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Detaillierter Piloten-Guide: Fluggebiete Drei Fichten (Vogtland) & Hausstein (Bayerischer Wald) Einleitung: Die aerologische Dichotomie der Region Ostbayern/Vogtland
Die fliegerische Erschließung des südöstlichen Deutschlands präsentiert sich dem Gleitschirm- und Drachenpiloten als eine faszinierende Dualität. Auf der einen Seite steht die technische Präzisionsarbeit des Windenfliegens im sächsischen Vogtland, repräsentiert durch das Gelände Drei Fichten bei Gassenreuth. Auf der anderen Seite fordert die topografische Komplexität des Haussteins (Rusel) im Bayerischen Wald, ein Gelände, das durch seine exponierte „Liftschneise“ und spezifischen Windfenster bekannt ist.
Dieser Bericht fungiert als erschöpfendes technisches Handbuch für Piloten, die diese Region befliegen möchten. Er geht weit über basische Geländebeschreibungen hinaus und analysiert die mikro-meteorologischen Wechselwirkungen, die Sicherheitsarchitektur der Startplätze und die strategische Flugplanung für Streckenflüge (XC). Während „Drei Fichten“ oft als Synonym für strukturierte Ausbildung und den Zugang zur Thermik aus der Ebene steht, repräsentiert der Hausstein die raue, unverzeihliche Seite des Mittelgebirgsfliegens, wo die Grenze zwischen einem perfekten Thermikeinstieg und einem kritischen Startabbruch oft nur durch wenige Grad Winddrehung bestimmt wird.
Die folgende Analyse synthetisiert aktuelle Geländedaten, meteorologische Beobachtungen und die dokumentierten Erfahrungen lokaler Vereine, namentlich der Paragliding Hof/Saale Drachen- u. Gleitschirm-Windengemeinschaft e.V. sowie des Drachen- und Gleitschirmclub Bayerwald e.V. (DGC Bayerwald).
Teil I: Das Schleppgelände „Drei Fichten“ (Gassenreuth)
Das Fluggelände „Drei Fichten“ befindet sich im sächsischen Vogtland in der Gemarkung Gassenreuth (PLZ 08606). Es liegt etwa 500 Meter ortsauswärts auf einem weitläufigen Hochplateau. Diese Lage ist aerologisch signifikant: Im Gegensatz zu Fluggeländen in engen Talkesseln oder an komplexen Hangkanten profitiert dieses Gelände auf 580 m MSL (Mean Sea Level) von einer weitgehend laminaren Anströmung. Das Fehlen signifikanter orografischer Hindernisse in unmittelbarer Nähe reduziert die Gefahr mechanischer Turbulenzen (Lee-Wirkungen) drastisch, was den Standort zu einem der sichersten Ausbildungs- und Übungsgelände der Region macht.
Das Gelände ist als reines Windenschleppgelände konzipiert und verfügt über eine Infrastruktur, die eine Abdeckung nahezu des gesamten Windrosen-Spektrums ermöglicht. Die Ausrichtung der Schleppstrecken ist nicht zufällig, sondern folgt den vorherrschenden Windstatistiken der Region :
Die Primärachse (Ost-West): Mit einer Gesamtlänge von 1000 Metern (effektive Schlepplänge ca. 950 m) stellt diese Bahn das Rückgrat des Flugbetriebs dar. Die enorme Länge ist physikalisch entscheidend: Sie erlaubt dem Windenfahrer, den Schleppzug sanft aufzubauen und auch bei schwachem Gegenwind genügend Energie in das System zu bringen, um signifikante Ausklinkhöhen zu erreichen. Bei idealen Bedingungen (reiner Ost- oder Westwind) sind hier die maximalen Höhengewinne zu realisieren.
Die Sekundärachse (Nord-Süd): Diese Strecke ist mit 600 Metern deutlich kürzer dimensioniert. Sie fungiert als operative Alternative bei meridionalen Strömungslagen (Nord oder Süd). Aufgrund der begrenzten Beschleunigungsstrecke sind die hier erreichbaren Ausklinkhöhen physikalisch limitiert. Piloten müssen sich darauf einstellen, dass die Zeitspanne zur Thermiksuche nach dem Klinken auf dieser Bahn kürzer ist.
Die maximal erreichbare Schlepphöhe (AGL - Above Ground Level) wird in den technischen Daten mit 300 bis 350 Metern angegeben. In der Praxis bedeutet dies, dass Piloten in der Regel in einer Höhe entlassen werden, die oft knapp unterhalb oder im Bereich der ersten thermischen Inversionen liegen kann. Das effiziente Zentrieren unmittelbar nach dem Klinken ist daher erfolgskritisch.
