StartseiteFluggebieteDeutschlandBaden-WürttembergDerdinger Horn-Obere Rieth-Weinberg -

Derdinger Horn-Obere Rieth-Weinberg -

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:49.0451°N, 8.8027°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Obere Rieth Startplatz

Start
Höhe310m ü. M.
Koord.49.0451, 8.8027
WindSW
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Obere Rieth Landeplatz

Landung
Höhe220m ü. M.
Koord.49.0425, 8.7989
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Derdinger Horn & Obere Rieth: Der definitive Guide für den Kraichgau-Piloten Executive Summary: Die Kunst des Flachlandfliegens

Das Derdinger Horn (oft auch als Startplatz Obere Rieth bezeichnet) im baden-württembergischen Kraichgau ist weit mehr als nur ein lokaler Übungshang. Es ist ein fliegerisches Kleinod, das dem Piloten eine spezifische Geisteshaltung abverlangt: Demut vor der Topografie und Präzision in der Technik. Mit einer Höhendifferenz von lediglich rund 90 Metern zwischen Startplatz und Landewiese im Bernhardsweiher-Tal bietet dieses Gelände keinen Raum für Fehler. Es ist kein alpiner Startplatz, an dem man sich mit 1000 Metern Luft unter dem Hintern erst einmal sortieren kann. Hier beginnt der Kampf um den Aufwind in der Sekunde, in der die Füße den Boden verlassen.

Für den Thermik-Spezialisten ist das Horn ein technisches Laboratorium. Die südwestlich ausgerichteten Weinberge fungieren als hocheffiziente Sonnenkollektoren, die selbst bei schwacher Einstrahlung nutzbare Ablösungen generieren können. Wer hier oben bleibt, hat das "Active Flying" und das "Thermik-Schnüffeln" wirklich verstanden. Für den Genussflieger bietet der Spot eine unvergleichliche Ästhetik: Der Blick schweift über die sanften Hügel des Kraichgaus, die oft als "Badische Toskana" bezeichnet werden, bis hin zu den Konturen des Schwarzwaldes am Horizont.

Jedoch ist dieses Gelände nicht für jeden geeignet. Anfänger ohne direkte Aufsicht oder Piloten, die ausschließlich laminaren Küstenwind oder alpine Großthermik gewohnt sind, werden hier schnell frustriert sein. Die Startschneise ist eng, die Lee-Gefahr bei falschen Windrichtungen real und der Landeplatz verlangt eine saubere Einteilung. Zudem ist die Logistik strikt reglementiert: Es gibt keinen Shuttle, keinen Lift und strenge Parkregeln. Der Aufstieg erfolgt zu Fuß – "Hike & Fly" ist hier keine Modeerscheinung, sondern Notwendigkeit.

Dieser Report beleuchtet jeden Aspekt dieses Fluggebietes in einer Tiefe, die weit über die knappen Informationen der DHV-Datenbank hinausgeht. Er analysiert die meteorologischen Feinheiten der Weinberg-Thermik, die komplexe Luftraumstruktur im Sektor Stuttgart und die kulturellen Besonderheiten der lokalen "Besenwirtschaften". Er ist ein Leitfaden für den verantwortungsbewussten Gastpiloten, der verstehen will, wie man sich in diesem sensiblen Ökosystem aus Naturschutz, Landwirtschaft und Luftsport bewegt.

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Geografie und Geologie: Die Bühne des Kraichgaus

Um die fliegerischen Eigenheiten des Derdinger Horns zu verstehen, muss man sich zunächst mit der Landschaft befassen, in die es eingebettet ist. Der Kraichgau ist eine Hügellandschaft im Nordwesten Baden-Württembergs, die sich zwischen dem Odenwald im Norden, dem Schwarzwald im Süden und der Oberrheinischen Tiefebene im Westen erstreckt.

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Die topografische Schwelle

Das Derdinger Horn markiert geologisch und topografisch einen interessanten Übergang. Es liegt am westlichen Rand des Strombergs, eines bewaldeten Höhenzuges, der sich ins Kraichgauer Hügelland hineinschiebt. Diese Position ist für Gleitschirmflieger von entscheidender Bedeutung. Der Wind, der meist aus Südwesten über die weite, flache Rheinebene heranströmt, trifft hier auf das erste nennenswerte Hindernis.

