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Auf dem Wakenfelde

Startplätze:1
Landungen:1
Koord.:51.2892°N, 8.6247°E
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Geländekarte

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Start- & Landeplätze

1 Startplatz, 1 Landeplatz

Auf dem Wakenfelde Startplatz

Start
Höhe650m ü. M.
Koord.51.2892, 8.6247
WindSO
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Auf dem Wakenfelde Landeplatz

Landung
Höhe620m ü. M.
Koord.51.2868, 8.6261
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Piloten-Guide

Ausführliche Recherche und lokales Wissen

Overview

Das Phantom des Hochsauerlands: Ein definitives Kompendium zum Fluggebiet „Auf dem Wakenfelde“

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Präambel: Die geografische Korrektur und die Identität eines verborgenen Juwels

In der dichten Nomenklatur der deutschen Gleitschirm- und Drachenflugszene existieren Orte, die jeder Pilot kennt, und solche, die wie ein gut gehütetes Geheimnis nur in den Logbüchern lokaler Matadoren auftauchen. Der Startplatz „Auf dem Wakenfelde“ gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Doch bevor wir in die aerodynamischen Feinheiten und mikro-meteorologischen Besonderheiten dieses Geländes eintauchen, müssen wir ein fundamentales geografisches Missverständnis ausräumen, das Ihrer ursprünglichen Anfrage zugrunde liegt und das symptomatisch für viele auswärtige Piloten ist.

Sie vermuteten das Gelände in der Rhön, in der Nähe der Wasserkuppe. Dies ist eine logische, aber inkorrekte Annahme, die oft auf der ähnlichen Mittelgebirgs-Topografie und der historischen Bedeutung beider Regionen für den Luftsport basiert. Tatsächlich jedoch befinden wir uns nicht im vulkanisch geprägten Hessen der Rhön, sondern im Rheinischen Schiefergebirge, genauer gesagt im Hochsauerland an der Landesgrenze von Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Startplatz „Auf dem Wakenfelde“ ist untrennbar mit der Gemeinde Willingen (Upland) verbunden.  

Diese Unterscheidung ist nicht nur pedantische Geografie, sondern essenziell für das fliegerische Verständnis. Während die Rhön oft durch isolierte Vulkankegel (wie die Wasserkuppe oder den Kreuzberg) charakterisiert ist, die eine freie Anströmung ermöglichen, ist das Sauerland ein Land der "tiefen Einschnitte". Es ist eine Rumpfflächenlandschaft, die von Flüssen zerschnitten wurde. Das bedeutet für den Piloten: Wir haben es hier mit komplexen Talwindsystemen, Düseneffekten in den Tälern und Startplätzen zu tun, die oft als Schneisen in dichte Fichtenwälder geschlagen wurden. Das Fliegen hier erfordert ein anderes technisches Repertoire als das Soaren an den offenen Kuppen der Rhön.

Das Gelände „Auf dem Wakenfelde“ füllt in der Willinger Flugarena eine kritische Nische. Während der berühmte Ettelsberg die Hauptwindrichtungen Nord und Nord-West abdeckt und der Sonnenhang für Ostwind zuständig ist, ist Wakenfelde der Spezialist für Süd-Ost (SO). Diese Windrichtung ist in Deutschland oft meteorologisch knifflig, meist verbunden mit stabilen Hochdruck-Randlagen oder Bisen-Strömungen. Genau hier liegt der Wert dieses "Hidden Champion": Er macht Tage fliegbar, an denen die Standard-Berge im Lee liegen oder von Turbulenzen zerhackt werden.

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Meteorologische Tiefenanalyse: Die Sauerland-Gleichung

Um „Auf dem Wakenfelde“ sicher und erfolgreich zu befliegen, muss man die Meteorologie des Hochsauerlands verstehen, die sich signifikant von der der Alpen oder der Rhön unterscheidet. Das Sauerland fungiert als erste nennenswerte Barriere für Luftmassen, die aus der Westfälischen Bucht aufsteigen. Dies führt zu spezifischen Phänomenen, die jeder XC-Pilot kennen muss.

