StartseiteFluggebieteDeutschlandBaden-WürttembergEck und Gaishalden / Gersbach

Eck und Gaishalden / Gersbach

Startplätze:2
Landungen:1
Koord.:47.6882°N, 7.9183°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Eck Startplatz

Start
Höhe933m ü. M.
Koord.47.6882, 7.9183
WindW
Korrekt?

Eck und Gaishalden Landeplatz

Landung
Höhe903m ü. M.
Koord.47.6847, 7.9338
Korrekt?

Gaishalden Startplatz

Start
Höhe925m ü. M.
Koord.47.6843, 7.9325
WindO
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggebietsanalyse Eck und Gaishalden / Gersbach: Der ultimative Guide für anspruchsvolle Gleitschirm-Piloten

Die Luftfahrt im Südschwarzwald stellt eine faszinierende Verbindung aus technischer Herausforderung und landschaftlicher Unberührtheit dar. Während viele Piloten die großen, bekannten Startplätze wie den Feldberg oder den Schauinsland ansteuern, verbirgt sich auf dem Hochplateau von Gersbach, einem staatlich anerkannten Erholungsort und Ortsteil der Stadt Schopfheim, ein fliegerisches Juwel: Das Gelände Eck und Gaishalden. Dieser Guide analysiert das Revier aus der Perspektive eines erfahrenen Piloten und Reisejournalisten und geht weit über die tabellarischen Fakten der offiziellen Geländedatenbanken hinaus. Er beleuchtet die meteorologischen Feinheiten, die navigatorischen Fallstricke der nahen Kontrollzonen und die logistischen Details, die den Unterschied zwischen einem kurzen Absinken und einem epischen Thermikflug ausmachen.  

Executive Summary: Ein Revier für Genießer und Taktiker

Das Fluggebiet Eck und Gaishalden / Gersbach ist kein Ort für Rekordjäger, die nach Tausenden von Höhenmetern suchen, sondern ein Paradies für Soaring-Enthusiasten, Thermik-Einsteiger und Hike-and-Fly-Puristen. Mit einer offiziellen Höhendifferenz von lediglich etwa 30 bis 40 Metern zwischen Start- und Landeplatz fordert es vom Piloten ein hohes Maß an Feingefühl für die Luftmasse. Wer hier fliegen will, muss lernen, die feinsten Ablösungen an den Hangkanten zu nutzen und die laminaren West- oder Ostwinde in dynamischen Auftrieb umzumünzen.  

Das Gelände eignet sich hervorragend für Piloten mit A-Schein (beschränkter Luftfahrerschein), die ihre Starttechnik in ruhiger Atmosphäre verfeinern wollen, sowie für Streckenflieger, die Gersbach als taktisches Sprungbrett nutzen, um das Wehratal zu queren oder Anschluss an die mächtige Schwarzwaldthermik zu finden. Die strategische Lage innerhalb des Netzwerks "Flypark Südschwarzwald" macht es zudem zu einer verlässlichen Ausweichmöglichkeit, wenn andere Plätze aufgrund von Windstärke oder -richtung unpassierbar sind.  

Geographische Lage und topographische Besonderheiten

Gersbach liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von etwa 900 Metern über dem Meeresspiegel und zeichnet sich durch ein welliges Hochplateau aus, das von tief eingeschnittenen Tälern – dem Wiesental im Norden und dem Wehratal im Süden – begrenzt wird. Diese Lage sorgt für ein spezifisches Mikroklima, das oft von Inversionslagen im Tal entkoppelt ist.  

Die Startplätze im Detail

Die Besonderheit von Gersbach ist die Verfügbarkeit zweier Startplätze mit fast entgegengesetzter Ausrichtung in unmittelbarer Gehdistanz. Dies minimiert das Risiko, unverrichteter Dinge wieder abreisen zu müssen.

