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Alpe Cermis

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:46.2440°N, 11.5036°E
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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Alpe Cermis Startplatz

Start
Höhe2197m ü. M.
Koord.46.2440, 11.5036
WindW-N
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Alpe Cermis Landeplatz

Landung
Höhe890m ü. M.
Koord.46.2850, 11.4869
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Große Kompendium: Gleitschirmfliegen an der Alpe Cermis und im Val di Fiemme Executive Summary: Ein Fluggebiet für den taktischen Kenner

Für den reisenden Piloten, der das Val di Fiemme (Fleimstal) betritt, stellt sich die Alpe Cermis oft als ein Rätsel dar. Während die meisten Fluggebiete auf der Alpensüdseite klassische Thermiköfen mit Südausrichtung sind, präsentiert sich der "Cermis" als eine geologische und meteorologische Anomalie: Ein nach Norden und Nordwesten ausgerichteter Startplatz in einem Tal, das von südlichen Winden dominiert wird. Dies macht das Gebiet zu einer taktischen Herausforderung, belohnt den Kenner jedoch mit Flugerlebnissen, die in den Dolomiten ihresgleichen suchen.

Die Alpe Cermis ist kein "No-Brainer" wie Bassano, wo man sich lediglich in den Hausbart stellt. Sie ist ein Gebiet für den späten Nachmittag, für technische Soaring-Flüge an der Porphyr-Kante und für magische "Magic Lift"-Momente am Abend, wenn die Restitution des dunklen Vulkangesteins einsetzt. Wer hier fliegen will, muss das komplexe Zusammenspiel zwischen dem überregionalen Meteo-Wind und dem lokalen Talwindsystem "Ora" verstehen. Gelingt dies, eröffnet sich der Einstieg in die wilde Lagorai-Kette und den Sprung über das Tal in die Dolomiten-Gruppe des Latemar.  

Dieses Dokument dient als umfassende Referenz für Piloten aller Könnensstufen. Es ersetzt und erweitert die Standardinformationen des DHV um lokales Insiderwissen, meteorologische Tiefenanalysen und logistische Hacks, die den Unterschied zwischen einem kurzen Abgleiter und einem stundenlangen Flugerlebnis ausmachen.

Kapitel 1: Geografie und Meteorologie des Fleimstals

Um die Alpe Cermis fliegerisch zu beherrschen, ist ein tiefes Verständnis der physischen Arena und der unsichtbaren Luftmassenbewegungen unerlässlich. Das Val di Fiemme unterscheidet sich signifikant von den engeren Tälern Südtirols.

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Die geologische Arena: Porphyr trifft Dolomit

Das Tal wird durch den Fluss Avisio geformt, der eine natürliche Trennlinie zwischen zwei völlig unterschiedlichen geologischen Welten bildet. Diese Unterscheidung ist für den Thermikpiloten von entscheidender Bedeutung, da die Gesteinsarten Wärme unterschiedlich speichern und abgeben.  

Auf der südlichen Talseite, wo sich die Alpe Cermis befindet, dominiert die Lagorai-Kette. Dieses Gebirge besteht aus Porphyr, einem vulkanischen Gestein von dunkler, rötlich-brauner Färbung. Porphyr hat eine hohe Wärmekapazität. Es heizt sich im Laufe des Tages stark auf, gibt die Energie jedoch langsamer ab als heller Kalkstein. Dies ist der physikalische Grund für die legendäre Abendthermik am Cermis: Wenn die Sonneneinstrahlung nachlässt, fungieren die dunklen Felswände als riesige Speicheröfen, die noch stundenlang warme Luft produzieren. Da die Hänge der Alpe Cermis nach Norden abfallen, stehen sie bis zum frühen Nachmittag im Schatten, was den Start vor 13:00 oder 14:00 Uhr oft unmöglich oder sinnlos macht, es sei denn, es herrscht überregionaler Nordwind.  

Auf der nördlichen Talseite (Cavalese, Latemar) finden wir den klassischen hellen Dolomit-Kalkstein. Diese Hänge sind nach Süden ausgerichtet. Sie springen thermisch sehr früh an, oft schon am Vormittag, neigen aber auch dazu, früher "abzuschalten", sobald die Sonne sinkt. Die fliegerische Hauptaufgabe bei einem Start am Cermis besteht oft darin, den richtigen Zeitpunkt für den "Talsprung" zu finden: Weg von der späten Cermis-Thermik hinüber zu den noch aktiven, aber nicht mehr überentwickelten Südhängen des Latemar oder Cucal.

