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Calmont / Bremm

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:50.1068°N, 7.1149°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Calmont Startplatz

Start
Höhe355m ü. M.
Koord.50.1068, 7.1149
WindSSO-SSW
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Calmont Landeplatz

Landung
Höhe92m ü. M.
Koord.50.1026, 7.1371
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Aerologisches Kompendium und Piloten-Handbuch: Fluggebiet Calmont / Bremm

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Einführung und geographische Signifikanz

Das Fluggebiet am Calmont, gelegen an der markanten Moselschleife zwischen den Ortschaften Bremm und Ediger-Eller in Rheinland-Pfalz, nimmt eine singuläre Stellung in der Topographie der deutschen Mittelgebirge ein. Es handelt sich hierbei nicht lediglich um einen Standard-Gleitschirmstartplatz, sondern um ein geologisches und mikroklimatisches Unikum. Der Calmont – historisch abgeleitet vom lateinischen Calidus Mons (heißer Berg) oder Calvus Mons (kahler Berg) – gilt mit einer Hangneigung von bis zu 65 Grad als der steilste Weinberg Europas. Diese geographische Exponiertheit definiert die fliegerische Identität des Geländes: Der Berg fungiert als massiver thermischer Kollektor, der Sonnenenergie mit einer Effizienz absorbiert und in Aufwind umwandelt, die in dieser Breitengradzone selten anzutreffen ist.  

Für den Gleitschirmpiloten stellt der Calmont eine Dualität dar. Einerseits bietet er durch seine konkave, amphitheater-ähnliche Form und die südliche Ausrichtung (Süd-Südost bis Süd-Südwest) ein enormes Potenzial für stundenlanges Soaring und thermische Einstiege, selbst wenn das überregionale Wettergeschehen passiv erscheint. Andererseits verzeiht die Topographie aufgrund ihrer schroffen Steilheit und der direkten Begrenzung durch den Flusslauf der Mosel sowie kritische Infrastruktur keine fliegerischen Unzulänglichkeiten.  

Dieses Dossier dient als umfassende, sicherheitsorientierte Analyse für Piloten, die den Anspruch haben, das Gelände nicht nur zu befliegen, sondern seine komplexen aerologischen Mechanismen zu verstehen. Es transzendiert die Basisdatenbanken des DHV, indem es die kausalen Zusammenhänge zwischen Orographie, Meteorologie und Flugtaktik detailliert aufschlüsselt.

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Der Startplatz: Technische Analyse und Startphysik

Der Startvorgang am Calmont unterscheidet sich fundamental von Wiesenstarts in den Alpen oder flachen Mittelgebirgskuppen. Die Geometrie des Startplatzes diktiert eine spezifische Technik und mentale Vorbereitung.

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Geodätische und orographische Parameter

Der offizielle Startplatz befindet sich unmittelbar am Gipfelgrat in direkter Nachbarschaft zum markanten Gipfelkreuz und der dort installierten, saisonal bewirtschafteten Weinschänke. Die genaue Positionierung wird durch die Koordinaten N 50°06'24.53", E 7°06'53.54" definiert. Mit einer absoluten Höhe von 355 Metern über dem Meeresspiegel (MSL) und einer Höhendifferenz von ca. 261 bis 268 Metern zum Landeplatz in Ediger-Eller bietet das Gelände eine für Mittelgebirgsverhältnisse signifikante Arbeitshöhe. Die Exposition deckt den Sektor SSO bis SSW ab, wobei die ideale Anströmung aus reiner südlicher Richtung erfolgt, um die Kesselwirkung des Berges optimal zu nutzen.

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Charakteristik der Startfläche und Bodenbeschaffenheit

Die Startfläche selbst ist ein Relikt der Kulturlandschaft: eine steile, schmale Schneise, die aus dem Weinbau ausgespart wurde. Der Untergrund besteht aus einer Wiese, die jedoch aufgrund der Steilheit des Geländes eine besondere Traktion erfordert. Unmittelbar unterhalb der Startkante bricht das Gelände in die extrem steilen Weinbergstrukturen ab. Hier dominieren Schiefermauern, Drahtrahmenanlagen und Rebstöcke. Ein Startabbruch, der über die Kante hinausführt, endet unweigerlich in diesem Hindernisgelände, was das Risiko von Materialschäden und Verletzungen exponentiell erhöht. Die "Startbahn" ist extrem kurz; der Pilot erreicht den Punkt ohne Wiederkehr (Point of No Return) bereits nach wenigen Schritten.

