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Warendorf-Freckenhorst

Startplätze:1
Koord.:51.9225°N, 8.0061°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Warendorf-Freckenhorst

Start
Höhe61m ü. M.
Koord.51.9225, 8.0061
WindNNO-N
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der definitive Pilotenguide: Warendorf-Freckenhorst (Hägerort) Jenseits der DHV-Datenbank: Eine meteorologische, taktische und operative Tiefenanalyse für den anspruchsvollen Flachlandpiloten

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Einleitung: Die Renaissance des Flachlands und das unterschätzte Juwel Münsterland

In der kollektiven Wahrnehmung der europäischen Gleitschirm-Community existiert oft eine unsichtbare, aber mächtige Grenze. Sie verläuft dort, wo die Alpenvorlandhügel in die norddeutsche Tiefebene übergehen. Für viele Piloten, die ihre Ausbildung in den Alpen oder den Mittelgebirgen absolviert haben, endet die fliegerische Landkarte südlich von Porta Westfalica. Das Flachland wird, oft zu Unrecht, als thermikarme Wüste abgetan, als ein Ort, an dem man bestenfalls "Abgleiter an der Winde" praktizieren kann. Doch diese Wahrnehmung ist nicht nur unvollständig, sie ist falsch.

Wer die Rekordlisten des DHV-XC studiert, wird feststellen, dass einige der beeindruckendsten Streckenflüge Deutschlands nicht an der Zugspitze oder am Nebelhorn ihren Anfang nahmen, sondern auf unscheinbaren Wiesen im Flachland. Einer dieser strategischen Schlüsselpunkte, der in der offiziellen Geländedatenbank des DHV unter der nüchternen Kennung #150 geführt wird, ist der Startplatz Warendorf-Freckenhorst, gelegen in der Bauernschaft Hägerort.  

Dieser Report dient als umfassendes Kompendium für den dedizierten Streckenjäger (XC-Piloten) sowie den Genussflieger, der das Münsterland aus der Vogelperspektive erleben möchte. Er versteht sich als "Besserer Guide" – nicht, weil die offiziellen Daten falsch wären, sondern weil sie zwangsläufige Abstraktionen sind. Eine Datenbank kann Koordinaten liefern, aber sie kann nicht den Duft der Heuwiesen beschreiben, der an einem thermischen Sommertag den Aufwind ankündigt. Sie kann die Schlepplänge nennen, aber nicht die taktische Finesse erklären, die notwendig ist, um aus 300 Metern Ausklinkhöhe den Einstieg in eine Wolkenstraße zu finden, die bis nach Lüneburg führt.

Wir werden in den folgenden Kapiteln die Diskrepanzen zwischen Datenbank und Realität aufdecken, die aerologischen Besonderheiten der "Münsterländer Parklandschaft" sezieren und die operative Exzellenz der "Windengemeinschaft Skyrider e.V." analysieren. Dies ist kein Reisebroschüren-Text, sondern eine operative Handreichung für Piloten, die verstehen wollen, wie man dem Flachland seine energetischen Geheimnisse entlockt.

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Die Lage im Herzen des Pferdelandes

Warendorf-Freckenhorst liegt geographisch im östlichen Münsterland, einer Region, die durch ihre flache, aber strukturierte Topographie geprägt ist. Die Koordinaten N 51°55'21.05", E 8°00'22.01" markieren nicht nur einen Punkt auf der Karte, sondern das Zentrum eines mikroklimatisch hochinteressanten Areals. Die Region ist weltweit bekannt als die "Stadt des Pferdes", Sitz des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts und des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei. Für den Gleitschirmflieger ist diese kulturelle Prägung von direkter Relevanz: Die Landschaft ist geprägt von Weidewirtschaft, großen Koppeln und einer kleinteiligen Parzellierung durch Wallhecken und kleine Waldstücke.  

Diese Struktur, die sogenannte "Münsterländer Parklandschaft", ist aerologisch ein zweischneidiges Schwert, das es zu meistern gilt. Einerseits fehlen die massiven Prallhänge der Berge, die bei Wind zuverlässiges Soaring ermöglichen. Andererseits ist der Bodenbelag extrem heterogen. Der Wechsel von dunklen Waldflächen, sandigen Böden (die sich schnell erwärmen) und feuchten Wiesen schafft ideale Kontraste für die thermische Ablösung.

