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Hornisgrinde - Katzenkopf

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:48.5969°N, 8.1962°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Hornisgrinde - Katzenkopf Startplatz

Start
Höhe1123m ü. M.
Koord.48.5969, 8.1962
WindWSW-W
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Hornisgrinde - Katzenkopf Landeplatz

Landung
Höhe463m ü. M.
Koord.48.5901, 8.1633
Korrekt?

Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Fluggebietsanalyse Hornisgrinde-Katzenkopf: Ein umfassendes Kompendium für den Gleitschirmsport im Nordschwarzwald Executive Summary

Das Fluggelände Hornisgrinde-Katzenkopf repräsentiert eines der anspruchsvollsten und zugleich prestigeträchtigsten Fluggebiete im Nordschwarzwald. Mit einer Startplatzhöhe von 1123 m ü. NN und einer vertikalen Höhendifferenz von 660 Metern zum Landeplatz Krimmerswald bietet es eine für deutsche Mittelgebirge überdurchschnittliche Arbeitshöhe. Der Startplatz Katzenkopf ist ein Naturstartplatz mit einer exponierten Felskante, der eine exzellente Beherrschung des Schirms beim Aufziehvorgang sowie eine präzise Einschätzung der meteorologischen Bedingungen erfordert.  

Aufgrund der weitläufigen Waldgebiete zwischen Start- und Landeplatz, die nahezu keine Notlandemöglichkeiten bieten, ist das Gelände für Piloten mit geringer Flugerfahrung nur unter strengen Auflagen zugänglich. Eine obligatorische Geländeeinweisung, der Besitz des unbeschränkten Luftfahrerscheins (B-Schein) für Gastpiloten sowie strikte Windobergrenzen von 10 km/h sind essenzielle Sicherheitsanker. Die Hornisgrinde fungiert als bedeutender Thermiklieferant und dient als idealer Einstiegspunkt für Streckenflüge entlang der Schwarzwald-Hauptkante, sofern die Basis und die Talwindsysteme des Murg- und Rheintals korrekt antizipiert werden.  

Topographische und geographische Analyse des Massivs

Die Hornisgrinde ist mit 1164 m ü. NN die höchste Erhebung des Nordschwarzwalds und bildet ein markantes Hochplateau, das geologisch durch den Übergang von Buntsandstein zu den tiefer liegenden Granitschichten geprägt ist. Der für den Gleitschirmsport genutzte Ausläufer, der Katzenkopf (1123 m ü. NN), liegt unmittelbar südwestlich des Hauptgipfels und bietet eine natürliche Rampe in das tief eingeschnittene Achertal.  

Die morphologische Beschaffenheit des Plateaus, oft als "Grinde" bezeichnet, ist durch baumlose Heide- und Moorlandschaften charakterisiert. Diese Offenflächen sind das Resultat historischer Beweidung und der extremen klimatischen Bedingungen auf dem Gipfel. Für den Piloten bedeutet diese Topographie eine weitgehend laminare Anströmung bei Westwindlagen, da keine unmittelbaren Hindernisse im Luv den Wind verwirbeln. Sobald jedoch die Kante des Katzenkopfs erreicht wird, ändert sich die Strömungsmechanik massiv. Die konvexe Form des Geländes führt zu einer Beschleunigung der Luftmassen an der Abbruchkante, was beim Startvorgang berücksichtigt werden muss.  

Tabelle 1: Geodätische und technische Stammdaten Parameter Spezifikation Startplatz Spezifikation Landeplatz Bezeichnung Katzenkopf Krimmerswald / Sägewerk Koordinaten (Dezimalminuten) N 48° 35' 48.91" / E 8° 11' 46.43" N 48° 35' 24.28" / E 8° 09' 47.95" Höhe (m ü. NN)

1123 m

463 m

Hauptexposition West-Südwest (230° - 280°) Talsohle West Geländebeschaffenheit Naturstart, Felskante, konvex Wiese, talnah, hindernisreich Höhendifferenz 660 m -  

Die vertikale Dimension des Geländes ist im Kontext des Schwarzwalds als signifikant einzustufen. Während benachbarte Gebiete wie der Stöckerkopf in Baiersbronn lediglich ca. 220 Höhenmeter bieten, ermöglicht die Hornisgrinde durch ihre 660 Meter ein deutlich größeres Zeitfenster für die Thermiksuche und die Navigation zum weit entfernten Landeplatz.  

