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Breech

Startplätze:1
Koord.:48.7681°N, 9.6201°E
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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 0 Landeplatzätze

Breech

Start
Höhe483m ü. M.
Koord.48.7681, 9.6201
WindN, S
Korrekt?

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Overview

Analysebericht: Das Fluggelände Breech im Schurwald – Ein Experten-Guide für Gleitschirm- und Drachenflieger Executive Summary

Das Fluggelände Breech, gelegen in der Gemeinde Börtlingen am nördlichen Rand des Schurwalds, stellt innerhalb der süddeutschen Gleitschirmszene ein Juwel dar, das technischen Anspruch mit landschaftlicher Idylle verbindet. Auf einer Höhe von 483 m NN bietet der Startplatz vor allem bei Nord- und Südwindlagen exzellente Bedingungen für Soaring und thermische Einstiege. Mit einer Höhendifferenz von circa 150 m erfordert das Gelände eine präzise Flugtechnik, insbesondere in der Startphase und beim Zentrieren zerrissener Mittelgebirgsthermik.  

Die Verwaltung durch die Flugschule Remstal unter der Leitung von Hans-Peter Seibold garantiert einen hohen Sicherheitsstandard und eine Philosophie, die Hektik und Stress als Hauptunfallursachen kategorisch ablehnt. Für Piloten ist die Lage in unmittelbarer Nähe zum kontrollierten Luftraum des Flughafens Stuttgart (CTR) die größte navigationsstrategische Herausforderung; die strikte Einhaltung der Sektorenregelungen (Göppingen/Alb-Nord) ist für den Erhalt des Geländes unerlässlich. Dieser Guide liefert eine tiefgreifende Analyse, die weit über Standarddatenbanken hinausgeht und sowohl meteorologische Feinheiten als auch lokale Geheimtipps wie thermische Triggerpunkte und spezifische Webcams integriert.  

Geographische und Geologische Grundlagen des Schurwalds

Das Fluggebiet Breech ist untrennbar mit der spezifischen Topografie und Geologie des Schurwalds verbunden. Der Schurwald erstreckt sich als bewaldeter Höhenzug zwischen dem Remstal im Norden und dem Filstal im Süden. Die Gemeinde Börtlingen, zu der der Teilort Breech gehört, liegt auf einer sogenannten Liasplatte, einer charakteristischen Gesteinsschicht des Schwarzen Juras. Diese geologische Formation ist für Flieger deshalb so bedeutend, weil sie eine markante Kante bildet, die steil zum Remstal hin abfällt.  

Unterhalb dieser Schwarzjuraplatte finden sich Schichten von Knollenmergel und Stubensandstein. Diese Schichtung beeinflusst das Mikroklima am Hang maßgeblich. Der Knollenmergel neigt zur Feuchtigkeitsspeicherung, was in den Morgenstunden oft zu lokaler Dunstbildung führen kann, während die exponierte Liasplatte oben schnell abtrocknet und sich erwärmt. Die resultierenden Temperaturdifferenzen sind die Geburtsstunde der ersten kleinen Ablösungen an der Hangkante von Breech.  

Historisch gesehen ist Breech ein Ort mit tiefer Verwurzelung. Bereits 1346 als „Gebrech“ erwähnt, war die Region lange Zeit durch das Kloster Adelberg geprägt. Diese historische Dimension spiegelt sich heute noch in der kleinparzelligen Landwirtschaft und den ausgedehnten Streuobstwiesen wider, die dem Piloten als potenzielle Außenlandeplätze dienen, sofern die Regeln des Naturschutzes und der Landwirtschaft respektiert werden.  

Technische Spezifikationen und Geländedaten

Das Gelände Breech ist beim Deutschen Gleitschirmverband (DHV) als offizielles Startgelände registriert und wird von der Flugschule Remstal betrieben. Die Vielseitigkeit des Geländes zeigt sich in der Zulassung für Hangstarts sowie in der Infrastruktur für den Windenschlepp.  