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Die Süd-Ost-Anomalie (Die „Bise“ des Sauerlands)

Der Startplatz ist für Süd-Ost (SO) zugelassen. Eine reine SO-Lage ist in Mitteleuropa im Vergleich zu Westlagen selten. Sie tritt meist in zwei Szenarien auf, die völlig unterschiedliche Flugbedingungen schaffen:  

Die Hochdruck-Randlage (Winter/Frühjahr): Ein stabiles Hoch über Osteuropa oder Skandinavien führt kalte Kontinentalluft heran.

Der Vorteil: Diese Luftmasse ist oft trocken, was zu hohen Basishöhen führen kann (sofern die Inversion geknackt wird). Die Sicht ist brillant ("Cavok"), und die optische Schönheit des Flugs über den schneebedeckten oder frisch grünen Fichtenwäldern ist unübertroffen.

Die Gefahr: Diese Strömung kann sehr laminar wirken, wird aber durch die raue Topografie des hessischen Berglands (das im Südosten vorgelagert ist) mechanisch verwirbelt. Piloten berichten oft von einer „bockigen“ Grundströmung. Anders als an der Küste ist der laminare Wind hier eine Illusion. Man muss aktiv fliegen.

Die Vorderseiten-Situation (Sommer): Ein Tiefdruckgebiet nähert sich von Westen/Südwesten und saugt Luft aus dem Südosten an.

Der Vorteil: Die Luftmasse ist labiler. Die Chance auf thermischen Anschluss direkt nach dem Start ist höher.

Die Gefahr: Diese Lagen sind oft kurzlebig. Die Windgeschwindigkeit kann schnell zunehmen (Föhn-Tendenzen sind im Sauerland selten, aber Düsen-Effekte in Tälern häufig). Zudem steigt die Gewitterneigung am Nachmittag rapide an. Wakenfelde ist hier oft ein "Morgen-Spot" oder ein "Vormittags-Spot".

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Orographische Besonderheiten am Wakenfelde

Das Gelände liegt topografisch eingebettet in das komplexe Talsystem des Uplands. Anders als auf der Wasserkuppe, wo der Wind über ein freies Plateau streicht, wird er hier kanalisiert.

Der Leitplanken-Effekt: Die Täler um Willingen verlaufen teils in Nord-Süd-, teils in Ost-West-Richtung. Bei Süd-Ost-Anströmung trifft der Wind oft schräg auf die Hangkanten. Dies erfordert beim Soaren eine präzise Acht, um nicht hinter die Kante ins Lee gedrückt zu werden.

Thermische Auslöser: Das Sauerland ist zu 60% bewaldet. Wald ist thermisch träge. Die "Hotspots" sind die Kahlschläge (leider durch den Borkenkäfer in den letzten Jahren zahlreich entstanden), die Skipisten (wie am Ritzhagen oder Ettelsberg) und die Siedlungsflächen. Da „Auf dem Wakenfelde“ oft von Wald umgeben ist, muss der Pilot lernen, die Abrisskanten der Baumreihen zu lesen. Die Thermik steht hier nicht wie eine Säule, sie "blubbert" oft zeitlich pulsierend ab.

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Die Inversions-Falle

Ein spezifisches Problem der SO-Lagen im Sauerland ist die Inversion. Da SO oft mit Hochdruck einhergeht, deckelt eine warme Luftschicht die aufsteigende Thermik oft schon auf 1200m oder 1500m MSL.

Die Konsequenz für den Piloten: Man „stößt sich den Kopf“. Man kurbelt euphorisch hoch, nur um dann abrupt in einer zähen, oft dunstigen Schicht hängen zu bleiben. Für Streckenflüge bedeutet das: Man muss "schnell" fliegen und darf nicht zu viel Zeit mit dem Versuch verschwenden, die letzten 50 Meter durch die Inversion zu pressen. Stattdessen: Vorfliegen, solange man hoch ist.