Infrastruktur, Logistik und Zugang zum Gelände

Die logistische Erschließung der Hornisgrinde erfolgt primär über die Schwarzwaldhochstraße (B500), eine der bekanntesten Panoramastraßen Deutschlands. Die verkehrstechnische Anbindung ist exzellent, stellt jedoch aufgrund des hohen touristischen Aufkommens am Wochenende eine Herausforderung für die Parkraumplanung dar.

Erreichbarkeit und Parkraummanagement

Der zentrale Anlaufpunkt für Piloten ist der Parkplatz am Mummelsee. Von hier aus führt der Zugang zum Startplatz ausschließlich über Wanderwege. Es existiert keine Bergbahn oder ein öffentlicher Shuttle-Dienst, der Gleitschirmpiloten direkt zum Katzenkopf befördert. Diese "Hike-to-Fly"-Komponente filtert bereits im Vorfeld einen Teil der Piloten aus und trägt zur relativen Exklusivität des Geländes bei.  

Für den Landeplatz in Krimmerswald steht eine Parkfläche am örtlichen Sägewerk zur Verfügung. Es ist strikt untersagt, die Landewiese direkt mit Fahrzeugen zu befahren. Die Parkordnung wird streng kontrolliert, da die Flächen in landwirtschaftlicher oder gewerblicher Nutzung stehen. Ein Verstoß gegen diese Regeln gefährdet die langfristige Pacht des Geländes durch den Verein.  

Der physische Zugang zum Startplatz

Der Fußweg vom Mummelsee zum Katzenkopf nimmt etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch, abhängig von der körperlichen Fitness und dem Gewicht der Ausrüstung. Der Weg führt stetig bergauf durch bewaldetes und später offenes Gelände. Piloten sollten beachten, dass das gesamte Gipfelplateau der Hornisgrinde ökologisch sensibel ist. Ein Verlassen der markierten Wege ist aus Naturschutzgründen nicht gestattet. Die Ausrüstung wird üblicherweise in einem Rucksack transportiert, der ca. 15 kg wiegt, was der Standardlast für moderne Gleitschirmausrüstungen entspricht.  

Tabelle 2: Logistische Übersicht Merkmal Detailbeschreibung Hinweis für Piloten Primärer Parkplatz

Mummelsee (B500)

Frühzeitige Anreise empfohlen (Tourismus-Hotspot) Landeplatz-Parkplatz

Sägewerk Krimmerswald

Nur markierte Flächen nutzen Aufstieg Fußweg ab Mummelsee Dauer ca. 15-20 Min, moderat anstrengend Shuttle / Lift Nicht vorhanden Eigenlogistik oder PKW-Versatz erforderlich Nächste Bergbahn Merkurbergbahn (Baden-Baden)

Nur als Ausweichgelände relevant

  Meteorologische Flugbedingungen und aerodynamische Besonderheiten

Die meteorologische Beurteilung der Hornisgrinde erfordert ein Verständnis der großräumigen Strömungsmuster über dem Oberrheingraben. Die Hornisgrinde fungiert als erste große Barriere für die feucht-milden Luftmassen aus Westen. Dies führt zu spezifischen Phänomenen, die sowohl die Flugsicherheit als auch die thermische Güte beeinflussen.

Windrichtungen und Gefahrenpotenziale

Die optimale Windrichtung für den Start am Katzenkopf liegt zwischen 230° und 280°. Bei diesen Richtungen wird der Hang direkt angeströmt. Eine kritische Gefahr stellt Nord- oder Nordostwind dar. Da die Hauptkuppe der Hornisgrinde nördlich des Katzenkopfs liegt, gerät der Startplatz bei Nordwind in ein massives Lee. Die Turbulenzen in einem solchen Lee können am Startplatz durch kleinräumige Wirbel als "aufsteigend" missinterpretiert werden, während wenige Meter vor der Kante starke Abwinde und Rotoren herrschen.  