Ein oft unterschätzter Faktor in der Flugvorbereitung ist die pedologische Beschaffenheit des Start- und Landeareals. Das Gelände ist offiziell als Weideland klassifiziert. Diese Klassifizierung zieht mehrere sicherheitsrelevante Konsequenzen nach sich:
Variable Bodenhärte: Der Boden im Vogtland neigt dazu, Feuchtigkeit zu speichern. Besonders in den Übergangsjahreszeiten (Frühjahr/Herbst) oder nach sommerlichen Starkregenereignissen kann der Untergrund signifikant aufweichen. Für Piloten erhöht sich dadurch der Rollwiderstand beim Startlauf (bzw. die Trittsicherheit). Ein festes Schuhwerk mit hohem Schaft ist obligatorisch, um Umknickverletzungen in weichem Geläuf zu vermeiden.
Operative Risiken für den Schleppbetrieb: Weicher Boden kann für die Rückholfahrzeuge oder die mobile Winde (sofern eingesetzt, obwohl Hinweise auf stationären Betrieb existieren ) zum Problem werden. Spurrillen können den Seilrückholvorgang erschweren.
Landwirtschaftliche Koexistenz: Als Weideland unterliegt das Gelände der landwirtschaftlichen Nutzung. Weidezäune, Viehbestand und saisonaler Grasbewuchs sind dynamische Faktoren. Ein nicht gemähtes Feld im Hochsommer kann bei Nullwind-Landungen die "Flare"-Phase erschweren, da das hohe Gras die Bewegung der Beine bremst, bevor der Schirm vollständig stallt. Piloten müssen die aktuelle Mähsituation beachten.
Das Gelände "Drei Fichten" zeichnet sich durch eine bemerkenswerte aerologische Toleranz aus. Laut den Daten des Deutschen Hängegleiterverbands (DHV) ist das Gelände in fast alle Richtungen fliegbar. Dies ist eine Rarität, da die meisten Geländeprofile eine klare Luv- und Lee-Seite besitzen.
Akzeptable Windsektoren: N, NO, O, SO, S, SW, W, NW.
Die "Süd-Komponente": In den Bemerkungen der Geländehalter wird explizit betont: "auch Startrichtung Süd!". Dies ist von strategischer Bedeutung. In vielen Fluggebieten der Region (insb. an Nordhängen des Fichtelgebirges oder Frankenwaldes) führen Südlagen zu unfiegabren Bedingungen. Drei Fichten fungiert hier als essenzieller "Ausweichhafen" für Piloten bei südlichen Strömungen.
Ideale Bedingungen: Aufgrund der Physik des Windenschlepps (Seillänge korreliert mit Ausklinkhöhe) sind Winde, die exakt auf der Ost-West-Achse stehen, zu bevorzugen. Ein reiner Ostwind ermöglicht beispielsweise einen Startlauf gegen den Wind auf der längsten verfügbaren Strecke (1000m), was die Sicherheitsreserven und die Effizienz des Höhengewinns maximiert.
Da "Drei Fichten" auf 580m NN liegt und keine Hangkante für dynamischen Aufwind (Soaring) bietet, ist der Pilot vollständig auf thermische Konvektion angewiesen.
Trigger-Punkte: Die Umgebung ist durch einen Wechsel von Waldstücken ("Fichten"), landwirtschaftlichen Nutzflächen und der Ortschaft Gassenreuth geprägt. Diese Albedo-Unterschiede sind die primären Auslöser für Thermik.
Suchstrategie: Nach dem Ausklinken (Release) in ca. 300m AGL sollte der Pilot nicht ziellos kreisen, sondern gezielt kontrastreiche Bodenmerkmale anfliegen. Waldränder, die im Windschatten liegen und von der Sonne beschienen werden, oder die thermische Ablösung über den Dächern von Gassenreuth sind klassische "Hausbärte" in solchen Lagen. Da oft keine Wolkenbildung in niedrigen Höhen stattfindet ("Blauthermik"), ist ein sensibler Variosensor und genaue Bodenbeobachtung (Vögel, Staub, Blattwerk) unerlässlich.
Das Gelände ist offiziell zertifiziert und unterliegt klaren Betriebsbeschränkungen :
Zugelassene Luftfahrzeuge: Gleitschirme und Hängegleiter.
Betriebsarten: 1-sitzig und Schulung. Dies unterstreicht den gutmütigen Charakter des Geländes. Tandemflugbetrieb wird in den vorliegenden Snippets für dieses spezifische Gelände nicht explizit als Hauptnutzungsart hervorgehoben, ist aber in der Regel in zertifizierten Schleppgeländen möglich, sofern der Verein dies organisiert. Die Snippets erwähnen "1-sitzig / Schulung" explizit.
