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Wellen - Auf dem Schleifstein

Startplätze:2
Landungen:1
Koord.:51.1551°N, 9.1712°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

2 Startplatzätze, 1 Landeplatz

Wellen - Auf dem Schleifstein Startplatz

Start
Höhe300m ü. M.
Koord.51.1551, 9.1712
WindWSW
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Wellen - Auf dem Schleifstein Landeplatz

Landung
Höhe190m ü. M.
Koord.51.1526, 9.1681
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Wellen - Auf dem Schleifstein Schleppstrecke

Start
Höhe190m ü. M.
Koord.51.1490, 9.1696
WindO, W, S
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Flugrevier-Analyse: Wellen - Auf dem Schleifstein (Edertal) Ein umfassendes Kompendium für Piloten, XC-Strategen und Flugtouristen

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Einleitung und Standortcharakteristik: Die Nische im Edertal

Das Fluggelände „Wellen - Auf dem Schleifstein“ im nordhessischen Edertal repräsentiert eine faszinierende, oft unterschätzte Nische des deutschen Gleitschirmsports. Während alpine Startplätze oft durch schiere Höhendifferenz und massive Panoramen bestechen, fordert und fördert der „Schleifstein“ den technischen Piloten auf einer subtileren, mikrometeorologischen Ebene. Es handelt sich um ein klassisches Mittelgebirgsrevier, das durch seine spezifische Topographie, die enge Einbindung in kontrollierten Luftraum und die thermischen Besonderheiten des Edersee-Umlands besticht.

Für den Außenstehenden mag ein Höhenunterschied von lediglich 110 Metern zunächst unspektakulär erscheinen. Doch diese nominelle Zahl täuscht über das fliegerische Potenzial hinweg. Der Schleifstein ist nicht nur ein Übungshang; er ist ein taktisches Sprungbrett in den Luftraum Nordhessens, ein thermischer Lehrmeister für das anspruchsvolle Flachlandfliegen und ein logistisches Nadelöhr, das absolute Disziplin erfordert. Das Gelände fungiert als Schnittstelle zwischen laminarem Soaring-Vergnügen und dem Einstieg in weite Streckenflüge (XC) über das Sauerland oder den Habichtswald.  

Dieses Dossier analysiert das Gelände aus einer streng expertenzentrierten Perspektive. Es transzendiert die reine Geländebeschreibung der DHV-Datenbank und integriert meteorologische Mikro-Analysen, luftrechtliche Strategien zur Vermeidung von Konflikten mit der militärischen Flugsicherung Fritzlar und Insider-Taktiken für den Streckenflug aus extrem niedrigen Arbeitshöhen. Es richtet sich an Piloten, die verstehen wollen, wie man an einem „kleinen“ Hang „groß“ fliegt.

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Geographische Einbettung und Topographie

Das Gelände befindet sich in der Gemeinde Edertal, genauer im Ortsteil Wellen. Geographisch liegt es am südöstlichen Rand des Waldecker Waldes und nördlich des Kellerwaldes. Diese Lage ist entscheidend für das Verständnis der lokalen Aerodynamik: Der Startplatz (300 m MSL) überblickt das Edertal, das hier eine natürliche Düse für Winde aus westlichen Richtungen bildet.  

Die Topographie ist geprägt durch eine mäßig steile Naturwiese, die in einer Schneise im Wald liegt. Der Startplatz selbst befindet sich bei den Koordinaten N 51°09'18.36" E 9°10'16.42". Der Landeplatz liegt direkt darunter auf ca. 190 m MSL bei N 51°09'09.33" E 9°10'05.20". Die effektive Höhendifferenz von 110 Metern reduziert sich in der fliegerischen Praxis oft auf 70 bis 80 Meter nutzbare Arbeitshöhe, da der thermische Abriss oft an der oberen Waldkante erfolgt und der Pilot beim Soaring eng am Hang bleiben muss.  