Ein weiteres Phänomen ist der Talwind des Rheintals. An sonnigen Tagen entwickelt sich ein starker Luftstrom aus südwestlichen Richtungen, der die Schwarzwaldhänge hinaufzieht. Dieser dynamische Aufwind kann sich mit der thermischen Ablösung kombinieren, was zu sehr sportlichen Bedingungen am Startplatz führt. Übersteigt die Windgeschwindigkeit am Startplatz 10 km/h, ist der Flugbetrieb für Gleitschirme gemäß Geländeordnung einzustellen. Diese niedrige Grenze ist dem Umstand geschuldet, dass der Startplatz bei Starkwind aufgrund der Kantenbeschleunigung kaum sicher zu händeln ist.  

Thermische Zyklen und saisonale Aspekte

Die Thermik am Katzenkopf ist stark von der Sonneneinstrahlung auf die Westflanken abhängig. Typischerweise beginnen die ersten Ablösungen ab ca. 11:00 Uhr Ortszeit, wenn die Sonne weit genug gewandert ist, um die Felsvorsprünge unterhalb des Startplatzes zu erwärmen. Im Frühjahr (April bis Juni) ist die Thermik oft am kräftigsten, da die Temperaturdifferenz zwischen dem kalten Boden (evtl. Restschnee auf dem Plateau) und der intensiven Sonneneinstrahlung am größten ist.  

Tabelle 3: Wind- und Wetter-Checkliste Parameter Idealzustand Warnsignal / Limit Windgeschwindigkeit

5 - 8 km/h

> 10 km/h (Einstellkriterium)

Windrichtung 250° (West-Südwest)

Nord, Nordost, Südost (Lee-Gefahr)

Wolkenbasis > 1500 m ü. NN Basis auf Gipfelniveau (Nebel/Wolkenflug) Thermikbeginn Ab 11:00 Uhr Vorherrschende Inversionslage (kein Steigen)   Flugpraxis: Startvorgang, Navigation und Landung

Der Flug an der Hornisgrinde lässt sich in drei kritische Phasen unterteilen: Den Kantenstart, die Waldquerung und den Talflug mit anschließender Landung.

Die Herausforderung des Kantenstarts

Der Startplatz am Katzenkopf ist kein einfacher Wiesenhang. Die Abbruchkante ist felsig und steil. Vor dem Start muss eine imaginäre oder durch den Verein markierte Linie festgelegt werden, die den spätesten Punkt für einen Startabbruch markiert. Da der Schirm beim Aufziehen durch die Kantenbeschleunigung (Venting-Effekt) zum Überschießen neigen kann, ist eine saubere Kontrollphase des Segels über dem Kopf überlebenswichtig. Ein Pilot, der ohne volle Kontrolle über die Kante stolpert, riskiert eine Kollision mit den Felsen unmittelbar unterhalb des Startplatzes.  

Die Waldquerung: Psychologie und Gleitwinkel

Nach dem Abheben befindet sich der Pilot über einer geschlossenen Walddecke. Die offizielle Geländebeschreibung warnt unmissverständlich: "Weite über viel Wald führende Strecke zum Landeplatz. Kaum Notlandemöglichkeiten". Bei einer Gleitleistung von ca. 1:8, die ein moderner Gleitschirm bietet, bedeutet dies, dass bei 660 Metern Höhendifferenz theoretisch ca. 5,2 km Strecke überbrückt werden können. Die Entfernung zum Landeplatz Krimmerswald beträgt Luftlinie ca. 3 km, was unter normalen Bedingungen einen ausreichenden Sicherheitspuffer darstellt. Dennoch können starkes Sinken oder Gegenwind diesen Puffer schnell aufbrauchen.  

Es ist eine goldene Regel der Hornisgrinde-Piloten, nicht "bis zum letzten Meter" nach Thermik zu suchen, wenn man tief über dem Wald ist. Sobald die Höhe unter einen kritischen Wert sinkt, muss der direkte Kurs zum Landeplatz Priorität haben. Außenlandungen im Baumwipfel sind aufgrund der Dichte des Schwarzwalds extrem gefährlich und ziehen aufwendige Bergungsaktionen nach sich.  

