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Schwaigau

Startplätze:1
Koord.:49.2636°N, 10.4064°E
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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Schwaigau

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Höhe426m ü. M.
Koord.49.2636, 10.4064
WindNNO-N
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggebiet Tegelberg (Schwangau): Der definitive Piloten-Guide Executive Summary

Der Tegelberg in Schwangau ist weit mehr als nur ein Startplatz; er ist ein alpines Monument des Flugsports, eingebettet in eine der historisch und landschaftlich bedeutsamsten Regionen Europas. Für den ambitionierten Gleitschirmpiloten bietet dieses Gelände eine seltene Kombination aus infrastrukturellem Komfort durch die Tegelbergbahn, thermischer Verlässlichkeit und einer weltberühmten Kulisse über den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau. Doch diese Attraktivität hat ihren Preis: Der Tegelberg ist ein hochregulierter, verkehrsreicher und aerologisch anspruchsvoller Flugberg, der keine Nachlässigkeit verzeiht.

Dieser Report analysiert das Fluggebiet in einer Tiefe, die weit über Standard-Datenbanken hinausgeht. Er klärt zunächst die geografische Verwirrung um den Begriff "Schwaigau", beleuchtet die komplexe Aerologie des "Bayerischen Windes", detailliert die strikten Zulassungsbeschränkungen ("Grüne Karte") und liefert essenzielle Insider-Informationen zur Vermeidung typischer Lee-Fallen am Säuling oder im Talwindsystem. Von der Parkplatzstrategie im touristischen Epizentrum bis zur Analyse von Streckenflugpotenzialen Richtung Tirol bietet dieses Dokument eine umfassende Entscheidungsgrundlage für Piloten, die den Traum vom Fliegen über den Schlössern sicher und stressfrei realisieren wollen.

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Geografische Klärung: Schwaigau vs. Schwangau

Bevor wir in die Details des alpinen Fliegens eintauchen, ist eine essenzielle Differenzierung notwendig, die in vielen digitalen Flugdatenbanken für Verwirrung sorgt. Der Begriff "Schwaigau" führt in der DHV-Geländedatenbank und anderen Verzeichnissen zu einem Schleppgelände im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Dieses Gelände bei Eyerlohe ist ein flaches Windenstartareal mit einer Ausklinkhöhe von etwa 450 Metern und strikten Auflagen bezüglich Wiesenbrüterschutz.  

Die Anfrage des Piloten nach "Seilbahn", "Hütte", "Deutschland/Österreich" und einem "Startplatz" impliziert jedoch eindeutig das weltbekannte Flugmekka Schwangau am Tegelberg im Ostallgäu. Die phonetische Ähnlichkeit zwischen Schwaigau und Schwangau führt regelmäßig zu Fehlplanungen bei ortsfremden Piloten. Während Schwaigau (Franken) ein Nischengelände für Windenfahrer ist, handelt es sich beim Tegelberg (Schwangau) um einen der frequenzstärksten Bergstartplätze der Nordalpen mit fast 900 Metern Höhendifferenz. Dieser Guide konzentriert sich daher vollumfänglich auf den Tegelberg in Schwangau, da nur dieser die Kriterien eines alpinen Reisejournals und die Erwartungshaltung an Infrastruktur und Topografie erfüllt.

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Startplatz-Infrastruktur und Topografie

Der Tegelberg repräsentiert den klassischen Nordalpen-Flugberg: Eine steile, exponierte Flanke, die abrupt aus dem flachen Alpenvorland (Forggensee) aufsteigt. Diese Topografie sorgt für zuverlässige Aufwinde, verlangt aber Respekt vor dem Gelände.

Geodaten und Startplätze

Das Fluggebiet verfügt über zwei primäre Startareale an der Bergstation sowie Ausweichmöglichkeiten für Hike & Fly Piloten. Die Präzision der Anflugplanung beginnt mit der genauen Kenntnis dieser Punkte.

