
1 Startplatz, 1 Landeplatz
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HUNDSBERG (PARADIES): Der ultimative Guide für den anspruchsvollen Piloten Executive Summary: Ein Fluggebiet für Puristen
Der Startplatz Hundsberg, in Fliegerkreisen oft ehrfürchtig oder ironisch "Das Paradies" genannt, ist eine Anomalie in der deutschen Fluggebietslandschaft. Während moderne "Super-Spots" in den Alpen mit Teppichstartplätzen, Bergbahnen und Webcam-Infrastruktur glänzen, repräsentiert der Hundsberg den puren, unverfälschten Flugsport der alten Schule. Gelegen in den Löwensteiner Bergen (Baden-Württemberg), bietet er mit einer Höhendifferenz von lediglich 120 Metern eine technische Herausforderung, die selbst erfahrene Piloten demütigen kann.
Dieses Gelände ist nichts für den Massentourismus. Es ist ein exklusives Refugium, das durch strenge behördliche Auflagen – insbesondere die Limitierung auf maximal 6 Piloten pro Flugtag – seinen Charakter bewahrt hat. Wer hier fliegt, sucht nicht den einfachen Abgleiter, sondern die Auseinandersetzung mit Mikro-Meteorologie, präziser Schirmbeherrschung auf engstem Raum und der Stille über den Weinbergen des Weinsberger Tals.
Für den Piloten, der die Anreise plant, gilt:
Charakter: Anspruchsvolles Mittelgebirgsgelände, Klippenstart-Charakteristik.
Hauptwindrichtung: Südwest (SW).
Exklusivität: Streng regulierter Gastflugbetrieb; Voranmeldung/Kontakt zum Verein Aufwind-Brettachtal e.V. ist essenziell.
Zielgruppe: Erfahrene Piloten (B-Schein empfohlen, sicherer Rückwärtsstart obligatorisch), die Hike & Fly schätzen und Naturschutzauflagen respektieren.
Dieser Bericht analysiert das Fluggebiet bis in die tiefsten Details – von der Aerologie der Waldschneise über die ungeschriebenen Gesetze der Locals bis hin zu den thermischen Auslösern, die in keiner offiziellen Karte verzeichnet sind.
Um den Hundsberg fliegerisch zu meistern, muss man zunächst die Landschaft verstehen, die ihn formt. Wir befinden uns nicht im Hochgebirge, wo thermische Quellen offensichtlich sind (Fels vs. Wiese), sondern in einer subtilen Mittelgebirgslandschaft.
Der Hundsberg ist Teil der Löwensteiner Berge, einem Höhenzug im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Geologisch betrachtet stehen wir hier auf dem Keuperbergland. Diese geologische Formation ist für Gleitschirmflieger aus zwei Gründen von entscheidender Bedeutung:
Die Schichtstufen-Kante: Die Erosion hat im Laufe der Jahrtausende harte Sandsteinschichten freigelegt, die abrupt abfallen. Der Startplatz Hundsberg liegt genau an einer solchen Kante. Im Gegensatz zu sanft abfallenden Wiesenkuppen (wie etwa im Schwarzwald oder der Rhön) bricht das Gelände hier fast vertikal ab, bevor es in einen steilen Hang übergeht. Dies erzeugt bei Wind einen sehr definierten, aber auch scharfen Aufwindband, führt jedoch bei falscher Anströmung sofort zu Leewirbeln direkt hinter der Kante.
Die Thermik-Speicher: Unterhalb der Bewaldung schließen sich Weinberge an. Der Keuperboden der Weinberge ist dunkel und steinig. Er speichert die Sonnenenergie effizienter als Wiesenboden. Das bedeutet, dass der "Motor" dieses Fluggebiets oft erst am späten Nachmittag anspringt, wenn die Weinberge die gespeicherte Hitze des Tages abgeben ("Restitution"), während der Wald oben bereits abkühlt.
Der Startplatz liegt oberhalb der Gemeinde Obersulm, genauer gesagt beim Ortsteil Eichelberg und Eschenau. Die Ausrichtung des Hanges ist Südwest (SW). Dies ist für Süddeutschland die klassische "Schönwetter-Windrichtung" zwischen den Tiefdruckgebieten. Der Blick vom Startplatz geht hinaus in das weite, flache Heilbronner Becken. Diese topografische Öffnung ist ein Segen: Der Wind kann über Kilometer hinweg laminar und ungehindert anströmen, bevor er auf die Barriere der Löwensteiner Berge trifft und zum Aufsteigen gezwungen wird.