Stammdaten des Fluggeländes

In der folgenden Tabelle sind die essentiellen Daten zusammengefasst, die für die Flugvorbereitung und die Programmierung des Variometers unerlässlich sind:

Merkmal Detailinformation Quelle Startplatz Name Breech (Börtlingen) GPS-Koordinaten Start N 48°46'05.00" E 9°37'12.19" Höhe Startplatz 483 m NN Höhe Landeplatz ca. 333 m NN (geschätzt nach DH) Höhendifferenz ca. 150 m Startrichtungen Nord (N), Süd (S) Schwierigkeit Mittel Zulassung Gleitschirme & Hängegleiter (1-sitzig / Schulung) Windenschlepp Länge 400 m / Höhe 150 m  

Die Einstufung "Mittel" resultiert nicht aus einer gefährlichen Topografie, sondern aus der Notwendigkeit einer präzisen Flugwegplanung. Da der Höhenunterschied mit 150 m moderat ausfällt, bleibt dem Piloten nach dem Start nur ein begrenztes Zeitfenster, um einen thermischen Anschluss zu finden oder in das Soaring-Band einzusteigen. Ein "Absaufen" ist bei mangelnder Konzentration innerhalb weniger Minuten möglich.  

Zugang, Logistik und Infrastruktur vor Ort

Die Logistik in Breech ist geprägt von der typischen Infrastruktur einer schwäbischen Gemeinde. Es gibt keine Bergbahn, was das Gelände besonders für Anhänger des Hike & Fly oder für Piloten attraktiv macht, die eine ruhige Atmosphäre abseits des Massentourismus suchen.  

Anreise und Parken

Die Anreise erfolgt in der Regel über die B297 (Göppingen – Lorch) oder aus dem Remstal über die kurvenreichen Steigen nach Börtlingen.  

Parken: Ein zentraler Orientierungspunkt ist der Reinhold-Maier-Turm am Ortsrand von Breech. In dessen Nähe befinden sich öffentliche Parkmöglichkeiten. Es ist strikt darauf zu achten, keine landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Zufahrten zu blockieren, da die Akzeptanz des Flugsports in der Gemeinde stark von der Rücksichtnahme der Piloten abhängt.  

Fußweg: Vom Parkbereich zum Startplatz sind es nur wenige Gehminuten. Der Weg ist flach und führt entlang von Wiesen und Waldrändern, was auch den Transport schwerer Drachenausrüstungen ermöglicht.  

Infrastruktur am Reinhold-Maier-Turm

Der Reinhold-Maier-Turm selbst ist weit mehr als nur eine Landmarke. Der 1913 erbaute Turm, der früher der Wasserversorgung diente, fungiert heute als Aussichtsturm und Wahrzeichen der Gemeinde. Für Piloten bietet er eine exzellente Möglichkeit, vor dem Flug die Wolkenentwicklung und die Windverhältnisse im Vorfeld der Albkante visuell zu beurteilen.  

Die Flugschule Remstal: Philosophie und Geländehoheit

Der Geländehalter, die Flugschule Remstal, spielt eine zentrale Rolle für den Flugbetrieb in Breech. Hans-Peter Seibold, der die Schule seit 1995 leitet, hat eine klare Philosophie etabliert: Fliegen als kameradschaftliches Erlebnis ohne Leistungsdruck.  

Regeln für Gastpiloten

Breech ist kein "offenes" Gelände im Sinne eines unbeschränkten alpinen Startplatzes.

Einweisungspflicht: Jeder Pilot benötigt vor dem ersten Flug eine Gefahren- und Geländeeinweisung durch den Geländehalter oder ein beauftragtes Vereinsmitglied.  

Schulungsbetrieb: Während der Kurszeiten der Flugschule hat der Ausbildungsbetrieb absoluten Vorrang. Gastpiloten sollten sich vorab telefonisch oder per E-Mail informieren, ob ein Flugbetrieb möglich ist.  

