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Schrina

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Koord.:47.1235°N, 9.3079°E
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Schrina Landeplatz

Landung
Höhe423m ü. M.
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Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Dossier Alp Schrina: Der ultimative Gleitschirm-Pilotenguide Eine geographische, aerologische und juristische Tiefenanalyse des Fluggebiets Walenstadtberg & Churfirsten

Executive Summary: Status Red – Der Elefant im Raum

Alp Schrina am Walenstadtberg repräsentiert in der Schweizer Gleitschirmszene ein singuläres Phänomen: Es ist ein thermisches Kraftwerk von nationaler Bedeutung, das gleichzeitig zu einem politischen Schlachtfeld geworden ist. Für den unbedarften Piloten, der sich lediglich auf veraltete Datenbanken oder den offiziellen DHV-Eintrag verlässt, stellt dieses Fluggebiet eine Falle dar. Die Realität vor Ort ist weitaus komplexer als ein simples "Geschlossen" oder "Offen". Die Kerninformation für jeden Besucher lautet unmissverständlich: Der traditionelle, präparierte Startplatz auf den Parzellen 2215 und 1709 unterliegt einem strikten Nutzungsverbot. Die Ära des bequemen "Drive & Fly" ist an diesem Ort faktisch beendet.  

Dennoch ist das Fluggebiet nicht tot. Für den versierten, verantwortungsbewussten Piloten existiert eine legale Nische: Hike & Fly (H&F) ausserhalb der markierten Verbotszonen wird im Rahmen des freien Betretungsrechts geduldet. Diese juristische Nuance transformiert Schrina von einem Massen-Startplatz zu einem exklusiven Terrain für Piloten, die bereit sind, physische Leistung zu erbringen und hohe Airmanship an den Tag zu legen. Dieser Bericht richtet sich explizit an jene Piloten, die bereit sind, diese rechtliche Grauzone zu respektieren und die aerologischen Herausforderungen des Walensees – insbesondere die tückische Talwindsystematik und das komplexe Landewindsystem – zu meistern. Wer hier fliegt, muss sich der Verantwortung bewusst sein: Ein einziger Fehltritt könnte das fragile Duldungs-Gleichgewicht kippen und das Gebiet endgültig schliessen.

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Die Anatomie des Verbots

Um die heutige Situation am Walenstadtberg zu verstehen, ist ein Blick in die jüngste rechtliche Historie unerlässlich. In den Jahren 2022 und 2023 erliess der Gemeinderat von Walenstadt ein formelles Nutzungsverbot für den bis dahin intensiv genutzten Startplatz auf der Alp Schrina. Die offizielle Argumentation der Behörden stützte sich auf das Fehlen notwendiger Baubewilligungen für die "Umnutzung" der landwirtschaftlichen Wiese zu Sportzwecken. In der Fliegerszene wurde dieser Schritt weithin als unverhältnismässig und als "Behörden-Willkür" kritisiert, da ein naturbelassener Startplatz kaum bauliche Eingriffe erfordert, die eine solche Bewilligung im klassischen Sinne rechtfertigen würden.  

Trotz diverser juristischer Gegenwehrmassnahmen, die Einsprachen von lokalen Flugschulen und Pilotenvereinigungen bis hin zum Bundesgericht umfassten, ist der rechtliche Status für die Saison 2025/2026 eindeutig: Der Hauptstartplatz ist "CLOSED". Vor Ort weisen entsprechende Verbotstafeln auf die Sperrung der Parzellen hin. Piloten, die diese Signale ignorieren, begehen nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern gefährden durch ihr Verhalten die Reputation der gesamten Flugsportgemeinschaft in der Region Sarganserland-Walensee.

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Die H&F-Lösung (The Loophole)

Das Verbot ist parzellenscharf. Es bezieht sich spezifisch auf die Flurstücke des ehemaligen Startplatzes (die gut gepflegte Wiese unterhalb des Paxmal/Schrina Obersäss). Sowohl der Schweizerische Hängegleiter-Verband (SHV) als auch lokale Interessenvertretungen wie die IG Flugarena Walensee und der GC Spitzmeilen haben darauf hingewiesen, dass Starts ausserhalb dieser spezifischen Zone im Rahmen des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (freies Betretungsrecht von Wald und Weide) weiterhin möglich sind, vorausgesetzt, es entstehen keine Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen.  