Der Name "Paradies" ist eigentlich ein alter Flurname, der oft sonnenverwöhnte Südhänge bezeichnete, auf denen besonders guter Wein wuchs. Für Piloten hat er eine doppelte Bedeutung. Wenn die Bedingungen stimmen – also laminarer Wind mit ca. 15 km/h genau von vorne und leichte thermische Unterstützung – ist das Fliegen hier tatsächlich paradiesisch einfach. Man kann "parken", die Aussicht genießen und stundenlang soaren. Doch wie im biblischen Paradies gibt es auch hier die Gefahr der "Vertreibung": Wer die Regeln missachtet (z.B. Landung in den Reben, Lärm, Müll), riskiert nicht nur Ärger mit dem Verein, sondern die Schließung des gesamten Geländes.
Der Startplatz am Hundsberg ist das Nadelöhr des Fluggebiets. Er trennt die Spreu vom Weizen. In offiziellen Datenbanken oft nur als "Naturrampe" bezeichnet, verbirgt sich dahinter eine technisch anspruchsvolle Startsituation.
Der Startplatz befindet sich auf exakt 370 Metern über Normalnull (NN).
Koordinaten: N 49°07'37.53", E 9°24'36.38" (Dezimal: 49.12709, 9.41011).
Startrichtung: SW (225° bis 245°).
Startart: Klippenstart / Waldschneise.
Der Startplatz ist keine freie Wiese. Er ist eine künstlich freigehaltene Schneise in einem dichten Mischwald.
Breite: Die Schneise ist schmal. Es passt komfortabel nur ein ausgelegter Schirm hinein. "Wing-Tip-Touching" mit zwei Piloten ist hier unmöglich und gefährlich.
Länge: Der Anlaufweg ist extrem kurz. Nach wenigen Schritten fällt das Gelände steil ab. Ein "Abbrechen" des Starts ist nach dem Überschreiten der Kante (Point of no Return) kaum mehr möglich, ohne in den darunterliegenden Büschen zu landen.
Das kritischste Element am Hundsberg ist der Windgradient. Da der Startplatz aus dem Wald heraus in den freien Luftstrom führt, herrscht oft folgende Situation:
Am Boden (Auslegeplatz): Windstille oder leichter Wind, da die Bäume im Rückraum abschirmen.
In 2 Metern Höhe (Schirm): Der Wind greift voll in das Segel.
An der Kante: Durch die Kante wird der Wind komprimiert und beschleunigt (Venturi-Effekt).
Dies führt dazu, dass Piloten oft von der Energie des Schirms überrascht werden. Ein harmloses Zupfen an den A-Gurten kann dazu führen, dass der Schirm explosiv nach oben schießt ("Hebeln"). Wer hier nicht aktiv und gefühlvoll mit der Bremse arbeitet und dem Schirm entgegenläuft, wird ausgehebelt und im schlimmsten Fall rückwärts in die Bäume geschleudert.
Aufgrund der oben beschriebenen Aerologie ist der Rückwärtsstart die absolut bevorzugte Methode, auch bei schwachem Wind.
Warum Rückwärts? Nur beim Rückwärtsstart kann der Pilot sehen, ob der Schirm symmetrisch steigt und sauber gefüllt ist, bevor er sich zur Kante bewegt. Zudem erlaubt die Rückwärts-Position ein besseres Gegenhalten gegen den Venturi-Effekt.
Vorwärtsstart-Risiko: Wer vorwärts startet, läuft blind auf die Kante zu. Sollte der Schirm schief kommen oder einen "Klapper" durch den Rotor der seitlichen Bäume bekommen, bemerkt der Pilot dies oft zu spät. Da der Anlaufweg kurz ist, endet dies oft im Gebüsch unterhalb der Rampe.
Nicht jeder Tag ist ein Hundsberg-Tag. Die Frustrationstoleranz muss hoch sein, denn das Fenster der Fliegbarkeit ist schmaler als an großen Alpenstartplätzen.
Die ideale Windrichtung ist Südwest (SW / ca. 235°).
Toleranzbereich: Süd-Südwest (SSW) bis West-Südwest (WSW).
Südwind (S): Kritisch. Der Wind streicht dann fast parallel zum Hang. Die "Schneise" liegt dann im Lee der südlichen Baumreihe. Ein Start wird extrem turbulent, und im Flug fehlt der dynamische Auftrieb. Man "säuft" oft direkt nach dem Start ab.
Westwind (W): Ebenfalls schwierig. Der Wind kommt dann eher von rechts über den Ausläufer des Berges. Die Hangkante wird nicht frontal angeströmt.