Das Gelände erfordert eine genaue topographische Analyse vor dem Flug: Die Ausrichtung nach Süd-Westen (WSW) ist ideal für die vorherrschenden Westwindlagen in Deutschland. Jedoch sorgt die Einbettung in das Tal dafür, dass der Wind kanalisiert wird. Dies kann zu einer Verstärkung der Windgeschwindigkeit führen (Venturi-Effekt), die am Startplatz, der etwas exponiert an der Hangkante liegt, deutlich spürbar ist. Piloten müssen sich bewusst sein, dass die Windwerte im Tal (Landeplatz) und am Startplatz aufgrund dieser Kanalisierung divergieren können.

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Der "Schleifstein" als fliegerisches Biotop

Der Name „Schleifstein“ ist in der lokalen Fliegerszene durchaus programmatisch zu verstehen. Man „schleift“ hier oft tief über den Bäumen, kämpft um jeden Meter Höhe und poliert dabei seine Technik. Es ist ein Gelände, das keine Fehler verzeiht, wenn man oben bleiben will, aber extrem fehlerverzeihend ist, wenn man absäuft – der Landeplatz ist riesig und gut erreichbar. Die Vegetation rund um den Startplatz besteht aus Mischwald, der thermisch aktiv ist. Die Wiese selbst heizt sich bei Sonneneinstrahlung schnell auf. Die Kombination aus dem kühleren Wald und der warmen Wiese, gepaart mit den Dächern der Ortschaft Wellen im Vorfeld, schafft ein komplexes thermisches System, das wir in den folgenden Kapiteln detailliert aufschlüsseln werden.

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Flugbetriebliche Infrastruktur und Logistik

Die operative Basis des Flugbetriebs wird maßgeblich durch die AFS-Flugschule unter der Leitung von Olli Rössel geprägt. Dies bedeutet, dass das Gelände professionell gewartet, aber auch reglementiert ist. Die Präsenz einer Flugschule garantiert in der Regel gepflegte Start- und Landeflächen, impliziert jedoch auch, dass Schulungsbetrieb Vorrang hat und Gastpiloten sich in die bestehenden Abläufe integrieren müssen.

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Startplatz: Technische Anforderungen

Der Startplatz ist eine Schneise, die präzises Starten erfordert.

Beschaffenheit: Der Untergrund ist eine Wiese, die regelmäßig gemäht wird. Es gibt keine ausgelegten Matten, was bei Nässe oder Morgentau zu Rutschgefahr führen kann. Gutes Schuhwerk mit Profil ist obligatorisch.

Starttechnik: Aufgrund der Neigung und der oft laminaren, aber kräftigen Anströmung aus dem Edertal ist der Rückwärtsstart (Reverse Launch) die bevorzugte und sicherste Methode. Bei schwachem Wind ist ein Vorwärtsstart möglich, erfordert aber einen entschlossenen Lauf, da das Gelände im unteren Drittel flacher ausläuft und der Auftrieb erst spät greift. Ein Startabbruch muss frühzeitig entschieden werden, bevor man die Baumwipfelgrenze unterhalb der Wiese erreicht.

Gefahren: Bei starkem Wind entsteht an der oberen Waldkante eine Düsenwirkung. Piloten müssen darauf achten, nicht in die Baumreihen seitlich des Startfensters verblasen zu werden. Besonders bei Seitenwindkomponenten ist die Startgasse eng, und die Turbulenzen der seitlichen Bäume können den Schirm asymmetrisch entlasten.

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Landeplatz: Taktik und Hindernisse

Der Landeplatz liegt am Fuße des Hanges und ist von oben gut einsehbar.

Topographie: Er ist relativ großzügig dimensioniert, jedoch durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Zäune (Weidezäune) sind die primäre Gefahr und müssen beachtet werden. Die Regeln besagen explizit, dass Weidezäune, die Hindernisse darstellen, vor Flugbetrieb abgebaut oder verlegt werden müssen. Dies ist oft Aufgabe der ersten Piloten vor Ort.  

