
1 Startplatz, 1 Landeplatz
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Fluggebietsexpertise: Kitzeck im Sausal – Eine umfassende Monografie für Piloten
In der Kartografie des alpinen Gleitschirmsports dominieren oft die Giganten: Orte wie Kössen, Greifenburg oder der Bischling, die mit massiver Infrastruktur, enormen Höhendifferenzen und einer industrialisierten Fluglogistik aufwarten. Kitzeck im Sausal, gelegen in der sanften, aber topografisch markanten Hügellandschaft der Südsteiermark, repräsentiert den diametralen Gegenentwurf zu diesen "Flugautobahnen". Es ist ein Fluggebiet der Nuancen, der meteorologischen Feinheiten und der kulturellen Symbiose. Wer hier startet, sucht nicht primär den 200-Kilometer-FAI-Dreiecksflug, sondern ein fliegerisches Gesamterlebnis, das technische Präzision am Start, taktisches Verständnis für kleinräumige Thermiksysteme und eine tiefe Wertschätzung für die landschaftliche Ästhetik des "höchsten Weinbauorts Europas" vereint.
Dieser Bericht fungiert als detailliertes Kompendium für den versierten Piloten. Er transzendiert die oberflächlichen Informationen gängiger Datenbanken und analysiert die aerodynamischen, rechtlichen und logistischen Parameter, die für eine sichere und erfolgreiche Befliegung des Sausals notwendig sind. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die spezifischen Gefahrenmomente gelegt, die sich aus der Nähe zum kontrollierten Luftraum des Flughafens Graz und der steilen Topografie der Weinberge ergeben.
Das Verständnis des Untergrunds ist für den Thermikpiloten essenziell, da die geologische Beschaffenheit die thermische Güte eines Fluggebietes maßgeblich determiniert. Das Sausal-Gebirge ist ein geologisches Unikum in der Steiermark. Im Gegensatz zu den umliegenden Gebieten, die oft von tertiären Sedimenten geprägt sind, besteht das Sausal aus phyllitischen Schiefern, die zu den ältesten Gesteinsformationen der Steiermark zählen.
Für den Gleitschirmflieger hat der phyllitische Schieferboden eine signifikante Bedeutung. Schiefergestein besitzt eine dunkle Färbung und damit eine niedrige Albedo (Rückstrahlvermögen). Dies führt dazu, dass die Sonneneinstrahlung effizient absorbiert und in fühlbare Wärme umgewandelt wird. Die Konsequenz für die Flugmeteorologie ist vielschichtig:
Schnelle Aufheizung: Die Hänge rund um Kitzeck werden bereits bei geringer Sonneneinstrahlung thermisch aktiv. Im Gegensatz zu feuchten Wiesenböden, die viel Energie für die Verdunstung verbrauchen, gibt der trockene Schieferboden die Energie direkt als Warmluft ab.
Speicherkapazität: Die Gesteinsmassen speichern die Wärme bis in den späten Nachmittag hinein. Dies ermöglicht oft noch Flüge zu Zeiten, in denen klassische Wiesenstartplätze in den Nordalpen bereits "abgeschaltet" haben.
Vegetationseinfluss: Die monokulturelle Bepflanzung mit Weinreben verstärkt diesen Effekt. Die Rebstöcke brechen den bodennahen Wind und verhindern, dass sich bildende Warmluftblasen vorzeitig durch leichten Wind verblasen werden. Die Luft kann sich zwischen den Rebenzeilen stauen, aufheizen und dann als kompakte, oft enge und "blubbernde" Thermikblase ablösen.
Kitzeck liegt auf einer Seehöhe von 564 m ü. A. und erhebt sich inselartig aus dem Leibnitzer Feld und dem Sulmtal. Diese Exponiertheit sorgt dafür, dass das Fluggebiet für Winde aus südlichen und südöstlichen Richtungen extrem empfänglich ist. Es gibt keine vorgelagerten Bergketten, die den laminaren Windfluss stören würden, solange der Wind aus dem Pannonischen Becken oder von der Adria (in abgeschwächter Form) einströmt. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass das Gebiet bei Westwindlagen durch die Koralpe und bei Nordwindlagen durch die Alpenhauptkette in Lee-Situationen geraten kann, die aufgrund der geringen Arbeitshöhe extrem gefährlich sind.