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Das Windsystem "Ora": Motor und Gefahr

Das dominierende Windsystem im Val di Fiemme ist die Ora. Ursprünglich ein Gardasee-Wind, der das Etschtal hinaufströmt, zweigt ein Teil dieser Luftmasse bei der Ortschaft Auer (Ora) ab und drückt sich durch den Engpass bei Kaltenbrunn in das Fleimstal.  

Dieses Phänomen führt zu einer signifikanten zeitlichen Verzögerung. Während am Gardasee die Ora bereits mittags ihren Höhepunkt erreicht, kommt sie im Val di Fiemme oft erst zwischen 13:00 und 14:00 Uhr an. Dann jedoch kann sie, kanalisiert durch die Topografie, erhebliche Stärken erreichen. Für den Piloten am Cermis bedeutet das:

Talwind-Düse: Im Talboden bei Masi di Cavalese (Landeplatz) kann der Wind am Nachmittag mit 20 bis 30 km/h aus Südwest wehen. Dies erfordert höchste Konzentration beim Landeanflug und die Beherrschung von Starkwindlandetechniken.  

Lee-Falle: Da der Startplatz Cermis (Paion) auf der Südseite des Tals liegt, strömt die Ora (Südwestwind) von hinten über den Grat. Bei einer starken Ora-Lage befindet sich der gesamte Nordhang der Alpe Cermis im Lee. Dies ist die gefährlichste Konfiguration für dieses Fluggebiet. Ein Pilot könnte am Startplatz (2.200m) Windstille oder leichten thermischen Aufwind verspüren, während er kurz nach dem Start in die turbulente Scherungsschicht des überströmenden Talwindes gerät.

Indikatoren: Piloten müssen zwingend die Wasseroberfläche des Avisio beobachten. Schaumkronen oder dunkle Wasserflächen, die flussaufwärts wandern, sind ein Warnsignal. Ebenso sind die Rauchfahnen der Kamine in den Industriegebieten bei Tesero und Ziano verlässliche Anzeiger für die Durchdringung der Ora.

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Die Föhn-Problematik

Obwohl die Alpe Cermis auf der Alpensüdseite liegt, ist sie bei Nordföhn nicht geschützt. Durch die Ausrichtung der Startplätze nach Norden ist ein Start bei leichtem Nordüberdruck zwar möglich und sogar ideal für Soaring, aber bei echtem Föhn lebensgefährlich. Der kritische Indikator ist die Druckdifferenz zwischen Bozen und Innsbruck. Ab einer Differenz von 4 hPa (Norden höher als Süden) ist äußerste Vorsicht geboten. Lokale Piloten warnen davor, dass der Wind am Paion laminar wirken kann, während wenige hundert Meter höher die Föhnwalze rotiert. Ein Blick auf den Alpenhauptkamm im Norden ist Pflicht: Zeigt sich dort eine Föhnmauer oder stehen Lenticularis-Wolken am Himmel, bleibt der Schirm im Sack, auch wenn es am Startplatz ruhig scheint.  

Kapitel 2: Infrastruktur und Logistik

Die Erreichbarkeit des Startplatzes ist exzellent, erfordert jedoch strategische Planung, um Kosten und Zeit zu optimieren. Das System der "Funivie Alpe Cermis" ist eines der modernsten im Trentino, aber auch komplex in seiner Sektionierung.

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Anreise und Parkstrategie

Der Pilot hat zwei Optionen für den Einstieg in das Liftsystem, wobei Option 1 für Gleitschirmflieger die deutlich überlegene ist.

Option 1: Talstation Masi di Cavalese (Loc. Fondovalle) Dies ist der strategische "Sweetspot" für Piloten.

GPS: 46.2818° N, 11.4855° E.  

Höhe: 850 m.

Vorteil: Sie parken direkt neben dem offiziellen Landeplatz. Nach der Landung können Sie den Schirm packen (Packbereich vorhanden) und sind in 2 Minuten am Auto. Kein Shuttle, kein Wiederaufstieg nötig.

Nachteil: Sie müssen alle drei Sektionen der Bahn fahren, was etwas länger dauert.

Parkplatz: Großer, asphaltierter Parkplatz direkt an der Brücke über den Avisio. In der Hochsaison kann er voll sein, aber Piloten finden meist am Rand Platz.