Landung in Krimmerswald: Hindernisse und Wind

Der Landeplatz liegt auf einer Höhe von 463 m ü. NN. Er ist charakterisiert durch die Nähe zum Sägewerk und anderen Hindernissen wie Stromleitungen und Bäumen am Rand der Landewiese. Es wird eine Rechtslandevolte geflogen. Besonders an thermischen Tagen kann es am Landeplatz zu Turbulenzen durch Ablösungen im Tal kommen. Unerfahrene Piloten sollten daher die ruhigeren Abendstunden für ihre ersten Flüge wählen.  

Streckenflugpotential (XC) und Luftraumstruktur

Die Hornisgrinde ist nicht nur für lokale Abgleiter bekannt, sondern dient als strategisches Sprungbrett für Streckenflüge.

XC-Routen und Taktik

Erfolgreiche Streckenflüge führen meist in Richtung Südosten entlang der Schwarzwald-Hauptkante. Ein beliebtes Ziel ist der Kniebis oder weiter südlich der Bereich um Freudenstadt. Die Herausforderung besteht darin, nach dem Start am Katzenkopf schnell Anschluss an die erste tragende Thermik zu finden, um die notwendige Überhöhung für den Sprung über das Murgtal oder tiefer in den Schwarzwald zu gewinnen.  

In der DHV-XC Datenbank finden sich zahlreiche Flüge, die das Potential des Nordschwarzwalds belegen. Obwohl Flüge über 100 km in dieser Region aufgrund der schwierigen Topographie (viel Wald, wenige Landewiesen im Vergleich zu den Alpen) als anspruchsvoll gelten, bietet die Hornisgrinde oft die nötige Basis für große Dreiecke oder freie Strecken in Richtung Schwäbische Alb.  

Luftraumbeschränkungen

Die Luftraumstruktur um die Hornisgrinde wird maßgeblich durch den nahegelegenen Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (EDSBR) beeinflusst. Piloten müssen die aktuellen ICAO-Karten konsultieren, um die Grenzen der Kontrollzone und der Lufträume C und D zu beachten. Ein unerlaubtes Einfliegen in die Kontrollzone gefährdet nicht nur den Flugverkehr, sondern führt unweigerlich zum Entzug der Geländeerlaubnis durch die Luftaufsicht.  

Zusätzlich gibt es militärische Tieffluggebiete. Sicherheitsmitteilungen des DHV weisen darauf hin, dass Militärmaschinen oft in Höhen von nur 300 m über Grund (1000 Fuß AGL) operieren, insbesondere in Nord-Süd-Richtung entlang des Murgtals. Piloten sollten bei Sichtung solcher Maschinen ihren Kurs beibehalten und keinesfalls versuchen, den Flugweg zu kreuzen, um Wirbelschleppen zu vermeiden.  

Geheimtipps und lokale Expertise: Der Mehrwert für Gastpiloten

Das Wissen der lokalen Piloten ("Locals") ist oft entscheidender als jeder Datenbankeintrag. Hier sind die Details, die man nur im Gespräch am Landeplatz erfährt.

Die besten Thermikquellen

Abseits der Hauptflanke am Katzenkopf gibt es zwei zuverlässige Triggerpunkte:

Die "Sonnenterrasse" südlich der Hornisgrinde: Ein kleiner Felsvorsprung, der oft die erste Thermik des Tages ablöst, noch bevor der Katzenkopf selbst "zieht".

Das "Sägewerk-Thermometer": Über dem Landeplatz in Krimmerswald bilden sich oft kleine, enge Bärte durch die Hitzeentwicklung auf den Asphalt- und Dachflächen der Industriebauten. Wer hier tief ankommt, kann manchmal noch einen "Low Save" erleben, sollte aber die Hinderniskulisse niemals aus den Augen verlieren.

Webcams und digitale Vorbereitung

Lokale Experten nutzen eine Kombination aus mehreren Webcams, um das "Wetter-Puzzle" zusammenzusetzen:

Webcam Grindehütte: Hier lässt sich die Windfahne direkt am Gipfel beobachten. Zeigt sie nach Nord, bleibt der Schirm im Auto.  

