StartseiteFluggebieteDeutschlandNiedersachsenSegelflugplatz Holste - Hellingst

Segelflugplatz Holste - Hellingst

Startplätze:1
Koord.:53.3731°N, 8.8540°E
Piloten-GuideStartplätzeInfoAnmelden
In Google Maps öffnen

Geländekarte

3D terrain map preview

Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Segelflugplatz Holste-Hellingst

Start
Höhe50m ü. M.
Koord.53.3731, 8.8540
WindSO, NW
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Der definitive Guide: Gleitschirmfliegen am Segelflugplatz Holste-Hellingst

Korrekt?

Einleitung: Die Faszination des norddeutschen Flachlandfliegens

Weit abseits der alpinen Rennstrecken, wo sich an guten Tagen Hunderte von Schirmen an den Graten drängen, liegt im Herzen des Elbe-Weser-Dreiecks ein Fluggebiet, das unter Kennern als eines der leistungsfähigsten Schleppgelände Norddeutschlands gehandelt wird: der Segelflugplatz Holste-Hellingst.

Für den unbedarften Beobachter mag die norddeutsche Tiefebene zwischen Bremen und Bremerhaven wie eine fliegerische Wüste erscheinen – platt, windig und ohne offensichtliche Erhebungen. Doch für den erfahrenen Thermikpiloten offenbart sich hier eine Arena von seltener Qualität. Hellingst ist nicht einfach nur eine Wiese mit einer Winde. Es ist ein technisches Meisterwerk der Flugsport-Infrastruktur, das durch eine symbiotische Kooperation zwischen Segelfliegern und Gleitschirm-/Drachenpiloten am Leben erhalten wird.

Die Magie dieses Ortes erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. Es gibt keine Berge, die als zuverlässige Hausbärte dienen. Es gibt keine Talwinde, die einen sanft zum Landeplatz spülen. Stattdessen herrscht hier die pure Meteorologie. Wer in Hellingst oben bleibt, der hat das Wetter verstanden. Wer von hier aus auf Strecke geht, der beherrscht die hohe Kunst der Flachlandfliegerei – das Lesen von Wolkenstraßen, das Antizipieren von Windversatz und das Taktieren mit minimalen Steigwerten.

Dieser Report dient als umfassendes Handbuch für jeden Piloten, der den Weg in den Norden wagt. Er ersetzt und erweitert die spärlichen Informationen offizieller Datenbanken um das kritische Insiderwissen, das über einen erfolgreichen Flugtag entscheidet. Wir werden die operative Logistik sezieren, die meteorologischen Besonderheiten der Region analysieren und Strategien entwickeln, wie man die berüchtigte Luftraumstruktur rund um den Flughafen Bremen sicher meistert. Willkommen in Hellingst, wo der Horizont weit und die Schleppstrecke noch weiter ist.

Korrekt?

Geographische Lage und topographische Analyse

Um das Flugpotenzial von Hellingst zu verstehen, muss man zunächst die Geographie begreifen, in die der Platz eingebettet ist. Wir befinden uns in Niedersachsen, genauer gesagt im Landkreis Osterholz.

Korrekt?

Das Elbe-Weser-Dreieck

Der Flugplatz liegt geographisch im sogenannten Elbe-Weser-Dreieck. Diese Region ist geprägt durch den Übergang von der Marsch zur Geest. Während die Marschgebiete direkt an der Weser und Elbe oft feucht und thermisch träge sind, liegt Hellingst auf einem Geestrücken.

Geest vs. Moor: Die Landschaft ist ein Mosaik aus sandigen Geestböden, landwirtschaftlichen Nutzflächen (Äcker, Wiesen) und Moorgebieten (wie dem Teufelsmoor bei Worpswede).

Thermische Relevanz: Für den Piloten ist diese Unterscheidung essenziell. Sandige Geestböden erwärmen sich schneller als feuchte Wiesen oder gar Moorflächen. Hellingst profitiert von seiner Lage auf trockenerem Grund, was im Vergleich zum direkten Küstenumfeld oft zu einer früheren Thermikauslösung führt.

Korrekt?

Die Höhenlage

Mit einer offiziellen Höhe von 20 bis 50 Metern über dem Meeresspiegel (MSL) startet man hier fast auf Meeresniveau.  

Implikation für die Luftdichte: Die Luftdichte ist hier unten maximal. Das bedeutet, der Schirm trägt besser, und die Abhebegeschwindigkeit ist geringer als an einem alpinen Startplatz auf 2.000 Metern.