Die Luftmassen haben auf ihrem Weg über die Rheinebene Zeit, sich zu ordnen und Feuchtigkeit aufzunehmen oder abzugeben. Wenn sie auf die Kante des Derdinger Horns treffen, werden sie zum Aufsteigen gezwungen. Dieser orografische Hebungsanteil (Hangaufwind) mischt sich mit der thermischen Aktivität der Weinberge. Das Resultat ist ein hybrides Aufwindsystem: Eine Mischung aus dynamischem Hangwind und thermischen Blasen, die sich am Hang ablösen.

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Geologie als Thermik-Motor

Der Boden unter dem Startplatz spielt eine wesentliche Rolle für die Qualität der Aufwinde. Der Kraichgau und der Stromberg sind geprägt von Keuper- und Muschelkalkschichten, oft überdeckt von Löss.

Keuper: Diese Gesteinsschichten, oft dunkel und tonhaltig, haben eine andere Wärmespeicherkapazität als der helle Löss.

Muschelkalk: In den steileren Lagen, wo der Wein wächst, tritt oft der steinige Untergrund zutage. Steine speichern Hitze exzellent und geben sie am späten Nachmittag wieder ab.

Löss: Die Lössauflage in den flacheren Bereichen und im Tal (Landeplatz) heizt sich zwar schnell auf, kühlt aber auch rasch wieder ab.

Diese geologische Vielfalt auf engstem Raum sorgt für Temperaturkontraste. Thermik entsteht nicht dort, wo es warm ist, sondern dort, wo es wärmer ist als in der Umgebung. Die dunklen Rebhänge im Kontrast zu den grünen Wiesen oder den hellen Wegen erzeugen genau diese Differenzen, die wir als Piloten suchen.

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Technische Standortdaten

Die präzisen Daten sind für die Flugplanung unerlässlich. Ein Fehler in der Einschätzung der Höhe oder Lage kann bei so geringen Höhenunterschieden den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Soaring-Flug und einem "Absaufer" bedeuten.

Parameter Wert / Beschreibung Relevanz für den Piloten Startplatz Name Obere Rieth / Derdinger Horn In Navigationsgeräten oft als "Obere Rieth" geführt. GPS Start N 49°02'42.54" E 8°48'09.77"

Exakte Position für die Anfahrt (Wanderparkplatz liegt abseits).

Höhe Start 310 m MSL (Mean Sea Level) Relativ niedrig; Luftdichte ist hoch, was den Startlauf verkürzt, aber die Sinkgeschwindigkeit geringfügig erhöht. GPS Landeplatz N 49°02'33.13" E 8°47'56.03"

Bernhardsweiher-Tal.

Höhe Landung ca. 220 m MSL Talsohle, oft feuchter und kühler (Bernhardsweiher). Höhendifferenz ca. 90 m Extrem gering! Dies entspricht etwa 30 Stockwerken. Flugzeit ohne Thermik: < 2 Minuten. Startrichtung SW (Süd-West) Hauptwindrichtung. S (Süd) und W (West) sind fliegbar, aber mit Einschränkungen durch Vegetation. Zulassung Gleitschirm (1- & 2-sitzig)

Hängegleiter (Drachen) sind hier nicht zugelassen (dafür Schleppgelände Oberacker nutzen).

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Meteorologie: Das Mikroklima des Weinbergs

Ein Fluggebiet mit nur 90 Metern Höhenunterschied funktioniert nur, wenn die Meteorologie perfekt mitspielt. Das Derdinger Horn ist kein Selbstläufer. Es erfordert vom Piloten ein tiefes Verständnis der lokalen Windsysteme.

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Die ideale Wetterlage: Südwest ist Trumpf

Die Ausrichtung des Hanges nach Südwest (SW) ist der Schlüssel.

Großwetterlage: Wenn ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik und ein Hoch über Osteuropa liegen, strömt Luft aus Südwesten nach Deutschland. Diese Luftmassen sind oft labil geschichtet, was Thermik begünstigt.

Der Anströmwinkel: Der Wind muss möglichst senkrecht (90 Grad) auf den Hang treffen, um auch bei geringen Windgeschwindigkeiten (10-15 km/h) ein soarfähiges Aufwindband zu erzeugen.

Die "Kanalisierung": Das Kraichgauer Hügelland kann den Wind kanalisieren. Oftmals wird der Wind durch die Täler geleitet und am Derdinger Horn lokal verstärkt. Das bedeutet, dass der Wind am Startplatz stärker sein kann als in der überregionalen Vorhersage angegeben.