Der Startplatz in Kitzeck ist in den einschlägigen Datenbanken oft nur spartanisch beschrieben. Eine detaillierte Analyse der Startbedingungen ist jedoch für die Risikominimierung unerlässlich, da das Gelände keine Fehler verzeiht.
Der Startplatz befindet sich etwas unterhalb der Kirche bzw. des Weinmuseums, eingebettet in die steilen Hänge des Sausals.
Koordinaten: N 46°46'31.21" E 15°28'01.82".
Höhe: Ca. 471 m bis 560 m (je nach genauer Positionierung im oberen Bereich).
Ausrichtung: Süd (S) bis Südost (SO).
Charakteristik: Es handelt sich um eine steile Wiese, die seitlich oft durch Rebenkulturen begrenzt ist.
Die Steilheit des Geländes ist das dominierende Merkmal. Während flache Startplätze einen langen Anlauf erfordern, generiert der Pilot in Kitzeck bereits nach wenigen Schritten genügend Fahrt und Auftrieb.
Vorteil: Der "Commitment Point" (der Punkt, an dem der Start unumkehrbar wird) ist schnell erreicht. Bei passendem Wind hebt man fast aus dem Stand ab.
Herausforderung: Die Vorbereitungsphase ist kritisch. Das Auslegen des Schirms in steilem Gelände erfordert Routine. Ein ungesicherter Schirm kann leicht ins Rutschen geraten. Zudem besteht die Gefahr, dass Leinen sich in den Wurzeln oder Trieben der angrenzenden Vegetation verfangen.
Die "Cobra-Technik": Versierte Piloten greifen in Kitzeck oft auf die Cobra-Starttechnik zurück (seitliches Hochziehen des Schirms), um den Zug auf die Kappe kontrolliert aufzubauen und ein Überschießen oder seitliches Ausbrechen in die Reben zu verhindern. Diese Technik minimiert auch das Risiko, dass der Schirm beim Aufziehen Steine oder Äste aufnimmt ("Salat im Tuch").
Ein Startabbruch ist in Kitzeck komplexer als auf einer flachen Almwiese. Sobald der Pilot ins Laufen kommt, wird das Gelände steiler. Ein Abbruch muss daher in der allerersten Phase erfolgen. Wenn der Schirm nicht sauber über dem Piloten steht, bevor die Geländekante zum steileren Weinberg erreicht ist, muss der Start rigoros abgebrochen werden. Ein "Durchwursteln" endet hier fast zwangsläufig in den Reben. Dies führt nicht nur zu komplexen Bergungsaktionen und Materialschäden, sondern belastet auch das Verhältnis zu den lokalen Winzern, deren Ertrag (die Trauben) das Kapital der Region sind.
Die Höhendifferenz zwischen Startplatz und Landeplatz beträgt laut DHV-Datenbank exakt 186 Meter. Dies klassifiziert Kitzeck primär als "Abgleiter-Gebiet", wenn keine thermischen Bedingungen herrschen. Doch diese Klassifizierung greift zu kurz.
Der Flugweg führt vom Startplatz über eine Senke und Ausläufer des Weinberges hinunter in die Flussaue. Die theoretische Gleitstrecke ist kurz, jedoch spielen aerologische Faktoren eine entscheidende Rolle.
Gegenwindkomponente: Der Landeplatz liegt im Einflussbereich des Talwindsystems. Bei klassischer S/SO-Lage, die am Startplatz ideal ist, herrscht auch im Tal oft ein spürbarer Wind aus dieser Richtung. Dies verschlechtert den Gleitwinkel über Grund (Ground Speed) signifikant. Piloten mit älteren Schirmen (niedrige Gleitzahl) oder falsch gewählter Flugtaktik (zu weites Vorfliegen) laufen Gefahr, den offiziellen Landeplatz nicht zu erreichen.