Merkmal Startplatz Eck (West) Startplatz Gaishalden (Ost) GPS-Koordinaten N 47°41'17.57" E 7°55'05.92" N 47°41'03.63" E 7°55'57.05" Höhe NN 933 m 925 m Hauptwindrichtung West (W) Ost (O) Geeignet für Gleitschirm (1-sitzig) Gleitschirm (1-sitzig) Erschließung Zu Fuß Zu Fuß Besonderheiten Prallhang für Westwind-Soaring Frühthermischer Einstieg Export to Sheets

Beide Plätze sind als Hanggelände eingestuft und weisen eine sehr geringe Höhendifferenz zum Landeplatz auf, der sich auf 903 m ü. NN befindet. Dies bedeutet, dass ein Gleitflug ohne Aufwindunterstützung mathematisch gesehen in weniger als zwei Minuten endet. Das Ziel in Gersbach ist es jedoch, durch Soaring an der Geländekante oder durch das Zentrieren lokaler Thermikblasen die Flugzeit signifikant zu verlängern.  

Zugang und Logistik: Die Ästhetik des Einfachen

In einer Zeit, in der viele Fluggebiete durch massive Seilbahnanlagen erschlossen sind, bewahrt sich Gersbach den Charakter eines reinen Wander- und Fliegerdorfs. Es gibt keine mechanischen Aufstiegshilfen, was die Frequenz der Piloten am Berg natürlich reguliert und für eine entspannte Atmosphäre sorgt.  

Anreise und Parken

Die Anfahrt erfolgt idealerweise über Schopfheim oder Wehr. Piloten sollten beachten, dass Gersbach ein ökologisch orientiertes Dorf ist und wildes Parken an Feldwegen streng geahndet wird, da dies die landwirtschaftlichen Betriebe behindert.

Wanderparkplatz "Eckhag": Dieser Parkplatz liegt zwischen Gersbach und Schlechtbach an der K6352 und ist der primäre Ausgangspunkt für Piloten. Er bietet ausreichend Platz und direkten Anschluss an das Wanderwegenetz zur Hohen Möhr.  

Parkplatz Infopavillon: In der Ortsmitte von Gersbach gelegen, eignet sich dieser Parkplatz besonders für Piloten, die nach dem Flug eine Einkehr im Dorf planen. Von hier aus sind die Startplätze über einen längeren, aber sehr panoramareichen Spaziergang zu erreichen.  

Der Aufstieg zur Startrampe

Vom Wanderparkplatz Eckhag aus führt ein gut markierter Wanderweg in nordwestlicher Richtung zum Startplatz Eck. Die Gehzeit beträgt ca. 15 bis 20 Minuten bei moderater Steigung. Wer zum Startplatz Gaishalden möchte, folgt den Pfaden in östlicher Richtung. Die Wege sind unkompliziert und erfordern keine spezielle alpine Ausrüstung, festes Schuhwerk ist jedoch aufgrund der oft feuchten Wiesenböden obligatorisch.

In der lokalen Gemeinschaft wird Gersbach oft für das sogenannte "Feierabend-Fliegen" genutzt. Piloten parken ihre Autos am Landeplatz , wandern mit leichtem Hike-and-Fly-Equipment nach oben und genießen die laminaren Abendbedingungen, bevor sie fast punktgenau wieder bei ihrem Fahrzeug landen.  

Flugbedingungen: Wann es sich lohnt

Gersbach ist ein Schönwetterrevier, das seine Stärken vor allem bei stabilen Hochdrucklagen oder schwachgradientigen Westwetterlagen ausspielt.

Typische Thermikzyklen

Aufgrund der Plateau-Lage erwärmen sich die weitläufigen Wiesenflächen schneller als die bewaldeten Täler. Dies führt zu einer frühen, meist sanften Thermikentwicklung ab ca. 10:30 Uhr.  

Vormittag (Oststart Gaishalden): Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf die Gaishalde und lösen kleine, oft eng begrenzte Bärte aus. Ideal für Techniktraining im Zentrieren.