Nord/Ostkomponenten: Absolutes Flugverbot. Der Startplatz liegt dann im Lee des Bergrückens. Lebensgefahr durch Rotoren.
Die Thermik am Hundsberg ist "kleinteilig". Es gibt keine riesigen Hausbärte wie in Bassano.
Frühjahr (März-Mai): Die aktivste Zeit. Die Sonne steht steil genug, um die Weinberge unterhalb aufzuheizen. Die Luft ist labil geschichtet. Hier entstehen knackige Ablösungen, die einen Piloten schnell auf 100-200 Meter über Start katapultieren können.
Sommer: Oft dominiert stabile Luftmasse. Thermik ist zäh. Dafür beginnt die Zeit des "Abendsoarings".
Herbst (September-Oktober): Die Zeit der Genussflieger. Die Weinberge, die nun voll im Laub stehen und dunkel sind, speichern die Wärme extrem lange. Wenn im Tal schon der Dunst aufsteigt, trägt es am Hundsberg noch sanft.
Lokale Piloten wissen: Wenn der Wetterbericht "abflauenden Wind" für den Abend meldet, ist die beste Zeit, um zum Hundsberg zu fahren. Der Mechanismus: Das kühle Heilbronner Becken füllt sich langsam mit Kaltluft. Die wärmere Luft über den Hängen wird nach oben verdrängt ("Katabatische Konvergenz" im weitesten Sinne, oft unterstützt durch Restitution der Weinberge).
Das Ergebnis: Ein fast laminarer Aufwind, der so ruhig ist, dass man die Hände von den Bremsen nehmen kann. Es ist dieses Phänomen, das dem Gelände den Namen "Paradies" eingebracht hat. Man fliegt in den Sonnenuntergang, oft begleitet von Bussarden, die denselben Effekt nutzen.
Der Hundsberg liegt im Einzugsbereich des Flughafens Stuttgart (EDDS) und unterliegt der Luftraumstruktur "Alb-Nord".
Höhenbeschränkung: Obwohl man selten extreme Höhen erreicht, muss jeder Pilot die ICAO-Karte im Kopf haben. Je nach Sektor beginnen die Lufträume C oder D (nicht kontrolliert, aber beschränkt) oft schon in Höhen, die an Hammer-Tagen erreichbar wären (z.B. 3500 ft MSL oder FL 55, je nach aktueller Staffelung).
Segelflieger: Die Region ist reich an Segelfluggeländen. An thermischen Tagen teilen sich Gleitschirme den Luftraum mit schnellen Segelfliegern. Das FLARM-Gerät ist hier eine sinnvolle Sicherheitsinvestition, auch wenn es keine Pflicht ist.
Der Zugang zum Hundsberg ist ein Filter. Er siebt jene aus, die "Drive-In"-Fliegen erwarten.
Es gibt eine goldene Regel, deren Missachtung zur sofortigen Ächtung durch die Locals führt: Niemals mit dem Auto direkt an den Startplatz oder in die Waldwege fahren.
Offizieller Parkplatz: Wanderparkplatz "Zigeunerforle" (Obersulm-Eichelberg).
Koordinaten Parkplatz: Ca. N 49°07'10", E 9°25'05".
Alternativen: Parkplatz am Friedrichshof oder bei der Kirschenwiese (Eschenau).
Warum so streng? Das Gebiet ist Jagdrevier und Forstgebiet. Jedes unberechtigte Fahrzeug liefert den Gegnern des Flugsports Argumente, die Genehmigung zu widerrufen.
Vom Parkplatz Zigeunerforle führt ein Waldweg zum Startplatz.
Dauer: Ca. 15 bis 20 Minuten strammer Fußmarsch.
Charakter: Flach bis leicht ansteigend, Waldweg.
Mentale Vorbereitung: Nutze den Weg! Achte auf das Geräusch des Windes in den Baumwipfeln. Rauscht es stark? Das deutet auf zu viel Wind hin. Ist es totenstill? Dann könnte der Start schwierig werden. Kommt das Rauschen aus der falschen Richtung? Drehe lieber gleich um.
Das vielleicht wichtigste Detail, das in der DHV-Datenbank nur im Kleingedruckten steht , ist die Begrenzung der Flugbetriebs: "Pro Flugtag dürfen max. 6 Piloten die Start- und Landeflächen nutzen."
Diese Regel ist kein Vorschlag, sie ist eine Auflage der Naturschutzbehörde.
Hintergrund: Der "naturnah aufgebaute Waldrand" ist ein geschütztes Biotop. Zu viel Unruhe stört die Fauna.