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Die Weinberg-Thermik: Ein Heißluft-Reaktor

Was dieses Fluggebiet einzigartig macht, ist die Vegetation unterhalb des Startplatzes. Weinberge sind thermisch gesehen "aggressive" Oberflächen.

Absorption: Die dunklen Rebstöcke und der oft offene Boden zwischen den Reihen absorbieren Sonnenlicht extrem effizient. Im Gegensatz zu einer Wiese, die durch Transpiration (Verdunstung von Wasser) kühl bleibt, heizt sich der Weinberg auf wie ein Parkplatz.

Speicherung: Die Steine im Boden und die Rebstöcke selbst speichern diese Wärme.

Ablösung: Da Weinberge oft terrassiert oder geneigt sind, kann die warme Luft nicht einfach nach oben entweichen. Sie "klebt" am Hang, kriecht nach oben und sammelt sich.

Der Trigger: Am oberen Ende des Weinbergs, dort wo der Waldrand beginnt oder der Weg zum Startplatz verläuft, reißt diese Warmluftblase ab.

Konsequenz für den Piloten: Man muss oft sehr nah an den Hang fliegen, um diese Ablösung zu erwischen. Das erfordert Vertrauen und Präzision. Wer zu weit draußen fliegt ("Sicherheitsabstand"), verpasst den Bart.

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Jahreszeitliche Besonderheiten

Frühjahr (März - Mai): Die "Golden Hour" des Derdinger Horns. Die Reben haben noch keine Blätter, der dunkle Boden ist voll exponiert. Die Luftmasse ist oft kalt (labil), die Sonne hat aber schon Kraft. Das führt zu starken, engen Bärten mit hohen Steigwerten. Hier ist aktives Fliegen Pflicht!

Sommer (Juni - August): Die Reben sind grün und belaubt. Die Verdunstung steigt, der Temperaturkontrast nimmt ab. Die Thermik wird weicher, aber auch zäher. Oft dominiert dann der überregionale Wind.

Herbst (September - Oktober): Die Zeit der Genussflüge. Die Traubenlese ist vorbei, der Boden wird wieder sichtbarer. Ruhiges Soaring im späten Nachmittagslicht ist typisch.

Winter: Bei Schneelage geht thermisch nichts. Aber an sonnigen, kalten Tagen ohne Schnee ("Black Forest High") kann der dunkle Weinberg selbst im Januar kleine Heber produzieren, während das schneebedeckte Umland im "Kälteschlaf" liegt.

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Wind-Gefahren: Das Ost-Problem

Ein kritischer Punkt, der in vielen knappen Guides fehlt, ist die Gefahr bei Ostwind. Der Startplatz Obere Rieth ist eine Schneise im Wald. Hinter dem Startplatz (Richtung Osten/Bergauf) stehen hohe Bäume.

Das Lee-Szenario: Bläst der Wind von hinten (Ost/Nordost) über den Wald, entsteht auf der Startwiese ein Rotor (Leewirbel).

Die Täuschung: Am Boden kann es sich windstill anfühlen oder sogar so, als käme ein leichter Hauch von vorne (Rezirkulation des Rotors).

Die Gefahr: Startet ein Pilot in diese Bedingungen, kann der Schirm in 10-20 Metern Höhe (genau auf Baumwipfelhöhe) massiv einklappen oder vom Rotor nach unten gedrückt werden.

Die Regel: Bei jeglicher Ostkomponente im überregionalen Wind ist der Start am Derdinger Horn tabu. Ausweichmöglichkeit: Schleppgelände Oberacker (siehe Kapitel "Alternativen").

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Zugang und Logistik: Der Weg zum Ziel

Das Derdinger Horn ist kein "Drive-In" Fluggebiet. Die logistischen Hürden wirken als natürlicher Filter, der Massentourismus verhindert.

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Anreise und Parken

Die Anreise erfolgt in der Regel mit dem PKW. Öffentliche Verkehrsmittel sind möglich (S-Bahn bis Oberderdingen-Flehingen, dann Bus), aber mit Gleitschirmgepäck mühsam, da der Fußweg vom Bahnhof zum Horn beträchtlich ist.

Das Parkplatz-Dilemma: Wie in den Snippets erwähnt, ist das Parken direkt am Startplatz strikt verboten. Dies ist kein Vorschlag, sondern eine harte Regel, deren Missachtung den gesamten Flugbetrieb gefährdet (Pachtverträge!).  