Anflugstrategie: Der Landeanflug erfolgt in der Regel als Linksvolte. Da das Gelände thermisch aktiv ist, kann der Endanflug turbulent sein, insbesondere wenn sich Ablösungen vom Talboden lösen. Ein häufiger taktischer Fehler von Gastpiloten ist das zu weite Hinausfliegen in das Tal im Endanflug. Dort kann der Talwind (Edertal-System) stärker sein als am Hangfuß, was zu einem „Verhungern“ vor dem Landepunkt führt. Es empfiehlt sich, die Positionswahl für die Landeeinteilung konservativ und nah am Landefeld zu wählen.

Notlandemöglichkeiten: Sollte der Haupthamdeplatz nicht erreicht werden, bieten die umliegenden Äcker Notlandemöglichkeiten, jedoch ist hier strikt auf den Bewuchs zu achten, um Flurschäden zu vermeiden.

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Parken und Zustieg: Der "Walk & Fly" Faktor

Logistik ist in Wellen ein natürlicher Filterfaktor, der Massenansturm verhindert. Es gibt keinen direkten Shuttle-Service oder eine Bergbahn bis an die Startkante für Einzelflieger.

Parken: Fahrzeuge sind am Landeplatz oder auf ausgewiesenen Parkflächen im Ort abzustellen. Die Koordinaten für die Anreise führen oft zum Treffpunkt der Flugschule oder dem Landebereich. Wildes Parken auf Feldwegen ist strikt zu unterlassen, um Konflikte mit Landwirten zu vermeiden.  

Aufstieg: Der Aufstieg erfolgt zu Fuß. Dies dauert je nach Kondition und Gepäck 15 bis 25 Minuten. Dieser „Hike“ dient oft als mentale Vorbereitung und Wettercheck. Wer oben ankommt und feststellt, dass der Wind zu stark ist, hat sich „nur“ einen Spaziergang gegönnt – eine gesunde Einstellung, um Startdruck zu vermeiden. Der Weg führt durch den Wald und ist teilweise steil, was bei sommerlichen Temperaturen schweißtreibend sein kann. Es ist ratsam, Wasser mitzuführen.

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Luftraum und Regulierung: Der Faktor Fritzlar

Das dominierende und kritischste Thema in Wellen ist die unmittelbare Nähe zum Heeresflugplatz Fritzlar (ETHF/EDFQ). Dies unterscheidet den „Schleifstein“ von vielen anderen freien Geländen in Deutschland und erfordert absolute Disziplin und Regelkonformität.

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Die zwingende Meldepflicht

Vor jeder Aufnahme des Flugbetriebs ist eine telefonische Anmeldung bei der Flugsicherung Fritzlar zwingend erforderlich. Dies ist keine Empfehlung, sondern eine Auflage der Aufstiegsgenehmigung.  

Prozedere: Der Anruf erfolgt beim Tower oder der Flugberatung, abhängig von der Uhrzeit.

Mo-Do 8:00-17:00, Fr 8:00-13:00: Kontakt über Platz-Kontrollstelle (Tel. 05622 – 992360/61) oder Flugberatung (Tel. 05622 – 992350).

Wochenenden/Feierabend: Kontakt über den Offizier vom Wachdienst (Tel. 05622- 991700), um zu prüfen, ob der Platz aktiv ist. Auch wenn der Turm nicht besetzt ist, muss der Wachdienst informiert werden, da militärische Bewegungen auch außerhalb der Kernzeiten stattfinden können.

Konsequenz: Eine Missachtung dieser Regel gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit (Kampfhubschrauber Tiger operieren hier tief und schnell), sondern die Zulassung des gesamten Geländes. Gastpiloten sollten sich immer bei der AFS-Flugschule rückversichern oder die Einheimischen am Startplatz konsultieren, bevor sie zum Telefon greifen, um unnötige Doppel-Meldungen zu vermeiden, aber sicherzustellen, dass jemand gemeldet hat.

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Die Kontrollzone (CTR) und Luftraumstruktur

Der Startplatz liegt in unmittelbarer Proximität zur CTR Fritzlar.