Arbeitshöhe: Die Basishöhe (Cloudbase) liegt in Norddeutschland oft niedriger als in den Alpen, typischerweise zwischen 1.000 und 1.800 Metern. Das Arbeitsfenster zwischen Ausklinkhöhe (ca. 400m) und Basis ist also kompakter, was taktische Fehler schneller bestraft.

Korrekt?

Die Umgebung

Der Platz selbst liegt südlich der Ortschaft Hellingst und ist eingebettet in eine Mischwald- und Agrarlandschaft.

Nordwesten: Richtung Bremerhaven wird das Land flacher und feuchter.

Südosten: Richtung Worpswede und Bremen wird die Bebauung dichter, und Waldgebiete wie der Stedener Forst dominieren das direkte Umfeld.  

Gewässer: Unmittelbar westlich des Platzes liegt der Stedener See, ein Baggersee, der im Sommer als Naherholungsgebiet dient. Aus meteorologischer Sicht ist der See tagsüber oft eine "Senke" (kühle Wasseroberfläche = Sinken), kann aber am späten Abend Wärme speichern und Restitutionsthermik begünstigen.

Korrekt?

Infrastruktur und operative Kennzahlen

Der Segelflugplatz Holste-Hellingst ist kein provisorisches Fluggelände, sondern ein voll ausgebauter Sonderlandeplatz. Die Dimensionen sind für Gleitschirmflieger, die an kurze Windenschleppstrecken gewöhnt sind, oft überwältigend.

Korrekt?

Die Start- und Landebahn

Das Herzstück der Anlage ist die Grasbahn mit der Ausrichtung 13/31 (Südost/Nordwest).  

Länge: Die Piste selbst ist 845 Meter lang und 30 Meter breit.

Schleppstrecke: Für den Windenbetrieb wird jedoch die gesamte verfügbare Diagonale und das Vorfeld genutzt, was eine effektive Schleppstrecke von 1.200 Metern ergibt.  

Bedeutung der Länge: Eine 1.200-Meter-Schleppstrecke ist im Gleitschirmsport Luxusklasse. Physikalisch bedeutet dies:

Sanfterer Kraftaufbau: Der Pilot wird nicht "in den Himmel geschossen", sondern gewinnt kontinuierlich an Höhe.

Maximale Ausklinkhöhe: Höhen von 400 bis 450 Metern sind Standard. Bei gutem Gegenwind sind sogar 500 Meter möglich. Zum Vergleich: Viele Standard-Schleppgelände enden bei 250-300 Metern. Diese zusätzlichen 150 Meter sind oft entscheidend, um den thermischen Anschluss zu finden, da Thermikblasen in Bodennähe oft zerrissen sind und sich erst ab einer gewissen Höhe zu nutzbaren Bärten formieren.

Korrekt?

Die Winden-Technologie

Der DFC Weser betreibt eine stationäre Doppeltrommelwinde.

Kapazität: Durch die Doppeltrommel können zwei Piloten kurz hintereinander geschleppt werden (Stufenschlepp-Verfahren ist hier weniger üblich, eher sequenzielles Schleppen).

Seilrückholung: Das Ausziehen der Seile erfolgt meist mit einem dedizierten Seilrückholwagen (Lepo). Aufgrund der Länge der Strecke dauert ein Umlauf (Start + Seilrückholung) etwas länger als an kurzen Plätzen, dafür ist die Ausbeute pro Start höher.

Korrekt?

Einrichtungen am Boden

Vereinsheim: Der LVU Bremerhaven unterhält ein gut ausgestattetes Vereinsheim mit Briefingraum, sanitären Anlagen und Küche.  

Halle: Die Segelflugzeuge sind in einer großen Halle untergebracht. Gleitschirmpiloten nutzen meist den Vorplatz zum Packen.

Startwagen: Für Drachenflieger steht ein Startwagen zur Verfügung, was den Startkomfort massiv erhöht und Starts auch bei Nullwind sicher macht.

Korrekt?

Organisation und Vereinskultur: Das Miteinander

Hellingst ist ein Paradebeispiel für funktionierenden Mischflugbetrieb. Zwei Vereine teilen sich das Gelände:

Luftfahrtverein Unterweser e.V. (LVU): Die "Platzherren", zuständig für den Segelflugbetrieb und die Geländepflege.  

Drachen- und Gleitschirmfliegerclub Weser e.V. (DFC Weser): Der Gastverein, der den HG/GS-Betrieb organisiert.

Korrekt?