Der Hauptstartplatz (Nordwest)

Dies ist die "Bühne" des Tegelbergs. Direkt an der Terrasse der Bergstation gelegen, starten Piloten hier unter den Augen hunderter Touristen.

Koordinaten: 47° 33' 42" N, 10° 46' 35" O.  

Höhe: 1.707 m MSL (rund 1.700 m NN).  

Ausrichtung: Nord-West (NW) bis Nord-Nord-West (NNW).

Charakteristik: Der Startplatz wurde technisch aufwendig befestigt. Piloten legen auf Matten oder Gitterrosten aus. Der Anlauf ist kurz und geht fast unmittelbar in extrem steiles, felsdurchsetztes Gelände über. Dies bedeutet, dass ein Startabbruch ("Abbrechen!") sofort und energisch erfolgen muss. Wer über die Kante stolpert, findet sich in unwegsamem Steilgelände wieder.

Besonderheit: Durch die bauliche Situation an der Bergstation entsteht bei reinem Nordwind oder leichtem Nordostwind ein Leewirbel direkt im Startbereich. Der Wind kann von vorne anstehen ("Fake Wind"), während in der Luftmasse darüber bereits die Rotoren der Station wirken. Ein Blick auf den Windsack am Sendemast weiter oben ist obligatorisch.

Der Startplatz "Grüble" (Nordost)

Etwa 10-15 Gehminuten östlich und etwas unterhalb der Bergstation befindet sich der Startplatz "Grüble".

Ausrichtung: Nord-Ost (NO) bis Ost-Nord-Ost (ONO).

Charakteristik: Eine Naturwiese, die deutlich flacher ist als der Hauptstartplatz.

Taktische Bedeutung: Dieser Startplatz ist die Lebensversicherung, wenn der "Bayerische Wind" (siehe Meteorologie) zu stark auf Ost dreht. Während am Hauptstartplatz dann gefährliche Leebedingungen herrschen, steht der Wind hier sauber an. Viele Piloten scheuen den kurzen Fußmarsch, doch die Sicherheit sollte hier Vorrang haben.  

Der Landeplatz (Talstation)

Der offizielle Landeplatz liegt direkt neben der Talstation und dem Parkplatz, was die Logistik extrem vereinfacht.

Koordinaten: 47° 33' 18" N, 10° 45' 40" O.

Höhe: ca. 830 m MSL.

Höhendifferenz: Die reine Höhendifferenz beträgt beachtliche 880 bis 900 Meter, was selbst bei reinen Abgleitern Flugzeiten von 15 bis 20 Minuten ermöglicht.  

Öffnungszeiten und saisonale Einschränkungen

Der Flugbetrieb ist eng an die Betriebszeiten der Tegelbergbahn gekoppelt, in der Regel von 09:00 bis 17:00 Uhr (im Sommer oft länger). Wichtig zu beachten ist, dass private Tandemflüge am Tegelberg generell untersagt sind. Nur gewerbliche Anbieter mit spezieller Konzession der Bahn dürfen hier Passagiere befördern. Solopiloten hingegen genießen, sofern sie die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, weitgehende Freiheit.

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Zugang, Logistik und der "Kampf" um den Parkplatz

Die Logistik am Tegelberg ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist die Erschließung durch die Bahn perfekt, andererseits liegt die Talstation im Epizentrum des deutschen Massentourismus, in direkter Nachbarschaft zu den Königsschlössern.

Anreise und Parkplatzstrategie

Die Zufahrt erfolgt über Schwangau. Piloten teilen sich die Straße mit tausenden Schlossbesuchern. An Wochenenden und in den Ferien staut sich der Verkehr oft schon ab Füssen.

Parkplätze: Es gibt einen großen, kostenpflichtigen Parkplatz direkt an der Talstation.  