Was bedeutet das für dich?
Keine Gruppenreisen: Komme nicht mit dem Flugschulbus oder 5 Kumpels. Ihr werdet nicht fliegen dürfen.
Vorrang: Vereinsmitglieder haben in der Praxis oft Vorrang, auch wenn das Gelände offiziell für Gäste zugelassen ist.
Kommunikation: Wenn du am Startplatz ankommst und dort stehen schon 6 Schirme, dann packe nicht aus. Frage höflich nach. Oft machen Piloten Pause oder hören auf. Aber dränge dich nicht auf.
Tipp: Nutze Randzeiten. Vormittags unter der Woche oder am späten Abend, wenn die "Crowd" schon weg ist.
Hier trennt sich der Tourist vom Insider. Diese Informationen stammen aus der Analyse lokaler Fluggewohnheiten und verstreuter Berichte.
Viele Piloten machen den Fehler, direkt nach dem Start geradeaus ins Tal zu fliegen, um Thermik zu suchen. Das ist am Hundsberg oft tödlich (für den Flug, nicht den Piloten).
Der Trick: Halte dich nach dem Start leicht links (südlich), orientiert an den Weinbergen. Die dunklen Reben heizen sich auf. Oft löst sich die Thermik nicht direkt in den Reben, sondern zieht den Hang hinauf und reißt an der Waldkante (Trigger) ab.
Die "Hausbart-Zone": Suche den Bereich, wo der Wald eine kleine Nase bildet oder wo ein Feldweg die Reben durchschneidet. Diese Diskontinuitäten im Gelände sind die Abrisskanten für die Thermikblasen.
Da es keine direkte Startplatz-Webcam gibt, nutzen Locals ein Netzwerk aus Indikatoren:
Löwensteiner Platte: Webcams in der Umgebung (z.B. Weinsberg oder Öhringen) geben Aufschluss über die Basis und die Großwetterlage.
Holfuy-Stationen: Suche nach privaten Wetterstationen im Brettachtal oder auf den Höhenzügen der Löwensteiner Berge.
Der "Nebel-Check": Im Herbst liegt das Tal oft im Nebel, während oben die Sonne scheint. Webcams am Breitenauer See zeigen dir, ob das Landefeld im Nebel liegt ("Suppe") oder frei ist. Starte niemals, wenn der Landeplatz nicht sichtbar ist!
Der Landeplatz sieht von oben riesig aus, ist aber tückisch.
Höhenabbau: Da man oft mit Rest-Höhe ankommt (weil man bis zum Schluss am Hang gekratzt hat), muss man Höhe vernichten.
Gefahr: Über dem Dorf Eichelberg und den Straßen steht oft "Industriethermik" oder Wärmeabstrahlung von den Dächern. Das bedeutet: Es geht im Landeanflug plötzlich wieder hoch ("Heben im Endanflug").
Lösung: Plane deine Landevolte defensiv. Fliege nicht zu weit hinter den Landeplatz. Nutze "Achten" oder S-Kurven seitlich versetzt, um Höhe kontrolliert abzubauen, bevor du in den Queranflug gehst.
Ein kleines Gelände bedeutet nicht kleine Gefahren. Im Gegenteil.
Aufgrund der Klippenstart-Situation und der dichten Bewaldung unterhalb ist die Baumlandung das häufigste Unfallszenario am Hundsberg (neben Startabbruch-Verletzungen).
Ursache: Zu frühes Eindrehen nach dem Start, bevor genügend Fahrt und Abstand zum Hang aufgebaut wurde. Oder: Absaufen direkt nach dem Start bei nachlassendem Wind.
Verhalten: Wenn eine Baumlandung unvermeidbar ist: Beine zusammen, Arme vor das Gesicht, Visier zu. Versuche, den Schirm an der Baumkrone "aufzuhängen".
Wichtig: Der Verein verfügt sicher über Bergetechniken, aber die Feuerwehr Obersulm kennt das Gelände ebenfalls. Melde jeden Vorfall sofort dem Geländehalter!
Bei Winddrehung auf Südost (SE) oder Nordwest (NW) entstehen um den Startplatz herum Turbulenzen.
Indikator: Beobachte die Greifvögel. Wenn sie "rütteln" oder plötzlich Höhe verlieren, ist die Luft unruhig.
Böigkeit: Da der Wind über das vorgelagerte, teilweise bebaute und bewaldete Gelände streicht, kann er böig sein. Ein 20er Wind im Mittel kann 35er Böen beinhalten. Für einen Startplatz im Wald ist das zu viel.
