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Zwieselalm

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:47.5388°N, 13.4770°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Zwieselalm Startplatz

Start
Höhe1568m ü. M.
Koord.47.5388, 13.4770
WindS, SW, NO
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Zwieselalm Landeplatz

Landung
Höhe760m ü. M.
Koord.47.5564, 13.5169
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggebietsexpertise: Zwieselalm (Dachstein-West / Gosau) – Der Ultimative Guide Executive Summary: Ein Juwel mit Charakter – und zwei Gesichtern

Für den eiligen Piloten, der am Startplatz steht und schnelle Antworten sucht: Die Zwieselalm ist nicht einfach nur ein einziger Punkt auf der Landkarte. Wer diesen Namen in das Navigationssystem oder die Flugdatenbank eingibt, stößt unweigerlich auf eine geographische Doppeldeutigkeit, die in der Vergangenheit bereits zu Missverständnissen und fehlgeleiteten Anreisen geführt hat. Es existieren zwei prominente Flugberge dieses Namens im deutsch-österreichischen Grenzgebiet, die beide ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter besitzen, fliegerisch jedoch grundverschiedene Anforderungen stellen.

Dieser Report konzentriert sich in erster Linie auf das alpine Hauptgebiet in Gosau (Österreich), gelegen im Herzen der Skiregion Dachstein West. Dieser Startplatz bietet einen der spektakulärsten Ausblicke der gesamten Ostalpen – direkt auf den smaragdgrünen Gosausee und den majestätischen, vergletscherten Dachstein. Es ist ein Gelände für Genussflieger, Thermikjäger und Streckenpiloten, die eine infrastrukturell erschlossene Basis mit Seilbahnzugang suchen. Doch Vorsicht: Anders als die stark regulierten und oft überlaufenen „Autobahn-Flugberge“ wie der Bischling in Werfenweng oder der Gaisberg bei Salzburg, ist die Zwieselalm in Gosau ein Gelände für den mitdenkenden, eigenverantwortlichen Piloten. Es handelt sich teilweise um geduldetes Gelände , das viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit Grundstückseigentümern, Weidevieh und Liftbetreibern erfordert. Die offizielle DHV-Datenbank ist hier oft spärlich oder veraltet. Dieser Report füllt diese kritischen Lücken: Er warnt detailliert vor dem teilweise verbauten Landeplatz im Mittertal, erklärt die Tücke des spezifischen Talwindsystems im engen Gosautal und zeigt auf, wie man von hier aus sicher in das gigantische XC-Potenzial des inneren Salzkammerguts einsteigt.  

Gleichzeitig – um der Vollständigkeit und Sicherheit willen – widmet sich ein essenzieller Teil dieses Reports dem Namensvetter: dem Zwiesel bei Bad Reichenhall (Deutschland). Dieser Berg ist das komplette Gegenteil seines österreichischen Pendants: Ein reines Hike & Fly-Paradies ohne Aufstiegshilfe, das sportliche Kondition erfordert und meteorologisch stark vom berüchtigten „Bayerischen Wind“ beeinflusst wird.

Geeignet ist die Zwieselalm (Gosau) für:

Genussflieger: Die Abendthermik („Magic Lift“) und das Panorama sind weltklasse und entschädigen für anspruchsvolle Landungen.

Hike & Fly: Wunderschöne Aufstiege abseits der Pisten bieten eine sportliche Alternative zur Bahn.

Erfahrene XC-Piloten: Als Startpunkt für große FAI-Dreiecke Richtung Tennengebirge oder Totes Gebirge.

Nicht geeignet für:

Absolute Anfänger ohne Funkbegleitung (aufgrund der anspruchsvollen Landeplätze und Talwindsysteme).

Piloten, die eine „Rundum-Sorglos-Infrastruktur“ mit großen, einfachen Landewiesen erwarten.

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Der Standort: Dachstein-West und die topographische Falle

Die Zwieselalm in Gosau liegt exakt an der Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg und fungiert als meteorologische Scheide. Das Fluggebiet befindet sich geographisch im „Dachstein West“ Verbund, hoch oberhalb des Gosausees.

Gebirgsgruppe: Salzkammergut-Berge / Dachsteingebirge.