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Der Startplatz: Topografie, Charakteristik und „The Launch“

Verlassen wir die Theorie und begeben uns auf die Wiese. Der Startplatz „Auf dem Wakenfelde“ ist physikalisch definiert durch die Koordinaten N 51°17'20.99", E 8°37'29.06". Wer diese Koordinaten in eine topografische Karte eingibt, erkennt sofort die strategische Lage: Südöstlich des Ortskerns von Willingen gelegen, flankiert von den Ausläufern des Ibergs und des Orenbergs.

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Gelände-Profil und Höhendifferenz

Ein entscheidender Unterschied zu alpinen Startplätzen ist die Höhendifferenz. Während man in den Alpen oft 1000 Meter „Luft“ unter dem Hintern hat, um die Thermik zu suchen, ist das Arbeitsfenster im Sauerland eng.

Höhe Startplatz: Das Gelände liegt auf ca. 650-680m MSL.

Höhe Landeplatz: Der zugehörige Landeplatz (N 51°17'12.54", E 8°37'33.96") liegt im Talbereich auf ca. 550-580m MSL.  

Effektive Arbeitshöhe: Wir sprechen hier von einer Höhendifferenz (Delta-H) von knapp 100 bis 130 Metern.

Dies klassifiziert das Gelände technisch oft als „Übungshang“, was jedoch eine gefährliche Untertreibung sein kann. Die geringe Höhe bedeutet, dass der Pilot sofort nach dem Start funktionieren muss. Es gibt keine "Suchphase". Entweder man findet den Bart direkt vor dem Hang, oder man befindet sich unmittelbar in der Landeeinteilung.

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Die Schneisen-Problematik

Viele Startplätze im Sauerland, und so auch Bereiche um Wakenfelde, sind durch Waldschneisen definiert. Dies hat aerodynamische Konsequenzen:

Der Düsen-Effekt am Boden: Bei starkem Wind wird die Luft in die Schneise gepresst und beschleunigt. Was am Vorbereitungsplatz im Windschatten der Bäume noch wie ein laues Lüftchen wirkt, kann 20 Meter weiter vorne an der Abrisskante ein strammer 25 km/h Wind sein.

Expertentipp: Verlassen Sie sich nie nur auf das Gefühl im Nacken. Beobachten Sie die Wipfel der Nadelbäume an den Flanken der Schneise. Wenn diese sich stark biegen, ist der Wind in der freien Atmosphäre deutlich stärker als am Boden.

Seitenwind-Rotoren: Da der Startplatz strikt nach SO ausgerichtet ist , wird er bei Ost- oder Süd-Wind kritisch. Kommt der Wind nur 20-30 Grad von der Seite, bildet die luvseitige Baumreihe einen Rotor, der sich spiralförmig in die Schneise eindreht. Das Resultat sind asymmetrische Klapper unmittelbar nach dem Abheben.  

Regel: Bei Seitenwindkomponente > 15-20 Grad ist am Wakenfelde Vorsicht geboten. Hier ist der Sonnenhang (bei Ost) oder Wenholthausen (bei Süd-Südost) die sicherere Wahl.

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Starttechnik: Rückwärts oder Vorwärts?

Aufgrund der oft flachen Neigung im oberen Bereich vieler Sauerland-Startplätze ist die Starttechnik entscheidend.

Bei Nullwind: Der "Sauerland-Sprint". Da der Hang nicht senkrecht abfällt, müssen Sie laufen. Und zwar richtig. Viele Piloten brechen den Start zu früh ab, weil sie den Schirm über sich spüren. Doch ohne dynamischen Auftrieb durch Geschwindigkeit sackt man in die Botanik. Laufen Sie, bis Sie den Boden unter den Füßen verlieren – nicht vorher springen!

Bei Wind: Der Rückwärtsstart ist essenziell. Nicht nur zur Kontrolle, sondern auch, um die Phasen der Kappe zu sehen. Da thermische Ablösungen pulsieren, können Sie beim Rückwärtsaufziehen warten, bis die "Maximal-Ablösung" durch ist, und in der ruhigeren Phase starten.