Dies hat weitreichende Implikationen für die Flugpraxis:

Kein "Teppich-Start": Man startet nicht mehr auf der perfekt gemähten Wiese, sondern muss sich im steileren, unebenen Gelände oberhalb oder seitlich der Verbotszone eine geeignete Startfläche suchen.

Verhaltenskodex: Extreme Rücksichtnahme auf Weidevieh und hohes Gras (Futterwiesen) ist absolute Pflicht. Starts in hohem Gras sind tabu.

Kein Massenbetrieb: "Parahawking" (das Auftreten in grossen Gruppen) oder kommerzielle Tandemoperationen im Verbotssektor sind strikt zu unterlassen, um keine Provokation der Grundeigentümer oder der Gemeinde auszulösen.

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GPS & Topographie

Das Fluggebiet befindet sich geographisch an der Südflanke der Churfirsten, einer der markantesten Kalkstein-Gebirgsketten der Schweiz. Die Topographie ist geprägt durch steil abfallende Felswände, die in bewaldete Hänge und terrassenartige Wiesen übergehen. Diese Exposition ist der Schlüssel zur thermischen Qualität des Gebiets.

Die folgende Tabelle fasst die essenziellen geographischen Daten zusammen, wobei zu beachten ist, dass die Startkoordinaten aufgrund der H&F-Situation variabel sind:

Parameter Daten Detaillierte Anmerkung GPS Startbereich (H&F) ca. 47°08'31.91″ N, 9°16'05.26″ E

Die Koordinaten variieren je nach gewählter Wiese ausserhalb der Verbotszone. Orientierungspunkt ist das Paxmal.

Höhe Startplatz 1.300 - 1.350 m ü. M. Start erfolgt meist von der Geländekante unterhalb der Felswände. Höhe Landeplatz 423 m ü. M.

Offizieller Landeplatz Walenstadt, nahe Sportplatz.

Höhendifferenz ~900 m Ausreichend für die Thermiksuche, jedoch wenig Reserve bei starkem Sinken über dem See. Ausrichtung Süd (S) / Süd-Ost (SE) Ideal für Vormittagsthermik und frühe Ablösungen. Schwierigkeitsgrad Mittel bis Schwer Nicht primär wegen der Geländeneigung, sondern wegen der komplexen Windsysteme und Hindernisse (Bäume, Leitungen).

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Die Start-Charakteristik und Gefahren

Der Start in Schrina erfordert Präzision. Da der komfortable, hindernisfreie "alte" Startplatz wegfällt, müssen Piloten nun oft auf weniger idealen Flächen starten.

Der "Baum-Faktor": Unmittelbar in der Abflugschneise des klassischen Geländes stehen hohe Nadelbäume. Ein häufiger Fehler von Neulingen oder Piloten mit mangelnder Starttechnik ist ein zu flacher Abflug, der sie gefährlich nahe an oder in die Baumwipfel führt.

Die "Links-Kurve" (Golden Rule): Lokale Piloten befolgen eine ungeschriebene Regel: Nach dem Abheben sofort eine leichte Linkskurve einleiten. Dies führt den Piloten weg von den kritischen Bäumen und direkt zur ersten zuverlässigen Thermikquelle an der Felskante Richtung Osten (Bereich Paxmal).  

Startabbruch: Aufgrund der Steilheit und des unebenen H&F-Geländes ist ein sicherer Startabbruch oft schwieriger als auf einer präparierten Piste. Ein hohes Mass an Entschlossenheit (Commitment) und eine saubere Vorwärtsstarttechnik sind oft erforderlich, da Rückwärtsaufziehen im hohen Gras oder unebenen Gelände schwierig sein kann.

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Flugbedingungen: Die "Wind-Maschine" Walensee

Der Walensee ist in meteorologischer Hinsicht ein faszinierendes, aber auch gefürchtetes Gebiet. Es handelt sich nicht um ein Gebiet für "passives Fliegen". Hier interagieren überregionale Winde, Talwinde und thermische Systeme auf engstem Raum.

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Das Talwind-Phänomen: Die Düse

Der Walensee fungiert geographisch als eine gigantische Düse. Der Talwind, der in der Regel aus West/Nordwest kommt, wird durch die Verengung der Berge beschleunigt.

Vormittags-Regime: In den Vormittagsstunden ist das Talwindsystem meist noch nicht voll ausgebildet. Dies ist die sicherste und thermisch produktivste Zeit für Schrina. Das thermische Aufwindsystem an den Südhängen dominiert.