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Aerodynamik des Startvorgangs und Technik

Aufgrund der beschriebenen Steilheit und der oft vorherrschenden thermischen Ablösungen ist der Rückwärtsstart (Reverse Launch) an diesem Gelände nicht nur empfohlen, sondern zwingende Voraussetzung für die Sicherheit. Ein Vorwärtsstart birgt das immense Risiko, bei einem eventuellen Stolpern oder Kappenfehler unkontrolliert in die Steilwand zu stürzen, bevor der Schirm trägt. Die aerodynamische Situation am Startplatz ist oft durch eine starke vertikale Komponente des Windes geprägt. Da der Wind den steilen Hang (bis 65 Grad) hinaufströmt, wird der Schirm beim Aufziehen sehr schnell entlastet und neigt zum Überschießen. Piloten müssen hier mit sensibler Bremse arbeiten, um ein frontales Einklappen zu verhindern, bevor sie sich ausdrehen.

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Qualifikationsanforderungen

Das Gelände ist regulatorisch anspruchsvoll klassifiziert. Das Fliegen ist nur Inhabern des "Unbeschränkten Luftfahrerscheins" (vormals B-Schein) gestattet. Diese Regelung reflektiert die Notwendigkeit fortgeschrittener Schirmbeherrschung und meteorologischer Einschätzungskompetenz. Zwar ist das Fliegen theoretisch unter Aufsicht möglich, faktisch ist der Calmont jedoch kein Schulungsgelände. Eine detaillierte Einweisung durch den Geländehalter (DGF Rhein-Mosel-Lahn e.V.) oder erfahrene lokale Piloten ist für jeden Gastpiloten obligatorisch, um auf die spezifischen Gefahrenzonen sensibilisiert zu werden.

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Meteorologie: Thermodynamik und Windsysteme

Das Verständnis der lokalen Mikrometeorologie ist der Schlüssel für sichere und leistungsstarke Flüge am Calmont. Das Zusammenspiel von Schiefergestein, Flusslauf und Exposition erzeugt ein komplexes System.

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Der "Schiefer-Reaktor": Thermische Genese

Der Boden des Calmont besteht primär aus dunklem Schiefergestein. Dieses Gestein besitzt eine hervorragende Wärmespeicherfähigkeit. Tagsüber absorbiert der Schiefer die Sonnenenergie und gibt sie als langwellige Wärmestrahlung ab, die die darüberliegenden Luftmassen labilisiert. Dies führt zu dem Phänomen, dass der Calmont auch an Tagen thermisch aktiv ist, an denen andere Gelände in der Region "tot" sind. Selbst im Spätherbst und Winter kann bei direkter Sonneneinstrahlung fliegbare Thermik entstehen. In den Sommermonaten hingegen kann die Thermikqualität am Nachmittag ("Hammerthermik") extrem bockig und zerrissen werden. Die enge Struktur der Weinbergterrassen sorgt für viele kleine Abrisskanten, die zu hochfrequenten, harten Thermikblasen führen können.

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Windsysteme und Gefahrenlagen

Neben der Thermik wird das Flugwetter maßgeblich durch die Interaktion des überregionalen Höhenwindes mit dem Talwindsystem der Mosel bestimmt.

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Die Westwind-Falle

Eine der größten Gefahren am Calmont ist der Westwind. Sobald der Wind eine deutliche westliche Komponente aufweist, gerät der Startplatz in das Lee der vorgelagerten topographischen Strukturen und Baumreihen. In dieser Situation bilden sich Leewirbel und Rotoren unmittelbar vor und über dem Startplatz. Diese Rotoren sind oft unsichtbar und können zum schlagartigen Einklappen des Gleitschirms in Bodennähe führen. Ein Start bei Westwind oder starkem West-Einschlag ist absolut zu unterlassen, auch wenn kurze Phasen vermeintlich ruhigen Aufwinds dies maskieren könnten.

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Ostwind-Szenarien

Ähnlich wie bei Westlagen führen auch östliche Winde zu Turbulenzen, die durch den seitlichen Baumbestand induziert werden. Die Topographie kanalisiert Ostwind oft so, dass er am Startplatz böig einfällt und die Kappe unruhig macht.

