
1 Startplatz, 0 Landeplatzätze
Ausführliche Recherche und lokales Wissen
Analyse und Leitfaden für das Fluggelände Attenhausen: Ein Referenzwerk für Gleitschirmpiloten und Reisejournalisten
Die Landschaft des bayerischen Alpenvorlandes bietet für Gleitschirmflieger eine faszinierende Vielfalt, die weit über die bekannten alpinen Hotspots hinausgeht. Während die Gipfel der Allgäuer Alpen oft die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, finden sich in den Ebenen und sanften Hügelketten des Unterallgäus spezialisierte Infrastrukturen, die für die Ausbildung, die thermische Schulung und das Flachland-Streckenfliegen von fundamentaler Bedeutung sind. Das Gelände Attenhausen, gelegen in der Gemeinde Sontheim, repräsentiert einen solchen Standort. Als reines Schleppgelände konzipiert, fungiert es unter der Leitung der OFS Paragliding GmbH als Kompetenzzentrum für Piloten, die Präzision im Windenstart und Effizienz in bodennaher Thermik suchen.
Executive Summary für die operative Flugplanung
Der Flugstandort Attenhausen (87776 Attenhausen, Bayern) ist ein behördlich zugelassenes Schleppgelände für Gleitschirme und Hängegleiter, das sich primär durch seine Lage im thermisch aktiven Alpenvorland und seine Anbindung an die Flugschule OFS Paragliding auszeichnet. Mit einer Basis-Höhe von 622 Metern über Normalnull und einer zulässigen Schlepphöhe von bis zu 150 Metern über Grund bietet das Gelände ideale Bedingungen für die Basisausbildung, die Erlangung der Windenstartberechtigung sowie für gezielte Übungen zur Thermikzentrierung in niedrigen Arbeitshöhen. Die Startrichtungen Nordost (NO) und Südwest (SW) decken die regional vorherrschenden Windströmungen ab.
Für Piloten, die den Standort besuchen möchten, ist die Koordination mit dem Geländehalter obligatorisch, da der Flugbetrieb eng mit dem Schulungs- und Tandembetrieb der ansässigen Flugschule verknüpft ist. Die logistische Erreichbarkeit per Kraftfahrzeug ist exzellent, wobei die Nähe zum Luftraum des Allgäu Airports Memmingen (EDJA) eine penible Flugvorbereitung und Kenntnis der Radio Mandatory Zone (RMZ) sowie der Kontrollzone (CTR) erfordert. Attenhausen empfiehlt sich insbesondere für Piloten, die eine ruhige, professionelle Umgebung zur Perfektionierung ihrer Starttechnik oder zur Bewältigung von Flugunsicherheiten suchen.
Geographische Fundamentaldaten und technische Spezifikationen
Das Gelände Attenhausen ist in der offiziellen Datenbank des Deutschen Gleitschirmverbandes (DHV) unter der Gelände-ID 421 registriert. Die geographische Positionierung in der Grenzregion zwischen dem klassischen Unterallgäu und der schwäbischen Hochebene verleiht dem Standort meteorologische Besonderheiten, die für das Verständnis der lokalen Aerodynamik entscheidend sind.
Standort-Parameter im Überblick Parameter Wert / Spezifikation Gemeinde
87776 Attenhausen (Sontheim), Bayern, Deutschland
Geographische Koordinaten
N 47°59'51.22", E 10°20'51.27"
Höhe NN (Startplatz)
622 m
Höhe NN (Landeplatz)
Identisch (ebenes Schleppgelände)
Geländetyp
Schleppgelände (Windenstart)
Zugelassene Startarten
Windenstart (Gleitschirm und Hängegleiter)
Startrichtungen
NO (optimal bei Hochdrucklagen), SW (vorherrschende Westwetterlage)
Maximale Schlepphöhe
150 m über Grund
Schleppstrecke
Abhängig von mobiler/stationärer Auslegung, primär für stationäre Winden optimiert
Die topographische Einbettung in das sanft gewellte Umland sorgt für eine weitgehend laminare Anströmung des Geländes. Im Gegensatz zu Hangstartplätzen in Mittelgebirgen, die oft durch ausgeprägte Lee-Strukturen oder turbulente Waldschneisen geprägt sind, bietet die offene Agrarlandschaft um Attenhausen eine homogene Windverteilung, was die Sicherheit während der kritischen Schleppphase signifikant erhöht.