Topographie: Die Zwieselalm ist ein vorgelagertes Plateau nordwestlich des schroffen Gosaukamms. Diese Position ist Segen und Fluch zugleich: Sie macht den Startplatz anfällig für Talwinde, bietet aber auch Schutz vor südlichen Überentwicklungen durch den hohen Gosaukamm im Rücken, der wie ein Schild wirkt.

Das Gosautal selbst ist ein klassisches Trogtal, das vom Hallstätter See Richtung Westen zieht. Diese Ost-West-Ausrichtung, kombiniert mit den hohen Flanken des Dachsteins im Süden und des Kalmbergs im Norden, schafft eine Düsenwirkung, die jeder Pilot verstehen muss, bevor er den Schirm auspackt.

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Meteorologische Besonderheiten (Das „Salzkammergut-Wetter“)

Das Salzkammergut ist bei Touristen für seine grüne Landschaft bekannt – ein direktes Resultat der häufigen Niederschläge. Für Piloten bedeutet dies: Erhöhte Aufmerksamkeit bezüglich der Labilität.

Nordstau-Anfälligkeit: Da die Zwieselalm am absoluten Nordrand der Alpen liegt, stauen sich hier feuchte Luftmassen schneller als in den inneralpinen Tälern (wie z.B. im Pinzgau). Was in den Zentralalpen noch fliegbar ist, kann hier bereits in der Basis hängen. Ein Tag, der in Werfenweng noch gut aussieht, kann in Gosau bereits „zu“ sein.  

Talwindsystem Gosau: Das Tal verläuft grob Nord-Süd im hinteren Bereich, öffnet sich aber nach Osten. Bei thermischer Aktivität saugt das mächtige Dachstein-Massiv (fast 3000m hoch und stark vergletschert) gewaltige Luftmassen an. Dies führt im Gosautal oft zu einem strammen Talwind aus nördlicher Richtung, der am Nachmittag sehr stark werden kann. Dieser Wind „wäscht“ in die Täler hinein und kann am Landeplatz für turbulente Bedingungen sorgen, während oben an der Alm noch Ruhe herrscht.

Inversionen: Besonders im Spätherbst (Oktober/November) liegt der Landeplatz im Tal oft lange im zähen Nebel (Kaltluftsee), während oben an der Zwieselalm in der Sonne bestes Flugwetter herrscht. Ein Blick auf die Webcams ist vor der Anreise essenziell, um nicht unverrichteter Dinge wieder umkehren zu müssen.

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Der Startplatz Zwieselalm (Gosau): Technische Analyse

Viele Online-Quellen und Foren vermischen die Zwieselalm in Gosau mit dem „Zwiesel“ in Bad Reichenhall. Dieser Abschnitt konzentriert sich exklusiv auf die österreichische Zwieselalm in Gosau (OÖ).

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Startplatz-Daten & Charakteristik

Der Startplatz auf der Zwieselalm ist kein manikürter englischer Rasen, sondern eine hochalpine Almwiese, die im Sommer landwirtschaftlich genutzt wird.

Koordinaten Start: ca. 47°32'19.4"N 13°28'36.2"E.  

Höhe: 1.578 m MSL.  

Höhendifferenz: ca. 800 m zum Landeplatz im Tal. Die Höhendifferenz ist ideal für ausgedehnte Gleitflüge oder als Puffer zum Thermiksuchen.  

Ausrichtung:

Optimal: Nord-Ost (NO) bis Ost (O). Dies ist die absolute Schokoladenseite. Die Morgensonne erwärmt die Flanken früh, und der überregionale Wind wird oft durch die Bergkette kanalisiert.  

Möglich: Nord (N) und Süd-Ost (SO).

Kritisch: Süd (S) und West (W). Bei reinem Westwind liegt der Start im Lee des höheren Rückens. Bei Südwind (Föhn) drückt es über den Gosaukamm – hier herrscht Lebensgefahr durch Rotoren.  

Charakteristik: Wiesenstartplatz. Im Sommer oft Weidebetrieb (Vorsicht vor Kuhfladen und Weidezäunen!). Im Winter ist der Bereich oft Teil der Skipiste oder liegt direkt daneben. Hier ist besondere Vorsicht geboten, um Kollisionen mit Skifahrern zu vermeiden. Skifahrer haben auf der Piste immer Vorrang!

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Status: "Geduldet" statt "Offiziell"

Ein entscheidender Punkt, der im offiziellen DHV-Eintrag oft untergeht oder nicht explizit genug betont wird: Die Zwieselalm ist auf vielen Karten als „nicht offiziell zugelassen“ oder nur „geduldet“ markiert. Dies ist kein bloßes bürokratisches Detail, sondern essenziell für den Erhalt des Fluggebiets.  