Nachmittag (Weststart Eck): Ab ca. 14:00 Uhr verlagert sich die Aktivität nach Westen. Der Wind frischt oft leicht auf und ermöglicht dynamisches Soaring an der Kante.  

Abend (Gersbacher Umkehr): Ein lokales Phänomen ist die Umkehrthermik. Wenn die Sonne hinter den Vogesen versinkt, strömt die kühlere Luft in die Täler, während das Plateau die gespeicherte Wärme abgibt. Dies sorgt für eine großflächige, sehr ruhige Steigzone, in der Piloten oft bis kurz vor Sonnenuntergang verweilen können.

Windrichtungen und Grenzwerte

Die Windkontrolle ist in Gersbach aufgrund der geringen Höhe essenziell. Bei Windstärken über 15 km/h am Boden wird der Start an der Kante anspruchsvoll, da die Gefahr besteht, durch Rotoren oder kleinräumige Turbulenzen unmittelbar nach dem Abheben in Bodennähe gerüttelt zu werden.  

Windrichtung Eignung Risiko Reiner West (W) Exzellent (Eck) Laminare Anströmung, bestes Soaring-Potenzial. Südwest (SW) Gut Schräger Prallhang, Thermik wird oft versetzt. Ost (O) Exzellent (Gaishalden) Oft sehr stabile, klare Luftmassen. Nord (N) Ungeeignet Lee-Situation für beide Plätze. Gefahr von plötzlich zusammenbrechenden Auftriebsfeldern. Export to Sheets

Piloten sollten zur Wetterprüfung die Webcam und die Daten der Wetterstation am Aussichtsturm "Hohe Möhr" nutzen. Da der Turm exponiert auf 983 m ü. NN steht, liefern diese Daten ein sehr genaues Bild der Verhältnisse auf Plateauhöhe.  

Streckenflug-Potenzial: Mehr als nur Abgleiten

Trotz der geringen Höhendifferenz ist Gersbach ein strategisch wichtiger Punkt im Flypark Südschwarzwald. XC-Piloten nutzen das Plateau oft als Zwischenstation oder als Einstiegspunkt für ambitionierte Touren.  

XC-Routen ab Gersbach

Die Wehratal-Querung: Von Gersbach aus fliegen ambitionierte Piloten in südlicher Richtung über das Wehratal. Ziel ist meist der Startplatz "Heue" bei Bergalingen oder der Landeplatz Meierhof in Wehr. Diese Querung erfordert eine gute Basishöhe (mindestens 1.200 m ü. NN), um die oft starken Talwinde sicher zu überfliegen.  

Richtung Wiesental / Belchen: Bei kräftiger Thermik kann man sich von Gersbach aus nach Norden vorarbeiten, das Wiesental queren und Anschluss an die massiven thermischen Quellen des Belchen oder des Hochblauen suchen. Dies ist jedoch erfahrenen B-Schein-Piloten vorbehalten, da die Lufträume des EuroAirports Basel hier sehr präsent sind.  

Hotzenwald-Runde: Eine Flucht nach Südosten entlang der Kante des Hotzenwaldes bietet fantastische Ausblicke auf das Rheintal und die Schweizer Alpen.  

Taktische Tipps für Streckenflieger

In Gersbach ist Geduld der Schlüssel zum Erfolg. Viele Piloten verlassen das Plateau zu früh und "saufen" im Tal ab. Es ist ratsam, so lange wie möglich über dem Plateau Höhe zu gewinnen. Lokale Experten empfehlen, erst dann abzufliegen, wenn die Wolkenbasis eine sichere Überwindung der nächsten Geländekante garantiert. Bei Westwind sollte man zudem beachten, dass der Versatz einen schnell in Richtung der Kontrollzone Basel treiben kann.  

Navigationales Management: Der Schatten von Basel

Einer der wichtigsten Aspekte, der Gersbach von anderen Mittelgebirgs-Fluggebieten unterscheidet, ist die Nähe zum EuroAirport Basel-Mulhouse (LFSB). Navigatorische Disziplin ist hier keine Option, sondern eine Überlebensnotwendigkeit für den Fortbestand des Geländes.  