Kosten: Rechnen Sie mit Gebühren im Bereich von 5 bis 10 Euro pro Tag, abhängig von der Parkdauer. Kleingeld oder eine Park-App sind essenziell.

Die "Golden Hour" Strategie: Um dem Chaos zu entgehen, gibt es nur zwei sinnvolle Zeitfenster. Entweder man erreicht den Parkplatz vor 09:00 Uhr morgens, um einen Slot in der ersten Bahn zu ergattern, oder man kommt erst am späten Nachmittag (ab 15:00/16:00 Uhr) für den ruhigen Abendflug. Wer zwischen 10:30 Uhr und 14:00 Uhr anreist, verbringt oft mehr Zeit im Stau und bei der Parkplatzsuche als in der Luft.

Die Tegelbergbahn: Nadelöhr und Lift

Die Tegelbergbahn ist eine Großkabinenbahn. Trotz hoher Kapazität kann sie den Ansturm an Spitzentagen kaum bewältigen. Wartezeiten von 1,5 bis 2 Stunden sind keine Seltenheit, wenn Wanderer und Schlossbesucher ebenfalls auf den Berg wollen.

Ticket-Tipp: Für Vielflieger und Urlauber lohnt sich die Anschaffung von Punktekarten oder der "Bergzeit-Karte" (Verbund Vitales Land), die auch für den Buchenberg und Breitenberg gilt. Dies reduziert zwar nicht die Wartezeit, aber die Kosten pro Flug erheblich.  

Priorität: Es gibt keine offizielle "Piloten-Spur". Man steht in der Schlange wie jeder andere Tourist auch.

Hike & Fly: Der sportliche Zugang

Wer die Wartezeit umgehen möchte, kann aufsteigen. Der "Schutzengelweg" und der "Kulturpfad" führen zur Bergstation.

Dauer: Je nach Kondition 1,5 bis 2,5 Stunden.

Höhenmeter: Ca. 900 Hm.

Vorteil: Man ist unabhängig von der Bahn und kommt aufgewärmt oben an. Zudem spart man sich das Ticket (ca. 18-22 € für die Bergfahrt).

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Flugbedingungen und Aerologie: Das System Tegelberg

Das Verständnis der lokalen Meteorologie ist am Tegelberg überlebenswichtig. Das Gelände liegt am direkten Alpenrand und bildet eine erste massive Barriere gegen Winde aus dem Flachland.

Der "Bayerische Wind"

Das dominierende Wetterphänomen im Ostallgäu ist der sogenannte "Bayerische Wind". Es handelt sich um einen regionalen Ausgleichswind aus nordöstlicher Richtung.

Entstehung: Er entsteht oft bei stabilen Hochdrucklagen, wenn sich kühle Luftmassen im Vorland in Bewegung setzen.

Effekt: Er sorgt am Tegelberg oft für traumhafte Soaring-Bedingungen am späten Nachmittag und Abend, selbst wenn die überregionale Prognose schwachwindig ist.

Gefahr: Der Bayerische Wind kann im Tal (Landeplatz) bereits mit 20-25 km/h blasen, während am Gipfel noch relative Ruhe herrscht. Im Laufe des Tages "klettert" der Wind den Berg hoch. Wenn er den Gipfel erreicht, wird der Hauptstartplatz (NW) oft unstartbar, da er dann im Lee liegt. Piloten müssen dann zwingend auf den Startplatz "Grüble" (NO) ausweichen oder landen gehen.  

Thermiksysteme und Triggerpunkte

Der Tegelberg ist thermisch sehr aktiv, aber die Bärte sind oft eng und stark frequentiert.

Die "Gelbe Wand": Dies ist der bekannteste Thermik-Trigger. Direkt nach dem Start am NW-Platz fliegt man rechts Richtung der markanten gelben Felswand. Hier steht fast immer der "Hausbart". Die Herausforderung ist nicht das Finden der Thermik, sondern das Teilen derselben mit oft 10 bis 20 anderen Schirmen. Disziplin und vorausschauendes Fliegen sind hier Pflicht.