Tagesmitgliedschaft: Ähnlich wie bei benachbarten Geländen ist für Gastflieger oft eine kleine Gebühr oder eine Tagesmitgliedschaft erforderlich, die dem Erhalt des Geländes zugutekommt.  

Die Flugschule Remstal nutzt Breech insbesondere für die Höhenflugausbildung und für Schnuppertage, da die moderaten Bedingungen ideal für Einsteiger sind.  

Meteorologische Analyse: Wind, Thermik und Soaring

Um in Breech erfolgreich zu fliegen, muss man die Interaktion zwischen dem Wind aus dem Remstal und der Thermikentwicklung über den Waldflächen des Schurwalds verstehen.  

Optimale Windbedingungen

Die ideale Windrichtung für den Start in Breech ist Nord (N) bis Nordost (NO) für die entsprechende Hangseite, oder Süd (S) bei Windenschlepp oder Starts in die Gegenrichtung, sofern freigegeben.  

Soaring: Bei einer konstanten Nordströmung von 15 bis 20 km/h lässt es sich hervorragend an der Schurwaldkante soaren. Das Soaring-Band ist jedoch relativ schmal. Piloten müssen darauf achten, nicht zu weit hinter die Kante abgetrieben zu werden, da dort sofort Lee-Turbulenzen drohen.  

Gefahr bei West/Ost: Windlagen aus West oder Ost führen zu ausgeprägtem Querwind am Startplatz. Da der Startplatz teilweise durch Bäume geschützt ist, können sich am Boden scheinbar ruhige Bedingungen zeigen, während wenige Meter über Grund starke Turbulenzen und Rotoren herrschen.  

Thermische Charakteristik

Die Thermik in Breech ist typisch für das deutsche Mittelgebirge: oft zerrissen, kleinräumig, aber im Kern kräftig.  

Thermikzeiten: Die besten Bedingungen entwickeln sich im Frühjahr und Sommer zwischen 11:30 Uhr und 16:00 Uhr.  

Triggerpunkte: Ein bekannter Triggerpunkt ist die Waldschneise westlich des Reinhold-Maier-Turms. Die dunklen Waldflächen absorbieren die Sonnenenergie, während die angrenzenden hellen Wiesen die Ablösung der Warmluftblasen begünstigen.  

Indikatoren: Lokale Piloten beobachten intensiv die Greifvögel. Milane und Bussarde sind in Breech ständige Begleiter und markieren oft zuverlässig die eng begrenzten "Bärte".  

Bedingung Eignung Empfehlung 0 - 5 km/h Wind Nur Thermik

Präziser Vorwärtsstart nötig, Fokus auf Triggerpunkte.

10 - 20 km/h Nord Ideal

Soaring an der Kante möglich, kombiniert mit Thermik.

> 25 km/h Wind Gefährlich

Hohes Risiko von Lee-Rotoren und Rückwärtsdriften.

West- / Ostwind Ungeeignet

Turbulente Startphase durch Querwind-Rotoren.

  Luftraum und Navigation: Die Herausforderung Stuttgart

Breech liegt in einer der komplexesten Luftraumstrukturen Deutschlands. Die Nähe zum Flughafen Stuttgart (STR) erfordert von jedem Piloten eine akribische Vorbereitung.  

Die Sektorenregelung Göppingen / Alb-Nord

Um den Segelflug- und Gleitschirmbetrieb trotz des Verkehrs am Flughafen Stuttgart zu ermöglichen, wurden spezielle Sektoren eingerichtet.  

CTR Stuttgart: Westlich von Breech beginnt die Kontrollzone des Flughafens Stuttgart. Ein Einflug ohne explizite Freigabe durch den Tower ist streng verboten und kann zum Entzug der Fluglizenz sowie zu hohen Bußgeldern führen.  

Sektor Göppingen: Dieser Sektor liegt oft über Breech. Wenn er deaktiviert ist, gilt die Standard-Höhenbeschränkung des kontrollierten Luftraums E (oft ab 2500 ft oder 3500 ft MSL). Wenn der Sektor von der Flugsicherung freigegeben ist, dürfen Piloten bis zu einer höheren Grenze (oft 6000 ft oder 7000 ft MSL) aufsteigen.  