Der offizielle Wanderparkplatz "Horn":

Dieser befindet sich oben auf dem Plateau, etwas abseits vom Startplatz.

GPS: Ca. N 49°02'50" E 8°48'20" (Nähe Grillhütte).

Von hier aus ist es ein entspannter Spaziergang von ca. 10–15 Minuten durch den Wald und am Weinberg entlang zum Startplatz.

Parkplatz im Tal (Zufahrt):

Für Piloten, die "Hike & Fly" von unten trainieren wollen.

Man parkt unten an der Zufahrt zu den Weinbergen (bitte keine Wirtschaftswege blockieren!) und läuft den Weinbergweg hoch.

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Der Aufstieg (Walk & Fly)

Da es keinen Shuttle-Service gibt und Top-Landungen (Landen oben am Startplatz) aufgrund der geringen Größe und thermischen Aktivität am Startplatz oft schwierig oder verboten sind (Gastregeln beachten!), muss man nach jedem Flug laufen.

Höhenmeter: Ca. 90-100 hm.

Dauer: Sportliche Piloten schaffen das in 10 Minuten, Genusswanderer in 20.

Der "Hornman"-Effekt: Dieser ständige Aufstieg ist charaktergebend für das Fluggebiet. Er sorgt dafür, dass Piloten hier oft mit leichter Ausrüstung (Hike & Fly Equipment) unterwegs sind. Schwere Wettkampfgurtzeuge mit 20kg Ballast sind hier fehl am Platz und machen den Tag zur Qual.

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Barrierefreiheit & Shuttle

Es gibt keine organisierten Shuttle-Busse. Piloten organisieren sich auch selten privat mit Autos, da die Fahrtzeit außen herum (um den Berg) länger dauert als der Fußweg direkt durch den Weinberg. Der Fußweg ist steil, aber befestigt (Asphalt/Schotter).

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Der Startplatz: Technik und Taktik

Der Startplatz "Obere Rieth" ist eine klassische Waldschneise. Dies bringt spezifische aerodynamische Herausforderungen mit sich.

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Beschaffenheit

Untergrund: Wiese, gepflegt vom Verein.

Neigung: Zuerst flach, dann zunehmend steiler in die Schneise abfallend.

Platzangebot: Ausreichend für 1-2 ausgelegte Schirme. erwähnt, dass max. 5 Piloten pro Flugtag (Gäste) zugelassen sind, was auch an der begrenzten Startfläche liegt.

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Starttechnik: Der "Schneisen-Effekt"

In einer Schneise wird der Wind kanalisiert (Venturi-Effekt).

Konsequenz: Der Wind kann in der Schneise deutlich stärker sein als auf der freien Fläche davor oder danach.

Startlauf:

Vorphase: Sortieren der Leinen auf dem flacheren oberen Teil.

Aufziehen: Impulsiv, aber gefühlvoll. Der Schirm muss schnell über den Piloten, um aus dem potenziellen Rotorbereich der seitlichen Bäume herauszukommen.

Kontrollphase: In der Schneise unbedingt den Schirm stabilisieren. Böen können durch die Kanalisierung verstärkt auftreten.

Abheben: Entschlossen beschleunigen. Da die Höhendifferenz gering ist, darf keine Höhe durch "Herumeiern" verschenkt werden.

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Startabbruch

Ein Startabbruch muss frühzeitig erfolgen. Sobald man in den steilen Teil der Schneise gerät, wird ein Abbruch schwierig, da man ins Rutschen kommen kann und der Bremsweg auf dem Gras/Untergrund in Richtung der Weinberge/Büsche endet. Die "Point of no Return" Linie sollte man sich mental markieren (z.B. der Beginn des steilen Abfalls).

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Der Flug: Strategien für "Obenbleiber"

Nach dem Start beginnt sofort die Suche nach dem Aufwind. Man hat keine Zeit zum "Einfliegen".

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Die Hausbart-Suche

Wo steht der Bart?

Rechts raus (Blickrichtung Tal): Oft zieht eine Thermikblase über die Weinberge rechts vom Startplatz. Hier ist der Boden dunkel und steil.

Die Waldkante: Manchmal löst die Thermik direkt an der Kante zwischen Weinberg und Wald aus. Hier fliegt man parallel zum Waldrand. Vorsicht vor Turbulenzen, wenn der Wind eine seitliche Komponente hat!