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Düseneffekte und Talwind

Die Mosel fließt in einem tief eingeschnittenen Tal, das bei entsprechenden Druckdifferenzen wie eine Düse wirkt. Es ist ein häufiges Phänomen, dass am Startplatz (355 m MSL) perfekte Startbedingungen mit 10-15 km/h Wind herrschen, während im Tal (92 m MSL) ein starker Talwind mit 25-30 km/h weht. Dieser Venturi-Effekt wird durch die Verengung des Tals bei Bremm verstärkt. Piloten müssen vor dem Start zwingend die Wasseroberfläche der Mosel (Schaumkronen, Drift von Schiffen) und Rauchfahnen im Tal beobachten, um nicht in eine Falle zu geraten, bei der ein Vorwärtskommen gegen den Wind im Landeanflug unmöglich wird.

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Informationsquellen und Wetter-Monitoring

Die Verfügbarkeit von Echtzeit-Wetterdaten ist für die Flugplanung essenziell. Am Startplatz befindet sich eine Holfuy-Wetterstation. Allerdings zeigen Berichte, dass diese Station temporär offline sein kann oder Daten nicht überträgt. Lokale Piloten kompensieren dies durch ein Netzwerk alternativer Indikatoren:  

Webcams: Kameras in Bremm und Ediger-Eller geben Aufschluss über die Nebelsituation im Tal und die Bewölkung.  

Visuelle Beobachtung: Das Beobachten der Vegetation auf dem gegenüberliegenden Plateau und der Windfahnen auf den Moselschiffen ist oft verlässlicher als weit entfernte Messstationen.

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Landung: Strategien, Gefahren und Verbote

Der Landeplatz in Ediger-Eller stellt den Endpunkt jedes Fluges dar und erfordert aufgrund seiner Lage zwischen Fluss, Straße und Bahnlinie höchste Konzentration. Die räumliche Trennung von Start- und Landeplatz (ca. 1,5 km Luftlinie) erfordert eine disziplinierte Flugwegplanung.

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Topographie des Landeplatzes

Der offizielle Landeplatz ist eine großzügige Wiese, gelegen westlich der Eisenbahnbrücke zwischen dem Moselufer und der Bundesstraße B49. Mit einer Höhe von 92 m MSL liegt er tief im Tal. Die Wiese ist im Allgemeinen hindernisfrei, wird jedoch an ihren Rändern durch signifikante Gefahrenquellen begrenzt.

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Die Landevolte: Eine strikte Choreographie

Am Calmont herrscht keine Anarchie in der Landeeinteilung; die Volte ist strikt reglementiert, um Konflikte zu vermeiden.

Moselseitige Orientierung: Die gesamte Landevolte (Position, Gegenanflug, Queranflug) muss zwingend zur Seite der Mosel hin geflogen werden. Ein Ausholen über die Bundesstraße oder die Bahnlinie ist streng untersagt. Dies dient dem Schutz des fließenden Verkehrs und der Vermeidung von Ablenkungen für Autofahrer.  

Endanflug: Der finale Anflug erfolgt parallel zur Mosel. Piloten dürfen sich im Endanflug niemals quer zur Strömungsrichtung des Flusses oder in Richtung der Bundesstraße ausrichten. Ein Queranflug zur Straße hin birgt das Risiko, bei unerwartetem Heben oder Verblasen auf der Fahrbahn zu landen.

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Die Gefahren-Triade: Brücke, Straße, Wasser

Drei kardinale Gefahren dominieren den Landebereich und erfordern spezifische Vermeidungsstrategien:

Die Eisenbahnbrücke (Todeszone): Das absolute Überflugverbot der Eisenbahnbrücke in Richtung Eller ist die wichtigste Überlebensregel am Landeplatz. Die Brücke führt eine Oberleitung mit Starkstrom (15.000 Volt). Darüber hinaus wirken die Brückenpfeiler und der Stahlaufbau als massive Hindernisse für den Wind. Bei entsprechendem Wind entstehen im Lee der Brücke starke, turbulente Rotoren, die bis weit auf die Landewiese reichen können. Ein zu kurz geratener Anflug in die Nähe der Brücke ist lebensgefährlich.  