Das "Sausal-Saufen": Über den Kesseln und Gräben zwischen Start und Landung kann es zu sinkenden Luftmassen kommen, insbesondere wenn der Talwind über Geländekanten "schwappt" und Lee-Effekte erzeugt. Eine aktive Flugweise und das Vermeiden von unnötigen Manövern ("Wingovern") in geringer Höhe sind essenziell, um die Sicherheitsreserve bis zum Landeplatz zu wahren.
Die Landung in Kitzeck ist logistisch und kulinarisch einzigartig. Der Landeplatz befindet sich direkt bei der Buschenschank Skringer.
Koordinaten: N 46°46'06.11" E 15°27'59.91".
Höhe: 285 m.
Beschaffenheit: Wiese in der Flussaue.
Landegebühr: Es existiert kein automatisierter Kassenautomat. Die Landegebühr wird traditionell und persönlich im Buschenschank entrichtet. Dies ist Teil der lokalen Flugkultur: Man landet, packt zusammen und kehrt ein. Das Nicht-Bezahlen wird als grober Verstoß gegen die Gastfreundschaft gewertet und gefährdet den Fortbestand des Fluggeländes.
Tabelle 1: Technische Daten der Flugphasen Parameter Startplatz Kitzeck Landeplatz Skringer Differenz / Hinweise Höhe (MSL) 471 m - 560 m 285 m ~186 m - 275 m Arbeitshöhe Koordinaten N 46°46'31.21" E 15°28'01.82" N 46°46'06.11" E 15°27'59.91"
Distanz ca. 800m Luftlinie
Ausrichtung Süd (180°) bis Südost (135°) Talwindsystem beachten (oft O/SO) Gegenwind beim Anflug einkalkulieren Schwierigkeit Mittel (wegen Steilheit) Leicht bis Mittel (Hindernisse) Vorsicht vor Weidezäunen Infrastruktur Keine Bergbahn, PKW-Zufahrt Gastronomie direkt am Platz Landegebühr im Lokal zahlen
Obwohl eine grafische Darstellung des Gleitpfades hier nicht möglich ist, lässt sich die Situation anhand der Daten präzise beschreiben. Bei einer Höhendifferenz von ca. 186 Metern und einer horizontalen Distanz von ca. 800 bis 1000 Metern (je nach Anflugroute) benötigt ein Gleitschirm eine Gleitzahl von mindestens 5, um den Landeplatz rechnerisch zu erreichen. Moderne Schirme leisten 8 bis 10. Das Risiko liegt in der Windkomponente: Bei 20 km/h Gegenwind halbiert sich die effektive Gleitzahl über Grund nahezu. Piloten müssen daher einen "Point of No Return" definieren. Sollte nach dem Start kein thermischer Anschluss gefunden werden, muss der direkte Weg zum Landeplatz eingeschlagen werden. Ein "Suchen" in niedriger Höhe über den unlandbaren Weinbergen führt zwangsläufig zur Außenlandung in den Kulturen, was unbedingt zu vermeiden ist.
Die Südsteiermark unterscheidet sich klimatisch deutlich von den Nordalpen. Während im Norden oft Staulagen oder Föhn das Fliegen verhindern, profitiert das Sausal von seiner Lage südlich des Alpenhauptkamms.
Die statistisch besten Flugtage in Kitzeck finden sich im Spätsommer und Herbst (September bis November).
Inversionswetterlagen: Im Herbst bilden sich in den Beckenlagen (Leibnitzer Feld) oft zähe Nebeldecken. Kitzeck ragt aufgrund seiner Höhe von 564 m oft als Insel aus diesem Nebelmeer heraus oder liegt knapp darüber. Während im Tal "Suppe" herrscht, scheint am Startplatz die Sonne auf den dunklen Schieferboden.