Luftraumstruktur und Beschränkungen

Gersbach liegt unter den Ausläufern der TMA Basel. Piloten müssen zwingend die aktuellen ICAO-Karten oder digitale Luftraumwarnsysteme nutzen.  

Maximale Flughöhe: In der Regel ist die Flughöhe über Gersbach auf 1.630 Meter (ca. 5.350 ft) MSL begrenzt. Wer höher steigt, dringt in kontrollierten Luftraum (Klasse D) ein, was schwere rechtliche Konsequenzen und Gefahren für den Linienverkehr nach sich zieht.  

Sektor-Wechsel: Beim Fliegen in Richtung Südwesten (Richtung Wehr/Basel) sinkt der "Deckel" teilweise noch weiter ab. Eine präzise Flugvorbereitung mittels Apps wie Burnair oder XC-Thermik ist unerlässlich.  

Funkpflicht: Das Einfliegen in die CTR Basel oder aktive TMAs ohne Transponder und Flugfunkkontakt ist strikt verboten.  

Die Missachtung dieser Regeln gefährdet nicht nur den Piloten, sondern auch die mühsam ausgehandelten Vereinbarungen zwischen dem Delta Club Condor Wehr und den Luftfahrtbehörden.  

Geheimtipps vom "Stammtisch"

Was den Guide wirklich wertvoll macht, sind die Informationen, die nicht im offiziellen DHV-Eintrag stehen. Diese stammen aus Foren-Posts, Vereinsgesprächen und jahrelanger Beobachtung.  

Wo sind die besten Thermikquellen?

Der "Steinbruch-Bart": Unweit des Startplatzes Gaishalden befindet sich eine kleine felsige Senke (ehemaliger Steinbruch). Die dunklen Steine speichern die Wärme massiv. Wenn es auf den Wiesen noch ruhig ist, löst sich hier oft die erste Thermik des Tages ab.

Die Waldkante am Eck: Bei leichtem Westwind bilden sich an der nördlichen Waldkante des Startplatzes Eck oft kleine Wirbel, die den Aufwind konzentrieren. Erfahrene Piloten soaren hier oft höher als über der offenen Wiese.

Häufige Fehler von Neulingen

Unterschätzung des Talwinds: Im Wiesental kann ein starker Talwind wehen, während es auf dem Plateau von Gersbach fast windstill erscheint. Beim Abstieg in Richtung Landeplatz werden Piloten dann oft von plötzlichem Sinken oder heftigen Turbulenzen überrascht.

Zu flache Landeeinteilung: Da der Höhenunterschied gering ist, neigen viele Piloten dazu, die Landeeinteilung zu "verschleppen". Man sollte immer genug Sicherheitshöhe einplanen, um auf die oft wechselnden Windrichtungen am Landeplatz reagieren zu können.

Webcams und Wetterstationen der Profis

Lokale Piloten verlassen sich nicht auf allgemeine Wetter-Apps. Sie nutzen:

Holfuy Wetterstation Heue/Bergalingen: Liefert exakte Echtzeitdaten für die Windrichtung in der Region.  

Webcam Hohe Möhr: Bietet einen Blick auf die Wolkenbasis und die Sichtweite zum Feldberg und zu den Alpen.  

Wetterstation am Segelflugplatz Hütten: Wichtig für Piloten, die einen Streckenflug in Richtung Wehr planen, um die Windverhältnisse im unteren Talbereich einzuschätzen.  

Drumherum: Kulinarik, Übernachtung und Kultur

Ein Flugtag in Gersbach ist ein Gesamterlebnis. Das Dorf bietet eine Infrastruktur, die perfekt auf Wanderer und Flieger zugeschnitten ist.