Der "Vorne"-Bart: Bei starker Einstrahlung kann sich direkt über dem Weg unterhalb des Startplatzes eine Blase lösen.

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Flugtechnik: Enges Drehen

Im Kraichgau sind die Bärte oft eng und zerrissen. Weites Kreisen wie in den Alpen (mit 50m Radius) funktioniert hier nicht.

Technik: Sobald das Vario piept, muss man aggressiv eindrehen. Viel Gewichtsverlagerung, deutlicher Bremseinsatz. Man muss den Bart "zentrieren", bevor man ihn wieder verliert.

Flaches Drehen: Versuchen Sie, trotz des engen Radius den Schirm flach zu halten (nicht zu viel Schräglage), um das Sinken zu minimieren. Das ist die hohe Kunst am Horn.

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Soaring

Bei gutem Wind (15-20 km/h) trägt der Hang dynamisch.

Die "Rennstrecke": Man pendelt vor dem Startplatz und den angrenzenden Waldstücken hin und her.

Vorfahrtsregeln: Da das soarfähige Band schmal ist, sind die Ausweichregeln (Hang rechts vor Hang links) strikt einzuhalten. Begegnungen sind hier sehr nah. Wenden Sie immer vom Hang weg.

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Der Landeplatz: Bernhardsweiher-Tal

Die Landung im Tal scheint einfach, hat aber ihre Tücken.

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Lage und Anflug

Der Landeplatz liegt im Tal, in der Nähe des Bernhardsweihers.

Untergrund: Wiese.

Hindernisse: Hohe Pappeln und Bäume säumen den Weiher und teilweise die Wege. Stromleitungen oder Weidezäune können je nach Saison vorhanden sein – unbedingt beim Vorab-Check (Begehung) prüfen!

Windsystem: Im Tal kann der Wind anders wehen als oben. Oft kanalisiert sich der Wind im Tal oder schläft abends komplett ein (Talwindsystem, wenn auch kleinräumig).

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Die Landeeinteilung

Eine klassische Landevolte (Position, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug) ist Pflicht.

Besonderheit: Da man oft niedrig ankommt (wenn man abgesoffen ist), muss die Entscheidung zur Landung früh fallen. Nicht bis zum letzten Meter am Hang kratzen ("Endanflug-Kratzen"), um dann mit Rückenwind in die Wiese zu knallen.

Turbulenzen: Bei starkem Südwestwind kann der Landeplatz im leichten Lee von vorgelagerten Baumreihen oder Gebüschen liegen. Rechnen Sie im Endanflug mit "Durchsackern" oder kleinen Hebern.

Abbau: Bauen Sie zügig am Rand ab (siehe ). Der Landeplatz ist oft auch landwirtschaftlich genutzt. Respektieren Sie hohes Gras!

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Landegebühr und Nachmeldung

Wie in erwähnt, ist nach dem Flug (speziell bei Außenlandungen oder XC) eine Rückmeldung in der Signal-Gruppe erwünscht, damit niemand als vermisst gilt.

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Cross-Country (XC): Vom Hügel in die Ferne

Kann man von einem 90-Meter-Hügel auf Strecke gehen? Ja, aber es ist die Königsdisziplin.

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Die Route: Richtung Stromberg

Der klassische Weg führt mit dem Südwestwind im Rücken nach Nordosten.

Der erste Sprung: Man muss am Horn genug Höhe machen (Basis erreichen, oft auf 1000-1500m), um über das Tal hinter dem Horn Richtung Sternenfels oder Stromberg zu gleiten.

Die Hindernisse: Der Stromberg ist stark bewaldet. Außenlandemöglichkeiten sind dort rar (nur wenige Lichtungen). Man braucht also eine sichere Gleitzahl, um über den Wald zu kommen.

Ziel: Oft werden Flüge Richtung Heilbronn oder Ludwigsburg angestrebt.

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Luftraum-Falle Stuttgart (Deep Dive)

Dies ist das wichtigste Kapitel für Streckenflieger. Das Derdinger Horn liegt unter dem komplexen Luftraumdeckel des Flughafens Stuttgart (EDDS).

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) und die Segelflugverbände haben hier ein System aus Segelflugsektoren etabliert. Diese Sektoren sind Teile des Luftraums D (CTR) oder C, die temporär für den VFR-Verkehr (Segelflieger, Gleitschirme) freigegeben werden können.  