Die Hierarchie und Etikette

Gleitschirmflieger sind in Hellingst Gäste auf einem Segelfluggelände. Das prägt die Regeln:

Segelflug hat Vorrang: Ein landendes Segelflugzeug kann nicht "durchstarten" wie ein Motorflieger. Es muss landen. Daher ist der Luftraum im Endanflug und der Pistenbereich heilig. Gleitschirme landen meist auf einer zugewiesenen Seitenfläche oder müssen extrem diszipliniert Platz machen.  

Gemeinschaftsarbeit: Das Prinzip "Dienstleistung gegen Geld" existiert hier nur bedingt. Es wird erwartet, dass auch Gastpiloten beim Aufbau (Winde, Startwagen) oder beim Seilrückholen helfen. Wer nur mit verschränkten Armen am Startplatz steht und auf den Einhängeservice wartet, macht sich keine Freunde.

Korrekt?

Ansprechpartner und Kontakt

Für die Planung eines Besuchs sind folgende Kontakte essenziell:

Eberhard Dengler (DFC Weser): Der primäre Ansprechpartner für Gleitschirmbelange.  

Windenhandy: +49 (160) 95429626 – Diese Nummer ist nur aktiv, wenn tatsächlich Flugbetrieb herrscht. Es ist der "Live-Status" des Platzes.  

Festnetz Flugplatz: +49 (4748) 2421 – Hier muss man geduldig sein ("sehr lange klingeln lassen"), da das Telefon oft im Vereinsheim steht und niemand direkt daneben sitzt.

Korrekt?

Logistik für Piloten: Anreise, Unterkunft, Verpflegung

Die Reise nach Hellingst führt tief in das ländliche Niedersachsen. Die Logistik erfordert etwas Planung, da man sich nicht in einem touristischen Hotspot mit Supermarkt an jeder Ecke befindet.

Korrekt?

Anreise-Strategien

Aus dem Süden (Bremen): Die schönste Route führt über die "Märchenstraße" und das Künstlerdorf Worpswede. Dies ist landschaftlich reizvoll durch das Teufelsmoor. Hinter der Ortschaft Hüttenbusch folgt eine lange Rechtskurve, danach geht es links ab Richtung Vollersode. Man folgt der Straße bis zum Ende, biegt erneut links ab auf die B74 Richtung Beverstedt bis nach Holste-Hellingst.  

Das letzte Stück: Im Ort Hellingst (Ortsteil Holste) ist Achtsamkeit geboten. Das Hinweisschild "Achtung Flugverkehr" markiert die Einfahrt zum Russenpad. Der Platz liegt direkt links.  

Parkordnung: Parken Sie ausschließlich auf den ausgewiesenen Flächen. Die Grasflächen sind Betriebsflächen für Luftfahrzeuge. Ein Auto auf der Landebahn ist ein absolutes Sicherheitsrisiko.

Korrekt?

Übernachtung

Camping am Platz: Es ist möglich, direkt am Flugplatz zu campen, dies erfordert jedoch zwingend eine vorherige Rücksprache mit dem Verein. Es gibt keinen offiziellen Campingplatz-Status, daher ist dies eine Duldung für Piloten.  

Stedener See: Wer eine reguläre Camping-Infrastruktur sucht, findet diese am benachbarten Stedener See bzw. im Camping- und Ferienpark Spadener See (etwas weiter entfernt, aber professionell ausgestattet).  

Pensionen: In den umliegenden Ortschaften wie Hambergen oder Holste gibt es kleine Pensionen und Gasthöfe (z.B. Pensionen in Hambergen), die oft günstiger sind als in der Stadt Bremen.

Korrekt?

Verpflegung

Selbstversorgung: Da der nächste Supermarkt ein Stück entfernt ist, empfiehlt es sich, Verpflegung (Wasser, Snacks) für den Flugtag mitzubringen.

Gastronomie: Das Restaurant Stedener Forst liegt ca. 1,6 km vom Flugplatz entfernt und ist der klassische Treffpunkt für das "Lande-Bier" und gutbürgerliche Küche.  

Am Platz: Oft wird nach Flugbetrieb gemeinsam gegrillt.

Korrekt?

Flugbetrieb: Der Ablauf im Detail

Wie sieht ein typischer Flugtag in Hellingst aus? Um als Gastpilot nicht negativ aufzufallen, sollte man das "Drehbuch" des Tages kennen.

Korrekt?

Das 10-Uhr-Briefing

Der Tag beginnt rituell um 10:00 Uhr mit dem Briefing.  