Was das bedeutet: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Startrecht wie an voll erschlossenen DHV-Geländen. Das Fliegen basiert auf dem Goodwill der Grundeigentümer (Albauern) und der Liftgesellschaft (Dachstein Tourismus AG).

Verhaltenscodex für Gastpiloten:

Weidevieh: Niemals bei Weidebetrieb die Tiere aufschrecken oder eng überfliegen. Kühe sind schreckhaft, und ein Vorfall kann zur sofortigen Sperrung führen.

Groundhandling: Kein unnötiges Groundhandling auf den hohen Mähwiesen der Bauern. Das Gras ist deren Ernte. Nutzen Sie nur gemähte Flächen oder direkt den Bereich, der als Startplatz toleriert wird.

Müll: Müll (auch Zigarettenstummel!) zwingend wieder mitnehmen.

Hinterlassen: Startplatz sauber hinterlassen. Keine Steine verschieben oder Löcher graben.

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Startabbruch & Gefahren

Seilbahn-Nähe: Der Startplatz liegt oft in der unmittelbaren Nähe der Bergstation der Gosaukammbahn oder des Panorama-Jets. Achten Sie zwingend auf die Seilbahnkabel! Ein Mindestabstand von 50m vertikal und horizontal zu Seilbahnanlagen ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern hier überlebenswichtig, da die Kabel vor dem Hintergrund des Waldes oder Felsens oft schwer zu sehen sind.  

Klippen & Gelände: Nach dem Startlauf fällt das Gelände teilweise steil ab. Ein Startabbruch muss vor der Kante erfolgen. Wer hier stolpert und über die Kante fällt, riskiert schwere Verletzungen. Checken Sie den Startlauf bevor Sie sich einhängen.

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Zugang & Logistik: Wie komme ich hoch?

Die Logistik an der Zwieselalm ist im Vergleich zu anderen Gebieten entspannt, da gleich mehrere Aufstiegshilfen zur Verfügung stehen. Dennoch gibt es saisonale Unterschiede, die man kennen muss.

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Mit der Bergbahn (Die Komfort-Variante)

Die Gosaukammbahn ist der primäre Zubringer im Sommer. Sie ist eine historische Pendelbahn mit viel Charme und Kapazität.

Talstation: Direkt am Vorderen Gosausee. Die Anfahrt erfolgt durch das gesamte Gosautal bis zum Talschluss.

Parken: Große Parkplätze direkt am Gosausee. Diese sind oft kostenlos, aber an schönen Wochenenden im Sommer und Herbst ab 10:00 Uhr hoffnungslos überfüllt. Tipp: Frühe Anreise (vor 09:30 Uhr) sichert nicht nur einen Parkplatz, sondern auch die entspanntere Auffahrt.

Auffahrt: Die Gondel bringt Sie in wenigen Minuten auf ca. 1.480 m Seehöhe.

Fußweg zum Start: Von der Bergstation sind es je nach gewähltem Startplatz (Richtung Gablonzer Hütte oder Richtung Aussichtspunkt/Sonnenalm) ca. 10–20 Minuten zu Fuß. Der Weg ist einfach, breit und gut befestigt, aber mit schwerem Gleitschirmgepäck (ca. 15-20 kg) dennoch schweißtreibend, da es noch einige Höhenmeter zu überwinden gilt.  

Winter: Im Winter ändert sich die Logistik oft. Der Zugang ist dann häufig über den Panorama-Jet (Sessellift) von der Skigebietsseite (Russbach/Gosau-Hintertal) einfacher möglich, da man direkt mit Skiern zum Startplatz rutschen kann. Prüfen Sie im Winter unbedingt, ob die Gosaukammbahn auch für Fußgänger ohne Ski geöffnet ist oder ob Sie Ski benötigen.

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Hike & Fly (Die Sport-Variante)

Für Puristen und Piloten, die den Massen an der Bahn entgehen wollen, bietet die Zwieselalm wunderschöne, aber teils steile Aufstiege.

Route ab Gosausee: Über markierte Wanderwege vorbei an der Krautgartenalm zur Gablonzer Hütte.

Dauer: ca. 1,5 bis 2 Stunden für sportliche Geher.