Informationsbeschaffung: Vor jedem Start muss die aktuelle Luftraumsituation geprüft werden. Dies geschieht über die ATIS des Flughafens Stuttgart (Frequenz 126,125 MHz) oder durch Abfrage bei FIS Langen (128,950 MHz).  

Es ist eine dringende Empfehlung, ein modernes Flugzeuginstrument mit aktueller Luftraumdarstellung und Warnfunktion zu verwenden. Ein unbewusster Einflug in den Anflugsektor von Stuttgart gefährdet nicht nur den Piloten, sondern den Fortbestand des gesamten Fluggeländes.  

Flugpraxis: Vom Start bis zur sicheren Landung

Der Flug in Breech beginnt mit einer konzentrierten Startphase. Da der Startplatz oft von Bäumen eingerahmt ist, herrscht hier eine spezifische Winddynamik.  

Starttechnik und Griffhaltung

Experten empfehlen in Breech eine differenzierte Technik:

Aufziehphase: Der Schirm sollte ruhig und kontrolliert aufgezogen werden. Aufgrund der Waldschneisenlage kann der Wind am Boden schwächer sein als in 10 Metern Höhe. Ein aggressives Hochreißen führt oft zum Überschießen des Schirms.  

Griffhaltung: Viele erfahrene Piloten nutzen die "halbgewickelte" Bremsführung. Dabei wird die Bremsleine einmal um die Hand gelegt, um mehr Gefühl und einen kürzeren Steuerweg zu haben, was beim Aussteuern kleiner Turbulenzen direkt nach dem Start entscheidend ist. Wichtig ist dabei, jederzeit schnell zum Rettergriff greifen zu können.  

Kontrolle: Das bewusste "Unterlaufen" des Schirms beim Start ist in Breech essenziell, um auf seitliche Ausbrechversuche durch thermische Ablösungen sofort zu reagieren.  

Die Flugphase und Thermikzentrieren

Sobald man abgehoben hat, sollte der Fokus auf dem Finden von Hebezonen liegen.

Flaches Kreisen: In der zerrissenen Mittelgebirgsthermik von Breech ist es oft besser, zunächst flach zu kreisen, um die Ausdehnung des Aufwindes zu erkunden. Ein zu steiles Einkreisen führt bei kleinen Thermikblasen oft dazu, dass man den Kern sofort wieder verliert.  

Geduld: "Höhe bietet Sicherheit". Wer in Breech zu früh versucht, Strecke zu machen, steht oft nach wenigen Kilometern am Boden. Es empfiehlt sich, geduldig an der Basis zu warten, bis sich eine klare Ablösefolge zeigt.  

Landestrategie

Der Landeplatz in Breech erfordert Aufmerksamkeit hinsichtlich der Windrichtung am Boden.

Einteilung: Eine saubere Volte ist aufgrund der umliegenden Hindernisse (Bäume, Zäune) Pflicht.  

Turbulenzen: Bei starker Thermik kann es am Landeplatz zu "Bockigkeit" kommen. Piloten sollten aktiv fliegen und den Schirm leicht angebremst halten, um Klapper in Bodennähe zu vermeiden.  

Starkwindlandung: Sollte der Wind am Boden zunehmen, ist die "Kobralandung" (Greifen der hinteren Tragegurte) eine bewährte Technik, um den Schirm sicher und schnell zu Boden zu bringen.  

Streckenflugpotenzial (XC) ab Breech

Obwohl Breech kein klassischer XC-Hotspot wie der Tegelberg oder die Gerlitzen ist, bietet es für Taktiker reizvolle Möglichkeiten.  

Routenoptionen

Entlang des Schurwalds: Die klassische Route führt entlang des Waldrückens in Richtung Osten/Nordosten. Man nutzt dabei die thermischen Ablösungen über den südlich exponierten Hängen des Schurwalds.  