Pflichttermin: Für alle Piloten (Segelflieger und GS/HG) ist dies obligatorisch.

Inhalte:

Wetter: Windrichtung, Thermikprognose, Gewitterneigung.

Betriebsrichtung: Wird auf der 13 oder der 31 gestartet?

Luftraum: Gibt es aktive ED-R (Restricted Areas) oder militärische Übungen?

Personal: Einteilung der Windenfahrer, Startleiter und Lepo-Fahrer.

Gast-Anmeldung: Das Briefing ist der ideale Zeitpunkt, um sich als Gast vorzustellen, die Enthaftungserklärung zu unterschreiben und die Tagesgebühr zu entrichten.

Korrekt?

Aufbau und Startvorbereitungen

Nach dem Briefing schwärmt der "Ameisenhaufen" aus.

Halle ausräumen: Die Segelflugzeuge werden an den Start geschoben. Hilfe ist willkommen.

Winde aufbauen: Die Winde wird am entgegengesetzten Ende der Startbahn positioniert.

Straßensicherung: Eine Besonderheit in Hellingst ist, dass für Starts teilweise eine angrenzende Straße gesperrt oder gesichert werden muss. Dies erfordert eingewiesenes Personal mit Funk.

Korrekt?

Gastpiloten-Regeln (Checkliste)

Der DFC Weser hat klare Regeln für Gäste definiert :  

Lizenz: B-Schein (unbeschränkter LFS) ist der Standardwunsch. Piloten mit A-Schein dürfen theoretisch fliegen, aber da keine Schulung stattfindet, ist eine Betreuung (Flugauftrag) oft nur nach expliziter Absprache mit einem anwesenden Fluglehrer möglich. Kommen Sie nicht einfach mit A-Schein vorbei und erwarten Sie Betreuung!

Ausrüstung: Eigene Ausrüstung ist Pflicht.

Funk: PMR-Funkgerät ist zwingend erforderlich. Die Frequenz wird beim Briefing bekannt gegeben. Dies dient der Sicherheit im Mischbetrieb.  

Versicherung: Nachweis der Halterhaftpflicht und Lizenz müssen im Original vorliegen.

Kosten:

Gastflug: 10 EUR pro Schlepp.

Ermäßigt (Nordverbund): 5 EUR pro Schlepp.

Die Zahlung erfolgt meist bar beim Startleiter.

Korrekt?

Startablauf an der Winde

Einklinken: Der Startleiter koordiniert die Reihenfolge. Segelflugzeuge und Gleitschirme wechseln sich oft ab oder starten in Blöcken.

Startkommando: Die Kommunikation erfolgt per Funk oder Lichtsignalen.

Schleppphase: Genießen Sie die Länge! Korrigieren Sie sanft. Bei 1.200m Seil ist der Seildurchhang groß. Wenn die Winde Gas wegnimmt, warten Sie einen Moment, bis das Seil wirklich entspannt ist, bevor Sie klinken.

Seilfall: Werfen Sie das Seil nicht direkt über der Winde oder dem Startplatz ab, sondern idealerweise im dafür vorgesehenen Bereich (Seilabwurfzone), um die Rückholzeit zu minimieren.

Korrekt?

Meteorologie: Das Wetter im Norden lesen

Norddeutschland hat einen Ruf für stetigen Wind und grauen Himmel. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Korrekt?

Windsysteme

Hellingst funktioniert am besten bei Nordwest (NW) und Südost (SO).  

Nordwest (Rückseitenwetter): Nach dem Durchzug einer Kaltfront strömt labile Kaltluft ein. Wenn die Sonne den nassen Boden aufheizt, entstehen hier die besten Thermiktage mit knackigen Bärten und hohen Basishöhen (oft bis 1.800m). Dies ist die "Hammer-Lage" für Hellingst.

Südost (Hochdruckrand): Bei stabilem Hochdruck fließt oft warme Festlandsluft aus SO ein. Diese Thermik ist oft blauthermisch (ohne Wolken) und zäher, aber sehr laminar. Gut für Genussflüge und Schulung.

Ostwind: Oft sehr stabil und bockig durch Turbulenzen aus den Wäldern.

Südwest: Bringt oft schlechtes Wetter (Tiefdruckfronten) vom Atlantik.

Korrekt?

Thermikquellen (Trigger Points)

Im Flachland muss man wissen, wo die Thermik abreißt.