Höhenmeter: ca. 600–700 hm.

Schwierigkeit: Mittel. Trittsicherheit ist erforderlich, aber der Weg ist technisch unschwierig. Er führt meist durch Wald und über Almwiesen.

Landschaft: Der Weg bietet immer wieder spektakuläre Blicke auf den Gosausee, die man aus der Gondel so nicht hat.

Route ab Russbach: Diese Route ist länger und flacher. Sie führt oft über Forststraßen und ist daher weniger attraktiv für reine Wanderer, aber sehr gut geeignet für Bike & Fly (E-Bike). Man kann mit dem E-Bike fast bis zum Startplatz fahren.

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Shuttle-Optionen

Es gibt in Gosau keinen dedizierten Paragliding-Shuttle wie man ihn aus Bassano, Greifenburg oder Kobarid kennt. Man ist auf die Bahn, das eigene Auto (zweites Auto am Landeplatz parken) oder Autostoppen angewiesen.

Salzkammergut Shuttle Service: Es gibt einen touristischen Shuttle-Service in der Region , dieser ist jedoch primär für Wanderer gedacht und fährt nach Fahrplan. Im Notfall kann er genutzt werden, um vom Landeplatz zurück zum See zu kommen, ist aber mit Wartezeiten verbunden.  

Tipp: Wenn Sie in einer Gruppe sind, parken Sie ein Auto am Landeplatz (siehe Kapitel Landeplätze) und fahren mit dem anderen zum See. Das spart nach der Landung viel Zeit und Nerven.

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Flugbedingungen: Thermik, Wind & Taktik

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Zwieselalm ist thermisch potent, aber launisch. Wer das Gelände lesen kann, wird mit stundenlangen Flügen belohnt. Wer blind startet, steht nach 10 Minuten am Boden.

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Das Thermik-Profil

Beste Tageszeit: Vormittags bis früher Nachmittag für die klassische Startrichtung Ost/Nordost. Sobald die Sonne über den Gosaukamm kommt (je nach Jahreszeit zwischen 10:00 und 11:00 Uhr), beginnen die Flanken zu arbeiten.

Der "Hausbart": Meist steht die erste verlässliche Thermik direkt rechts vom Startplatz (Blickrichtung Tal) über den Latschenfeldern oder etwas weiter draußen Richtung Gosaukamm-Felsen (Donnerkogel). Die grauen Kalkfelswände des Donnerkogels speichern die Wärme extrem gut und geben sie als konstante Blasen ab.  

Strategie: Nach dem Start nicht sofort geradeaus ins Tal fliegen! Suchen Sie rechts entlang der Kante. Oft muss man etwas Geduld haben und „achteln“, bis man den Kern findet.

Thermik-Güte:

Frühjahr: Oft ruppig, eng und sportlich. Die Temperaturgegensätze zwischen den schneebedeckten Gipfeln und den aperen Tälern sorgen für starke Ablösungen.

Sommer/Herbst: Oft großflächigeres, weicheres Steigen. Dies ermöglicht genussvolles Soaren im dynamischen Aufwind, der sich am Nachmittag oft einstellt.

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Wind-Fallen

Der "Bayerische Wind": Ein Phänomen, das zwar stärker im Raum Bad Reichenhall auftritt, aber dessen Ausläufer (Nordwind-Einfluss aus dem Alpenvorland) auch im Salzkammergut spürbar sein können. Wenn am Nachmittag der überregionale Wind auf Nord dreht und sich mit dem lokalen Talwind addiert, kann der Startplatz unstartbar werden (Rückenwind oder starke Leeturbulenz, wenn der Wind über die Kante drückt).  

Leewirkung bei Südwind: Bei Föhn oder starkem Südwind liegt der Startplatz Zwieselalm (Nordseite) im massiven Lee des Gosaukamms/Dachsteins.

Warnzeichen: Wolken, die über den Kamm "schwappen" (Föhnmauer), oder extrem böiger Wind am Startplatz, der entgegen der überregionalen Prognose weht. Manchmal ist es am Startplatz fast windstill, während 100m höher der Föhnsturm tobt. Absolute Lebensgefahr! In diesem Fall ist striktes Flugverbot. Lassen Sie sich nicht von einer scheinbaren Windstille täuschen.

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XC-Potential: Wohin fliegen?

Die Zwieselalm ist ein exzellenter, wenn auch anspruchsvoller Einstieg in die "Dachstein-Runde" oder Flüge ins innere Salzkammergut.