Schleppverfahren: Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass kein Stufenschlepp durchgeführt wird. Beim Stufenschlepp wird der Pilot in mehreren Phasen (Ziehen - Höhe halten/Umdrehen - Ziehen) auf Höhe gebracht. Das Fehlen dieser Option bedeutet, dass der Höhengewinn in einem einzigen, kontinuierlichen Zug erfolgen muss. Dies reduziert die Komplexität des Vorgangs, limitiert aber die Maximalhöhe.
Halter des Geländes ist die Paragliding Hof/Saale Drachen- u. Gleitschirm-Windengemeinschaft e.V.. Für Gastpiloten bedeutet dies:
Anwesenheitspflicht: Windenbetrieb erfordert Teamarbeit (Windenfahrer, Startleiter). Ein "Solo-Fliegen" wie am Berg ist unmöglich. Gastpiloten müssen sich zwingend mit dem Verein koordinieren, um Betriebszeiten zu erfahren.
Ausbildung: Die Zulassung für Schulung macht das Gelände zu einem frequentierten Ort für Flugschüler. Erfahrene Piloten sollten Rücksicht auf Ausbildungsbetrieb nehmen und die Platzrunden-Disziplin strikt einhalten.
Teil II: Das Bergfluggelände Hausstein (Rusel) – Die alpine Herausforderung
Während „Drei Fichten“ die Berechenbarkeit des Flachlands verkörpert, ist der Hausstein (nahe Deggendorf/Schaufling) das genaue Gegenteil: Ein rassiges, anspruchsvolles Mittelgebirgsgelände, das Respekt einfordert und Fehler rigoros bestraft. Es gilt als eines der fliegerischen Juwelen des Bayerischen Waldes, ist jedoch mit signifikanten Risiken behaftet.
Der Startplatz Hausstein ist in der Pilotenszene gleichermaßen legendär wie berüchtigt. Er befindet sich auf einer Höhe von 880 m NN und ist geomorphologisch durch eine künstliche Waldschneise definiert.
Lage: Die Schneise wurde ursprünglich für einen Skilift angelegt. Die Koordinaten des Startplatzes sind N 48° 52' 16.0" / E 13° 04' 19.0".
Startplatzbeschaffenheit: Piloten erwartet ein "buckliger Wiesenstart". Der Boden ist uneben, was den Anlauf erschwert. Die Schneise ist seitlich von hohem Nadelwaldbestand flankiert.
Der Düseneffekt: Bei idealer Anströmung (frontal) wirkt die Schneise wie eine Düse (Venturi-Effekt), die den Wind laminar beschleunigt und den Start unterstützt.
Die Rotorgefährdung: Sobald der Wind jedoch eine seitliche Komponente aufweist, verwandeln sich die flankierenden Baumreihen in aerodynamische Störkörper. Es entstehen massive Leewirbel (Rotoren), die sich spiralartig in die Schneise hineindrehen. Ein Start in diese unsichtbaren Luftwalzen kann zum sofortigen Kappenklapper in Bodennähe führen.
Starttechnik: Bei Nullwindbedingungen ist aufgrund des unebenen Untergrunds und der begrenzten Schneisenlänge ein extrem dynamischer Startlauf ("kräftig rennen") erforderlich , um die nötige Abhebegeschwindigkeit zu erreichen, bevor das Gelände steiler abfällt.
Der Hausstein nimmt eine meteorologische Sonderstellung ein. Er ist eines der wenigen Fluggelände im gesamten Bayerischen Wald, das zuverlässig bei Südost (SO) funktioniert. Da die vorherrschende Windrichtung in Mitteleuropa West ist, sind fliegbare Tage am Hausstein seltener, aber dafür oft von hoher Qualität.
Hauptwindrichtung: SO (135° - 157°).
Akzeptable Richtungen: O, SO.
Schwachwind-Toleranz: Eine Besonderheit des Geländes ist sein Verhalten bei schwachwindigen Lagen. Bis zu einer überregionalen Windstärke von ca. 10 km/h ist das Gelände in fast alle Richtungen startbar, da die kräftige Thermik des Südhangs den meteo-logischen Wind überlagert und "ansaugt".
Eine der kritischsten Warnungen für dieses Gelände betrifft die tageszeitliche Windentwicklung: "Ab Mittag immer mehr Seitenwind aus Süd!".