Nachmittags-Regime: Am Nachmittag frischt der Talwind oft signifikant auf. Das kritische Element hierbei ist die Höhe des Startplatzes (~1300m). Wenn der Talwind an Mächtigkeit gewinnt, "schwappt" er förmlich über die Kante des Plateaus am Walenstadtberg.

Meteorologischer Querschnitt: Man muss sich die Luftmassen geschichtet vorstellen. Unten im Tal strömt kühle, stabile Luft (Talwind) mit hoher Geschwindigkeit Richtung Osten. Darüber liegt die thermisch aktive, aufsteigende Luftmasse. Am späten Nachmittag steigt die Obergrenze des Talwindes an. Erreicht diese Grenzschicht (Shear Layer) den Startplatz, verwandelt sich der Startbereich in eine Zone starker Turbulenzen. Lokale Piloten wissen: Spätestens am frühen Nachmittag muss man entweder gelandet sein oder so hoch geflogen sein (an die Kante der Churfirsten auf 2000m+), dass man dem Einflussbereich des Talwindes entgeht.

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Föhn – Der absolute Killer

Walenstadt liegt direkt in einer klassischen Föhnschneise. Der Südföhn drückt über die Alpen, fällt ins Rheintal und wird teilweise in das Seeztal (Richtung Walensee) umgeleitet.

Die Regel: Bei jeglicher Föhnprognose (Südföhn) herrscht absolutes Flugverbot im Kopf. Auch ein als "leicht" prognostizierter Föhn ist in dieser Region unberechenbar. Er kann wellenartig bis zum Boden durchschlagen und Windgeschwindigkeiten erreichen, die einen Gleitschirm unkontrollierbar machen.

Visuelle Indikatoren: Der Blick auf den See ist obligatorisch. Schaumkronen (Whitecaps) auf dem Walensee, die sich Richtung Westen bewegen, sind ein Alarmzeichen. Ebenso sollten die Windwerte der Messstationen am Prodkamm oder Maschgenkamm konsultiert werden. Steigen diese Werte an oder zeigen Südkomponenten bei gleichzeitigem Druckunterschied Nord-Süd, bleib am Boden.

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Thermik: Das "Churfirsten-Wunder"

Die Südwände der Churfirsten wirken wie riesige Solar-Kollektoren.

Winter: Selbst in den Monaten Dezember und Januar, wenn andere Gebiete im Winterschlaf liegen, heizen sich die steilen, dunklen Kalkfelswände bei Sonneneinstrahlung so stark auf, dass nutzbare Thermik entsteht. Schrina gilt daher als "thermisches Kleinod" für Winterflüge.  

Frühling: Dies ist die stärkste Zeit. Die Temperaturdifferenz zwischen den noch kalten Luftmassen in der Höhe und den bereits stark aufgeheizten Felswänden sorgt für explosive Steigwerte. Wer hier im März oder April startet, muss seinen Schirm aktiv fliegen können und mit starken Turbulenzen umgehen können.

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Zugang & Logistik: Der Weg nach oben

Da der klassische, bequeme Shuttle-Betrieb durch das Flugverbot des offiziellen Startplatzes eingeschränkt und moralisch fragwürdig geworden ist (man sollte vermeiden, mit grossen Gruppen an einen verbotenen Ort zu fahren), ist eine intelligente Logistik der Schlüssel zum Erfolg.

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Mit dem Auto & Shuttle

Anfahrt: Die Anreise erfolgt von Walenstadt über die Bergstrasse nach Walenstadtberg. Man passiert die Reha-Klinik und fährt weiter Richtung Alp Schrina / Paxmal.

Parken: Öffentliche Parkplätze stehen beim Paxmal (Karl Bickel Monument) oder weiter unten in der Kurve bei Hochrugg zur Verfügung. Achtung: Diese Parkplätze sind oft gebührenpflichtig und werden kontrolliert. Wildparken in Ausweichbuchten wird rigoros gebüsst und schadet dem Ruf der Flieger.  