Vertikale Staffelung: Der Luftraum über dem Edertal ist komplex gestaffelt. Während man am Hang noch im unkontrollierten Luftraum G fliegt, deckelt darüber oft Luftraum E (ab 1000 ft oder 2500 ft AGL) oder direkt die CTR, je nach exaktem Sektor und aktuellen NOTAMs.  

Horizontale Grenzen: Ein XC-Flug Richtung Osten führt unweigerlich in die CTR Fritzlar. Die Freigabe durch den Tower gilt meist nur für den lokalen Hangflugbereich („Local Flying Area“). Streckenflüge müssen so geplant werden, dass sie die CTR meiden oder – was für Gleitschirme extrem selten und nur mit Flugfunk möglich ist – eine Durchfluggenehmigung erhalten. In der Praxis bedeutet dies für XC-Piloten: Wegfliegen nach Westen oder Norden ist einfacher als nach Osten.  

Sichtflugregeln: Da man sich oft an der Grenze zum kontrollierten Luftraum bewegt, ist die Einhaltung der Wolkenabstände und Sichtweiten essenziell. Militärischer Verkehr verlässt sich darauf, dass VFR-Verkehr (wie Gleitschirme) sich an die Regeln hält und sichtbar ist.

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Meteorologie und Aerodynamik: Das System Edertal

Der Schleifstein funktioniert am besten bei Südwestwind. Doch „Südwest“ ist nicht gleich „Südwest“. Die Nuancen entscheiden zwischen einem genussvollen Soaring-Abend und einem kurzen Abgleiter oder einem turbulenten Ritt.

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Das Windfenster und Venturi-Effekte

Idealbedingungen: WSW mit 10-15 km/h Windgeschwindigkeit. Dies erlaubt ein dynamisches Soaring an der Hangkante, unterstützt durch thermische Ablösungen. In diesem Fenster trägt der Hang zuverlässig und ermöglicht stundenlanges Obenbleiben.

Zu viel West: Dreht der Wind zu sehr auf West (reines W), streicht er nicht mehr frontal auf den Hang, sondern parallel zum Tal. Dies reduziert den dynamischen Auftrieb drastisch. Gleichzeitig erhöht sich die Turbulenz, da der Wind über vorgelagerte Strukturen und Geländerücken stolpert, bevor er den Startplatz erreicht. Das Fliegen wird „bockig“ und unergiebig.

Süd-Einschlag: Reiner Südwind prallt oft schräg auf den Hang. Dies kann thermisch vorteilhaft sein, da die Sonne den Hang um die Mittagszeit frontaler trifft, reduziert aber die laminare Soaring-Komponente.

Lee-Situationen: Bei Wind aus Nord oder Ost liegt der Schleifstein im Lee des Waldecker Waldes. Starts sind dann absolut zu unterlassen, auch wenn es am Startplatz kurzzeitig windstill oder schwach vorwindig wirken mag. Dies ist die klassische „Rotor-Falle“: Der Wind strömt über den Waldrücken hinter dem Startplatz und bildet auf der Leeseite (Startplatz) Walzen und Rotoren, die extrem gefährlich sind (Klappergefahr in Bodennähe).

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Thermische Quellen (Der "Hausbart")

Trotz der geringen Höhe ist Wellen thermisch erstaunlich potent. Erfahrene Piloten nutzen spezifische Abrisskanten.

Die Waldkante: Der Übergang vom Wald zur Wiese am Startplatz ist der primäre Trigger. Bei Sonneneinstrahlung heizt sich die Wiese auf, während der Wald Feuchtigkeit speichert und kühler bleibt. Dieser Temperaturkontrast löst thermische Blasen ab, die oft direkt vor dem Startplatz hochziehen.

Die Ortschaft: Die Dächer von Wellen und die versiegelten Flächen unterhalb des Hanges dienen als Wärmespeicher (Kollektoren). Am späten Nachmittag geben diese Flächen die gespeicherte Wärme ab und können „Magic Air“ produzieren – ein großflächiges, ruhiges Steigen, das den gesamten Hangbereich trägt.