Beste Einkehr nach dem Flug

Gasthaus Zum Pflug: Direkt im Dorf gelegen, bietet es klassische Schwarzwälder Küche. Ein beliebter Treffpunkt, um das "Landebier" zu genießen und Fluggeschichten auszutauschen.  

Café Zur Kräuterwirtin: Ideal für ein Stück hausgemachten Kuchen am Nachmittag.  

Übernachtungsmöglichkeiten

Für Piloten, die ein ganzes Wochenende bleiben wollen, gibt es zwei hervorragende Optionen:

Naturfreundehaus Gersbacher Hörnle: Ein absoluter Favorit für Gruppen. Es liegt auf 960 Metern Höhe, bietet 40 Betten und einen spektakulären Blick auf die Alpenkette. Die Atmosphäre ist ungezwungen, und man ist morgens als Erster am Startplatz. Das Haus wurde 2024 umfassend renoviert und ist nun energetisch auf dem neuesten Stand.  

Naturpark Hotel Mühle: Für Piloten, die etwas mehr Komfort suchen, bietet dieses Hotel gehobene Zimmer und Wellnessmöglichkeiten im typischen Schwarzwald-Ambiente.  

(Wichtiger Hinweis: Verwechseln Sie das "Gersbacher Hörnle" im Schwarzwald nicht mit dem "Hörnle" bei Bad Kohlgrub in Bayern. Letzteres ist ebenfalls ein bekanntes Fluggebiet mit Sesselbahn und Skipisten, liegt jedoch hunderte Kilometer entfernt.)  

Camping

Wildcampen ist im Naturpark Südschwarzwald streng verboten. Wer zelten möchte, sollte das Naturfreundehaus kontaktieren, das oft Stellplätze für Wanderer und Flieger bereitstellt. Alternativ gibt es professionelle Campingplätze im nahen Wiesental oder in Wehr.  

Sicherheit und Reglementierung: Die Regeln des Miteinanders

Das Fluggelände Gersbach wird vom Delta Club Condor e.V. (DCC) Wehr verwaltet. Der Verein leistet enorme Arbeit für den Erhalt der Gelände und die Pflege der Pachtflächen.  

Besondere Flugregeln und Gebühren

Gastflieger: Gäste sind herzlich willkommen, müssen jedoch im Besitz einer gültigen Versicherung und Lizenz (A-Schein oder höher) sein.  

Einweisung: Vor dem ersten Flug ist eine Einweisung durch ein Vereinsmitglied dringend empfohlen. Dies kann oft spontan am Startplatz geschehen oder über die Kontakte auf der Vereins-Website.  

Tageskarten: Für die Nutzung der Start- und Landeplätze wird eine geringe Gebühr erhoben (Tageskarte ca. 8,00 €). Diese kann oft unkompliziert via PayPal oder bar vor Ort entrichtet werden. Piloten, die Mitglied in einem Verein des "Flypark Südschwarzwald" sind, genießen oft Gebührenfreiheit.  

Naturschutz: Die Start- und Landeplätze befinden sich in sensiblen Bereichen. Es ist strikt darauf zu achten, keinen Müll zu hinterlassen und die Weidetiere nicht zu stören.  

Kontakt und Notfall-Infos Funktion Kontakt / Info Geländehalter

Delta Club Condor e.V. Wehr

Ansprechpartner

Torsten Elstermann (1. Vorsitzender)

Notfallnummer

112 (Bergwacht Schwarzwald integriert)

Frequenz (Info) PMR Kanal 5 (lokale Absprache)  

Im Falle einer Baumlandung – was aufgrund der Waldsäume um die Startplätze vorkommen kann – ist Ruhe zu bewahren. Die Rettungskräfte der Region sind auf solche Einsätze spezialisiert. Ein Mobiltelefon mit vollem Akku ist für jeden XC-Flug obligatorisch, da die Netzabdeckung im Schwarzwald teilweise lückenhaft ist.