Mechanismus: Mit fortschreitender Sonneneinstrahlung und Erwärmung der Rheinebene und des Donaubeckens dreht der regionale Wind oft im Uhrzeigersinn auf Süd. Da die Schneise strikt nach Südost/Ost ausgerichtet ist, kommt der Wind dann im spitzen Winkel über die rechten Baumreihen.
Konsequenz: Die oben beschriebenen Rotoren werden aktiv. Das Startfenster schließt sich oft abrupt gegen 11:00 oder 12:00 Uhr. Piloten, die zu spät kommen, finden oft unstartbare Bedingungen vor, obwohl der Himmel optisch perfekt aussieht. Die eiserne Regel lautet: Früh starten.
Für den Hausstein existiert eine dedizierte Infrastruktur zur Wetterbeobachtung:
Automatische Ansage: Unter Tel: 01522-7030323 können aktuelle Messwerte abgerufen werden.
Interpretation der Daten: Der DGC Bayerwald warnt vor Messfehlern. Die Ansage ist oft "ostwindlastig" aufgrund der Kanalisierung durch das Zentinger Tal. Umgekehrt ist sie bei Westwindlagen (die am Startplatz Leewirbel erzeugen) oft ungenau, da der Sensor im Lee des Berges liegt und den wahren Wind maskiert. Ein Abgleich mit überregionalen Wettermodellen (z.B. Feldberg oder Arber) ist ratsam.
Die thermische Struktur am Hausstein wird von erfahrenen Piloten oft als "zerrissen" und "versetzt" beschrieben.
Lokalisation: Es existiert ein primärer Aufwindbereich ("Hausbart") unmittelbar nach dem Start. Aufgrund der Geländestruktur und der Waldkanten reißt die Thermik jedoch oft impulsartig ab und versetzt mit dem Wind.
Technik: Das Zentrieren erfordert hier einen aggressiven, präzisen Flugstil. Wer den Hausbart verliert, findet sich oft unausweichlich im Landeanflug wieder. Wer ihn jedoch meistert, wird mit "klarer Luft und weiter Sicht bis in die Alpen" belohnt.
Der Hausstein ist ein prämierter Ausgangspunkt für Streckenflüge (Cross Country / XC).
Klassische Routen: Flüge führen oft Richtung Regensburg oder entlang der Kammlinie des Bayerischen Waldes. Eine bekannte Schlüsselstelle ist die "Querung B20".
Das "Gegenwind"-Phänomen: Piloten berichten von erstaunlich großen Schenkeln, die gegen den Wind geflogen werden. Dies ist möglich, weil die Abrisskanten der Bayerwald-Hänge so dicht aufeinanderfolgen, dass man sich von Bart zu Bart "hangeln" kann, ohne viel Höhe im Gleiten gegen den Wind zu verlieren. FAI-Dreiecke von über 100 km sind hier dokumentiert.
Die Landeplatzsituation am Hausstein ist zweigeteilt und erfordert strikte Disziplin, um Konflikte mit Anwohnern und Landwirten zu vermeiden.
Der offizielle Landeplatz für Gleitschirme befindet sich bei der Ortschaft Böhaming.
Koordinaten: E 13° 04' 50.0" / N 48° 51' 41.0".
Topografie: Es handelt sich um eine kleine Wiese, eingezwängt zwischen der Ortschaft und der Zufahrtsstraße. Die Höhe beträgt ca. 530 m NN (Höhendifferenz zum Start ca. 350 m).
Gefahren: Das Gelände ist abschüssig ("schief") und von Häusern umgeben. Thermische Ablösungen können den Endanflug turbulenter gestalten.
Vorschrift: Eine vorherige Besichtigung ist zwingend vorgeschrieben. Piloten, die den Landeplatz nicht kennen, gefährden sich und die Zulassung des Geländes.
No-Go Areas: Es darf ausschließlich auf der markierten Wiese zwischen Dorf und Straße gelandet werden. Alle umliegenden Wiesen sind tabu!
Aufgrund der höheren Landegeschwindigkeit und des schlechteren Gleitwinkels im Endanflug nutzen Drachenflieger einen separaten Landeplatz nördlich von Schaufling.
Koordinaten: E 13° 04' 17.0" / N 48° 50' 38.0".
Charakteristik: Dieser Platz ist deutlich geräumiger und hindernisfrei, liegt jedoch weiter vom Startplatz entfernt (ca. 3 km Gleitstrecke vs. 1,3 km nach Böhaming). Ein Windanzeiger fehlt hier oft.
Es gibt keinen organisierten Shuttle-Dienst zum Startplatz.
Parken: Piloten parken am "Wanderzentrum Rusel" (Ruselabsatz).