Zugang, Logistik und Infrastruktur
Die logistische Erschließung von Attenhausen ist auf die Bedürfnisse einer modernen Flugschule und mobiler Piloten zugeschnitten. Da es sich um ein Schleppgelände in einer Ebene handelt, entfällt die Notwendigkeit für Bergbahnen oder langwierige Aufstiege, wie sie für alpine Gelände wie das nahegelegene Neunerköpfle oder den Tegelberg typisch sind.
Anreise und Parkraummanagement
Die Anfahrt erfolgt primär über die Autobahn A7, wobei die Ausfahrten Memmingen-Süd oder Berkheim die schnellsten Verbindungen darstellen. Von dort aus führen gut ausgebaute Landstraßen direkt in den Ortsteil Attenhausen der Gemeinde Sontheim. Die Parkplatzsituation ist direkt am Gelände geregelt, wobei eine strikte Trennung zwischen privaten Parkflächen der Anwohner und den für den Flugbetrieb vorgesehenen Flächen einzuhalten ist. Piloten werden angehalten, ausschließlich die durch die Flugschule OFS Paragliding zugewiesenen Zonen zu nutzen, um die Akzeptanz bei den lokalen Landwirten und Anwohnern nicht zu gefährden.
Operative Logistik vor Ort
Da der Flugbetrieb in Attenhausen an den Einsatz einer Schleppwinde gebunden ist, findet keine individuelle Flugbewegung ohne Koordination mit dem Windenführer statt. Ein Shuttle-Betrieb ist nicht erforderlich, da die Landungen in der Regel in unmittelbarer Nähe zum Startpunkt oder am Ende der Schleppstrecke erfolgen. Für Piloten bedeutet dies ein hohes Maß an Effizienz: Die Zeitspanne zwischen Landung, Einpacken und dem nächsten Start ist im Vergleich zu Bergbahngeländen minimal, was insbesondere während der Ausbildung eine hohe Frequenz an Starts ermöglicht.
Flugphysikalische Bedingungen und meteorologische Analyse
Das Verständnis der atmosphärischen Dynamik im Unterallgäu ist die Voraussetzung für erfolgreiche Flüge in Attenhausen. Die Region liegt im Einflussbereich des bayerischen Alpenvorlandes, was spezifische thermische und windtechnische Konsequenzen hat.
Thermikcharakteristik und Zeitfenster
Die Thermikentwicklung in Attenhausen wird maßgeblich durch die Bodenbeschaffenheit der umliegenden Agrarflächen beeinflusst. Die weitläufigen Wiesen und Äcker fungieren als Kollektoren für die Sonneneinstrahlung.
Frühjahr (April bis Juni): In dieser Phase ist die Thermik oft am aggressivsten. Die hohen Temperaturdifferenzen zwischen der sich erwärmenden Bodenoberfläche und der noch kühlen Höhenluft führen zu kräftigen Ablösungen.
Sommer (Juli bis August): Die Thermik wird großflächiger, aber oft auch durch stabile Hochdrucklagen (Inversionen) in ihrer Höhe begrenzt. In Attenhausen ist dies besonders relevant, da der Anschluss aus dem 150-Meter-Schleppschaufenster eine präzise Identifikation der Ablösezeitpunkte erfordert.
Herbst (September bis Oktober): Die Thermik wird sanfter ("Alters-Thermik"), was ideal für Genussflieger und Piloten mit Ambitionen zur Entspannung ist.