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Streckenflug (XC) und das Potenzial des „Kleinen“

Die Frage aller Fragen für den ambitionierten Piloten: Kann man von hier auf Strecke gehen? Die ehrliche Antwort eines Experten lautet: Ja, aber es ist die hohe Schule des Mittelgebirgsfliegens. Während man in den Alpen "Autobahnen" fliegt, fliegt man im Sauerland "Feldwege".

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Die Route Richtung Nord-West

Bei Süd-Ost-Wind drückt der Wind Sie logischerweise nach Nord-West. Das ist die klassische "Rennstrecke" vom Sauerland in die Westfälische Bucht.

Das Ziel: Paderborn oder Lippstadt.

Die Taktik: "Ridge-Hopping". Da Sie keine langen Talquerungen machen können (Höhenverlust ist tödlich bei Startüberhöhungen von nur 300-500m), müssen Sie von Höhenzug zu Höhenzug springen.

Start am Wakenfelde: Machen Sie Höhe direkt am Hausbart. Oft steht dieser nicht mittig, sondern leicht versetzt an einer Geländekante.

Der erste Sprung: Gleiten Sie Richtung Ettelsberg oder Orenberg. Hier müssen Sie wieder "tanken".

Der Weg ins Flache: Sobald Sie Brilon passiert haben, ändert sich die Topografie. Die Wälder weichen Feldern. Hier werden die Bärte zuverlässiger, aber auch zerrissener durch den Wind.

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Die Luftraum-Problematik

Ein massives Hindernis für weite Streckenflüge ist die Luftraumstruktur.

EDLP (Paderborn/Lippstadt): Der Flughafen Paderborn liegt genau in der Abflugrichtung. Der kontrollierte Luftraum (CTR und darüberliegende Lufträume C/D) senkt sich wie eine Treppe herab, je weiter man nach Norden kommt.

Planung: Ein Blick auf die aktuelle ICAO-Karte ist unabdingbar. Oft ist bei Brilon oder Büren Schluss, wenn man nicht extrem präzise unter dem Deckel bleibt oder Funkkontakt mit Langen Information hält (was für Gleitschirmflieger in Deutschland oft mühsam ist).

Der "Korridor": Erfahrene Piloten kennen Korridore zwischen den Lufträumen, aber diese sind schmal. Für den ersten XC-Versuch empfiehlt es sich, eher quer zum Wind zu fliegen (Richtung Winterberg), auch wenn das mühsamer ist.

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Logistik, Rechtliches und die „Local Rules“

Ein Fluggebiet ist mehr als nur ein Hang; es ist ein soziales und rechtliches Konstrukt. „Auf dem Wakenfelde“ wird, wie viele Gelände in Willingen, durch lokale Akteure verwaltet. Hierarchie und Regeln sind strikt zu beachten, um das Gelände nicht zu gefährden.

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Die Rolle der Flugschule und des Vereins

Der Halter des Geländes ist Reinhold Schöttler (Reinholds Gleitschirm-Flugschule). Dies ist eine wichtige Unterscheidung zu reinen Vereinsgeländen.  

Schulungsvorrang: Da es sich um ein Gelände handelt, das von einer kommerziellen Flugschule betrieben wird, haben Flugschüler absoluten Vorrang. Wenn der "Tandem-Master" oder der Fluglehrer am Start steht, warten die Gastflieger. Das ist ungeschriebenes Gesetz.

SauerlandAir e.V.: Der Verein SauerlandAir ist der große Dachorganisator für viele Gelände in der Region (z.B. Ettelsberg, Wenholthausen, Stüppel). Auch wenn Wakenfelde spezifisch Schöttler zugeordnet ist, ist die Vernetzung eng.  

Fair-Fly Check-In: Das Sauerland hat ein vorbildliches digitales System etabliert. Gastflieger müssen sich oft über das Fair-Fly System registrieren und eine Tagesgebühr entrichten (meist ca. 5-10 €). Fliegen ohne Ticket ist nicht nur unfair, sondern wird kontrolliert. Die "Locals" kennen sich alle; ein unbekannter Schirm ohne Anmeldung fällt sofort auf.