Thermikgüte: Die Temperaturdifferenz zwischen der kalten Luft im Tal und der durch die Sonne erwärmten Luft am Hang erzeugt zuverlässige, aber meist sanfte Thermik. Dies ermöglicht stundenlanges Soaren und Thermikfliegen ("Genussfliegerei") in einer ruhigen Luftmasse, die frei von der aggressiven Turbulenz des Hochsommers ist.
Optik: Die Verfärbung der Weinblätter in Rot- und Goldtöne bietet in dieser Jahreszeit ein visuelles Spektakel, das in der Fliegerszene als "Indian Summer der Steiermark" bekannt ist.
Süd/Südost (Ideal): Die Vorzugswindrichtung. Der Wind strömt ungehindert aus dem Bereich Slowenien/Ungarn ein. Der Talwind aus dem Sulmtal unterstützt den Aufwind am Hang.
Westwind (Problematisch): Bei Westwind liegt das Sausal im Lee der Koralpe (einem deutlich höheren Gebirgszug im Westen). Dies führt zu zerrissener Thermik und Turbulenzen am Startplatz.
Nordwind (No-Go): Bei Nordwind ist Kitzeck nicht fliegbar. Der Startplatz liegt im Lee des eigenen Berges. Rotorbildung ist wahrscheinlich.
Ein zentrales Thema für jeden Piloten in Kitzeck ist die Luftraumstruktur. Das Fluggebiet befindet sich in einer sensiblen Zone nahe dem Flughafen Graz (LOWG). Unwissenheit schützt hier nicht vor Strafe, und Luftraumverletzungen gefährden die Existenz des Fluggebietes massiv.
Die Kontrollzone des Flughafens Graz erstreckt sich als geschützter Luftraum bis zum Boden (GND).
Lage: Die CTR beginnt ca. 5 km süd-südwestlich des Schöckls, erstreckt sich aber weit in den Süden, um den An- und Abflugverkehr abzudecken.
Relation zu Kitzeck: Kitzeck liegt am südlichen Rand ("Rand der CTR Graz" ). Das bedeutet, dass der Luftraum unmittelbar nördlich oder nordöstlich des Fluggebietes tabu sein kann.
Regel: Das Einfliegen in die CTR Graz ist für Gleitschirme ohne Flugverkehrskontrollfreigabe absolut verboten. Piloten müssen sich strikt südlich der definierten Grenzen halten. Visuelle Orientierungspunkte (Straßen, Orte wie Lebring/Wildon, Eisenbahntrassen) müssen vor dem Flug auf der ICAO-Karte identifiziert werden.
Über dem unkontrollierten Luftraum, in dem wir uns bewegen, liegt der Deckel der TMA Graz.
Höhenstaffelung: Die TMA Graz ist in Sektoren unterteilt. Im Bereich südlich von Gleisdorf bis Ilz (und analog in den südlichen Sektoren über dem Sausal) gibt es Bereiche mit einer Untergrenze von 4500 FT MSL (ca. 1371 m).
Implikation: Dies ist die maximale Flughöhe. Auch wenn die Thermik an guten Tagen ("Hammertage") höher reichen würde, ist bei 1371 m (bzw. der jeweils aktuellen Untergrenze laut ICAO-Karte) Schluss. Ein Hineinsteigen in die TMA gefährdet den IFR-Verkehr, der den Flughafen Graz anfliegt.
Datenquellen: Aktuelle Informationen liefert die Austro Control oder Tools wie airspace.xcontest.org. Es ist zwingend erforderlich, vor dem Flug die aktuellen AIP-Daten zu prüfen, da sich Sektorgrenzen ändern können.