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Bodenbeschaffenheit und thermische Qualitäten

Das Gelände selbst, gelegen in der Bauernschaft Hägerort, befindet sich auf einer Höhe von ca. 61 bis 65 Metern über dem Meeresspiegel (MSL). Die Höhendifferenz zum Umland ist vernachlässigbar – hier muss jede Höhe künstlich per Winde erzeugt werden. Der Untergrund ist, typisch für die Region, sandig-lehmig. Dies hat den Vorteil, dass das Gelände auch nach Regenfällen relativ schnell abtrocknet und begehbar bleibt, was die Anzahl der fliegbaren Tage im Jahr erhöht.  

Die Umgebung des Startplatzes ist von einer Mischung aus landwirtschaftlichen Nutzflächen und Waldgebieten geprägt. Diese Waldgebiete sind nicht nur Hindernisse, sondern essenzielle Bestandteile des thermischen Systems von Freckenhorst. Anders als im Gebirge, wo Thermik oft topographisch fixiert ist (an Kanten, Graten, Gipfeln), ist sie im Flachland an Bodenkontraste gebunden. Die dunklen Waldflächen speichern Wärme anders als die umliegenden Felder.  

Analysen der Flugspuren und Berichte lokaler Piloten deuten darauf hin, dass die Waldränder rund um Hägerort als primäre "Triggerpoints" (Abrisskanten) fungieren. Wenn sich über den großen Ackerflächen Warmluftblasen bilden, driften diese mit dem Wind, bis sie auf das Hindernis "Waldkante" treffen oder durch den Temperaturkontrast zum Aufsteigen gezwungen werden. Das Wissen um diese unsichtbaren Abrisskanten ist der Schlüssel, um nach dem Ausklinken nicht sofort wieder am Boden zu stehen.

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Infrastruktur und technisches Setup: Eine operative Analyse

Der Unterschied zwischen einem improvisierten Schleppgelände und einem professionellen Flugplatz liegt in der Hardware. Warendorf-Freckenhorst spielt hier in der Oberliga der deutschen Windengelände.

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Die Windenanlagen: Stationäre Kraftwerke

Während viele Vereine auf mobile Abrollwinden setzen, die auf Anhängern oder Autodächern montiert sind, verfügt die Windengemeinschaft Skyrider über eine Infrastruktur, die auf maximalen Durchsatz und Zuverlässigkeit ausgelegt ist. Das Gelände ist mit drei stationären Koch-Doppeltrommelwinden ausgestattet.  

Diese technische Spezifikation hat weitreichende Implikationen für den Flugbetrieb:

Redundanz und Frequenz: Der Parallelbetrieb mehrerer Seile minimiert die Wartezeiten am Start drastisch. In der Thermikzeit, wenn das Zeitfenster für den Einstieg oft nur wenige Minuten offen ist, ist dies ein unschätzbarer Vorteil. Ein Pilot kann nach einer "Absaufer"-Landung oft binnen weniger Minuten wieder startklar am Seil stehen.

Stufenschlepp-Kapazität: Alle drei Winden sind technisch für den Stufenschlepp zugelassen. Im Flachland ist der Stufenschlepp die einzige Möglichkeit, die Ausklinkhöhe signifikant über die reine Seillänge hinaus zu erweitern. Er erlaubt dem Piloten, gegen den Wind vorzufliegen, Höhe zu parken, und sich in einem zweiten oder dritten Zug weiter nach oben ziehen zu lassen. Dies erfordert jedoch ein eingespieltes Team aus Windenfahrer und Startleiter – eine Kompetenz, die in Freckenhorst durch jahrelange Praxis kultiviert wurde.  

Leistungsspektrum: Zwei der Winden sind für Zuglasten ausgelegt, die auch Hängegleiter und Tandems bis 130 kg sicher in die Luft befördern. Dies macht Freckenhorst zu einem inklusiven Gelände für alle Luftsportgeräteklassen, was in der oft gleitschirmdominierten Szene keine Selbstverständlichkeit ist.