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Anfahrt und das „Letzte Meile“-Problem

Im Gegensatz zur Wasserkuppe, wo man bis auf den Parkplatz neben dem Startplatz fährt, ist das Sauerland restriktiver.

Forstwege sind tabu: Fahren Sie niemals (!) mit dem privaten PKW direkt bis an die Wiese, es sei denn, es ist explizit erlaubt. Die Forstverwaltung im Hochsauerlandkreis ist rigoros. Ein Bußgeld wegen Befahrens von Waldwegen kann teurer sein als ein neuer Helm.

Shuttle-Service: Oft organisiert die Flugschule an Schulungstagen einen Shuttle-Bus (z.B. vom Landeplatz Ritzhagen oder der Flugschule in der Waldecker Straße). Nutzen Sie diesen. Es ist der beste Ort, um Informationen über das aktuelle Wetter zu bekommen ("Wie bockig ist es oben?").

Hike & Fly: Die beste Option für den Individualisten. Parken Sie legal im Tal (z.B. an der Eissporthalle oder am Besucherzentrum) und laufen Sie hoch. Die 150-200 Höhenmeter sind in 20-30 Minuten erledigt. Das wärmt auf und Sie sehen schon beim Aufstieg, wie der Wind in den Bäumen spielt.

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Die Infrastruktur am Boden

Keine Toilette am Start: Oben ist Natur. Planen Sie das ein.

Landeplatz: Der Landeplatz ist oft eine gemähte Wiese, aber Vorsicht vor Weidezäunen. Im Sauerland wird Weidewirtschaft intensiv betrieben. Ein nicht sichtbarer Elektrozaun ("Litze") ist der Albtraum jedes Piloten beim Endanflug. Gehen Sie den Landeplatz vor dem Auffahren ab.

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Alternativen im Willinger Kessel: Ein Systemvergleich

Man kann „Auf dem Wakenfelde“ nicht isoliert betrachten. Es ist Teil eines Systems von Startplätzen, das Willingen zu einem der vielseitigsten Flugzentren nördlich der Alpen macht. Ein guter Pilot wählt den Berg nach dem Wind, nicht nach der Gewohnheit.

Feature Auf dem Wakenfelde Ettelsberg (Nord) Sonnenhang (Ost) Wenholthausen (SO) Windrichtung SO (120°-160°) N / NW (330°-30°) O (70°-110°) SO / O (110°-160°) Charakter Intim, Schulung, Wiese/Schneise Groß, Seilbahn, Publikumsverkehr Thermisch aktiv, Abendsoaring Schlepp & Hang, Thermikstark Höhendifferenz Gering (~130m) Mittel (~280m) Mittel (~230m) Variabel (Schlepp >300m) Logistik Hike oder Schul-Shuttle Seilbahn (Ettelsberg-Seilbahn) Auto + kurzer Fußweg Auto + Schleppbetrieb Besonderheit Nischen-Spot für SO-Lagen Der Klassiker, aber voll Top für Abendflüge Beste XC-Option bei SO Betreiber Reinholds Flugschule SauerlandAir / Seilbahn SauerlandAir SauerlandAir Export to Sheets

Entscheidungshilfe:

Ist der Wind rein Nord? -> Ettelsberg.

Ist der Wind Ost, tendenz Süd? -> Wakenfelde.

Ist der Wind Ost, tendenz Nord? -> Sonnenhang.

Wollen Sie Strecke fliegen bei SO? -> Fahren Sie nach Wenholthausen (ca. 45 Min Fahrt). Der Schlepp bringt Sie höher, der Anschluss ist einfacher.

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Ausrüstung und Vorbereitung: Der Sauerland-Kit

Wer im Sauerland fliegt, braucht eine andere Ausrüstung als der reine Alpenflieger.