Zusätzlich zur statischen Luftraumstruktur gibt es temporäre Beschränkungen. Bei Großveranstaltungen wie der Formel 1 oder MotoGP am Red Bull Ring (Zeltweg) werden oft großräumige TRAs (Temporary Reserved Areas) aktiviert, um militärischen und VIP-Luftverkehr zu schützen. Obwohl Zeltweg weiter nordwestlich liegt, können die TRAs (z.B. TRA BRUCK, TRA POELS) Auswirkungen auf die weitere Umgebung haben oder Ausweichrouten des zivilen Verkehrs beeinflussen. Piloten sollten an Rennwochenenden (meist Sommer) die NOTAMs besonders genau prüfen.
Der Anspruch, Kitzeck als XC-Gebiet zu nutzen, muss mit Realismus betrachtet werden. Die DHV-Datenbank vermerkt "XC-Potenzial", doch die Topografie und Luftraumstruktur limitieren "große" Strecken. Dennoch bietet das Gebiet reizvolle Aufgaben für den taktisch versierten Piloten.
Arbeitshöhe: Mit einer Starthöhe von ca. 500m und einer Luftraumobergrenze (TMA) von oft nur ~1300m ist das vertikale Arbeitsfenster klein.
Thermikanschluss: Es fehlt ein langer Bergrücken (Ridge), an dem man zuverlässig "parken" kann. Man muss die Thermik direkt aus dem Talwindsystem oder von den Weinhängen "pflücken".
Topografie: Das Gelände ist stark kupiert. Ein "Absaufer" bedeutet oft eine weite Wanderung, da Landemöglichkeiten in den steilen Weinbergen rar sind.
Anstatt 100 km linear zu fliegen, liegt der Reiz in Kitzeck im lokalen FAI-Dreieck.
Schenkel 1: Vom Startplatz Kitzeck (564 m) nach Westen zum Demmerkogel. Der Demmerkogel ist mit 671 m die höchste Erhebung des Sausals. Er bietet oft die stärkste Thermik und markiert den ersten Wendepunkt.
Schenkel 2: Vom Demmerkogel Richtung Süden/Südosten, entlang der Hangkanten über Orte wie Gauitsch oder Fresing. Hier muss man "Nester" finden – kleine Abrisskanten an Waldrändern oder über aufgeheizten Straßen.
Schenkel 3: Der Rückflug zum Landeplatz Skringer oder – für die Könner – das Toplanden am Startplatz (nur bei perfekten Bedingungen und wenig Betrieb empfohlen).
Eine ambitionierte, aber theoretisch machbare Route führt Richtung Süden zur slowenischen Grenze (Remschnigg). Der Remschnigg ist ein bekannter Ridge-Soaring-Spot. Die Lücke zwischen Sausal und Remschnigg (Sulmtal-Querung) ist jedoch thermisch anspruchsvoll und erfordert eine hohe Basis, die oft durch die TMA limitiert wird. Diese Route ist nur für sehr erfahrene Piloten an absoluten Ausnahmetagen (hohe Basis, kein Nordwind) empfehlenswert.
Kitzeck ist infrastrukturell gut erschlossen, verlangt aber vom Piloten etwas Eigeninitiative.
Das Parken am Startplatz (oben im Ort, z.B. beim Weinmuseum oder Gemeindeamt) ist möglich, aber an Wochenenden aufgrund des Weintourismus oft schwierig. Parkplätze sind begrenzt.
Strategie "Park & Ride": Die entspannteste Variante ist, das Auto am Landeplatz beim Buschenschank Skringer abzustellen.
Das Weinmobil: Die Region verfügt über ein hervorragendes Mikro-ÖV-System, das "Weinmobil Südsteiermark" (+43 3454 94127). Dieses Sammeltaxi kann Piloten vom Landeplatz zurück zum Startplatz (Ortsmitte Kitzeck) bringen. Dies löst das leidige "Wer holt das Auto?"-Problem elegant.
Für Piloten, die den Aufstieg sportlich bewältigen wollen, bietet Kitzeck exzellente Wanderwege, die sich perfekt als "Hike & Fly"-Zustieg eignen.
