten.
Grenzen: Erweiterung auf bis zu 7.000 ft MSL (ca. 2.134 m).
Bedingung: Thermische Bedingungen und Sicht zum Flughafen.
Es herrscht eine Holpflicht für Informationen. Vor jedem Flug muss der Status der TRA geprüft werden.
Status-Abfrage:
Webseite flyforfun.at: Ein Ampelsystem in der Kopfzeile zeigt den Status (Grün = Aktiv, Rot = Geschlossen).
Telefon-ATIS: Unter +43 517 036 531 läuft eine Bandansage. Nur wenn explizit "Glider Area Gaisberg active" angesagt wird, ist der Luftraum offen.
Aktivierung: Sollte die TRA inaktiv sein, dürfen nur Clubmitglieder die Aktivierung beim Tower beantragen. Gastpiloten müssen warten oder einen Local bitten.
Sanktionen: Verstöße gegen die Luftraumgrenzen gefährden den gesamten Flugbetrieb am Gaisberg und werden strafrechtlich verfolgt.
Die Wahl des richtigen Landeplatzes hängt stark vom Können des Piloten und den aktuellen Windbedingungen ab.
Lage: Nördlich des Berges im Ortsteil Guggenthal.
Charakter: Eine sehr große, leicht geneigte Wiese.
Windsystem: Hier greift oft der bayerische Wind oder der Talwind ein. Achten Sie strikt auf den Windsack an der Straße.
Volte: In der Regel wird eine Linksvolte geflogen. Es ist wichtig, nicht über die privaten Häuser im Endanflug zu fliegen (Lärmschutz).
Besonderheit: Dies ist der Treffpunkt der Szene. Hier wird gepackt, gefachsimpelt und auf den Bus gewartet.
Lage: Im Süden der Stadt, nahe Schloss Aigen und dem Campingplatz.
Warnung: Dieser Landeplatz ist technisch anspruchsvoll. Er liegt oft im Lee des Kühbergs (einem Vorberg des Gaisbergs). Bei Nordwind entstehen hier turbulente Rotoren ("Waschmaschine").
Luftraum: Im Anflug auf Aigen befinden Sie sich tief in der CTR. Die maximal erlaubte Flughöhe beträgt hier 150 m über Grund (GND). Ein "Hochkurbeln" über dem Landeplatz ist streng verboten und führt direkt in den Anflugsektor der Verkehrsmaschinen.
Status: Laut einigen Quellen und Schildern vor Ort ist dieser Landeplatz zeitweise gesperrt oder nur für Clubmitglieder/Berechtigte zugänglich ("Landewiesen in Aigen dauerhaft gesperrt!" - diese Info muss vor Ort verifiziert werden, da sich Status oft ändert).
Obwohl der Gaisberg isoliert wirkt, ist er der Startpunkt für beeindruckende FAI-Dreiecke.
Die größte Herausforderung beim XC-Fliegen vom Gaisberg ist der "Sprung" über das Tal zum Schwarzenberg.
Taktik: Man muss am Gaisberg die maximale Höhe der TRA Gaisberg (ca. 1.500m) ausreizen. Dann quert man das Tal Richtung Süden.
Die "Absauf-Falle": Wer am Schwarzenberg zu tief ankommt, findet oft keinen Anschluss mehr und muss im Nichts landen. Ziel ist es, am Schwarzenberg sofort thermischen Anschluss zu finden, um in die höhere TRA Schwarzenberg (bis 2.100m) aufzusteigen.
Osterhorngruppe: Vom Schwarzenberg weiter zum Gennerhorn und Gruberhorn. Dies ist die klassische "Rennstrecke".
Dachstein-Blick: Erfahrene Piloten fliegen bis zum Zwölferhorn am Wolfgangsee und weiter Richtung Dachstein-Massiv. Ein Rückflug zum Gaisberg schließt oft ein 50-100 km Dreieck.
Obertraun: Es gab historische Flüge bis Obertraun und zurück , was jedoch navigatorisch und luftrechtlich extrem anspruchsvoll ist.
Der Gaisberg ist ein Mekka für Hike & Fly Sportler. Als erster Turnpoint der Red Bull X-Alps hat er Legendenstatus.
Start: Landeplatz Guggenthal.
Verlauf: Entweder entlang der Straße (weniger schön) oder über die markierten Wanderwege via Zistelalm.
Dauer: Sportlich ca. 60 Min, Genuss ca. 90-110 Min.