Die typischen Thermikzeiten beginnen an sonnigen Tagen gegen 11:00 Uhr und erreichen ihren Höhepunkt zwischen 13:30 und 15:30 Uhr. Da die Ausklinkhöhe gering ist, müssen Piloten unmittelbar nach dem Trennen vom Schleppseil nach "Triggerpunkten" suchen. Lokale Experten weisen darauf hin, dass die Waldkanten im Süden des Geländes sowie die versiegelten Flächen in Sontheim oft als verlässliche Thermikauslöser fungieren.
Windregime und aerodynamische Risiken
Die Windverhältnisse in Attenhausen sind für die Sicherheit des Schleppvorgangs entscheidend.
Nordostlagen (NO): Diese Windrichtung tritt häufig bei stabilen Hochdruckwetterlagen auf. Sie bietet meist laminare Bedingungen und ist für den Windenstart in Attenhausen optimal geeignet.
Südwestlagen (SW): Die klassische Westwetterlage bringt oft böigen Wind mit sich. Da das Gelände in dieser Richtung offen ist, können Piloten hier von dynamischen Aufwindkomponenten profitieren, müssen jedoch die Gefahr von heranziehenden Fronten aus dem Westen genau im Auge behalten.
Gefahr durch Föhn: Obwohl Attenhausen etwa 40 bis 50 Kilometer nördlich des Alpenhauptkamms liegt, kann starker Südföhn bis in die Region durchgreifen. In solchen Fällen ist der Flugbetrieb aufgrund unberechenbarer Turbulenzen und plötzlicher Winddreher am Boden strikt zu unterlassen.
Strategische Flugplanung: Luftraum und Sicherheit
Die unmittelbare Nähe zum Allgäu Airport Memmingen (EDJA) ist der wichtigste Sicherheitsaspekt für das Fliegen in Attenhausen. Der Flugplatz ist ein internationaler Verkehrsflughafen mit Linienbetrieb, was weitreichende Konsequenzen für den umgebenden Luftraum hat.
Luftraumstruktur und Beschränkungen Luftraum-Element Relevanz für Attenhausen CTR Memmingen (Kontrollzone)
Liegt westlich/nordwestlich des Geländes. Einflug ohne Transponder und Funkfreigabe verboten.
RMZ Memmingen (Radio Mandatory Zone)
In bestimmten Höhenbereichen und Sektoren um den Flughafen ist Funkkontakt erforderlich.
VFR-Verkehr
Hohes Aufkommen an Sportflugzeugen und Geschäftsreisen. Gleitschirmflieger sind für Motorpiloten oft schwer zu erkennen.
Piloten sollten zwingend ein Fluginstrument mit aktueller Luftraumdarstellung nutzen. Ein Abdriften während des Thermikkurbelns in Richtung Westen führt unweigerlich in den kontrollierten Luftraum. Die Nutzung eines FLARM-Beacons wird dringend empfohlen, um die Sichtbarkeit gegenüber dem motorisierten Verkehr und Segelfliegern zu erhöhen.
Sicherheit beim Windenstart
Der Schleppvorgang in Attenhausen unterliegt den strengen Richtlinien des DHV und der Flugbetriebsordnung (FBO).
Voraussetzungen: Gültiger Luftfahrerschein (A-Schein) und eine abgeschlossene Einweisung für den Windenstart.
Kommunikation: Der Start erfolgt mittels standardisierter Kommandos ("Seil straff", "Fertig", "Start"), die oft per Funk oder durch visuelle Zeichen des Startleiters an den Windenführer übermittelt werden.
Notfallprozeduren: Im Falle eines Seilrisses in geringer Höhe ist die Landung geradeaus auf der Schleppstrecke die sicherste Option. Das Gelände bietet hierfür ausreichend hindernisfreie Flächen.