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Die Schleppstrecke: Der Datenbank-Konflikt und die operative Realität

Bei der Recherche stößt man auf widersprüchliche Angaben bezüglich der Ausrichtung der Schleppstrecke, deren Klärung für die Flugvorbereitung essenziell ist.

Der offizielle DHV-Eintrag listet die Startrichtung primär als NNO-N (Nordnordost bis Nord). Diese Angabe würde bedeuten, dass das Gelände primär bei Nordwinden nutzbar wäre – eine Windrichtung, die in Mitteleuropa oft mit stabilen, thermikarmen Hochdruckrandlagen oder kalten Rückseitenwetterlagen assoziiert ist.  

Im Kontrast dazu stehen die Angaben des Vereins und anderer Portale, die eine Ausrichtung von West-Ost (W-O) beschreiben. Diese Diskrepanz ist gravierend. Eine West-Ost-Ausrichtung korrespondiert mit der vorherrschenden Westwinddrift in Deutschland. Das würde bedeuten, dass das Gelände an der Mehrheit der Tage mit messbarem Wind nutzbar ist. Die Analyse der Satellitenbilder und der Infrastruktur bestätigt: Die operative Hauptachse ist tatsächlich West-Ost. Die DHV-Angabe könnte sich auf eine sekundäre Bahn oder eine veraltete Konfiguration beziehen. Für den Gastpiloten bedeutet dies: Planen Sie primär für West- oder Ostwindlagen.  

Die Länge der Schleppstrecke wird in verschiedenen Quellen zwischen 610 Metern und 700 Metern angegeben. In der Praxis der Windenphysik resultiert aus einer solchen Seillänge bei Windstille eine Ausklinkhöhe von etwa 250 bis 300 Metern. Bei Gegenwind und optimalem Stufenschlepp sind Höhen bis 400 Meter oder mehr denkbar, was die Wahrscheinlichkeit eines Thermikanschlusses exponentiell erhöht.

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Meteorologie und Aerologie: Das Spiel mit den Elementen

Das Verständnis der lokalen Wetterphänomene ist der Schlüssel zum Erfolg in Freckenhorst. Das Münsterland ist keine alpine Rennstrecke, die man blind abfliegen kann. Es erfordert Geduld und das "Lesen" der Luft.

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Windsysteme und die "Warendorfer Thermik"

Die dominierende Wetterlage ist die Westwinddrift. Westwinde bringen vom Atlantik feuchte, oft labil geschichtete Luftmassen heran. Wenn diese Luftmassen nach dem Durchzug einer Kaltfront aufklaren (Rückseitenwetter), entstehen die klassischen "Hammerbedingungen" im Flachland: Cumuluswolken mit basisnahen Kondensationsniveaus, kräftige Bärte und gute Sicht. Da die Schleppstrecke West-Ost ausgerichtet ist, kann bei Westwind direkt gegen den Wind gestartet werden. Dies maximiert den Auftrieb in der Startphase und ermöglicht hohe Ausklinkhöhen.

Bei Ostwindlagen, die oft mit stabilen Hochdruckgebieten einhergehen ("Bise"), ist die Luft oft trockener und die Thermik "blauer" (blauthermik). Hier sind die Bärte oft enger und zerrissener. Die stationären Winden erlauben jedoch auch hier einen sicheren Betrieb.

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Die Genese der Thermik: Abrisskanten und Bodenheizung

Wie bereits erwähnt, ist das Gelände von Wald und Feldern umgeben. Eine detaillierte Betrachtung der aerologischen Mechanismen ist hier notwendig. Thermik entsteht nicht kontinuierlich, sondern pulsierend.

Die Sammelphase: Über den großen Ackerflächen und Wiesen südlich und nördlich der Schleppstrecke erwärmt die Sonne den Boden. Die Luft darüber erwärmt sich durch Konduktion. Da der Boden im Münsterland oft sandig ist, geschieht dies schneller als auf schweren Lehmböden.

Die Auslösephase: Ein leichter Wind schiebt dieses Warmluftpaket über den Boden. Es "klebt" jedoch förmlich am Untergrund, bis es auf ein Hindernis trifft. In Hägerort sind dies die Waldränder.  