Webcam Seibelseckle: Diese Kamera ist ideal, um die Höhe der Wolkenuntergrenze (Basis) abzuschätzen. Wenn das Seibelseckle (ca. 950 m) in den Wolken liegt, ist auch die Hornisgrinde (1164 m) im Nebel.  

Wetterstation der Windeckfalken: Obwohl diese Station am Sodkopf steht, liefert sie wertvolle Referenzwerte für das Murgtal-Windsystem, das oft zeitversetzt auf die Hornisgrinde durchgreift.  

Fehlervermeidung für Neulinge

Ein häufiger Fehler ist das Ignorieren des Windes am Landeplatz. Da dieser durch die Talform kanalisiert wird, kann er um 90 Grad zum Wind am Startplatz gedreht sein. Ein Blick auf den Windsack am Sägewerk ist beim Einflug in die Positionsschleife zwingend. Zudem unterschätzen viele Piloten die "Leewalze" hinter der Abbruchkante des Katzenkopfs bei zu starkem Wind. Der Schirm wird dann nicht sauber aufgezogen, sondern regelrecht in die Luft "geschossen", was oft zu Fehlstarts führt.  

Rechtliche Rahmenbedingungen, Verein und Regeln

Das Fliegen an der Hornisgrinde ist kein rechtsfreier Raum, sondern unterliegt strengen gesetzlichen und vereinsinternen Bestimmungen.

Der Geländehalter: Drachen- und Gleitschirmverein Baiersbronn e.V.

Der Verein trägt die Verantwortung für die Sicherheit und den Erhalt des Geländes. Gastflieger sind grundsätzlich willkommen, müssen jedoch zwingend eine Einweisung erhalten. Diese Einweisung dient dazu, die Piloten auf die besonderen Gefahren (Waldquerung, Felskante, Windlimits) hinzuweisen.  

Gastflugregelung und Tageskarten

Seit Juni 2020 gibt es eine verschärfte Gastflugregelung. Piloten müssen sich vorab per E-Mail anmelden. Es sind pro Tag maximal 10 Gastflieger zugelassen.  

Anmeldung: info@baiersbronner-flieger.de mit Angabe von Name, Datum und Fluggebiet.  

Tageskarten: Erhältlich in der Pizzeria Stöckeralm am Landeplatz oder bei anwesenden Vereinsmitgliedern. Eine Tageskarte ist auch dann obligatorisch, wenn man sich nach dem Aufstieg aufgrund der Bedingungen gegen einen Start entscheidet.  

Lizenz: Für Gäste ist der B-Schein (unbeschränkter Luftfahrerschein) Voraussetzung.  

Tabelle 4: Rechtliche und administrative Checkliste Erfordernis Status für Gäste Rechtsgrundlage / Quelle Luftfahrerschein

B-Schein zwingend

Geländeordnung DHV / Verein Einweisung

Obligatorisch vor Erstflug

§ 25 LuftVG

Haftpflichtversicherung Gültiger Nachweis erforderlich Gesetzliche Vorgabe Startgebühr

3 - 5 Euro (Tageskarte)

Vereinssatzung Anmeldung

Per Mail vorab

Gastflugregelung 2020   Sicherheit und Notfallmanagement

Ein verantwortungsbewusster Pilot bereitet sich auf den Ernstfall vor. Im Gelände Hornisgrinde-Katzenkopf bedeutet das primär die Vorbereitung auf eine Baumlandung.

Baumlandungen: Das wahrscheinlichste Szenario

Da die Flugstrecke fast ausschließlich über Wald führt, ist das Risiko einer Baumlandung bei technischem Defekt oder massiven Abwinden real. Piloten sollten im Gurtzeug immer ein Rettungsset (Abseilschnur, Pfeife) mitführen. Im Falle einer Baumlandung ist der Verein unverzüglich zu informieren, um eine professionelle Bergung durch die Bergwacht Schwarzwald einzuleiten. Eigenmächtige Rettungsversuche in 30 Metern Höhe sind lebensgefährlich.