Das Streckenflug-Potenzial (XC) ab Attenhausen
Trotz der geringen Ausgangshöhe von 150 Metern ist Attenhausen ein anerkannter Startpunkt für Streckenflüge im Flachland. Der Reiz besteht in der Herausforderung, den ersten thermischen Anschluss zu finden.
XC-Routen und Strategien
Sobald ein Pilot die erste Basis von ca. 1.800 bis 2.200 Metern NN erreicht hat, eröffnen sich verschiedene Routenoptionen :
Die "Süd-Schiene" (Richtung Alpen): Bei leichten Nordwindlagen ist ein Vorstoß in Richtung der Allgäuer Alpenkette möglich. Ziel ist es, die thermisch zuverlässigeren Berghänge von Tegelberg oder Breitenberg zu erreichen, um dort in das alpine System einzusteigen.
Die "Ost-Route" (Richtung München/Ammersee): Bei westlichen Windkomponenten bietet sich ein Flug entlang der Autobahn A96 an. Das Gelände ist hier flach und bietet unzählige Außenlandemöglichkeiten auf gemähten Wiesen.
Die "Lech-Querung": Ein anspruchsvoller Flug, der die Überquerung des Lechtals erfordert. Hier ist besonderes Augenmerk auf die Talwindsysteme und die Lufträume der Militärflugplätze (z.B. Lagerlechfeld) zu legen.
Die durchschnittlichen XC-Distanzen für Piloten in dieser Region liegen zwischen 30 und 50 Kilometern, wobei Profis an exzellenten Tagen auch dreistellige Kilometerzahlen erreichen können.
Geheimtipps: Insider-Wissen der Allgäuer Piloten
Was Attenhausen von anderen Geländen unterscheidet, ist das spezifische Wissen der lokalen Piloten, das nicht in den offiziellen Handbüchern steht.
Thermikquellen und Triggerpunkte
Erfahrene Piloten am Standort Attenhausen beobachten das "Vibrieren" der Luft über bestimmten Bodenstrukturen:
Die Sontheimer Kläranlage: Ein oft belächelter, aber effektiver Triggerpunkt nordöstlich des Geländes. Die Wärmeabstrahlung der Becken kann an kühlen Tagen den entscheidenden Impuls für eine Ablösung geben.
Das Industriegebiet Sontheim: Die großen Dachflächen der Werkshallen heizen sich schnell auf. Bei leichtem Wind aus NO lösen sich hier zuverlässige Thermikschläuche ab, die genau über das Schleppgelände driften.
Wald-Wiesen-Kanten: Die Grenzlinien zwischen den dunklen Nadelwäldern südlich von Attenhausen und den hellen Wiesen erzeugen lokale Temperaturgradienten, die ideal für das Entstehen von Thermik sind.
Häufige Fehler von Gastpiloten
Neulinge im Gelände machen oft den Fehler, nach dem Ausklinken zu aktiv nach Thermik zu "suchen" und dabei wertvolle Höhe durch unnötige Kurven zu verlieren. Die lokalen Experten raten: "Einfach geradeaus fliegen, die Sinne für das Steigen schärfen und erst dann eindrehen, wenn ein konstantes Steigen von mindestens 1 m/s spürbar ist". Ein weiterer Fehler ist das Unterschätzen der Winddrift: Ein Pilot, der in 150 Metern Höhe beginnt zu kreisen, wird bei moderatem Wind schnell vom optimalen Landeplatz wegversetzt.
Webcams und Wetter-Tools
Lokale Piloten verlassen sich nicht nur auf den DHV-Wetterbericht. Zur Beurteilung der aktuellen Lage vor Ort werden folgende Ressourcen genutzt:
Webcam Allgäu Airport: Bietet einen exzellenten Blick auf die Bewölkung und die Sichtweiten in unmittelbarer Nähe.
Wetterstation Memmingen: Liefert präzise Winddaten, die fast 1:1 auf Attenhausen übertragbar sind.