Die Regeln:

Hörbereitschaft: Wer in einen aktiven Sektor einfliegt, MUSS auf der Frequenz 134.505 MHz (Segelflug-ATIS) hörbereit sein. Ein Funkgerät ist also Pflicht für XC!

Freigaben: Die Sektoren werden per ATIS angesagt (z.B. "Sektor Ludwigsburg aktiv bis 4500 Fuß").

Höhen:

Oft ist bei 3500 ft MSL (ca. 1060 m) oder 4500 ft MSL (ca. 1370 m) Schluss, wenn der Sektor nicht aktiv ist.

Über 4500 ft beginnt oft der "harte" Deckel der CTR oder Luftraum C, wo Airliner im Anflug auf Stuttgart sind.

Navigation: Nutzen Sie moderne Fluginstrumente (Skytraxx, Oudie, XCTrack), die die aktuellen Luftraumdaten (OpenAir-Files) geladen haben. Ein Einflug in die kontrollierte Zone ohne Freigabe ist eine Straftat und gefährdet den Luftsport in der gesamten Region massiv.

Fazit XC: Wer hier wegfliegt, muss navigieren können wie ein Profi. "Einfach mal treiben lassen" endet schnell im Konflikt mit der DFS.

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Sicherheit und Regeln: Der "Local Code"

Der GSC Kraichtal hat strenge Regeln etabliert, um das Gelände zu sichern. Das Gelände liegt in einem sensiblen Naturraum und ist auf das Wohlwollen der Landwirte und Jäger angewiesen.

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Gastflugregelung (The Rule of 3)

Dies ist der wichtigste Punkt für Besucher:

Limitierung: Maximal 3 Gastpiloten pro Tag.  

Warum? Um Überfüllung am kleinen Startplatz und Konflikte mit der Jagd/Landwirtschaft zu vermeiden.

Anmeldung: Zwingend erforderlich. Melden Sie sich in der Signal-Gruppe oder beim Vorstand.

Gebühr: 20€ Tagesgebühr (via PayPal QR-Code am Startplatz oder online).  

Einweisung: Erstbesucher benötigen eine Einweisung durch ein Vereinsmitglied (Gefahren, Landeplatz, Luftraum).

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Naturschutz

Brutzeiten: Achten Sie auf temporäre Sperrungen (z.B. wegen Vogelbrut). Infos dazu gibt es auf der DHV-Seite oder der Vereins-Homepage.

Müll: "Leave no trace". Nehmen Sie alles wieder mit.

Baumschutz: Die Bäume um den Startplatz sind tabu. Keine Äste absägen, um die Sicht zu verbessern!

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Notfallmanagement

Sollte es zur Baumlandung kommen:

Ruhe bewahren. Nicht abkoppeln, solange man nicht gesichert ist.

Hilfe rufen: Funk (LPD 433.175 MHz) oder Handy (112).

Keine Eigenrettung: Versuchen Sie nicht, ohne Kletterausrüstung vom Baum zu klettern. Die Gefahr eines Absturzes ist hoch. Warten Sie auf die Bergwacht oder Feuerwehr (die Feuerwehr Oberderdingen hat Erfahrung mit Piloten im Baum ).

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Der Verein: GSC Kraichtal e.V.

Der "Gleitschirmclub Kraichtal" ist die Seele dieses Fluggebietes. Gegründet 1988 , ist er eine Gemeinschaft von Enthusiasten, die viel Arbeit in die Pflege der Gelände investieren.

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Der "Hornman"

Dieser Wettbewerb ist legendär in der Szene.  

Disziplin: Hike & Fly auf kleinstem Raum.

Modus: Wer schafft in einer vorgegebenen Zeit (z.B. 4 Stunden) die meisten regulären Flüge?

Rekorde: Piloten wie Michel Demel schaffen bis zu 7 Flüge. Das bedeutet: 7x 90hm hochrennen, 7x starten, 7x landen. Eine enorme physische Leistung.

Atmosphäre: Es gibt Glühwein, Wurst und eine familiäre Stimmung. Auch für Zuschauer (Wanderer) ein Event.

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Vereinsleben

Der Verein betreibt neben dem Horn auch das Schleppgelände in Oberacker. Viele Mitglieder sind Windenfahrer. Gastfreundschaft wird großgeschrieben, solange die Regeln respektiert werden. Ein Besuch beim "Fliegerfest" (oft im September) lohnt sich.