Waldkanten: Der Kontrast zwischen dem dunklen, rauen Wald (Stedener Forst) und den helleren Wiesen/Äckern ist der Hauptauslöser. Suchen Sie die Leeseite der Waldkanten ab.  

Sandböden: Helle Sandflecken auf den Äckern (typisch für die Geest) heizen sich extrem schnell auf.

Der "Hausbart": Oft steht eine zuverlässige Thermik direkt am Ende der Schleppstrecke über dem Übergang vom Flugplatzgelände zum angrenzenden Wald. Lassen Sie sich beim Ausklinken Zeit und fühlen Sie die Luftmasse.

Korrekt?

Die Seewind-Gefahr

Hellingst liegt nah genug an der Küste (Bremerhaven), dass im Sommer der Seewind (Sea Breeze) bis zum Platz vordringen kann.

Phänomen: Kalte, schwere Meeresluft schiebt sich unter die warme Landluft.

Anzeichen: Plötzliches Auffrischen des Windes aus Nord/Nordwest, Temperatursturz, Zerfall der Cumuluswolken ("Blaue Glatze" am Himmel).

Konsequenz: Die Thermik stirbt schlagartig ab. Wer jetzt nicht landet, steht bald im stabilen laminaren Wind am Boden.

Korrekt?

Flugtaktik und Streckenflug (XC)

Hellingst ist ein Sprungbrett. Die 1.200m Schleppstrecke ist Ihre Eintrittskarte in den Club der Streckenflieger.

Korrekt?

Die Routen-Optionen

Die "Heide-Rennstrecke" (Richtung Südost):

Bei NW-Wind fliegt man mit dem Wind Richtung Lüneburger Heide.

Vorteil: Man fliegt von der Küste weg ins Landesinnere, wo die Thermik oft stärker wird.

Wegpunkte: Worpswede, Gnarrenburg, Zeven.

Ziel: Lüneburger Heide oder sogar bis zur Elbe. Flüge über 50km sind hier gut machbar.

Die "Küsten-Tour" (Richtung Nordwest):

Bei SO-Wind geht es Richtung Bremerhaven.

Reiz: Der Blick auf die Wesermündung und die Nordsee.

Limit: Die Küstenlinie ist das natürliche Ende. Zudem drückt oft der Seewind dagegen.

Korrekt?

Luftraum-Management: Die Falle Bremen

Das größte Hindernis für Streckenflüge Richtung Süden ist der Flughafen Bremen (EDDW).  

CTR Bremen: Diese Kontrollzone reicht bis zum Boden (GND) und ist für Gleitschirme absolut tabu. Sie liegt ca. 50 km südlich, was bei einem guten Streckenflug schnell erreicht ist.

TMA Bremen (Luftraum C/D): Über der CTR breitet sich der Luftraum C/D wie ein umgedrehter Hochzeitskuchen aus. Die Untergrenzen sinken, je näher man Bremen kommt.

ICAO-Karte: Es ist zwingend erforderlich, mit einer aktuellen digitalen Luftraumkarte zu fliegen. Oft ist bei 2.000 ft (ca. 600m) oder 2.500 ft (ca. 750m) MSL Schluss, wenn man in den Sektoren nördlich von Bremen unterwegs ist. Ein Einflug in den kontrollierten Luftraum ohne Freigabe (die man als GS ohne Flugfunktransponder praktisch nie bekommt) ist eine Straftat und gefährdet den gesamten Flugbetrieb in Hellingst.

Korrekt?

Flachland-Taktik

Drift mitnehmen: Kurbeln Sie nicht jeden Nullschieber aus, wenn der Wind stark ist (über 20 km/h), sonst werden Sie "nach hinten" versetzt, ohne Strecke zu machen. Nutzen Sie den Windversatz (Drift) beim Kurbeln, um Strecke zu machen (Dolphin-Style).

Wolkenstraßen: Im Flachland bilden sich bei Nordwest-Lagen oft fantastische Wolkenstraßen (Cloud Streets). Wer einmal unter so einer Straße "eingeloggt" ist, kann Kilometer fressen, ohne zu kreisen. Fliegen Sie im Delphinstil unter der Wolkenbasis.

Korrekt?

Sicherheit und Notfallmanagement

Ein Flugtag in Hellingst ist sicher, solange man die spezifischen Risiken respektiert.

Korrekt?

Mischbetriebs-Gefahren

Toter Winkel: Segelflugzeuge kommen oft schnell und lautlos von hinten oder oben. Machen Sie beim Kreisen in der Thermik regelmäßige Schulterblicke.