XC-Therm und Meteo Parapente: Diese spezialisierten Prognosetools werden genutzt, um die Stabilität der atmosphärischen Schichtung und die potenzielle Basishöhe abzuschätzen.
Die Rolle der Flugschule OFS Paragliding
Der Flugbetrieb in Attenhausen ist untrennbar mit der OFS Paragliding GmbH unter der Leitung von Hans Hoschka verbunden. Die Schule genießt einen exzellenten Ruf für ihre methodische Ausbildung und ihre ruhige, professionelle Herangehensweise.
Ausbildungs- und Serviceangebote Angebot Detailbeschreibung Windenstart-Einweisung
Kompaktkurse zur Erlangung der Schleppberechtigung.
Thermik-Coaching
Gezieltes Training zum Finden und Zentrieren bodennaher Thermik.
Tandemflüge
Erlebnispaket "Parataxi" für Passagiere, oft kombiniert mit Flügen in den Alpen.
Ausrüstungsberatung
Verkauf und Test von Schirmen, Gurtzeugen und Rettungsgeräten führender Hersteller.
Ein besonderes Merkmal der Schule ist die Betreuung von Piloten mit Flugangst oder nach traumatischen Erlebnissen. Das stressfreie Umfeld des Schleppgeländes Attenhausen bietet den idealen Rahmen, um schrittweise wieder Vertrauen in das Gerät und die eigenen Fähigkeiten aufzubauen.
Infrastruktur und das "Drumherum" für Reisende
Attenhausen bietet auch abseits des Flugplatzes eine hohe Lebensqualität, die den Aufenthalt für Piloten und ihre Begleitpersonen angenehm gestaltet.
Gastronomie und Einkehr
Nach einem langen Flugtag ist die kulinarische Versorgung ein wesentlicher Aspekt.
Gasthaus in Sontheim: Im benachbarten Sontheim finden sich traditionelle bayerische Wirtschaften, die für ihre bodenständige Küche und das lokale Bier bekannt sind.
Cafés in Memmingen: Die nahegelegene Stadt Memmingen bietet eine charmante Altstadt mit zahlreichen Cafés und Restaurants, die ideal für einen "Debriefing"-Abend geeignet sind.
Übernachtung und Camping
Da viele Piloten für mehrtägige Kurse anreisen, ist die Wahl der Unterkunft entscheidend.
Hotel & Pensionen: In Sontheim und Attenhausen gibt es private Pensionen, die auf die Bedürfnisse von Sportlern eingestellt sind. Größere Hotels finden sich in Memmingen.
Camping: Offizielles Camping am Startplatz ist nicht gestattet. Es gibt jedoch gut ausgestattete Campingplätze in der Region Iller/Unterallgäu, die als Basisstation dienen können.
Alternativprogramm bei "Grounding"
Sollte das Wetter einmal nicht fliegbar sein, bietet das Unterallgäu zahlreiche Alternativen:
Therme Bad Wörishofen: Weltbekannt für ihre Kneipp-Anwendungen und eine weitläufige Wellness-Landschaft.
Memminger Altstadt: Besichtigung des Marktplatzes, der Stadtmauer und der historischen Zunfthäuser.
Wandern und Radfahren: Die sanfte Hügellandschaft bietet zahlreiche Wege, die auch für nicht-fliegende Familienmitglieder attraktiv sind.
Sicherheitsregeln und Vereinsstruktur
Obwohl Attenhausen von einer Flugschule gehalten wird, gibt es klare soziale und sicherheitstechnische Regeln, die das Miteinander mit der lokalen Gemeinschaft regeln.
Kontakt und Anmeldung
Jeder Pilot, der nicht Teil eines laufenden Kurses ist, muss sich vorab bei OFS Paragliding anmelden. Der Kontakt kann über die Webseite oder telefonisch erfolgen (+49 1515 2937279). Gastflieger sind willkommen, sofern die Kapazitäten der Schleppwinde dies zulassen.
Notfallmanagement
Im Falle eines Unfalls ist die Rettungskette im Unterallgäu hocheffizient.