Option 2: Cavalese Zentrum (Mittelstation)

GPS: 46.2915° N, 11.4623° E.

Höhe: 1.000 m.

Nachteil: Wenn Sie in Masi landen, müssen Sie entweder wieder mit der unteren Bahnsektion hochfahren (falls sie noch läuft!) oder den Bus/Shuttle nehmen. Wenn Sie abends lange fliegen ("Magic Lift"), ist die Bahn von Masi nach Cavalese oft schon geschlossen (Betriebsschluss oft 17:00 oder 17:30 Uhr ), und Sie sitzen im Tal fest.  

Empfehlung: Nutzen Sie diesen Einstieg nur, wenn Sie ohnehin in Cavalese wohnen und zu Fuß zur Bahn gehen.

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Das Bergbahn-System und Ticket-Hacks

Das Transportsystem besteht aus drei gekoppelten Sektionen:

Kabinenbahn: Fondovalle (Masi) → Doss dei Laresi (1.280 m).

Kabinenbahn: Doss dei Laresi → Cermis / Eurotel (2.000 m).

Sessellift: Lagorai (Cermis) → Paion del Cermis (2.250 m).  

Kostenstruktur und Spartipps (Stand 2025): Ein reguläres Ticket für die Bergfahrt (Andata) kostet ca. 26,50 € für Erwachsene. Dies kann sich bei einer Flugwoche summieren. Hier kommen die lokalen Gästekarten ins Spiel, die den finanziellen Aufwand massiv reduzieren können.  

Ticket-Typ Preis (Erw.) Bedingung Spartipp Einzelfahrt (3 Sektionen) ~26,50 € Standardpreis an der Kasse

Online-Kauf 48h vorher bringt oft 5% Rabatt.

Fiemme Guest Card Inklusive Bei Übernachtung in Partnerbetrieben (ab 2 Nächten)

Der Gamechanger! Mit dieser Karte kostet die Nutzung der Lifte oft nur einen symbolischen Aufpreis oder ist komplett inkludiert (je nach Saison). Fragen Sie vor der Buchung im Hotel danach.

Summer Card ~7,00 - 15,00 € Aufpreis zur Guest Card

Ermöglicht tägliche Nutzung der Lifte für einen minimalen Betrag. Rentiert sich ab dem ersten Flugtag.

Saisonkarte Paragleiter ~160,00 € Saisonkarte Sommer

Lohnt sich für Piloten, die mehr als eine Woche bleiben oder öfter wiederkommen.

 

Betriebszeiten: Die Bahnen laufen im Sommer in der Regel von Mitte Juni bis Mitte September täglich von 09:00 bis 17:00/17:30 Uhr.  

Achtung Mittagspause: In der italienischen Nebensaison kann es vorkommen, dass Lifte (besonders Sessellifte) eine Mittagspause machen (z.B. 13:00 - 14:00 Uhr). Prüfen Sie dies tagesaktuell an der Kasse, um nicht am Eurotel festzusitzen.

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Hike & Fly: Der sportliche Weg

Wer die Kosten scheut oder das Training sucht, kann den Cermis zu Fuß erklimmen. Es ist jedoch ein brutales Unterfangen von fast 1.400 Höhenmetern.

Route: Von Masi di Cavalese folgen Sie der Forststraße "Via del Bosco" Richtung Doss dei Laresi. Von dort weiter über die im Sommer grünen Skipisten ("Olimpia I, II, III").

Charakter: Technisch einfach, aber steil und lang. Die Strecke verläuft größtenteils im Wald (Schatten), was im Hochsommer angenehm ist.

Dauer: Ein fitter Wanderer benötigt ca. 3 bis 3,5 Stunden. Trailrunner schaffen es in unter 2 Stunden.

Warnung: Der Startplatz ist nordseitig. Wer verschwitzt oben ankommt, muss sich warm anziehen, da am Paion oft ein kühler Wind weht. Wechselkleidung ist Pflicht!

Kapitel 3: Der Startplatz Paion del Cermis

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Topografie und Charakteristik

Der Startplatz Paion del Cermis liegt direkt unterhalb der Bergstation des Sessellifts "Lagorai" auf 2.230 m.  

GPS: 46° 14' 40'' N, 11° 30' 16'' O.

Exposition: Nord (N), Nord-West (NW), West (W).

Untergrund: Almwiese, im Winter Skipiste. Der Untergrund ist relativ steinfrei und fehlerverzeihend, aber durch die Neigung (mittelsteil) sollte der Startlauf entschlossen sein.