Shuttle-Optionen: Während früher ein organisierter Shuttlebus ab dem Landeplatz fuhr (ca. CHF 12.-), ist dieser Service heute oft on-demand oder inoffiziell. Taxi Walensee (+41 79 735 30 00) oder Taxi Simon operieren in der Region. Es empfiehlt sich, telefonisch vorab zu klären, ob ein Transport möglich ist, und sich idealerweise als "Wanderer" anzumelden. Kommerzielle Flugschulen organisieren für ihre Schüler oft eigene Transporte, agieren aber aufgrund der Legalitätsproblematik sehr zurückhaltend.

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Der Fussweg (Hike & Fly)

Die "Hike & Fly" Variante ist derzeit die stressfreieste, sicherste und politisch korrekteste Methode, um Schrina zu geniessen.

Die "Softie"-Variante: Anfahrt mit dem Auto bis zum Parkplatz Paxmal/Hochrugg. Von dort sind es ca. 15-20 Minuten zu Fuss auf einem Wanderweg Richtung Alp Schrina Obersäss. Dies eignet sich für Piloten, die eine normale Ausrüstung tragen.

Die "Sport"-Variante: Start an der Reha-Klinik Walenstadtberg (Endstation Bus). Von hier aus führt ein Wanderweg in ca. 40-60 Minuten zum Startbereich.  

Die "Hardcore"-Variante: Start direkt in Walenstadt am Landeplatz (425m). Der Aufstieg überbrückt fast 1000 Höhenmeter und dauert je nach Kondition 2,5 bis 3 Stunden. Landschaftlich ist dieser Weg extrem reizvoll, er führt durch Wälder und über Wiesen, ist aber steil und fordernd.

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Flugtaktik & XC-Potential: Die Rennstrecke

Wer in Schrina startet, hat meist mehr im Sinn als einen einfachen Abgleiter. Das Ziel ist oft die legendäre "Churfirsten-Rennstrecke".

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Der Start & Der "Hausbart"

Unmittelbar nach dem Start (und der obligatorischen Linkskurve) fliegt man Richtung Osten zur markanten Felswand unterhalb des Paxmals.

Der "Bart": Hier steht fast immer der erste zuverlässige Aufwind. Es ist oft nötig, eng am Hang zu "kratzen", um über die Kante des Plateaus zu steigen. Geduld ist hier eine Tugend.

Die Falle: Wer hier zu aggressiv fliegt oder den Bart verliert und zu tief absäuft, findet sich schnell über den Wiesen unterhalb wieder. Eine Top-Landung ist dort schwierig (Weidezaun, Gefälle), sodass oft nur der direkte Abgleiter zum Landeplatz bleibt.

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XC-Route: "Walensee-Highway" (Richtung Osten/Sargans)

Sobald man eine Überhöhung von ca. 1600m+ erreicht hat, kann man sich an die Felswände der Churfirsten heften und Richtung Osten fliegen.

Ziel: Die Route führt Richtung Sargans und Pizol.

Landmarks: Man passiert den Chäserrugg und Hinterrugg. Die Kulisse ist atemberaubend – unter dem Piloten liegt der tiefblaue Walensee, der oft als "Schweizer Fjord" bezeichnet wird, darüber ragen 1000m hohe Felswände auf.

Crux (Schlüsselstelle): Der Übergang bei Palfries / Gonzen ist oft entscheidend. Hier muss man eine taktische Entscheidung treffen: Bleibt man an der Kante oder wagt man den Talsprung über das Seeztal Richtung Pizol?.  

Gefahren: Auf dem Weg nach Sargans, insbesondere im Bereich Palfries, gibt es diverse Materialseilbahnen und Kabel, die aus der Luft extrem schwer zu erkennen sind. Die Nutzung aktueller Hinderniskarten (z.B. via burnair Map oder DABS) ist überlebenswichtig.

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Die "Magic Lift" Legende: Atmosphärische Restitution

In Pilotenkreisen wird oft vom "Magic Lift" am Walensee gesprochen. Dabei handelt es sich nicht um eine mechanische Aufstiegshilfe, sondern um ein atmosphärisches Phänomen der Abendthermik bzw. Restitution. Wenn die Sonne im Westen steht und die mächtigen Felswände den ganzen Tag aufgeheizt wurden, geben diese die gespeicherte Wärme am Abend wieder ab. In Kombination mit dem abklingenden Talwind entsteht oft ein sanfter, grossflächiger Aufwind ("Magic Lift"), der es erlaubt, bis zum Sonnenuntergang ruhig zu soaren, ohne aggressives Kurbeln. Dies ist der Moment für Genussflieger und Fotografen, erfordert aber dennoch Wachsamkeit bezüglich des Windgradienten bei der Landung.