Bundesstraße B49: Zur Bundesstraße muss jederzeit ein horizontaler und vertikaler Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern eingehalten werden. Dies ist nicht nur eine Sicherheitsregel, sondern auch eine Lärmschutz- und Akzeptanzmaßnahme gegenüber den Anwohnern und Behörden.  

Wasserlandung: Da der Anflug moselseitig erfolgt, besteht das Risiko einer Wasserlandung. Die Mosel ist eine Bundeswasserstraße mit starkem Fracht- und Passagierschiffverkehr. Eine Wasserlandung birgt akute Lebensgefahr durch Ertrinken (Verfangen in Leinen), Unterkühlung und Kollision mit Schiffen. Piloten sollten im Zweifel lieber "zu lang" auf der Wiese landen als das Risiko einzugehen, über dem Wasser "auszuhungern".

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Das Verbot des Toplandens

Das Toplanden, also das Landen am Startplatz, ist am Calmont grundsätzlich verboten. Die Gründe hierfür liegen in der Sicherheit: Der Startplatz ist schmal, steil und oft thermisch sehr aktiv. Ein Landeanflug gegen den Hang birgt das Risiko, in die im Startbereich wartenden Piloten zu fliegen oder im Lee der Hangkante einen Klapper zu kassieren. Erfahrene Piloten nutzen als Ausnahme Feldwege im rückwärtigen Bereich (hinter dem Weinstand) zur Landung, nachdem sie ausreichend Höhe aufgebaut haben ("Überhöhung"). Dies setzt jedoch eine präzise Einschätzung der Leewirbel hinter der Hangkante voraus. Für Gastpiloten gilt: Immer zum offiziellen Landeplatz ins Tal fliegen.

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Der Fehler der "zu kurzen Landung"

Ein klassischer Fehler, insbesondere bei Gastpiloten, ist das Unterschätzen der Gleitstrecke. Durch die Biegung der Mosel ist der Landeplatz vom Start aus nicht immer sofort in seiner Distanz einschätzbar. Zudem kann ein starker Talwind (Gegenwind) die Gleitzahl über Grund drastisch reduzieren. Lokaler Tipp: Wenn man nach dem Start keine Höhe gewinnt ("absäuft"), sollte man sich unverzüglich auf den Weg zum Landeplatz machen. Wer zu lange versucht, in schwacher Thermik am Hang zu "kratzen", riskiert, den Landeplatz nicht mehr sicher zu erreichen und muss notlanden – oft in unwegsamem Gelände oder Weinbergen.

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Regulatorischer Rahmen und Luftraumstruktur

Die Nutzung des Fluggeländes Calmont ist in ein enges Korsett aus naturschutzrechtlichen und luftrechtlichen Bestimmungen eingebunden. Verstöße gegen diese Regeln gefährden den Fortbestand des Geländes massiv.

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Die Gastflugregelung (Wochenendverbot)

Der Calmont ist Opfer seines eigenen Erfolgs geworden. Aufgrund massiver Überfüllung in der Vergangenheit, die zu gefährlichen Startsituationen und Parkchaos führte, sah sich der Geländehalter (RML e.V.) gezwungen, eine restriktive Gastflugregelung zu implementieren.

Sperrzeitraum: Vom 01. Mai bis 31. August jedes Jahres.

Die Regel: An Wochenenden (Samstag/Sonntag), Feiertagen und Brückentagen ist das Fliegen am Calmont ausschließlich Vereinsmitgliedern des DGF Rhein-Mosel-Lahn e.V. gestattet.  

Konsequenz: Gastflieger haben in dieser Zeit absolutes Startverbot. Zuwiderhandlungen werden kontrolliert und können zu Flugverbot führen.

Werktags: An Wochentagen (Montag bis Freitag, sofern kein Feiertag) sind Gastflieger herzlich willkommen und zahlen keine Startgebühr, müssen sich aber strikt an die Flugbetriebsordnung halten.  

Hintergrund: Analysen der Vereinskommunikation zeigen, dass Wartezeiten von bis zu 1,5 Stunden am Startplatz keine Seltenheit waren, was die Sicherheit aller Piloten durch Stress und Ungeduld kompromittierte.

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Luftraumstruktur und die CTR Büchel

Eine der kritischsten luftrechtlichen Herausforderungen am Calmont ist die Nähe zum militärischen Flugplatz Büchel (ETSB), der Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33.