Der "Rohrkopf": Sollte der Einstieg an der Gelben Wand verpasst werden, bietet die Rohrkopfhütte auf halber Höhe eine zuverlässige "Second Chance". Über dem Dach der Hütte und den umliegenden Wiesen löst sich oft thermisch etwas ab.  

Saison: Die besten Bedingungen für Streckenflüge herrschen im Frühjahr (März bis Mai), wenn der Temperaturgradient hoch ist. Im Hochsommer ist die Luft oft stabiler, dafür bietet der Abend lange, ruhige Flüge bis in den Sonnenuntergang ("Sunset-Flying").

Bekannte Lee-Gebiete und Gefahrenzonen

Die Schönheit der Landschaft täuscht oft über aerologische Fallen hinweg.

Säuling-Lee: Der Säuling, ein markanter Felsklotz südlich des Tegelbergs, wirft bei Nordwind ein brutales Lee auf die Route Richtung Tirol. Wer hier zu tief quert, riskiert massive Klapper und Turbulenzen.  

Schloss-Rotoren: Der Grat hinter dem Schloss Neuschwanstein (Marienbrücke/Pöllatschlucht) ist berüchtigt. Wer hier für ein Foto zu tief fliegt, gerät in die Düsenwirkung und Rotoren der Schlucht. Es gab hier bereits Baumlandungen, die aufwendige Bergungen zur Folge hatten.

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Streckenflug (XC) und Geheimtipps

Während der Tegelberg oft als "Abgleiter-Berg" für Touristen missverstanden wird, bietet er exzellentes Potenzial für Streckenflüge, wenn man die Routen kennt.

Das "Kleine Königswinkel-Dreieck"

Für XC-Einsteiger ist diese Route ideal, da sie meist in Gleitwinkeldistanz zu sicheren Landeplätzen bleibt :  

Start & Basis: Start am Tegelberg, Aufdrehen an der Gelben Wand bis zur Basis (oft 2.000 - 2.500 m).

Querung zum Säuling: Mit ausreichender Höhe über den Sattel zum Säuling queren. Achtung: Nicht ins Lee fallen lassen!

Weiter zum Breitenberg: Vom Säuling weiter Richtung Westen zum Breitenberg (Pfronten). Hier kann an den Ostflanken erneut aufgedreht werden.

Rückweg: Der Rückweg erfolgt oft etwas weiter nördlich über den Forggensee, wo Flachlandthermik genutzt werden kann, um zurück zum Tegelberg-Landeplatz zu gleiten.

Tipps der Locals ("Geheimtipps")

Das Wissen der lokalen Piloten des "Ostallgäuer Gleitschirmflieger e.V." ist Gold wert.  

Webcam-Analyse: Verlassen Sie sich nicht nur auf Apps. Die Holfuy-Station am Tegelberg liefert Live-Windwerte. Wenn dort "Nord-Ost 20-25 km/h" angezeigt wird, ist der Hauptstartplatz (NW) faktisch unstartbar und gefährlich, auch wenn es unten windstill wirkt.  

Startleiter nutzen: An guten Tagen steht ein Startleiter am Berg. Viele Gastpiloten fühlen sich kontrolliert, aber der Insider-Tipp ist: Nutzen Sie ihn als Ressource. Fragen Sie nach der aktuellen Entwicklung über dem Forggensee. Die Startleiter sehen Böenfronten auf dem Wasser oft früher als Sie.  

Mittagsloch: Oft gibt es zwischen 13:00 und 14:00 Uhr eine thermische Pause, bevor der Talwind richtig einsetzt. Dies ist die perfekte Zeit für eine Pause auf der Terrasse des Tegelberg-Hauses, anstatt vergeblich im "Waschgang" zu kämpfen.