Der Abriss: An der Waldkante wird die Strömung gestört, das Warmluftpaket reißt ab und steigt als Blase auf.

Für den Piloten bedeutet dies taktisch: Nach dem Ausklinken nicht in die Mitte der Felder fliegen, sondern die Luv-Seiten der Waldkanten abtasten. Dort ist die Wahrscheinlichkeit, auf einen aufsteigenden "Bart" zu treffen, am höchsten. Visuelle Indikatoren wie kreisende Greifvögel oder das Rascheln der Blätter in den Baumkronen (Windzunahme durch einströmende Luft in die Thermik) sind im Flachland noch wichtiger als im Gebirge.

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Die Entscheidungshilfe: Go oder No-Go?

Nicht jeder Tag ist fliegbar, und die Grenzen beim Windenstart sind eng gesteckt. Ein Blick auf die lokalen Wetterstationen (z.B. Holfuy) ist obligatorisch. Die idealen Bedingungen für Freckenhorst liegen bei einer Grundwindstärke von 10 bis 20 km/h.

Unter 10 km/h: Der Start ist sicher, aber die Ausklinkhöhen sind geringer, da der dynamische Auftrieb durch den Fahrtwind fehlt. Thermikanschluss wird schwieriger ("Glückssache").

15-25 km/h: Der "Sweet Spot". Der Gegenwind hilft der Winde, den Schirm steil nach oben zu ziehen. Die Thermik versetzt zwar stark, aber die Startüberhöhung ist maximal.

Über 25-30 km/h: Hier beginnt der kritische Bereich. Die Gefahr von "Lockouts" (seitliches Ausbrechen am Seil) steigt drastisch. Zudem wird das Vorankommen gegen den Wind nach dem Ausklinken mühsam, und die Landung kann bei Turbulenzen hinter den Waldkanten gefährlich werden ("Leewirkung").

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Flugbetrieb: Regeln, Ablauf und Gastfreundschaft

Die "Windengemeinschaft Skyrider" pflegt eine Kultur der Offenheit, gepaart mit preußischer Disziplin in Sicherheitsfragen. Dies ist notwendig, da der Windenbetrieb eine hohe Koordination erfordert.

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Anmeldung und Bürokratie

Spontanität hat ihre Grenzen. Die Kapazitäten am Seil sind endlich. Daher ist eine Online-Anmeldung über die Vereins-Website obligatorisch. Dies dient der Planbarkeit für den Startleiter und die Windenfahrer. Nichts ist frustrierender für einen Gastpiloten, als anzureisen und keinen Slot zu bekommen. Die Bezahlung der Schleppgebühren erfolgt am Ende des Flugtages. Der Verein zeigt sich hier modern: Neben Bargeld wird auch PayPal akzeptiert. Dies eliminiert das leidige Problem der passenden Kleingeldsuche auf der Wiese. Die Gebühren sind als Beteiligung an den Betriebskosten der Winden konzipiert und liegen erfahrungsgemäß deutlich unter den Preisen kommerzieller Flugschulen.

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Der Startablauf und die Rolle des Startleiters

Am Startplatz herrscht eine klare Hierarchie. Der Startleiter hat das letzte Wort. Er koordiniert die Reihenfolge, prüft die Einhängung (Startcheck) und gibt die Kommandos an den Windenfahrer. Für Gastpiloten gilt:

Vorstellen: Bei Ankunft sofort beim Startleiter melden.

Einweisung: Eine Geländeeinweisung ist gesetzlich vorgeschrieben und sicherheitstechnisch unabdingbar. Hier werden die aktuellen Besonderheiten (z.B. "Heute nicht über dem Bauernhof links abkreisen") kommuniziert.

Funk: Die Nutzung von Flugfunk (LPD/PMR) ist Standard, um Kommandos des Windenfahrers oder Startleiters zu empfangen. Die Frequenz wird beim Briefing bekanntgegeben.