Wasser-Einfluss (Edersee): Der nahe Edersee wirkt als thermischer Dämpfer oder Verstärker, je nach Jahreszeit. Im Frühjahr, wenn das Wasser noch kalt ist, kann er die Thermikentwicklung in unmittelbarer Ufernähe bremsen. Im Herbst hingegen wirkt das im Vergleich zur Luft warme Wasser oft stabilisierend auf die Luftmassen darüber, was Inversionen begünstigen kann, aber auch sanftes Abendsoaring ermöglicht, da die Temperaturunterschiede moderater ausfallen.

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Flugtechnik & Taktik: Überleben am Hang

Fliegen am Schleifstein ist Arbeit. Wer hier oben bleibt, hat seine Technik verstanden.

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Starttechnik: Der Reverse Launch als Standard

Aufgrund der oft steilen Anströmung und der Gefahr, ausgehebelt zu werden, ist der Rückwärtsstart die Methode der Wahl. Piloten sollten in der Lage sein, den Schirm am Boden zu kontrollieren, ohne abzuheben. Ein häufiger Fehler ist das zu frühe Ausdrehen: Der Pilot dreht sich aus, bevor der Schirm stabil über ihm steht, wird dann von einer Böe erfasst und seitlich in die Büsche gedrückt.

Insider-Tipp: Nutzen Sie die Phasen, in denen der Wind etwas nachlässt, zum Aufziehen. Warten Sie auf den „Vorwind-Zyklus“, aber starten Sie nicht in der stärksten Böe.

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Die "Low-Save" Strategie

Der Schlüssel zum Erfolg in Wellen ist die Beherrschung des „Low Save“ (das Retten aus tiefster Höhe). Man startet tief und muss die erste Blase aggressiv und eng zentrieren.

Taktik: Nach dem Start nicht sofort auf Strecke gehen oder weit ins Tal hinausfliegen. Geduld am Hang ist gefragt. Man muss "achteln" (flache Achten fliegen) und jeden Heber mitnehmen, bis man eine Arbeitshöhe von mindestens 300-400 m über Start (ca. 700 m MSL) erreicht hat. Erst dann lohnt der Sprung nach hinten über den Wald oder Richtung Talmitte. Wer hier zögert oder zu weit vorfliegt, findet sich unweigerlich am Landeplatz wieder.

Blickführung: Beobachten Sie Vögel (Greifvögel nutzen oft die Waldkante) und andere Piloten. Wenn jemand 50 Meter vor Ihnen steigt, fliegen Sie nicht blind hinterher, sondern antizipieren Sie die Drift der Blase.

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Landeeinteilung

Die Landewiese ist lang, aber schmal. Die Einteilung muss präzise sein. Peilen Sie den Landepunkt so an, dass Sie im Zweifel noch Reserven haben, um über den Zaun am Ende der Wiese zu kommen. Bauen Sie Höhe nicht durch wildes Kurven ("Pumpen") ab, sondern durch eine saubere Volte. Achten Sie auf den Talwind, der im Talboden oft genau quer zur Landerichtung stehen kann (Südwind vs. West-Talwind).

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Streckenflug-Potenzial (XC): Flatland-Challenges

Wellen ist kein klassischer „Big Day“ Startplatz für 200 km FAI-Dreiecke wie in den Alpen, aber es bietet exzellente Möglichkeiten für Flatland-XC und Mittelgebirgs-Wanderungen in der Luft.

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Routen-Optionen

Richtung Nord/Ost (Kassel/Habichtswald): Dies ist die natürliche Driftrichtung bei SW-Wind. Die Herausforderung ist der Luftraum. Man muss genau navigieren, um nicht in die CTR Fritzlar (südlich/östlich) oder die Anflugsektoren von Kassel-Calden (EDVK) im Norden zu geraten. Eine Route führt oft am westlichen Rand der CTR vorbei Richtung Habichtswald.

Richtung Sauerland (Gegen den Wind): An thermisch starken Tagen mit hoher Basis und moderatem Wind kann man versuchen, sich gegen den Wind Richtung Willingen/Upland vorzuarbeiten. Dies ist die „Königsdisziplin“, erfordert jedoch starke Bärte und eine disziplinierte Vorfluggeschwindigkeit (Speedbar-Einsatz).