Landeanflug: Kreuzen Sie niemals die Anfluglinie der Segelflieger in niedriger Höhe. Wenn ein Segler im Endanflug ist, "frieren" Sie Ihre Position ein oder weichen Sie seitlich aus.

Korrekt?

Seilriss-Szenarien

Startphase (< 50m): Sofort nachdrücken, Fahrt aufholen, geradeaus landen. Nicht kurven!

Mittlere Höhe (50-150m): Nachdrücken, Fahrt stabilisieren, dann Entscheidung: Landung voraus (wenn Platz reicht) oder verkürzte Platzrunde.

Große Höhe (> 150m): Nachdrücken, Fahrt aufholen, Seil abwerfen (Klinke betätigen!), dann normale Thermiksuche oder Landeeinteilung.

Wichtig: In Hellingst ist die Bahn sehr lang. Oft ist nach einem Seilriss in 100m Höhe noch genug Platz, um geradeaus sicher zu landen.

Korrekt?

Außenlandung

Sollte der Bart nicht ziehen, landen Sie rechtzeitig.

Äcker: Meiden Sie bestellte Felder (Getreide, Mais). Landen Sie auf Wiesen oder abgeernteten Stoppelfeldern.

Moor: Achten Sie auf die Bodenfarbe. Dunkle, schwarze Erde mit Schilfgras deutet auf Moor hin. Eine Landung dort ist weich, aber das Bergen des Schirms und der Rückmarsch sind eine Qual.

Korrekt?

Geheimtipps und Besonderheiten

Zum Abschluss noch das Wissen, das man nur am Lagerfeuer erfährt:

Die "Klingel-Taktik": Wenn Sie anrufen und niemand rangeht, nicht auflegen. Das Telefon steht oft im Flur und wird erst gehört, wenn jemand vorbeiläuft.

Matsch-Alarm: Im frühen Frühjahr kann der Boden der Geest noch sehr weich sein. Wohnmobile fahren sich dann gerne fest. Fragen Sie vorher nach dem Zustand der Parkplätze.

Abend-Thermik: Unterschätzen Sie nicht den späten Nachmittag. Wenn der Segelflugbetrieb endet (ca. 18:00 Uhr), schlägt oft die Stunde der Gleitschirme. Die Luft beruhigt sich, und über den Wäldern entsteht oft ein großflächiges, sanftes Steigen ("Magic Lift"), das bis zum Sonnenuntergang trägt.

Korrekt?

Fazit

Der Segelflugplatz Holste-Hellingst ist ein Juwel für Piloten, die mehr wollen als nur einen schnellen Abgleiter. Er bietet eine professionelle Infrastruktur, die im norddeutschen Flachland ihresgleichen sucht. Die enorme Schlepplänge von 1.200 Metern ist ein "Gamechanger", der die Wahrscheinlichkeit, Thermik zu finden, drastisch erhöht.

Doch Hellingst fordert auch Respekt: Respekt vor dem Mischverkehr, Respekt vor dem komplexen Luftraum Bremen und Respekt vor den Regeln der Vereine, die diesen Platz in ehrenamtlicher Arbeit betreiben. Wer diese Regeln verinnerlicht, findet hier nicht nur Thermik, sondern eine herzliche Fliegergemeinschaft und den Ausgangspunkt für unvergessliche Streckenflüge über der norddeutschen Tiefebene.

Packen Sie Ihr PMR-Funkgerät ein, laden Sie die ICAO-Karte aufs Handy und stellen Sie sich den Wecker für das 10-Uhr-Briefing. Der Norden wartet.

Anhang: Tabellarische Übersicht Kategorie Details Status Aktiv an Wochenenden & Feiertagen (Saison beachten) Beste Windrichtung NW (ideal für Strecke) & SO Schleppstrecke 1.200 m (Ausklinkhöhe bis 450 m) Kritische Regel 10:00 Uhr Briefing ist Pflicht für alle Piloten Gefahr Luftraum Bremen (Süden) & Mischverkehr (Segelflug Vorrang) Equipment PMR-Funk + Klinke + B-Schein (empfohlen) Gastgebühr 10 € / Schlepp (5 € Nordverbund) Kontakt DFC Weser / LVU Bremerhaven Export to Sheets

Korrekt?

Fluggebiete in der Nähe

Kirchwalsede
Niedersachsen
Riekenbostel
Niedersachsen
Lüdingen
Niedersachsen
Estorf
Niedersachsen
Leese
Nordrhein-Westfalen
Mehr in Niedersachsen
Bergrettung
112