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Die Startentscheidung

Hier entscheidet sich der Erfolg des Flugtages. Aufgrund der Nordausrichtung stehen Piloten oft vor dem Dilemma: Rückenwind oder Starten?

Szenario Indikator (Beobachtung) Empfehlung (Action) Klassischer Nordföhn Druckdiff. BOZ-IBK > 4hPa, Lenticularis-Wolken im Norden, "glasige" Sicht. STOP! Nicht starten. Lebensgefahr durch Turbulenzen im Lee des Alpenhauptkamms. Leichter Nordwind Wind am Start 10-15 km/h aus N/NW. Keine Föhnzeichen. GO. Perfekt für Soaring. Achten Sie darauf, ob der Wind laminar ist. Starke Ora (Talwind) Schaumkronen auf dem Avisio-Fluss, Windsäcke im Tal stehen waagerecht (aus SW). CAUTION. Start möglich, aber Landung wird sportlich ("Rückwärts einparken"). Nur für erfahrene Piloten. Südwind in der Höhe Wind am Start kommt von hinten (Süd). STOP. Start am Paion ist im Lee! Wechseln Sie zum Startplatz Monte Cucal oder Corno Nero. Sommerabend 17:00 Uhr, Wind fast stlille oder leicht N. Sonne steht tief im Westen. GENUSS. Beste Zeit für "Magic Lift" und sanftes Abendthermik-Fliegen. Export to Sheets

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Saisonale Besonderheiten

Winter (Ski & Fly): Der Cermis ist ein exzellentes Winterfluggebiet. Da die Luft im Winter stabiler ist, trägt der Nordwind oft besser. Starten ist meist auf der präparierten Piste (am Rand) oder direkt daneben möglich. Achten Sie auf Skifahrer! Ein Startlauf auf Schnee erfordert gute Technik (Gleitphasen nutzen).

Sommer: Im Hochsommer ist der Vormittag oft thermisch tot (Schatten). Die beste Zeit beginnt ab 15:00 Uhr.

Kapitel 4: Flugtaktik und Thermikquellen

Ein Flug am Cermis folgt oft einer Choreografie in drei Akten. Wer den Rhythmus bricht, steht schnell am Boden.

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Akt 1: Der Überlebenskampf am Nordhang

Nach dem Start fliegen Sie über steil abfallendes Gelände.

Der Fehler: Viele Neulinge fliegen direkt geradeaus ins Tal, in der Hoffnung, dort Thermik zu finden. Das Resultat ist meist ein 10-Minuten-Abgleiter.

Die Lösung: Halten Sie sich nach dem Start eher links (westlich). Hier, unterhalb des "Cimon del To della Trappola", fallen Felswände steil ab. An den Rippen ("Spines"), die aus dem Wald ragen, löst sich bei Nordwest-Anströmung oft zuverlässige Thermik oder dynamischer Aufwind. Suchen Sie nach Geländekanten, die im Winkel zur Sonne stehen (ab Nachmittag Westflanken).

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Akt 2: Die Talquerung (Transition)

Wer Strecke fliegen will ("XC"), muss das Tal verlassen. Die Cermis-Seite ist begrenzt. Das Ziel sind die sonnigen Südhänge gegenüber (Latemar/Cucal).

Mindesthöhe: Versuchen Sie niemals, unterhalb von 1.600 m zu queren. Die Talmitte ist oft eine Senke mit starkem Sinken oder turbulentem Talwind.

Zielpunkt: Visieren Sie den Monte Cucal an (der grüne "Hügel" vor den Felswänden). Er dient als perfekter "House Thermal Trigger". Wenn Sie dort mit genug Höhe ankommen, können Sie im Südhang wieder aufdrehen.

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Akt 3: Das "Magic Lift" (Restitution)

Dies ist das Highlight der Alpe Cermis. An heißen Sommertagen im Juli und August, wenn die Sonne gegen 18:00/19:00 Uhr tief steht und die aggressive Thermik auf der Südseite zusammenbricht, beginnt der Cermis zu atmen.

Der Mechanismus: Der Porphyr hat den ganzen Tag indirekte Strahlung und warme Luftmassen gespeichert. Nun gibt er diese Wärme großflächig ab. Gleichzeitig fließt kühle Luft aus den Hochtälern nach.