Die kleine Runde (Einsteiger): Start Zwieselalm -> Querung nach rechts zum Donnerkogel -> Aufdrehen über Gipfelhöhe -> Abgleiten zum Gosausee (Seequerung mit genug Höhe!) -> Landung. Dies ist der klassische Panoramaflug.

Die Salzkammergut-Achse (Fortgeschrittene):

Richtung Osten: Sprung zum Plassen (markanter Berg bei Hallstatt) und weiter Richtung Krippenstein/Obertraun. Diese Route erfordert eine Talquerung über Gosau, die man nur mit ausreichender Basishöhe (mind. 2.000m) wagen sollte, um nicht im Talwind „verblasen“ zu werden. Am Krippenstein warten dann hochalpine Bedingungen.  

Richtung Westen: Vorbei an der Bischofsmütze Richtung Bischling/Werfenweng. Diese Route ist landschaftlich atemberaubend, führt aber über unlandbares Gelände. Man muss hoch bleiben, um nicht in den tiefen Einschnitten des Lammertals „abzusaufen“.  

Die große Herausforderung (Pro): Querung des Gosautals Richtung Norden zum Gamsfeld oder Kalmberg. Hierfür ist eine Basishöhe von mind. 2.200m ratsam, um den Talwind sicher zu überfliegen und Anschluss an der Nordkette zu finden.

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Landeplätze: Das kritische Nadelöhr

Dies ist der wichtigste Abschnitt für Ihre Sicherheit. Die Landeplatzsituation in Gosau hat sich in den letzten Jahren durch Baumaßnahmen und Eigentümerwechsel verschlechtert und erfordert präzises Wissen und Vorbereitung.

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Der offizielle Landeplatz (Gosau Mittertal / "Klaushof")

Status: Offiziell oft als "Landeplatz beim Klaushof" bezeichnet.

Problematik: Wie in berichtet, wurde der traditionelle Landeplatz "Mittertal-Wiese 1" durch den Bau einer großen Hotelanlage massiv eingeschränkt. Vorsicht: Alte Karten oder Flugführer zeigen oft noch die große, freie Wiese, die es so nicht mehr gibt!  

Aktuelle Empfehlung ("Wiese 2"): Suchen Sie die Wiese südwestlich davon.

Länge: ca. 330 m. Das klingt viel, wird aber bei Talwind schnell kurz.

Ausrichtung: Vorzugslanderichtung 22 (Süd-West). Das bedeutet, man landet meist gegen den Talwind, der das Tal heraufweht.

Gefahren:

Ein dicker Grenzpflock steht genau in der Mitte des Feldes!. Dieser ist aus der Höhe im hohen Gras oft schwer zu sehen. Prägen Sie sich die Position beim Vorbeifahren oder auf Google Earth gut ein.  

Stromleitungen verlaufen entlang der Straße am Rande der Wiese. Halten Sie Abstand!

Kinderspielplatz: In der Nähe (Gasthaus St. Mandl) entsteht ein Spielplatz. Überfliegen Sie diesen Bereich nicht niedrig.  

Anflug: Unbedingt eine saubere Landeeinteilung (Lande-Volte) fliegen. Achten Sie auf den Talwind, der hier durch die Talverengung oft kanalisiert und beschleunigt wird. „Achteln“ oder „Abbauen“ ist oft besser als weite Kreise, die einen in den Lee-Bereich der Häuser treiben könnten.

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Notlandeplätze & Alternativen

Gosausee: Eine Landung direkt am See ist theoretisch auf den kleinen Wiesen nahe der Talstation möglich, aber nicht empfohlen.

Grund: Der Talwind pfeift oft wie ein Düsenjäger über den See („Düseneffekt“). Das führt zu extremen Turbulenzen am Ufer. Zudem sind hier oft hunderte Touristen, Autos und Seilbahnbetrieb. Nur im absoluten Notfall und nur für sehr geübte Piloten!

Sky Club Austria Landeplätze: Die Flugschule Sky Club Austria (Basis Moosheim/Krippenstein) unterhält weitere Landeplätze in der weiteren Region (z.B. Obertraun). Es lohnt sich, dort vor dem Flug anzurufen und nach dem aktuellen Status für Gastpiloten in Gosau zu fragen.

