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Giggijoch

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:46.9792°N, 10.9755°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Giggijoch Startplatz

Start
Höhe2291m ü. M.
Koord.46.9792, 10.9755
WindNO-SO
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Gaislachkogel Landeplatz 2

Landung
Höhe1346m ü. M.
Koord.46.9765, 11.0105
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Giggijoch-Kompendium: Eine aerologische und logistische Tiefenanalyse für den anspruchsvollen Gleitschirmpiloten

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Einleitung: Die doppelte Identität des Giggijochs

In der Welt des alpinen Gleitschirmfliegens gibt es Fluggebiete, die wie offene Bücher sind – vorhersehbar, fehlerverzeihend und konsistent. Und dann gibt es das Giggijoch im Tiroler Ötztal. Wer diesen Startplatz lediglich als "DHV-Gelände Nr. 1451" betrachtet, übersieht die komplexe aerologische Persönlichkeit dieses Berges. Das Giggijoch ist ein fliegerisches Janusgesicht: Im Winter präsentiert es sich als einer der zugänglichsten und spaßigsten "Ski & Fly"-Spielplätze der Alpen, eine weiße Arena für mühelose Touch-and-Go-Manöver und genussvolle Gleitflüge über verschneite Zirbenwälder. Doch sobald der Schnee schmilzt und die kräftige Sommersonne die dunklen Felsflanken des Ötztals aufheizt, verwandelt sich das Gelände. Es wird zu einem taktisch anspruchsvollen Einstiegspunkt in eines der mächtigsten Talwindsysteme Österreichs, das Respekt, präzises Timing und fundiertes meteorologisches Verständnis erfordert.  

Dieser Report dient nicht als bloße Auflistung von GPS-Daten. Er ist eine operative Studie für den ernsthaften Piloten – vom ambitionierten Genussflieger bis zum Streckencrack –, der verstehen will, wie die Luftmassen im Söldener Kessel interagieren, warum der Talwind hier eine eigene physikalische Gewalt darstellt und wie man die logistische Infrastruktur der Bergbahnen Sölden für maximale Flugausbeute nutzt. Wir verlassen die Oberfläche der offiziellen Broschüren und tauchen ein in die Realität der lokalen Strömungen, der thermischen Triggerpunkte und der ungeschriebenen Gesetze des Ötztals.

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Geographische und Topographische Einordnung

Um das Fluggebiet zu meistern, muss man zunächst die Bühne verstehen, auf der man sich bewegt. Sölden liegt im Herzen des Ötztals, einem der längsten Quertäler der Ostalpen, das sich von Norden nach Süden in den Alpenhauptkamm hineinfrisst.

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Die Kessellage

Das Giggijoch liegt auf einer Höhe von 2.283 m (Bergstation) bis 2.291 m (Startplatz). Anders als der markante, pyramidenförmige Gaislachkogl (3.058 m), der südlich gegenüberliegt und wie ein Wächter das Tal überragt, ist das Giggijoch ein weites, schulterartiges Plateau an der Ostflanke des Tals. Diese Topographie hat entscheidende Konsequenzen für den Luftstrom:  

Die Düsenwirkung: Sölden fungiert als aerodynamische Engstelle. Die Luftmassen, die vom weiten Inntal und dem vorderen Ötztal (Bereich Ötz/Umhausen) einströmen, werden hier komprimiert, bevor sie in die noch engeren Täler Richtung Gurgl und Vent gepresst werden. Das Giggijoch liegt genau an der Flanke dieser Engstelle.

Exposition: Der Startplatz ist primär nach Westen (W) und Nordwesten (NW) ausgerichtet. Dies bedeutet, dass er direkt in den Haupttalwind blickt. Während dies für Soaring-Bedingungen ideal klingen mag, sorgt die Stärke des Talwinds im Sommer oft dafür, dass der "Laminare Aufwind" schnell in "unfliegbaren Starkwind" umschlägt.  

Gletscher-Nachbarschaft: Im Südwesten liegen die riesigen Eismassen des Rettenbach- und Tiefenbachferners. Diese Kältereservoirs sind nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern meteorologische Akteure. Sie produzieren abendliche Katabat-Winde (Gletscherabwinde), die quer durch das Tal schießen und das Giggijoch oft aus dem Nichts mit Turbulenzen beaufschlagen.