Der Schirm: High-End-Leistungsschirme (EN-C/D) sind hier oft kontraproduktiv. Warum? Weil man in den engen Bärten und nah am Hang extrem wendig sein muss. Ein Schirm mit hoher Streckung ist träger im Handling und anspruchsvoller in den turbulenten Schneisen. Ein agiler Mid-B oder High-B Schirm ist die Waffe der Wahl. Er erlaubt es, den Bart "auszukurbeln", wo der D-Schirm noch gar nicht eingedreht hat.

Das Gurtzeug: Ein Sitzbrett-Gurtzeug ist oft besser als eine Hängematte (Hammock), um die feinen Kappen-Feedbacks der zerrissenen Thermik besser zu spüren. Da man oft läuft: Leichtbauweise ist Trumpf.

Kleidung: Unterschätzen Sie das Sauerland nicht. Auch wenn es im Tal 20 Grad hat, ist der Wind oben oft frisch. Da man oft lange am Startplatz wartet (Parawaiting auf die Phase), ist eine gute Windjacke Pflicht.

Vario: Ein Vario mit sehr sensibler Steigton-Einstellung ist hilfreich. Im Sauerland muss man jeden "Nullschieber" mitnehmen. Stellen Sie den Integrator auf eine kurze Zeit (z.B. 1-2 Sekunden), um schnelle Reaktionen der Luftmasse sofort zu hören.

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Lokale Kultur und "Après-Fly"

Willingen ist bekannt als der "Ballermann des Nordens". Das hat Vor- und Nachteile.

Gastronomie: Nach dem Flug trifft man sich. Der Klassiker ist Siggi’s Hütte auf dem Ettelsberg, wenn man dort geflogen ist. Aber Vorsicht: Hier herrscht oft Party-Alarm mit Schlager-Musik. Wer es ruhiger mag, sucht die kleinen Gasthöfe in Schwalefeld oder Usseln.

Unterkunft: Meiden Sie die großen "Party-Hotels" (wie den Sauerland Stern) am Wochenende, wenn Sie Schlaf brauchen. Es gibt zahlreiche kleine Pensionen ("Garni"), die auf Wanderer und Sportler ausgerichtet sind. Fragen Sie nach "Bike-Hotels" – diese sind oft auch sehr gleitschirmfreundlich (Trockenräume, frühes Frühstück).

Alternativprogramm: Wenn es regnet (und das tut es im Sauerland oft), bietet Willingen mehr als die Rhön.

Besucherbergwerk: Eintauchen in die Schiefer-Geschichte.

Skywalk: Die längste Hängebrücke – ein guter Ort, um Schwindelfreiheit zu testen (oder den Wind zu checken).

Mühlenkopfschanze: Die größte Großschanze der Welt. Ein Besuch dort lehrt Demut vor der Höhe.

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Fazit: Eine Lanze für den kleinen Berg

Der Startplatz „Auf dem Wakenfelde“ ist kein Ort für Rekordjäger, die 200km FAI-Dreiecke fliegen wollen. Er ist auch kein Ort für Piloten, die den Komfort einer Seilbahn und einer Teppich-Startwiese brauchen.

Er ist ein Ort für den Connoisseur. Für den Piloten, der die Nuancen des Wetters liest, der erkennt, dass heute dieser eine spezielle Tag im Jahr ist, an dem der Süd-Ost-Wind laminar ansteht. Es ist ein Ort für technisches Training, für das Verfeinern der Starttechnik und für das stille Glück eines Abgleiters über den tiefgrünen Wäldern des Uplands, während die Massen am Ettelsberg im Stau stehen.

Wer die Rhön sucht, findet dort Weite und Geschichte. Wer aber nach Willingen und zum Wakenfelde kommt, findet Intensität auf kleinem Raum. Es ist das "Craft Beer" unter den Fluggebieten: Nicht für jeden Geschmack, aber mit Charakter.

Disclaimer: Luftsport ist risikobehaftet. Bedingungen können sich minütlich ändern. Dieser Guide ersetzt keine Einweisung durch lokale Fluglehrer oder Geländehalter. Konsultieren Sie vor jedem Flug die aktuellen Aushänge und Wetterberichte.

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