Notruf: 112 (Leitstelle Donau-Iller).
Krankenhaus: Das Klinikum Memmingen verfügt über eine spezialisierte Unfallchirurgie und ist in wenigen Minuten per Hubschrauber oder Rettungswagen erreichbar.
Landeplatz-Sicherheit: Piloten sind angehalten, bei Unfällen am Boden sofort den Windenbetrieb einzustellen und Erste Hilfe zu leisten. Ein Erste-Hilfe-Set und ein Feuerlöscher befinden sich in der Regel direkt am Windenwagen.
Analyse der Ausrüstungsanforderungen für Attenhausen
Aufgrund der spezifischen Bedingungen des Windenstarts in einer Ebene gibt es Empfehlungen für das Equipment, die über das Standardmaß hinausgehen.
Schirmwahl und Klassifizierung
Für das Fliegen in Attenhausen sind Schirme aller Klassen zugelassen. Dennoch zeigen Beobachtungen, dass Piloten mit modernen A- oder B-Klasse-Schirmen oft die besten Lernerfolge erzielen. Diese Schirme bieten ein hohes Maß an passiver Sicherheit, was bei den oft engen Radien, die man zum Zentrieren niedriger Thermik benötigt, von Vorteil ist.
Gurtzeug und Protektion
Ein Gurtzeug mit exzellenter Protektion (Schaumstoff oder Airbag) ist beim Windenstart obligatorisch. Da die Landung oft auf unebenem Agrarland erfolgt, schützt ein guter Protektor die Wirbelsäule bei härteren Aufsetzern. Die Verwendung eines Beinstreckers (Pod) ist bei Streckenflugambitionen sinnvoll, erfordert aber beim Windenstart erhöhte Aufmerksamkeit, um die Beinfreiheit während der Startphase nicht einzuschränken.
Elektronik und Kommunikation
Vario: Ein empfindliches Variometer ist in Attenhausen essenziell, um die schwachen Ablösungen nach dem Ausklinken zu finden.
Funk: Die Kommunikation mit dem Windenführer erfolgt oft über Funk (LPD/PMR oder Flugfunk bei entsprechender Lizenz). Ein gut funktionierendes Headset im Helm erhöht die Sicherheit und den Komfort erheblich.
GPS/Logger: Für die Dokumentation von Flügen im DHV-XC ist ein IGC-tauglicher Logger notwendig.
Fazit und abschließende Bewertung des Geländes
Das Fluggelände Attenhausen stellt eine wertvolle Ressource in der süddeutschen Gleitschirmlandschaft dar. Es ist kein Ort für Massentourismus oder spektakuläre Alpenpanoramen direkt beim Start, sondern ein Platz für Handwerk, Präzision und tiefes Verständnis der aerodynamischen Prozesse.
Die Kombination aus der fachlichen Kompetenz der OFS Paragliding GmbH und der strategisch interessanten Lage im thermisch aktiven Alpenvorland macht Attenhausen zu einem "Muss" für Piloten, die:
Die Startart Windenstart in Perfektion erlernen möchten.
Ihre Thermikkenntnisse im Flachland unter professioneller Anleitung vertiefen wollen.
Einen ruhigen, sicheren Hafen suchen, um Flugängste abzubauen.
Einen strategischen Ausgangspunkt für Streckenflüge fernab des alpinen "Gedrängels" suchen.
Der Standort beweist, dass auch eine bescheidene Ausgangshöhe von 150 Metern das Tor zu großen fliegerischen Erlebnissen sein kann, sofern der Pilot bereit ist, sich auf die Feinheiten der Natur und die Technik des Windenstarts einzulassen. Die soziale Integration in die Gemeinde Sontheim und das professionelle Management durch Hans Hoschka garantieren, dass dieses Gelände auch in Zukunft ein sicherer und attraktiver Anlaufpunkt für die Gleitschirm-Community bleiben wird.