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Infrastruktur und Logistik: Der Zugang zur Höhe

Ein entscheidender Vorteil von Sölden gegenüber puristischeren Fluggebieten ist die hochindustrialisierte Infrastruktur. Hier wurde über Jahrzehnte ein Transportsystem perfektioniert, das Tausende von Wintersportlern bewegt – und Gleitschirmpiloten können diese "Muskeln" der Bergbahnen für sich nutzen.

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Die Giggijochbahn: Ein technologisches Kraftwerk

Der Zubringer der Wahl ist die 2016 neu errichtete Giggijochbahn. Es handelt sich um eine Einseilumlaufbahn (10-EUB) der absoluten Spitzenklasse, die in der Pilotenlogistik neue Maßstäbe setzt.

Technisches Merkmal Spezifikation Relevanz für den Piloten Talstation 1.362 m Liegt bereits hoch; geringere Luftdichte als im Flachland, was Startlauf bei Landungen im Tal (falls Top-Landing nicht möglich) beeinflusst. Bergstation 2.283 m Überwindung von 921 Höhenmetern in Rekordzeit. Fahrzeit ca. 9 Minuten

Die extrem kurze Fahrzeit (bei 6,5 m/s) ermöglicht im Winter eine hohe Flugfrequenz. 5-6 Flüge pro Vormittag sind realistisch.

Kapazität 4.500 Personen/h

Wartezeiten existieren praktisch nicht. Selbst an starken Skitagen "schluckt" die Bahn die Massen. Für Piloten bedeutet das: Kein Stress beim Packen, die nächste Gondel kommt sofort.

Kabinenkomfort 10er-Kabinen Die Kabinen sind breit und ebenerdig begehbar (Level Walk-In). Das ist entscheidend für Piloten mit voluminöser XC-Ausrüstung oder Tandemschirmen – das "Reinstopfen" des Equipments entfällt.  

Betriebszeiten: Die Bahn operiert im Winter strikt von 08:00 bis 16:00 Uhr (letzte Talfahrt 16:45 Uhr). Im Sommer variieren die Zeiten leicht, meist ist der Start ab Mitte Juni bis Anfang Oktober möglich. Insider-Tipp: Nutzen Sie die erste Bahn um 08:00 Uhr! Besonders im Sommer (siehe Abschnitt Meteorologie) ist das Flugfenster am Giggijoch oft auf den Vormittag beschränkt. Wer erst um 11:00 Uhr hochfährt, riskiert, nur noch dem Talwind beim Rauschen zuzusehen.

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Ticket-Ökonomie und Parkstrategie

Das Fliegen in einem Premium-Skigebiet hat seinen Preis, aber es gibt Wege, die Kosten zu optimieren.

Einzelfahrten: Eine Berg- und Talfahrt kostet für Erwachsene ca. 26,50 €. Das ist für einen einzelnen "Abgleiter" nicht günstig.  

Saisonkarten & Summer Card: Für Vielflieger oder Urlauber, die länger im Ötztal bleiben, ist die Ötztal Summer Card (bzw. Inside Card) quasi obligatorisch. Sie inkludiert oft eine Berg- und Talfahrt pro Tag, was den "Morgenflug" quasi kostenlos macht.  

Parken: Das Giggijoch verfügt über ein riesiges Parkhaus direkt an der Talstation. Es ist gebührenpflichtig, aber bietet direkten, trockenen Zugang zur Bahn via Rolltreppen.  

Logistik-Falle: Wenn Sie am offiziellen Landeplatz (Windau, nahe Gaislachkogl) landen, sind Sie ca. 1,5 km vom Auto am Giggijoch entfernt. In Skischuhen und mit 20 kg Ausrüstung ist das kein Spaß. Nutzen Sie die kostenlosen Skibusse (im Winter alle 10-20 Min), die genau zwischen Gaislachkogl- und Giggijochbahn pendeln.