Das Erlebnis: Es entsteht ein sanftes, laminares Steigen über dem gesamten Nordhang. Man kann oft bis zum Sonnenuntergang (Sunset-Flight) völlig stressfrei soaren, während das Tal in tiefes Violett getaucht wird. Ein Erlebnis für die Seele.

Kapitel 5: Cross Country (XC) Potenzial

Für Streckenpiloten ist der Cermis ein anspruchsvoller Startpunkt, der jedoch Zugang zu wenig beflogenen Routen bietet.

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Die Lagorai-Route (Ost-West)

Ein Flug entlang der Lagorai-Kette ist landschaftlich wild und einsam.

Route: Vom Cermis Richtung Osten (Predazzo/San Martino).

Schwierigkeit: Da Sie auf der Nordseite fliegen, müssen Sie sehr hoch bleiben, um über den Grat auf die Südseite der Kette zu wechseln, oder Sie müssen sich mit schwächerer Thermik an den Nordrippen begnügen.

Gefahr: Die Lagorai-Kette ist sehr unerschlossen. Es gibt kaum Landemöglichkeiten in den Hochtälern. Eine Außenlandung bedeutet hier oft einen Fußmarsch von mehreren Stunden ohne Handyempfang.

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Das Dreieck ins Fassatal

Die klassische Route führt vom Cermis über das Tal zum Latemar und dann das Fassatal hinauf bis zum Col Rodella/Canazei.

Wegpunkte: Cermis Start -> Talquerung -> Monte Cucal -> Latemar-Massiv -> Predazzo -> Moena.

Vorteil: Entlang dieser Route gibt es im Talboden durchgehend Landemöglichkeiten und eine gute Infrastruktur (Busse) für den Rückweg.

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Luftraumstruktur

Das Trentino ist luftraumtechnisch komplex.

CTR Bozen: Nördlich und westlich beginnt die Kontrollzone des Flughafens Bozen. Achten Sie auf die Sektoren.

Militärische Tieffluggebiete: In Italien gibt es aktive militärische Übungsräume. Unter der Woche ist erhöhte Wachsamkeit geboten. Informieren Sie sich über NOTAMs (Notice to Airmen) oder nutzen Sie Apps wie Burnair, die aktuelle Lufträume anzeigen.

Naturparks: Der Naturpark Paneveggio - Pale di San Martino liegt östlich. Hier gelten oft Mindestflughöhen zum Schutz der Fauna (Steinadler, Gams). Respektieren Sie diese Zonen strikt, um Flugverbote zu vermeiden.  

Kapitel 6: Landeplätze und Außenlandung

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Offizieller Landeplatz: Masi di Cavalese (Fondovalle)

Der Hauptlandeplatz ist groß, aber nicht ohne Tücken.

Koordinaten: 46° 17' 05.96'' N, 11° 29' 05.66'' O.  

Höhe: 860 m.

Lage: Direkt an der Talstation der Cermis-Bahn, zwischen Fluss und Straße.

Windsack: Gut sichtbar in der Mitte oder am Rand.

Gefahren:

Talwind (Ora): Wie erwähnt, kann der Wind hier stark kanalisiert sein. Rechnen Sie mit einem starken Windgradienten im Endanflug (plötzliche Zunahme der Windgeschwindigkeit bei Bodennähe).

Hindernisse: Eine Hochspannungsleitung verläuft durch das Tal (meist hoch genug, aber sichtbar). Achten Sie auf die Seile der Materialbahnen an den Hängen!

Mischverkehr: Der Luftraum wird gelegentlich von Segelfliegern genutzt, die den nahen Flugplatz (oder Außenlandefelder) anfliegen. Halten Sie die Augen offen und weichen Sie defensiv aus.

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Notlandeplatz "Lago"

Koordinaten: 46° 16' 56.10'' N, 11° 31' 23.52'' O.

Status: Inoffiziell / Geduldet.

Lage: Nahe dem kleinen See östlich von Masi.

Nutzung: Nur im Notfall anfliegen, wenn Sie die Höhe zum Hauptlandeplatz nicht mehr schaffen. Achten Sie penibel darauf, nicht in hohes Gras zu landen.

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Top-Landing

Ein Top-Landing am Paion ist möglich, aber anspruchsvoll.

Bereich: Auf der Wiese hinter dem Startplatz (südlich des Lifts).

Gefahr: Bei thermischer Aktivität ist der Bereich oft turbulent (Lee der Hütte/Liftstation). Nur für sehr erfahrene Piloten und bei laminarem Soaring-Wind empfohlen.