Das "Dreieck" (Wellen - Mandern - Edersee): Eine beliebte lokale Aufgabe ist das Abfliegen der AFS-Gelände (Schleifstein, Weinberg, Saale). Dies ist logistisch charmant, da man immer in der Nähe bekannter Landeplätze bleibt. Es ist ein technisches Dreieck, das präzises Gleiten und Thermikfinden erfordert, ohne massive Distanzen zurückzulegen.

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Saisonale Highlights

Die beste Zeit für XC ab Wellen ist das Frühjahr (April/Mai), wenn der Temperaturgradient hoch ist und die Rapsfelder im Edertal als optische und thermische Kontrastgeber wirken. Die dunklen Wälder und gelben Felder erzeugen starke thermische Kontraste. Im Hochsommer ist die Luft oft stabiler, dafür bieten sich lange Soaring-Abende bis Sonnenuntergang an, die zwar weniger Kilometer, aber viel Flugzeit („Airtime“) bringen.

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Alternative Startplätze im Verbund

Wellen steht selten allein. Die AFS-Flugschule betreibt weitere Gelände in der direkten Umgebung (Mandern), die je nach Windrichtung Ausweichmöglichkeiten bieten und oft im selben „Atemzug“ (und derselben telefonischen Anmeldung) genannt werden.  

Gelände Ausrichtung Höhendiff. Charakter Besonderheit Wellen (Schleifstein) SW (WSW) 110 m Thermik & Soaring Hauptgelände, CTR-Nähe, Leistungsflüge Mandern (Am Weinberg) S / SW / SO 60 m Übungshang Sehr einfach, gut für Groundhandling, laminarer Mandern (An der Saale) N 40 m Übungshang Einzige Nord-Option im direkten Verbund Export to Sheets

Insider-Tipp: Wenn Wellen zu turbulent ist oder der Wind zu westlich steht, lohnt sich der Blick zum Weinberg in Mandern. Zwar ist dieser deutlich niedriger, aber aufgrund der vorgelagerten Topographie oft laminarer angeströmt und weniger bockig. Für Nordlagen ist „An der Saale“ die Option, allerdings mit nur 40 m Höhendifferenz rein für Schulung oder präzises Top-Landing-Training („Touch and Go“) geeignet.

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Sicherheit und Risikomanagement

Gleitschirmfliegen im Mittelgebirge birgt spezifische Risiken, die in Wellen durch die Topographie verstärkt werden können.

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Die "Sauf-Falle" und Lee-Rotoren

Ein klassischer Unfallhergang in dieser Region ist das Unterschätzen von Lee-Wirkungen. Wenn der Wind über den Waldecker Wald (Hinterland) kommt (Nord/Ost) und in das Edertal fällt, entstehen Rotoren.

Warnsignal: Wenn die Windfahnen am Startplatz unruhig sind oder abrupt die Richtung wechseln (obwohl der überregionale Wetterbericht SW sagt), ist äußerste Vorsicht geboten. Schaumkronen auf dem Edersee (weißes Wasser) sind ein absolutes No-Go-Signal für den Start. Dies deutet auf Windgeschwindigkeiten hin, die weit über dem liegen, was ein Gleitschirm sicher handeln kann (oft > 25 km/h).

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Bodenhandling und Startabbruch

Der Startplatz ist relativ kurz. Ein missglückter Startlauf führt schnell in den steileren Bereich oder die Hecken unterhalb.

Empfehlung: Groundhandling ist die Lebensversicherung. Wer den Schirm bei 15-20 km/h Wind nicht sicher rückwärts aufziehen und kontrollieren kann, sollte in Wellen am Boden bleiben. Die Gefahr des „Mitgeschleift-Werdens“ über den rauen Untergrund oder in Hindernisse ist real. Nutzen Sie den flacheren Bereich des "Weinbergs" in Mandern zum Üben, wenn Sie unsicher sind.