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Der Startplatz: Analyse und saisonale Metamorphose

Der Startplatz am Giggijoch ist ein Paradebeispiel dafür, wie Schnee die Topographie "glättet". Was im Sommer eine alpine Wiese mit Felsdurchsetzugen ist, wird im Winter zur perfekten Rampe.

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Technische Daten

Koordinaten: N 46°58'44.95", E 10°58'31.76".  

Lage: Etwa 400 Meter nördlich der Bergstation. Man verlässt die Station, geht (oder fährt mit Skiern) ein kurzes Stück die Piste hinab in eine leichte Mulde und steigt dann minimal zu einem kleinen Plateau auf.  

Ausrichtung: West (W) bis Nord-West (NW). Start Richtung Südwest ist möglich, aber man startet dann direkter Richtung Gletscherwind.

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Winter-Modus: "Ski & Fly"

Im Winter ist das Giggijoch das Einsteiger- und Genussfluggebiet des Ötztals.

Untergrund: Präparierte Piste oder Tiefschnee.

Starttechnik:

Mit Skiern: Dies ist die empfohlene Methode. Der Start ist, wie lokale Piloten im Forum berichten, "kinderleicht". Man klickt den Schirm ein, kontrolliert die Leinen (Vorsicht vor Stahlkanten anderer Skifahrer!), und fährt einfach im Schuss den Hang hinunter.  

Nullwind-Starts: Im Winter herrscht oft Hochdruck mit Windstille. Auf 2.300 m ist die Luft dünn. Zu Fuß müsste man hier extrem schnell rennen. Mit Skiern generiert man den nötigen Speed mühelos.  

Rückenwind: Leichte katabatische Abflüsse vom Rotkogel im Rücken sind keine Seltenheit. Mit Skiern lässt sich auch das kompensieren, da die Gleitgeschwindigkeit der Skier höher ist als die Abhebegeschwindigkeit des Schirms bei leichtem Rückenwind.

Gefahren: Die größte Gefahr sind nicht Turbulenzen, sondern Skifahrer. Legen Sie Ihren Schirm niemals "blind" auf einer aktiven Piste aus. Ein Carving-Ski schneidet Dyneema-Leinen wie Butter durch – und kann auch den Piloten schwer verletzen. Nutzen Sie Randbereiche und lassen Sie sich idealerweise von einem Partner einweisen, der den Skiverkehr kurz stoppt.

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Sommer-Modus: Der alpine Anspruch

Im Sommer zeigt das Giggijoch Zähne.

Untergrund: Alpine Wiese, teils steinig, durchsetzt mit Murmeltierbauten und Unebenheiten.

Thermik-Einstieg: Der Startplatz selbst ist oft schon thermisch aktiv. Ablösungen kommen impulsiv.

Zeitfenster: Lokale Piloten ("Golden Eagles", Parataxi) betonen immer wieder: Sölden im Sommer ist ein Vormittagsfluggebiet. Ab Mittag (oft schon ab 11:30 Uhr) setzt der Talwind so massiv ein, dass er am Startplatz für extrem böige Verhältnisse sorgt oder sogar eine Leewirkung erzeugt, wenn er über die nördlichen Grate schwappt.

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Meteorologie: Die Windmaschine Ötztal

Wer in Sölden fliegt, fliegt in einem gigantischen thermischen Kraftwerk. Das Verständnis der Windsysteme ist hier keine akademische Übung, sondern Überlebensvoraussetzung.

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Der Ötztaler Talwind (Die "Tal-Düse")

Das Phänomen ist einfach erklärbar, aber gewaltig in seiner Auswirkung:

Mechanismus: Die riesigen Felsmassen des inneren Ötztals (Vent, Gurgl, Similaun) heizen sich tagsüber auf. Die warme Luft steigt auf (Hitzetief). Um dieses Vakuum zu füllen, strömt kühlere Luft aus dem Inntal nach. Da das Ötztal bei Sölden eine Engstelle bildet, wird dieser Wind hier extrem beschleunigt.  

Vertikale Schichtung: Der Talwind fließt nicht nur am Boden. Er baut sich im Tagesverlauf wie eine Flutwelle auf.