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Geheimtipps von Locals (Der Mehrwert-Teil)

Was steht nicht im DHV-Info? Was wissen nur die "Alten Hasen", die hier seit Jahren fliegen?

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Die "Loch"-Falle (The Trap of the Hole)

Ein klassischer Fehler von Neulingen an der Zwieselalm ist der vorzeitige Abflug ins Tal.

Das Szenario: Man startet, findet nicht sofort Thermik und denkt sich: „Ach, ich fliege mal Richtung Talmitte, da geht bestimmt was.“

Der Fehler: Die Talmitte von Gosau ist oft ein „Thermik-Grab“. Der Talwind, der am Boden talaufwärts weht, erzeugt in der Mitte oft Sinken (ausgleichende Luftbewegung).

Tipp: Bleiben Sie so lange wie möglich am Hang (Donnerkogel/Zwieselalm-Flanke). „Kratzen“ Sie notfalls an den Latschen. Erst wenn Sie sicher genug Höhe haben (mindestens 300-400m über Start), um den Landeplatz mit großer Reserve zu erreichen, sollten Sie die Querung wagen.

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Webcam-Hacks: Wetter lesen wie ein Profi

Verlassen Sie sich in den Alpen niemals blind auf die Wetter-App. Nutzen Sie die Webcams der Skigebiete für den ultimativen Real-Check :  

Zwieselalm Bergstation Webcam: Achten Sie auf die Windfahnen an den Liftstützen oder das Verhalten der Wolken am Gosaukamm. Wenn die Wolken schnell über den Kamm ziehen, ist Föhn – bleiben Sie am Boden!

Gosausee Webcam: Der Geheimtipp für die Landung. Zoomen Sie auf die Wasseroberfläche des Sees.

Spiegelglatt: Kein oder wenig Talwind. Landung einfach.

Kräuseln (Rippeln): Talwind setzt ein.

Schaumkronen (Weißes Wasser): Starker Talwind! Landen im Tal wird zum Rodeo. Planen Sie eine Rückwärtslandung ein oder suchen Sie geschützte Bereiche (sofern vorhanden).

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Der "Sunset-Flight" & Magic Lift

Im Spätsommer (August/September) und frühen Herbst bietet die Zwieselalm oft magische Bedingungen am späten Nachmittag (ab 16:00/17:00 Uhr).

Das Phänomen: Wenn die Sonne tief steht und die westlichen Felswände des Gosaukamms anstrahlt, geben diese die gespeicherte Hitze des Tages ab. Gleichzeitig lässt der Talwind nach.

Das Ergebnis: Ein butterweicher, laminarer Aufwind („Magic Lift“), der es erlaubt, ohne einen Kreis zu drehen, minutenlang vor den Felsen zu soaren. Das Panorama mit dem rotglühenden Dachstein ist unbeschreiblich.

Logistik: Nutzen Sie die letzte Talfahrt der Bahn als Backup, falls es doch nicht trägt, oder planen Sie den Abstieg zu Fuß ein, wenn Sie bis zum Sonnenuntergang fliegen wollen (Stirnlampe nicht vergessen!).

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Frequenz-Disziplin

Da das Gebiet im Grenzbereich zu kontrollierten Lufträumen (Salzburg Anflugsektoren beachten! Auch wenn Gosau meist drunter liegt) und Hubschrauber-Routen liegt, ist es ratsam, ein Funkgerät dabei zu haben.

PMR Kanal 8 (oder CTCSS Subtone): Standard für viele Piloten.

LPD: Prüfen Sie die Frequenzen der lokalen Flugschulen, um mitzuhören. Das gibt oft wertvolle Hinweise auf Windänderungen.

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Drumherum: Apres-Fly & Unterkunft

Nach dem Flug ist vor dem Essen. Das Salzkammergut ist bekannt für seine Gastfreundschaft.

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Einkehr am Berg

Gablonzer Hütte: Direkt neben der Zwieselalm gelegen. Diese Hütte ist legendär.

Spezialität: Der Kaiserschmarrn ist weit über die Grenzen bekannt.

Atmosphäre: Die Sonnenterrasse bietet den besten Dachstein-Blick. Perfekt, um auf bessere Bedingungen zu warten oder den Flugtag ausklingen zu lassen (wenn man oben schläft).  

Sonnenalm: Ebenfalls am Plateau, bietet gute Hausmannskost und ist oft etwas weniger überlaufen als die Gablonzer Hütte.