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Die "Active Zone" Zäsur: Kein Schulungsbetrieb mehr

Ein wichtiger Hinweis für Rechercheure, die ältere Foreneinträge nutzen: Die Flugschule "active zone", die lange Zeit untrennbar mit dem Gelände verbunden war und Ausbildungskurse anbot, hat ihren Ausbildungsbetrieb (Einsteiger- und Intensivkurse) eingestellt. Das Gelände ist somit kein Ort mehr für Fußgänger, die das Fliegen erlernen wollen. Es ist ein reines Sportgelände für lizenzierte Piloten (A- oder B-Schein). Die Flugschule existiert zwar noch als Fachhandel und Beratungskompetenz, aber der Schulbetrieb am Hang ist Geschichte. Wer Ausbildung sucht, muss auf andere Geländer im Sauerland oder an der Porta Westfalica ausweichen.

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Das Streckenflugpotenzial (XC): Von Warendorf nach Lüneburg

Der Mythos, dass man im Flachland keine Strecke fliegen kann, wird in Freckenhorst regelmäßig widerlegt. Das Gelände hat sich zu einem Hotspot für den DHV-XC (Cross Country Contest) entwickelt.

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Die 200-Kilometer-Marke

Dokumentierte Flüge, wie der von Marius Wigge über 209 km bis nach Lüneburg , sind der Beweis für das enorme Potenzial. Wie gelingt ein solcher Flug?  

Startzeit: Anders als in den Alpen, wo man oft warten muss, bis die Talinversion aufbricht, kann im Flachland bei labiler Schichtung schon am späten Vormittag gestartet werden.

Winddrift: Bei einem typischen Südwestwind lässt man sich treiben. Die Kunst besteht nicht darin, gegen den Wind zu fliegen, sondern mit dem Wind so schnell wie möglich Strecke zu machen, während man Höhe konserviert.

Wolkenstraßen: An guten Tagen bilden sich im Münsterland Wolkenstraßen ("Cloudstreets") parallel zur Windrichtung. Hat man den Einstieg in eine solche Konvergenzlinie geschafft, kann man oft kilometerweit ohne Kreisen im Delphin-Stil fliegen.

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Routenoptionen

Richtung Nord-Ost (Der Klassiker): Mit Südwestwind geht es über Osnabrück Richtung Nienburg und Lüneburger Heide. Der Luftraum ist hier vergleichsweise unkompliziert, solange man die Kontrollzonen der Verkehrsflughäfen meidet.

Richtung Ost (Sauerland-Route): Bei reinem Westwind driftet man Richtung Teutoburger Wald und Eggegebirge. Hier wird die Topographie anspruchsvoller und der Luftraum komplexer (Paderborn/Lippstadt).

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Sicherheit und Risikomanagement

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Das Fliegen in Freckenhorst birgt spezifische Risiken, die jedem Piloten bewusst sein müssen.

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Hindernisse und Landevolte

Das Gelände ist von Bäumen umgeben. Ein Unfallbericht aus dem DHV-Archiv verdeutlicht die Gefahr: Ein Pilot versuchte, durch starkes Anbremsen Höhe abzubauen, um vor einer Baumreihe zu landen, und provozierte dabei einen Strömungsabriss. Die Lehre daraus:  

Die Landewiese ist lang, aber nicht unendlich.

Die Westseite des Geländes fällt leicht ab. Wer hier gegen Ostwind landet, unterschätzt oft den Gleitwinkel über Grund. Man gleitet weiter, als das Auge vermutet.  

Niemals versuchen, den Schirm in Bodennähe "auszuhungern", um über Bäume zu kommen. Lieber kontrolliert in die Büsche oder auf den Acker (mit anschließendem Ärger und Entschädigungszahlung) als ein Absturz aus 10 Metern Höhe.

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Luftraumstruktur

Das Münsterland ist luftrechtlich komplex. Zwar liegt Freckenhorst oft unterhalb der kritischen Lufträume C und D der großen Flughäfen (Münster/Osnabrück FMO, Dortmund), aber die Höhenbeschränkungen sind real.

Luftraum C/D: In Sektoren um die Flughäfen sinkt der kontrollierte Luftraum oft stufenweise ab. Piloten müssen die ICAO-Karte im Kopf (oder auf dem Oudie/Skytraxx) haben.