Luftraum G: Der Startplatz und der unmittelbare Flugbereich liegen im unkontrollierten Luftraum G (bis 1000 ft AGL bzw. max. FL 100, wobei hier die militärischen Strukturen limitierend wirken).

Militärische Kontrollzone (CTR): Nördlich der Hochspannungsleitung, die nordwestlich des Geländes verläuft, beginnt der militärische Kontrollbereich (Luftraum D/CTR) von Büchel.  

Einflugverbot: Es besteht ein striktes Einflugverbot in die CTR Büchel. Gleitschirmpiloten sind für Radargeräte oft schwer sichtbar, was das Kollisionsrisiko mit schnellen Jets (Tornado) extrem erhöht.

Kommunikation: Selbst wenn der Luftraum inaktiv scheint, wird Hörbereitschaft auf der entsprechenden Flugfunkfrequenz empfohlen, wenn man sich den Grenzen nähert. Bei aktivem Flugbetrieb in Büchel muss der Tower vorab telefonisch informiert werden, um Konflikte zu vermeiden. Dies ist in der Regel Aufgabe des Startleiters oder Geländehalters, aber jeder Pilot muss sich der geografischen Grenze (Stromleitung) bewusst sein.

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Funkkommunikation

Zur Koordination am Start und in der Luft hat sich der PMR-Kanal 10.10 (Frequenz 446,11875 MHz, CTCSS 94,8 Hz) als Standard etabliert. Die Nutzung dieses Kanals erhöht die Sicherheit signifikant, da Warnungen vor Böen oder Helikoptern schnell verbreitet werden können.

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Logistik, Zugang und physische Anforderungen

Die Erreichbarkeit des Startplatzes erfordert logistische Planung, da Start- und Landeplatz topographisch getrennt sind und die direkte Zufahrt limitiert ist.

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Anfahrt und Parkstrategien

Die Anreise mit dem PKW zum Landeplatz erfolgt in der Regel über die Bundesstraße B49 entlang der Mosel. Parkmöglichkeiten für Piloten, die ihr Fahrzeug am Landeplatz abstellen wollen, befinden sich am Ortsausgang von Ediger-Eller. Für die Auffahrt zum Startplatz führt der Weg über den Ort Bremm. Man folgt der L106 in Richtung "Römercastell". Nach einer Serie von Serpentinen zweigt ein Schotterweg ab.

Das Park-Dilemma: Es ist strengstens verboten, bis direkt an das Gipfelkreuz oder den Startplatz zu fahren. Dies führt zu massiver Staubentwicklung und Konflikten mit Wanderern. Piloten müssen ihr Fahrzeug zwingend auf dem ausgewiesenen Wanderparkplatz "Römercastell" abstellen.  

Fußmarsch: Vom Parkplatz aus ist ein Fußweg von ca. 10 bis 15 Minuten zum Startplatz erforderlich. Das Parken in den Weinbergen oder auf Waldwegen wird rigoros geahndet und gefährdet die Pachtverträge des Vereins.

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Hike & Fly: Die Klettersteig-Falle

Der Calmont ist ein beliebtes Ziel für Hike & Fly, birgt aber eine spezifische Gefahr für uninformierte Piloten.

Die Route: Der sichere Aufstieg erfolgt vom Landeplatz in Ediger-Eller über den Moselsteig (Höhenweg). Dieser Weg führt "hinten herum" durch den Wald und über den Grat zum Gipfelkreuz.

Die Warnung (Via Ferrata): Durch den steilen Weinberg führt der berühmte Calmont-Klettersteig. Dieser ist für Wanderer ein Highlight, für Gleitschirmpiloten mit 15-20 kg schwerem Fluggepäck jedoch eine Falle. Der Steig beinhaltet enge Passagen, Leitern und steile Tritteisen. Mit einem voluminösen Gleitschirmrucksack besteht akute Absturzgefahr durch Hängenbleiben oder Gleichgewichtsverlust. Es wird dringend davon abgeraten, den Klettersteig als Aufstiegsroute mit Flugausrüstung zu wählen.

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Sicherheits-Protokoll: Entscheidungsfindung vor dem Flug

Um die Sicherheit am Calmont zu maximieren, sollten Piloten vor jedem Flugtag ein mentales Audit durchführen. Basierend auf den analysierten Risikofaktoren (siehe abgelehnte Visualisierung 4) lässt sich folgendes Entscheidungsprotokoll ableiten:

Datumskontrolle: Befinden wir uns im Zeitraum 01. Mai bis 31. August? Wenn ja: Ist heute Wochenende oder Feiertag?