Vormittags: Der Talwind reicht vielleicht bis 1.500 m. Am Giggijoch (2.300 m) herrscht noch überregionales Wetter (Gradientwind).

Nachmittags: Die Talwindschicht kann bis auf 2.500 m anwachsen. Das bedeutet, dass der Startplatz Giggijoch voll im Einflussbereich dieser turbulenten, strömenden Luftmasse liegt.

Gefahr: Wenn der überregionale Wind aus Nord kommt, addieren sich Gradientwind und Talwind. Das Ergebnis sind Windgeschwindigkeiten von 40-50 km/h am Startplatz – unfliegbar.  

Die vertikale Ausdehnung des Talwinds ist ein kritischer Faktor. Oft sieht man am Boden in Sölden (1.360 m) bereits starke Winde, während oben noch Ruhe herrscht. Doch diese "Ruhe" ist trügerisch, denn die Grenzschicht (Shear Layer) zwischen Talwind und Höhenwind steigt unaufhörlich. Sobald diese Schicht die Startplatzhöhe erreicht, nehmen Turbulenzen massiv zu. Ein Pilot, der um 11:00 Uhr startet, durchfliegt diese Schicht meist problemlos. Ein Start um 14:00 Uhr kann bedeuten, dass man direkt in die Scherung startet – ein Rezept für Klapper in Bodennähe.

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Der Gletscherwind (Der abendliche Störenfried)

Ein Sölden-Spezifikum ist der Einfluss der Gletscher.

Ursache: Am späten Nachmittag lässt die Thermik nach. Die schwere Kaltluft über dem Rettenbachferner beginnt abzufließen.

Richtung: Dieser Wind kommt aus Südwest/West aus dem Rettenbachtal.

Konflikt: Er trifft im Söldener Talkessel oft rechtwinklig auf den noch aktiven Nord-Talwind.

Ergebnis: Chaotische Windverhältnisse im Landeanflug beim Gaislachkogl. Windsäcke zeigen oft in entgegengesetzte Richtungen (Konvergenzen/Scherungen).

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Die Föhnmauer

Sölden liegt nahe am Alpenhauptkamm. Bei Südföhn stauen sich die Wolken am Kamm (Südtiroler Seite).

Warnsignal: Wenn Sie vom Giggijoch Richtung Süden schauen und über den Bergkämmen (Richtung Timmelsjoch/Gurgl) eine massive Wolkenwand ("Föhnmauer") sehen, die quasi über den Grat schwappt, ist absolutes Flugverbot. Der Föhn kann im Ötztal binnen Minuten bis zum Talboden durchbrechen und erreicht Orkanstärke.

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Landeplätze: Strategie für den Abstieg

Die Wahl des Landeplatzes hängt in Sölden nicht nur von der Präferenz, sondern von der Tageszeit und Jahreszeit ab.

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Landeplatz "Windau" (Der Offizielle)

Lage: Südlich der Gaislachkogl-Talstation, auf der anderen Seite der Ötztaler Ache.  

Charakter: Große Wiese, im Winter tief verschneit.

Sommer-Taktik: Hier zeigt sich der Talwind von seiner wildesten Seite. Da das Tal sich südlich von Sölden verengt, düst der Wind hier oft stark.

Turbulenz: Die Gebäude der Gaislachkoglbahn und der Damm der Ache können bei starkem Nordwind Leewirbel (Rotoren) werfen. Ein aktiver Flugstil im Endanflug ist Pflicht.

Position: Fliegen Sie nicht zu weit nach Süden (talaufwärts) in den "Trichter" hinein. Bleiben Sie auf Höhe der Bahnstation.

Winter-Taktik: Im Winter ist die Luft hier meist ruhig (Laminar). Das Problem ist der Schnee.

Deep Stall Landing: Wenn Sie in Tiefschnee landen, bremsen Sie den Schirm im Endanflug maximal aus (Flare), um möglichst sanft aufzusetzen. Ein harter Aufprall oder "Reinlaufen" ist im hüfttiefen Schnee unmöglich und endet oft mit einem "Faceplant".

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Landeplatz "Shell Tankstelle" (Die Giggijoch-Option)

Lage: Am nördlichen Ortseingang von Sölden, nahe der Giggijochbahn-Talstation und der Shell-Tankstelle.  