Militärische Zonen: Temporäre Flugbeschränkungsgebiete (ED-R) für militärische Übungen können aktiviert werden. Ein Check der NOTAMs (Notices to Airmen) oder der Vereins-App "Luftpost" ist vor dem Start Pflicht.

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Logistik und Aufenthalt: Das "Landing Beer" und mehr

Für den reisenden Piloten endet der Tag nicht mit der Landung. Die soziale Komponente ist Teil der DNA des Gleitschirmsports.

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Anfahrt und Parken

Das Gelände ist per Auto gut erreichbar. Die Adresse für das Navigationsgerät lautet Hägerort 6, 48231 Warendorf. Parkplätze stehen direkt am Gelände zur Verfügung , was das Schleppen der oft 20kg schweren Ausrüstung auf ein Minimum reduziert.

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Verpflegung und Unterkunft

Nach dem Fliegen trifft man sich oft noch am Platz oder in der lokalen Gastronomie. Die "Grillstube Zur B64" wird in Pilotenkreisen als Anlaufstelle für deftige Verpflegung genannt. Für Piloten, die ein ganzes Wochenende einplanen (z.B. für den "Varus Cup"), bietet Warendorf als touristische Stadt eine breite Palette an Unterkünften, vom einfachen "Gasthaus Niemerg" bis zu gehobenen Hotels. Camping am Platz ist oft nach Absprache bei Events möglich, aber keine offizielle Dauereinrichtung.

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Alternativprogramm (Plan B)

Sollte der Wind zu stark sein (> 25 km/h), bietet die Region exzellente Alternativen. Die Ems schlängelt sich durch das Münsterland und ist ein Paradies für Kanufahrer. Eine Kanutour von Warendorf nach Telgte ist ein meditatives Naturerlebnis, das den Adrenalinspiegel nach einer stressigen Flugwoche wieder senkt. Auch die historische Altstadt von Warendorf mit ihrem Fokus auf den Reitsport ist einen Besuch wert.

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Fazit: Ein Muss für den kompletten Piloten

Warendorf-Freckenhorst ist kein Ort für Piloten, die nur den schnellen "Kick" eines Abgleiters suchen. Es ist ein Ort für Arbeitstiere der Lüfte, für Taktiker und Thermikschnüffler. Die professionelle Infrastruktur mit drei stationären Winden sucht ihresgleichen und ermöglicht eine Flugdichte, die an guten Tagen enorm ist.

Das Gelände verlangt Respekt vor den meteorologischen Besonderheiten des Flachlands und eine disziplinierte Flugvorbereitung (Anmeldung, Luftraumcheck). Wer diese Hürden nimmt, wird mit Flügen belohnt, die an Schönheit und Distanz den alpinen Klassikern in nichts nachstehen – nur eben mit einem weiteren Horizont.

Die drei goldenen Regeln für Freckenhorst:

Traue nicht der DHV-Datenbank allein: Plane für Westwind, nicht nur für Nord-Nord-Ost.

Beherrsche den Stufenschlepp: Er ist dein Ticket zur Wolkenbasis.

Respektiere die Waldkanten: Sie sind deine Freunde beim Aufstieg, aber deine Feinde bei der Landung.

Tabellarische Zusammenfassung: Warendorf-Freckenhorst auf einen Blick Kategorie Detail Referenz/Quelle Betreiber Windengemeinschaft Sky Rider e.V. Koordinaten N 51°55'21.05" E 8°00'22.01" Startart Windenschlepp (Stationär) Höhendifferenz 0m (Start auf ~61m MSL, Schlepp auf ~300-450m AGL) Schlepplänge 610m - 700m (effektiv nutzbar) Schlepptechnik Stufenschlepp (möglich und empfohlen) Ausrichtung W-O (Operative Realität) vs. NNO (DHV-Daten) Gastregelung Willkommen, Online-Anmeldung Pflicht Schulung "active zone" hat Ausbildungsbetrieb eingestellt XC-Rekord > 200 km (Marius Wigge nach Lüneburg) Infrastruktur 3 x Koch Doppeltrommelwinden Wetterstation Holfuy Station am Platz vorhanden

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