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Der Landeplatz Walenstadt: Die "Wind-Falle"

Statistisch gesehen passieren am Landeplatz Walenstadt viele Unfälle, oft nicht wegen technischer Unzulänglichkeiten, sondern wegen aerodynamischer Fehleinschätzungen.

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Lage & Regeln

Ort: Der offizielle Landeplatz liegt in Walenstadt, östlich des Sees, direkt neben dem grossen Fussballplatz/Sportplatz (Exerzierplatz).

Verbot: Es herrscht ein striktes Landeverbot auf dem Sportplatz selbst! Dieser gehört teils der Gemeinde, teils dem Militär. Landungen dort führen zu massiven Konflikten.  

Wasser-Abstand: Landungen direkt am Badestrand sind zu vermeiden, um Badegäste nicht zu gefährden. Der offizielle Platz ist ca. 300m vom Ufer entfernt zurückversetzt.

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Die Volte: Das See-Land-Wind Paradoxon

Hier liegt die aerodynamische Tücke begraben :  

Anflugphase: Man kommt oft mit Rückenwind vom See her angeflogen (Seewind/Talwind). Dies führt zu einer hohen Geschwindigkeit über Grund im Endanflugsektor.

Bodenwind: Am Boden (Landeplatz) herrscht oft ein Gegenwind oder ein komplexes Mischsystem. Der Talwind prallt auf die Häuserzeilen und Bäume oder wird vom lokalen Landwind abgelöst.

Fehler: Piloten unterschätzen den Rückenwind im Queranflug massiv. Sie schiessen mit hoher Geschwindigkeit über den Landeplatz hinaus (Richtung Strasse/Häuser) oder drehen viel zu spät in den Wind.

Lösung: Die Landevolte muss extrem defensiv geplant werden. Der Abbau von Höhe sollte luvseitig erfolgen. Der Blick auf den Windsack am Landeplatz ist essenziell – verlasse dich nicht auf dein Gefühl in 100m Höhe, da dort noch der Seewind schieben kann, während unten Windstille oder Gegenwind herrscht.

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Geheimtipps & Insider-Wissen (Local Knowledge)

Dieser Abschnitt bietet den Mehrwert, den kein offizieller Guide leisten kann – das destillierte Wissen der lokalen Szene.

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"Don't be a Lemming"

Ein häufiges Phänomen in Schrina ist der "Lemming-Effekt". Gastpiloten sehen einen Schirm starten und folgen blindlings. In Schrina ist das fatal. Locals kennen die "Puscles" – kurze Pausen im Talwindsystem, in denen ein Start kurzzeitig möglich ist, bevor es wieder unfliegbar wird. Nur weil ein Local startet, heisst das nicht, dass die Bedingungen für dich sicher sind. Wenn es am Startplatz bockig ist oder die Bäume sich stark biegen: Pack ein. Der Berg läuft nicht weg.

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Kulinarik & Einkehr: Das "Hidden Gem"

Vergiss das Sandwich aus der Tankstelle.

Alp Tschingla (1528m): Dies ist ein echter Geheimtipp. Man kann von Schrina aus zu Fuss hinüberwandern oder – für Experten – dort toplanden (sehr anspruchsvoll!). Die Hütte "klebt" förmlich am Fels und bietet eine spektakuläre Aussicht sowie eine der besten Röstis der Region. Es ist der perfekte Ort, um nach einem H&F-Aufstieg Energie zu tanken oder auf bessere Startbedingungen zu warten.  

Paxmal: Ein Friedensdenkmal des Künstlers Karl Bickel. Ein mystischer, ruhiger Ort, der sich hervorragend für die mentale Vorbereitung vor dem Start eignet.

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Alternative: Chäserrugg (High Altitude)

Wenn Schrina (1300m) im "Siff" (Nebel/Inversion) liegt, ist der Chäserrugg (Start auf 2262m) die Waffe der Wahl. Man startet ganz oben auf dem Gipfelplateau (Zugang via Bergbahn ab Unterwasser/Toggenburg). Von dort hat man gigantische 1400m Arbeitshöhe über dem Walensee. Das ist der Spot für Akro-Piloten, die Höhe brauchen, oder für XC-Piloten, die über der Inversion starten wollen.