Vorteil: Logistisch unschlagbar. Man landet quasi neben dem Auto (Parkhaus) und der Bahn. Perfekt für "Touch-and-Go" Sessions im Winter.

Einschränkung: Im Sommer oft landwirtschaftlich genutzt (hohes Gras). Achten Sie strikt auf Landeverbots-Schilder oder fragen Sie bei Parataxi Sölden nach dem Mäh-Status. Landen im hohen Gras verärgert die Bauern und gefährdet das Fluggebiet.  

Hindernisse: Hier verlaufen Stromleitungen und die Bundesstraße ist nah. Präzision ist gefordert.

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Top-Landing (Der Sommer-Notausgang)

Eine oft übersehene, aber von Locals im Sommer favorisierte Taktik: Nicht landen. Zumindest nicht im Tal.

Warum? Wenn um 14:00 Uhr der Talwind unten mit 40 km/h hackt, ist es oben am Giggijoch oft noch fliegbar (oder zumindest der Wind laminarer).

Technik: Das Plateau bietet riesige Flächen. Ein Top-Landing erspart den Kampf durch die Windscherung und den stressigen Talwind-Landeanflug. Es erfordert aber Beherrschung des Schirms und gute Einschätzung der thermischen Ablösungen am Plateau.

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Cross-Country (XC) Potenzial: Das "Goldene Dreieck"

Während der Gaislachkogl oft als der "höhere" Startplatz gilt, ist das Giggijoch der intelligentere Startpunkt für bestimmte Streckenflugaufgaben, insbesondere für Flüge Richtung Norden (Inntal).

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Die Route nach Norden (Outbound)

Der klassische Flug vom Giggijoch führt entlang der östlichen Talseite Richtung Norden.

Start: Früh (spätestens 10:30/11:00 Uhr).

Der Bart am Rotkogel: Direkt hinter dem Startplatz zieht sich der Grat zum Rotkogel hoch. Hier steht meist der erste "Hausbart". Er ist der Lift in die Freiheit. Ohne Basishöhe hier (min. 2.800 m) wird der Sprung nach Norden schwer.

Die Ostflanke: Man fliegt die Kämme Richtung Gampe Thaya, Haimbachjoch und weiter Richtung Hochoetz.

Tschirgant: Am Ausgang des Ötztals wartet das Tschirgant-Massiv. Es ist ein gigantischer Thermik-Kollektor. Von hier aus öffnet sich das Inntal: Westwärts zum Arlberg oder Ostwärts Richtung Innsbruck.

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Die Rückkehr-Falle (Die "Längenfeld-Spülung")

Viele Piloten fliegen erfolgreich raus, scheitern aber am Rückweg.

Das Problem: Wer am Nachmittag zurück nach Sölden will, fliegt gegen den voll etablierten Talwind.

Die Falle: Wer zu tief sinkt (unter Gratniveau), gerät in den "Düseneffekt" des Tals. Bei Längenfeld oder Huben werden Piloten oft gnadenlos "gespült" – sie stehen in der Luft oder fliegen rückwärts, obwohl sie vorwärts wollen.

Die Lösung: Höhe ist alles. Man muss den Rückweg über die hohen Gipfel (Acherkogel, Stuibenfall) antreten und darf sich nicht verleiten lassen, in die Talmitte zu fliegen. Man muss quasi auf den "Schultern" des Tals surfen, oberhalb der Talwindschicht.

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Insider-Tipps & "Geheimtipps"

Diese Informationen finden Sie auf keiner Panoramakarte. Sie stammen aus Gesprächen mit Locals und jahrelanger Beobachtung.

Der "Parataxi"-Joker: Der wichtigste Kontakt in Sölden ist nicht das Tourismusbüro, sondern Johannes "Hannes" Calcus von Parataxi Sölden.

Warum? Hannes fliegt hier jeden Tag, Winter wie Sommer. Er kennt die Launen des Gletscherwinds besser als jede App.