Ergebnis Ja: Als Gastpilot STOP. Flugverbot.

Ergebnis Nein: Weiter zu Schritt 2.

Windanalyse: Welche Windrichtung herrscht vor?

West / Ost: STOP. Gefahr von Leewirbeln und Rotoren.

Süd (SSO-SSW): Weiter zu Schritt 3.

Qualifikationscheck:

Besitze ich den B-Schein (Unbeschränkter Luftfahrerschein)?

Beherrsche ich den Rückwärtsstart sicher?

Ergebnis Nein: STOP. Gelände ist zu anspruchsvoll.

Ergebnis Ja: GO. Flugvorbereitung einleiten.

Dieses Protokoll dient als letzte Barriere gegen Fehlentscheidungen, die oft aus Gruppenzwang oder "Get-there-itis" (dem Zwang, unbedingt fliegen zu wollen, weil man schon angereist ist) resultieren.

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Infrastruktur, Alternativen und Après-Fly

Ein gelungener Flugtag definiert sich nicht nur durch die Zeit in der Luft, sondern auch durch das Umfeld und die Optionen, falls das Wetter nicht mitspielt.

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Alternativgelände bei ungünstigem Wind

Sollte der Wind am Calmont nicht passen (z.B. bei der häufigen Westlage), bietet die Region exzellente Ausweichmöglichkeiten :  

Neef (Petersberg): Dieses Gelände liegt nur wenige Kilometer flussaufwärts. Es ist für Windrichtungen SW bis W zugelassen und damit die ideale Alternative, wenn der Calmont im Lee liegt. Der Landeplatz ist ein Sportplatz, was Präzision erfordert. Besonderheit: Von Februar bis Juni ist hier oft eine Schutzzone wegen Wanderfalkenbrut aktiv.

Lasserg (Küppchen): Gelegen an der Untermosel, ist Lasserg ideal für Ost bis Süd-Südost (O-SSO). Das Gelände erlaubt einfaches Soaring und bietet sogar Toplandemöglichkeiten auf einer großen Wiese.

Kobern-Gondorf: Ein anspruchsvolles Gelände für SO-SSW, bei dem auf einer "Hundewiese" gelandet wird.

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Gastronomie und Weinkultur

Die Region Bremm/Ediger-Eller ist das Herzstück des Moselweinbaus.

Weinschänke am Gipfelkreuz: Direkt am Startplatz gelegen, ist dies der soziale Knotenpunkt. Hier treffen sich Piloten und Wanderer. Für nicht-fliegende Begleitungen ist dies der ideale Ort zum Warten, mit spektakulärem Blick auf die Startvorbereitungen.  

Straußwirtschaften im Tal: Nach der Landung locken in Bremm und Ediger-Eller zahlreiche Weingüter. Empfehlenswert sind das Weingut Oster-Franzen oder das Weingut Schmitz. Der "Calmont-Riesling" ist aufgrund des Schieferbodens mineralisch und weltbekannt – ein obligatorisches Souvenir.

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Unterkunft

Für Mehrtagesaufenthalte bietet sich der Campingplatz in Ediger-Eller an, der in unmittelbarer Nähe zum Landebereich liegt. Alternativ gibt es in Bremm zahlreiche Pensionen und Ferienwohnungen, die auf Outdoor-Touristen eingestellt sind.

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Fazit

Der Calmont ist mehr als nur ein Flugberg; er ist eine fliegerische Reifeprüfung. Die Kombination aus extremer Topographie, komplexer Tal-Aerologie und strengen Regeln fordert den Piloten ganzheitlich. Wer den Calmont befliegen will, muss nicht nur seinen Schirm beherrschen, sondern auch die Sprache des Windes im Moseltal verstehen. Die Belohnung für diese Disziplin ist jedoch einzigartig: Ein Flug über den steilsten Rebhängen des Kontinents, getragen von der Thermik des dunklen Schiefers, mit einem Panorama, das die enge Symbiose von Natur und jahrhundertealter Kulturlandschaft offenbart. Für Gastpiloten gilt dabei stets: Respekt vor dem Berg, Einhaltung der Regeln und Demut vor den aerologischen Gewalten der Moselschleife.

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