Alternativen bei schlechtem Wind

Sollte der Wind in Gersbach einmal nicht passen (z.B. bei starkem Nordwind), bietet die Region exzellente Ausweichmöglichkeiten:

Heue (Wehr): Wenn es für Gersbach zu stabil ist, bietet die Heue oft dynamische Bedingungen und einen deutlich größeren Höhenunterschied (ca. 440 m).  

Fröhnd (Wiesental): Ein thermisch sehr aktives Gelände, das von dem lokalen Gleitschirmclub Wiesental e.V. betrieben wird. Es bietet Startmöglichkeiten für verschiedene Windrichtungen und einen Shuttle-Service an den Wochenenden.  

Hochblauen (Badenweiler): Für Piloten, die Höhe und weite Ausblicke suchen. Mit über 700 m Höhendifferenz und einer Sesselbahn-nahen Erschließung (Trampen ist hier Kult!) ist es der "Hausberg" der Region.  

Wissenschaftliche Betrachtung: Die Physik des Gersbacher Plateaus

Um die Effizienz beim Fliegen in Gersbach zu steigern, hilft ein Blick auf die aerodynamischen Gesetzmäßigkeiten.

Sinkrate und Auftriebsenergetik

Die Sinkrate v s ​

eines Schirms wird durch die Masse m, die Luftdichte ρ, die Flügelfläche S sowie die Beiwertkombination C L ​

und C D ​

bestimmt:

v s ​

= ρ⋅S⋅C L ​

2⋅m⋅g ​

​

⋅ C L ​

C D ​

​

In der Höhe von Gersbach (ca. 930 m) ist die Luftdichte ρ geringfügig niedriger als auf Meereshöhe, was die minimale Fluggeschwindigkeit leicht erhöht. Da die Aufwinde oft schwach sind, müssen Piloten ihre "Sollfahrt" präzise am Punkt des geringsten Sinkens halten, um nicht vorzeitig zu landen.

Gleitzahl-Management gegen den Talwind

Bei einem Streckenflugversuch in Richtung Wiesental muss gegen den Talwind v w ​

angekämpft werden. Die effektive Gleitzahl G eff ​

über Grund berechnet sich zu:

G eff ​

= v s ​

v a ​

−v w ​

​

Wobei v a ​

die Eigengeschwindigkeit des Schirms ist. Ein Schirm mit einer Gleitzahl von 9 erreicht bei einem Gegenwind von 15 km/h oft nur noch eine reale Gleitzahl von etwa 4,5. Dies verdeutlicht, warum viele Piloten die Distanz zum nächsten Prallhang unterschätzen und "absaufen".

Fazit: Gersbach als Kleinod für Kenner

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Fluggebiet Eck und Gaishalden in Gersbach weit mehr ist als eine statistische Notiz in einer Datenbank. Es ist ein Ort der Entschleunigung, an dem die Qualität des Fliegens über der Quantität der Höhenmeter steht. Die exzellente Einbindung in das Dorfleben, die taktische Herausforderung der nahen Lufträume und die familiäre Atmosphäre des Delta Club Condor Wehr machen es zu einem Ziel, das jeder ernsthafte Schwarzwald-Pilot mindestens einmal besucht haben sollte.

Wer diesen Guide als Grundlage nutzt, wird nicht nur sicherer fliegen, sondern auch die feinen Nuancen dieses Geländes schätzen lernen – von der "Gersbacher Umkehr" am Abend bis zum kühlen Bier im "Pflug" nach einem erfolgreichen Flugtag. Wir wünschen allen Piloten "Always Happy Landings" über dem schönsten Plateau des Südschwarzwalds.

Datenquellen für die Flugvorbereitung:

Verein: DCC Wehr (www.delta-club-condor.de)  

Wetter: Holfuy Station Hohe Möhr & Heue  

Unterkunft: Naturfreundehaus Gersbacher Hörnle (www.naturfreundehaus-gersbach.de)  

Navigation: Aktuelle ICAO-Karte Luftraum Basel  

Regional-Info: Flypark Südschwarzwald

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