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Regulatorische Hürden: Die "Grüne Karte"

Der Tegelberg ist eines der wenigen Fluggebiete in Deutschland mit einer strikten, vorgelagerten bürokratischen Hürde für Gastpiloten: Die "Grüne Karte" (Einweisungsnachweis). Ohne dieses Dokument ist kein Start möglich.

Der Hintergrund

Aufgrund der extremen Nähe zu Seilbahnkabeln, der hohen Verkehrsdichte und der sensiblen Lage über den Königsschlössern kam es in der Vergangenheit zu Unfällen. Um behördliche Schließungen zu vermeiden, führte der Geländehalter (Tegelbergbahn) in Kooperation mit den Vereinen die Einweisungspflicht ein.

Der Prozess

Wo: Die Karte erhalten Sie bei der "Flugschule Tegelberg" (Büro in der Talstation) oder bei "Fly Royal" (oft am Landeplatzcontainer).  

Was: Es handelt sich um eine theoretische Einweisung. Sie müssen bestätigen, dass Sie die Flugbetriebsordnung (FBO) verstanden haben, insbesondere die Abstandsregeln zur Bahn und die Landevolte.

Kosten: Meist ist eine kleine Gebühr oder ein Pfand fällig.

Kontrolle: Die "Grüne Karte" muss zusammen mit Fluglizenz und Versicherungsnachweis mitgeführt werden. An der Bergstation finden häufig Kontrollen durch Startleiter statt. Wer keine Karte hat, darf nicht starten und muss mit der Bahn wieder abfahren.

Wichtig: Erledigen Sie dies vor dem Kauf des Bergbahntickets!

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Landung: Präzision ist Pflicht

Der Landeplatz am Tegelberg ist groß, aber durch seine Lage und Frequentierung anspruchsvoll. Er liegt direkt neben der Talstation und ist oft thermisch aktiv oder durch Talwind beeinflusst.

Die Zonen-Aufteilung

Es herrscht eine strikte Trennung zwischen Hängegleitern (Drachen) und Gleitschirmen.  

Gleitschirme: Landen in der Regel im östlichen Teil (näher zur Bahn/Straße).

Drachen: Nutzen den westlichen Teil (näher zum Bach/Pöllat). Diese Trennung ist essenziell, da Drachen einen flacheren Anflugwinkel und höhere Geschwindigkeiten haben. Ein Queren der Bahnen ist gefährlich.

Die "10-Meter-Regel"

Eine Besonderheit ist die Zufahrtsstraße zur Talstation, die im Endanflug überflogen werden muss. Die Flugbetriebsordnung schreibt eine Mindestüberflughöhe von 10 Metern (oft auch 5m je nach aktueller Aushang-Regelung, Sicherheit geht vor!) vor.

Gefahr: Busse und Wohnmobile sind hoch. Ein zu tiefer Endanflug gefährdet den Straßenverkehr und den Piloten.

Taktik: Bauen Sie Höhe lieber über der Wiese ab ("Abachtern"), niemals über der Straße oder dem Parkplatz.

Der Abbau

Nach der Landung muss der Landebereich sofort verlassen werden. Zusammengelegt wird ausschließlich am Rand auf den dafür vorgesehenen Faltplätzen. Wer mitten im Landefeld packt, gefährdet nachfolgende Piloten und riskiert eine lautstarke Zurechtweisung durch Locals.

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Sicherheit und Notfallmanagement

Die Dichte an Piloten und die alpine Umgebung erfordern ein hohes Maß an Sicherheitsbewusstsein.

Luftraum und Regeln

Abstand zur Bahn: Es gilt ein strikter Mindestabstand von 50 Metern (besser 100m) zu den Seilen der Bergbahn. In der Vergangenheit kam es zu Kollisionen, bei denen Piloten in die Seile geflogen sind. Solche Vorfälle führen zu Großeinsätzen und schaden dem Ruf des Sports massiv.  