Zustieg: Von dort erfolgt der Zustieg zu Fuß. Es handelt sich um einen ca. 700 Meter langen Marsch (ca. 10-15 Minuten) durch den Wald, leicht bergauf Richtung Osten, bis man die Liftschneise erreicht. Dies qualifiziert das Gelände als "Hike & Fly Light"-Destination.
Teil III: Synthese & Strategische Planung
Für Piloten, die einen Trip in die Region planen, ist das Verständnis der Unterschiede zwischen diesen beiden Hauptgeländen entscheidend für die Tagesplanung. Die folgende Analyse hilft bei der Entscheidungsfindung.
Die administrative Zugänglichkeit unterscheidet sich ebenfalls signifikant.
Drei Fichten (Verein: Paragliding Hof/Saale):
Der Betrieb ist vollständig abhängig von der Anwesenheit des Vereins. Ohne Windenfahrer kein Flug.
Tagesmitgliedschaften sind die Norm, müssen aber vor Ort geregelt werden. Eine vorherige Kontaktaufnahme über die Vereinskanäle ist dringend empfohlen, um sicherzustellen, dass Flugbetrieb stattfindet.
Hausstein (Verein: DGC Bayerwald):
Gebühr: Eine Tagesmitgliedschaft (ca. 5,- bis 6,- Euro) ist obligatorisch. Die Bezahlung erfolgt oft unbürokratisch via PayPal oder Einwurf im Umschlag, was eine flexible Nutzung ermöglicht.
Die Einweisungs-Pflicht: Für den ersten Flug am Hausstein ist eine persönliche Einweisung durch ein Clubmitglied zwingend vorgeschrieben. Dies ist keine Formalität, sondern eine Sicherheitsmaßnahme aufgrund der komplexen Rotorgefahr und der strikten Landeplatzregeln. Piloten, die "schwarz" oder ohne Einweisung fliegen, riskieren ein Flugverbot und gefährden die behördliche Zulassung des Geländes.
Kontakt: Der offizielle Ansprechpartner ist der Geländewart Max Fröhler.
Für Piloten, die einen längeren Aufenthalt planen, bietet die Region eine solide Infrastruktur.
Unterkunft: Die Region um Schaufling und Deggendorf ist touristisch erschlossen.
Hotellerie: Empfehlenswert sind das "Landhaus Lehnerhof" oder die "Pension Birkenhof" in Schaufling.
Camping: Für Piloten mit Wohnmobil oder Zelt bietet sich der "Camping Landgasthof Düllhof" in Schaufling an.
Medizinische Notfallversorgung:
Bei Unfällen ist das DONAUISAR Klinikum Deggendorf die primäre Anlaufstelle für die Trauma-Versorgung.
Adresse: Perlasberger Str. 41, 94469 Deggendorf.
Telefon Zentrale Notaufnahme (24h): 0991/380-1000.
Der allgemeine Notruf ist 112.
Hinweis: Da Mobilfunkempfang in den bewaldeten Gebieten des Bayerischen Waldes (insb. am Landeplatz Böhaming im Tal) schwanken kann, ist das Mitführen eines Funkgeräts (LPD/PMR) zur Kommunikation mit anderen Piloten ratsam.
Fazit: Strategische Nutzung der Region
Die Kombination aus Drei Fichten und Hausstein bietet Piloten die seltene Möglichkeit, an einem Wochenende zwei völlig unterschiedliche Facetten des Sports zu erleben, sofern die Mobilität (PKW) gegeben ist.
Drei Fichten fungiert als der verlässliche, technische Partner: Hier sammelt man Flugstunden, trainiert Landeeinteilungen und genießt entspannte Thermikflüge über dem Vogtland. Es ist der Ort für Technikverfeinerung und entspanntes Fliegen ohne den Stress enger Schneisenstarts.
Der Hausstein ist die Herausforderung für den erfahrenen Piloten: Er verlangt Demut vor dem Wetter, eine präzise Starttechnik und tiefes taktisches Verständnis der Mittelgebirgsmeterologie. Er belohnt diejenigen, die ihn respektieren und die "Mittags-Falle" meiden, mit den besten Streckenflugoptionen der Region und einem atemberaubenden Blick über den Bayerischen Wald bis in die Alpen.
Für den reisenden Piloten empfiehlt sich folgende Strategie: Prüfen Sie die Windprognose am Vorabend. Bei reinem Ost/West oder Nordwind fahren Sie nach Gassenreuth zu den Drei Fichten. Bei einer stabilen Südost-Lage am Vormittag steuern Sie den Hausstein an – aber vergessen Sie nicht, vorher den Geländewart für die obligatorische Einweisung zu kontaktieren.