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Im Tal

Gasthof Gosauschmied: Nahe der Talstation der Gosaukammbahn. Ein klassischer Treffpunkt für Piloten und Skifahrer. Hier kann man gut und deftig essen.  

Kirchenwirt in Gosau: Gute bürgerliche Küche im Dorfzentrum.

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Unterkunft

Hüttenübernachtung: Wer das ultimative Erlebnis sucht, übernachtet auf der Gablonzer Hütte.

Vorteil: Morgens aufwachen, Kaffee auf der Terrasse trinken, Schirm auslegen und starten, lange bevor die erste Gondel die Touristen hochbringt. Man hat den Berg für sich allein.  

Camping: Es gibt einen Campingplatz am Gosausee. Dieser ist sehr beliebt und oft ausgebucht -> früh reservieren!

Hotels: Gosau bietet vom einfachen Zimmer bis zum 4-Sterne-Hotel alles. Der "Gosauschmied" ist praktisch wegen der Nähe zur Bahn.

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Sicherheit & Notfall

Notruf:

144: Bergrettung Österreich (Erste Wahl!).

112: Euro-Notruf (funktioniert auch ohne SIM-Karte im Netz eines anderen Anbieters).

Flugschulen vor Ort:

Sky Club Austria: Die Platzhirschen in der Region (Basis Moosheim/Krippenstein). Sie sind die besten Ansprechpartner für detaillierte Einweisungen, Tandemflüge und Sicherheitstrainings.  

Tipp: Wenn Sie unsicher sind bezüglich des Geländes oder des Wetters: Rufen Sie dort an oder buchen Sie einen "Guided Flying" Tag. Das Geld ist gut investiert.

Versicherung: Prüfen Sie, ob Ihre Bergekostenversicherung auch für "geduldete" Gelände gilt (in der Regel ja, solange keine explizite Sperrung vorliegt, aber sicher ist sicher). Eine Mitgliedschaft im DHV oder ÖAeC (inkl. Versicherung) ist dringend empfohlen.

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Die "Andere" Zwieselalm (Bad Reichenhall) – Zur Unterscheidung

Um Verwirrung komplett auszuschließen und Unfälle zu vermeiden, hier die Fakten zum Namensvetter. Es gibt den Startplatz Zwiesel (Zwieselalm) auch in Bayern bei Bad Reichenhall.  

Charakter: Dies ist ein fast reiner "Hike & Fly" Berg. Es gibt keine Bahn, die direkt zum Startplatz führt! Man muss vom Listwirt ca. 1,5 Stunden zu Fuß aufsteigen.

Höhe: ca. 1.400m (Startplatz Zwieselalm) bis 1.780m (Gipfel Zwiesel).

Startrichtung: SO-SW (Süd-Ausrichtung!). Das ist genau entgegengesetzt zur österreichischen Zwieselalm (NO).

Landeplatz: Weitwiese/Karlstein (große Wiese, aber thermisch aktiv).

Wetter-Falle: Hier herrscht oft der "Bayerische Wind" (ein regionaler Nordwind), der am Nachmittag einsetzt und den Startplatz im Lee unfliegbar machen kann oder Rückenwind verursacht.  

Wichtig: Wenn Sie im Internet nach "Windwerte Zwieselalm" suchen, prüfen Sie immer genau, ob Sie Daten aus Bayern (PLZ 83435) oder Österreich (PLZ 4824) sehen! Die Wetterbedingungen können völlig unterschiedlich sein (z.B. Föhn in Reichenhall vs. Nordstau in Gosau).

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Fazit

Die Zwieselalm in Gosau ist kein Fluggebiet für "Konsum-Piloten", die einfach nur schnell runterkommen wollen. Sie belohnt denjenigen, der sich vorbereitet, der das Wetter lesen kann und der die Natur und die lokalen Regeln respektiert. Der Lohn ist einer der eindrucksvollsten Flüge, die man in den Ostalpen machen kann – Auge in Auge mit dem Gletscher des Dachsteins.

Pro-Tipp zum Abschluss: Rufen Sie vor dem ersten Flug bei der Gablonzer Hütte an. Die Wirte leben dort oben und wissen oft genau, wie der Wind wirklich bläst (Windfahne!), und geben ehrlichere Auskunft als jede interpolierte Wetter-App.  

Fly safe, land safe, and respect the locals!

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Webcam-Links

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feratel.compara1.infopara1.info
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