Schloss-Überflug: Für den Überflug von Schloss Neuschwanstein gelten Mindesthöhen (meist 300m GND). Das "Dach-Polieren" für Instagram ist streng verboten und wird oft von Rangern oder Touristen dokumentiert und zur Anzeige gebracht.

Notfall: Bei Baumlandungen oder Unfällen ist sofort die Rettungsleitstelle (112) zu informieren. Wichtig: Geben Sie auch Entwarnung, wenn Sie sicher außengelandet sind, da besorgte Touristen oft Fehlalarme auslösen, wenn sie einen Schirm "im Wald verschwinden" sehen (oft nur eine normale Außenlandung).

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Alternativen: Buchenberg und Breitenberg

Wenn der Tegelberg aufgrund von Nordostwind, Überfüllung oder Nebel nicht fliegbar ist, bieten sich zwei exzellente Alternativen in unmittelbarer Nähe an.

Der Buchenberg (Buching)

Nur ca. 5 km nordöstlich vom Tegelberg gelegen.  

Charakter: Der "kleine Bruder" des Tegelbergs. Flacher, weniger Höhendifferenz (ca. 350m), aber sehr anfängerfreundlich.

Zugang: Sesselbahn (weniger Wartezeit als die Gondel am Tegelberg).

Vorteil: Er ist oft noch fliegbar, wenn der Tegelberg in Wolken steckt oder der Föhn leicht spürbar ist, da er geschützter liegt. Ideal auch für entspanntes Soaring am Abend.

Der Breitenberg (Pfronten)

Ca. 15 km westlich gelegen.  

Charakter: Ein klassischer Ost-Startberg.

Vorteil: Perfekt für den Vormittag. Wenn am Tegelberg (NW-Ausrichtung) noch Rückenwind herrscht, kann man am Breitenberg bereits in der Morgenthermik fliegen. Die Kombination "Vormittags Breitenberg, Nachmittags Tegelberg" ist ein beliebter "Allgäu-Cross"-Tagesplan.

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Das Drumherum: Community, Essen und Schlafen

Das Flugerlebnis endet nicht mit der Landung. Die Community am Tegelberg ist lebendig und international.

Après-Fly und Gastronomie

Kiosk an der Talstation: Der zentrale Treffpunkt direkt am Landeplatz. Hier gibt es das obligatorische "Landebier", Currywurst und den direkten Blick auf die landenden Kollegen. Unkompliziert und kommunikativ.

Schlossbrauhaus Schwangau: Für den größeren Hunger am Abend. Hier trifft man oft den Stammtisch der "Ostallgäuer Gleitschirmflieger". Bodenständige bayerische Küche in großen Portionen.  

Rohrkopfhütte: Wer nicht fliegt, sondern wandert (oder toplandet, wenn erlaubt/möglich), findet hier auf halber Höhe exzellente Küche und eine grandiose Aussichtsterrasse.

Unterkunft

Camping: Der Campingplatz Bannwaldsee ist bei Piloten extrem beliebt. Er liegt direkt am See, bietet Blick auf den Flugberg und ist nur wenige Autominuten entfernt.  

Hotels: Das Hotel Sommer in Füssen bietet Wellness und gehobenen Komfort, ideal zur Entspannung der Nackenmuskulatur nach langen Thermikflügen.  

Fly Royal Partner: Die Flugschule "Fly Royal" kooperiert mit diversen Unterkünften, was oft pilotenfreundliche Konditionen bedeutet.

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Fazit und Checkliste

Der Tegelberg ist eine "Diva": Zickig beim Wind, teuer beim Parken und bürokratisch beim Zugang – aber von einer unvergleichlichen Schönheit, wenn man sie richtig behandelt. Der Flug über die Königsschlösser gehört in das Logbuch jedes Piloten. Wer die Regeln respektiert, die "Grüne Karte" löst und die aerologischen Besonderheiten des Bayerischen Windes beachtet, wird hier unvergessliche Flüge erleben.

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