Notfallkontakte und Notruf

Der allgemeine Notruf 112 ist der erste Ansprechpartner. Da der Handyempfang auf dem Plateau gut, in den tiefen Talschluchten jedoch lückenhaft sein kann, sollten Piloten ihre GPS-Position (Koordinaten) parat haben.

Rettungsleitstelle: 112

Polizei Seebach: 110

Flugschule Sky-Team (Gernsbach): +49 (0)7224 657983 (für allgemeine Rückfragen zur Region)  

Kulinarik und Übernachtung: Das "Après-Fly"

Ein gelungener Flugtag endet nicht am Landeplatz, sondern bei regionalen Spezialitäten und im Austausch mit Gleichgesinnten.

Einkehr und Gastronomie

Grindehütte: Direkt am Gipfelplateau gelegen. Sie bietet eine fantastische Aussicht und ist der ideale Ort, um auf die passenden Windbedingungen zu warten oder nach dem Flug den Tag Revue passieren zu lassen.  

Pizzeria Stöckeralm: Gelegen in Baiersbronn am Landeplatz des Stöckerkopfs. Obwohl dies ein anderes Teilgelände des Vereins ist, ist es das inoffizielle Hauptquartier der lokalen Fliegerszene. Hier gibt es auch die Tageskarten.  

Mummelsee-Hotel: Ein Klassiker für Touristen, bietet aber auch hochwertige Gastronomie direkt am Einstiegspunkt zum Wanderweg.  

Übernachtungsmöglichkeiten

Für Piloten, die eine längere Reise planen, bietet der Nordschwarzwald eine breite Palette:

Camping: Diverse Plätze im Murgtal (z.B. in Forbach oder Gernsbach).

Hotels: Das "Romantiklandhaus Hazienda" in Gernsbach hat eine lange Tradition in der Beherbergung von Gleitschirmpiloten und ist eng mit der lokalen Flugschule verknüpft.  

Ferienwohnungen: In Seebach und Sasbachwalden finden sich zahlreiche preiswerte Unterkünfte, die oft von Privatpersonen vermietet werden, die dem Flugsport wohlgesonnen sind.

Alternative Fluggebiete bei falscher Windrichtung

Sollte der Wind an der Hornisgrinde nicht passen, bietet der Nordschwarzwald exzellente Ausweichmöglichkeiten:

Sasbachwalden-Schloßberg: Nur 3,5 km entfernt, bietet oft ähnliche Bedingungen, ist aber manchmal weniger thermisch aktiv als die Hornisgrinde.  

Lauf: Ca. 4 km entfernt, ebenfalls für Westwindlagen geeignet.  

Merkur (Baden-Baden): Ein Top-Gelände mit Bergbahnanschluss, ideal wenn man es komfortabler mag.  

Teufelsmühle (Loffenau): Ein legendäres Drachen- und Gleitschirmgelände für West-Südwest-Lagen, bekannt für seine exzellente Thermik.  

Schlussbetrachtung und Handlungsempfehlung

Das Fluggelände Hornisgrinde-Katzenkopf ist weit mehr als nur ein weiterer Startplatz im Schwarzwald. Es ist ein Naturerlebnis, das höchste Anforderungen an die Eigenverantwortung und das fliegerische Können stellt. Die Kombination aus der exponierten Hochlage, der technisch anspruchsvollen Kante und der psychologischen Hürde der Waldquerung macht jeden Flug zu einer besonderen Leistung.

Für Piloten, die dieses Gelände sicher befliegen wollen, gilt: Die Natur gibt den Takt vor. Wer die Windlimits achtet, die Einweisung ernst nimmt und den Landeplatz rechtzeitig ansteuert, wird mit einem Panorama und einer Flugdynamik belohnt, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Die Hornisgrinde bleibt der "König des Nordschwarzwalds" – majestätisch, aber unnachgiebig gegenüber Fehlern. Eine akribische Vorbereitung unter Nutzung aller digitalen Hilfsmittel wie Webcams und Wetterstationen ist der Schlüssel zum Erfolg in diesem faszinierenden Revier.

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