Sprung über das Remstal: Bei hoher Basis ist ein Flug nach Norden über das Remstal in Richtung Welzheimer Wald möglich. Dies erfordert jedoch eine beträchtliche Ausgangshöhe, da das Remstal oft als großflächige Sinkzone fungiert.  

Richtung Schwäbische Alb: Ein Flug nach Süden über das Filstal zur Albkante ist aufgrund der Luftraumbeschränkungen von Stuttgart extrem anspruchsvoll und erfordert eine präzise Umfliegung der CTR.  

Taktische Tipps für XC-Einsteiger

Ein häufiger Fehler ist das Fliegen ohne klares Ziel. Für Einsteiger in Breech empfiehlt es sich, zunächst kleine Dreiecke innerhalb des Schurwalds zu planen, um die Thermikquellen und Landemöglichkeiten genau kennenzulernen. Das Studium von Flügen im DHV-XC Portal gibt wertvolle Hinweise auf bewährte Routen lokaler Cracks.  

Sicherheit und Notfallmanagement

Die Sicherheit hat in Breech oberste Priorität. Die Statistik zeigt, dass die meisten Zwischenfälle durch Selbstüberschätzung oder mangelnde Wetteranalyse entstehen.  

Lee-Fallen und Turbulenzen

Das größte Risiko in Breech ist das Fliegen bei falscher Windrichtung.

Südwestwind: Bei starkem Südwestwind entsteht an der Nordkante ein massives Lee. Turbulenzen können den Schirm kollabieren lassen, während das Sinken so stark wird, dass man den Landeplatz nicht mehr erreicht.  

Verhalten im Lee: Sollte man unfreiwillig in ein Lee geraten: Nerven behalten, aktiv fliegen, den Schirm leicht angebremst halten und die schnellste Route in ruhigere Luftmassen suchen – meist durch Flucht nach vorne weg vom Hang.  

Kollisionsvermeidung

Der Schurwald ist ein beliebtes Gebiet für die allgemeine Luftfahrt. Motorsegler und Sportflugzeuge aus den umliegenden Flugplätzen (z.B. Winningen, Göppingen-Jebenhausen) kreuzen oft den Bereich.  

Sichtbarkeit: Ein auffällig gefärbter Schirm erhöht die Sicherheit deutlich.  

Elektronik: Der Einsatz eines FLARM- oder ADS-B Senders ist in diesem verkehrsreichen Luftraum mehr als eine Empfehlung – es ist ein lebenswichtiger Schutz.  

Geheimtipps für den anspruchsvollen Piloten

Was unterscheidet einen guten Flug in Breech von einem exzellenten? Es sind die Details, die nicht in der offiziellen Datenbank stehen.

Lokale Webcams und Wetterstationen

Statt nur auf den allgemeinen Wetterbericht zu vertrauen, nutzen lokale Piloten spezifische Quellen:

Webcam Maitis: Diese Webcam bietet einen direkten Blick auf die Wetterentwicklung an der Albkante und lässt Rückschlüsse auf die Basis und die Windrichtung im Vorfeld von Breech zu.  

Windfinder Station Breech: Liefert Live-Daten direkt vom Ort des Geschehens.  

Die besten Thermikquellen ("Hausbärte")

Der "Turm-Bart": Direkt thermikaufwärts des Reinhold-Maier-Turms löst oft eine zuverlässige Blase ab, wenn die Sonne senkrecht auf die darunter liegenden Wiesenknicke scheint.  

Die "Sägmühlen-Thermik": Östlich von Breech, in der Nähe der ehemaligen Börtlinger Sägmühle, entsteht oft ein kräftiger Aufwind, der Piloten hilft, die notwendige Höhe für den Sprung über das Tal zu gewinnen.  

Fehler von Neulingen vermeiden

Ein klassischer Anfängerfehler in Breech ist das zu weite Vorfliegen ins Tal bei schwachen Bedingungen. Die Hebezone ist oft sehr nah am Hang. Wer zu früh "rausgeht", verpasst die Chance, sich im Soaring-Band zu halten, bis die nächste thermische Ablöse kommt.  