Kitzeck-Runde (K1/K2): Vom Tal aus führen Wege wie der "Sausaler Rundwanderweg K2" (schwer, 20km, aber Teilstücke nutzbar) oder lokale Verbindungswege durch die Weinberge nach oben.
Weinwanderweg K8: Dieser Weg verbindet das Weinmuseum mit der Umgebung und bietet landschaftlich reizvolle Einblicke in die Startzone. Der Aufstieg zu Fuß hat den Vorteil, dass man die Windverhältnisse in den verschiedenen Höhenschichten (Talwind vs. Hangwind) bereits beim Gehen spüren und analysieren kann.
Die Symbiose aus Fliegen und Genuss ist das Markenzeichen von Kitzeck.
Buschenschank Skringer: Direkt am Landeplatz. Ideal für das "Lande-Bier" oder eine Brettljause.
Buschenschank Malli: Bekannt für den "steilsten Weingarten". Ein exzellenter Ort für Begleitpersonen, um den Piloten beim Fliegen zuzusehen, während man lokalen Wein verkostet.
Unterkünfte: Die Region bietet eine hohe Dichte an "Urlaub am Bauernhof", Winzerzimmern und Hotels (z.B. Panoramahotel Steirerland).
Sollte Kitzeck aufgrund von Windrichtung (Nordwind) oder Wetterbedingungen nicht fliegbar sein, bietet die Region starke Alternativen. Ein Vergleich hilft bei der Tagesplanung.
Tabelle 2: Regionaler Fluggebietsvergleich Fluggebiet Distanz zu Kitzeck Charakteristik Idealwind XC-Potenzial Besonderheiten Schöckl (St. Radegund) ca. 60 km (N) Alpin, Seilbahn, Hausberg des PGC S/SO & N/NW Sehr Hoch
TMA Graz beachten! "Mekka" der Grazer Szene.
Kulm (Stubenberg) ca. 75 km (NO) Thermisch zuverlässig, geschützt S-SW Mittel
Oft fliegbar wenn Schöckl zu stark; See-Blick.
Gelderkogel (Fladnitz) ca. 70 km (N) Schulungsgelände, Wiese SO-SW Mittel
Übungshang, Regeln beachten (Schulung hat Vorrang).
Remschnigg ca. 15 km (S) Ridge-Soaring, Grenzgebiet SW Gering Soaring an der slowenischen Grenze.
Zum Abschluss eine Zusammenfassung der kritischen Sicherheitsfaktoren für Kitzeck:
Vegetations-Gefahr: Landungen in den Weinbergen sind extrem gefährlich (Drähte, Stickel) und teuer (Flurschaden). Immer mit ausreichender Höhe zum offiziellen Landeplatz abfliegen.
Start-Check: 5-Punkte-Check vor jedem Start. Besonders auf verfangene Leinen in der Wiese achten (Wurzeln, Steine).
Luftraum-Disziplin: Keine Experimente an der CTR-Grenze. GPS/Vario mit Luftraumkarte ist Pflicht.
Notrufnummern: Euro-Notruf 112. Bergrettung 140. Lokale Feuerwehr Fresing-Kitzeck (+43 3456 2122).
Kitzeck im Sausal ist ein Juwel für den besonnenen Piloten. Es bietet keine Höhenrausch-Garantie wie die Hochalpen, dafür aber ein intensives Erlebnis von Landschaft, Technik und Genuss. Die Kombination aus anspruchsvollem Start, taktischem Fliegen in enger Thermik und der entspannten Landung beim Buschenschank macht es zu einem Unikat. Wer die Regeln respektiert – insbesondere die Luftraumbeschränkungen und die Eigentumsrechte der Winzer – wird hier Flüge erleben, die in ihrer atmosphärischen Dichte ("Fliegen im goldenen Licht der Weinberge") lange in Erinnerung bleiben. Es ist der Beweis, dass Größe im Gleitschirmsport nicht immer in Höhenmetern gemessen wird.
Allzeit guten Flug und Happy Landings in der Südsteiermark.