Kapitel 7: Sicherheit und Regeln

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Lokale Besonderheiten

Segelflieger: Das Val di Fiemme ist eine Rennstrecke für Segelflugzeuge aus Bozen, Trient und Österreich. Ein Gleitschirm ist für diese schnellen Flugzeuge ein statisches Hindernis. Fliegen Sie vorausschauend ("See and Avoid"). Tragen Sie grelle Farben!

Kabel-Warnung: Im Trentino gibt es viele, oft schlecht markierte Materialseilbahnen ("Teleferica") für die Holzwirtschaft. Meiden Sie unlogische Waldschneisen oder Flüge tief über Grund in unbekanntem Gelände.

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Kontakt und Notfall

Notruf: 112 (Allgemeiner Notruf). Geben Sie "Incidente in Montagna / Parapendio" an.

Lokaler Club: Volo Libero Fiemme (bzw. Team Extreme Volo Libero). Kontaktperson (historisch): Giorgio Rinaldi.

Tipp: Suchen Sie auf Facebook nach der Gruppe "Volo Libero Fiemme" für aktuelle Infos.  

Tandem-Anbieter: Fiemme Flight (+39 342 0713902). Diese Profis sind täglich am Berg und die beste Quelle für aktuelle Wetterinfos. Rufen Sie im Zweifel dort an und fragen Sie freundlich nach den Bedingungen ("Com'è il vento al Paion?").  

Kapitel 8: Alternativen und Ausweichstartplätze

Wenn der Nordwind am Cermis nicht passt (z.B. weil Südwind herrscht), ist der Tag nicht verloren.

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Monte Cucal (Der Anti-Cermis)

Charakter: Südstartplatz, perfekt für den Vormittag.

Zugang: Mühsamer als Cermis. Auffahrt mit Auto Richtung Varena/Daiano, dann zu Fuß oder per Shuttle (lokale Flugschulen fragen).

Höhe: 1.550 m (Startplatz "Le Rive").

Flug: Thermischer Einstieg direkt nach dem Start. Blick auf die Lagorai-Kette von gegenüber.

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Passo Rolle / Col Rodella

Wenn das Val di Fiemme stabil ist, fahren Sie weiter ins Fassatal (ca. 30-40 min Auto).

Col Rodella (Campitello): Eines der berühmtesten Fluggebiete der Welt. Seilbahn, gigantische Infrastruktur, aber auch extrem voll ("Air Traffic Jam").

Kapitel 9: Drumherum - Essen, Schlafen, Leben

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Beste Einkehr (Pilot Food)

Rifugio Paion (Am Start): Ein Muss. Die Hütte thront spektakulär am Grat.

Pilot's Choice: Die Grillgerichte (Grigliata mista) sind legendär. Die Terrasse bietet den besten Blick auf den Startplatz – perfekt, um Kollegen beim "Absaufen" zuzusehen oder den Wind zu checken.  

Pizzeria La Pieve (Cavalese): Gute Pizza, faire Preise, beliebter Treffpunkt am Abend.

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Unterkunftstipps

Hotel Bellavista (Cavalese): Pilot-freundlich, oft Partner der Fiemme Guest Card.

Camping: Im Talboden bei Masi gibt es Stellplätze, ideal für Camper-Vans. Von dort sind es 500m zur Talstation.

Agriturismo: Suchen Sie Unterkünfte in Daiano oder Varena. Diese Dörfer liegen auf einer Sonnenterrasse oberhalb von Cavalese und bieten oft Abendsonne, wenn es im Tal schon schattig wird.

Kapitel 10: Fazit

Die Alpe Cermis ist ein Fluggebiet für den Gourmet, nicht für den Fast-Food-Piloten. Wer schnelle Höhenmeter und einfache Bedingungen sucht, fährt zum Col Rodella. Wer jedoch die Feinheiten der Meteorologie zu schätzen weiß, wer gerne taktisch fliegt und das magische Licht der Abendsonne auf dunklem Vulkangestein erleben will, der wird am Cermis sein Glück finden.

Beachten Sie die Warnhinweise zum Ora-Wind, respektieren Sie die Natur und die lokalen Bauern, und nutzen Sie die hervorragende Infrastruktur. Das Val di Fiemme ist eines der letzten großen Abenteuergebiete der Südalpen, das noch nicht völlig überlaufen ist. Bewahren wir es so.

Always happy landings!

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