Charakter: Technisch einfach, gut markiert.
Start: Koppl oder Guggenthal (Abzweigung).
Verlauf: Über den felsigen Grat des Nocksteins.
Anforderung: Trittsicherheit erforderlich! Der Weg führt exponiert über Felsen zum Gipfelplateau.
Landschaft: Spektakulärste Route, aber anstrengend durch ständiges Auf und Ab am Grat.
Start: Stadtteil Aigen.
Verlauf: Über die Gersbergalm oder den "Zistel-Rundweg".
Dauer: Ca. 2 bis 3,5 Stunden.
Höhenmeter: Über 800 hm.
Vorteil: Man startet direkt in der Zivilisation und läuft in die Ruhe des Waldes.
Profis nutzen nicht nur Wetter-Apps, sondern die Panomax Gaisberg.
Der Trick: Zoomen Sie auf die Fahnen am Startplatz UND auf die Baumwipfel im Hintergrund. Wenn sich die Bäume stark biegen, ist der Wind oft stärker als der Mittelwind-Wert der Station anzeigt.
Nebel-Check: Im Herbst ist die Webcam essenziell, um die Obergrenze des Hochnebels zu bestimmen. Liegt der Startplatz frei? Ist der Landeplatz im Nebel (No-Go!)?
Ein Phänomen, das im DHV-Eintrag fehlt: An heißen Sommertagen schläft der Talwind am Abend ein. Die Stadt Salzburg strahlt jedoch die gespeicherte Hitze ab. Dies erzeugt eine sanfte, großflächige Restitution (Umkehrthermik). Zwischen 18:00 und 20:30 Uhr kann man oft in ruhigerster Luft ("Öl") vor dem Sonnenuntergang soaren. Dies sind die magischen Momente des Gaisbergs.
Wenn der Gaisberg wegen Föhn unfliegbar ist (oft schon bei 2-4 hPa Druckdifferenz spürbar), weichen Locals oft nach Werfenweng (Bischling) aus.
Warum? Der Bischling liegt geschützter und hat eine andere Ausrichtung, die bei leichtem Föhn oft noch sicher ist (aber auch hier: Vorsicht ist geboten!).
Distanz: Ca. 45 Min Autofahrt südlich von Salzburg.
Kohlmayr's Gaisbergspitz: Direkt am Startplatz gelegen. Ideal für den Kaffee vor dem Start oder das Dekobier danach.
Goasn Alm: Eine rustikale Hütte etwas unterhalb des Gipfels, bekannt für lokale Spezialitäten.
Zistelalm: Auf halber Höhe (bei der Bushaltestelle Zistelalm). Gehobenere Gastronomie und Hotelbetrieb.
Camping Schloss Aigen: Ein Geheimtipp für Piloten. Der Campingplatz liegt im Grünen, aber stadtnah. Vom Zeltplatz kann man zu Fuß zum Landeplatz Aigen gehen (ca. 10 Min).
Romantikhotel Die Gersberg Alm: Für Piloten, die es luxuriöser mögen. Liegt direkt an der Aufstiegsroute von der Stadt.
Ticket: Kaufen Sie ein Ticket (FlyForFun Shop oder Wirt). Es sichert den Erhalt des Fluggebietes.
Groundhandling: Auf den Startplätzen ist Groundhandling während des Flugbetriebs verboten, um den Ablauf nicht zu stören. Es gibt spezielle Wiesen (z.B. in Seeham oder Stadtwiese Salzburg), die der Club dafür bereitstellt.
Notfall: Speichern Sie die Nummer der Baumrettung (+43 664 1367620) ein. Rufen Sie bei unverletzten Baumlandungen nicht sofort die 144/112, um unnötige Helikoptereinsätze in der CTR zu vermeiden (Kosten!).
Respekt: Halten Sie Abstand zu Wanderern am Gipfelrundweg. Der Gaisberg ist ein Naherholungsgebiet für tausende Salzburger. Negatives Verhalten fällt auf die gesamte Fliegerszene zurück.
Schlusswort: Der Gaisberg ist eine Diva. Er kann zickig sein (Schneisenwindscherung, Föhn), aber wenn er seine guten Seiten zeigt (Sunset-Soaring, Panorama), ist er unwiderstehlich. Mit der richtigen Vorbereitung und Respekt vor dem Luftraum bietet er eines der intensivsten Flugerlebnisse der Alpen.