Der Aufwind-Brettachtal e.V. ist der Hüter des Paradieses. Es ist ein kleiner, aber sehr engagierter Verein.
Namen wie Siggi Seiler und Christian Rokos sind eng mit dem Verein verbunden. Sie organisieren oft Jugendfreizeiten und Schnupperfliegen. Dies zeugt von einer familiären, auf Nachwuchsförderung bedachten Kultur.
Gastfreundschaft: Der Verein ist grundsätzlich gastfreundlich, aber er erwartet, dass Gäste sich als solche benehmen. Das bedeutet: Vorstellen, Regeln beachten, Müll mitnehmen.
Stammtisch: Es gibt regelmäßige Treffen. Wer Anschluss sucht, sollte die Website aufwindbrettachtal.de konsultieren.
Sollte der Wind am Hundsberg nicht passen, betreibt der Verein Alternativen:
Adolzfurt: West-Ausrichtung, Höhendifferenz 140m.
Heinsheim & Olnhausen: Schleppgelände.
Tipp: An Tagen mit Ostwind (schlecht für Hundsberg) wird oft auf den Schleppgeländen geflogen. Ein Anruf oder Blick in den Vereinschat lohnt sich.
Nach dem Flug ("After-Flight") bietet die Region Weinsberger Tal exzellente Möglichkeiten.
Gasthaus zur Traube (Eichelberg): Traditionelle schwäbische Küche. Rostbraten und Spätzle sind hier Pflicht. Achtung: Ruhetage prüfen (oft Mo/Di).
Besenwirtschaften: Im Herbst und Frühjahr öffnen viele Winzer ihre "Besen". Erkennbar am Reisigbesen vor der Tür. Hier gibt es günstigen Wein aus eigenem Anbau und deftiges Vesper. Authentischer geht es nicht.
Campingplatz Oberes Leintal: Idyllisch gelegen am Breitenauer See. Perfekt für Piloten, die mit dem Camper unterwegs sind. Im Sommer (Badesaison) unbedingt reservieren!
Camping Aichelberg: Eine weitere Option in der Nähe.
Wenn der Wind zu stark ist oder aus der falschen Richtung kommt:
Breitenauer See: Baden, Segeln oder einfach Entspannen.
Burg Löwenstein: Eine Wanderung zur Burgruine bietet einen tollen Blick über das Tal und hilft, die Topografie für den nächsten Flug besser zu verstehen.
Neuffen (Schwäbische Alb): Ca. 45-60 Min. Fahrt südlich. Ein riesiges Nord-Gelände unterhalb der Burg Hohenneuffen. Oft voll, aber landschaftlich spektakulär.
Lassen wir die Kirche im Dorf: Der Hundsberg ist kein klassischer XC-Startplatz für 100km-Dreiecke, primär wegen der geringen Arbeitshöhe und der Luftraumstruktur.
Kleine Dreiecke: Innerhalb des Weinsberger Tals sind kleine FAI-Dreiecke möglich, wenn man die Thermikquellen (Weinberge) konsequent verbindet.
One-Way: Bei gutem Südwestwind ist ein Flug Richtung Mainhardter Wald denkbar, aber hier wird das Gelände schnell waldig und landeplatzarm ("Tiger Country").
Wie bereits erwähnt, deckelt der Luftraum Stuttgart das Vergnügen nach oben.
Realismus: Die meisten Flüge am Hundsberg bewegen sich zwischen 300m und 1200m MSL. Echte Streckenflüge erfordern oft Basishöhen von 1500m+, was hier luftrechtlich und thermisch oft schwierig ist.
DHV-XC: Ein Blick in den DHV-XC Server zeigt, dass vom Hundsberg selten Flüge über 20-30km eingereicht werden. Das Gelände ist ein "Soaring-Spaß-Berg", keine Streckenflug-Rampe.
Fazit: Klein, aber oho!
Der Hundsberg ("Paradies") ist ein Juwel für Piloten, die das Handwerkliche am Fliegen lieben. Er verzeiht wenig Fehler beim Start und bei der Landeeinteilung, belohnt aber mit traumhaften Soaring-Stunden über einer der schönsten Weinlandschaften Deutschlands.
Die goldene Regel für deinen Besuch: Sei demütig vor dem Gelände, respektiere die 6-Piloten-Grenze und die Natur, und nimm Kontakt mit den Locals auf. Dann wirst du erleben, warum dieser kleine Hügel den Namen "Paradies" zu Recht trägt.
Fly safe, land soft.