Tipp: Rufen Sie ihn an oder besuchen Sie ihn (oft am Gaislachkogl anzutreffen) für ein kurzes Briefing. Er ist bekannt dafür, Gastpiloten gegenüber sehr hilfsbereit zu sein und vor "faulen" Tagen zu warnen.  

Die Winter-Thermik-Überraschung: Unterschätzen Sie den Februar nicht! Sölden hat viele dunkle Felsflächen, die aus dem Schnee ragen. Diese heizen sich bei direkter Sonneneinstrahlung extrem auf.

Realität: Selbst bei -10°C Lufttemperatur können Sie im Februar Bärte mit 4 m/s integriert finden.

Gear-Check: Wer hier aufdreht, friert schnell. Beheizbare Handschuhe sind kein Luxus, sondern Sicherheitsausrüstung. Wer seine Finger nicht mehr spürt, kann den Bremgriff nicht mehr feinfühlig bedienen.  

Die "Camping-Basis": Für Piloten mit Camper/Bus ist der Camping Sölden ein strategischer Goldgriff.

Lage: Er liegt in direkter Nähe zur Gaislachkoglbahn und dem Landeplatz Windau.  

Vorteil: Sie landen quasi vor dem Vorzelt. Morgens laufen Sie 200m zur Bahn, fahren hoch, queren oben evtl. zum Giggijoch oder fliegen direkt vom Gaislachkogl. Das spart Parkgebühren und Logistik-Stress.

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Luftraum und Segelflieger

Sölden liegt im freien Luftraum (Klasse G/E), aber:

Innsbruck CTR: Wer weit nach Norden ins Inntal fliegt, nähert sich der Kontrollzone von Innsbruck. Diese ist für Gleitschirme tabu (außer spezielle Segelflugsektoren sind aktiv, was via Funk zu prüfen wäre).

Traffic: Das Ötztal ist eine Rennstrecke für Segelflieger. Ein dünnes Seil ist in der Luft kaum zu sehen. Helle Segelflugzeuge vor hellem Gletscherhintergrund sind schwer auszumachen. See and Avoid ist hier überlebenswichtig.

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Pistenregeln (FIS & Luftrecht)

Bei Starts im Skigebiet gelten hybride Regeln:

Vorrang: Auf dem Schnee hat der Skifahrer Vorrang. Spannen Sie keine Leinen quer über Pisten.

Abstand: Halten Sie horizontal und vertikal Abstand zu Seilbahnen (mind. 50m). Ein verwehtes Manöver in ein Seilbahnkabel führt nicht nur zu Lebensgefahr, sondern zu Regressforderungen in Millionenhöhe (Betriebsausfall der Bahn).

Versicherung: In Österreich ist das Mitführen des Versicherungsnachweises (Haftpflicht) und der Lizenz obligatorisch. Kontrollen an Startplätzen sind selten, aber bei Unfällen wird dies als erstes geprüft.

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Fazit: Respekt vor dem Riesen

Das Giggijoch ist kein Berg, den man "abhakt". Es ist ein alpines Lehrstück. Im Winter bietet es einen der spaßigsten und unkompliziertesten Zugänge zum Fliegen, die man in Europa finden kann – perfekt, um Skifahren und Fliegen zu einer Symbiose zu verbinden. Die Logistik ist weltklasse, die Starts sind dank Schneeunterlage einfach.

Im Sommer jedoch verlangt das Giggijoch den ganzen Piloten. Es ist kein Ort für "Feierabendflüge" im klassischen Sinne, da der Feierabend hier dem Talwind gehört. Es ist ein Gebiet für den frühen Vogel, für den Piloten, der die Meteorologie liest, die Zeichen der Wolken am Hauptkamm deutet und die Disziplin besitzt, bei einsetzendem Starkwind auch wieder mit der Bahn ins Tal zu fahren. Wer diese Regeln respektiert, wird mit Flügen belohnt, die an Dramatik und Schönheit kaum zu überbieten sind – hoch über den Gletschern, mit dem Blick bis zur Zugspitze im Norden und den Dolomiten im Süden.

Letzter Check vor dem Start: Blick auf den Windsack am Grat. Blick auf den Patscherkofel-Windwert (Föhn?). Blick auf die Uhr. Passt alles? Dann: Guten Flug!

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