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Landevolte und Verkehr

An guten Tagen teilen sich Flugschüler (Ersthöhenflüge), Tandems und erfahrene Freiflieger den Luftraum.

Regel: Schulungsbetrieb hat absoluten Vorrang. Gastpiloten müssen defensiv fliegen und den Schülern Raum lassen. Die Landevolte muss sauber geflogen werden, um Konflikte mit Bodenschülern oder landenden Piloten zu vermeiden. Abachtern ist nur erlaubt, wenn kein anderer Verkehr behindert wird und man sich nicht im Endanflugsektor anderer Piloten befindet.

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Sozio-Kultureller Kontext: Gastronomie, Unterkunft und "Après-Fly"

Der soziale Aspekt des Fliegens wird im Edertal großgeschrieben. Die Region lebt vom Tourismus rund um den Edersee, was die Infrastruktur für Flieger begünstigt.

Treffpunkt: Der offizielle und inoffizielle Treffpunkt ist oft die AFS-Flugschule selbst oder der Landeplatz nach Flugende. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht und Fahrgemeinschaften gebildet.

Unterkunft:

Reiterparadies Talhof: Liegt direkt in Edertal-Wellen und ist piloterprobt. Ideal für Gruppen und Vereine, die eine unkomplizierte Basis suchen.  

Camping: Der Edersee bietet zahlreiche Campingplätze (z.B. Camping Teichmann, Bringhäuser Bucht), die sich perfekt mit einem Familienurlaub kombinieren lassen. Dies macht Wellen zu einem familienfreundlichen Flugziel.  

Verpflegung: In Wellen selbst ist das gastronomische Angebot limitiert. Die Städte Bad Wildungen oder die Orte direkt am Edersee (Sperrmauer) bieten jedoch eine breite Palette an Restaurants und Cafés.

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Fazit: Für wen ist Wellen geeignet?

Wellen - Auf dem Schleifstein ist kein „Selbstläufer-Gelände“. Es belohnt Piloten, die:

Starttechnisch fit sind (Rückwärtsstart, Windkontrolle bei Venturi-Effekten).

Luftrechtlich diszipliniert arbeiten (Konsequente Anmeldepflicht Fritzlar beachten).

Thermisch sensibel fliegen (Low-Save-Kompetenz und Geduld am Hang).

Für den reinen Genussflieger, der 1000 m Höhenunterschied zum einfachen Abgleiten sucht, ist es der falsche Ort. Für den Piloten jedoch, der seine Technik verfeinern will, der lernen will, wie man aus 70 Metern Hanghöhe auf 1500 Meter Basis aufdreht, und der die Gemeinschaft einer aktiven Flugschule schätzt, ist Wellen ein fliegerisches Juwel in Hessen. Die Nähe zum Edersee macht es zudem zu einem der wenigen „Fly & Family“-tauglichen Ziele in Mitteldeutschland, wo der nicht-fliegende Anhang nicht am Landeplatz warten muss, sondern am Badestrand oder beim Wandern auf seine Kosten kommt.

Anhänge und Referenzdaten Wichtige Kontakte (Quick-List)

AFS-Flugschule (Olli Rössel): +49 5621 9690150 – Erste Anlaufstelle für Infos & Einweisung.  

Flugplatzkontrolle Fritzlar (Anmeldung Mo-Fr): +49 05622 992360 / 61  

Flugberatung Fritzlar: +49 05622 992350  

Wachdienst Fritzlar (Wochenende/Feierabend): +49 05622 991700 – Um Status des Platzes zu prüfen.  

GPS-Koordinaten

Startplatz Wellen (Schleifstein): N 51°09'18.36" E 9°10'16.42"  

Landeplatz Wellen: N 51°09'09.33" E 9°10'05.20"  

Landeplatz Mandern (Weinberg/Saalenweg): N 51°07'12.93" E 9°11'23.36"  

Quellenverzeichnis

Die Analyse basiert auf Daten des DHV , Berichten und Regelwerken der AFS-Flugschule , XC-Datenbanken und Wettbewerbsausschreibungen , sowie meteorologischen Beobachtungen der Region.

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