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Alternativen und Ausweichmöglichkeiten

Wenn das Horn nicht fliegbar ist (z.B. Ostwind oder Überfüllung), bietet die Region Alternativen.

Fluggebiet Ausrichtung Charakter Entfernung Schleppgelände Oberacker NO / SW

Windenstart (850m Schleppstrecke). Sicherer bei Ostlagen. Gäste willkommen (Windenfahrer kontaktieren!).

ca. 10 km Michaelsberg (Untergrombach) W / SW Der "große Bruder". Top Soaring-Berg, oft sehr voll. Mischung aus Thermik und dynamischem Hangwind. Startplatz "Schneise" auch anspruchsvoll. ca. 20 km Mühlhausen / Malsch W Kleiner Soaring-Hang, oft "Letzte Wiese" genannt. ca. 25 km Schriesheim (Ölberg) W / SW Weiter nördlich an der Bergstraße. Anspruchsvoller Start (Rampe), enger Luftraum (Mannheim). ca. 45 km

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Kultur & Après-Fly: Besenwirtschaften

Nach dem Flug gehört der Besuch einer "Besenwirtschaft" zum Pflichtprogramm im Kraichgau.

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Was ist ein "Besen"?

Eine Besenwirtschaft ist ein temporäres Gasthaus, das Winzer saisonal öffnen dürfen (max. 4 Monate im Jahr). Man sitzt oft im Wohnzimmer oder der Scheune des Winzers.

Erkennungszeichen: Ein Reisigbesen vor der Tür.

Kulinarik: Einfach, deftig, gut. Schlachtplatte, Maultaschen, Kartoffelsalat. Dazu der eigene Wein (Viertele).

Atmosphäre: Man sitzt eng zusammen ("Zusammenrücken ist Pflicht"), kommt schnell mit Einheimischen ins Gespräch.

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Empfehlungen

Waldenserbesen (Großvillars): Historisch interessant (Waldenser-Siedlung). Oft Do-So geöffnet.  

Weingut Lutz: Bekannt für gute Weine.  

Tipp: Prüfen Sie vorab im "Besen-Kalender" (online oder App), welcher Besen gerade "gesteckt" hat (geöffnet ist).

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Equipment-Guide für das Horn

Welche Ausrüstung ist hier ideal?

Schirm: Ein wendiger Schirm (High-A oder B) ist ideal für die engen Bärte. Hochleister (Zweileiner) bringen hier wenig Vorteil, da das Geschwindigkeitsfenster klein ist und das Handling im engen Startbereich (Schneise) mit einem gestreckten Schirm mühsam sein kann.

Gurtzeug: Ein leichtes Sitzgurtzeug oder ein leichtes Liegegurtzeug. Da man viel läuft, ist jedes Kilo weniger ein Segen. Schwere "Wettkampf-Särge" sind beim Aufstieg hinderlich.

Schuhe: Gute Wanderschuhe/Bergschuhe. Der Weg ist befestigt, aber der Startplatz ist Wiese (rutschig bei Nässe).

Vario: Ein empfindliches Vario ist wichtig, um auch "Nullschieber" (schwache Thermik) anzuzeigen.

Funk: LPD-Funkgerät für Kommunikation mit Locals und Flugfunk (AM) für die ATIS-Abfrage (bei XC-Ambitionen).

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Fazit: Klein, aber oho

Das Derdinger Horn ist der Beweis, dass man für großartige Flugerlebnisse keine 2000er Gipfel braucht. Es lehrt den Piloten die Essenz des Fliegens: Die maximale Ausnutzung minimaler Energie. Wer hier eine Stunde in der Thermik kreist, während Spaziergänger unten im Tal staunend hochschauen, hat sich jeden Meter des Aufstiegs verdient. Es ist ein Ort für Piloten, die Fliegen nicht als Konsum ("Lift hoch, runtergleiten"), sondern als Sport begreifen.

Die Kombination aus technischer Herausforderung, strenger aber herzlicher Community und der einzigartigen Weinkultur des Kraichgaus macht das Horn zu einem "Must-Fly" für jeden ambitionierten Flachlandpiloten.

Die Goldene Regel zum Schluss: Respektieren Sie die Locals, die Regeln und die Natur. Fragen Sie, bevor Sie auspacken. Und laden Sie nach dem Flug einen Local auf ein Viertele im Besen ein – dort erfahren Sie die wirklichen Geheimnisse, die in keinem Guide stehen.

Glück ab, gut Land!

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