Drumherum: Kulinarik, Kultur und Aufenthalt

Ein Flugtag in Breech endet idealerweise mit der sprichwörtlichen schwäbischen Gastfreundschaft.

Gastronomie und Einkehr

In Börtlingen und den umliegenden Weilern wie Zell oder Breech finden sich gemütliche Gasthäuser.

Kulinarisches Highlight: Man sollte unbedingt den "Börtlinger Weinapfel" probieren – ein regionaler Schaumwein, der die Verbundenheit der Gemeinde mit ihren Streuobstwiesen zelebriert.  

Post-Flight Bier: Viele Flieger treffen sich nach dem Einpacken am Reinhold-Maier-Turm oder fahren in die Gaststätten im Remstal, um den Flugtag Revue passieren zu lassen.  

Übernachtung und Camping

Für Piloten, die ein ganzes Wochenende bleiben möchten, bieten sich verschiedene Optionen:

Camping: Es gibt kleine, naturnahe Campingplätze im Remstal.  

Hotels: In Schorndorf oder Göppingen finden sich Unterkünfte in allen Preisklassen.  

Alternativprogramm für flugfreie Tage

Sollte der Wind einmal gar nicht passen, bietet der Schurwald exzellente Alternativen:

Wandern: Die "Löwenpfade", wie die Berta-Hörnle-Tour, bieten spektakuläre Ausblicke und sind auch für Familien geeignet.  

Kultur: Ein Besuch des Klosters Adelberg oder der historischen Altstadt von Schorndorf (Geburtsstadt von Gottlieb Daimler) ist lohnenswert.  

Vergleich mit benachbarten Fluggebieten

Um die Einzigartigkeit von Breech zu verstehen, hilft ein Blick auf die Alternativen in der Region Mittlerer Neckar / Ostalb.

Fluggelände Entfernung Charakteristik Vorteil gegenüber Breech Hohenstaufen ca. 10 km Thermik-Hotspot, oft voll

Höher, thermisch aktiver.

Neuffen ca. 25 km Klassische Albkante, XC-Zentrum

Längere Soaring-Kante.

Baach ca. 15 km Übungshang der FS Remstal

Ideal für erste Hüpfer.

Breech 0 km Wald-Idylle, ruhig, technisch

Entspanntes Fliegen, Natur pur.

 

Breech besticht durch seine Ruhe. Während am Hohenstaufen an guten Tagen oft Stress am Startplatz herrscht, geht es in Breech meist gesellig und entspannt zu.  

Zusammenfassung und abschließende Empfehlungen

Breech ist ein Fluggelände für Genießer und Taktiker. Es ist kein Ort für Rekordjäger, sondern für Piloten, die die Feinheiten des Mittelgebirgsfliegens schätzen und die Herausforderung des komplexen Luftraums als Teil ihres Sports begreifen.  

Checkliste für den Besuch in Breech:

Vorbereitung: Luftraumstruktur Stuttgart und Sektorfreigaben prüfen (ATIS/FIS).  

Kontakt: Vorab bei der Flugschule Remstal über aktuellen Schulungsbetrieb informieren.  

Ausrüstung: Variometer mit Luftraumkarten und FLARM/ADS-B mitnehmen.  

Verhalten: Rücksicht auf Landwirte und Anwohner; Parkregeln am Reinhold-Maier-Turm beachten.  

Flugtechnik: Fokus auf sauberen Start und konzentriertes Zentrieren in Hangnähe.  

Wer diese Empfehlungen beherzigt, wird in Breech Flugtage erleben, die durch die Kombination aus technischer Finesse, tiefem Naturerlebnis und herzlicher lokaler Gemeinschaft bestechen. Es ist ein Gelände, das dem Piloten Demut vor der Natur abverlangt und ihn dafür mit einer einzigartigen Perspektive über den Schurwald und das Remstal belohnt.

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