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Webcams der Locals

Verlass dich niemals nur auf die Wetter-App. Check diese Cams vor der Abfahrt:

Prodkamm / Maschgenkamm: Diese Stationen zeigen die Windwerte auf Grat-Höhe und sind der beste Föhn-Indikator. Hohe Werte hier bedeuten oft Lebensgefahr in Schrina.  

Walenstadtberg/Reha-Klinik: Zeigt die Basis und Nebelobergrenze.

Säntis: Für die überregionale Windrichtung und -stärke.

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Sicherheit, Gefahren & Notfallmanagement

Ein Flugtag in Schrina erfordert eine professionelle Risikobeurteilung. Um Piloten bei der komplexen Entscheidungsfindung zu unterstützen, wurde der folgende Entscheidungsbaum entwickelt.

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Notfallnummern & Funk

Sanität: 144

Rega (Luftrettung): 1414

Polizei: 117

Funk: Kanal 123.505 MHz (Standard Bergfrequenz, aber oft durch Segelflieger belegt) oder PMR Kanal 8 (Gängiger Kanal in der Gleitschirm-Szene).

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Luftraum-Struktur

Beim Streckenflug Richtung Sargans/Pizol nähert man sich schnell kritischen Lufträumen.

Flugplatz Bad Ragaz (LSZE): Hier gibt es eine CTR und TMA. Es existiert zwar eine Sonderregelung für Hängegleiter, die das Befliegen gewisser Sektoren unter Auflagen erlaubt, doch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das Studium der aktuellen Segelflugkarte ist Pflicht.  

Heliport Balzers: Auf der liechtensteinischen Seite herrscht reger Helikopterverkehr.

Kabel & Hindernisse: Wie erwähnt, ist die Region voll von Materialseilbahnen (besonders Palfries). Diese sind oft dünn und gegen den Felsenhintergrund unsichtbar.

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Infrastruktur & Après-Flight

Nach dem Flug ist vor dem Bier. Walenstadt und Umgebung bieten gute Infrastruktur.

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Unterkunft

Camping: Der See-Camping Walenstadt liegt direkt am Seeufer, unweit des Landeplatzes. Ideal für Piloten, die morgens direkt den Wind checken wollen.

Hotels: In Walenstadt gibt es diverse Gasthöfe (z.B. Hotel Churfirsten, Hotel Seehof).

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Flugschulen & Tandem

Robair: Eine der grossen Schulen, die oft in der Region aktiv ist (Sitz in Mollis/Uster). Sie kennen das Gebiet in- und auswendig.  

X-dream Fly: Dani Loritz und sein Team sind die Experten für Sicherheitstrainings am Walensee. Ihr Sitz ist im benachbarten Tscherlach. Wenn es um SIV oder Akro geht, sind sie die erste Adresse.  

Magic Lift: Bietet ebenfalls Schulungen und Tandemflüge in der Region an.

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Saisonale Betrachtung

Wann ist die beste Zeit für Schrina?

Frühling (März-Mai): Die "Champions League". Starke Thermik, hohe Basis, aber auch bockige Verhältnisse. Talwind setzt früh ein.

Sommer (Juni-August): Oft stabilisiert durch den See. Morgens gut, nachmittags oft zu viel Wind. Hike & Fly sehr heiss. Abends "Magic Lift" Restitution.

Herbst (Sept-Nov): Ruhiger, Genussfliegen. Die Farben der Wälder sind spektakulär. Weniger Talwindgefahr.

Winter (Dez-Feb): Der Geheimtipp. Während es im Flachland neblig ist, kann man hier an den Südhängen in der Sonne soaren. H&F mit Schneeschuhen möglich.

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Fazit

Der Startplatz Schrina ist ein "Sleeping Giant". Er schläft derzeit rechtlich – gefesselt durch das Verbot des offiziellen Startplatzes – ist aber hellwach für jene Piloten, die ihn als Hike & Fly Abenteuer begreifen. Die Kombination aus atemberaubender Kulisse, anspruchsvoller Aerologie und der Notwendigkeit eigenverantwortlichen Handelns macht ihn zu einem der spannendsten und lohnendsten Gebiete der Ostschweiz.

Der finale Rat: Respektiere das Verbot der "Roten Zone" bedingungslos. Ein einziger Pilot, der sich danebenbenimmt, kann das fragile Duldungs-Gleichgewicht für alle zerstören. Flieg smart, flieg legal, flieg sicher.

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